hmpf.

1. September 2010

Noch dreieinhalb Stunden, um aus dem allertiefsten Tal schlechtester Laune wieder hervorzukrabbeln.

Küchenphilosophie

25. August 2010

Als ich heute so am Herd stand und meine Kohlrouladen ohne Rouladen brutzelte, glücklich und zufrieden, dank des Hinweises einer Leserin, ich solle doch einfach die ganzen Kohlrouladenzutaten in einen Pott schmeissen, statt mir regelmäßig die Finger an heißen Kohlblättern zu verbrennen, da ließ ich so meinen Blick und meine Gedanken schweifen und dachte: eigentlich ganz schön gut, diese Bloggerei.

Weil neben höchst praktischen Tipps und Rezepten für die Küche, gibt´s eben auch mal Ratschläge oder Trost, Ermunterung und Ermutigung, was zu lachen oder was zum Nachdenken. Ausserdem liegt in meinem Brotkörbchen mein Lieblingsgeschirrhandtuch, dass mir als Überrschungsgeschenk ins Haus flatterte. In meinem aktuell gelesenen Buch markiert ein niedliches Lesezeichen, an welcher Stelle mir das Buch kurz vor dem Einschlafen auf die Nase fiel und meinen täglichen Liter Tee (im Winter) trinke ich aus einer großen roten Tasse, auf der zwar “Mug of Coffee” steht, aber das schadet ja dem Tee nicht. Wenn ich die Tasse sehe, denke ich an ein paar wunderbare Tage im letzten August, inmitten von Mirabellenbäumen. Am Küchenschrank hängen etliche Postkarten. Ein weiser Spruch von Voltaire und welche mit Anspielungen auf meinen Kaffeekonsum. Die Geburtsanzeige eines kleinen Jungen, der sich seinen Geburtstag mit meinem großen Sohn teilt hängt einträchtig neben einer handgemalten Karten, auf der drei Schafe Richtung Grüne Villa wandern.

Auf dem Boden neben dem Küchenschrank leben in einer großen Box acht Achatschnecken, die ich ohne die Bloggerei niemals in meinem Haus aufgenommen hätte. Genauso wie die Calcaratas in Töchterleins Zimmer. Der dicke Martin würde nicht bei uns leben, Matze hätten wir nicht kurz bei uns aufnehmen können. Und ich wüsste nicht, warum Katzen mit ihrer Beute “spielen”.

Auf dem Küchentisch steht eine Kerze. Und auf dem Teller, neben der Kerze liegt ein einfacher Kiesel. Mit einem Fliegenpilz drauf.  Von diesen Fliegenpilzkieseln gibt es noch eine Menge mehr, in verschiedenen Häusern und manche sind noch eingebettet in gruselig-stinkendes Kerzengel.

Im Wohnzimmer hängen und stehen drei Originale aus dem Skizzenblog und ein Bilderrahmen mit einer Vogelspinnenhülle drin. An den Türgriffen der Schränke baumeln Blechherzen und ein gehäkelter Fliegenpilz, in der DVD-Sammlung stehen mindestens drei Filme, die dort nur stehen, weil jemand eine tolle Kritik darüber schrieb. Das Feuerholz liegt in einer Holzkiste, in der man mir den Herbst schenkte. Und auf dem Sofa sitze ich gerne und proste mit blutbildendem Rotwein.

Im Bad wäscht man sich mit Brüllenseife oder badet mit selbstgebrauten Badebomben. Und auf den Handtüchern sind kackende Hunde. Weil die erinnern mich an Berlin und einige wunderbare Tassen Kaffee mit verschiedenen nicht minder wunderbaren Menschen. An der Wand hängt eine kleine, silberne Axt.

Im Kleiderschrank liegen etwa zehn Paar Socken, gestrickte, kuschelige  Socken, die mir Herz und Füße wärmen und ich weiß noch genau wann ich welches Paar zu welcher Gelegenheit bekam. Ich, die ich nicht stricken kann oder will, ehre diese Socken und trage sie, bis sie buchstäblich auseinanderfallen. Und für warme Schultern habe ich ein Tuch und ein Dingsi.

Im Zimmer der Tochter hängt ein Vögelchen aus Blech und immer mal wieder dudelt das Lied von der Maschenka. Im Zimmer des Jüngsten hängt ein Photo auf dem fünf Jungs in Kletterausrüstung zu sehen sind. Mr. Neutrum und ich, erzählt er dazu. Im Zimmer des Großen hängt ein kleines  Geweih an der Wand, eigentlich für mich, aber er hat´s mir abgeschwatzt. Wenn ich es sehe, denke ich an gestrickte Socken und ein gemeinschaftlich geführtes Blog.

Im Nähzimmer … Karten, Briefe, Schnickeldi. Gehäkelte Beutelchen, geschnitzte Radiergummis, ein Kuhhorn, ein Kuhzahn, ein Umschlag voll altem Schmuck zum Weiterverarbeiten. Unzählige Stickgarnröllchen, Webbänder und etwa zwei Drittel meiner Stickdateien, wahrscheinlich hätte ich diese ganze Näherei/Stickerei/Rumwurschtelei ohne das Bloggen und das Lesen in anderen Blogs erst gar nicht angefangen.

Draußen im Garten wuchern Walderdbeeren, die mal als kleine zerdrückte Pflänzchen in einem Umschlag bei mir ankamen. Wunderblumen haben sich ausgesät und erinnern mich an einen Weltretter, der doch kein Feuerwehrmann ist und die Gartenflüsterin. Ein silbernes Pöttchen hängt am Holzschuppen, die Blümchen die mal drin waren habe ich zu Tode gepflegt, aber das Pöttchen bleibt. Eine Ente aus Wurzelholz bewacht einen großen, blauen Blumentopf in dem es seit Mai lila blüht und ein Pappmachévogel zaubert auch im Winter ein bißchen Farbe ins Gestrüpp. Ein Feigenbäumchen hat nicht überlebt, aber Anleitungen für ein Hochbeet harren ihrer Verwirklichung. Ein kleines Patchworkdeckchen versteckt genau den grässlichen Plastiktisch in der Schattenecke und die Seerose in der alten Wanne lässt mich sowieso von links nach rechts grinsen.

Das ganze Haus, der ganze Garten, überall und jederzeit werde ich an Menschen erinnert, die ich teils nur virtuell kenne oder nur einmal getroffen habe oder höchst selten sehe. Aber es ist ein bißchen so, wie mit Omas Kuchenrezept oder dem Lieblingskuscheltier aus der eigenen Kindheit, es lassen sich Geschichten erzählen. Und so manches Rezept kommt immer wieder zum Einsatz, weil gebrannte Mandeln zum Beispiel, sind verflixt teuer, dabei aber so leicht zu machen, genauso wie gesunde Trinkjoghurts, die Oma Eis immer wieder gerne abfüllt und verschenkt.

Der nicht allzu alltägliche Begriff “Axtmörder”  hat sich etabliert, wenn es passt, wird ge”schumschei”t und manche Menschen werden nie ihren Namen verlieren, auch wenn es das Blog längst nicht mehr gibt.

Ich kann hier gar nicht alles aufzählen, weil der Text a) zu lang und b) zu schmachtfetzig würde, deshalb ende ich hier und werfe einfach mal ein großes DANKE in die Runde. Nehmen Sie sich gerne ein Stückchen.

?!

16. August 2010

Sie, die Sie pubertierende Töchter haben, suchen Sie auch verzweifelt BHs für eben diese, die weder gepolstert noch up-pushend sind?

(Liebe Unterwäsche-Designer, 12jährige Mädchen brauchen keine Spitzen-BH´s, die aus einem zaghaften A ein verwegenes C zaubern. Muss das wirklich ausdrücklich betont werden?)

*****

Sportliche Mädchen wünschen sich Unterstützung, sonst sind Bustiers ausreichend. Gute Bustiers erstanden wir bei fit-z.

Nach welcher Größe wir hier tatsächlich suchen, ist belanglos. Mit fällt aber eben auf, dass es BH´s für junge Mädchen/Kinder gibt, die vorgaukeln, was noch gar nicht da sein muss. Finde ich unglaublich! Und glitzernde Hallo-Katze-Aufdrucke machen da nix kindlicher oder harmloser.

Danke für den BeeDees-Tipp-. Ich hab die nie getragen, deshalb erinnere ich mich auch nur dunkel. Ich mache mich mal auf die Suche und hoffe auf Preise, die deutlich unter dem liegen, was meine BHs kosten :)

Morgen dann:

15. August 2010

früh raus, Alltag.

Heute nochmal Ferien de Luxe: ausschlafen, Brötchen frühstücken, mit Dosen in die Weinberge hochwandern, ganz nach hinten in die Rehbacher Steig, um dann leicht nassgeregnet und ohne Wildpflaumen wieder heimzukommen. (dieses Jahr weder Mirabellen noch Wildpflaumen, sehr merkwürdig)

Eine große Dose Brombeeren direkt in den Gefrierschrank packen, Weiterverarbeitung zu Gelee, wenn ich mindestens die doppelte Menge zusammen habe.

Im Backofen Windbeutel. (und wieder daran erinnert, warum ich seit ungefähr 15 Jahren keine mehr gebacken habe: Brandteig klebt wie Katzendreck.)

Draußen ist ein bißchen Herbst. Einzelne Trauben sind schon beinahe genießbar, die Walnüsse platzen bald aus den Schalen und die Hagebutten sind rot. Lieblingsjahreszeit.

unheimliche Begegnung:

13. August 2010

gerade eben beim Vorrübergehen einen Blick in den Spiegel geworfen und eine bilderbuchmäßige Putzfrau entdeckt. Kopftuch, olles Shirt und ein Staubtuch malerisch über die Schulter drapiert. Als aufwändiges Accessoire eine Spinnwebe über dem Busen. Bezaubernd.

Es lebe der Hausputz!

(fein, dass die Jungs in etwa einer Stunde heimkommen)

August 2010:

12. August 2010

Frau … äh … Mutti nimmt sich die Fleecedecke und entzündet ein gemütliches Feuerchen im Ofen.

(legt die CD mit den Weihnachtsliedern ein und sucht die ersten Plätzchenrezepte raus)

Aha!

11. August 2010

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der nahende Schulbeginn insgeheim erwünscht ist: Töchterlein und Mainzer Freundin blättern durch die neuen Schulbücher und erklären sich gegenseitig englische Grammatikregeln.

(hach)