Heute

6. April 2011

könnte ich eine etwa zwei Meter lange to-do-Liste schreiben, sehr sorgfältig, und kleine Blümchen und Herzchen an den Rand malen. Und solche Schnörkel.
Das Abarbeiten der Liste könnte ich dann getrost einem anderen überlassen. Zuviele „müsste ich endlich“ darauf.

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Am Sonntag ist Stoffmarkt in Wiesbaden! Mme Ouvrage und Frau … äh … Mutti werden gemächlich und entspannt darüber schlendern und vor lauter Angebot und Gewimmel vergessen haben, was wir eigentlich kaufen wollten. Sollten Sie mich zufällig erkennen, dass erinnern Sie mich doch bitte daran, dass ich Vichykaro brauche. Und ein bißchen Garn für die Overlockmaschine. Und vielleicht noch ein, zwei hübsche Jerseys. Und ein leichtes Stöffchen für Einen Sommerrock. Ich baue auf Sie!

Frühlingsmitbringsel. Auf Zecken könnte ich verzichten. Besonders aber auf die Wespe, die mir hier im Wintergärtchen aufdringlich laut um die Ohren brummt und immer flieht, so wie ich die Terrassentür öffne, um sie zu befreien.

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Der große Sohn wird Anfang nächsten Jahres ein Berufspraktikum machen. Heute schreibt er dafür seine Bewerbung. Er möchte gerne Klaus Hagemann eine Woche im Bundestag begleiten. Nix mehr mit Feuerwehrmann oder Dinosaurierskelettausgräber. Gerade mal zehn Jahre ist es her, dass er mir mit großer Ernsthaftigkeit versicherte, er wolle Kinderarzt in der Mainzer Uniklinik werden. Jetzt will er in die Politik. Oder, wenn alle Stricke reissen, in irgendeinen Chemiekonzern

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Töchterlein bekam die Zusage! Sie darf zwei Wochen lang „Küchendame“ im Zeltlager sein. Ihr großer Bruder ist dort Zeltchef, ihr kleiner Bruder fährt als Teilnehmer mit. Für den besten Vater meiner Kinder und sein holdes Weib bedeutet dies: zwei Wochen ohne Kinder! Ich muss mich schwer beherrschen, um nicht viel zu viele Pläne für diese Zeit zu schmieden. (eine Woche Urlaub hat er sich eingetragen, der Mann an meiner Seite!)
In der Freizeit der Mädchen fehlt noch Küchenpersonal. Falls es dem Großen gelingt, seinen Freund zu überreden ihn zu begleiten, wird er als „Küchenherr“ mitfahren. Sehr spannend, das.

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Der Jüngste bringt weiterhin hervorragende Noten heim und seit er seine Hausaufgaben in seinem Zimmer allein erledigt, ist er viel schneller damit fertig. Stichprobezeigen ordentlich und vollständig erledigte Hausaufgaben und ich gestehe mir langsam ein, dass das Kind ohne meine „Hilfe“ viel besser zurecht kommt. Schon komisch, dass es beim letzten Kind so lange dauert, bis man die Nabelschnur endlich abgeschnitten hat.

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Der Kinderrat tagte und beschloss: vom Geld des letzten Zeitungsaustragens wird eine zweite Schüsseln für die Eismaschine angeschafft. Und zur Einweihung derselben soll es einfach nur Schokoladen- und Vanilleeis geben. Ich kann diese Entscheidung voll unterstützen und bin gerne bereit, meinen Teil in Form von Zutaten dazu beizutragen.

Hoch die Tasse XLVIII

4. April 2011

Das Tässchen ist derzeit mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, ich komme fast nicht dazu, Kaffeeklatschereien zu veröffentlichen :)

Derzeit wird es wieder mit allem gefüllt, was solch ein gut sortierter Haushalt zu bieten hat. Angefangen mit Kaffee, über Kresse und Weingummis, bis hin zu verdächtiger, brauner Masse.

Da.

Hätte ich das Fasten nicht dreingegeben, wäre mir so manch Gaumenschmaus am Wochenende entgangen. Oder meiner Familie, denn für die Zubereitung dieser bin ja doch ich zuständig.
Es sollte nicht sein, das Fasten in diesem Jahr. Am Donnerstag war ich morgens beim Spocht, nicht allzu energiegeladen und nach der dritten Station auch ziemlich erschöpft. Ich schob es auf den Energiemangel. Als ich aber nach dem Spocht begann zu frieren und sehr, sehr müde zu werden, als zwei Stunden später meine Temperatur anstieg und ich mich insgesamt eher elend fühlt, war der richtige Moment für einen Apfel gekommen. Zwei Stunden später gab’s noch eine Hühnerbrühe und mit dieser auch endlich wieder warme Füße. Schon am Freitagmorgen ging es mir wieder hervorragend bis auf einen fiesen Schnupfen, den ich aber prima ignorieren kann.
Dreieinhalb Tage Fasten ist ja nun eigentlich eher wenig, aber ich sage mir, dass es aber doch besser als garnix ist. Trotz ausgiebigster Schlemmerein am Wochenende springt meine Waage übrigens noch immer nicht verschreckt unter den Schrank, wenn ich das Bad betrete.
Wir haben die Eisproduktion gestartet und die Grillsaison eröffnet. Da ich kein Fan von Fleischbrocken auf dem Grillrost bin, experimentiere ich gerne herum und werfe alles Mögliche auf die Glut. Manchmal schmeckt es auch. Diesmal war es super, Garnelen ein bißchen mariniert, auf Spieße gesteckt und sich hinterher alle zehn Finger geleckt. Meine gußeiserne Pfanne lieferte ganz wunderbare Bratkartoffeln und wenn jetzt bitte endlich Frühling und Sommer kommen, will ich nie wieder im Haus kochen.

Der beste Vater meiner Kinder schlug vor, wir sollten nun jeden Samstag Gäste zum Grillen einladen, denn das war diesen Samstag so wunderbar. Essen, ein Zischke trinken und am Feuer sitzen, bis es doch kalt wird. Ist ’ne gute Idee, machen wir.

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Die tückische Frühlingsonne hat mich zu einem ausgiebigen Schläfchen auf der Terrasse verleitet. Ich wachte höchst erfrischt aber auch ziemlich verbrannt wieder auf. Autsch, kann gar nicht so viel cremen, wie die Haut „slurps!“ sagt.

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Gibt es eigentlich irgendwo da draußen noch Menschen, denen der Brauch des Stabaus bekannt ist? Hier in Nierstein stecken die (kleinen) Kinder eine große Hefebrezel und einen Apfel auf einen Stab der mit Krepppapier verziert ist und tragen dies, Lieder mit grenzwertigem Text singend, durch die Straßen. Dank Herrn Skizzenblog und Mme Ouvrage, bzw. deren kleinerer Söhne kamen wir am Sonntag mal wieder in den Genuss von Hefebrezel und schwelgten in nostalgischer Erinnerung. Ich muss mich mal auf die Suche nach einem Bild machen.

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Genug jetzt, Raubtierfütterung.

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Nachtrag: Bilder von 2002

Stabausbrezeln:

und Kindelein, die Stäbe für Stabausbrezeln schnitzen

(Denken Sie sich bitte an dieser Stelle ein nostaligisches Seufzen.)