Das Geheimnis glücklicher Eltern
22. Februar 2008
Der allwöchentliche Kaffeeklatsch am Freitagmorgen führt zu einer wundervollen Erkenntnis: es gibt nix zu meckern
Die Kindelein sind klug, aufgeweckt, liebenswert, höflich, hilfsbereit und bringen wunderbare Noten aus der Schule mit nach Hause.
Was will ich mehr?
Kleinere (pubertäre) Ausfälle gehören dazu, Meinungsverschiedenheiten erweitern den Blickwinkel und Streitereien reinigen die Luft. Ich bin eine glückliche Mutter.
Noch glücklicher allerdings werde ich sein, wenn das große Kind heute abend wohlbehalten nach einer Woche Skifreizeit daheim angekommen ist. Dann sind wir endlich wieder komplett.
Weniger ist mehr?
21. Februar 2008
“Aha!”, Wird die eine oder andere Blogleserin mit spöttisch hochgezogenen Augenbrauen sagen, “Ich hab´s ja gewusst. Sie wollte Kommentare abstauben, suhlt sich in der Aufmerksamkeit und stärkt ihr jämmerliches Selbstbewusstsein mit durchschaubarem fishing for compliments.”
“Aha!”, sagt Frau … äh … Mutti, “Ich hab´s ja gewusst. Sowie eine Auszeit genommen wird, kriechen die Neider, Spötter und die gehässigen Anspruchsvollen aus ihren Löchern.”
Es ist eben wie immer. Wenn man einen Teil seines Lebens der Öffentlichkeit zugänglich macht, wird man nicht nur begeisterte Rückmeldung ernten. Worin die Bösartigkeit mancher Blogkonsumenten begründet sein mag, ist mir allerdings nicht nachvollziehbar.
Mein Blog ist mein Blog. Ich schreibe wann ich will und was ich will. Und wie ich will. Die Drohung, dass ich Leser mit meinem Schreibverhalten verlieren werde, prallt eiskalt ab. (die drohende Traffic-Nachzahlung lässt mich sogar lächeln)
Die wenigsten meiner Leser kennen Pia.
Die anderen kennen Frau … äh … Mutti.
Frau … äh … Mutti ist eine Kunstfigur, die sich um Authentizität bemüht, aber ganz klare Abstriche macht.
Frau … äh … Muttis Blog ist gefüllt mit kleinen Alltagsbegebenheiten, wie sie jede Mutter kennt. Sorgfältig ausgewählte Alltagsbegebenheiten, selbstironisch dargestellt, nicht immer zeitnah präsentiert und mit einer guten Portion Sarkasmus garniert.
Das liest sich locker-flockig, polarisiert selten und ist für die Blog-Autorin ein Stück Arbeit. Mitteilsamkeit contra schützender Distanz und Diskretion.
Ich schreibe gerne. Schon immer. Rückmeldung jeder Art spornt mich an weiter zu schreiben. Schreiben ist ein Ventil. Aber eben nicht immer fällt mir der Balanceakt leicht und dann schwindet die Freude und es ist Zeit für eine Pause. Für eine unbegründete Pause, auch wenn dies viel zu viele Interpretationsmöglichkeiten zulässt.
Und selbstverständlich brauche ich meine Öffentlichkeit, bin narzisstisch veranlagt und mache mich wichtig! Das ist doch Sinn und Zweck und Grund des Bloggens!? Die eine schreibt über´s Stricken für die Lieblingspuppe, die andere über den Inhalt ihres Wichtelpakets, eine war im Kino, die andere macht Diät, eine verzweifelt an der Kindererziehung und die andere freut sich auf´s nächste Kind. Alle zusammen wollen sie Rückmeldung, Gleichgesinnte finden und für irgendwas gelobt werden, den Rücken gestärkt bekommen oder einfach nur Spaß haben.
Ach. So menschlich.
Frau … äh … Mutti schreibt.
Wieder, immer noch, selten, täglich, mehrmals am Tag. Über Kinder, Katzen, Nachbarn, Ehemänner, Garten, Kreatives und Belangloses. Es ändert sich nix.
(und auch die Leser werden bleiben, denn die einen freuen sich und die anderen müssen sich bestätigt fühlen)
weniger ist mehr
17. Februar 2008
reiner Frauen-Content
15. Februar 2008
Frau … äh … Mutti ist ein eher skeptischer Mensch.
Wenn auf dem Beipackzettel eines Medikaments “es kann zu Erstverschlimmerungen kommen” steht, dann möchte sie schon ganz gerne wissen, warum das so ist. Und warum ein solches Medikament überhaupt eingenommen werden soll und warum da so wenig lustige chemische Namen stehen, sondern nur ein paar nette lateinische Pflanzennamen.
Homöopathie ist so gar nicht meins (keine Prügel, keine Überzeugungsversuche, keine Schwüre auf die Wirksamkeit bitte), Pulsatilla-Kügelchen, die entweder den Muttermund öffnen oder schließen sollten, taten weder das eine noch das andere, die Arnika-Kügelchen nach einem Unfall ließen die Armwunde auch nicht rascher oder narbenfreier heilen (behaupte ich mal).
Pflanzliche Wirkstoffe … daran glaube ich ein bißchen. Meine Kinder bekamen bei beginnender MOE Zwiebelsaft ins Ohr getropft, das konnte manchmal das Antibiotikum verhindern. Ein Tee aus Holunderblüten wirkt schweißtreibend und Lavendel beruhigt tatsächlich. Alles ohne Erstverschlimmerung.
Ich nahm also die von der Gynäkologin verschriebenen Tabletten, morgens und abends je eine, ganz brav. Und glaubte nicht dran. Pflanzlich – Pah! Erstverschlimmerung – HaHA! Kann nix taugen.
Der Eisprung kam und er vergaß, das Spannen in den Brüsten mit zu bringen. Nichts. Kein Schmerz, kein Druck, kein Reissen. Hüpfen ohne BH und auf dem Bauch schlafen möglich.
Zufall.
Kann ja vorkommen, dachte ich. Kommen schon noch, die Schmerzen, sie kommen ja immer, dachte ich.
Sie kamen nicht.
Was nach 23 Tagen auch nicht kam, war die Regelblutung. Das war – irritierend.
Um es kurz zu machen: der Zyklus hat sich auf 28 Tage verlängert. Ohne Schmerzen.
Mein Gesicht sieht aus wie ein etwas älterer Streuselkuchen und meine Gemütsverfassung war nicht die beste. Schuld war nicht unbedingt das klassische PMS, sondern einfach dieses merkwürdige Gefühl, dass diesmal alles anders ist. Plötzlich schmerzfrei.
Ich werde die Tabletten weiterhin einnehmen. Ich werde weiterhin nicht wirklich von der Wirksamkeit überzeugt sein. Vielleicht in drei, vier Monaten .. sollte alles einfach nur GUT bleiben.
Frau Zickenterror, ich denke mal … es ist einen Versuch wert.
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Nachtrag für die interessierten Damen: Das Medikament heißt Mastodynon.
hippelzappeldotzdotz
14. Februar 2008
Ein reisefiebriges Kind ist …
anstrengend. Sehr anstrengend. Überaus anstrengend.
In vier Stunden geht es los.
(Liegt in Österreich überhaupt noch Schnee? Hier ist ja schon richtig Frühling.
Muss ich vier oder sechs Waschlappen mitnehmen? Ich wasche mich vielleicht nicht jeden Tag.
Wo sind die geringelten Socken? Die hier mag ich nicht.
Soll ich mir jetzt schon Wasser in die Flasche füllen?
Wie lange dauert es noch?
Ich bin so aufgeregt!
Was, wenn das Deckbett nicht in den Bettbezug passt?
Habe ich meine Taschenlampe eingepackt?
Hat der Papa mir MfG von Fanta4 auf den MP3-Player gespielt?
Soll ich alle Törtchen mitnehmen?
Wieviel Orangensaft darf ich mitnehmen?
Wo ist meine Mütze?
…
…
…)
Die Sache mit der Sauberkeit
14. Februar 2008
wird überschätzt.
Sie hat nämlich zu Folge, dass meine wundervollen Sofakissen in rot/orange/grün mit Blumen und allerschönsten Stickereien und Zierstichen sich in pinkfarbene Spüllappen verwandelt haben.
Frau … äh … Mutti hielt es für nötig, das Sofa ordentlich und gemütlich und duftig frisch zu machen. Dazu zog sie die in liebevoller, nächtelanger, mühsamer Arbeit handgefertigen Kissenbezüge von den den Kissen und warf sie gemeinsam in den Schonwaschgang.
Nicht ahnend, dass der tiefrote Samt, den die Nachbarin auf dem Dachboden gefunden hatte und der so grandios die geschmackvolle Farbkombination der Kissenhüllen ergänzte, IMMER noch ausfärbte. (trotz Wäsche vor dem Verarbeiten)
Tiefroter Samt macht aus moosgrünem Leinen matschbraune Fetzen. Und aus dem tollen Rosenstoff aus dem blaugelben Möbelhaus einen pinkfarbenen Valentinsstrauß, wenn auch ohne Glitzer.
Heul. Heul. Heul.
be my Valentine
14. Februar 2008
Heute morgen versucht, dem besten Vater meiner Kinder nasenblutend ein Herz auf´s Taschentuch zu malen.
Er fand´s nicht so toll und ging lieber joggen.
(hier: keine Blumen, keine Karten, kein Rosarotgeglitzer, keine Liebesschwüre, keine Pralinen, keine Diamanten, keine weißen Tauben, keine niedlichen Engel)
Die Zeit rennt
12. Februar 2008
Am Donnerstag verabschieden wir das große Kind, es fährt in die Skifreizeit.
Vorher müssen noch diverse Maschinenladungen ihre Runden drehen, Skianzüge wieder ausgemottet werden und die allerwichtigsten Entscheidungen getroffen werden: was nimmt das Kind als Reiseproviant mit?
Der Große leidet unter allergrößtem Reisefieber, denn nur so ist zu erklären, weswegen er seiner Schwester nacheifert und das Heft mit der Lateinarbeit einsteckt, statt es nach der Arbeit abzugeben. Bemerkt hat er es am Sonntag, Freitag morgen war die Arbeit geschrieben worden. Gestern gab er das Heft sehr unsicher ab, doch die Arbeit wurde bewertet. Mit einer “eins minus”, wie wir heute erfuhren. Wunderbar.
Die Mittlere brachte eine “eins plus” im Englischtest mit nach Hause und somit ist die Note eins die beste und schlechteste Note gleichermaßen, die meine Streberkinder bisher in diesem Halbjahr geschrieben haben. Boah, ich bin stolz.
Das jüngste Kind quält sich mit den Anfängen des Dividierens, was größere Motz-Attacken zufolge hat, da die blöde Mutter immer ein anderes Ergebnis heraus hat. Eine vertraute Situation, alles schon zweimal erlebt und erlitten. Alles wird gut, es ist nur eine Phase.
Für mehr bleibt kaum Zeit. Eine Tasche (Hallo Alke, ich bin fertig!) entsprang nach einen Unterfadenspulenproblemen letztendlich dem Maschinchen, der Haushalt läuft quasi nebenher, der Garten bräuchte bereits etwas Aufmerksamkeit und ich sitze hier am Rechner und schreibe langweilige Blogeinträge.
Zumindest Letzteres könnte in Zukunft etwas eingeschränkt werden. Sage ich jetzt mal so, als Vorwarnung.
Mathe + Mutter = Marter
11. Februar 2008
“Gestern abend”, erzählt das Töchterlein beim Mittagessen, “konnte ich nicht einschlafen. Deshalb habe ich ausgerechnet, was 50 durch drei ist.”
(Hintergrund: die Kindelein haben Zelda gespielt und brauchen das Spiel jetzt sehr dringend)
“Einer muss ein bißchen mehr bezahlen”, erklärt Töchterlein.
“Richtig!”, pflichtet Frau … äh … Mutti bei, stolz natürlich, denn das Töchterlein kann ja DOCH rechnen, “Und lieber Sohn?! Genaue Zahlen, bitte!”
Immerhin ist der Sohn Siebtklässer und kann ja alles. Sagt er. Denkt er.
“Äh.”, sagt der Sohn.
Und: “Öhm.”
Und: “jaja, gleich, dreimal zwölf … brabbel … dreimal 14 … brummelbrummel … äh … ich hol mal meinen Taschenrechner!”
“Falsch!”, sagt die böse Mutter, “Du holst nicht den Taschenrechner. Es sei denn, du isst noch eine Extraportion Zucchini.” (mit diesem Angebot ist sie auf der sicheren Seite, die Mutter)
“Ah!”, sagt der Sohn, “16 und ein paar Zerquetschte!”
“Wieviele Zerquetsche?”, verlangt die strenge Mutter zu wissen und wirft dem feixenden Töchterlein mit dem linken Auge verschwörerische und mit dem rechten Auge ermahnende “sei-nicht-so-eingebildet”-Blicke zu.
“Äh.”, sagt der Sohn.
Und: “Öhm.”
Und irgendwann dann auch richtig: “Periode sechs.”
“Genau!”, triumphiert das Töchterlein, “Und ich habe das noch gar nicht gelernt!”
Sie lasen einen Beitrag zum Thema Geschwisterliebe, Rücksichtnahme, Selbstüberschätzung, gesunde Ernährung leichtgemacht und Erziehung unter Koffeinentzug. (und leichte Verzweiflung)
GAU
11. Februar 2008
Die Kaffeemaschine ist kaputt.
Mein Leben ist ein Jammertal.

