12 von 12 im Februar

12. Februar 2016

Zwölf Bilder am Zwölften jeden Monats.

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Freitag morgen muss ich erstmal nicht aufstehen. Der beste Vater meiner Kinder sitzt dann im Home Office und übernimmt zum Arbeitstageinstieg die Hunderunde. Für mich bedeutet das, dass ich in Ruhe einen Kaffee im Bett trinken und noch ein paar Zeilen lesen kann.

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Weil wir uns nun aber für einen Sommerurlaub entschieden haben, musste ich die ausgefallene Hunderunde auf dem Laufband nachholen. Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib fliegen nämlich nach Irland und laufen dort den Wicklow Way. Kinder, Kater und Hund lassen wir daheim, wir nehmen nur die nötigsten Klamotten und die am Besten eingelaufenen Wanderschuhe mit. Und hoffen darauf, dass die Information, der Juni sei der regenärmste Monat in Irland, stimmt. Ich joggte also ein halbes Stündchen prustend und schnaufend vor mich hin und freute mich vor.

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Das Rumgehoppse auf dem Laufband ist ja nicht nur als Training für den Fernwanderweg gedacht, sondern auch ein „Kampf dem Weihnachtsbauch“, der sich hier kein bißchen kaschieren lässt. Und bevor es jetzt hier wilde Aufschreie gibt: meine Röcke kneifen, dieser Zustand gefällt mir nicht, mein Bauch muss weg, basta.

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Nach dem Duschen kochte ich mir meinen allmorgenlichen Haferschleim, diesmal wurde er mit selbstgemachtem Granola und geröstetem Sesam gepimpt. Die Tochter und ich fasten nämlich Süßkram und da fallen auch eben auch Nußnougatcreme und Konfitüren drunter. Das Cranola ist allerdings mit Honig gesüßt, aber wir wollen jetzt ja mal nicht päpstlicher als der Papst sein.

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Die Post brachte wunderbare Arbeitsmaterialien. Das Buch über die Deutsche Grammatik hat es in sich. Ich bin froh, dass ich Deutsch nicht als Fremdsprache lernen muss. Uff. Die „Willkommen“-Heftchen vom Goethe Institut sind eine wunderbare Hilfe in den Einstieg in die Sprache und eine Hilfestellung bei wichtigen Fragen. Das erste Heft habe ich heute direkt weitergeben können.

Später brachte der Paketdienst ein gespendetes Laptop für das Internetcafé. Für Bücher, Hefte und Laptop (und die vielen Beigaben) erstmal an dieser Stelle herzlichen Dank!

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Als letzte Vorbereitung für´s Wochenende rührte ich rasch ein Hummus zusammen, das Geheimrezept hatten mir „meine Syrer“ verraten: fertiges Kichererbsenpürree aus der Dose (500ml, im türkischen Supermarkt) und dazu soviel Tahina, bis es schmeckt. Olivenöl drüber und wenn im Haus, jede Menge gehackte Petersilie. Notfalls geht es auch ohne. Knoblauch ist optional. Schmeckt prima und ist eben schnell gemacht, wenn für dieses Rezept die Zeit fehlt. (was schade ist, denn das Hummus ist sehr lecker, notfalls auch mit Kichererbsenhäutchen)

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Mittagessen! Zum Hummus hatte ich „so ähnlich wie Naanbrot“ gebacken und eine Tomaten-Kokos-Suppe gekocht. Letzteres klingt etwas merkwürdig, schmeckt aber wirklich ganz hervorragend und überhaupt ist diese ganze Zusaammenstellung ein Familienlieblingsessen. Sie sehen hier übrigens eines der Bilder, die ich in letzter Zeit regelmäßig auf Instagram unter den Hashtags #Küchentisch #ungeschönt #geschnappschusst zeige. Ich möchte zeigen, wie es in einer normalen Familie zugeht und unser Küchentisch ist das Zentrum des Familiengeschehens. Es ist mal mehr und mal weniger Küche drumherum zu sehen, mal ist es ordentlich, dann wieder völlig verrumpelt. Wie im echten Leben halt. Und immer sitzt da dieses riesige Insekt an der Lampe und sorgt für viel Rätselraten und Grusel.

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Nach dem Mittagessen schien die Sonne so verlockend, dass ich mich mit meinem Kaffee in eine geschützte Ecke auf der Terrasse stellte und schon ein bißchen Frühling spürte. (was ich völlig beknackt finde, lieber stünde ich im Schnee, meinetwegen auch barfuß)

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Der Jüngste kam hungrig, dreckig und müde von der Arbeit heim und stürzte sich auf das Mittagessen. Und weil ich heute gefragt wurde: der neue Ausbildungsplatz gefällt und tut ihm gut. Er arbeitet in einem etwas größeren Betrieb, der viel auf Großbaustellen beschäftigt ist. Neulich half er eine Woche lang beim Einbau von Badewannen. Immer wieder die gleichen Arbeitsschritte bis sie sitzen, so lernt er am Besten. Das wird, bestimmt. (verhaltener Optimismus)

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Mein kleines Internetcafé öffnete. Heute kam nur ein Besucher: ein Syrer, der sich mit großem Fleiß und Ehrgeiz ans Lernen macht, er möchte hier studieren. Heute hat er Dativ und Genetiv zu unterscheiden und nutzen gelernt und ja, damit ist er fitter als viele Deutsche.

Er verabschiedete sich, der beste Vater meiner Kinder beendete den letzten Call des Tages und der gar nicht mehr so kleine Hund konnte es kaum abwarten, zur abendlichen Hunderunde aufzubrechen. (wie unschwer zu erkennen ist)

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Bei der Hunderunde verschwanden dann auch die letzten Reste des Spannungskopfschmerzes, den ich drei Tage mit mir herumschleppte. Lola läuft in der Abenddämmerung immer an der Schleppleine, weil so viele Rehe unterwegs sind. Sie sieht Rehe nicht als Beute, aber als tolle Spielgefährten, mit denen man prima durch die Zeilen flitzen kann. Die Rehe interpretieren das aber anders und reagieren eher panisch. Das muss ja nicht sein, deshalb: Hund an die Leine. Bei der Morgenrunde darf sie immer frei rennen.

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Symbolbild für Feierabend, auf dem Sofa sitzen. Im Bild, für sie aber zum Glück nicht nachvollziehbar: der äußerst aromatische Geruch des gar nicht mehr so kleinen Hundes, der sich wohl in irgendwas gewälzt hat, was nur für Hundenasen super riecht. Ebenfalls nicht im Bild der rote Kater, der gerade sehr geschimpft wurde, weil er zuerst auf den Tisch (streng verboten!) und danach in das Spülbecken sprang (um das Einweichwasser des Suppentopfes zu schlürfen, er bekommt ja hier nichts, der Ärmste.) Demnächst auch wieder ein Ringelfranzbild für die Fans und die besorgten Leser, versprochen.

Das war der unspektakuläre Tag der Frau Mutti. Morgen geht die Sprachmittlerschulung weiter, ich freue mich drauf.

Weitere „12 von 12“ gibt es bei Frau Kännchen.

Hunderunden im Sturm

8. Februar 2016

und ein Spendenbutton. Letzteren finden Sie in der Seitenleiste und wenn Sie ganz genau nachsehen, entdecken Sie schon, wie das künftige Blog der Tochter heißen wird. Gebastelt daran wird morgen.

Morgen werde ich mich auch durch allerschlimmste Stürme zur Post kämpfen, um sehr viele Päckchen und dicke Umschläge abzuschicken. Heute ging das nicht, die Post feierte nämlich Rosenmontag. Wenn auch ohne Umzug.

Für heute heißt es nur noch: Feierabend und das Ohr pflegen, das mit gemeinen Schmerzen auf den hineingepfiffenen Sturm reagiert.

WMDEDGT?

5. Februar 2016

Frau Brüllen fragt uns, was wir heute eigentlich den ganzen Tag gemacht haben?

Die morgenliche Hunderunde habe ich ganz großzügig an den besten Vater meiner Kinder abgetreten. Ich konnte in der Zwischenzeit gemütlich frühstücken und ein paar Kleinigkeiten in die Schaufensterseite einfügen. Es blieb noch ein bißchen Zeit für Haushaltsgedöhns, bis ich um 11:00 Uhr das Schaufenster öffnete und um 11:02 Uhr die erste Mail eintrudelte. Dieser ersten Mail folgten sehr, sehr viele und ich kam mit den Aktualisierungen und Antwortmails kaum hinterher, weiß jetzt aber immerhin: falls ich die Maschinen doch wieder aspacke, dann muss ich sehr viel Engel und Toffee Noses sticken nd nähen. An dieser Stelle auch hier ein herzliches Dankeschön für Ihre Einkäufe und sehr großzügigen Aufrundungen, die Tochter ist glücklich und ich somit auch!

Auch die Zubereitung des Mittagessens überließ ich dem besten Vater meiner Kinder, ich musste mich nur an den gedeckten Tisch setzen und Kaiserschmarrn essen. Perfekt.

Nach dem Mittagessen übernahm der große Sohn das Aufräumen der Küche und ich ging zurück an den Rechner. An _die_ Rechner. Das kleine Internetcafé öffnete ab halb drei, die Rechner wollten hochgefahren und das Lernprogramm eingestellt werden. Zwei „meiner“ Syrer kamen zum Lernen. Die beiden sind Brüder, der eine lernt für seine C1-Qualifizierung, mir der er hier studieren kann. Er spricht sehr, sehr gut Deutsch, hat bereits in Syrien Deutsch gelernt, aber ganz reicht es noch nicht, deshalb lernt er mit Feuereifer. Sein Bruder ist erst vor Kurzem angekommen und spricht bisher sehr wenig, kann aber sehr gut Englisch, wir können uns also prima verständigen. Doch manchmal fehlen trotzdem Worte, denn der eine Bruder kam heute mit Orthese am Arm. Was passiert sei, wollte ich natürlich wissen. Er sei beim Radfahren gestürzt, das lernt er gerade. „Ist der Arm gebrochen? Is it broken?“, fragte ich. Nein gebrochen ist nichts, aber im Arm sei etwas … das sei schwer zu erklären, die Worte seien nicht da. Ich müsste mir  die Saiten einer Gitarre vorstellen und eine sei ein bißchen kaputt. Ich denke also, dass eine Sehne in Mitleidenschaft gezogen ist. Manche Gespräche sind halt etwas komplizierter.

Die beiden arbeiteten selbständig an ihren Rechnern, ich konnte mich wieder meinem Rechner widmen. Mails beantworten, die Seite aktualisieren, rechnen und hoffentlich nichts durcheinanderbringen.

Nach zwei Stunden verabschiedeten sich die beiden, nächsten Freitag kommen sie wieder. Da die Söhne zur Jungschar verschwanden und keine Zeit für die abendliche Hunderunde hatten, liefen die Tochter und ich gemeinsam los. Zwischendurch standen wir auch ein bißchen in der Gegend herum, als der gar nicht mehr so kleine Hund einen anderen Weg  gehen wollte und wir eben warten mussten, bis er wieder zu uns kam. (Mistvieh.)

Es wurde dunkel, ich aß zu Abend und tja. Setzte mich wieder an den Rechner, diesmal auf dem Sofa. Und vielleicht mache ich demnächst Feierabend, denn im Fernsehen läuft „Mainz bleibt Mainz“ und das ist ja meistens das einzige Stückchen Fastnacht, das wir gerne feiern. Außer dem muss ich morgen fit sein, denn dann kracht die nächste Fastnachtsfeier: der Gatte verkleidet sich als Kreppelbäcker und versorgt uns und viele unserer Freunde mit Kreppeln frisch aus der Friteuse, gefüllt mit Himbeer- oder Erdbeerkonfitüre. Dazu gibt es Sekt und Schnaps gegen das Fett.

Ich hoffe nicht zu sehr gelangweilt zu haben :)

12 von 12 im Januar

12. Januar 2016

Zwölf Bilder am Zwölften jeden Monats.

Beinahe wäre es nichts geworden mit den zwölf Bildern, denn die obligatorische Morgenkaffeetasse hatte ich vergessen. Der Einstieg deshalb direkt mit mürrischer Miene kurz vor der Hunderunde. Mürrisch deshalb, weil die Millionen Plätzchen des letzten Monats allesamt auf meinen Hüften und dem Hintern sitzen und deshalb die Hunderundehose etwas spannt. Und mürrisch auch deshalb, weil der gar nicht mehr so kleine Hund noch immer läufig ist, weswegen die Hunderunden nur mit Schleppleine gedreht werden. Schleppleinen sind aber lästig, Lola kann nicht rennen und ich muss das kalte, dreckige Ding mit mir rumschleppen. Nun ja, es wird vorbeigehen.

Die Hunderunde war dann doch noch schön, denn es ist ja wie immer: wenn man sich erstmal überwunden hat, macht es Spaß. Unten im Bild die Himelstreppscher, der schnellste Weg aber auch anstrengenste Weg nach oben. Kampf dem Speck, ey.

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Wieder daheim brach der gar nicht mehr so kleine Hund erschöpft auf dem Küchensofa zusammen, während ich mir mein Frühstück kochte. Haferschleim mag ich nämlich sehr gerne, sogar wenn ich aus welchen Gründen auch immer eine Prise Chilisalz statt normalem Salz unterrührte. Zusammen mit Honig und frischer Kaki schmeckte es dann aber doch prima. Statt mich zu Lola zu knuffeln, widmete ich mich dem bißchen Haushalt. Wäsche falten, Spülmaschine aus- und einräumen, Staub saugen – was halt so anfällt.

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Der gemütlichere Teil des Tages begann: vor dem Ofen auf dem Sofa. Das Internet leerlesen und kurz die Augen ausruhen. Die Tochter gesellte sich zu uns. Morgen schreibt sie ihre erste Abiarbeit. Deutsch ist dran, das macht ihr nicht so viele Sorgen. Gut vorbereitet ist sie jedenfalls.

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Damit Sie alle wieder beruhigt durchschlafen können, zeige ich Ihnen ein Bild mit Franz. Es geht ihm prima. (Lola hat mittlerweile sehr großen Respekt vor ihm).

Zum Abendessen sollte es Bolognese geben. Die schmeckt am Besten, wenn sie ein paar Stunden köchelt, deshalb trank ich meinen Nachmittagskaffee während ich Lauch kleinschnippelte und Hackfleisch anbriet. Die Söhne kamen nach Haus und wir trafen uns alle in der Küche zum Schwätzchen.

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Nachdem ich die im Dezember gekauften Gummibärcheni n Hirnform im ganzen haus erfolglos gesucht hatte, fanden sie sich schließlich im Nähzimmer wieder. Ich schenkte sie der Tochter als Nervennahrung während der Abiarbeiten. Vorsichtshalber kosteten wir sie vorher: saure Erdbeere und wenn man draufbeißt, glibbert flüssige, künstliche Erdbeere über die Zunge. Toll!

Die Kindelein verzogen sich in ihre Zimmer, ich ging mit der mittlerweile gut ausgeruhten Lola raus in den Garten. Es fühlt sich an wie Frühling, aber am Wochenende soll es sogar bei uns schneien. Das wäre so großartig!

Der beste Vater meiner Kinder kam nach Hause, wir aßen zusammen.

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Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, schoben der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib die Möbel im Wohnzimmer zusammen, breiteten Matten aus und sagten Plätzchenfett und Unbeweglichkeit den Kampf an. Irgendwann habe ich mal eine zeitlang regelmäßig Pilates gemacht, doch irgendwie schlief das ein, obwohl es mir gut tat. Jetzt eben ein Neustart. Durchaus unter erschwerten Bedingungen, da Lola wirklich gerne mitturnen wollte.

Nach einem halben Stündchen Pilates schwitzen wir noch anderthalb Stunden sehr viel weniger anstrengend in der Sauna.

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Der eher geruhsame Tag endet mit alkoholfreiem Weizenbier auf dem Sofa, damit ich dies hier noch schnell tippen kann.

Weitere „12 von 12“ gibt es bei Frau Kännchen.

nachgereicht: 12 von 12

13. Dezember 2015

Zwölf Bilder am Zwölften jeden Monats. (einen Tag später, macht nix.)

Zuverlässig um kurz nach sechs weckte uns der gar nicht mehr so kleine Hund. Lola hat dann kein bißchen ausgeschlafen, sie möchte einfach Frühstück und danach auf dem Sofa, gerne vor flackerndem Ofenfeuer, weiterschlafen. Wir gesellten uns dazu, unter die Decke gekuschelt, mit Morgenkaffee. Das Wetter draußen lockte nicht unbedingt zur Hunderunde.

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Aber trotzdem zogen wir los. Samstags immer gemeinsam, das mag ich sehr. Und es passierte, was eben immer passiert: die Vorstellung, nach draußen gehen zu müssen, ist grauenhaft, doch sowie die ersten Schritte getan sind, ist das Wetter egal und die Bewegung tut einfach nur gut.

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Regenspaziergänge sind gar nicht so schlimm, schon gar nicht für die Hundewutz.

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Wieder daheim erwartete mich ein Paket. Paketen kann ich nur schwer widerstehen und so kam es, dass ich ein Weihnachtspäckchen leider zu früh ausgepackt habe. Darin waren einige Köstlichkeiten und eine Haarklammer mit Minimütze. Wahrscheinlich wird sie nicht mein Weihnachtsoutfit ergänzen, aber ich mag sie sehr. (Danke, Dorsi! <3)

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Der gar nicht mehr so kleine Hund hatte beschlossen, den Rest des Tages vor dem Ofen zu verbringen. Die Hunderunde war nämlich ungewöhnlich anstrengend, weil sie mit einem Einkauf endete. Und während wir durch Geschäfte flitzten, musste sie davor warten. Das fand sie äußerst unangenehm und das viele Rumgeschimpfe (=bellen) macht eben müde.

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Der beste Vater meiner Kinder zauberte wieder Hefezöpfe. Einen für das Adventsfrühstück, einen …

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… den ich als Mitbringsel verpackte. Seit ein paar Jahren pflegen wir mit der Oppenheimer Freundin eine schöne Tradition. Zusammen besuchen wir den Oppenheimer Weihnachtsmarkt und danach sitzen wir in der unglaublich geschmackvoll eingerichteten Wohnung der Freundin, im Esszimmer, von dem man einen weiten Blick bis ins Hessische hat und trinken etwas zuviel Wein.

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Inspiriert von der roten Glitzerstrumpfhose, die die Kaltmamsell auf Instagram zeigte, wühlte ich in meiner Strumpfhosenkiste nach dem Glitzermodell und staubte die Stiefel ab.

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Der Oppenheimer Weihnachtsmarkt ist ein Märchenweihnachtsmarkt. Zwischen den Ständen finden sich Zelte, in denen Märchenszenen aufgebaut sind, die entsprechenden Märchen dudeln dazu vom Band.Die Stände sind alle „mittelalterlich“ angehaucht, was das Sortiment jetzt nicht sehr verbessert, aber immerhin gibt es anderes zu sehen, als auf normalen Weihnachtsmärkten. Am Schönsten finde ich den Stand des Holzschnitzers, der wunderschön gearbeitete Schüsseln, Löffel und Salatbestecke verkauft, Und niemals müde wird, genau zu erklären, wie die Stücke gearbeitet sind und aus welchem Holz. Genauso schön ist der Stand des Jägers. Lauter Fuchs- und Marderfelle, eines schöner als das andere. Unser Wildschweinfell haben wir letztes Jahr dort gekauft. Und wenn man seine Empörung ob der grausam dahingeschlachteten Tiere herunterschluckt und sich ein bißchen was erzählen lässt, dann lernt man, dass Jäger Tierschützer sind. So paradox das auch klingen mag. Und man erfährt, dass die Wildschweinpopulation bedenklich ist, dass es aber schwer ist, Wildschweine zu schießen (um die Population einzudämmen), da durch das wärmere Klima und das große Nahrungsangebot (Mülltonnen etc.), die Bachen mehrmals im Jahr Frischlinge haben. Eine Bache mit Frischlingen schießt man nicht. Das macht nachdenklich. Mit Füchsen ist das übrigens genauso. Und beinahe hätte ich mir ein Fuchsfell mitgenommen, hätte ich nur eine leise Idee gehabt, was ich damit tun könnte.

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Die Oppenheimer Anwohner rund um den Weihnachtsmarkt haben ihre Häser und Höfe weihnachtlich geschmückt. Jedes Jahr stehe ich vor diesem Fenster und staune, wie gut dieses Kugeldurcheinander aus alt und neu, kitschig und dezent funktioniert.

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Der letzte Gang nach Wildbratwurst und Glühwein führt immer zum Stand von Unicef, wo ich Weihnachtskarten kaufe. Ich bekomme so gerne Weihnachtspost, aber ich schreibe auch gerne welche. Nächste Woche geht es wieder los. Mit Tee, Plätzchen und Weihnachtsmusik sitze ich am Tisch und stelle jedes Jahr erneut fest, dass meine Handschrift sich in etwas verwandelt hat das aussieht, als seine eine Schar Hühner erst durch ein Tintenfass und dann über Papier gerannt. Tastatur sei dank.

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Bei der Freundin gab es dann frischen Zopf mit Lemon Curd, später Baguette, Käse und schwarze Nüsse. Und ein bißchen Rotwein.

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Irgendwann nach Mitternacht holte uns der große Sohn ab. <- das allergroßartigste an großen Kindern. Sie übernehmen Fahrten zum Wertstoffhof, den Wochenendeinkauf und chauffieren ihre Eltern von links nach rechts. Manchmal schauen sie auch ein bißchen strang, wenn es spät wird, aber das kann man ignorieren.

 

Weitere „12 von 12“ gibt es bei Frau Kännchen.