Botschaften

19. März 2014

Frau Rieger hat ein schönes, schnell zum Erfolg führendes Alphabet für die Stickmaschine gezaubert.

Damit lassen sich nicht nur wichtige Botschaften auf ansonsten langweilige Shirts zaubern …

… sondern auch schon lang vorgehabte Projekte beginnen. Unser Erziehungsmotto, demnächst hoffentlich in einer Wimpelkette auf der Terrasse festgehalten:

Ich übersetze das jetzt mal nicht, sonst kommt das Jugendamt und nimmt uns die Kinder weg. Jetzt, wo sie fast fertig großgezogen sind, wäre das echt schade. )Dafür verrate ich Ihnen aber, dass die schöne Troddelkette an meinem Hals von Mme Ouvrage gebastelt wurde. Ich finde ja dringend, dass sie damit in Produktion gehen sollte.) Die Buchstaben sind ca.1,5 cm hoch, was ziemlich viel Text auf einem Shirt zulässt! Die Zweige über und unter der Schrift stammen ebenfalls aus Frau Riegers Feder und zwar aus dieser Datei: Katzen und Blumen

Die Stickdatei gibt es ab morgen, 20.3.2014, in Frau Riegers Shop.

Frau Brüllen fragt, ich antworte.

Nachdem zwei Drittel der Kindelein das Haus verlassen hatten, legten wir uns nochmal hin. Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib kränkeln leise vor sich hin. Ein grippaler Infekt – zu wenig, um richtig krank zu sein, zu viel um sich super zu fühlen. Wir schliefen bis halb neun, der Gatte verabschiedete sich und ich kroch aus dem Bett in meine Klamotten und vor den Spiegel für das heutige #609060

Nach Kaffee und Frühstück begann ich das Nähzimmer aufzuräumen. Irgendjemand zieht immer sämtliche Stoffe aus dem Schrank, stapelt sie auf Tisch und Bügelbrett und räumt sie nicht mehr weg. Danach gab ich Geld für Lebensmittel- und Haarfarbe aus, beides schön leuchtend bunt, ich vorfreue mich sehr. Ich schrieb eine Rechnung und schickte sie weg, diesmal sogar im richtigen Format und über den richtigen Zeitraum. Das Buchhaltungsgen hat mir Oma Eis nicht weitergegeben. Ich bloggte über das Fasten und kämpfte ein Schokoladenhüngerchen nieder.

Mittlerweile war auch der große Sohn aus dem Bett geklettert, hatte gefrühstückt und brauchte Beschäftigung. Wir bestellten ratzfatz zwei Hemden für die anstehenden Abitur-Feierlichkeiten. Etliche Stunden hatten wir im Laden verbracht und gingen letztlich mit leeren Händen. Immerhin aber mit einem Zettel, auf dem die Hemdengröße stand und so war das Aussuchen schnell erledigt. Nun muss nur noch der Liefertermin passen.

Wir teilten uns die Arbeit in der Küche: ich bereitete das Mittagessen zu, der Große brachte die Küche danach wieder in Ordnung.

Das Mittagessen ist übrigens eines der Lieblingsessen der Kindelein. Und ich koche das gerne, weil es so rasch nebenbei geht und das muss eben auch manchmal sein, vor allem, wenn man nicht so ganz fit ist:

Jede Menge TK-Spinat wird aufgetaut und mit jede Menge Gorgonzola und ein bißchen Sahne vermengt. In dieses Gemisch schüttet man sehr viele vorgekochte Tortellini, wir nehmen am Liebsten Käsetortellini. Darüber kommt soviel frisch geriebener Parmesan, wie es das Ernährungsgewissen zulässt und das Ganze wird so lange im Ofen überbacken, bis man es nicht mehr aushalten kann.

Kalorien hat dieser Auflauf natürlich keine, die sterben beim Überbacken. Und Spinat ist ja auch sehr gesund.

Nach dem Mittagessen hatten ein paar meiner Kinder Hausaufgaben zu erledigen, andere mussten rasch für mich zur Post. Ich selbst wurschtelte im Nähzimmer vor mich hin, suchte die Schablonen für Osterhasen, fand sie und legte sie wieder weg, legte Stoffkombinationen zusammen und knüllte sie wieder in den Schrank, räumte ein paar Sachen von links nach rechts und war sehr froh, als die ehemalige Freitagsfreundin mit mir einen Kaffee trinken wollte. Endlich eine sinnvolle Beschäftigung.

Richtig fröhlich waren wir allerdings nicht, zu sehr sind wir erschrocken und traurig über das Schicksal von Menschen, die wir beide sehr mögen. Ungaublich, was die aushalten müssen. Hilflosigkeit ist ein fieses Gefühl. (verzeihen Sie mir die vagen Worte hier. Ich kann nicht klarer schreiben, weil ich eine Privatsphäre schützen will, muss aber ein bißchen Druck rauslassen.)

Die Freitagsfreundin verabschiedete sich später als sie es wollte und ich ging ein bißchen raus in meinen Garten. Nichts bringt mich besser zurück und macht mich zufriedener, als ein bißchen im Garten zu sein.

Demnächst kommen die Kindelein und der beste Vater meiner Kinder heim, die einen vom Klettern, der andere von der Arbeit. Unglücklicherweise hat er nicht meine Stickmaschine dabei, die ist wohl immer noch nicht fertig repariert, was sehr, sehr schade ist. Und mit “sehr, sehr schade” meine ich “scheiße”, denn eigentlich bräuchte ich sie jetzt dringend.

Der Abend wird kurz, mein Bett ruft jetzt schon. Vielleicht leiste ich auch ihm

auf dem Sofa noch ein bißchen Gesellschaft.

Hab ich ein langweiliges Leben …

 

Frau Brüllen fragt und heute denke ich rechtzeitig dran, obwohl dieser Tag so ruhig und entspannend war, dass ich nichts dazu zu schreiben habe. Lieber würde ich berichten, wie ich die Welt gerettet, Krebs geheilt und den kompletten Garten umgegraben habe. Nichts davon.

Der Tag begann wie üblich: Eisentablette, Orangensaft und Kaffee am Bett. Danach blieb es üblich: aufstehen, waschen, anziehen, Spiegelbild fotografieren. Erfreulich heute: der große Sohn hatte nur eine Stunde Unterricht (die er nicht zu schwänzen gedachte) und da der beste Vater meiner Kinder auf einem Seminar in Böblingen weilt, stand ein Auto vor der Tür. Der große Sohn durfte also seine Mutter zu verschiedenen Geschäften im Nachbarstädtchen fahren. Ist ja auch wichtig für ihn, dass er seine Fahrpraxis schult. Mitte März hat er sein Abitur, Anfang September beginnt sein Freiwilliges Soziales Jahr. Falls er sich nicht entschließt, dazwischen ein bißchen die Welt zu entdecken, fallen mir wirklich viele, tolle Sachen ein, bei denen er mir helfen kann.

Der große Sohn radelte nach unserem Einkauf zur Schule, ich verstaute Eingekauftes, räumte und kruschelte vor mich hin und begann das Wunschessen der Söhne zu kochen: Hähnchenfleisch, Knoblauch, Lauch scharf anbraten, mit  Asianudeln vermengen und mit Ei überbacken. Ein bißchen Sojasoße dazu und eine nicht raffinierte aber feine Mahlzeit ist fertig.

Die Söhne kamen zum Mittagessen, räumten danach die Spülmaschine aus und wieder ein und verschwanden in ihren Zimmer. Ich verzog mich ins Nähzimmer und stickte jede Menge Bären aus der Origami-Serie, denn vor längerer Zeit nähte ich mir einen Rock, der immer ein bißchen so aussah, als fehlte ihm was.

Die Söhne verabschiedeten sich, Mittwochs gehen sie immer klettern.

Ich platzierte Origamibären am Rocksaum und begann sie aufzunähen.

(Einschub: im Nähzimmer dudelt immer irgendeine Serie nebenbei. Aktuell ist es Emergency Room. Unglücklicherweise gerade Staffel 8 in der Dr. Greene stirbt und deshalb konnte ich nicht so schnell nähen wie ich wollte, weil ich dauernd hinschauen und schniefen musste.)

Irgendwann war der Rock dann aber doch fertig und ich freue mich auf´s erste Tragen!

(es handelt sich bei dem Rock wieder um das berühmte Filtertütenrock-Modell, für das es nur diese grandiose Nähanleitung gibt. Garantiert nie ein E-Book. Tut mir leid.)

Mittlerweile wurde aus dem verdächtigen Ziehen am Zahn so etwas wie ein richtiger Zahnschmerz und ich fürchte sehr, dass ich sämtlichen Mut zusammen nehmen muss, um zum Zahnarzt zu gehen. Passenderweise war es ja Mittwoch nachmittag, da haben die Ärzte – hier auf dem Land jedenfalls – die Praxen geschlossen. Und so hoffe ich, dass ich morgen entweder genug Schmerz oder ausreichend Mut haben werde, um beim Zahnarzt den Mund aufzumachen.

Viel mehr ist heute nicht passiert. Ich habe viel im Internet herumgelesen, habe mich gefreut, dass dieses kalte, gefährliche Internet schon wieder eine Hilfswelle ins Rollen brachte, diesmal für eine Großfamilie, deren gesamtes Hab und Gut verbrannt ist. Mit großem Vergnügen habe ich den Artikel “Sind wir nicht alle Andersesser?” von NutriCulinary gelesen. Vor ein paar Tagen teilte ich auf facebook bereits eine link zu hunderachtziggrad°, in dem es ebenfalls um´s Essen geht: Heute gibt es Schichtsalat! Oder: Auch Veganer fahren Auto! Beide haben meine Gedanken zum Thema ganz wunderbar zusammengefasst.

In der nächsten halben Stunde kommen die Kindelein nach Hause, die Tochter sehe ich damit heute zum ersten Mal. Es wird Abendessen geben (Brot und irgendwas für drauf, dazu Gurke, Paprika und Mandarinen), danach zieht sich die Jugend in ihre Zimmer zurück. Der Jüngste wird direkt schlafen, die Tochter muss mit den Freundinnnen und dem Freund per whats app den Tag im jeweiligen Praktikum teilen und der Große wird das Internet nach neuen Nachrichten leerlesen und sicher nicht vor halb eins schlafen. Der beste Vater meiner Kinder wird irgendwann zwischen halb neun und neun heimkommen, müde und hungrig wahrscheinlich. Wir werden die wichtigsten Neuigkeiten austauschen, bevor ich Wäsche aufhänge und er der künftigen Sauna weitere Grundierungs-/Lasierungs/Imprägnierungs-Anstriche verpasst.

Wahnsinnig spannend, mein Tag. Morgen wird es auch nicht  ereignisreicher, allerdings kann ich Ihnen vielleicht morgen abend zeigen, ws ich im Nähzimmer gewurschtelt habe. (falls ich nicht als Häufchen Elend nach Zahnarztbesuch schmollend den ganzen Tag auf dem Sofa liegen muss.)

Lesen Sie doch bei Frau Brüllen, was andere Menschen so den ganzen Tag über machen.

(Achtung, ein Blogartikel voller Werbung!)

Wenn Frau Rieger neue Tiere für die Stickmaschine gezeichnet hat, freue ich mich immer sehr. Diesmal sind es fliegende Hasen.

Hö? Fliegende Hasen? Hasen mit Flügeln? Ich mag nur Schweine mit Flügeln, dachte ich, als ich ihre mail las und das angehängte Bild noch nicht geöffnet hatte. Tatsächlich haben die Hasen keine Flügel, sie fallen herunter, fliegen herunter, purzeln herunter. Sehr niedlich! Und ein wirklich guter Grund, ein weiteres Kissen für die Sammlung auf dem Nähzimmersofa/bett zu nähen.


Viele kleine Hasen, die kopfüber oder po-vorneweg den Kissenbezug runterfallen. Die Datei sieht keine Fransenapplikation vor, doch ich fand das mit den Stoffstückchen hübsch.

Die Hasen gibt es auch noch eine ganze Nummer größer, diesmal dann wirklich als Fransenapplikation angelegt. Und weil Hasen flauschig sind, habe ich den Polyesterplüsch aus der Kiste gekramt und beim Besticken desselben drei Nadeln und etliche Flüche verbraucht. (der Stickfuß verfängt sich gerne in den Plüschschlaufen. Dabei hebt er den Stoff an, die Nadel bricht, im schlimmsten Fall fliegt der Stickrahmen auseinander und das Geschrei im Nähzimmer ist laut :)
Lohnen tut sich der Aufwand allerdings immer!

Die drei plüschigen Hasen fallen auf´s grüne Gras und mir ist äußerst frühlingshaft zumute, wenn ich mir meine Täschchen betrachte. Und Sie wissen ja: Reißverschlusstäschchen hat man nie genug.

Die Hasen “Flying Flo and Co.” gibt es ab heute, 23.Januar 2014, in Anja Riegers Shop. Danke Frau Rieger! (und ich freue mich auf unser Treffen im Mai!)

 

fragt Frau Brüllen und heute habe ich dran gedacht, das aufzuschreiben.

Ich erwachte vor dem Wecker. Das ist absolut erwähnenswert, weil ich das sonst sehr selten tue. Andererseit schlafe ich aber auch selten vor elf Uhr abends und gestern abend war es knapp zehn Uhr, als mir das Buch auf die Nase fiel. Frühe Schlafenszeit – früh wach.

Leider habe ich nichts davon, wenn ich früh wach bin, denn jahrelanges “die Familie am Morgen mit guter Laune und leichtem Geplauder erfreuen” hat dazu geführt, dass die Familie mich nicht sehen will. Am frühen Morgen. Meine Familie möchte stumm Müsli oder Brot kauen und sich mit Brummlauten die Milch anreichen. Ich hingegen will erzählen was ich Lustiges geträumt habe, welche Pläne ich habe und ist das nicht wieder ein toller Tag? Nein, Mama; geh weg, Mama; lass uns, Mama.

Mama bleibt also im Bett und damit sie wirklich drin bleibt, bekommt sie Kaffee, Orangensaft, Eisentablette und das Handy angereicht. Erst wenn sich zwanzig nach sieben das letzte Kind verabschiedet hat, darf ich das Bett verlassen. Vorher höchstens ganz kurz mal ins Bad.

So war das heute auch.

Ich verabschiedete den Gatten, nahm mir einen zweiten Kaffee und mein Frühstücksobst mit ins Nähzimmer und begann ein nettes, elektronisches Schwätzchen mit den Freundinnen von weiter weg.

Kurze Zeit später begann ich organisiert meine Liste für heute abzuarbeiten, d.h. ich fing etwa zehn Sachen gleichzeitig an und hatte drei weitere Ideen. Es gibt so Tage. Heute half es mir, zwei Geburtstagsnußecken zu verspeisen und dabei zu sortieren, was wirklich noch für das Wochenende wichtig ist. Und diese paar Sächelchen arbeitete ich den Tag über ab. Immer wieder unterbrochen von kleinen Schwätzchen per WhatsApp oder total wichtigem Knippsen für Instagram. Den Franz zum Beispiel:

Weil er da so niedlich auf dem Küchensofa mit dem Huhn kuschelt. Ich hätte mich glatt dazu kuscheln können.

Aber es half ja nichts, ich hatte noch Elefanten und Hirten zu stopfen. Das Wetter erinnerte sich auch langsam daran, dass da im Norden ein Xaver tobt und schaltete solidarisch von zaghaftem Sonnenschein auf windiges Grau um. Ich kämpfte mit einer Kerze und jede Menge Tee dagegen an. Und beschloss am frühen Nachmittag, dass die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt nun mehr abgeschlossen sind. Welch Befreiung!

Die Kinder kamen heim, schauten kurz rein und verschwanden wieder. Sie wissen ja: Donnerstag = OmaOpaTag. Der Große berichtete mir rasch noch, dass die Termine für das schriftiche Abitur stehen. In sechs Wochen. Das ist … bald. Lernen hat aber noch Zeit, sagt er und ignoriert die Farbwechsel in meinem Gesicht.

Als wieder Ruhe einkehrte, fiel mir ein, dass ich meinen Muff beim letzten Weihnachtsmarkt gegen drei Flaschen selbstgemachtem Likör getauscht hatte und deshalb mit sehr kalten Händen zu rechnen hätte. Wenn … ich mir nicht rasch einen neuen nähe. Mal eben. Und falls sie jetzt auf eine lange, möglicherweise witzige, weil selbtsironische Geschichte vom Scheitern beim Muffnähen warten, es tut mir leid. Alles lief glatt. Er ist ein bißchen zu breit, aber das macht nichts, da passt dann prima mein Taschenöfchen rein:

Und ja, auch hier ein Huhn. Die lassen mich einfach nicht los, diese Viecher. Gefüttert ist der Muff übrigens mit kuscheligem Teddyplüsch und die Klecksefrau behauptete später, das sähe viel besser aus, wenn das Bündchen eingefasst wäre. Da ich nicht weiß, was genau sie damit meint, bin ich weiterhin sehr stolz und zufrieden.

Der beste Vater meiner Kinder kam nach Hause und gemeinsam beschlossen wir den Sport zu schwänzen, zugunsten einer ungesunden Mahlzeit auf dem Sofa.

Danach blieb noch ein wenig Zeit, um eine Rechnung zu schreiben, ein bißchen Geld auszugeben und voller Entsetzen festzustellen, dass alle viermillionenachthundertsechundneuzigtausenddreihundertvier Schnickeldis für den Weihnachtsmarkt noch mit Preisschild behängt werden müssen.

Vor lauter Begeisterung darüber beschloss ich, einfach unwichtiges Zeug ins Blog zu schreiben, eine Tasse Tee zu trinken und danach ins Bett zu fallen. Lasse ich mir morgen früh eben zum Kaffee den Ausstanzer und hübsches Papier ans Bett bringen.

Gute Nacht.