Taschen, Monster und magische Kreise
18. April 2013
Als ich die Taschenschnittmuster-CD “Taschenspieler” von Farbenmix in Händen hielt (und erfolgreich in den Computer gesteckt hatte), war mir sofort klar, welche Tasche ich nähen würde. Leicht größenwahnsinnig angehaucht entschied ich mich direkt für den König. Eine Reisetasche. Durchaus aufwändig zu nähen, aber warum sich nicht hohe Ziele setzen?
Ein Blick in meinen Stoffschrank zeigt, dass ich keine Reisetaschenstoffe habe. Die sollten nämlich mindestens “jeansfest” sein, damit das keine Reiselabbertasche würde. (Labertasche, hihi)
Ich begann die einschlägigen Stoffhändlerseiten zu durchsuchen, ob sich da nicht ein passender Stoff fände, liebäugelte kurz mit dem Angebot der Klecksefrau, mir Stoff aus Holland mitzubringen (der Postsackstoff!) und hatte dann tausend andere Sachen zu tun, der König blieb ungenäht.
Als nacheinander die Reissverschlüsse zweier meiner Taschen kaputt gingen und ich somit einen echten Grund hatte, mir selbst wieder eine Tasche zu nähen, warf ich die CD erneut in den Rechner und entschied mich diesmal für den “Bube”, eine Messengerbag. Schön geräumig und dabei sehr schick. Passend dazu entdeckte ich schwarzes Kunstleder in der Tiefe meines Schrankes, schnitt zu, stickte, suchte und fand passende Bändchen und musste kein einziges Mal schimpfen oder fluchen. (die Freitagsfreundin, die mir Gesellschaft leistete, war äußerst verwundert über meine große Gelassenheit, das kennt sie so gar nicht.)
Wenige Stunden später hielt ich eine wunderschöne Messengerbag in Händen:

Ein paar Kleinigkeiten waren nicht perfekt. Zum Beispiel trafen sich die Klettstreifen zuerst nicht, doch das konnte ich verbessern. Oder der Griff sitzt nicht ganz in der Mitte. Der Träger ist nicht gleichmäßig hoch angebracht und noch ein paar Sachen. Kleinigkeiten eben, die meine neue Tasche noch charmanter machen :)

Als zusätzliche Zierde baumelt ein weiteres Monsta aus Herrn Skizzenblogs Feder am Taschenträger.
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Ein paar Tage später fiel mir im Stoffoutlet in Mainz-Kastell weiches, orangefarbenes Kunstleder in die Hände. Zu einem echten Schnäppchenpreis, ich konnte nicht widerstehen.
Kaum daheim angekommen schnitt ich wieder zu, erneut den “Bube”. Am Längsten dauerte es diesmal, einen passenden Innenstoff zu finden, ich konnte mich nicht entscheiden. Die Klappe bestickte ich mit der Datei “Magische Kreise” von Anja Rieger

und bei Kunterbuntdesign fand ich die wunderbar altmodischen Steckschnallen.

Auch diese Tasche hat ein paar Mängel, weil meine Nähmaschine an der einen Stelle überrascht keuchte, als es plötzlich acht Lagen Kunstleder zu nähen gab. Danach nähte sie nicht mehr sauber, doch ein paar Tropfen Öl versöhnten sie. Der Handgriff auf der Klappe ist nachträglich angebracht, zuerst wollte ich keinen, fand die Tasche dann aber unvollständig. Und weil ich die eine Seite des Griffs zu weit links angesetzt hatte und man bei Kunstleder gar nichts mehr auf/abtrennen kann, verlängerte ich den Griff, der Symmetrie wegen. Das Ganze ist nun … äh … individuell, doch ich liebe auch diese Tasche.
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Die magischen Kreise landeten schließlich auch auf einem ganz unmagischen, langweiligen schwarzen Langarmshirt und zwar in knalligem Neon. Noch vor etwa vier Wochen hätte ich laut gelacht, hätte man mir gesagt, ich würde neonfarbenes Stickgarn verwenden. Aber so ist das eben: irgendwann packt es einen.

Hier mal näher dran: neon auf schwarz: BING!

Die Kreise auf dem Shirt gefallen mir so gut, dass ich noch weitere daraufsticken will, derzeit ziehen sich nur die gezeigten auf der Hüfte entlang.
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Für die Reisetasche “König” habe ich übrigens noch immer keinen Stoff. Ich kann mich einfach nicht entscheiden.
österliches Küchenfärben
29. März 2013
Was lange währt … wird dann endlich gelb gut. Viele, viele Bilder nach dem click!
Frühjahrsputz
21. März 2013
Bevor irgendein Arzt den Knubbel aus meiner Hand schneidet und mich damit zur Bewegungsunfähigkeit verdonnert, muss ich noch rasch den Frühjahrsputz erledigen.
Traditionell geschieht das in der Grünen Villa während der Osterferien. Ich durchforste die Küchenschränke und alles, was ich ein Jahr lang nicht benutzt habe, wird ausgemustert. (landet im Garten, um bepflanzt zu werden oder in der Sperrmüllkiste) Manchmal entdecke ich auch etwas, dem ich ein weiteres Jahr eine Chance gebe. Die Schränke werden ausgewischt und auch von außen abgeschrubbt. Dieses Jahr gehe ich etwas rabiater ans Werk:

Mit dem Schleifgerät rücke ich den türkisfarbenen Küchenfronten zu Leibe, denn ganz frühlingshaft soll die Küche demnächst in leuchtendem Gelb erstrahlen.

Unter dem Türkis befindet sich noch das Grün, das vor drei Jahren verschwand.
Und vor fünf Jahren waren die Küchenmöbel noch weiß. (und die Wände dunkelrot)
Fleissiges Bienchen.
18. März 2013
Oma Eis und ich haben heute morgen das Nähzimmer gerockt!
Sie hat wie ein Weltmeister Wendeöffnungen verschlossen (und ungefähr dreissig Mottenlöcher in der Wolljacke des besten Vaters meiner Kinder gestopft. Mistviecher, blöde.), ich habe endlich das Ebook “Ella” ausprobiert. Die Bändchen dafür liegen nämlich schon seit geraumer Zeit im Nähzimmer und betteln um Aufmerksamkeit. Kunstleder hatte ich natürlich keines, hatte es auch nicht für nötig empfunden, im www danach zu suchen, weil irgendwas wird sich schon finden. Es fand sich tatsächlich irgendwas, nämlich ein paar Alcantara-Reste (Wildleder-Imitat) aus dem Fundus des Vaters der Freundin, die nie Zeit hat. Der war nämlich Damen-Oberbekleidungsschneider und davon profitiere nun ich. Bisher war mir nicht so klar, was ich jemals mit Alcantara-Resten anfangen soll … bis ELLA kam.

Farblich zu den Nägeln abgestimmt, statt die Nägel zum Bändchen lackiert ;) Die Bändchen flutschen relativ schnell unter der Maschine hervor und es gibt beinahe keine Fingerknoten beim Flechten, ich werde noch einige mehr machen, denn auch die Tochter meldete eine gewisse Begehrlichkeit.
Während ich flocht, ratterte die Stickmaschine. Die lange von mir vernachlässigten Monstas aus der Skizzenblog´schen Feder sollen langweilige, unifarbene Shirts aufpimpen. Bei der letzten Stickgarnbestellung hüpften mir zwei Konen Multicolorgarn in den Warenkorb und beide lassen ganz wunderbare Ringelmonster entstehen. Ich bin verliebt.

Die Stickdatei “Monsta” gibt´s immer noch bei Kunterbuntdesign, nur mal so nebenbei bemerkt ;)
Und das waren auch schon die großen Aktivitäten des Tages: sieben Monstas sticken und dabei argwöhnisch die Stickmaschine bewachen, Kleinformate eintüten, ein bißchen Haushalt. Und jetzt muss ich los, die Mitarbeiterversammlung des Weltladens steht an.
Das Oster-Schaufenster
7. März 2013
ist geöffnet.
Hier!
(oder links unter “Impressum”)
Wie immer gilt: bei Interesse eine Mail an mich, dann klären wir Details.
Interessieren sich mehrere Menschen für ein und dasselbe Schnickeldi, richte ich mich nach dem Eingang der Mail.
Bitte haben Sie Geduld mit mir, falls ich Ihre Mail nicht umgehend beantworte, ich bemühe mich, so zügig wie möglich zu arbeiten.
glücklich und happy
4. März 2013
Vor ein paar Wochen entdeckten wir einige Lücken im Bestand unseres Weinkellers. Um diesen untragbaren Zustand zu beenden, suchten wir den Weinhändler unseres Vertrauens auf und nahmen Mme Ouvrage mit, damit auch deren Weinkeller mit Weinen befüllt würde, die wir bei Besuchen dort austrinken würden können (hättentätenkonditional). Beim Einkaufen von Wein lässt es sich nicht vermeiden, dass Wein gekostet werden muss. Geschieht das an einem Sonntag morgen, mit einer Grundlage, die aus zwei Scheiben Toastbrot besteht, kann das Verkosten von drei Weinen zu beschwingtem Verhalten führen.
Mme Ouvrage und Frau Mutti waren also fröhlich beschwingt, als sie beschlossen, sich ein ureignes Stöffchen zu kreieren. Mit Hilfe von Herrn Skizzenblog, der umgehend ein passendes Computerprogramm hervorzauberte, kombinierten wir fröhlich Farben, suchten und fanden die Seite, die das eigene Design auf Stoff druckt, bestellten und warteten beinahe geduldig.
Letzten Samstag trudelten zwei Meter des Stoffes “Dubbe” ein. “Dubbe” ist rheinhessisch für Tupfen, Dots kann ja jeder ;) Mme Ouvrgae wusch und trocknete, ich stellte am Sonntag das Nähzimmer zur Verfügung. Und es entstanden zwei luftige, fröhliche Sommerröckchen!

Mein Rock zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig, aber kurz danach sah er so aus:

Der Stoff ist ziemlich dünn, ohne einen Unterrock kann ich ihn nur in abgedunkelten Räumen tragen :) Erfreulicherweise habe ich im Kleiderschrank einige Shirts und Pullis gefunden, die zum Dubbe-Rock passen. Und die lüla Schuhe sind das i-Tüpfelchen. Für einen Tochterrock reicht der Stoff noch, dann ist er perfekt genutzt aufgebraucht. Weitere Farbkombinaionen wollen dann auf Stoff gebracht werden. Und vielleicht zaubert der Herr Skizzenblog noch was? Seien Sie gespannt, ich bin es auch.
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Ebenfalls am Wochenende läuteten wir den Frühling im Wintergärtchen ein. Das bedeutet, dass das Korbsofa von der Halle wieder nach oben wandert, denn im Wintergärtchen lässt es sich darauf bei kuscheligen 25°C (heute nachmittag) ganz wunderbar aushalten. Der Bezug der Polster war aber bereits etwas schäbig, deshalb nähte ich rasch einen neuen. (rasch. Haha. Sie kennen mich.) Und neue Kissenbezüge gleich dazu, denn seit Donnerstag gibt es in Frau Kunterbunts Shop die Stickdatei “Happy” (aus der Feder von Hamburger Liebe), die sich prima auf den Bezügen breit macht.
Die wirklich große Blume (hier geschickt der dicke Martin als Größenvergleich im Vordergrund platziert) besteht aus zwei Teilen, der Blüte und dem Stiel samt Blättern. Einen Tick enger zusammen hätte ich sie sticken können, das versuche ich dann demnächst nochmal, wenn ich eine Taschenklappe damit schmücken werde.

In der Stickdatei gibt es die wirklich große Blume auch eine Nummer kleiner und einiges an hübschem Geschnörkele, für das sich einige Plätze finden lassen. (click auf´s Bild macht zeigt Details)
Das Korbsofa wirkt nun sommerlich, sehr einladend, ein Mittagsschläfchen in der Sonne darauf zu genießen.
Mal schauen, wann ich die Theorie in die Praxis umsetzen kann, denn diese Idee hatte nicht nur ich.

Immerhin: die Kater liegen friedlich nebeneinander. Das ist ja auch was wert.
Österliches.
28. Februar 2013

Weihnachten ist mein großes Dekofest. In allen Ecken und auf sämtlichen ebenen Flächen glitzert Schnickeldi, an den Fenstern leuchtet es bunt und das ganze Haus sieht kuschelig-puschelig aus. Ostern hingegen ist mein Deko-Stiefkind. Früher baumelten ausgeblasene, von den Kindern bemalte Eier an einigen Weidenkätzchenzweigen. Und am Fenster klebten die Tonpapier-Osterkreationen, die die Kindelein aus dem Kindergarten mitgebracht hatten. Und den Tresen zierten einige Farbkleckse vom Färben der Eier. Das war´s, kein weiteres Schnickeldi. Braucht es ja auch nicht, dachte ich immer, denn schließlich blühen um Ostern herum Tulpen, Osterglocken, Bellis, Hyazinthen, Ranunkeln und Traubenhyazinthen auf meiner Fensterbank.
Ich wurde eines Besseren belehrt: auch für Ostern gibt es hübsches Schnickeldi. Frau Rieger hat sich Hasen ausgedacht, die in wenigen Minuten als in-the-hoop-Stickerei fertiggestellt sind.

In zwei Größen hoppeln die Hasen aus dem Stickrahmen, ich habe bisher nur die kleineren gestickt. Für Oma Eis drei Stück

und drei Stück für das Nähzimmer, denn das Nähzimmer sollte auch jahreszeitlich geschmückt sein. Das Nähzimmer hat sich nämlich mittlerweile zum Familienraum gemausert. Dank des Bettes, auf dem immer mindestens ein lesendes Kind liegt, wenn ich zu nähen habe.
Hasen an der Girlande über der Stickmaschine. Passen prima dahin, denke ich.

Blümchen und Totenkopf

und ein Sternenhase mit Überbiss. Mein Liebling ;)

Die Stickdatei “Hasenbande” gibt es ab heute, 28.02.2013, bei Anja Rieger Design. Ihnen so viel Spaß beim Sticken, wie ich ihn hatten. Danke, Frau Rieger!


