Käffchen in Berlin?

2. Mai 2013

Am Montag, den 6. Mai 2013, sitzen Frau Brüllen und Frau Mutti ab 16:00 Uhr bei Frau Barcomi in der Bergmannstraße im Café, teilen sich einen Teller mit den vier unverschämt köstlichen Probierstückchen und warten, ob sich jemand mit an den reservierten Tisch setzt.

Na? Wer kommt?

*****

Die ausstehende Rechnung wurde mittlerweile beglichen. Das freut mich, denn mit dem Geld will ich einen Teil meiner Reise nächste Woche finanzieren. Und trotzdem ärgert es mich, dass ich so nachdrücklich einfordern musste.
In den Kommentaren zu verlinktem Blogartikel wurde Besorgnis geäußert, dass in diesem, meinem Blog unterschwellig Werbung gemacht wird. Dem ist nicht so. Wenn ich Werbung mache, ob für Stickdateien, Stoffe, Schnittmuster oder eben irgendwelche Produkte, so sind diese Artikel immer in der Rubrik “Werbeschlampe” abgelegt. Ausserdem weise ich meistens schon in der Überschrift, spätestens aber im Artikel darauf hin, dass ich Werbung mache. Ganz sicher werden Sie hier keine (Werbe)Texte lesen, die nicht aus meiner Feder stammen.

Ich sag dir was,

25. März 2013

was du nicht wissen willst.

Über manche Dinge darf man im kuscheligen Kleinbloggersdorf nicht schreiben. Es sei denn, man ist wirklich scharf drauf, sich plötzlich im Mittelpunkt angeregter Diskussionen zu befinden. Ich sollte das wissen, ich blogge seit zehn Jahren. Verbotene Themen sind: impfen, stillen, Kinder tragen, Hausgeburt, jedes Kind kann schlafen lernen, überhaupt jedes Thema, das nur annähernd mit Erziehung zu tun hat, vegetarische/vegane Ernährung, die eigene Gesundheit, Haustiere und deren Pflege + Ernährung und Damenhygieneartikel. Letzteres führt nur zu Empörungsgetue, weil pfui-bah.

*****

Ich vergaß also das, was ich wissen sollte und schrieb über den dicken Martin. Über eine schwere Entscheidung, die wir getroffen haben. Ich schrieb nicht: “He, ho! Unser Kater ist krank, wir wollen ihn loswerden, wie seht Ihr das denn so?” Und trotzdem kommen, neben so vielen warmherzigen, freundlichen Worten (DANKE dafür!), Kommentare und sogar Mails, die mir/uns genau diese “Flappsigkeit”, “Herzlosigkeit” und “mangelnde Tierliebe” unterstellen, die mir unerwünschte Ratschläge aufdrängen oder gar vermitteln: selbst schuld, weil hättest du dein Tier bei Vollmond mit linksgerührter Mauseschwanzsuppe gefüttert, dann wäre das nicht passiert. Ich mach das so und deshalb lebt mein Tier immer noch, obwohl es vor siebenundvierzig Jahre aufgegeben wurde.
Mir drängt sich die Frage auf, woher diese Besserwisserei kommt? Nein, besser gefragt: wie kann irgendwer auf die Idee kommen, seine Besserwisserei einem anderen als Alleinseligmachend zu verkaufen? Das gibt es nur hier in Kleinbloggersdorf. Im echten Leben ist es mir niemals passiert, dass eine andere Mutter mir bittere Vorwürfe machte, weil ich meine Kinder bereits vor Kindergarteneintritt abgestillt hatte. Und im Kinderwagen schob. Und mit Löffelbiscuits fütterte. Und nicht streng vegan lebe, sondern durchaus auch ovo-lakto-steako, wenn es mir danach gelüstet. Und meine Kater mit Trockenfutter UND Nassfutter UND rohem Fleisch UND runtergefallenen Nudeln UND Meisen füttere.

Vielleicht hat sich manch andere Mutter gedacht, dass das schon sehr merkwürdig ist, wie wir mit unseren Kindern umgehen, belehrt oder gar mit hochgezogener Augenbraue “das kommt davon …” sagend verurteilt hat mich keine. Braucht es also die Kommentareingabemaske, um das höfliche Miteinander auszuschalten? Damit man vergisst, dass man mit auferzwungenem Rat viel zu nahe tritt und  unterstellt, keine Ahnung vom Thema und/oder sich wenig bis keine Gedanken dazu gemacht zu haben.

(Das wirklich Schlimme ist, dass ich diese Verhaltensweise mittlerweile an mir selbst entdecke. Wenn ich als, Beispiel rausgegriffen (Beispiel! Willkürlich!), manch “Mütterblog” lese. “Ihr erfindet das Rad nicht neu”, möchte ich kommentieren. Oder gerne auch “in zehn Jahren ist das wirklich völlig egal, ob das Lätzchen deines Kindes Karottenflecken hatte oder nicht.”  Oder, am Schlimmsten: “ja meine Güte, erst wolltest du die Plagen und jetzt jammerst du in einer Tour.” Ich bin scheinbar so zufrieden und glücklich mit dem, was wir erzieherisch erreicht haben, dass ich das natürlich weitergeben möchte. Bin mittlerweile so weit weg von diesem Leben mit den süßen Kleinen, dass es mir fremd geworden ist. Und damit tappe ich beinahe in diese Kommentarfalle, die ich hier anprangern will. Es ist schwer, dann einfach NICHT zu kommentieren, aber wirklich besser so. Nichts schreiben. Oder nochmal nachlesen: steht irgendwo im Blogartikel: Haben Sie Tipps, Ideen, Ratschläge? Wie würden Sie das machen?)

*****

Ich bin oft in Versuchung, die Kommentarfunktion einfach abzuschalten. Dann tue ich es aber doch nicht, weil ein, zwei, drei doofe Kommentare untergehen, zwischen zehn, fünfzehn, dreissig freundlichen. Und ich arbeite daran, diesen wenigen nicht mehr Gewicht zu geben, als sie verdient haben.

*****

Wir erfahren heute nachmittag, wie es dem dicken Martin geht. Über das Wochenende gab es keine Information und das werte ich als gut: keine Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten.
Seit der dicke Martin nicht mehr da ist, kommt übrigens Diego, unser halbwilder Kater, der seit einem Jahr nur noch in unserem Garten war, wieder rein. Vorhin schlief er eine Stunde auf dem Sofa.
Und Franz vermisst den dicken Martin kein bißchen. Auch hier wieder: bei aller Liebe, die wir für unsere Kater empfinden: wir vermeiden, sie zu vermenschlichen. Ein beliebter Spruch hier in der Grünen Villa ist “Hirn nicht größer als eine Haselnuß”, wenn eines der Katertiere irgendeinen Quatsch macht. Oder “falsche, fiese, flusige Viecher”, das ist ein Zitat aus dem Bilderbuch “Ich will eine Katze!” von Tony Ross. Und das ist natürlich reine Provokation, Ihnen dies zu erzählen.

Das Rumpeln,

20. März 2013

das Sie vielleicht heute nachmittag, so gegen halb vier, hörten, waren eine Menge Steine, die mir vom Herz fielen. In dem Moment nämlich, als der freundliche Mensch mir die MRT-Bilder meiner kranken Hand in die gesunde Hand drückte und magische Worte sprach:”Erstmal keine Auffälligkeiten.” (außer dieser Knubbel, einer Zyste am Knochen, die weggeschnitten werden muss)

Mein buntes Kopfkino hatte letzte Nacht fürchterliche Träume im Programm. Heute Nacht schlafe ich wohl ruhiger.

Tagebuchbloggen.

6. März 2013

Frau Brüllen lädt zum Tagebuchbloggen unter dem Motto “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” ein. Das kann ich gut, ich blogge ja nichts anderes, deshalb mache ich mit. Start ist Montag, der 11. März, ein Linkliste zum Eintragen wird es in ihrem Blog geben.

*****

Sollten Sie zu den Menschen gehören, die gestern von mir eine Nachricht bekamen, in der stand, ich habe das Fatburner-Geheimnis geknackt oder Sie sollen sich das witzige Bild, das ich von Ihnen habe, anschauen – ignorieren, wegwerfen. Mein Twitter-Account war geknackt. Jetzt dürfte alles wieder in Ordnung sein und ich entschuldige mich für … nix eigentlich. Mögen den Programmierfuzzies, die mit fremden Accounts herumspielen, die Finger abfaulen.

*****

Oma Eis brachte am Montag einen Korb voller Kränze und genähter Osterkörbchen mit. “Könntest du nicht ein Osterschaufenster machen?”, regte sie an. Mache ich. Morgen, so um elf Uhr, ziehe ich die Vorhänge auf. Bis dahin muss ich noch jede Menge Schnickeldi fotografieren, die Seite basteln und endlich kapieren, wieviele Briefmarken ich auf welchen Umschlag kleben muss.

*****

Und ganz im Sinne des Tagebuchbloggens: ich werde jetzt Teig für Naanbrot ansetzen. Auf speziellen Wunsch der Kinder gibt es nämlich heute indische Tomatensuppe mit Naanbrot. Super Winteressen, weil würzig-scharf und wohlig wärmend. Nehmen wir es als Winter-Abschieds-Essen, denn bei lauschigen 14°C ist mir langsam wieder eher nach knackigen Salaten. Meine Figur meint das auch, dass es nun ein Ende haben könnte, mit dem Winterspeck. Jeden Winter nehme ich ein paar Kilos zu, die dann mit steigenden Temperaturen schmelzen. (bis ich wieder bei meinen ewigen “drei Kilo zuviel” bin.) Allerdings scheine ich nun langsam in dem Alter zu sein, in dem der Stoffwechsel ein etwas gemächlicheres Tempo hat. Derzeit schmilzt da noch nix, außer der Anzahl von Frühlingsröckchen, in denen ich nicht wie eine Presswurst aussehe. Es wird wohl Zeit, die Laufschuhe zu schnüren. Frau Knie fände das auch gut.

*****

Der dicke Martin hat das Markieren in Küche und Wohnzimmer aufgegeben, weil dort wabern ja die Pheromone. Unglücklicherweise wabern die nicht bis ins Nähzimmer und deshalb musste ich dort sehr gründlich putzen. Ich möchte einen Muff aus dem Viech nähen. Wenn er nur nicht so niedlich wäre …

Franz markiert nur, indem er sich eine besonders schlammige Stelle im Garten sucht und durchwandert, bevor er auf mein frischbezogenes Bett springt. Immer. Das stinkt zwar nicht, aber dem Tatzenmuster habe ich ja seit dieser Wolfshaut-Abmahn-Geschichte abgeschworen. Ich möchte einen Muff aus dem Viech nähen. Wenn er nur nicht so niedlich wäre …

*****

Sie können Frau Brüllen und mich auf der re:publica in Berlin treffen, Anfang Mai. Und falls Sie dort nicht sind, klappt es vielleicht ja in einem Café? Genaueres können wir noch planen, ertsmal wäre es schön, wenn Frau Brüllen unter ihrem eigenen Namen und nicht unter meinem auf der re:publica rumlaufen könnte, das Umschreiben der Karten scheint ein echtes Problem zu sein. Immerhin haben wir, dank Frau Brüllens organisatorischem Eifer, die Übernachtungssache geklärt. Und ich habe für diese eine Nacht, die ich noch obdachlos in Berlin vor meiner Weiterfahrt nach Jever war, ebenfalls ein Plätzchen gefunden. Der Mai kann kommen. Und jetzt freue ich mich auch darauf!

*****

Tagebuchbloggen Ende.

Nur knapp vier Kilometer von der Grünen Villa entfernt, in Oppenheim, sieht die “Gegend” völlig anders aus. Kein Wingert mehr und am Ufer des Rheins gibt es gefällige kleine Sandbuchten und das große Strandbad. (seit ein paar Jahren wird dort auch wieder gebadet, dank deutlich verbesserter Wasserqualität). Ausserdem gibt es das “Wäldchen”, das auch wirklich nur ein Wäldchen ist, in einer knappen halben Stunde hat man sämtliche Wege abspaziert. Aber es ist obendrein ein Naturschutzgebiet, was bedeutet, dass tote Bäume umstürzen und liegenbleiben dürfen, was einem beim Spazieren ein klitzekleines Abenteuer- und Dschungelgefühl beschert.

Sonne und kalte, klare Luft zogen uns heute raus zum obligatorischen Sonntagsspaziergang. Die große Kamera hatte ich nicht dabei, dafür aber das Phönchen mitsamt dem neuen Lieblingsspielzeug, einem Olloclip.

(Ich freue mich übrigens sehr darüber, dass die hinreissenden Bestien freiwillig mitkommen)

Es gibt einige kleine Seen im Wäldchen, je nach Wasserstand des Rheins kann die Gegend ziemlich sumpfig sein. Im Sommer wird deswegen aktiv gegen Mückenplagen gekämpft. Wenndas Tauhochwasser zusammen mit Regen kommt und es danach noch einmal richtig friert, verwandelt sich das Oppenheimer Wäldchen in eine große Eisbahn. Der beste Vater meiner Kinder hat dort Schlittschuhlaufen gelernt, die Kindelein waren mit den Großeltern zum Schlittern dort.

 

 

Frau … äh … Mutti in ihrer neuen Wolljacke. Eher figurunschmeichelnd, dafür aber mollig warm.

Große, knorrige Eichen im Wäldchen

und hinterm Deich.

Es ist immer noch eine Menge Wasser im Rhein, die Krippen, auf denen man im Sommer weit rausbalancieren kann, sind fast überschwemmt. (und auch wenn die Kindelein trittsicher sind und sich äusserst dämlich anstellen müssten, um wirklich ins Wasser zu stürzen, ich kann nur schwer hinschauen, wenn sie über die nassen, glitschigen Steine hüpfen. Die ewige Gluckenmutter eben)

Beim Steine hüpfen lassen war ich aber sehr entspannt :)

Zwei Stunden genügten dem kalten Wind, um uns die Wangen rosig zu küssen und Ohren und Hände in Eisklumpen zu verwandeln. Gleichzeitig pustete er mir aber auch ganz wunderbar den Kopf und das Herz frei und ich bin voller Pläne für die kommende Woche. (daheim gab´s zum Aufwärmen Schokoladennikolausresteflammeri)

 

*****

Und wenn ich schon so beim Bilderzeigen bin … bitte sehr: der dicke Martin. Der eher vorwurfsvolle Blick ist der Tatsache geschuldet, dass sich in der Schüssel vor Martin eklige Mandarinen statt einiger delikater Lammfleischbröckchen befinden. Und nein, er ist nicht dick, nur plüschig. Die Tierärztin, die ihn neulich impfen durfte, kämmte ihm auf der Suche nach Flöhen eine gute handvoll Unterfell aus dem Pelz. Sehr beeindruckend.

Und hier der Herzensbrecher, der Franz. Mittlerweile ausgewachsen und einen guten Meter lang. Außerdem geht er mir bis ans Knie und wäre er nicht so schlank, bräuchten wir eine größere Katzenklappe. Er ist der zahmste, zutraulichste und unerschrockenste Kater, der je hier lebte und er schläft noch immer jede Nacht in meinem Bett. Aber er lässt mir ein Drittel des Platzes.

 

(und wenn Sie beim Anblick des Bildes das Bedürfnis verspüren, den Bauch des Katertiers zu kraulen … das mag er sehr, sehr gerne, deswegen liegt er wohl immer so rum.)

Das war´s für heute.

 

 

 

 

 

… nur Fetzen

27. September 2012

Bleibt alles wie es ist.

Ich wünsche mir eine Decke zum Drunterkriechen.

Wenn es wenigstens draußen nicht so grau wäre.

Dottore hat bisher nicht angerufen, dann isses wohl nicht schlimm. Besprechung des Langzeit-EKGs am Dienstag.

Der Magen ist besser. Glaube ich.

Wie geht es Dir?  Gut, wie immer.

Figuren und Klamotten

4. September 2012

Wissen Sie, was mich an dieser ganzen Modesache wahnsinnig stört? Das sind nämlich nicht die dürren Lollipopmädchen, die die Klamotten auf ihren Beckenknochen balancieren oder die gephotoshopten “Models” in Magazinen. Oder die Schaufensterpuppen, die mit Kleidern in Größe 36 behängt werden, die am Rücken noch mit Stecknadeln gerafft werden. Das gefällt mir nicht, doch daran muss ich mich nicht orientieren.
Was mich wirklich nervt ist die Tatsache, dass Klamotten zwar Größenschildchen haben, diese aber genau keine Aussagekraft haben. Eine vierzig ist nicht immer eine vierzig, nicht mal beim selben Hersteller! Letztes Jahr war ich auf der Suche nach Hosen. Becken und Po sind breit, Schenkel eher schmal, Beine sehr lang. 42 vielleicht? 42 war zu weit, genauso wie 40. Die 38 saß, auch noch knapp in der Länge. Eine Röhrencordhose mit Elasthananteil, der Vollständigkeit halber. Eine andere Hose der gleichen Marke passte auch in 44 nicht. Ich möchte eine Marke finden, die meine Figur angenehm einkleidet, um dann “blind” Nachschub kaufen zu können, ohne mich in Umkleidekabinen quetschen zu müssen, ohne große Retourepakete auf den Weg bringen zu müssen.
Es ist mir Wurscht, ob in meinem Shirt ein S oder ein XL steht, ich wünschte nur, ich müsste das nicht jedes Mal auf’s Neue rausfinden.
Waist/Length-Größen bei Hosen funktionieren leider auch nicht immer. Seit drei Schwangerschaften meine Hüften auf ewig für die einst heißgeliebten 501er “ausleiert” haben, suche ich nach “meinem” neuen Lieblingsjeansmodell, das weder meinem Boyfriend passt, noch so skinny ist, dass es mir die Kniescheiben in die Kniekehlen presst. Jeans. Normale Jeans, ohne Schlag, ohne Glitzer, ohne Ziernähte, ohne Löcher.

Und wenn ich die gefunden habe, so als Folgewunsch: siehe oben. “blind” Nachschub kaufen.

*****

Ich habe begonnen, meine Kleidung selbst zu nähen. Bei Oberteilen tue ich mich derzeit noch etwas schwer, aber Röcke habe ich mittlerweile um die dreissig. Das ist natürlich nicht die Lösung für jedermann, aber eben meine. Wenn der Prophet nicht zum Berg … Quatsch. Wenn die Mode mir nicht passt, nähe ich mir eben eine eigene.