große Pläne

10. September 2020

Es heißt ja, dass sich Paare auseinanderleben, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Sich nichts mehr zu sagen haben und keine gemeinsamen Interessen mehr haben. Dazu dann vielleicht noch eine Portion midlife crisis und zack! Stress, Streit, Trennung.

Keine Sorge, weder das eine, noch das andere und Letzteres schon gar nicht. Wir haben nämlich Pläne geschmiedet! Wir wollen eine große gemeinsame Wanderung machen. Vom Süden nach Norden, von den Bergen ans Meer, einmal quer durch Deutschland. Das ist alles sehr, sehr aufregend und weil ich spontan und impulsiv bin, würde ich am Liebsten heute meinen Rucksack packen, um morgen loslaufen zu können. Das ginge vielleicht gut und vermutlich ließe sich ein herzergreifender, trändendrüsendrückender Blockbuster über meine Reise, die Eindrücke und die wertvollen Erkenntnisse daraus drehen, aber ganz ehrlich: das Ding ginge gründlich in die Hose, schon allein deshalb, weil meine geographischen Kenntnisse Deutschlands noch sehr bescheiden sind und ich mich allein gar nicht trauen würde.

Deshalb nehmen wir uns lange Zeit für eine gründliche Planung der Route, unserer Ausrüstung und Ausarbeitung der unzähligen Ideen die um diese Wanderung herum aufploppen. Außerdem geben wir Wissenschaftlern/Virologen/Medizinern hoffentlich genug Zeit, um einen Impfstoff oder wenigstens eine wirksame Medikation gegen Corona zu finden. Im Frühjahr 2022 wollen wir loslaufen. Der Gatte wird ein sabbatical nehmen und ich habe ja eh ein terminloses Luxusleben. Der Hund soll mitlaufen, die Betreuung von Kater, Enten und Bienen kommt zunächst auf die „Aufgaben verteilen“-Liste.

Zur Vorbereitung der ganz großen Tour haben wir nun kleinere Touren geplant, denn vielleicht stellt es sich ja heraus, dass es mir doch nicht so wahnsinnig viel Spaß macht, einen schweren Rucksack durch die Gegend zu wuchten und längere Zeit auf mein Bett zu verzichten?

2016 wanderten wir den Wicklow Way in Irland (ab hier nachzulesen), mit einigermaßen leichtem Gepäck, denn wir trugen nur unsere Kleidung, Wasser und die Tagesverpflegung. Der Rucksack war gut zu tragen, das tägliche Wandern kein Problem. 2018 wanderten wir den Lechweg (vorerst ab hier nachzulesen) Wir hatten einen Gepäcktransport, d.h. wir trugen nur unseer Tagesverpflegung. Sehr komfortabel. Auch damals waren die Tagesmärsche zwar manchmal anstrengend, aber immer leicht zu bewältigen.

Ab Sonntag werden wir sechs Tage im Pfälzerwald unterwegs sein, mit Zelt, Isomatte, Schlafsack, jede Menge Essen und Wasser und zwei Wechselunterhosen. Der Rucksack wird sehr viel schwerer sein! Dafür sind meine Knochen sehr viel älter seit ich zum letzten Mal auf einer Isomatte schlief. Sehr abenteuerlich, auch wenn es „nur“ Trekkingplätze im Pfälzerwald sind, auf denen wir schlafen.

Weil das hier jetzt das ganz große Thema ist, werde ich ein bißchen dazu und darüber bloggen. Wenn es Sie interessiert, ob wir unsere Zahnbürstenstiele absägen und weshalb youtube-Videos über Wasserfilter hochinteressant sind, wie mein Rucksackinhalt aussieht und was ich von Wanderstöcken halte, wie unterwegs milcheiweißfrei gekocht werden kann und wie der Tag (und die Nacht) im Wald so sind, ist herzlich eingeladen, die nächsten Tage und Wochen hier wieder mitzulesen!

5 Kommentare zu “große Pläne”

  1. streckenweise sagt:

    Spannend. Ich bin in den letzten Jahren ja mehrfach mit gesamtem Gepäck, aber „nur“ von fester Unterkunft zu fester Unterkunft gewandert, was das Gepäck natürlich reduziert.
    Ich bin gespannt, was Sie berichten werden.

  2. Ruthy sagt:

    Oh ja. Da les ich sogar sehr gerne mit. Ich würde ja auch gerne wieder wandern gehen, muss aber zwangsläufig alleine, da der andere Mensch in diesem Haushalt kniebedingt nicht mehr so gut laufen kann, vor allem bergauf.
    Ich freu mich schon auf die Berichterstattung.

  3. N. Aunyn sagt:

    Freue mich sehr, bei dieser Reise mitlesen zu dürfen. Das liest sich sehr reizvoll.

  4. Gudrun sagt:

    Ich freue mich, dass Sie über ihre Wanderung berichten und erhoffe mir ähnliche Anekdoten wie in dem herrlichen Buch „Picknick mit Bären“ von Bill Bryson in dem er von seiner Wanderung auf dem Apalachian Trail berichtet.

  5. Sanne sagt:

    Für die geplante Deutschlandwanderung hier ein Buchtipp: Deutschland der Länge nach, von Christof Herrmann.