Worauf ich verzichten könnte:

9. September 2013

- Regen am kommenden Wochenende. Regen ist super für die Landschaft und für die Winzer (oder auch nicht) und wenn er da ist, kann man es sowieso nicht ändern, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, verzichtete ich gerne auf Regen. Wenn nämlich am Wochenende viele Menschen von uns mit Zwiebelkuchen und Federweißer bewirtet werden, ist ein Aufenthalt unter freiem Himmel soviel angenehmer ;)

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- Frau Knie. Die ist wieder zurück, erholt und in alter Frische. Zuerst klopfte sie leise an, immer wenn es bergab ging beim Joggen. Dann auch, wenn die Strecke eben war. Dann verbat sie mir das Laufen, seit ein paar Tagen will sie auch nicht mehr, dass ich gehe. Nächste Woche Donnerstag schleppe ich sie zum Orthopäden und ich weiß jetzt schon, was da passiert: Dottore wird nach meinen Beschwerden fragen, ich werde sie ihm schildern, auch wann und wie sie auftreten, ich hab da eine gewisse Routine, wie der treue Leser weiß. Man wird ein Röntgenbild brauchen. Da ich nicht schwanger bin, ist das kein Problem, schade ist, dass auf dem Röntgenbild nichts zu sehen ist. Zum Glück ist seit Neuestem ein MRT im Haus. Mit noch größerem Glück funktioniert es. Die MRT-Aufnahme wird eine Menge “da könnte was sein” zeigen, eine Menge “da hätte ich eine Salbe, einen Bioresonanzapperat, eine Aromatherapie, eine Hitzebehandlung, Reizstrom oder wir schauen doch besser mal rein” nach sich ziehen und mich letztlich in ein heulendes Elend verwandeln, weil das Knie mich schon wieder im Stich lässt.

Vielleicht passiert aber auch etwas Magisches! Denn manchmal reicht schon allein das Ausmachen eines Termins, dass Schmerzen verschwinden.

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- Schulstress der Kinder. Hochmotivierte Lehrer geben nach erholsamen Ferien ein alles und verlangen genauso viel von ihren Schülern, dabei gerne vergessend, dass ihr Fach nicht das Einzige ist. Wird sich erfahrungsgemäß in drei, vier Wochen legen. Bis dahin ist es anstrengend.

Interessant ist übrigens, dass im Sportunterricht der Tochter Noten auf Ausdauer gemacht werden. Bewertet wird die Anzahl der Runden, die in einer bestimmten Zeit gelaufen werden. Viele Runden in wenig Zeit werden mit vielen Punkten benotet. Meine ehrgeizige Tochter schloß sich nun ihren sportlichen eltern an und begleitete sie auf deren Laufrunden. (begleitete anfangs, übernahm dann die Führung und verschwand letztlich aus dem Blickfeld, um entspannt vor der Haustür auf die schnaufenden Eltern zu warten). Frohgemut vergliechen wir Anzahl der gelaufenen Kilometer und die Zeit mit dem Plan aus der Schule. mit ach und Krach reicht das für eine vier plus und einmal mehr habe ich das große Fragezeichen nach Sinn und Zweck dieser Bewertung auf der Stirn. Wer eine halbe Stunde lang Runde um Runde rennt, wird 15 Punkte erhalten, wer eine halbe Stunde Dauerlauf schafft, wird mit einer vier belohnt. Jede Motivation, sich weiterhin zu bewegen, bleibt dabei völlig auf der Strecke. Wie so oft frage ich mich, warum in Fächern wie Sport und Kunst Noten gegeben werden (wenn eben kein theoretisches Wissen abgefragt wird).

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Mehlmotten und Obstfliegen. Beide wieder reichlich in meiner Küche angesiedelt.

Als wir so im Garten saßen, der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib, da erinnerten wir uns an die glorreiche Zeit der Gartenpartys und Gartypartys und dachten, dass eine klitzekleine Wiederholung möglicherweise Spaß macht. Kurzerhand flatterten mails an Frau Quartalsstrickerin und Frau Brüllen, Herr Skizzenblog nebst Mme Ouvrage und sämtliche Niersteiner Freunde wurden persönlich geladen, die allerbeste Freundin per Telefonanruf und ganz spontan (und weil sie um die Ecke wohnt) luden wir Frau SUSAlabim auch noch in die Runde.

Ganz in alter Tradition reisten die Gäste von ganzweitweg (und ein bißchen näher) bereits am Donnerstag an, brachten aber großartiges Wetter mit. Und Sekt, der prima zur neuen Haarfarbe passte (immerhin so Geschmack bewies). Ausserdem auch Bier mit Mangoflavour. Chilled Mango nennt sich das und irgendwie war das mehr geschmacklich gekilled denn gechilled, aber großartig für einen orangegefärbten Runing Gag über´s Wochenende.

Für die kleinsten Gäste gab´s am Donnerstag abend direkt ein Lagerfeuer, ein sehr rauchiges sogar, damit uns unsere Klamotten das restliche Wochenende daran erinnern sollten.

 

Am Freitag erklommen wir die luftigen Höhen der Weinberge. Diesmal tapfer zu Fuß, mit Notfall-Bollerwagen für erschöpfte Kinder mit kurzen Beinen, statt auf dem Hänger hinter dem Traktor.

Am Wegesrand die eine oder andere Erinnerung an einen Gast, der leider recht kurzfristig abgesagt hat und schmerzlich vermisst wurde!

Unser Ziel war der Rabenturm, der Bergfried einer kleinen Burg. Raben gibt es dort keine mehr, dafür jede Menge Krähen und Turmfalken, die in den Schießscharten nisten. Und Rapunzel ohne lange Zöpfe :)

Für mich als “ich hab vor allem Angst, was eng und hoch und auch noch dunkel ist”-Belastete, war der Aufstieg eine echte nervliche Herausforderung.

Doch der Ausblick lohnt alle Mühen und Angstschweißausbrüche. Phänomenal und ja, ich verliebe mich immer wieder auf´s Neue in unsere langweile Weinbergsgegend.

Kurz vor dem ersten Regen schafften wir es wieder nach Hause, zu Eis und frischen Erdbeeren. Hiervon kein Bild, aber dafür rasch mal Cat Content, weil Franz sich so allerliebst und dekorativ auf unserem Sonnensegel niederließ.

Am Samstag, dem Tag der Gartenparty, verfiel ich nur ganz kurz in Panik, weil vier verschiedene Wettervorhersagen dreimal Regen ankündigten. Letztlich sei gesagt, die Wettervorhersage vom Apfelphone hatte recht, Herr Jobs scheint das Wetter da oben übernommen zu haben. Die Sonne schien, wie sich das gehört für eine Gartenparty.

Wir starteten den Tag mit der Zubereitung verschiedener Köstlichkeiten. Die allerbeste Freundin zauberte einen Glasnudelsalat, der innerhalb weniger Minuten durch verschiedene Testesser auf ein kümmerliches Fünftel geschrumpft wurde. Die Erdbeer-Sahne-Biscuitrolle, die Oma Eis auf den Tisch stellte, wurde binnen Sekunden aufgesaugt. “Sesshafte Wanderheuschrecken”, merkte Frau Brüllen an. Jepp, das trifft´s.

Von der Gartenparty hab ich keine Bilder. Ich war mit SektBierTeeKaffeeWasser trinken und KuchenSalatBrotundwiederKuchen essen beschäftigt. Und mit glücklich durch die Gegend schweben, weil Wetter und Garten und Gäste und alles und überhaupt so wunderbar waren.

Eine Menge Kinder von drei bis sechzehn fanden Beschäftigung und falls sich ein Erwachsener mal langweilte, musste er sich die Bilder auf Instagram anschauen. Überhaupt dieses Instagram-Ding: das beschäftigte uns doch sehr am Wochenende. Und noch nie war eine Gartenparty so technik-geprägt wie diese. Hat viel Spaß gemacht!

Spaß macht mir übrigens immer noch dieses zauberhafte Geschenk von Frau Labim! Sollten Sie gerne ein ähnliches Band am tragen wollen, dann schauen Sie doch in nächster Zeit mal bei SUSAlabim rein, sie hat so viele genäht, dass sie sie verkaufen kann :)

(meine beneidenswerte Bräune kommt leider nicht von drei erholsamen Wochen auf einer Südsee-Insel, sondern vielmehr von einigen hektischen, intensiven Tagen im Garten, um diesen einigermaßen begehbar zu machen. Deshalb habe ich auch gnädigerweise die schorfigen, trauerrandnageligen Finger auf dem Bild ausgespart)

Alles in allem ein höchst großartiges Festival. Eines von denen, an die man sich gerne und mit “hach!” erinnert und die man gerne wiederholen möchten. Vielleicht im Oktober, mit Federweißer und Zwiebelkuchen, so wie schon ganz vorsichtig mit Tante Liesbet und Littlemaryjo angedacht :)

Und solche Bilder macht man halt. In Berlin und auch in Nierstein :)

Danke meinen Gästen für ein wunderbares Wochenende, kommen Sie wieder!

I survived the Klassenfest.

Wieviele Menschen es letztendlich waren – ich habe keine Ahnung. Aber alle waren glücklich. (ich muss endlich lernen, wie man ein “Danke!” annimmt. Finde ich wirklich schwer!)
Es gab eine kleine Vorführung mit Gesang, Tanz, Trompetenspiel und Akrobatik.

Danach jede Menge Fleisch auf dem Grill und Kindergelächter im unteren Gartenteil. Bevor das Gemüse keines mehr werden kann, schob der beste Vater meiner Kinder wieder den Zaun zu. Der hintere Teil des Gartens ist … strapaziert, aber nicht zerstört :-)

Schön war´s.
“Bis zum nächsten Mal”, sprach eine Mutter beim Abschied und ich denke mal, das geht in Ordnung.

Jetzt sitze ich mit dem besten Vater meiner Kinder am Feuer, trinke ein Sektchen und probiere aus, wie lange der Akku des neuen Laptops hält.

Und eben fiel mir dieses Tierchen auf den Arm. Wissen Sie was das ist? Ohrenkneifer to be?

Nochmals: Ein schönes Wochenende!

Bildchen

25. Mai 2009

Der beste Vater meiner Kinder hat heimlich nebenbei ein paar Bilder gemacht und die zeige ich Ihnen mal.  Zwei, drei von mir, von heute sind auch dabei. Nach dem Klick.

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I wanna stay!

24. Mai 2009

schimpfte der Sohn der Frau aus dem I(r)renland, doch der Bus zum Flieger wartet nicht und der Papa daheim war dann letztlich doch wichtiger, als das Buddeln in der Mutti´schen Wildnis.

Die letzten Gäste haben die Villa verlassen und Ruhe kehrt ein. Zurück bleibt eine einzelne Socke mit MickyMausMotiv und sehr großem Loch an der Ferse und ein Paar orangefarbener Sneakers in Größe 40. Ausserdem ein bißchen Staub und Dreck auf dem Küchenboden, aber um den kümmere ich mich später.

Die Gartyparty war … voll. Überwältigend. Ich habe gelacht und gekichert, mich prächtig amüsiert, köstlich gespeist, viel zu viel Sekt getrunken, großartige Mitbringsel ausgepackt und später auch drei Tränchen vergossen, wegen der Hormone und auch aus Erschöpfung, denke ich. Drei Tage Gartypartyfestival sind für mich, die ich eigentlich größere Menschenansammlungen meide, doch etwas zuviel Desensibilisierungstherapie – ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste :-)

Ich nehme deshalb Abschied von den ganz großen Feiern und sage Hallo! zu den kleinen, intimen, gemütlichen Feiern, bei denen Zeit für längere Gespräche bleibt. Die Musematschka samt Mann lächelte ich im Vorbeirennen immer mal wieder freundlich an, der Kontakt mit der Garnprinzessin bestand immerhin so lange, dass ich registrieren konnte, dass sie keinen türkisfarbenen Lidstich trug und den Mann der Quartalsstrickerin nahm ich erst heute, bei der Verabschiedung, so recht wahr.

Der Vorteil der großen Masse ist natürlich, dass es leichter fällt, sich zu trauen. Man kann sich verstecken und beobachten. Der Nachteil der großen Masse ist, dass die Eindrücke sich überschlagen, dass Lautstärke und Aktion schnell überfordern können und dass der regelnde Überblick schnell verloren geht. Ich finde die Idee des großen Gartenfestes nach wie vor sehr toll, doch ich kann keine Gartyparty 2010 feiern, denn der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung schiebt ihr selbst den Riegel vor. Ich müsste Absagen erteilen, müsste sozusagen Aufnehmekriterien erstellen (wie? Du hast nur achttausend Zugriffe am Tag und bist nur ein C-Blogger? Tja …).

Man soll aufhören, wenn´s am Schönsten ist und das tue ich.

Ich freue mich aber sehr, meine Gartypartybesucher wieder zu sehen, nur eben nicht alle auf einmal.

(kleiner Insider am Rande: die Seerose hat einen Trieb und ein echter Experte *wink zu Manfred* sprach von – kann das  sein – Wachstumsknoten, die erst zertsört werden müssten, um die Pflanze zu töten. Und die Dämmung unserer Aussenwand musste sowieso irgendwann runter. Wenn auch geordneter, direkt in Müllsäcke, ohne den Umweg durch den Garten. Ansonsten: nur drei geköpfte Sonnenblumen, einige Erdbeerverluste und ein gefledderter Farn. Maximal vier Gläser und ein Gartenstuhl. Aber letzterer war auch schon alt.)

Ich würde Ihnen da draußen allzu gerne Bilder der Weinbergsrundfahrt zeigen und natürlich auch Bilder des munteren Treibens im Garten. Oder Impressionen vom Abend auf der Terrasse, als die Gelkerzen brannten und zu Gitarrenklängen von vertrockneten Kröten gesungen wurde. Doch ach! Kein einziges Bild habe ich gemacht, wohlwissend allerdings, dass das andere gerne und vielleicht auch besser tun werden. Klicken Sie sich also bitte durch die Blogs der Gartypartygäste und ärgern Sie sich halt ein bißchen, dass es jetzt zu spät ist, um nochmal dabei gewesen zu sein :-)

(was ich mir ja übrigens sehr, sehr gut und selbstverständlich total gemein und diskriminierend, liebe Männer, vorstellen könnte, wäre eine Nur-Bloggerinnenparty (einzige Ausnahme: hinreissende Stillbabys) quasi so was wie der Bloggerfrauenwagen bei der Weinbergsrundfahrt zwischen Brudersberg und Rabenturm. Nur halt länger, ohne Geholpere und mit besserem Wein :-)  Wir werden sehen.)