evtl.
15. März 2010
haben Sie den Jammercontent hier im Blog schon sehr vermisst. Und damit Sie nicht leiden müssen, gibt es heute eine gute Portion davon.
Also.
Frau Knie ist ja noch immer nicht die alte. Sie ist gar wehleidigund knirscht öfter mit den Zähnen als mir lieb ist. Bisweilen fühlt es sich so an, als sie der Meniscus erneut oder weiter eingerissen. Und manchmal fühlt es sich so an, als müsse die Knieschneibe erst über eine Bodenwelle hubbeln, bevor ich das Knie beugen kann.
Besonders beim Treppensteigen ist das doch sehr lästig.
Und noch lästiger ist es auf unserer Wendeltreppe. Diese wendelt nach rechts und ist extrem schmal, was bedeutet, dass jede Treppenstufe mit schrägem Fuß genommen werden muss. Das schmerzt sehr im Knie und ich verzichte deswegen manchmal darauf, mit dem rechten Bein hoch- oder runterzusteigen und gehe quasi einbeinig, so wie kleine Kinder Treppensteigen.
Manchmal aber muss ich mit Wäschekorb die Treppe runter. Oder ich bilde mir ein, ich müsse mit Wäschekorb die Treppe runter, weil eigenlich muss ich das gar nicht, ich könnte auch das große Kind damit belästigen. Zumal es sich meistens nur um seine Wäsche handelt, die da transportiert wird. Aber ich schweife ab …
Neulich, genauer vor vier Wochen schon, stieg ich also mit dem Wäschekorb die Wendeltreppe nach unten und plötzlich war die Treppe schon fertig, obwohl ich dachte, ich hätte noch eine Stufe. Das Ergebnis war, dass ich mit Schmackes den rechten Fuß auf den Boden setzte. Es zog ein bißchen im Knie und auch ein bißchen im Rücken. Das Knie wurde ein bißchen dick und ich schonte es. Ein bißchen. Und seit diesem Tag schmerzt der Rücken. Ich schrieb ja neulich schon: nicht mal rülpsen geht ohne Schmerzen. Heute versuchte ich zu niesen, aber das ging nicht, ich sagte stattdessen “au!” (sehr laut) und die Tränen liefen, wahrscheinlich weil ich nicht niesen konnte, weil das ist doch sehr befreiend. Als ich mich dabei ertappte, dass ich schon wieder um die Schmerztablettenschachtel herumschlich, war der Leidensdruck dann doch groß genug. (und da ich seit zwei Tagen Kopfschmerzen, die so rechts vom Nacken hochkriechen, habe)
Morgen früh, halb elf, geh ich zum Dottore.
Mache ich ja nicht gerne. Weil eigentlich hab ich ja nix Schlimmes, nur Rückenschmerzen. (und Knieschmerzen. Und Kopfschmerzen.) Und was soll der schon tun, außer mir Schmerzmittel zu verschreiben?
Aber doch. Ich gehe hin. Weil das ist ja kein Zustand. Und zum Orthopäden gehe ich auch. Demnächst. Läuft mir ja nicht weg, weder das Knie, noch der Orthopäde.
Genug gejammert.
Mit freundlichen Grüßen
14. Dezember 2009
aus der Praxis der Krankengymnastin:

Frau von Welt trägt graue Schlabberhose über Fellstiefeln, dazu einen formlosen, türkisfarbenen Wolle/Acryl-Gemisch-Lappen von Hager&Mager und ein hübsches gestricktes Käppchen. (wegen der ungewaschenen Haare. Ein Zustand übrigens, der nun behoben ist – ich fühle mich wie neugeboren)
Frau Krankengymnastik zeigt sich erstaunt über die raschen Fortschritte, mahnt aber zu Geduld (böse, sehr böse) und Ruhe, damit das Kniechen heilen kann. Wie gut, dass da noch ganz viele Staffeln “Gilmore Girls” auf mich warten.
Frau Knie ist übrigens buntschillernd unter der dicken orangefarbenen Schicht Jod aufgetaucht. Sehr apart.
*****
Diese Tasche da, Sie fragten nach, ist die, die ich beinahe verschenkt hätte, wäre sie kein Prototyp, hauptsächlich mit krummen Nähten zusammengehalten, mit einen viel zu kurzen Reissverschluss unter der Klappe und einer eher abenteuerlichen “Schrägband auf rutschiger, sich verziehernder Lacktischdecke”-Lösung. Nicht mal eine Innentasche hat sie.

Der Fuchs ist eigentlich ein Eichhörnchen (diese Information ist für die Frau in blau mit den roten Haaren) und zwar das aus der Serie “Wild im Wald” von Frau Rieger. Und der Taschenschnitt ist von farbenmix, übrigens das erste eBook, das ich mir jemals gekauft habe, vor beinahe zwei Jahren. Genäht danach habe ich nie, weil ich mich nicht getraut habe. Dabei ist es nicht mal schwer :-)
(natürlich ist es nicht schwer, wenn man in der Lage ist sorgfältig zu lesen und nach Anleitung zu arbeiten und nicht quer drüberzufliegen und “ach, so ähnlich mach ich das jetzt mal” zu sagen. Weil dann kann es passieren, dass diese klitzekleine Außentasche, hier mit einem Dekoobjekt “Hirsch” aus dem Bastelladen, genau auf der künftigen Bodenseite der Tasche landet, was unweigerlich dazu führt, dass man den einen Stoffstreifen durchschneiden und an anderer Stelle wieder annähen muss. Ich erzähle Ihnen wahrscheinlic nicht sehr viel Neues, weil irgendwie … arbeite ich ja immer so.)
Und jetzt … darf ich was ausprobieren! (mysteriöse, kryptisches Geschwafel ist ganz, ganz toll!)
Und jetzt?
12. Dezember 2009
Ich habe ungefähr vierhundert Folgen und den Film von “Sex and the City” gesehen, habe einen schwirrenden Kopf vor lauter Rumgekreische und komischen Problemen, einen platten Hintern vom vielen Rumsitzen und ertappe mich, dass ich im Schneidersitz sitze.
Gerade so, als sei niemals irgendwas gewesen.
Ich glaube, ich gehe jetzt an die Nähmaschine. Gehen, nicht krücken.
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Ganz vorsichtig
12. Dezember 2009
wage ich zu sagen, dass jetzt alles einfach gut ist.
Seit zweiundzwanzig Jahren ist dieser heutige Tag bereits der zweite Tag, an dem ich keine Schmerzen im Knie habe. Nur dieses Ziepen der frischen Wunden. Aber der tiefe Schmerz innendrin oder das gemeine Stechen bei einer unvorsichtigen Fußdrehung oder der ewige Druck … das ist alles weg.
Werde ich wirklich schmerzfrei leben dürfen?
Zwischenstatus:
11. Dezember 2009
Der Schlauch ließ sich widerstandslos aus dem Knie ziehen, beinahe ohne Schmerzen, nur mit so einem kleinen “swuuuusch”-Gefühl. Ganz eklig.
Frau Knie selbst sieht recht hübsch aus, ein wenig verschwollen und tatsächlich hat es der Orthopäde geschafft, zwischen Narbe drei und acht noch Platz für Röhrchenloch neun und zehn zu finden.
Fies war, dass er mir Desinfektionskram in die offene Wunde sprühte und dementsprechend laut und energisch war mein Einspruch. Er zeigt sich weitestgehend unbekümmert davon.
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Ich erwähnte es gestern bereits: Innen- und Außenmeniskus wurden “beschnitten”, sind wieder glatt und beinahe wie neu. Desweiteren wurde irgendein Fettgewächs, das entzündet war, entfernt. Bevor sie jetzt irrige Vorstellungen von Fettklumpen in Frau … äh … Muttis Knie bekommen: so ein Ding ist wohl in jedem normalen Knie vorhanden. Nur entzünden darf es sich nicht, weil es sonst schlime Schmerzen gibt. Ich hatte also quasi meine erste Fettabsaugung und fühle mich auch deutlich schlanker.
Kontaktbelastung bis in den Schmerz ist in Ordnung und in drei, vier Wochen sollte ich ganz die Alte sein. Was ich natürlich nicht will, denn die Alte ist ja die, die seit dem siebzehnten Lebensjahr immer Schmerzen im Knie hatte. Ich will dann die Neue sein, die derzeitig völlig und ganz und gar schmerzfrei ist. Und darüber so fassungslos ist, dass sie rumheult. Die Neue hat also auch nah am Wasser gebaut. Naja.
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“Wir sind voll bis ins neue Jahr!”, sprach der freundliche Mensch am Tresen der Krankengymnastikpraxis und meinte dabei nicht den Alkoholpegel. Normalerweise muss man zwei Wochen vor der anstehenden OP bereits Termine für die folgende Krankengymnastik vereinbaren. Da meine OP aber sehr hastig angesetzt war, blieb dafür keine Zeit. Irgendwie gelang es aber, mich in Lücken zu quetschen und darüber bin ich sehr, sehr glücklich!
“Sie können auch gleich dableiben”, wurde ich informiert und in ein Behandlungszimmer geführt. Meine weiteren Vorstellungen der Morgengestaltung beinhalteten nach der Schlauchzieherei eher eine weitere Tasse Kaffee und ein gepflegtes Erholungsschläfchen, doch wer auf die Beine kommen will, muss was dafür tun. Und so ergab ich mich dem Schicksal einer Lymphmassage (kitzelig), einer Vanilleduftkerze (sehr schlimm, wirklich) und den ersten Streck- und Kräftigungsübungen (überaus anstrengend).
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Wenn Sie eine beinahe leere Ketchupflasche aus Plastik zusammendrücken, dann ertönt exakt das Geräusch, das ich hörte, als ich mein Knie auf 80° (!!) Grad beugte: “swoootsch!”
“Was raus muss, muss raus!”, sprach die Krankengymnastin und fast hätte sich mein Magen mit dem Kaffeerest angeschlossen. Aber nur fast.
War wohl nicht schlimm, nur eben ein Rest Blut/Spülflüssigkeit, der sich durch die Naht nach außen drückte.
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So. Kurzes Schläfchen, damit ich frisch und fröhlich die Freundin, die nie Zeit hat, begrüßen kann.
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(schmerzfrei! Ich bin schmerzfrei! Das ist der Hammer!)
übrigens …
10. Dezember 2009
Frau Knie und Frau … äh … Mutti sind wohlbehalten wieder daheim angekommen.
Frau Knie wurde weder genäht noch genagelt, weil das nicht mehr möglich war. Dafür wurde ein Drittel des Innenmeniskus und ein Fünftel des Außenmeniskus entfernt. Das ist vergleichsweise wenig und erstmal eine bessere Prognose für die Arthrose-Zukunft als befürchtet. Desweiteren wurde ein Entzündungsherd gefunden und entfernt, irgendwo am Kreuzband. Fragen Sie mich nicht, da war noch eine Menge “alles wird gut und rosa”-Spritze in meinem Hirn. Morgen erfahre ich mehr. Interessant ist aber schon, dass da immer was Neues gefunden wird, so wie man in das Knie schaut.
Die Option “schneidet weg, was euch krank macht” führt jetzt wohl erfreulicherweise dazu, dass ich nicht sechs Wochen lang Entlasten und auf eine maximal Beugung von 60° achten muss. Vielleicht darf ich schon übernächste Woche die Krücken in die Ecke feuern und das wäre ausgesprochen wünschenswert.
Nette Anekdote am Rande:
“Sie haben aber eine schöne Tasche”, sprach die Frau, die mich zur Schlachtbank führte, bzw. in das Entkleidekabuffchen.
“Oh, danke schön”, erwiderte Frau … äh … Mutti sanft errötend.
“Wo haben sie die denn her?”
“Die hab ich selbstgenäht.”, konnte ich stolz erwidern. Und da das Interesse an der Tasche doch recht groß war, zückte ich eins meiner hübschen MOO-Kärtchen (allzeit bereit und dabei), verwieß auf dieses, mein Blog (Mein Blog. Äh. Webblog? So ein Internettagebuch, wissen Sie?) und fasste den Vorsatz, mit der genesenden Frau Knie in naher Zukunft viele Stunden an der Nähmaschine zu verbringen.
Und hätte mir die freundliche Frau in blau Komplimente über meine Tasche gemacht, nachdem sie mir diese “gut-und-rosa”-Spritze verpasst hatte, hätte ich sie ihr womöglich geschenkt. (aber die Tasche ist ein Prototyp mit schiefen Nähten und nur für mich gut).
(nette Frau in blau, melden Sie sich doch mal!)
Nach der OP gab´s auch noch einen Kaffee und zwei komische Kekse, ein beherztes Rausrupfen des Zugangs und die verhasste Aufzugfahrt vom fünften Stock nach P2. Und eine Heimfahrt über unzählige Hubbel und durch noch mehr Schlaglöcher. Aber ich sage Ihnen: im eigenen Bett zu liegen ist diese ganze Fahrerei wert.
Morgen früh wird der Schlauch aus dem Knie gezogen (Tunnelblick: morgen um diese Zeit isser endlich draussen) und ich fühle mich jetzt schon wieder großartig. Ibuprofen 600 sei Dank. (diesmal volle Dröhnung, ohne Rücksicht auf den zarten Magen. Sind ja nur maximal zwei Tage.)
Danke für die guten Wünsche die mich erreichten, ich bin ja mittlerweile Profi :-)
Wenn
3. Dezember 2009
der Orthopäde meines Vertrauens es schafft, das benötigte Equipment (komische Zuckernägel und so) rechtzeitig zu beschaffen, liege ich Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche auf dem OP-Tisch, lasse mir den Innenmeniskus zusammennageln und -nähen und den Außenmeniskus glätten.
Das wäre überaus günstig, da der beste Vater meiner Kinder über die Feiertage und auch danach noch Urlaub hat und ich sechs Wochen Krückenlaufen vor mir habe. Krücken und Haushalt passen nicht zusammen.
Sollte das alles nicht klappen, steht der OP-Termin am 24. Januar im Kalender und das ist aus mehreren Gründen äußerst ungünstig, von den Schmerzen, diemich dann etwas länger begleiten noch begleiten mal ganz abgesehen.
Der Orthopäde meines Vetrauens plauderte übrigens aus dem Nähkästchen. Ihm habe man auch versucht den Meniskus zu flicken, doch habe das nicht funktioniert, weil er die “Schonzeit” nicht eingehalten habe. Vier Wochen nach seiner OP war der Riss wieder da. Sein Meniskus sei jetzt bis auf die Rissbasis entfernt.” … und Arthrose … naja. Vielleicht gibt es ja in zehn Jahren was, was man sich ins Knie spritzt und daraus wächst dann ein neuer Meniskus”, sprach er.
Das ist natürlich nicht wirklich ermutigend, aufbauend oder gar tröstend. Aber gerade weil er so offen spricht, mein Orthopäde, habe ich Vetrauen, dass er das so gut wie ihm möglich erledigt. Und in zwei Jahren oder so vertraue ich ihm dann mein linkes Knie an. Habe ich ihm vorhin versprochen :-)
Galgenfrist bis Donnerstag, 17:00 Uhr
30. November 2009
Dann steht der nächste Orthopäden-Termin an.
Ich muss mich entscheiden:
1. Eine Refixion des Meniskus (Meniskus an den Rissstellen sozusagen anschleifen, dann nähen oder mittels kleiner Sticks (“Zuckerdarts”) fixieren. Sechs Wochen Ruhigstellung.
Ziel: Narbengewebe hält den Meniskus zusammen.
Gefahr: Narbengewebe ist evtl. nicht ausreichend stabil für die Belastung, deswegen kann der Meniskus bei minimalsten “blöden” Bewegungen wieder reissen.
oder
2. Ein CMI, ein Collagen Meniskus Implantat. Der Meniskus wird bis zur Basis des Risses entfernt und der künstliche Meniskus angenäht. Ziel ist, dass körpereigene Zellen in das künstliche Gewebe einwachsen und es vollständig die Funktion des Meniskus übernehmen kann. Das Knie wird nicht so lange ruhig gestellt, nur zum Beispiel eine tiefe Hocke mit Belastung sollte erstmal vermieden werden. Nach einem Jahr vollständige Wiederherstellung.
Gefahr: relativ neuer, experimenteller Eingriff
(der Eingriff kann nicht von meinem Liebingsorthopäden vorgenommen werden. “Kann ich nicht”, sagte er und empfahl mir Dr. Holsten aus Koblenz)
oder
3. Der Meniskus wird entfernt.
Gefahr: Arthrose.
Für diesen Eingriff bbin ich zu jung. Berufssportler wählen bei meinem Befund diese Option, denn nach ein paar Tagen ist das Knie wieder voll belastbar. Ist so ein “mir doch egal, was in zwanzig Jahren ist”-Ding.
*****
Keine Operation ist keine Option.
*****
Die gute Nachricht: die Weichteil-OP am Knie, dieses Bändergeschnippsel und -genähe vom letzten Mal sieht ordentlich aus. Und meine verkrüppelte Kniescheibe sitzt hübsch zentriert. Ein bißchen Erguss leuchtet noch auf den MRT-Bildern, doch das ist noch in Ordnung.
*****
“Sie haben wirklich großes Pech mit ihrem Knie.”, sprach der Orthopäde.
Ja, verdammt.
Alles von vorne, nur für den Weg muss ich mich noch entscheiden.
(ich kann übrigens die erste Möglichkeit wählen und die zweite bei Bedarf folgen lassen. Und bei Problemen mit Nummer zwei wäre Nummer drei ja die letzte Möglichkeit. Nur eben nicht die erste, immerhin DAS weiß ich schon.)
Highway to hell
24. November 2009
dudelte es aus meinem Kopfhörer, als ich in die Röhre fuhr. Danach kam “strong enough” und zum Abschluss noch “self control”. Sehr passend gewählt, lobte ich den Radiologen.
Er zog beide Augenbrauen hoch.
Einmal natürlich wegen meiner Kniescheibe, die einfach eine Augenbrauenhochziehform hat. Kann man nicht ändern, will man noch nicht ändern.
“Hatten Sie schon mal eine Meniskus-OP?”, fragte er.
“Oh ja, zwei in diesem Jahr”, konnte ich berichten.
“Äh. INNENmeniskus?”, fragte er.
“Ja, beide OPs.”
“Oh.”
Mist.
Der Innenmeniskus ist … ausgefranst. Zerfetzt. Müssen die letzten vier Marathons gewesen sein, die ich seit der letzten OP gelaufen bin. Oder diese IronWomanTour durch die Wüste Gobi. Oder mein Trip zum Mount Everest. Keine Ahnung. Das Ding ist kaputt und in der Kniekehle wächst sie wieder, die Baker-Zyste.
Um das operierte Aussenband herum hat sich Flüssigkeit angesammelt. Die könnte ein Hinweis für einen Entzündungsprozess sein, den man aber mit Tabletten oder schlimmstenfalls Spritzen in den Griff bekäme. Was mit meinem Meniskus passieren wird … lasse ich mir am Montag von meinem Orthopäden erzählen.
Stimmung: unentspannt.
Novemberrezept Nummer 24
24. November 2009
Ich habe heute keines.
Dank “vormerk”-Funktion erscheinen diese goldenen Worte genau um sieben Uhr morgens.
Ich sollte also jetzt gerade in die Röhre geschoben werden, mit den dicken Kopfhörern auf den Ohren und dem dringenden Bedürfnis, mit dem rechten Bein zu wackeln. Was ich natürlich nicht darf, weil ja sonst alles verwackelt. Der Lärm ist fürchterlich und hat keinen Rhythmus, was es schwer macht, ihn auszublenden. Und dann kommt da immer dieses Zucken im Knie, vielleicht isses ja auch nur so ein Wegrenn-Reflex.
Ganz gemein sind auch die zehn Minuten im Kabuffchen, das Warten darauf, dass die Bilder bei einem Arzt auf dem Rechner gelandet sind, damit dieser sie begutachten kann und vielleicht schon mal eine erste Diagnose stellen kann. Ich habe dann kalte, feuchte Hände. Und mein Herzchen schlägt mir im Hals.
Vielleicht werde ich nachher ganz fröhlich und glücklich mit Oma Eis, die heute meine Chauffeuse ist, ins nächste Café rennen und wissen, dass ich nur ein bißchen mehr Geduld brauche.
Vielleicht werde ich aber auch noch ängstlicher sein, weil der Radiologe die Stirn gerunzelt hat. Dann werde ich mit Oma Eis nicht im Café sitzen, sondern ich werde sie bitten, doch rasch mit mir beim Orthopäden rumzufahren.
Wie auch immer es ausgeht, Sie werden es erfahren. Logisch :-)

