vegetarische Schaf-Cupcakes
7. Mai 2012

Die Tochter entwickelt sich in der Küche langsam aber sicher zur Back-Expertin.
Der Begrüßungs-Rharbarberkuchen des besten Vaters meiner Kinder (leider ohne Bild) hatte beinahe keine Chance gegen Töchterleins Cupcakes, jedenfalls optisch. Kalorientechnisch vielleicht doch, denn ich behaupte, dass selbst die dickste Baiserhaube nicht annähernd die Kalorienmenge von fingerdicker Buttercreme erreicht.
Bei Instagramm und facebook prahlte ich schon mit Schafen und der talentierten Tochter, hier nun das Rezept.
Die Basis: white cupcakes (englisch: Original von Martha Stewart, deutsch: angepasst an Vorratshaltung)
3 1/4 cups sifted cake flour
390 g Mehl
1 1/2 tablespoons baking powder
1 1/2 Esslöffel Backpulver
1/4 teaspoon salt
1/4 Teelöffel Salz
1 tablespoon pure vanilla extract
3/4 Teelöffel gemahlene Vanilleschoten (von hier) oder das Mark einer dicken Vanilleschote
1 cup plus 2 tablespoons milk
250 ml Milch
1/2 cup plus 6 tablespoons (1 3/4 sticks) unsalted butter, room temperature
200g Butter
1 3/4 cups sugar
280g (230g reichen auch!) Zucker
5 large egg whites, room temperature
5 große Eiweiß, Zimmertemperatur
Eiweiß zu Schnee schlagen. Mehl, Backpulver und Salz vermischen, Butter und Zucker schaumig rühren. Trockene Zutaten zum Butter/Zucker-Gemisch rühren, Milch dazugeben. Eischnee unterheben.
Den Teig in Förmchen füllen und bei 180°C Ober/Unterhitze ca. 18-20 Minuten backen. Ergibt übrigens 24 (!) Stück.
Während die Cupcakes abkühlen:
Swiss Meringue Buttercream
5 large egg whites
5 große Eiweiß
1 cup plus 2 tablespoons sugar
ca. 250g Zucker
Pinch of salt
1 Prise Salz
4 sticks unsalted butter, room temperature
450g Butter
1 1/2 teaspoons pure vanilla extrakt
1 Teelöffel von dem oben beschriebenem Vanillezeugs oder das Mark einer Vanilleschote
Die Butter kleinschneiden, damit sie richtig schön weich wird.
Das Eiweiss zusammen mit dem Zucker und dem Salz sehr sachte im Wasserbad erhitzen, bis sich Zucker und Salz aufgelöst haben. Auf gar keinen Fall kochen!
Das Zucker-Salz-Eiweiss-Gemisch zu festem Eischnee schlagen, Vanille dazugeben und nach und nach die Butterstückchen. Lange, fest rühren, bis eine homogene Masse entsteht.
Kleine Marshmallows halbieren.
Die abgekühlten Cupcakes mit einer Schicht der Buttercreme überziehen, mit Buttercreme einen Schafskopf formen. Die halben Cupcakes als Fell auf die Buttercreme kleben, mit Lebensmittelfarbe aus der Tube den Schafen ein Gesicht geben.
Kühl stellen.
Verspeisen und bis auf Weiteres die Waage meiden.

Are you going to Scarborough Fair?
25. April 2012
Parsley, sage, rosemary and thyme,
Remember me to one who lives there,
For she once was a true love of mine.
Hab ich die ganze Zeit vor mich hingeträllert, als ich die Stickmaschine mit der neuesten Stickdatei “Kräuter” aus Anja Riegers begabter Hand gefüttert hatte.
Gestickt habe ich auf altem, weißen Leinen in Redwork-Technik (3fach-Stich). Möglich wäre auch eine ganz zarte Linie mit einfachem Stich. Oder Handstickerei, auch dafür gibt es Vorlagen.
Die größte Herausforderung war das Finden der passenden Grüntöne, denn da bin ich eigen, es muss stimmen.
Als alles passte und ich wunderhübsch bestickte Läppchen in Händen hielt, musste ich mich der Challenge “jetzt mach auch was damit” stellen. Ich hab die Läppchen laminiert, damit sie wetterfest sind, mit dem Locher Löcher reingeknippst und eine Kordel drangeknotet. Jetzt schweben mir hübsch gebogene Drahtstangen vor, an die ich die Schildchen hängen und zu den entsprechenden Kräutern stecken kann. Mangels Draht habe ich die Schildchen so zu den Kräutern drapiert. Sollte ich das in diesem Leben noch hinkriegen mit den Drahtbügelchen, reiche ich natürlich ein Bild nach!
Mein Salbei sieht derzeit noch etwas traurig ist, der Frost hat ihn schwer gebeutelt. Aber er treibt schon wieder aus. (die Salbeiblätter habe ich grau gestickt, weil ich einfach kein Salbeigrün im Garnvorrat habe)

Mein Liebling, der Thymian. Sowohl als Stickdatei, als auch in der Küche. Thymian ist toll. (ich habe auch einen Zitronenthymian, den liebe ich fast noch mehr)

Der Oregano hat frisch ausgetrieben und liegt noch flach im Kasten. Im Laufe des Sommers wird er darüber ranken und irgendwann auch sehr hübsch blühen. Unten im Garten wächst Oregano wie Unkraut zwischen Zitronenmelisse und Pfefferminz. Beim Rasenmähen steigen phantastische Duftwolken auf!

Mein Rosmarin ist leider erfroren, ich brauche dringend Ersatz. Petersilie zu säen vergesse ich immer, kann ich aber noch nachholen. Das Schildchen wird mir dann wohl eine Gedankenstütze sein, denn ich bin berühmt-berüchtigt dafür, frischgesätes sorgfältig wieder zu jäten.

Auf der Küchenfensterbank steht ein Basilikum, später im Sommer mag ich lieber den von der Terrasse.

Und das hier ist eine Mogelpackung. Es ist nämlich kein Lavendel :)
Mein Lavendel ist genauso wie der Rosmarin erforen und deshalb muss dieses Kraut den Stellvertreter spielen. Wissen Sie, um welches Kraut es sich handelt? Tipp: es blüht im Hochsommer gelb.

Die zauberhaften Stickdateien gibt es ab morgen, 26.April 2012, bei AnjaRiegerDesign. Danke für´s Augen-, Nasen- und irgendwie auch Ohrenschmaus, ich hab nämlich mal wieder alte Musik rausgekramt.
Was Warmes für den Sommer
20. April 2012
Hurra, hurra! Das Projekt, das mir bisher die meisten Nerven und Geduldsfäden kostete, ist beendet: ein Quilt.
Ein ganz einfacher, bunte Quadrate, reines, weißes Leinen dazwischen.

Schuld daran, dass ich mich letztlich doch an einen Quilt wagte, ist die Klecksefrau. Auf deren Esstisch liegen nämlich allerliebste Tischsets, liebvoll zusammengepatcht aus allerlei Stoffresten, verziert mit Stickereien und schönen Ziernähten. Will ich auch. Muss ich nachmachen.
An einem grauen Sonntag verschwand ich im Nähzimmer, verbrachte etwa drei Stunden damit, hübsche Stofffetzchen aus meinen Restekisten zu kramen, diese zuzuschneiden, zu besticken und aneinander zu legen. Heraus kam dann irgendwann ein krummes, schiefes Ding, das garantiert keine vier Geschwister bekommt (damit jedes Familienmitglied ein Platzdeckchen verkleckern kann), dafür aber als Topfuntersetzer auf dem Tisch dient.

Während ich am Platzdeckchen herummurxte, dachte ich die ganze Zeit: es wäre viel leichter, wenn ich gleich große Quadrate aneinander nähen würde. Und ausserdem will ich kein Platzdecken, ich will eine Decke. Ein große Decke. KANN doch nicht so schwer sein.
Ich begann Quadrate zuzuschneiden. Viele Quadrate. Und noch mehr Quadrate. Und danach noch ein paar mehr.
Nach dem Zuschnitt bügelte ich anderthalb Folgen ER lang Quadrate glatt.
An einem der ersten sonnigen, warmen Nachmittage in diesem Jahr saß ich mit der Nähmaschine auf der Terrasse und ratterte Quadrat an Quadrat. Immer abwechselnd ein buntes, ein weißes. Sehr lange, sehr langweilig.
Am folgenden Morgen bügelte ich zwei Folgen ER lang die Nähte der Streifen auseinander.
An einem Opa-Tag nähte ich sämtliche Streifen aneinander und bügelte die Nähte auseinander. (ER, Staffel 7) Das Oberteil war fertig.
Für die Unterseite hatte ich mir im blaugelben Möbelhaus Bettwäsche gekauft, der Deckbettbezug, dunkelgrau mit weißen Punkten, hatte die richtigen Maße und entsprach ganz genau meinen Vorstellungen. Für das Inlay hatte ich mir ein dünnes, waschbares Deckbett im blaugelben Möbelhaus mitgenommen.
Alle drei Schichten breitete ich auf dem Wohnzimmerboden aus und ließ mir beim Zusammenstecken helfen

Anderthalb Staffeln ER dauerte es, bis Ober-, Mittel- und Unterteil zusammengequiltet waren. Hübsch von innen nach außen, geduldig und so sorgfältig wie möglich. Trotzdem gab es einige Falten und Hubbel, aber Auftrennen war keine Option und Aufgeben auch nicht.

Als ich die gequiltete Decke in Händen hielt, war ich letztlich doch sehr zufrieden. Das Unterteil war zwar ziemlich verrutscht und Symmetrie ist anders, aber ich schnitt beherzt alles, was schief war, gerade und begann mich mit dem sogenannten Binding zu befassen. Das ist der Rand außen herum, den ich bisher erfolgreich verdrängt hatte. Weil der Rand schief war, schnitt ich das Binding ziemlich breit zu … und begann erneut zu bügeln. Und mit Stecknadeln zu hantieren.
Das Binding mit der Hand anzunähen kam nicht in Frage, ich wollte fertig werden. Knapp eine Stunde dauerte es noch, dann durfte ich die letzten Fäden abschneiden.

Nach einer Fahrt in Waschmaschine und Trockner sieht man nur noch wenn man ganz genau hinsieht, wo ich schief, krumm und hubbelig genäht habe. Aber das ist charmant und individuell. Ich bin jedenfalls sehr, sehr stolz und glücklich mit dem Deckchen!
Und habe die Planung für das nächste schon begonnen. Damit ich alte Fehler vermeiden und neue Fehler machen kann.
Es ostert aufdringlich
6. April 2012
und selbst wenn ich noch immer nicht weiß, mit welchen Gaumenfreuden ich die Familie verwöhnen werde, so steht doch wenigstens die Tischdeko samt gefalteter Serviette.

Sollten Sie auch ganz dringend Servietten in Häschenform auf der Ostertafel brauchen, dann klicken Sie bitte auf weiterlesen. Andernfalls lächeln Sie milde und nachsichtig.
Bienen, völlig harmlos
28. März 2012
Wir mögen Bienen. Hätte ich eine große Streuobstwiese, stünde dort mindestens ein Bienenkorb. So begnügen wir uns mit einem Bienenhotel auf der Terrasse, da wo es sonnig und geschützt ist. (ich zeigte ja bereits Bilder. Und noch ein Bild.)
Letztes Wochenende wurde mir gezeigt, wie man aus Schwarzerlenzapfen
und ein bißchen gelber Märchenwolle
und Butterbrotpapier (Garn und Schere)
und ein wenig Geduld ganz allerliebste kleine Bienen bastelt.
Solche:
Jede Menge Bilder mit einer detailierten Anleitung incl. sehr verrenkter Finger mit ungepflegter Nagelhaut nach dem Klick!
Wochenend und Sonnenschein
26. März 2012
und Frau … äh … Mutti sitzt in nem Bürgerhaus rum, versucht ihren Krempel zu verkaufen und schwitzt.
Die Hechtsheimer Weinprobiertage, bzw. der angegliederte Markt der Hobbykünstler waren jetzt nicht sooo der Renner in Sachen “reich werden”. Viele, viele Menschen die sich doch für das Schnickeldi interessierten, es begeistert in Händen hielten, nach dem Preis fragten und dann erbleichten. “Oh, wirklich sehr niedlich, das Vögelchen!” und das Vögelchen zurück in den Korb legten. Fünf Euro. So ist es eben oft.
Unser Stand war so hübsch, wie ein Stand im eher uncharmanten Foyer eines Bürgerhauses sein kann.

Aber auch im großen Raum, in dem die Vereinsmitglieder der Hobbykünstler ausstellten, war kein Charme zu entdecken.


Ausgestellt und (ich glaube nur schleppend) verkauft wurden Postkarten, Aquarelle, Seidengemaltes, Tiffanysachen und Schmuck. Letzterer sehr, sehr schön, an zwei Ständen. Am einen Stand staunte ich nur und bewunderte, am zweiten ließ ich fast ein Drittel der Einnahmen des Wochenendes und kaufte eine Kette.
Unsere Standnachbarin gestaltet Collagen, die mich – zugegebenermaßen – etwas verstörten.

Die anderen Standnachbarn schenkten Wein aus.

Sehr viel Wein gab es.

Am Eingang des Bürgerhauses konnte man sich für acht Euro ein Probierglas kaufen. Und mit diesem Glas zweihundert Sorten Wein durchprobieren. Je später der Abend, desto fröhlicher die Besucher. Und desto geringer die Chance, etwas zu verkaufen.
Oma Eis und ich feierten am Sonntag abend nach einer gemeinsam geleerten Flasche Dornfelder mit einer ausgewogenen Mahlzeit.

(und das Zählen des Gewinns ging doch sehr schnell)
Zusammengefasst: gelohnt hat sich das nicht. Mme Ouvrage gaben wir den Sonntag frei, Sonne genießen mit den Söhnen, statt in einer doofen Halle herum zu sitzen.
Spaß hatten wir trotzdem. Zu schwätzen haben wir sowieso immer, zu sehen gab es eine Menge und es ergaben sich bisweilen schöne Gespräche über den Verkaufstisch. Wir haben ein bißchen Schnickeldi verschenkt und genau eine pompadura habe ich verkauft. Oma Eis hatte für den Markt fünfzehn Utensilos genäht, als Osterkörbchen. Trotz sinngebender Dekoration mit Osterglöckchen und Schokohasen war die meistgestellte Frage: “Oh hübsch, wofür ist das?” Und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: ich bin zwar satt von diesem ganzen Gedöhnse, dass mir in jedem Nähblog entgegenspringt, kann weder Eulen noch Matruschkas noch sehen, bin genervt von weißen Punkten auf rotem Grund, kriege Pickel bei dem Wort “Fliepi” und die Farbkombination lime/türkis lässt mich augenblicklich auf´s Kreuzchen rechts oben klicken. Aber die Menschen da draußen, die sich nicht dauernd im Internet herumtreiben, die KENNEN diesen ganzen Kram gar nicht! Und die stehen auch gar nicht so darauf! “Das sieht aus wie diese russischen Püppchen, oder?”, fragte die eine Frau und schaute eher zweifelnd drein, bevor sie sich umdrehte und ging.
Selbst wenn dieser Markt finanziell nun wirklich kein Erfolg war, so hat er mir doch eine ganz, ganz große Erkenntnis gebracht: um Sachen zu nähen, die ich verkaufen will, muss ich mich nicht nach dem richten, was gerade “in” ist, da in Bloggerkreisen. Und plötzlich ist der Druck weg, doch noch ein Stückchen Vögelchenstoff zu erhaschen, weil der MUSS doch offensichtlich sein oder den Bestand an gevichykarierten Stoffen zu verdoppeln, obwohl es gar keinen Spaß mehr macht, Vichykaros zu vernähen. Verkauft habe ich nämlich genau die Sachen, die ich ganz gegen den (Blog)Trend genäht habe, in völlig unmodernen Farben.
Ich weiß noch nicht, wohin mich diese “Erleuchtung” führt. Vorerst macht sie mich aber einfach nur glücklich. (und natürlich frage ich mich, warum ich schon wieder mal versucht habe, hinterherzuhecheln, statt dem eigenen Bauch zu vertrauen.)
Einen Resteverkauf hier über´s Blog wird es diesmal nicht geben, denn im August schon ist das Niersteiner Winzerfest. Dort werden wir einen Stand haben und ich freue ich jetzt schon, dass ich ziemlich großes Sortiment dafür habe, ohne mich sehr stressen zu müssen. Fragen Sie aber gerne per mail an, wenn Sie mal ein Täschchen oder so wollen. Ich sag ja sowieso meistens “ja, klappt.”. (Manchmal aber auch nicht)
An einige interessierte Frauen habe ich Kärtchen verteilt und habe dazu erklärt, dass die URL auf der Karte zu meinem Blog führt. Was dann stets zu ratlosem Schweigen führte. Können Sie sich vorstellen, dass es da draußen wirklich Menschen gibt, die nicht wissen, was ein Blog ist? Ich gehe ja immer davon aus, dass alle Menschen dieses ganze Interntding mit seinen teils sehr merkwürdigen Auswüchsen kennen. Am letzten Wochenende erfuhr ich mal wieder: dem ist nicht so. Faszinierend.
Heute habe ich übrigens die verpasseten Sonnenstunden des Wochenendes nachgeholt und den größten Teil des Tages draußen verbracht, schuftend, ausruhend, essend und vor allem genießend.
Osterbuchstaben, Zähne und Berlin
22. März 2012
“Ich hab da was Neues”, schrieb Frau Rieger und ich sagte erstmal ab. Keine Zeit. Keine Lust. Kein Garnix.
Aber dann dachte ich mir, dass es doch eine wirklich hübsche Idee sei, mit der Osterdekoration anzufangen.

Frau Rieger hat nämlich wunderschöne Buchstaben digitalisiert, jeder Buchstabe mit filigranem Füllmuster.

(Garnfresserchen, ganz unbestritten, aber so lohnenswert!)

Ein feine Ostergirlande ist es geworden. Sie wird mich am Wochenende als Tischdeko nach Hechtsheim zu den Hechtsheimer Weinprobiertagen begleiten.
Als altes Sparbrötchen stickte ich beim zweiten Versuch lediglich die Umrandung der Buchstaben auf Stoff und schnitt sie dann aus, Fransen stören mich nicht, finde ich zu kariertem Stoff hübsch. Lediglich die Weiterverwendung der Buchstaben ist noch nicht ganz beschlossene Sache …

… vorerst habe ich sie in den Osterstrauss gehängt. Auch wenn der Schriftzug “Frohe Ostern” nicht unbedingt lesbar ist – mir gefällt´s :)

Die Buchstabensuppe gibt es ab heute in Frau Riegers Shop. Passend gibt´s dazu übrigens auch den Countdown!
Danke, dass ich Probesticken durfte!
*****
Die Tochter hat sich heute beim Zahnarzt amüsiert.
Beim letzten Besuch hatte sich nämlich herausgestellt, dass der letzte Milchzahn nur deshalb nicht herausfallen will, weil er innig mit dem bleibenden Zahn darunter kuschelt.

Dait der bleibende Zahn eine Chance zum Wachsen bekommen konnte, wurde heute der Milchzahn erst geteilt, dann gezogen.

Jetzt sitzt das Töchterlein mit betäubter Backe und Loch im Zahnfleisch auf dem Sofa und hofft, so wie die ganze Familie, dass sich der Zahn von alleine gerade zieht. Sonst muss nämlich mittels Draht und Kleber und wasweißichKonstruktion nachgeholfen werden.
*****
Anfang Mai bin ich in Berlin. Bisher ist das jedenfalls so geplant.
*****
Die Sache mit den sichtbaren Bildern muss ich dringend regeln!! Haben Sie Geduld mit mir!
Taschen, Täschchen, Täschelchen
23. Februar 2012
Als ich noch jung war, damals, kurz nach dem Krieg, liebe Kinder, da brauchte ich keine Tasche. Geld hatte ich eh keins, die Kippen und das Feuerzeug klemmten in der hinteren Hosentasche, Haustürschlüssel und ein zerknülltes Taschentuch in der Vordertasche. (in der anderen vorderen Hosentasche war meistens ein glatter Stein. Oder eine Kastanie). Taschen waren nicht angesagt.
Als ich ein bißchen älter war, trug ich ein minikleines Handtäschchen mit mir herum, in dem genau das war, was vorher in die Hosentaschen passte.
Noch ein bißchen älter geworden brauchte ich plötzlich eine ziemlich große Tasche, denn ausser meinem Gerümpel musste ich Windeln, Waschlappen, Ersatzklamotten, Tücher, noch mehr Tücher, feuchte Tüchter und andere Tücher, Schnuller, Ersatzschnuller, Lieblingsschnuller und noch eine Probepackung Feuchttücher mit mir herumschleppen. Eine Wickeltasche war modisches Accessoire und wie toll sich diese unzähligen Fächer mit unzähligen Dingelchen befüllen ließen!
Gefühlt Jahrhunderte später war eine Wickeltasche nicht mehr wichtig, wohl aber eine Tasche für all das überlebensnotwendige Zeug, ohne das ich keinen Schritt mehr aus dem Haus machen will. (minus Kippen und Feuerzeug, die brauche ich nicht mehr) Und weil “normale” Taschen nicht mehr soviele Fächer haben und mein Gerümpel immer wild in meinen meist selbstgenähten Taschen herumflog, begann ich Innentaschen zu nähen. Und dann nähte ich Täschchen für die Innentaschen. Das Matroschkentaschensystem sozusagen, mit dem ich irgendwie sehr im Trend bin.
Seit gestern sind das dann vier Täschelchen für die Innentaschen.

gefüllt mit dem Nähzeug für unterwegs, Taschentüchern (unzerknüllt) und Handcreme
Musik gegen schlechte Laune, Damenhygieneartikel




Im Grunde genommen sind sie viel zu hübsch, die Täschelchen, um sie so zu verstecken.

Frau SUSAlabim hat nämlich Elfen gezeichnet, die so süß sind, dass die Zähne schmerzen. Und der spontane Wunsch nach einer ganzen Horde von kleinen Töchtern, deren Kleider beelft werden müssen, in mir wächst.

Als die Stickdatei ins Haus flatterte, dachte ich: “jooo. Süß. Bin ich aber zu alt für.” Doch auf knittrigem Leinen und nicht zu bunt … passt das ja doch zu mir. Auch auf der großen Tasche.

Diese und noch ein paar Elfen aus der Stickdatei “Elfentanz” gibt´s ab heute abend, 23.02.2012, in Frau Kunterbunts Lädchen.
Und jetzt geht´s zu den echten süßen Sachen, denn ein Geburtstagskuchen muss gebacken werden.
Frau … äh … Mutti verfällt in Haserei
15. Februar 2012
Der letzte Schnee ist weggetaut, neuer ist nicht angekündigt und deshalb stelle ich mich hiermit auf den Frühling ein. Dieser möge bitte jetzt sofort dann auch kommen, mit Sonne, Wärme und Vogelgezwitscher. Im Garten blühen die ersten Krokusse, aber wir sind hier ja immer ein bißchen früher. Nur kein Neid.
Im Frühling marschiere ich traditionell (und von der Familie gefürchtet) durch die Grüne Villa, schaue prüfend in Deckenwinkel und fordere Sauberkeit, neue Farben, neue Vorhänge, einmal kurz Umräumen bitte und “raus mit dem Wintermuff!” Meistens beginne ich in der Küche.
Die Glastüren des alten Küchenschrankes in der Küche der Grünen Villa bekommt einmal im Jahr neue Vorhänge. Nicht weil ich das Geschirr dahinter verstecken müsste, sondern weil das halt so hübsch aussieht. Und weil der Schrank stets so zugerumpelt ist und an den Schranktüren immer eine Menge Postkarten und Bilder klemmen (anfang des Jahres wird immer geleert und trotzdem sammelt sich da eine Menge), dachte ich, dass ein neutrales, graues Leinen etwas Ruhe ins Bild bringt.

Unglücklicherweise ist das nicht so, wahrscheinlich müsste ich das Gerümpel auf dem Schrank mal wegräumen, aber ich kann mich doch so schwer trennen.
Einfarbig grau sind sie übrigens nicht, die Vorhänge, aber das dachten Sie sich wahrscheinlich schon. Mal näher rangehen?



Sind diese Hasen nicht hasallerliebst? Frau Rieger hat pünktlich zur Ostervorbereitungszeit mal wieder gezeigt, dass sie einfach die allerschönten Hasen zeichnen kann. (neben den allerschönsten Schweinen, natürlich!) Morgen, am 16.02.12, wird es die Stickdatei “Liebling Langohr” in ihrem Shop geben.
Nach dem vielen Grau in der Küche, lebte ich mich bunt im Nähzimmer aus. Es entstanden drei Taschen (nach dem AllesDrin-Schnitt, den ich ein bißchen verkleinert habe), alle drei aus dem heißgeliebten Samt, den es in diesen Farben nicht mehr im blaugelben Möbelhaus gibt:
(click! auf das Bild zeigt´s detailierter)
Der Hase auf der Schnecke ist mein absoluter Favorit!
(und falls Sie fragen wollen: die Taschen gibt es auf dem Frühlingsmarkt in Hechtsheim, vorher kann ich die nicht verkaufen, sonst kriege ich meinen Tisch nicht voll)
Danke, Frau Rieger, dass ich probesticken durfte, für die Motivation und Inspiration!
mal eben –
8. Februar 2012
geht schief. Unweigerlich.
Lesen Sie einen erneuten Bericht über das Scheitern der Frau … äh … Mutti im Nähzimmer.
Es begab sich nämlich zu der Zeit, als Frau Knie mehrmals operiert werden musst, dass Frau … äh … Mutti einen akuten “Hosen zum locker über´s operierte Knie ziehen”-Mangel hatte. Eine verpöhnte schwedische Modekette schuf da Abhilfe in Form dreier Hosen aus Sweat mit gemütlichem Bündchen oben und genehmer Beinweite. In schwarz, in grau und in lüla, denn auch frischoperierte Knie mögen die Abwechslung.
Nach dem ersten Waschgang schlackerten die Hosenbeine der lüla Hose auf Wadenhöhe, was selbst frischoperierte Knie unattraktiv finden. Die Hose wurde nach ganz hinten in den Schrank verbannt, weil aus den Augen, aus dem Sinn, keine Zeit und Lust zum Reklamieren und überhaupt, irgendwann wird alles in, vielleicht auch eine lüla Schlunzhose in 7/8 Länge. Die schwarze und die graue Hose überstanden die erste Wäsche in voller Länge und werden seitdem gerne und oft getragen, auch mit geheiltem Knie, schon allein wegen des “Bequembündchens”, das nach größeren Festen für große Freiheit im Bauchbereich sorgt. Gerne und oft tragen führt zu Abnutzung und deshalb ist den beiden Hosen anzusehen, dass sie nicht mehr lange für größtmöglichen Komfort sorgen, sondern demnächst für aufreizende Belüftung an Knie und Gesäß.
Welch Glück, dass mir die lüla Hose wieder einfiel und zeitgleich eine tolle Idee kan: ich nähe mal eben Bündchen an die Hosenbeine unten. Verlängert, sieht bestimmt unglaublich schick aus und hält, wichtigster Punkt, schön warm. Mal eben.
Mal eben schnitt ich das Umgenähte von den Hosenbeinen, maß Pia mal Daumen graue Bündchenware ab, eher knapp, denn man muss ja sparen. Versteht sich. Vorsichtshalber ließ ich die für solche Aktionen wahrscheinlich bestens geeignete Overlock stehen und klemmte stattdessen Hose und Bündchen unter den Zickzack meiner Nähmaschine. Um nach der Hälfte festzustellen, dass dieser Bündchenfetzen im Leben nicht reicht. Unglücklicherweise hatte ich effizient gearbeitet und bereits das zweite Bündchen passend zum ersten zugeschnitten. Muss eben das Bein dem Bündchen angepasst werden. Nachdem der Nahttrenner zum Einsatz gekommen und sämtliche Fädchen vom mittlerweile etwas fransigen Hosenbein gezupft waren, stellte ich den größtmöglichen Geradstich ein und nähte damit einmal rund ums Hosenbein, denn wenn ich den Stoff kräusele, dann passt das besser. Bestimmt. Mal eben dachte ich das. Das Kräuseln hätte in der Theorie sicherlich klappen können, hätte ich daran gedacht, dass meine Maschine automatisch einen Vernähstich am Anfang macht. Was natürlich völlig überflüssig ist, wenn man an den Fäden zupfen möchte. Ich zupfte also zwei Nähte hinter dem Anfang vorsichtig den Faden nach oben und tatsächlich gelang es mir, das Hosenbein gleichmäßig einzukräuseln. Äusserst euphorisch packte ich gekräuseltes Hosenbein und Bündchending unter das Nähfüßchen und zickzackte los, zur Sicherheit gleich zweimal drumherum, damit es auch hält. Schloss das Bündchen genauso gewissenhaft und verdrängte den Gedanken, dass eine Hose zwei Beine hat und ich diesen ganzen Mist ein weiteres Mal würde machen müssen.
Der letzte Stich, Faden abschneiden, umkrempeln und feststellen, dass das Bündchen ganz wunderbar sitzt und aussieht. Unglücklicherweise mit der Naht nach außen, denn manchmal vernebelt Euphorie die Sicht. Hmpf.
Nun habe ich die Wahl:
a) den ganzen Mist auftrennen und von vorne beginnen. (vernünftig)
b) ein lustiges Bändchen über die Naht murxen und behaupten: “das muss so!” (kreativ)
c) die Hose in die Ecke feuern und nochmal drauftreten. (sinnlos, aber befriedigend)
d) das ganze Gelärsch abschneiden und ein noch längeres Bündchen ansetzen (und irgendwann bei neckischen Reiterhosen enden)
c) nie wieder Hosen tragen, nur noch Röcke, weil die nähe ich im Schlaf (ich höre den besten Vater meiner Kinder jubeln)
Zuerst aber verlasse ich das Nähzimmer, koche mir einen Tee und lasse meinen Frust am großen Sohn aus. Was hat der auch die ersten vier Stunden frei?


