Garten!

11. Februar 2017

Heute morgen schneite es taschentuchgroße Flocken, ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Temperaturen deutlich über Null liegen. Und das der Schnee keine zehn Minuten übersteht. 

So war es dann auch, die Hunderunde brachten wir bei strahlendem Sonnenschein hinter uns. (eine perfekte Runde: Begegnung mit einem freundlichen, rennwilligen Hund, viel Freilauf mit gehorchendem Hund, Brötchen holen, Huhn für Hühnersuppe kaufen, brav an der Leine zurück)

Daheim war ein Sohn bereits wach und geduscht, der andere kroch einigermaßen fröhlich an den Frühstückstisch. Und nach dem Frühstück starteten wir den ersten Gartentag des Jahres. Die Söhne schredderten die Äste, die vom Rückschnitt des Kirschbaums noch im Garten lagen, der beste Vater meiner Kinder schnitt Holunder und Weide im wilden Teil des Gartens zurück, bevor die Nachbarn (zurecht) schimpfen.

Ich zupfte Verdorrtes aus den Terrassenkästen, kehrte jede Menge Laub und Zweige von der Terrasse und der Kellertreppe, entfernte die Frostschutz-Tannenzweige und freute mich über die austreibenden Hortensien. Und über zwei blühende Hornveilchen. Der Holunder hat kleine Blätter, die Felsenbirne steht ebenfalls in den Startlöchern! In drei Wochen geht der Frühling hier richtig los.

Morgen schneide ich die späten Himbeeren zurück und plane den Gemüsegarten. (und räume die Halle frei, wir bekommen nächste Woche zwei Hänger Knorzen vor das Hallentor gekippt.

Heute nur noch zwei Saunagänge.

Hach. Frühling in Sicht!

Gestichwortet: Urlaub

9. Februar 2017

Diese Afrika-Reise wird immer realer! Mittlerweile steht ein Programm, Unterkünfte sind angefragt. (das sollte kein Problem sein) Nachdem das Reisebüro keinen Erfolg bei der Buchung von Lodges für unsere Walking-Safari hatte, haben wir das mal eben selbst organisiert. Hurra, hat geklappt, wir werden drei Tage im Kruger Nationalpark herumlaufen!

Die Tochter hat uns tolle Tipps für Ausflüge und Unternehmungen geben können, außerdem sorgt sie dafür, dass wir auf gar keinen Fall verhungern können, indem sie uns Essenseinladungen bei ihren einheimischen Projektkolleginnen beschafft. 

Außerdem hat sie während unseres Urlaubs ebenfalls frei und wird mit uns zusammen losziehen. Das wird ganz, ganz wunderbar.

Lola haben wir prima unterbringen können, für Haus, Garten und Kater ist ebenfalls gesorgt.

Einen Termin beim Arzt zum Impfen müssen wir noch hinter uns bringen, außerdem muss ich mir zwei Schlaftabletten für die Flüge verschreiben lassen, sonst werde ich ein bißchen ausflippen vor Angst.

Die Urlaubsgarderobe muss aufgefrischt werden, denn mir fehlt eine lange Wanderhose und ein leichtes, langärmeliges Oberteil. Für die großen Tourenrucksäcke der Söhne, die diese statt Koffer nehmen werden, brauchen wir Packsäcke. Der Große braucht ebenfalls eine Hose, aber die kann er sich selbst besorgen.

Mitbringsel für die Kinder des Projekts der Tochter muss ich kaufen, aber ich weiß schon was und wo. Die Tochter klagt über einen zu erwartenden Mangel an leckeren Schokoosterhasen, dafür wird wohl Platz in unserem Gepäck sein. Genauso wie für die Wintersachen, die wir der Tochter mitbringen sollen. (und ihre Sommersachen nehmen wir dann wieder mit heim)

Mittlerweile habe ich so viel im Reiseführer und auf Webseiten gelesen, dass ich befürchte, nach zweieinhalb Wochen noch lange nicht mit (Süd)Afrika fertig zu sein. 

Ach ja. Reisefieber kommt langsam hoch, zusammen mit unbändiger Freude, weil ich die Lieblingstochter wiedersehe.

12 von 12 im Oktober

12. Oktober 2016

Und schon wieder: 12 Bilder am 12. eines jeden Monats, gesammelt von Caro Kännchen.


So beginnen derzeit die Tage: einen Kaffee im Bett und danach klettere ich in meinen Stützstrumpf. Das ist mittlerweile gar nicht mehr schlimm, denn die Schnitte an Bein sind prima verheilt, der Schorf größtenteils abgefallen. Die oberflächlichen Blutergüsse verblassen, aber ich spüre, dass es im Bein noch mächtig arbeitet. Heute vor drei Wochen wurde ich operiert, es ist großartig, wie verlässlich mein Körper heilt. (und nur noch drei Wochen Stützstrumpf, Hurra!)


Mit das Tollste an Frühling und Sommer ist ja, dass man die Wäsche raus hängen kann. Das geht jetzt nicht mehr, sie wird nicht mehr trocken. Der Wäscheständer steht jetzt vor dem Ofen. Das beschleunigt zwar das Trocknen, führt aber auch dazu, dass die Klamotten immer etwas geräuchert riechen.

Die Hunderunden im Herbst sind eine prima Gelassenheitsübung für den gar nicht mehr so kleinen Hund. Traktoren, Maischewagen, Vollernter sind unterwegs, Lola muss sich an den Wegesrand setzen und sie vorbeilassen. Die Winzer freuen sich und winken, der Hund freut sich auch, denn jedesmal wenn er brav sitzt, gibts ein Leckerli hinterher. Der Hund wird fett :)

Wenn ich morgens losgehe, dämmert es gerade und ich genieße das sehr. Manchmal gibt es spektakuläre Sonnenaufgänge zu bestaunen, manchmal ist es einfach nur ein grauer, diesiger Herbstag und der Morgennebel hängt in den Wingerten. Heute konnte ich weit über den Rhein schauen und spürte pures Glück, weil es so schön bei uns ist.


Nach der Hunderunde gab es Frühstück für mich. Ich mag es gerne, mir den Tisch ein bißchen hübsch zu machen und damit es nicht zu idyllisch wird, läuft netflix dazu. Schließlich muss ich die letzten beiden Staffeln Gilmore Girls noch schaffen, bevor die Fortsetzung kommt.

Franz und Lola haben das nächste Level erreicht! Sie können friedlich nebeneinander auf dem Küchensofa schlafen! 

Gestern abend nähte ich in liebevoller Handarbeit Broschennadeln auf dunkelrote Filzstücke, heute nähte ich diese mit der Maschine säuberlich an Gesticktes.

Am Niersteiner Weihnachtsmarkt (zweites Adventswochenende) wird es nämlich diese hübschen Broschen zu kaufen geben.

Ich bin ganz verliebt in diese bunten Dinger und hoffentlich schaffe ich noch ein paar mehr. (Die Stickdatei heißt „tierische Ahnengalerie“. Erhältlich bei Kunterbuntdesign.)

Oma Eis kam rasch auf einen Kaffee vorbei und brachte mir eine Tasche frischgeernteter Quitten. Jetzt duftet die ganze Küche nach diesen Quitten und das leuchtende Gelb macht mich fröhlich. Obendrein freue ich mich auf das köstliche Quittengelee, zu dem ich sie verarbeiten werde. :)

Ich ließ im Nähzimmer die Stickmaschine rattern und schon war es Zeit zum Kochen. Seit beide Söhne in der Ausbildung sind, gibt es abends für alle Gekochtes. Mein eingespielter Tagesrhythmus hat sich also geändert und im Moment finde ich es noch sehr lästig, mich abends nochmal an den Herd zu stellen. Naja, ich hatte ja freundliche Gesellschaft (die für ungekochte Nudeln beinahe jedes Kunststück macht).

Der Tag ist vorbei, ich lege auf dem Sofa die Beine hoch. Der Stützstrumpf darf dann auch weg und das ist ein merkwürdiges Gefühl. Er hält das Bein so wunderbar zusammen und ohne diese schützende Hülle habe ich das Gefühl, mein Bein besonders beschützen zu müssen.

Sofaarbeit habe ich heute keine, ich habe mein letztes Füllwattekissen geleert und vergessen, Nachschub zu besorgen. Zum Glück hat das blaugelbe Möbelhaus eine Onlineshop, ich habe direkt fünf neue Kissen bestellt.

Und jetzt: Feierabend, ich gehe ins Bett. Morgen wage ich mich zum ersten Mal für eine längere Strecke aufs Rad und probiere, ob ich schon wieder joggen kann. Ich freu mich drauf!

Wir starteten mit großen Plänen ins Wochenende: quer durch die Ländereien der Grünen Villa wollten wir wirbeln. Winterfest machen und künftige Gemüse(hoch)beete anlegen. Um nicht von lästiger Kocherei gestört zu werden, kochte ich am frühen Samstagmorgen einen großen Pott Bolognese. Die brodelte vor sich hin, während ich einmal durchs Haus wuselte, Staub saugend und wischend. Der beste Vater meiner Kinder joggte mit Lola durch den Wingert, der Große holte Brötchen. Der Jüngste wurde geweckt und nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse ging es los. Der Große schnitt Goldruten und Kermesbeeren runter, der Jüngste rupfte Efeu und stellte das künftige Hochbeet auf. Der beste Vater meiner Kinder entfernte das lästige Gänsefingerkraut aus dem Kies, bevor er zum Baumarkt fuhr, um Folie zum Auskleiden der Hochbeetkiste zu kaufen. Ich rupfte und zupfte auf der Terrasse herum, doch richtig in Schwung kam ich nicht. So verzog ich mich ins Nähzimmer und wurschtelte an der Stickmaschine.

Am Spätnachmittag zerkleinerte ich die von Großen abgeschnittenen Goldruten und Kermesbeeren und packte sie als unterste Schicht in die Hochbeetkiste. Die zweite Schicht bildet alte Blumenerde aus der großen Zinkwanne, die bepflanzt auf der Terrasse stand. (bis die Abflusslöcher verstopften, das Regenwasser sich in der Wanne staute und die Bepflanzung äußerst übelriechend verrottete) Die nächste Schicht wird unreifer Kompost sein, die letzte Schicht mit reifem Kompost vermischte Gartenerde. Über den Winter hinweg kann sich die Erde setzen, im Frühjahr füllen wir die Kiste dann ganz auf. Dann ist sie bereit für viele Salatpflanzen!

Nächstes Wochenende graben wir die Kartoffeln aus, danach wird der Kartoffelacker für die Gemüsebepflanzung im nächsten Jahr vorbereitet.

Ich duschte und lag um neun Uhr im Bett, frierend und völlig erledigt.

Heute morgen wusste ich, warum ich so antriebslos war: ein vermutlich tödlicher Schnupfen hat mich ereilt. Ich drückte mich mit der Schnupfenausrede vor der Hunderunde und buk stattdessen Waffeln zum Frühstück. Ich weiß ja nicht, ob es da ein Naturgesetz gibt, aber beim Waffelbacken öffne ich das Waffeleisen bei der ersten Waffel immer zu früh und lasse zum Ausgleich die zweite Waffel verbrennen. Die Nachfolgenden werden dann gut und so wurden wir gut und glücklich satt.

Es regnete vor sich hin und ich ging wieder ins Nähzimmer. Ohne richtige Lust und deshalb produzierte ich mehr Ausschuss als hübsches Schnickeldi. Bevor ich richtig gefrustet darüber sein konnte, kam die Sonne raus und wir beschlossen zum „Blumen selbstpflücken“-Acker hinter Nackenheim zu radeln. Und danach bei Erni&Illi einzukehren.

In Nackenheim fielen vereinzelte Regentropfen, auf dem Blumenacker nieselte es stärker und auf dem Rückweg schüttete es. Wir wurden nass bis auf die Haut und verzichteten auf Milchkaffee und leckeren Kuchen im Café weil wir froren. 

Auch nach dem Abtrocknen fröstelte ich noch, deshalb kuschelte ich mich in mein Bett und schlief umgehend ein. Geweckt wurde ich vom besten Vater meiner Kinder, der mir einen Kaffee brachte und ein Stück ofenwarmen Streuselkuchen mit Äpfeln. Luxusweibalarm!

Mittlerweile schien erneut die Sonne. Wir schickten den Großen mit Lola zur Hunderunde und machten uns auf den Weg zu Ernelsgarten, um Tomaten für das Abendessen zu ernten. Zu Ernelsgarten ist es nicht weit: aus dem Haus, ein paar Schritte die Straße hinunter, links ins Gässchen und ein paar Schritte hinter. Eine Minute Gehweg, wenn nicht die Nachbarin (80) auf der Straße steht. Dann muss man stehenbleiben und ein Schwätzchen halten oder, wie sie es nennt: Mundgymnastik machen. Wir kamen eine Stunde später im Garten an, ernteten eine große Schüssel Tomaten und ich schnitt mir noch ein paar Blumen ab.

Zum Abendessen gab es frisches Brot mit Pesto und Tomaten, Apfelstreuselkuchen zum Nachtisch. Die gekochten Äpfel im Herd wollen noch gemust und gezuckert werden, damit es morgen Apfelmus als Nachtisch geben kann. Und irgendwie ist dieses Wochenende schon wieder vorbei. Viel zu schnell vorbeigeflitzt, wie immer.

Ruhige Spätsommertage

31. August 2016

Bevor sie abreiste, versprach ich der Tochter, dass ich über den alltäglichen, ziemlich langweiligen Kram bloggen würde, damit sie weiß, dass sie nichts verpasst. Hiermit tue ich das.

Das Wetter ist traumhaft! Tagsüber wird es richtig heiß, ohne dass es dabei schwül wird und nachts kühlt es so herunter, dass ich mich ab Sonnenuntergang draußen in eine Quiltdecke kuscheln muss. Wegen mir darf das noch zwei, drei Wochen so bleiben. Regnen dürfte es allerdings doch auch einmal, ich muss viel gießen.

Die Tochter verpasst die gigantische Apfelernte, die uns in dieses Jahr erwartet und uns ab nächstem Wochenende sehr viel Fallobstapfelkuchen bescheren wird. Der Birnbaum hängt genauso voll! Jeden zweiten Abend ernten wir eine große Schüsseln Himbeeren, jeden zweiten Abend gibt es zwei, drei Kilo Tomaten, einige Paprika und Zucchini. Auch hier: das darf noch ein bißchen so bleiben!

Ich sitze sehr viel im Nähzimmer, bzw. stehe an der Stickmaschine und arbeite für das Weihnachtsgeschäft. Zwischendurch bestickte ich sechs Stunden lang T-Shirts für die Werkstatt des Schreinerfreunds. So richtig langweilig ist mir nicht.

Ab morgen beginnt nun auch für den Großen die Ausbildungszeit, was für mich bedeutet, dass das Haus ab sieben Uhr am Morgen leer ist und sich erst ab 18:00 Uhr wieder füllt. Ein bißchen freue ich mich darauf, ein bißchen gruselt es mir davor, auch schon deswegen, weil die Hunderunden damit alle an mir hängen, mit wenigen Ausnahmen. Ich werde also demnächst total muskelgestählt sein, weil ich kilometerweit marschiere. Ende September setze ich kurz aus, da steht diese OP an (ich berichte sicherlich noch ausführlicher). Die Voruntersuchungen schloss ich mit eins mit Sternchen ab, ich habe wunderschöne Herzklappen und derEisenspeicher ist nicht ganz leer. Das ist prima.

Mehr Langeweile habe ich gerade nicht zu bieten. Das, worüber ich mich in diesem Internet aufrege, schlucke ich runter, weil es derAufregung letztlich ja doch nicht wert ist. Letztes Wochenende saß ich nämlich mit ein paar äußerst liebenswerten Frauen die ich durch das Internet schon viele Jahre kenne, zusammen und erzählte ihnen von neuen Erziehungsstilen und Blogautorinnen, die aus tollen, bewährten Ideen eher unschöne Dinge machen. Und ich musste feststellen, dass ich mir gar keine Sorgen machen muss, weil sich diese Geschichten doch nur in meiner überschaubaren Filterblase aufbauschen, im echten Leben bekommt kaum einer mit, was man sich da in Berlin beispielsweise ausdenkt. 

Ich amüsierte mich sehr über den Vorschlag, für Kinderbücher Werbung zu machen und zog es ernsthaft in Erwägung, über Pausenbrote zu schreiben. Vielleicht tue ich das auch tatsächlich noch.

Das war es vorerst aus Nierstein, jetzt hoffe ich auf Neues aus Afrika!