Finale.

13. Oktober 2014

Blogs lesen ist ein bißchen wie das Schauen der Lieblingsserie.

Am Anfang ist man sich nicht so sicher, ob das jetzt wirklich eine gute Sache ist. Ist ja was Neues. Man kennt die Hauptdarsteller nicht, es gibt noch keine eindeutige Richtung, die Handlung ist verworren und holperig und überhaupt: eine weitere Serie? Wirklich? Muss das sein?

Aber man ist ja neugierig, bleibt dabei und liest weiter. Man will ja auch wissen, wie es weitergeht und allzu schlecht geschrieben ist es auch nicht.

Und wie die Serie ruckelt sich auch das Blog zurecht. Der Stil wird flüssig, die Inhalte witzig, manchmal klug, nachdenklich stimmend oder Stimmung aufhellend. Eine gute Mischung.

Spätestens bei der fünften, sechsten Staffel merkt man dann aber, dass es doch etwas bemüht ist. Den Serienautoren gehen die Ideen aus, das Blog wird seltener mit Inhalten befüllt und wenn, dann sind die einfach nicht mehr so locker-flockig. Gerüchte verdichten sich, dass die Serie dem Ende entgegen geht, eine weitere Staffel womöglich nicht gedreht wird, Hauptdarsteller steigen aus, das Thema verschiebt sich. Im Blog gibt es “tut mir leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe”-Artikel. Und was man vorher verziehen hat, das nervt jetzt nur noch: die Werbeeinblendungen.

Wenn die letzte Staffel angelaufen ist, schaut man eigentlich nur noch, weil man eben immer schaut. Man will ja doch wissen, ob man was verpasst. Nach der letzten Folge der letzten Staffel wird einem dann noch mal warm ums Herz. Es war ja doch sehr schön. Und man hat alle so lieb und wäre es nicht großartig, wenn es noch ein bißchen weiterginge?

Aber es gibt ja immer wieder neue Serien.

Und ich?

Ich bin im Garten.