Neues aus der Straße!

1. Oktober 2014

Vielleicht wurde unser Haus und die Häuser der Nachbarn auf einem alten Indianerfriedhof gebaut. Oder ein böser Geist spukt und sorgt dafür, dass immer irgendwer mit irgendjemanden Streit haben muss? Aktuell sieht es so aus, dass der eine Nachbarn den anderen Nachbarn mit eher unschönen Titeln belegt, weil dieser das Ordnungsamt verständigt hat. Seine Ausfahrt sei stets zugeparkt oder doch so beeinträchtigt, dass es schwierig ist, mit dem Auto hineinzufahren. “Wer nicht Autofahren kann, soll es lassen …”, mault der eine, “Halt die Klappe!”, schimpft der andere und letztlich nennen sie sich gegenseitig Arschloch und die Harmonie, die aus dem Schulterschluss gegen die wirklich schrägen Nachbarn gewachsen war, verpufft.

Die Beamten des Ordnungsamtes rückten mit Zollstöcken und Kamera bewaffnet an und gaben dem einen Nachbarn Recht: die Ausfahrt muss natürlich frei bleiben. Obendrein stellten sie fest, dass unsere Straße tatsächlich sehr schmal ist. Mit dem pikanten Ergebniss, dass nun niemand mehr dort parken darf. Wir also auch nicht.

Das ist – schade. Doppelt schade, weil es nicht so sehr schlimm wäre, ein paar Schritte zu gehen, gäbe es denn Parkmöglichkeiten _irgendwo_. Dreifach schade, weil die parkenden Autos wie eine Verkehrsberuhigung wirkten und sehr gut verhinderten, dass die Straße bergab zur Rennstrecke wurde.

Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird und tatsächlich besteht der größte Teil von Nierstein aus eher engen Straßen, in denen Anlieger irgendwie, irgendwo parken müssen. Wir warten also erstmal ab. Die beiden Nachbarn aber … die haben sich jetzt so richtig schön in der Wolle und ich fasse es einfach nicht, dass der eine nicht erst mal freundlich hätte klingeln und nachfragen können und dass der andere direkt in die unterste Beschimpfungsschublade greifen muss. Offensichtlich darf es immer nur ein gewisses Maß an Harmonie und friedlichem Miteinander geben, sonst wird es irgendwie langweilig.

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Neu und für Gartenliebhaber bestimmt nicht langweilig ist das Blog der Gärtnerinnen!

Zusammen mit Vanessa Giese, der reizenden Betreiberin des Kännchencafés, schreibe ich dort über die Lust und Last des Gärtnerns, über die Ernte und was man damit anstellen kann, über Gartenträume und die harte Realität.

Schauen Sie mal rein und folgen Sie uns gerne auf allen Kanälen!

Und beachten Sie bitte besonders die wunderbaren Gemüsezeichnungen! Die (und das ganze Design) stammen aus der Feder von Herrn Skizzenblog. Danke <3

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Für das Wochenende nähme ich dann gerne eine schön-Wetter-Bestellung für den Großraum Lac de Geradmèr und Munster, wir wollen dort mit Freunden wandern. Eine weitere schön-Wetter-Bestellung gebe ich für das Wochenende vom 17.-19.10. auf, denn dann findet das Federkuchenfest (Federweißer und Zwiebelkuchen) samt seiner drumherum platzierten Aktivitäten in der Grünen Villa statt. Das macht bei Sonnenschein einfach viel mehr Spaß! Und wenn ich schon dabei bin: auch die Zeit nach dem Federkuchenfest darf wenigstens trocken sein, denn dann rücken Maler und Dachdecker an!

Vom Internet ins Elsass

29. Juni 2014

Vor einigen Jahren lud ich meine Blogleser zu einer Gartenparty auf den Ländereien der Grünen Villa ein. Zahlreiche Gäste erschienen, viele von ihnen kannte ich nur von den Kommenaren, die sie mir unter meine Blogartikel schrieben. Viele der Kontakte von damals bestehen nicht mehr, denn Menschen entwickeln sich auseinander. Manche “traf” ich an anderen Stellen im Internet wieder und einige sind echte Freunde geworden. Dieses böse, anonyme Internet hat mir drei Freundinnen geschenkt, mit denen ich mal wieder eine wunderbare Zeit erbracht habe, diesmal im Elsass.

In Gérardmer hatten wir ein reizendes kleines Ferienhäuschen gemietet, trotz einiger Verständigungsprobleme bekamen wir die Schlüssel dafür überreicht. (keine von uns spricht gut Französisch, die Vermieter dafür weder Englisch noch Deutsch.)

Géradmer ist nicht wahnsinnig hübsch und charmant, liegt aber an einem großen See, zu dem wir am ersten Nachmittag spazierten.

Es sah aus wie Urlaub und es fühlte sich so an. Rundum perfekt, samt Sekt später auf der Terrasse des Ferienhäuschens.

Allzu spät durften wir nicht ins Bett, denn um acht Uhr am nächsten Morgen wollte ich mit der Klecksefrau zusammen auf dem Wanderweg zur Col de la Schucht stehen.

Offensichtlich hatte ich ihr lange genug von der Schönheit dieses Weges vorgeschwärmt. Dass ich nicht übertrieben habe … davon konnte sich sich dann selbst überzeugen.

Hier kurz vor dem Hohneck mit Blick auf den Lac Verte im Tal unten.

Wir sahen Kletterer am Kletterfelsen, jede Menge leider noch unreife Blaubeeren und ein Herde Gemsen. Das Wetter war uns hold, ein feiner Wind pustete uns den Aufstiegsschweiß aus dem Gesicht und da wir am Freitag wanderten, trafen wir nur sehr wenige andere Wanderer.

Etwa auf der Hälfte des Weges liegt die Ferme Auberge “Frankenthal” und ich empfehle, dort unbedingt Rast zu machen. Einmal um sich für den anstehenden Anstieg fit zu machen und dann natürlich auch, weil die Gastleute ungemein freundlich sind, der Kaffee schmeckt und die Umgebung der Ferme Auberge wildromantisch ist.

Ich habe Ihnen schon oft von der Col de la Schlucht vorgeschwärmt, weswegen ich das diesmal nicht tue. Vielleicht übernimmt das dann ja die Klecksefrau in ihrem Blog,

sie hat einige Bilder geknippst. :)

Sechs Stunden waren wir unterwegs, mit einigen Fotografier- und Bergauf-Verschnaufpausen. Am nächsten tTg erzählten uns unsere Muskeln in den Beinen, dass sie gerne ein wenig Ruhe hätten, Frau Knie keifte ziemlich herum. Egal. Wandern ist toll, noch toller ist es, wenn man den gleichen Rhythmus wie der Mitwanderer hat.

Am Samstag bummelten wir durch Colmar, stöberten in entzückenden Geschäften und verzehrten den weltbesten Flammkuchen. Hier meiner mit ziemlich viel, ziemlich stinkigem und trotzdem sehr leckerem Munsterkase:

Aux Armes de Colmar heißt das kleine Restaurant und Sie finden es in einer Nebenstraße. Hingehen lohnt sich und wenn Sie Ihren Salat nicht aufessen, wird der Wirt sie ein bißchen rügen. Leider waren wir zu satt für den Nachtisch, denn der sah sehr, sehr köstlich aus.

Am Abend saßen wir lange schwätzend und lachend zusammen, heute morgen reisten wir wieder ab.

So ein Wochenende verfliegt ziemlich schnell, aber  zum Glück habe ich ja jede Menge Erinnerungen an dieses feine Wochenende.

(das obligatorische Vierer-Selfie im Ferienhaus mit der Klecksefrau, Little MaryJo und Tante Liesbet. <3)

Frau Brüllen will es wissen, Sie vielleicht auch.

Es ist Donnerstag. Donnerstage sind Opa-ohne-Oma-Tage, Donnerstage sind gute Tage, am Donnerstag bleibt die Küche mittags kalt.

Der heutige Donnerstag begann sehr sonnig, weswegen ich zu Rock und Trägerhemd griff. Ein kurzer Gang auf die Terrasse belehrte mich eines Besseren und ich zog weitere Schichten über. Nach einem kurzen Rundumschlag in der Küche und in meinem Kleiderkämmerchen (irgendjemand wirft immer die Röcke ins Regal, statt sie in die Klemmbügel zu stecken), fuhren der große Sohn und ich in die örtliche Winzergenossenschaft, um für ein großes, am Wochenende anstehendes Fest 12 Flaschen Sekt zu kaufen. Danach fuhren wir in die Käsgasse, Pardon: Uttrichstraße (Käsgasse hieß sie früher und echte Einheimische nennen sie noch immer so) zum Julianenhof. Jochen hat seine Weinbergsrundfahrtspassagiere letzten Herbst von seinem Wein überzeugen können, der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib dürfen deshalb Weinlieferant spielen und 24 Flaschen Hipping (trocken) an den Niederrhein fahren. Zusammen mit dem Sekt und dem anderen Wein aus dem Weingut Huff.

Wir schleppten Sekt und Wein in die Halle und ich blieb auf ein Straßen-Nachbarinnen-Schwätzchen hängen. Erfreulicherweise bleiben auch ohne schräge Nachbarn noch zwei, drei Gesprächsthemen. Das Wetter zum Beispiel, das geht ja immer.

Ein eher unangenehmer Termin stand an: Frisör. Ich mag es einfach nicht, wenn man an mir herumzuppelt, wenn man mir zu nahe kommt und wenn man mir doofe Gespräche aufdrückt. Mittlerweile habe ich aber eine reizende Frisörin gefunden, die mir zwar immer noch an mir herumzuppelnd nahe kommt, mit der ich mich aber gerne unterhalte und die mir die Haare so schneidet, wie ich das möchte: wie Spock. (und die aktuelle Farbe mag sie auch. Behauptet sie jedenfalls.)

Nach dem Frisörtermin ignorierte ich pieksige Haarstoppelchen im Shirtkragen und kaufte Donuts für eine Freundin, die schrecklich von Donutgelüsten geplagt wird, derzeit aber zu extremer Schonung verurteilt ist und deshalb das Haus nicht verlassen darf. Mit Donuts und einer klitzekleinen genähten Überraschung besuchte ich sie und blieb viel länger, als ich eigentlich wollte. Wie die Zeit vergeht, wenn man schwätzt, kichert und sich freut!

Auf dem Heimweg traf ich auf die Tochter, die gerade auf dem Weg zum Opa war. Ein schnelles Hallo, ein schneller “gibt´s was Neues?”-Austausch und weg war sie. Den jüngsten Sohn werde ich heute abend kurz sehen. Donnerstags bin ich nur so eine halbe Mutter, irgendwie.

Daheim empfingen mich unten auf der Treppe die ersten Federn. Durch den Flur kamen Bluttropfen dazu und in der Küche fand ich das, was die rote Ratte aka Ringelfranz von einem Gartenrotschwanz übrig gelassen hatte. Seufz. Raubtier. Mir ist es lieber, wenn er Ratten frisst.

Nach der Entsorgung von Kadaver und Blutspuren war mir der kleine Anflug von Hunger verflogen. Ich lud die Waschmaschine, setzte mich kurz auf´s Sofa und wachte eine Stunde später wieder auf. Keine Ahnung, was das im Moment mit mir ist. Ich bin ständig müde. Wahrscheinlich sollte ich mal auf die Eisenwerte schauen lassen. Egal, hier wird nicht gejammert.

Statt die mittlerweile gewaschene Wäsche aufzuhängen, schreibe ich rasch mal meinen ereignisreichen Tagesablauf auf. (vorher müsste ich ja auch erstmal Wäsche abhängen). Der beste Vater meiner Kinder kommt gegen sieben, ich werde uns rasch etwas kochen und vielleicht springen wir heute abend noch mal in die Sauna.

Frau Brüllen, das war´s schon wieder. Ich wette, bei Ihnen ist mehr los. ;)

 

An der alten Backsteinmauer im Garten, unter dem großen Holunderbusch, wachsen Walderdbeeren. Viele, viele Pflänzchen haben sich dort über die Jahre vermehrt und breit gemacht, jeden Sommer tragen sie unzählige zuckersüße Mini-Erdbeeren. Wir lieben diese kleinen, aromatischen Erdbeeren. Leider nicht nur wir, auch die Amseln sind sehr begeistert von den kleinen, roten Snacks.

Dieses Jahr mache ich ihnen die Beute streitig, die Stickdatei “Federn” von Susanne soll mir dabei helfen.

Die Stickdatei beinhaltet viele verschiedene Federn, die sich durch unterschiedliche Farbkombinationen immer wieder neu gesatlten lassen! Ich spiegelte die einzelnen Federn, stickte somit “meine” Federn je zweimal. Das kostete eine Menge Zeit, aber so konnte ich nach dem Zusammennähen Federn mit hübscher Vorder- und Rückseite in meine Erdbeerklauvogel – Abwehrmaßnahme einbauen.

Gestickt habe ich auf fester Baumwolle, weil mir der Stickfilz ausgegangen ist. Und ich es mir ganz hübsch vorstelle, wenn die Baumwolle um die Federn herum etwas ausfranst.

Außer den Federn brauchte ich noch eine Menge Schrägband und ein paar Glöckchen.

Federn und Glöckchen fasste ich mit dem Schrägband ein und erhielt damit eine fröhlich-bunte, lustig klimpernde Girlande, die ich über die Erdbeeren hängte.

Ob sich die Amseln davon nun wirklich vertreiben lassen, das wird sich in zwei Monaten spätestens zeigen. Gegen Schnecken und Igel wird die Girlande sicherlich nicht helfen, aber was soll´s. Sie sieht ja wenigstens hübsch aus. :)

Im Nachhinein ärgere ich mich ein bißchen, dass ich die Federn am gestickten Kiel mit dem Schrägband erfasst habe. Ich hätte sie besser wie die Glöckchen auffädeln sollen, dann hingen sie nicht so starr nach unten, sondern könnten sich im Wind bewegen. Falls Sie die Girlande also nachbasteln wollen: Federn auffädeln und das Auffädelbändchen im Schrägband erfassen. Das sieht hübscher aus. Und vielleicht kann man noch ein paar Wimpel dazwischen basteln. Oder Bänderreste flattern lassen. Ihnen fällt da schon was ein!

Die Stickdatei “Federn” gibt es ab Donnerstag abend, 8. Mai, bei Kunterbuntdesign.

Man nehme: ein schnödes, langweiliges Handysace aus Silikon und einen hübschen Stickbutton (hier: mein Lieblingshase von Anja Rieger)

Der Stickbutton wird gefällig auf der Handyhülle platziert und mit Stylefix (oder ähnlichem doppelseitigem Klebeband) fixiert. Fest andrücken, Silikon und Klebeband brauchen ein bißchen, bis sie sich aneinander gewöhnt haben. Hilfreich ist, wenn die Hülle stau- und fettfrei, also am Besten neu, ist.

Leider reicht das Ankleben alleine nicht, wesewegen das beklebte Case beherzt unter die Nähmaschinennadel gelegt wird. Das des Materials lässt es sich wunderbar plattdrücken. Ich habe die Nähgeschwindigkeit vorsichtshalber sehr reduziert und Stickvlies bereitgehalten, falls die Hülle auf der Maschine nicht rutschen will. Langsam nähen war klug, weil ich so sehr sauber arbeiten konnte. Und das Vlies brauchte ich nicht, das Silikon wurde gut transportiert.

Ein Blick auf die Rückseite der Hülle zeigt: weitestgehend saubere Stiche. Die Naht sieht nur wegen der durchsichtigen Hülle so aus, als zöge sie Schlaufen!

Von vorne sieht man die Naht gar nicht. Ich habe mit dem Stickgarn der Motivumrandung exakt auf eben jener Umrandung genäht.

Wenig Arbeit, schnell Sache, feines Ergbnis. (hier dann spiegelverkehrt)

Das Garn, mit dem der Hase gestickt wurde, ist Multicolor-Garn von Brildor, mein absolutes Lieblingsgarn!

Ob und wie lange dieses Schnickeldi haltbar ist und ob das Silikon nicht doch an den Nahtlöchern ausreißen wird, vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber ich kann ja mal in einem Monat oder so berichten. Falls Sie so lange warten wollen.

(Handyhülle: Belkin Handycover “Flex Case Silikon”)