Ich sag´s mal so:
21. Mai 2012
Das Gartenfestival in der Grünen Villa war ein Fest mit unseren Freunden. Mit Menschen, die uns im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen sind. Man kann sich nicht für eine Teilnahme “bewerben”, ich lasse mich nicht “bestechen” und vor allem verstehe ich Neid und Missgunst nicht.
Ausserdem: ich werde auch weiterhin hier keine anonymen Kommentare dulden.
Geht woanders spielen.
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heute eher grau
10. Juni 2010
“Wenn´s Wetter vunn überm Rhoi kimmt, werd´s bees.”*
So spricht der Einheimische und er hat recht. Das Gewitter gestern abend hat ein paar Blümchen gefetzt und die Grüne Villa schwer gebeutelt. Durch die großen Terrassenscheiben, bzw. durch die Dichtung der derselben, regnet es rein. Das ist sehr schade, denn ich mag Regen nur draußen für den Garten und bestimme obendrein gerne selbst, wann ich putze. (selten und wenn, dann mürrisch)
Das sind die Momente, in denen ich neidisch ins Neubauviertel schiele: lauter niegelnagelneue Häuser ohne Löcher und kaputte Dichtungen. Mit klitzekleinen Gärtchen, die man innerhalb von zweit Stunden gejätet, gehackt und aufgehübscht hat, in frischgepflasterten Tempo30-Zonen, ganz ohne Bagger.
Es ist mal wieder so weit, Frau … äh … Mutti hadert damit, dass sie sich in die Grüne Villa verliebt hat. In das Faß ohne Boden, in die Ruine. In das Haus mit dem gewissen Charme, in die Bruchbude. Inmitten von der stets wuchernden und nie in den Griff zu bekommenden Wildnis.
Manchmal wächst es mir über den Kopf.
*Wenn das Wetter über den Rhein/von der hessischen Seite kommt, wird es böse.
Amyotrophe Lateralsklerose
9. April 2010
Wer auch immer sich diese Krankheit ausgedacht hat, muss sehr schlechter Laune gewesen sein.
“Hm, mal sehen”, mag sich derjenige gedacht haben, “ich brauche eine Krankheit, die unwiderruflich wichtige Funktionen zerstört. Ach ja! Tolle Idee! Ich lasse einfach die Nervenzellen kaputtgehen, die für die Muskelsteuerung wichtig sind. Das ist doppelt und dreifach grausam, denn wenn es erstmal die Nervenzellen rund um den Kopf erwischt, kann der Mensch nicht mehr richtig essen. Essen ist Genuss und Lebenserhaltung, welch großartige Idee von mir, dies zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Der rapide Gewichtsverlust und die allgemeine Schwäche sind Programm. Und dann die Sprache. Kommunikation! Von den Menschen so sehr geschätzt und zelebriert. Wenn die Zunge lahm liegt, ist es vorbei damit. Und wenn erst die Muskulatur des Gesichtes befallen ist, bleibt die Mimik starr und abweisend und aus ist´s mit der Kommunikation. Super Einfall! Gleichzeitig verschwindet die Feinmotorik und somit die Fähigkeit zu Schreiben. Isolation ist das Ziel. Zur Beschleunigung kille ich den Schluckreflex und lasse den Speichel fließen. Nicht mehr kommunzieren, nicht mehr essen und obendrein sabbern: so schnell schafft man Leid.”
Ja, so ist das. So hat sich das wohl irgendwer ausgedacht.
Was bleibt ist die Angst vor jedem Klingeln des Telefons. Und der bange Blick zum Himmel hoch, wenn mal wieder der Rettungshubschrauber knapp über den Dächer entlang donnert. Ob er erneut dort landet, weil ein Stückchen Croissant die Luft und das Bewusstsein raubte?
Es ist ein stetes Abwägen, was und wieviel den Kindern erzählt werden kann. Die Wahrheit. Natürlich. Es gibt keine Heilung. Es wird schlimmer. NOCH schlimmer. Der Tod kratzt an der Tür. Viel zu früh, aber vielleicht erlösend. “Ihr habt uns gar nicht erzählt, dass der Rettungshubschrauber kommen musste!”, empörten sich die Kinder, als sie gestern vom wöchentlichen Besuch heimkamen. Ja. Haben wir nicht, wir wollen doch schützen. Wollen nicht, dass ein fluffiges Croissant auf ewig einen bitteren Beigeschmack bekommt.
Die Unbefangenheit der Kinder bröckelt. “Was ist mit dem Opa, wenn die Oma stirbt?”, fragen sie.
“Dann müssen wir uns besonders um den Opa kümmern”, antworten wir. Wissend, dass manche Liebe so stark ist, dass der eine nicht ohne den anderen sein will.
Novemberrezept Nummer 30
30. November 2009
geschafft!
Der November ist fast vorbei, ich hab ihn ganz gut überstanden.
Jetzt darf der richtige Winter anfangen, gerne mit Schnee, Eis und Minusgraden. (weil nämlich mein Garten dringend einen reinigenden Frost braucht!)
Ich danke Ihnen da draußen herzlich für die vielen Anregungen, die es in den einzelnen Blogs gab. Toll, dass meine Anregung so aufgegriffen wurde.
Mein heutiges Rezept ist: Tannengrün einkaufen, zum Schmücken. (weil die Chancen dann ganz gut sind, dass bis Weihnachten nicht mehr nur die kahlen, entnedelten Ästchen hängen) Ich liebe nämlich den Duft von Tannennadeln. Und manchmal verbrenne ich auch zwei, drei Nadeln, weil DEN Duft mag ich auch gerne. Überhaupt: Duft.
Im Warmhaltefach vom Ofen steht ein Schälchen Wasser, wegen des Raumklimas. Manchmal tropfe ich da ein bißchen Orangenöl rein. (und es lohnt sich, da ein bißchen Geld für zu investieren). Oder ein paar Tropfen Bergamotte. So ein bißchen was Frisches eben.
Mandarinenschalen legen wir auf die Heizung, das riecht auch fein. Und als Dufterlebnis und Zeitverbringding eigenet sich das “Nelken in Orangen stecken und an einem hübschen Band aufhängen”-Ding.
Nach Plätzchen duftet es sowieso, aber ich unterstütze diesen Duft noch mit den Spekulatiusherzen, die es im blaugelben Möbelhaus gibt. Die schmecken nämlich nicht, sehen aber mit nettem Bändchen an Tannengrün geknotet ausgesprochen hüsch aus. Und duften lecker.
Auf in die Vorweihnachtszeit!
Novemberrezept Nummer 29
29. November 2009
War nicht schwer heute, oder?
Bei uns: eine Kerze, Plätzchen, Lebkuchen von hier und frisch aufgebrühten Kaffee.
Weiteres Programm: Schneeflocken backen (hoffentlich mit mehr Erfolg als sie) und 500g Maronen mit Kardamom pürieren und zu Plätzchen verarbeiten. (das Rezept aus der Sonderbeilage der Brigitte ist fein)
Später vielleicht noch mal rasch ins Nähzimmer.
Sollten Sie sich heute zufällig in Wiesbaden aufhalten, dann schauen Sie doch mal in den Schnittpunkt rein, dort treffen Sie dann Mme Ouvrage mit ihrem Weihnachtsschnickeldi.
Novemberrezept Nummer 28
28. November 2009
Altes und Neues.
Tradition und Experiment.
55 Jahre liegen dazwischen.

Plätzchenbacken ist auch immer ein bißchen bittersüß.
Deshalb darf der Tag heute auch grau sein, weil ich mich ein bißchen wehmütig erinnern werde. Und gleichzeitig in Zucker, Nüssen und Schololade schwelge.
(mit Salamibrot und wenigstens sauren Gurken in Reichweite)
Novemberrezept Nummer 27
27. November 2009
Zeit für Heimlichtuereien und Gekruschtel hinter verschlossenen Türen und Zettelchen auf denen geheimnisvolle Zeichen an wichtige Ideen erinnern sollen und die Suche nach Adressen und überhaupt ist das alles immer ganz schön schön.


