Für Küchenexperimente bin ich immer zu begeistern und als ich auf der Suche nach feinen Köstlichkeiten für Ostern im kleinen Kuriositätenladen auf das Rezept für Brownies im Ei stieß, rannte ich quasi umgehend in die Küche und suchte Zutaten zusammen.

Mit Eierpieker und einer Rouladennadel puhlte ich Löcher in die Luftblasenseite der Eier und knippste diese mit einer Pinzette ein bißchen größer. Steph aus dem Kuriositätenladen tut dies erst später, doch es klappte bei mir auch bei diesem Schritt ganz prima, ohne dass die Eierschale zu sehr bröselte.

Beim Leeren der Eierschalen unterstützte mich die Tochter. Mit einem Schaschlickspieß verrührte sie Eiweiß und Eigelb in der Schale und schüttelte das Gemisch energisch aus der Schale. (das Innere des Eies möchte die Schale nur sehr ungern verlassen und immer wenn man denkt, nun sei wirklich, endlich alles ausgeleert, ploppt noch ein bißchen Eigelb in die Schüssel.)

Wenn die Eierschalen glücklich geleert sind, beginnt der Reinigungsprozess. Abwaschen, ausspülen, eine halbe Stunde in Salzwasser legen, erneut ausspülen und zum Schluss noch mal mit kochendem Wasser übergießen. Und komplett durchtrocknen lassen. Dazu mit dem Loch nach unten in einen Eierkarton stellen.

Stunden später werden die leeren, klinisch reinen Eierschalen wieder befüllt. Mangels Schokolade für Brownies habe ich unseren Lieblingszitronenkuchenteig gerührt und weil ja bald Ostern ist, diesen mit Lebensmittelfarben leuchtend türkis gefärbt.

Die Tochter bastelte Eierstützförmchen aus Alufolie für die Muffinsform und ich kippte etwas Öl in jede Eierschale. Beim Verteilen des Öls empfiehlt es sich unbedingt, das Loch in der Schale zuzuhalten. (der Holzarbeitsplatte tat ein bißchen Öl aber sehr gut)

Mit dem Spritzbeutel füllte ich den Schlumpfteig in die Eierschalen.

Spritzbeutel und ich werden keine innigen Freunde. Das Befüllen ist ein elendiges Gebapps und Geklebe und es bleibt immer viel zu viel Teigrest im Beutel. Aber eine andere Befüllmöglichkeit sehe ich derzeit nicht.

Viel hilft übrigens nicht viel. Ich befüllte die Eierschalen ungefähr dreiviertelhoch und das erschien mir sehr mickrig. Doch der Extraschwapps für jedes Ei brodelte umgehend beim Backen wieder aus der Schale. Die Teigmützen auf den Eiern sehen zwar auch irgendwie lustig aus, doch die Söhne und ich naschten sie direkt nach dem Backen weg.

Nach ein bißchen Abwischen und Polieren hielt ich perfekte Eierkuchen-Kucheneier in der Hand.

Die erste Probeschälung zeigte, dass auch türkisfarbener Teig leicht bräunt …

… und dass sich Dank des Öls die Schale leicht und rückstandslos vom Eierkuchen-Kuchenei entfernen lässt. Der Geschmackstest ergab: Lieblingszitronenkuchen.

Liebe Steph, herzlichen Dank für das Vorstellen dieser wunderbaren Idee. Weitere Eierschalen sind schon vorbereitet und warten darauf, morgen befüllt zu werden. Diesmal sogar mit Brownieteig.

Nähzeit, rar.

11. März 2015

Richtig viel Freude hatte ich im Nähzimmer derzeit nicht. Das liegt zum einen an der Nähmaschine, die zwar mit erneut eingestellter Steuerung leidlich näht, mir aber trotzdem Sorgen macht, denn wer weiß, wie lange sie diesmal durchhält? Und zum anderen natürlich daran, dass das Wetter mich eher aus dem Nähzimmer zieht. Aber manchmal passt es dann doch: ein bißchen Zeit und eine neue Stickdatei, die Ideen wachsen lässt.

Ich verbrachte also einen Tag an der Stickmaschine und wollte schier verzweifeln, weil die Stickmaschine der Nähmaschine nacheiferte und allerlei Murx produzierte. Nach einigen Reinigungsaktionen, Faden- und Nadelwechseln klappte es aber dann prima.

Das Gestickte schnitt ich zu, nähte zwei, drei Kleinigkeiten dran und hatte mal wieder die Bestätigung, dass diese KAM Snaps doch nicht so doof sind. Ich musste mich für ein Schnittmuster entscheiden, passende Stoffe und Bänder aussuchen, zuschneiden und ein bißchen nähen. Ein paar Stunden später hielt ich meine neue Tasche in der Hand.

Heute versuchte ich diese zu fotografieren. Dazu schleppte ich den #wanderspiegel in den Garten.

Da Franz den Spiegel aber zu spannend fand und ihn letztlich um ein Haar umgeworfen hätte, habe ich leider kein superschöntolles Foto der Tasche an der Frau für Sie.
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Und das Häkeln?

10. März 2015

Bestens.
Bevor ich mit einem wirklich großen Häkelprojekt starten kann, musste ich mir zuerst eine Häkelwolleaufbewahrung überlegen. Es soll ja alles hübsch sein. Ich zwang also die Kindelein eine Dose Gummischlümpfe zu essen, umhäkelte die leere Dose und stellte fest, dass sie nicht groß genug ist.

Mittlerweile habe die Kindelein eine sehr viel größere Dose von ihrem Inhalt (weiße Schaumgummi-Mäuse) befreit und mit der Wolle, die im zu kleinen Häkelkorb ist, kann ich nun eine Verkleidung für die größere Schaumgummimausdose häkeln.

Das scheint alles noch ziemlich sinnbefreit, doch das Häkeln an sich ist eine ungemein angenehme, nahezu meditative Handarbeit, die mir leicht und beinhae schon gleichmäßig von der Hand geht. Nun locken mich diverse Lochmuster, allerdings geht es da vorrangig auch erst um das “Können wollen”, einen echten Nutzen sehe ich noch nicht. Der kommt aber ganz sicher, ab und an flackern vage Ideen auf.

Zum Häkeln habe ich aber kaum Zeit, denn diese ersten Frühlingsahnungen ziehen mich raus in den Garten. Mittlerweile kümmere ich mich ja nicht mehr nur um die Ländereien der Grünen Villa, sondern habe zusätzlich den Garten eines sehr alten Paares übernommen. Und dieser Garten lockt mich gerade sehr, denn er liegt völlig frei, bekommt die volle Frühlingssonne und wartet darauf, völlig neu gestaltet zu werden. Letztes Wochenende gruben mir die Kinder einen großen Teil des Gartens um, während ich vorhandene Erdbeerbeete pflegte und einige neue anlegte. Ein sehr großer Teil des Gartens ist noch unter Gründüngung begraben, die untergefräst werden muss. Danach kann ich Gemüsebeete anlegen. Der umgegrabene Teil wird mit sehr vielen Stauden bepflanzt und diese ersten, wärmenden Sonnenstrahlen da draußen wollen mich augenblicklich zum Staudenkauf verführen. Das hat aber noch ein bißchen Zeit, immerhin gefriert es nachts immer noch.

Auf den Ländereien der Grünen Villa tut sich auch einiges. Die Saatkartoffeln sind eingetroffen, drei alte Sorten, die sogar bunt blühen. Übernächste Woche kommen die in die Erde. Auch in die Erde kommt hoffentlich bald das große Teichbecken, das beim Sperrmüll lag und das wirklich gut zum Rosa Gartenhüttchen passt. Das Gartenhüttchen hat jetzt auch Strom und Internet, damit wir uns im Sommer tatsächlich nur noch fortbewegen müssen, wenn wir verhungern oder verdursten.

Es geht los, da draußen und ich kann es kaum erwarten!

 

Fastnacht.

Ich betone ja immer wieder gerne, wie sehr mich die fünfte Jahreszeit nervt. Trotzdem finde ich mich regelmäßig sehr amüsiert vor dem Fernseher, wenn “Mainz bleibt Mainz” läuft. Und dieses Jahr war ich ganz kurz davor, zu einem Rosenmontagsball zu gehen. Dass ich dann doch lieber hier sitze und blogge ist nur der Tatsache geschuldet, dass wir gestern hier in der Grünen Villa bereits ein klitzekleines Bißchen Fastnacht gefeiert haben: ohne Kostüme, aber mit buntem Gebäck und Kreppeln. (und Sekt.)

Traditionell backt der beste Vater meiner Kinder jedes Jahr Kreppel für uns und unsere Gäste an Fastnacht, buntes Gebäck kam irgendwie nur zufällig dazu.

Eigentlich wollte ich mir zu meinem Geburtstag eine Regenbogentorte backen. Doch irgendwie blieb keine Zeit übrig und deshalb ließ ich es. Frischkäse, Johannisbeergelee und Schokolade für die Füllung verspeisten wir nach und nach auch ohne den Kuchen drumherum. Aber es ließ mich nicht los, ich wollte unbedingt (nochmals) diese quietschbunte Torte backen, weil sie mich so fröhlich macht. Und auch ein bißchen lecker ist. Die kleine Fastnachtsfeier bot sich als Anlass an und deshalb begann ich am Freitag mit dem Backen.

Ich rührte rasch einen Biscuitteig zusammen, teilte ihn durch sechs und färbte ihn ein. (mit Wilton Gelfarben, die färben am Besten und schmecken nicht raus). Beim Einfüllen der ersten Teigportion in meine Springform stellte ich fest, dass ich besser das doppelte Rezept gerührt hätte, denn die Teigmenge bedeckte nicht den gesamten Boden. “Macht nix, der wird sich schon beim Backen ausbreiten”, bildete ich mir ein, aber da es sich um einen Biscuitteig handelt, in dem kein Fett ist, breitete sich gar nichts aus. Dafür waren die sechs Böden relativ schnell gebacken, jeder brauchte nur knapp acht Minuten.

Während die Böden auskühlten, rührte ich aus Frischkäse und geschmolzener, weißer Schokolade die Füllung. Ich begann mit dem roten Boden. Diesen bestrich ich mit Johannisbeergelee. Die Unterseite des orangefarbenen Bodens bestrich ich mit der Frischkäsecreme und legte sie auf den roten Boden. Die Oberseite des orangefarbenen Boden wurde wiederum mit Johannisbeergelee bestrichen. Und so weiter, bis zum lilafarbenen Boden, der der Kuchendeckel ist. Eine Regenbogentorte würde nun zum Schluss komplett mit der Frischkäsecreme umhüllt.

Meine Regenbogentorte war aber erstens keine Torte, sondern mehr ein Pfannkuchenstapel mit Zeug dazwischen und obendrein ziemlich schief, weil die Teigmenge eben in kleineren Springform sehr viel besser aufgehoben gewesen wäre. Wir überlegten, ob wir den Kuchen viereckig in Form schneiden oder fünf-/sechseckig und ihn danach mit der Creme bestreichen.

Der beste Vater meiner Kinder übernahm das “in Form schneiden”.

Und als die Abschnitte da auf dem Teller lagen und sehr hübsch aussahen, war plötzlich klar, dass der gesamte Kuchen kleingeschnitten werden muss. Lauter kleine, bunte Türmchen, eine Art Petit Fours.

Der Kuchen kam komplett zum gründlichen Durchkühlen über Nacht in den Kühlschrank und am Sonntag morgen schnitt ihn der beste Vater meiner Kinder zurecht.

Ich übte mit Spritzbeutel und Tülle und schon beim vorletzten Regenbogentürmchen gelang mir ein ansprechendes Häubchen.

Zur Krönung gab es bunte Smarties auf die Regenbogentürmchen …

… und ja: der Aufwand lohnt sich. Sie sehen entzückend und fröhlich aus.

Am Nachmittag verkleidete sich der beste Vater meiner Kinder dann als Kreppelbäcker und buk das vierfache Rezept für “Berliner Pfannkuchen” (Rezept aus: “Das elektrische Kochen”, dieses blaue Kochbuch, das beinahe jeder hat).

Allerköstlichste Kreppel, gefüllt mit Erdbeer- oder Himbeerkonfitüre, nicht zu vergleichen mit denen, die man beim Bäcker kaufen kann.

Und obwohl wir wegen erkrankter Freunde ein paar Menschen weniger am Küchentisch waren: den letzten Kreppel verspeiste ich heute nachmittag. Die letzten Regenbogentürmchen gibt es morgen. Und ab Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit.

*****

Weil bereits nachgefragt wurde – hier das Regenbogentortenrezept für die kleine Springform (18/20 cm ), wollen Sie Regenbogentürmchen backen, dann werden die Teigportionen ganz dünn in einer großen Springform (26/28 cm ) ausgestrichen.

6 Eier werden mit 5 TL heißem Wasser schaumig geschlagen.

200g Zucker dazurühren.

150g Mehl, 150g Speisestärke und 5 TL Backpulver mischen, mit der Ei/Zucker-Mischung verrühren.

Den Teig in sechs Portionen aufteilen, jede Portion hat ca. 130g. Den Teig nach Wunsch einfärben.

Bei 190°C Ober/Unterhitze 10-12 Minuten backen, in der großen Springform ca. 8 Minuten. Ich lege die Springform mit Backpapier aus, damit nichts anhängt. Außerdem können die Böden auf dem Backpapier prima auskühlen, während die Springform wieder im Einsatz ist.

Für die wirklich sehr üppige Füllung 500g weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen und dann mit 1000g Frischkäse verrühren.

Ich mag gerne Johannisbeergelee zum Bestreichen, weil das schön säuerlich ist. Ich kann mir aber auch sehr gut Orangenmarmelade dazu vorstellen. Oder Quittengelee!

Die Regenbogentorte wird am Schluss komplett mit der Frischkäsecreme umhüllt und dann nach Belieben verziert. Die Regenbogentürmchen bekommen ein Frischkäsehäubchen aufgespritzt.

Zum säuberlichen Schneiden von Regenbogentürmchen braucht man ein sehr scharfes Messer, das vor jedem Schnitt in heißes Wasser getaucht wird. Und der Kuchen muss gut gekühlt sein, damit sich die Schichten beim Schneiden nicht verschieben.

Viel Erfolg und Spaß beim Backen, guten Appetit!

 

Schmusemonster

9. Februar 2015

“Schmusemonster” ist ein ziemlich doofer Titel für ein Buch

aber als ich es in Händen hielt und durchblätterte, musste ich es unbedingt haben.

Monster gibt es darin keine, dafür aber “Christoph, das Krokodil”

oder “Werner, der Welpe”.

Nicht nur dass ich eine Schwäche für leicht zu nähende Stofftiere habe, mit Alliterationen kriegt man mich auch immer. Und so warten “Erich, der Esel”, “Kerstin, das Küken”, “Dörte, das Dächschen” und viele mehr – insgesamt 50 (!) Tierchen – darauf, genäht zu werden. Perfekte Stoffresteverwertung, übrigens.

Gekauft habe ich das Buch heute bei Aldi Süd.

Für diese Werbung bekomme ich übrigens gar nichts, für andere, die ich hier im Blog ab und zu mache, schon. Und das empörte schon die eine oder andere Leserin. Deswegen freue ich mich sehr, dass es bei Gourmet Guerilla eine Aufstellung “Was ein Blog im Monat so kostet. Und warum die Leser das wissen sollten.” gibt. Bei mir ist es weniger, aufwändige Bildbearbeitung betreibe ich nun ja nicht. Trotzdem. Lesenswert!