Jedenfalls in meinem Nähzimmer.

Ich habe nämlich die Theorie, dass Näh- und Stickmaschinen keine schnöden, teuren Plastik/Metall/Sonstswas-Nutzgeräte sind, sondern Maschinen mit einer Seele. Möglicherweise ist das Fertigungsgelände der Pfaffmaschinen über einem Indianerfriedhof errichtet, man weiß ja nie.

 

Heute beschloss ich, wenn ich schon Frust, weil ich nicht in Berlin bin, kann ich mir auch noch den Frustrationsoverkill holen, indem ich das Coverlockmaschinchen auspacke und versuche, ihm ein paar Nähte zu entlocken. Der treue Leser mag sich erinnern: es ist ziemlich genau ein Jahr her, seit ich das Coverlockmaschinchen für den heimischen Fuhrpark adoptierte. Seit dem habe ich damit zwei Kissenbezüge, einen Rock und jede Menge Murx genäht. Für den Maschinenpreis zu wenig positives Ergebnis, das muss sich ändern.

Mehrere Dinge geschahen gleichzeitig:

- ich entschied mich für quietschroten Nickystoff und diesen Antondingsbumsschnitt von Farbenmix, weil den kann jeder

- ich belud die Speicherkarte der Stickmaschine mit diesem riesigen Drachen von Frau Maki

- ich schnitt dunkelbraunen Walk zu, um ihn besticken zu lassen

 

Die Stickmaschine wurde in Gang gesetzt, der Zuschnitt des quietschroten Nickys ging weitestgehend flott und die Coverlockmaschine war beinahe nicht zugestaubt. Das Einfädeln für einen dreifädigen, schmalen Overlockstich, der mir laut Gebrauchsanweisung für dünnen und mitteldicken (hä? WTF?) Stoff empfohlen wurde, nahm dann doch etwas Zeit in Anspruch. In Stickzeit für die Leserinnen, die sich auskennen: der Drache war fast fertig, acht Farbwechsel inklusive. Ich behaupte, wer eine Overlockmaschine einfädeln kann, kann auch einen Herzkatheder legen. Oder eine Athroskopie am Knie durchführen. Ständig sind die Finger zu dick, die Fäden zu ausgefranst, das Licht zu dunkel, der Schattenwurf zu ungünstig und wenn man den letzten Faden einfädelt, zupft man aus Versehen den ersten wieder raus.

Ich nähte eine Naht auf einem Probeläppchen, während die Stickmaschine an der Umrandung des Drachen arbeitete. Zwei Maschinen, die gleichzeitig arbeiten, das geht nicht, da gibt es Eifersüchteleien, da beginnt der Kampf um ungeteilte Aufmerksamkeit. Der Oberfaden an der Stickmaschine riss, die Fäden der Overlockmaschine verknoteten sich zu einem imposanten Gebilde.

Nach weiteren Oberfadenrissen gönnte ich der Stickmaschine eine neue Nadel, mit der sie glücklich und fröhlich weiterratterte. Die Coverlock, wegen so viel Zuwendung, die nicht ihr galt, verstimmt, verweigerte sämtliche Dienste. Eine Naht ließ sich gut anbringen, sogar mit sauberem Ergebnis, doch das Stoffstück den Nadeln und Greifern zu entreissen – schier unmöglich. Vorsichtes Ziehen, beharrliches Zupfen, kräftiges Zerren – nichts. Behutsames Drehen des Handrades nach hinten, vorne, viertel, halb, ganz – nichts. Irgendwann löste sich das Genähte doch und ich durfte zwei Fäden neu einfädeln.

 

Der Drache war fertig und sah wunderbar aus, weswegen ich spontan beschloss, einen weiteren zu sticken, in anderer Farbkombination. Ein weiteres Stück Walk musste zugeschnitten werden, Stickvlies eingespannt und die Farben für die neue Kombination herausgekramt werden.  Die Stickmaschine wurde gestartet.

Nach dem Einfädeln der Coverlock wagte ich einen weiteren Versuch, die zweite Schulternaht meines künftigen Lieblingskuschelpullis musste geschlossen werden. Die Naht: ohne Probleme und sauber, das Herausziehen des Stoffes: neu einfädeln nötig. Frust.

Die Stickmaschine ratterte sich dem fünften Farbwechsel entgegen und gerade als ich den ersten Ärmel einsetzte, verwandelte sich das Rattern in komisches Knattern. Der Oberfaden der Stickmaschine war aus seiner Führung gesprungen und hatte ein dickes Fadengewurschtel unter der Stickplatte verursacht. Ich konnte retten, gerade noch, bevor der Stickrahmen der Spannung nachgegeben hätte und ich das begonnene Motiv nur noch in den Mülleimer hätte feuern können.. Weil es gelingt nie, wieder so einzuspannen, dass das Motiv sich nicht verschiebt.

Als ich am Ende des Ärmels anlangte, stellte ich fest, dass noch eine Menge Rückenteil übrig war. Und beim Wegziehen des Nähstückes von der Maschine … Sie ahnen es: neu einfädeln.

Ich habe nicht neu eingefädelt. Stattdessen habe ich das quietschrote Nickyzeugs zu einem hübschen Ball geformt und in meinen Schrank geworfen. Die Covermaschine darf sich unter ihrer Abdeckung ausruhen, bis auch meine Nerven das Flattern aufgegeben haben. Die Stickmaschine rattert, während ich dies schreibe, einen dritten Drachen, derzeit Farbe drei.

Ich werde im Anschluss ein paar Zuschnitte machen und erst wenn die Stickmaschine fertig ist, die dritte Maschine des Fuhrparks in Betrieb nehmen, um die Drachen auf Walk in hübsche Taschen zu verwandeln. Weil “normal” nähen kann ich ja. Und wenn nur eine Maschine läuft, dann kann es ja keine Schwierigkeiten geben. Oder?

Neues, Altes und Gesticktes

19. Januar 2012

Nachdem sie zwei Jahre lang mit ruckelnder Maschine vom Discounter schimpfend genäht hat, kurz ihr Glück mit einer aus gute Grund von mir abgelegten Maschine versucht hat … Oma Eis hat jede Menge Plätzchen für den Weihnachtsmarkt gebacken, viele Taschen genäht und unzählige Wendeöffnungen geschlossen. Vom Verkaufserlös hat sie sich heute eine Nähmaschine gekauft. Reduziert, weil Auslaufmodell, eine Pfaff Expression 2028, falls Sie neugierig sind.

Ich freue mich sehr für sie, schnurrende Maschinen sind etwas Feines. Gut näh!

 

*****

 

Und weil wir heute gerade im Pfaffladen waren, fragte ich nach einer Karte für meine Stickmaschine. Meine Stickmaschine ist nämlich ein nahezu vorsintflutliches Modell aus einer Zeit, als zwar jede Menge Geräte mit USB- Anschlüssen gab, diese Technologie aber noch nicht bei den Nähaschineningeneuren angekommen war. Deshalb gibt es zu meiner Stickmaschine ein schickes Kästchen, das man an den Computer, der mit der Sticksoftware gefüttert ist, anhängt. Die Speicherkarte wird dann in das Kästchen gesteckt, die gewünschten Stickmotive werden darauf gespeichert und die Karte anschließend aus dem Kästchen entfernt. Und in die Stickaschine gesteckt. Viel Bewegung, viel Reibung und besonders in den letzten Monaten viel hin und her mit dem Ergebnis, dass sich das Kontaktfeld mit dem Chip schnell abwetzt. Das hat zur Folge, dass die Karte nicht mehr gelesen oder beschriftet werden kann. Ist seit ich die Stickmaschine habe schon dreimal passiert, aber Ersatzkarten gab´s ja und ich habe zähneknirschend investiert.

Heute habe ich erfahren, dass es die Karten wohl nicht mehr allzu lange geben wird. Logisch. Auch die Pfaff-Stickmaschinen sind im USB-Zeitalter angekommen. Das heisst jetzt für mich, dass ich mir einen kleinen Vorrat an Karten zulegen muss, was beim Kaufpreis von fast 70,- Euro (ich muss mal recherchieren, ob´s die im www nicht irgendwo günstiger gibt) kein Vergnügen ist. (und ich muss mal in die alten Rechnungen schauen, denn ich glaube, soviel habe ich bisher für die Karten nicht bezahlt) Das Ganze ist doppelt und dreifach ärgerlich, denn meine Stickmaschine funktioniert hervorragend. Ich habe also keinen Bedarf, eine neue Maschine zu kaufen, egal von welcher Marke. (sollte das dann doch nötig sein, wird es wohl keine von Pfaff mehr werden, schweren Herzens, denn Pfaff stellt nur kombinierte Näh/Stickmaschinen her und das brauche ich nun wirklich nicht mehr. Ausserdem kostet das derzeit billigste Schnuckelchen deutlich vierstellig und auch dafür habe ich keinen Bedarf.

Ich bin heute, ganz im Gegenteil zu Oma Eis, äusserst gefrustet aus dem Laden marschiert.

 

*****

 

Ein Leben ohne Stickmaschine ist möglich, aber es macht nicht soviel Spaß. Weil …

… ich dann keinen Grund hätte, mich vor dem Spiegel zu verrenken. Zeigen wollte ich Ihnen, wie ich aus meinem eher faden ökobiosupersauberundfairem Shirt ein hübsches Einzelstück geacht habe.

Oder wie aus dem alten Breitcord in eher undefiniertem Grauton, (den mir der Vater der Freundin, die nie Zeit hat überlassen hat) ein paar Stoffrestchen und Samtband …

… ein unentbehrliches Reissverschlusstäschchen wird, in dem man/frau all die Dinge mit sich herumschleppen kann, die absolut unentbehrlich sind. Da findet sich immer was. Reissverschlusstäschchen sind wie Tupperschüsseln. Notfalls kauft man sich halt was, das man in das Täschchen stopfen kann.

 

Frau Rieger hat die Riege der angezogenen Tierchen erweitert. Ausser den hier gezeigten Viechern in Kleidern gibt es auch noch ein allerliebstes Tapir. Und ein Äffchen. Und eine Maus.

Alle Stickdateien aus der Serie “Dressed up” ab heute in ihrem Shop. (Danke, dass ich probesticken durfte!)

Alltag?

5. Januar 2012

Noch nicht ganz.

Nächste Woche gehen die Kindelein wieder zur Schule und ab dann wird sich zeigen, ob einer meiner tollen, guten Vorsätze für´s neue Jahr von der schludrigen Frau … äh … Mutti umgesetzt werden. Denn wie letztes Jahr stehen mal wieder organisiertes, strukturiertes Arbeiten weit oben auf der Liste. (noch vor “die leider verdoppelten immer überzähligen drei Kilo zu verlieren”) Die Spitzenposition auf der Liste hat aber der gute Vorsatz, das Jahr ohne Krankenhausaufenthalte zu bewältigen. Sollte ja mal zu schaffen sein. (eine Vollnarkose ist evtl. drin, die aber ambulant)

Termine gibt es eine Menge.

Ende Januar oder Anfang Februar bin ich in Berlin. Abhängig ist der Termin vom Aufenthalt des großen Sohnes in der großen Stadt. Er macht nämlich ein Praktikum bei unserem Landagsabgeordneten  im Bundestag. Wohnen soll er beim Schwager, doch dieser ist möglicherweise genau zu diesem Termin nicht da. Nach Berlin möchte ich sowieso dringend und eine freie Wohnung kommt mir da genau recht. (und der große Sohn muss nicht allein in der großen, gefährlichen Stadt sein)

Ende März werden Mme Ouvrage und Frau … äh … Mutti ihre hübschen Schnickeldis auf einem Frühlingsmarkt anpreisen, wo, was, wann werden wir noch bekannt geben. Altbekanntes und sicher auch ein paar neue Sächelchen im Sortiment. Es gibt da ein paar Ideen, mal sehen, wie sie sich umsetzen lassen.

Anfang August ist jedes Jahr das Winzerfest in Nierstein. In den letzten Jahren gab es in der Rheinstrasse immer mehr Ständchen, an denen Plastikscheiß angeboten wurde. Diese Plastikmeile soll abgeschafft werden. Auf verschiedenen Weihnachtsmärkten wurden Künstler/Aussteller/Kreative angesprochen, ob die einen Stand übernehmen wollen. Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Frau … äh … Mutti wird einen Stand haben und hoffentlich viel Besuch bekommen, Gläser und Wein wird´s garantiert auch am Stand geben :)

Der Sommerurlaub ist noch nicht geplant, ist noch immer nur eine vage Idee. Sicher ist, dass alle Kindelein wieder gleichzeitig für zwei Wochen im Zeltlager sein werden, die beiden älteren Kindelein möglicherweise auch noch mit dem Alpenverein zum Bergsteigen/Klettern fahren. Das Zelten mit Mme Ouvrage möchte ich dringend wiederholen, der jüngste Sohn ist auch kein bißchen abgeneigt. Bleiben vielleicht nur zwei Wochen für einen gemeinsamen Familienurlaub. Ob Irland klein genug dafür ist?

 

*****

Im Kühlregal stehen ja manchmal diese kleinen Gläschen, die mit irgendwelchen süßen Schweinereien wie zum Beispiel Lemon Cheesecake gefüllt sind. Mag ich gerne. Auch deshalb, weil ich fast alles mag, was in einem kleinen Glas steckt und mit Löffel verspeisen lässt. Und da ich nichts wegwerfen kann, stapeln sich die -Gläschen im Schrank. Zu groß für ein Teelicht, zu klein für einen Stumpenkerze. Zu flach für Blumen, zu hoch für einen Untersetzer.

Irgendwas muss man doch damit machen können, dachte ich und auf einmal kamen die Ideen.

 

Hier eine davon:

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Weihnachtsbasteleien

20. Dezember 2011

Dieses Jahr ist mir äusserst bastelig zumute, in der Vorweihnachtszeit.

Abends gehe ich ins Bett und freue mich sehr auf den nächsten Tag, an dem viele hübsche Dinge entstehen werden, die die Grüne Villa in ein lauschiges, festlich geschmücktes Nest verwandeln werden.

Morgens stehe ich auf und bin müde+mürrisch, weil ich vor lauter tollen Plänen viel zu spät geschlafen habe.

 

Manchmal bastelt mir aber meine Kaffeemaschine schon etwas Hübsches und dann kommt die Motivation schon wieder. (erkennt noch jemand außer mir das Katzengesicht im Kaffee? Oder ist es wie mit dem Toastbrot, auf dem angeblich das Antlitz Jesu zu sehen ist, das für mich aber wie ein … naja … verbranntes Toast aussieht?)

Für den bisweilen sehr durchgeknallten Ringelfranz kann es nicht genug Beschäftigung geben und nachdem ich ihm sehr streng verboten habe, die Weihnachtsdeko zu plündern (so lange wir im Zimmer sind), muss Abwechslung, Spiel, Spaß und Spannung her. Und Zeug, dass er unter den Schrank schubbsen kann. Ein Katzenindiaca zum Beispiel:

Zwei Stoffkreise bis auf eine Wendeöffnung zusammennähen, umstülpen, eine leere Taschentuchverpackung für den Knistereffekt und ein bißchen Füllwatte reinstopfen, zwei Federn für den guten Flug in die Wendeöffnung stecken und einmal beherzt um das Indiaca drumherum nähen, dabei die Wendeöffnung schließend.

Fertig. Glückliche Katze. (wahrscheinlich könnte man auch noch ein bißchen Katzenminze rein, um die Katze noch glücklicher zu machen)

Die schnelle Deko zwischendurch, vielleicht dann, wenn gerade Kaffeegäste mit am Tisch sitzen und die Hände so unbeschäftigt sind … der Klassiker: Nelken in Orangen. Hübsch orange, gut duftend und wenn man sie aufhängt, werden sie nicht von ähnlich farbigen Katzen als Fußball missbraucht.

Und dann entdeckt ich im www diese wunderschönen Papierkugeln.

Will ich haben, muss ich machen, kann ja so schwer nicht sein.

Ist es auch nicht, nur ein bißchen friemelig und man braucht Geduld beim Ausschneiden der einzelnen Elemente.

Hier habe ich sie gefunden: How about orange. Schauen Sie sich ruhig mal um, in diesem zauberhaften Blog. Töchterlein und ich sind papierballinfiziert und werden sämtliche Geschenke für die Menschen ringsrum damit schmücken.

Falls ich vor lauter Bastelwut (Aufräum- und Putzwahn) nicht mehr zum Bloggen komme, wünsche ich schon mal ganz vorsorglich ein

Viel lieber wünsche ich normalerweise glückliche, entspannte und fröhliche Weihnachten, aber das waren viel zu viele Buchstaben für diese fisseligen Stempelkissen ;)

Wir lesen uns hier wieder “zwischen den Jahren”, denn mein obligatorischer Jahresrückblick (egozentrisch und narzistisch) steht noch aus. Feiern Sie, essen Sie gut, schenken Sie und lassen Sie sich beschenken und fahren Sie diese ganzen Erwartungen drei Nummern runter, kein Mensch feiert Weihnachten so wie die im Werbefernsehen.

klein, spitz, weg

15. Dezember 2011

Neulich schrieb ich über das turbulente Leben mit Unterfadenspulen, heute könnte ich diesen Text ungefähr so abtippen, aber die Unterfadenspule durch die kleine Stickschere ersetzen. Die tut nämlich alles dafür, dass meine letzten Nerven reißen (weil die sind beim Sticken sowieso äusserst angespannt). Entweder ist sie weg oder sie liegt da, wo ich sie nie hingelegt habe. Falschrum, so dass ich in die Spitze greife.

Da fällt mir nebenbei ein: wenn Sie ein Stück gekauft haben, das von mir gefertigt wurde, sind die Chancen groß, dass sie daran genug Genmaterial finden, um mich zu klonen. An irgendeinem Arbeitsgerät verletzte ich mich nämlich immer.

Manchmal schneidet sie auch beim fünften Versuch nur einzelne Fasern des Stickfadens durch, manchmal schneidet sie messerscharf – wie sie soll – den Faden, der nicht soll.

Wenn sie mal runterfällt, was sie eigentlich auf gar keinen Fall darf, ich weiß, dann landet sie immer im Mülleimer. Unweigerlich. Und meistens ist der Mülleimer voll mit vielen Stofffetzen, die wiederum mit halbstumpfen oder zerbrochenen Sticknadeln vermischt sind. Darin etwas zu suchen macht genauso viel Spaß, wie einen Kaktus zu streicheln. Vielleicht ist es auch umgekehrt: so wie der Mülleimer voll ist, springt die Schere hinein. Ich würd´s ihr zutrauen.

 

*****

Vielleicht isse ja nicht hinterhältig, sondern einfach nur genauso urlaubsreif wie ich, die Stickschere. Aber ein bißchen Einsatz muss sie noch bringen, denn die letzten Weihnachtsgeschenke sind in Arbeit. Ausserdem versuche ich mich derzeit an diesen fuddeligen Stempelkissen, die die Klecksefrau sich ausgedacht hat, um Begehrlichkeiten zu wecken und mich in den Wahnsinn zu treiben. Das Sticken geht ja fix, das Wenden dank hilfreichem Video auch, doch das Schließen der Wendeöffnung ist nicht für ungeduldige Menschen gemacht. Und Oma Eis hat heute nach dem zwanzigsten Kisschen die Nadel geschmissen. Verständlich. (vielleicht kann man die Dinger auch einfach offen lassen und Fingerpüppchen drausmachen?!

(Fertiges zeige ich dann demnächst mal)

 

*****

 

Neues vom Franz gefällig?

Ein völlig entspanntes, gelassenes Katertier. Immer noch.
Er rast durch´s Haus, springt lässig vom Sofa zum Sessel, was eine Entfernung von gut drei Metern ist, hüpft einen Meter hoch und schlägt Saltos. Eine echte Zirkuskatze.
Das Prinzip der Katzenklappe hat er endlich kapiert, weswegen wir endlich die Küchentür energiesparend wieder zuklinken können. (in der Küchentür ist eine Klappe) Wäre er zwei Kilo schwerer, wäre es aus mit den Energiesparmaßnahmen, er springt nämlich zur Türklinke. Wenn er ausgewachsen ist, wird es keine geschlossenen Türen mehr für ihn geben. (derzeit wiegt er niedliche zwei Kilo, der dicke Martin schafft 5,5 Kilo “er ist eben untersetzt”, sagt die Tierärztin zum Kugelkater)

Franz hört auf seinen Namen und kommt angeflitzt, wenn er gerufen wird. Bisher hat er nur wenige, kurze Ausflüge nach draußen gemacht. Da er eher dünnes Fell hat, macht ihm das wahrscheinlich nur halb so viel Spaß wie dem dicken Plüschkater Martin. Ansonsten ist er topfit, hat keine Würmer mehr, ist komplett durchgeimpft und hat keinen Durchfall mehr. Diese Information für die ewig besorgten Leser hier :) Im Februar wird er kastriert, denn nicht nur, dass es genügend (ungeliebten) Katzennachwuchs gibt, die Tierärztin und ich sind uns einig, dass er Streunertendenzen hat und die lassen sich womöglich damit abmildern.

 

(Franz. Ich hätte ihn heute verschenkenverkaufenertränkeneinsperrenandieDeckenageln können, weil er war, wo er nicht sein sollte, klaute, was er nicht haben durfte und in sämtliche Körbe sprang, die er finden konnte. Egal, was drin war: frische Wäsche, jede Menge Post, Genähtes und Schnickeldizeugs, das auf Zusammennähen wartet. Und kurz bevor ich völlig Ausflippen konnte, rollte er sich zusammen, streckte rosa Pfötchen in die Luft und schlief schnurrend ein. Soll einer behaupten, Katzen wüssten nicht, was sie tun.)

 

Währbum

7. Dezember 2011

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Besuch am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen. (Kummer wegen plötem Nupfn.)
Herr Skizzenblog hat was Tolles gemacht und Sie können auch eins haben. Als Weihnachtsgeschenk, zum Beispiel.

(ist sogar Handcoloriertes drin, wurde mir gezeigt. Jahaa.)

*****

Um 15:00 Uhr öffne ich das Weihnachtsschaufenster!

(Augen links)

Schaufenster, Teil I

5. Dezember 2011

Die allerbeste Freundin hat am Niersteiner Weihnachtsmarkt solidarisch mitgebibbert und den Regen verflucht. Und da sie ganz zauberhafte Kalender/Notizbücherhüllen genäht hat und ein paar wieder mit heim genommen hat … habe ich ihr ein kleines Schaufenster eingerichtet.

 

Augen nach links, unter “Seiten” finden Sie “Allerbeste Freundin“. Draufklicken, anschauen und was gefällt bei der ganz unten auf der Seite angegebenen mail-Adresse bestellen.

Das Schaufenster von Oma Eis und Frau … äh … Mutti kommt dann übermorgen, morgen schaffe ich nicht mehr.

Menschen hintendran, unbekannt

28. November 2011

Ich lese schon ewig ihr Blog. Vertraut, bekannt.

Heute morgen war ich … ja, was soll ich sagen: entsetzt? Erschrocken? Überrascht? Geschockt? Eine gute Mischung aus allem, denn das hätte ich nie, NIE, vermutet. Pleite, wohnungslos, gelähmt und kraftlos.

Natürlich gibt es viele “hätte” und Einwände und Besserwissereien. Aber dafür ist es jetzt zu spät, jetzt heißt es alle Zeichen auf Neuanfang und Starthilfe.

Wir (Oma Eis und ich) wollen mithelfen. Unser kleiner Beitrag, damit da vielleicht ein Weihnachtswunder passiert und jemand wieder auf seinen Füßen landet.

Wir versteigern diese pompadura. Der Erlös wird von uns nach dem Weihnachtsmarkt am Wochenende aufgerundet und fließt komplett auf das für Creezy eingerichtete Spendenkonto. (welches Sie ganz oben rechts auf ihrer Seite finden, falls Sie keine Tasche brauchen, aber trotzdem spenden möchten)

Es handelt sich um eine große pompadura (schluckt Din A4) aus türkisfarbenem Samt. Sie hat drei Innentaschen, die Stickerei stammt aus der Feder von Anja Rieger.

Der Startpreis liegt bei 40,- Euro, geboten werden kann bis Donnerstag morgen, 11:00 Uhr.
Ich werde natürlich nicht ununterbrochen am Rechner sitzen und den aktuellen Gebotsstand protokollieren können, werde aber das aktuelle Gebot so zeitnah wie möglich zeigen. Geboten werden kann hier als Kommentar oder, wer anonymer bleiben will, gerne auch per mail: ichbin@frau-mutti.de

Wir hoffen auf einen guten Verkaufspreis. Und hoffen mit dem Erlös einen kleinen Teil zu erhofftem Weihnachtswunder beitragen zu können.

*****

Das aktuelle Gebot liegt derzeit bei 104,44 Euro. Danke!

Eine Tasche brauchen die beiden Spenderinnen nicht, aber helfen wollen sie. Und deshalb packen sie 20,- Euro auf den Enderlös drauf. Danke!

(und die so unscheinbar und klein sind, dass man nicht denkt, dass sie solche Schufte sein können)

Heute: Unterfadengarnröllchenspulen oder wie auch immer die Dinger heißen, die die Nähmaschine mit dem Unterfaden füttern. Im folgenden Text nur noch Spulen.

 

Meine Spulen oder genauer die Spulen meiner Näh- und Stickmaschinen sind aus unschuldigem durchsichtigen, türkisschimmernden Plastik. Darüberhinaus sind sie allerdings a) entweder mit der falschen Garnfarbe vollgespult oder b) leer in der Maschine, wenn gerade ein kniffelige Stelle kommt, an der man unmöglich aufhören kann zu nähen, ohne das irgendwie alles ruiniert ist. Oder sie sind leer in der  Stickmaschine, tun aber so, als seien sie noch voll, weswegen die Stickmaschine dann mit dem alleine auf sich gestellten und somit völlig nutzlosen Oberfaden 9857 Stiche in den Stoff tackert. (was bedeutet, dass ich etwa zehn Minuten mit dem Zeigefinger auf den “Stich-zurück”-Knopf meiner Stickmaschine drücken muss)

Manchmal allerdings melden sie der Maschine aber auch baldige Entleerung, was diese mit einem Warnpiepsen an mich weitergibt, die neuere Maschine stoppt dann sogar. Sie können sich vorstellen, wie groß mein Erstaunen ist, wenn ich eine halbvolle Spule aus der Maschine ziehe.

Spulen neigen dazu, einfach aus der Hand zu springen. Reflexartig greift man dann zu und reisst die Hand hoch, erwischt aber nur das Fadenende und hält letztendlich einen zwölf Meter langen Faden in der Hand, während das Spulending kichernd unter dem Schrank liegt. Leer und ganz hinten in den Spinnweben.

Nicht wiedergefundene Spulen klackern übrigens zwei Tage später durch das Rohr des Staubsaugers und ich schwöre, auch dabei kichern sie.

 

Beim Sticken verbraucht man riesige Mengen an Garn für den Unterfaden. Dieses Garn kann man fertiggespult und für eine Menge Geld auf Einmalpappspulen  kaufen. Man kann aber auch eine 10.000 Meter Unterfaden-Garnkone kaufen und sich darüber wie ein Schneekönig freuen, weil man ja ein echtes Schnäppchen gemacht hat. Die Ernüchterung folgt allerdings auf dem Fuße, denn die Kone ist so groß, dass sie widerspenstige Spulen nur dann befüllen lassen, wenn man mittels eines chinesischen Essstäbchens und einiger sehr entwürdigender Verrenkungen den Faden über die Maschine auf die Spule lenkt. Manchmal reagieren die Spulen dann sehr eigenwillig, indem sie einfach platzen. Scheinbar spult der Faden nicht wunschgemäß auf, was die Spule als dankbaren Anlass nimmt, einfach auseinander zu platzen. Mit beinahe dramatischem Knall und ernstzunehmenden Schrapnellsplittern.

 

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit menschlichem Versagen.

 

*****

 

und bevor ich es vergesse: DANKE! für die vielen Filmtipps! Waren tatsächlich ein paar uns unbekannte Sachen dabei.

Nähdruck.

5. September 2011

Hochmotiviert hat sich Frau … äh … Mutti zu einem Näkurs angemeldet. Klamottennähen klappt nämlich nicht so recht, trotz toller Maschinen und zeitweiliger Anfälle von “Jetzt! Heute! Du schaffst das!!” Diese Anfälle verpuffen ganz schnell unten im Nähzimmer, wenn ich den Lieblingsstoff streichele und die leise Stimme im Kopf sagt:”Tja, wenn Du da was falsch machst, dann war es das mit dem Stöffchen.”
Mit einer gelernten Schneiderin, die mich quasi an die Hand nimmt … kann doch nix schief gehen. Dachte ich.
Ziemlich schnell hatte ich mir ein hübsches Projekt ausgesucht, ein orangefarbener Samtmantel mit rotem Innenfutter sollte es sein, eine Kampfansage gegen den grauen Herbst und die drohenden Novembertage. Sicherlich sehr ambitioniert, doch wer wagt gewinnt und den Samtmantel von Boden kann ich mir einfach nicht leisten. Ausserdem ist der nicht orange. Vorsichtshalber hatte ich mir noch anderthalb Meter petrolfarbenen Leinenmischirgendwas gekauft, sehr angenehm im Griff und eben für alle Fälle. Falls ich mich doch nicht an den Mantel rantraue.
Was nun auch prompt der Fall ist.
Letzten Mittwoch war die erste Stunde des Nähkurses und ohne Mme Ouvrage wäre ich erst gar nicht hingegangen, ich Schisser, ich. Neun Frauen sind es, einige schon im achten Kurs. (ob die es jetzt besonders gut können oder immer noch nicht, kann ich nicht beurteilen) Die Truppe ist eingeschworen und sofort packt mich mein altes Problem: ok, die kennen sich alle, dann darf ich mich aber nicht blamieren.
Deshalb schnitt ich ein Tunikadings aus einer Ottobre zu, sehr souverän, weil sooo viel kann man dabei icht falsch machen. Und ein petrolfarbenes Tunikadings kann man auch zu allem tragen.
Gestern, daheim, schnitt ich ein weiteres Tunikadings zu, weil ich wollte mal rasch ausprobieren, wie sich das Ding nähen lässt. (nur nicht blamieren, da im Kurs und nein, Sie müssen mir nicht sagen, was Sie jetzt denken, das habe ich alles schon selbst gedacht)
Es nähte sich relativ leicht und der hellgraue Stoff mit den Blättern aus dem blaugelben Möbelhaus gefällt mir auch wirklich gut. Passen tut es auch, das Tunikading. Allerdings sah ich aus, wie im sechzehnten Monat schwanger, der Stoff bauschte sich und umflatterte mich äusserst unvorteilhaft auf Hüfthöhe, statt da zu kaschieren was kaschiert werden soll.
Macht nix, ich bin ja einfallsreich und kreativ. Deshalb nähte ich einen breiten Streifen gestreiften Jersey unten an dasa Tunikadings, weil Jersey ist schwer und bändigt das Geflatter. Dachte ich. Leider war der Streifen zu breit, so dass ich ein knielanges Umstandskleid für zwei hochträchtige Elefantenkühe im Händen hielt. Statt den Streifen auf Wunschlänge abzuschneiden, faltete ich ihn mittig und nähte ihn als sehr breiten Saum. Mit dem Ergebnis, dass mein Tunikadings nun wirklich wie ein Igluzelt aussieht. Mit einem Kopf obendrauf und zwei, durch die Masse, sehr schlank aussehenden Beinen untendrunter. Nur ohne Abspannleinen.
“Hübsch”, sagte der beste Vater meiner Kinder, “da passe ich ja mit rein!”
“interessant”, sprach die diplomatische Tochter, die Söhne kicherten nur.
Lange Rede, kurzer Sinn: das bereits zugeschnittene petrolfarbene Leinenmischirgendwas ist wohl rettungslos verloren, denn ein Zelt reicht.

Und jetzt habe ich echten Druck. Was soll ich nähen? Der Mantel scheint mir wirklich zu ambitioniert. Röcke kann ich. Kleider eigentlich auch, mag ich nur nicht so sehr. hosen trage ich nicht so sehr gerne, ausser Jeans und die werde ich garantiert nicht selbst nähen. Oberteile bräuchte ich ganzganzganz dringend, aber ich finde nix, da im ottobre-Fundus. (die letzten vier Jahre) Bis Mittwoch muss ich was gefunden haben. Haben Sie einen Vorschlag? Gibt es einen tollen Schnitt? Er soll total logisch und einfach sein (haha), meinen Busen nicht in einen Megasuperichplatzegleichbusen verwandeln, meine eher breiten Ex-Schwimmer-Schultern berücksichtigen, mir eine Taille zaubern, mein gebärfreudiges Becken sanft umschmeicheln und nicht neonfarben sein. Halt, um Letzteres kann ich mich kümmern. Und er soll auch für große Menschen gemacht sein.

Ich bin verzweifelt und weine in mein Zelt.