Ich komme ja zu nix!

3. Juli 2014

Falls Sie mich vermissen: ich bin da, es geht mir prima, aber ich hab einfach keine Zeit. Das Gartenhüttchen soll nämlich dieses Wochenende schon stehen und bis dahin ist noch ein ziemlich langer Weg zu rennen.

Der große Sohn hat das Fundament fertig gepflastert und gerüttelt und ich denke, wenn ihm überhaupt nicht einfällt, was er nach seinem FÖJ tun könnte, kann er sich als Altstadtpflasterleger sein Butterbrot verdienen. Zwischen Gartenmauer und Hüttchenwand muss er noch so ein Wachstumsstoppvlies legen und Schotter draufschütten und dann hat er seinen Job, für den ich ihn angeheuert und bezahlt habe … erledigt. Hat er prima gemacht, ich bin stolz auf ihn.

Ich war auch nicht ganz faul, denn ich habe die Hüttchenteile mit Wetterschutzzeugs eingepinselt, manche sogar zweimal.

Und gestern ließ ich im Baumarkt das Gartenhüttchenrosa anmischen: Das war gar nicht mal so einfach, obwohl es ja diese praktischen Farbkärtchen gibt, auf der sich meistens genau der Wunschton findet, der einem vorschwebt. Ich fand meinen Wunschton ziemlich schnell und marschierte zielstrebig zum Oberfarbanmischermenschen: “Lack in dieser Farbe bitte, ich möchte 15 Quadratmeter streichen.” Der Oberfarbanmischermensch wollte mir aber keinen Lack anmischen, sondern lieber Holzschutzfarbe, denn die sei “elastischer” und würde unter Wind- und Wettereinfluss nicht abblättern. Das leuchtete mir ein und ich wiederholte: “Holzschutzfarbe in diesem Farbton bitte, ich möchte 15 Quadratmeter streichen.”

“Das macht der Kollege”, sprach der Oberfarbanmischermensch und entschwand in den Tiefen des Baumarktes. Mich ließ er mit dem Unterfarbanmischermenschen alleine, der ein bißchen zu alt für ein Schülerpraktikum aussah, aber wohl ähnliche Qualifikationen hatte: keine. “Also ich muss jetzt da die Dose mit weißer Farbe reinstellen, oder?”, fragte er mich oder den Geist den Baumarktes oder wen auch immer, ich zuckte jedenfalls unverbindlich mit den Achseln. Er stellte die Dose mit weißer Holzschutzfarbe in etwas, das wie ein Getränkeautomat aussah, tippte ein paar Zahlen in den Computer und drückte Start. Die Maschine brummte und spuckte ein Klümpchen irgendwas in die weiße Farbe.

“OOOH! Ob das jetzt richtig war? Ob das ausreicht? Oh wei, ich weiß ja nicht!”, der Unterfarbanmischermensch schien nahe eines Nervenzusammenbruchs. Ich empfahl, die Farbe zu mischen und einfach zu schauen, was rauskommt. Eine andere Lösung gäbe es sowieso nicht.

Der Unterfarbanmischermensch verschloss die Dose sorgsam und klemmte sie in die Farbmischmaschine, die sofort fröhlich zu rütteln begann. Knapp drei Minuten später endete das Rütteln und die Farbe war fertig. Theoretisch. Praktisch konnten wir das nicht überprüfen, da sich der Holschutzfarbdosenöffner nicht finden ließ. Auch ein zufällg vorbeilaufender Kollege hatte keinen und ein Schraubenzieher, den ich spontan gewählt hätte, ist nicht erlaubt, weil der den Holzschutzfarbdosendeckel zerdellen würde. Immerhin hatte der Kollege die Nummer des Oberfarbanmischermenschens und konnte diesen nach dem Verbleib des Holzschutzfarbdosenöffners befragen. Den hatte dieser gewissenhaft eingesteckt, damit er nicht verloren geht, doch er eilte sofort herbei und zückte das vermisste Gerät. Die Farbe war ganz genau richtig und auch das Antlitz des erleichterten Unterfarbanmischermenschen nahm wieder einige rosige Tönung an.

Wir zogen mit weißer und frisch angemischter Holzschutzfarbe zur Kasse und ließen uns dort belehren, dass es zwar so aussieht, als könne man sich Wachstumsstoppvlies selbst abschneiden, es aber tatsächlich überhaupt nicht so sei. Das muss nämlich ein Kollege mit doppeltem Durchschlag Meteranzahl und Artikelnummer direkt nach Abschnitt notieren. Wir nickten reumütig und verständig.

Der gemischte Farbton ist übrigens irgendetwas zwischen Kalbsleberwurst, Erdbeerjoghurt und geschmolzener Fürst-Pückler-Rolle. Ich liebe ihn.

Heute durfte ich aber erst weiß streichen. Alle Dachteille innen nämlich, damit die später nicht mühsam über Kopf gepinselt werden müssen. Dabei holte ich mir einen entzückenden Sonnenbrand, obwohl ich heute morgen noch prahlte, dass ich mich nie in der Sonne verbrenne. Tja. Hochmut.

Und weil ich vor lauter Holzteile und -bretter durch die Gegend wuchten und in orthopädisch zweifelhafter Haltung streichen ein bißchen sehr Rücken habe, hat sich der weltbeste Schreinerfreund bereit erklärt, beim Aufbau des Hüttchens zu helfen. Gerade eben schrauben sie da ganz hinten im Garten und ich geh da jetzt mal hin. Vorfreuen und kompetente Kommentare einstreuen.

Bilder gibt es bald. Wenn ich mal wieder zu was komme.

Vorfreude!

24. Juni 2014

Im Zuge der Aus-, Um- und Aufräumaktionen im Nähzimmer packte ich sämtliche angefangenen und wieder weggelegten Arbeiten auf einen Haufen und schrieb eine To-Do-Liste, um einen Überblick zu bekommen, womit ich mich in den letzten Wochen und Monaten verzettelt hatte. Sie merken: Frau Mutti versucht das Ding mit dem organisierten Leben.

Ich arbeite fleißig ab! Der Stapel mit den Kissen, die auf neue Bezüge warten, ist sehr viel kleiner geworden!

Da waren nämlich diese Nackenrollenkissen. Ca. zehn Jahre alt, aus dem blaugelben Möbelhaus. Der Bezug war nicht abnehmbar, deshalb fristeten sie ein eher schmuddeliges Beisein hinter den Schrank geklemmt. Mittlerweile sind sie sauber und haben einen hübschen Bezug bekommen:

(uralte Leinen-Bettwäsche. Manchmal ist “Du nähst doch und kannst das bestimmt gebrauchen!” goldrichtig.)

Außerdem endlich begonnen: Kissenbezüge für die Kissen, die in das Gartenhüttchen kommen:

Im Hintergrund die Quiltdecke, die ich an Silvester nähte, voller Vorfreude auf das Gartenhüttchen.

Die Kissenbezüge sind ganz schlicht. Stöffchen von Buttinette (dort gibt es manchmal echte Schätzchen!), ein kontrastfarbiges Paspelband drumherum.

Der Hingucker sind allerdings die wunderschönen Stickereien!

Sandra hat sie entworfen und wahrscheinlich kennt sie schon jeder außer mir. Ich musste erst ein Schwätzchen mit ihr im Nähzimmer der Klecksefrau halten, um zu erfahren, dass von ihr nicht nur mein Lieblings-Webband ist, sondern dass es obendrein eben auch eine passende Stickdatei dazu gibt.

“Spitzenwerk” heißt die Datei (und kaufen kann man sie hier) und das ist sie auch, ein echtes Spitzenwerk. (und das sieht nur so aus, als hätte ich nicht die Mitte der Bezüge getroffen. Ehrlich. Die Stickerei ist mittig. Fast.)

Noch drei Kissen warten auf Bezüge, dann kann ich einen Punkt auf der To-Do-Liste abhaken. (Das Gartenhüttchen wird auch bald fertig. Am Freitag werden die Pflastersteine für den Boden geliefert, vielleicht können wir schon nächste Woche aufbauen!)

Ein Punkt auf der Liste, den ich schon und schob und schob: neue Klammerbeutel nach dem Schnittmuster von Gretelies.

Die alten waren völlig zerschlissen und die Kleiderbügel blitzen durch. Jetzt setzte ich mich hin und nähte neue. Am Längsten dauerte das Auswählen der Stoffe, genäht waren sie in zwanzig Minuten. (und dann dauerte es noch mal zehn Minuten, bis der beste Vater einer Kinder die Kleiderbügel passend gesägt hatte, weil ich die Sache mit der Nahtzugabe sehr flexibel gehandhabt hatte.)

Die Stoffe sind übrigens aus dem blaugelben Möbelhaus. Die liegen hier nämlich immer ewig herum, weil ich im Laden denke, dass ich sie un-be-dingt brauche und daheim dann feststelle, dass sie irgendwie doch nicht so der Knaller sind. Dann nehme ich mir vor, künftig etwas zurückhaltender beim Kauf zu sein. Haha. Sie kennen das.

Den Schnitt vom Klammerbeutel gibt´s als Ebook hier.

Die nächsten Punkte auf der To-Do-Liste sind diverse Klamotten, die ich ändern will, weil sie mir so nicht mehr gefallen. Ändern statt wegschmeißen. Mal schauen. Verlieren kann ich jedenfalls nichts. Der schönste Punkt auf der Liste ist übrigens der: Schnitte für Babykleidung zusammen suchen. Hach <3

Schein und Sein

4. Juni 2014

oder auch “Wie es hinter den Kulissen aussieht”

Ich habe heute Erdbeerkonfitüre gekocht. Der große Sohn fuhr mit mir zum Erdbeerbauern unseres Vertrauens und wir erstanden fünf Kilogramm Erdbeeren, damit wir für den grauen Winter ein bißchen Sommer in Gläsern haben.

Brav dokumentierte ich auf Instagram “von der Erdbeere bis zur Konfitüre”

wunderbare, rote, saftige Erdbeeren

das Putzen dieser Erdbeeren

die künftig gefüllten Gläser

kochendes Erdbeermus, leider ohne Duft-Transport in Ihre Nasen

gefüllte, abkühlende Gläser (an Pfingstrosen)

und nochmal sehr viele befüllte Gläser.

Viele inszenierte Bilder, die alle nur zeigen, wie toll die Frau Mutti da Konfitüre kocht, wie ordentlich das alles aussieht.

Nach dem klick! zeige ich Ihnen viele Bilder vom Drumherum. So, wie es in der Küche wirklich ausssieht. Das ist nämlich nichts stimmungsvoll und ordentlich, nur jede Menge Durcheinander mit Erdbeeren.

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An der alten Backsteinmauer im Garten, unter dem großen Holunderbusch, wachsen Walderdbeeren. Viele, viele Pflänzchen haben sich dort über die Jahre vermehrt und breit gemacht, jeden Sommer tragen sie unzählige zuckersüße Mini-Erdbeeren. Wir lieben diese kleinen, aromatischen Erdbeeren. Leider nicht nur wir, auch die Amseln sind sehr begeistert von den kleinen, roten Snacks.

Dieses Jahr mache ich ihnen die Beute streitig, die Stickdatei “Federn” von Susanne soll mir dabei helfen.

Die Stickdatei beinhaltet viele verschiedene Federn, die sich durch unterschiedliche Farbkombinationen immer wieder neu gesatlten lassen! Ich spiegelte die einzelnen Federn, stickte somit “meine” Federn je zweimal. Das kostete eine Menge Zeit, aber so konnte ich nach dem Zusammennähen Federn mit hübscher Vorder- und Rückseite in meine Erdbeerklauvogel – Abwehrmaßnahme einbauen.

Gestickt habe ich auf fester Baumwolle, weil mir der Stickfilz ausgegangen ist. Und ich es mir ganz hübsch vorstelle, wenn die Baumwolle um die Federn herum etwas ausfranst.

Außer den Federn brauchte ich noch eine Menge Schrägband und ein paar Glöckchen.

Federn und Glöckchen fasste ich mit dem Schrägband ein und erhielt damit eine fröhlich-bunte, lustig klimpernde Girlande, die ich über die Erdbeeren hängte.

Ob sich die Amseln davon nun wirklich vertreiben lassen, das wird sich in zwei Monaten spätestens zeigen. Gegen Schnecken und Igel wird die Girlande sicherlich nicht helfen, aber was soll´s. Sie sieht ja wenigstens hübsch aus. :)

Im Nachhinein ärgere ich mich ein bißchen, dass ich die Federn am gestickten Kiel mit dem Schrägband erfasst habe. Ich hätte sie besser wie die Glöckchen auffädeln sollen, dann hingen sie nicht so starr nach unten, sondern könnten sich im Wind bewegen. Falls Sie die Girlande also nachbasteln wollen: Federn auffädeln und das Auffädelbändchen im Schrägband erfassen. Das sieht hübscher aus. Und vielleicht kann man noch ein paar Wimpel dazwischen basteln. Oder Bänderreste flattern lassen. Ihnen fällt da schon was ein!

Die Stickdatei “Federn” gibt es ab Donnerstag abend, 8. Mai, bei Kunterbuntdesign.

Man nehme: ein schnödes, langweiliges Handysace aus Silikon und einen hübschen Stickbutton (hier: mein Lieblingshase von Anja Rieger)

Der Stickbutton wird gefällig auf der Handyhülle platziert und mit Stylefix (oder ähnlichem doppelseitigem Klebeband) fixiert. Fest andrücken, Silikon und Klebeband brauchen ein bißchen, bis sie sich aneinander gewöhnt haben. Hilfreich ist, wenn die Hülle stau- und fettfrei, also am Besten neu, ist.

Leider reicht das Ankleben alleine nicht, wesewegen das beklebte Case beherzt unter die Nähmaschinennadel gelegt wird. Das des Materials lässt es sich wunderbar plattdrücken. Ich habe die Nähgeschwindigkeit vorsichtshalber sehr reduziert und Stickvlies bereitgehalten, falls die Hülle auf der Maschine nicht rutschen will. Langsam nähen war klug, weil ich so sehr sauber arbeiten konnte. Und das Vlies brauchte ich nicht, das Silikon wurde gut transportiert.

Ein Blick auf die Rückseite der Hülle zeigt: weitestgehend saubere Stiche. Die Naht sieht nur wegen der durchsichtigen Hülle so aus, als zöge sie Schlaufen!

Von vorne sieht man die Naht gar nicht. Ich habe mit dem Stickgarn der Motivumrandung exakt auf eben jener Umrandung genäht.

Wenig Arbeit, schnell Sache, feines Ergbnis. (hier dann spiegelverkehrt)

Das Garn, mit dem der Hase gestickt wurde, ist Multicolor-Garn von Brildor, mein absolutes Lieblingsgarn!

Ob und wie lange dieses Schnickeldi haltbar ist und ob das Silikon nicht doch an den Nahtlöchern ausreißen wird, vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber ich kann ja mal in einem Monat oder so berichten. Falls Sie so lange warten wollen.

(Handyhülle: Belkin Handycover “Flex Case Silikon”)