#aufdieTische

12. August 2014

Ich bin heute auch auf einen Tisch gestiegen.
Als letzten Gruß an einen großartigen Schauspieler, als Dankeschön für viele Stunden brillanter Unterhaltung und als Mahnung, Depressionen als Krankheit ernst zu nehmen.

Rest in peace, Mr. Williams.

so viel und so wenig

17. Juli 2014

Kennen Sie das, wenn es einem ein bißchen über den Kopf wächst? Wenn man irgendwie alles mitbekommen will und natürlich nur die Hälfte schafft und das Gefühl hat, es sei bestimmt die falsche Hälfte? Obendrein ist Ihnen völlig klar, dass es völlig egal ist, dass Ihnen irgendwelche “Neuigkeiten” entgehen und trotzdem bleibt das Gefühl, ewig hinterher zu eiern.

Ich hab das ab und zu mal. Dann überfordert mich diese Internet-Sache. Ich habe an die Tür im Nähzimmer Tafelfolie geklebt, damit ich mir meine to-do-Liste draufschreiben kann. Ganz oben auf dieser to-do-Liste steht “Bloggediblog”, denn eigentlich wollte ich ganz viel schreiben. So viele Ideen und Impulse sausen um mich herum, doch ich kann nichts davon greifen. Und deshalb wühle ich weiter im Garten herum und in den Pausen sitze ich im Rosa Gartenhüttchen und fühle mich als hätte ich Urlaub.

Und das habe ich dann wohl auch. Urlaub. Ich nähe nicht, ich schreibe nicht. Ich lese echte Bücher, grabe, pflanze, ernte im Garten, treffe Freunde und höre mir heute Abend Katzenjammer auf der Zitadelle an. Und versuche auszuhalten, dass eben nicht alles geht und dass ich nicht überall mittanzen muss. Vorrübergehend.

Als Kommentar zu meinem letzten Beitrag wurde dieser Artikel der FAZ erwähnt: weiter kaufen, Primark macht stark

Natürlich rette ich nicht die Welt, wenn ich Primark o.ä. boykottiere. Den Anspruch habe ich nicht und glauben Sie mir, ich arbeite seit vielen Jahre in einem Weltladen, ich weiß, wovon ich spreche. Und ich habe auch keine perfekte Alternative, den “heile-Welt-Klamotten”-Laden gibt es nicht. Meine Wut kocht in erster Linie auch nicht (nur) wegen der Produktionsbedingungen, das muss ich ganz deutlich sagen.

Mich macht die Wegwerf-Mentalität wütend, das “ich brauch was Neues, aber billig muss es sein”-Gebahren, das “ich hab einen Kleiderschrank voll nichts anzuziehen”-Getue, die Suche nach dem Glück beim Klamottenkauf. Wenn der dreitürige Kleiderschrank überquillt, aber trotzdem der allerneueste Modeschrei gehört werden muss. Heute sind es Anker, gestern waren es Federn, vorgestern Füchse und davor Fliegenpilze. Egal was es morgen ist, ich kaufe es und der unmoderne Kram … bleibt im Schrank? Wird weggeworfen? Kommt zur Altkleidersammlung?

Es macht mich wütend, dass gestandene, kluge Frauen (und sicher auch Männer) sich jedes Jahr auf´s Neue diktieren lassen, was sie anziehen müssen, obwohl die Shirts von letztem, vorletztem, vorvorletztem Jahr völlig in Ordnung sind. Aber den falschen Schnitt oder die falsche Farbe haben.

Es macht mich rasend wütend, wenn dieser Scheiß-Spruch  “Frauen und Schuhe” fällt. Aus vielen Gründen. Aber natürlich auch deshalb, weil es einfach nicht notwendig ist, jedes Jahr die Schuhkollektion (das Wort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen) auf den neuesten Stand zu bringen.

Schade, dass die acht Jahre alten Jeans noch passen, denn kein Mensch trägt mehr diese weiten Beine, jetzt müssen sie ganz eng sein. Und wenn eng wieder unmodern ist, dürfen die Jeans auf gar keinen Fall blau sein. Und ist es nicht paradox, Jeans mit Löchern und ausgewaschenen “used-style”-Stellen zu kaufen?!

Nein. Ein Boykott rettet die Welt nicht. Aber es schonte Ressourcen, Umwelt und letztlich sogar unseren strapazierten Geldbeutel, wenn wir nur ein bißchen Maß hielten. Uns nicht vorschreiben ließen, was uns schön macht. Wir wissen mittlerweile wohl alle, dass wir nicht schlank sein müssen. Jetzt sollten wir noch lernen, dass unsere Schönheit oder unser Wohlbefinden nicht von (billiger) Mode, die uns im allerschlimmsten Fall nicht mal steht, abhängig sind.

 

*****

Nein. Das Thema ist noch nicht durch oder gar. Aber ich bin im Garten.

 

 

 

Ich kann meine Meinung/Wut über Primark derzeit nicht ausformulieren und bediene mich deshalb eines Artikels aus der FAZ “Primark macht hässlich“, denn dort steht gut auf den Punkt gebracht, was ich nicht zu sagen vermag: “(…) Vielleicht glauben Sie, es mache Sie schön. Nein, macht es nicht. Primark macht hässlich, weil man Ihnen ansieht, dass Sie sich nichts wert sind und dass andere Ihnen auch nichts wert sind.”(…)

 

*Ende der Durchsage, bin wieder im Garten*

 

 

Gestichwortet

17. Juni 2014

Kurze Lebenszeichen aus dem Chaos.

Hö? Chaos? Schon wieder?

Genau. Ich räume derzeit das Nähzimmer leer. Nicht weil ich das Nähen aufgeben werden, sondern weil ich es umstellen muss, um Platz zu schaffen. Und wenn ich schon mal um- und ausräume, kann ich auch gleich noch streichen. Dachte ich so-

Platz schaffen muss ich deshalb, weil ich so gerne laufe. Da aber Frau Knie wählerisch bei der Wahl der zu laufenden Wegstrecke ist (bitte weder steil runter, noch steil hoch und auf gar keinen Fall irgendetwas auf dem Weg, dass zu ruckartigen Ausweichbewegungen der Füße führt), blieb mir in letzter Zeit nur der Gang ins Fitnessstudio auf eines dieser Geräte. Laufband oder Stepper. Das klappte ganz prima, bis ich es nicht mehr schaffte, meine Abneigung gegen viele schwitzende Menschen um mich herum mit der “Ich mache Sport!”-Euphorie zu bekämpfen. Ich ging nicht mehr hin, weil es mich so sehr gruselte. Meine Unzufriedenheit mit der Situation und meinem Körperempfinden wuchs und das Schuften und Auspowern im Garten schaffte nur unzureichenden Ausgleich.

Weil das kein Zustand ist, räume ich im Nähzimmer Platz für unsere Neuanschaffung: ein Laufband, genauer: das Horizon Elite T4000. Zwei Tage lang testeten wir verschiedene Bänder. Leise sollten sie laufen, eine gute Dämpfung haben, der Rest ist Muskelschmackes. Ich freue mich so sehr darauf, jederzeit entspannt laufen zu können!

Nächsten Mittwoch wird geliefert und aufgebaut! (mit direkt loslaufen ist dann erstmal nichts, denn am nächsten Tag geht´s in die Vogesen. Da kann ich Muskelkater nicht gebrauchen :))

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Chaos auch im Garten. Heute wurden zwei Bigbags mit einem Kran mitten in das Gemüsebeet gehoben. Sand und Kies, alles für das Gartenhüttchen. Dort hinten im Garten geht es derzeit eher schleppend, mein Aushilfsgärtner aka der große Sohn hat einfach zu viele andee Verpflichtungen. Immerhin liegt da schon ein fest gerütteltes Schotterfundament, das mit einem Wachstumsstoppvlies bedeckt und dann mit Sand zugeschüttet werden will. Auf den Sand kommen die Pflastersteine meiner Wahl, es muss erneut gerüttelt werden und dann könnten wir aufbauen. Falls der Wetterschutzanstrich zwischenzeitlich auf die vielen Holzteile aufgebracht ist. Wenn das Hüttchen steht, darf ich den finalen Anstrich aufbringen. Es wird – ich verriet das schon an anderer Stelle – rosa. Quietsch!

Hier – Achtung Werbung! – habe ich zusammengesammelt, was ich mir so vorstelle, für: Das rosa Gartenhüttchen

Auch darauf freue ich mich so sehr, denn seit der beste Vater meiner Kinder die Wildnis hinten im Garten niedergesenst hat, kann ich mir sehr gut vorstellen dort hinten ein kleines blühendes Paradies zu schaffen. Arbeit für die nächsten zehn Jahre, denke ich.

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Ansonsten: ich mache mich rar auf den verschiedenen Kanälen hier, denn mich nervt das ganze Fußballgedöhns schon sehr. In vier Wochen dann spätestens wieder, vielleicht sogar mit Bildern des rosa Gartenhüttchens.