Einleitende, erklärende Worte: bisweilen erreichen mich Werbeanfragen, die zwar nichts mehr oder nicht auch nur irgendwas mit unserem Leben zu tun haben, zu denen mir aber doch das eine oder andere Erzählbare einfällt, weswegen ich dann zusage. Im folgenden Text geht es um „Gesunde Pausenbrote“, denn die Firma LaVita* hat eine Aktion gestartet, mit der sie Eltern erklären möchte, wie wichtig ein nährstoffreiches Pausenbrot ist. Hier gibt es Weiteres zur Aktion und auch ein paar Rezepte.

Pausenbrote sind erstaunlicherweise ein stark polarisierendes Thema im Internet. Es geht halt ums Essen, genauer: Essen für Kinder und darüber lässt sich vortrefflich streiten.

Ich gehe für meine Pausenbrotgeschichte ein ganzes Stück zurück, 35 Jahre etwa. Zu dieser Zeit kam ich an die weiterführende Schule, was bedeutete, dass ich jeden Tag mit dem Zug fuhr und den verlockenden Bahnhofskiosk voller Süßigkeiten für Pfennigbeträge entdeckte. Und den Pausenhofkiosk, an dem es Käse- und Fleischkäsbrötchen für 80 Pfennig, Brühwürstchen mit Senf und Brötchen für Einemarkfuffzich und das schnöde Senfbrötchen (das ich heute noch immer liebe) gab es für 30 Pfennig. Senfbrötchen schmeckten so viel besser als das Brot-mit-Belag, das mir Oma Eis mitgegeben hatte. Deshalb reisten die in Folie gewickelten Pausenbrote zur Schule und wieder zurück, bevor sie daheim im Bettkasten verschwanden. Einmal im Monat schmuggelte ich eine Tüte voll verschimmelter Brote aus dem Haus und schmiss sie in einen öffentlichen Mülleimer. Auf die Idee daheim zu erzählen, dass ich kein Pausenbrot mehr möchte, kam ich nicht.

Bisweilen nahm ich übrigens auch Obst mit. Bananen allerdings nicht mehr, nachdem eine über längere Zeit im Ranzen vergessene Banane fürchterliche Dinge mit meinen Schulbüchern anstellte, als mein Ranzen einmal aus dem Zug flog. (Damals konnte es nämlich passieren, dass sich Zugtüren während der Fahrt öffneten und letztendlich sind bananenvermatschte Bücher wirklich das kleinere Übel, wenn man bedenkt, dass nur das geistesgegenwärtige Zupacken eines Mitreisenden verhinderte, dass ich meinem Ranzen hinterherflog. Ich bekam sehr großen Ärger daheim, vermutlich wegen der Bananenmatsche und nicht wegen des beinahe-Sturzes, wie ich damals glaubte.)

Eine Banane in der Dose hätte nicht so viel Schaden verursacht

 

Irgendwann gab es keine Pausenbrote mehr und mein Taschengeld landete beim Metzger für ein belegtes Brötchen oder beim (Brezel)Ditsch für eine mit Käse überbackene Laugenstange. Ich scheine sehr viel Taschengeld bekommen zu haben.

Viele Jahre später.

Nach unkomplizierten Frühstückspausen im Kindergarten (ein paar Obststücke), glaubte ich, dass Pausenbrote für Schulkinder irgendwie toller sein müssen. Es gab liebevoll geschmierte Brote. Mit Käse oder Wurst, irgendwelches Obst oder Gemüsestreifen dazu und nach ein paar Wochen hatte wirklich niemand mehr Lust, die Hasenbrote (= die wieder mit heimgebrachten Brote) am Abend zu essen.

Zeichnung: Claus Ast

Der Große teilte schließlich mit, dass er eigentlich keinen Hunger in der Schule hat, höchstens ein bißchen Durst. Er zog also nur mit einer Wasserflasche los.

Die Tochter entschied sich recht bald für Apfelstücke. KEINEN Zauberapfel bitte, denn der läßt sich so schlecht essen. Apfelachtelchen lassen sich schnell weghappsen. Zum Apfel bitte nur eine Wasserflasche.

Zauberapfel, ungeliebter.

 

Einzig der Jüngste nahm so lange ein Erdnussbutterbrot mit, bis er sich erfolgreich den Ekel an Erdnussbutter gegessen hatte. Seitdem nahm und nimmt er Salamibrot mit. Dazu ein geachtelter Apfel und eine Wasserflasche.

Mit meiner eigenen Schulbroterfahrung und dem Vorsatz, dem Hungergefühl der Kinder zu vertrauen, bewegten wir uns also ganz und gar weg von dem, was als ausgewogene Pausenernährung empfohlen wurde und immer noch wird. Dass meine Kindelein mit dieser Ernährung nicht furchtbar mickrig blieben und trotzdem beachtliche Leistungen in der Schule erbrachten lässt sich leider auch nicht auf ein höchst ausgewogenes Frühstück daheim zurückführen. Sie haben nämlich die Vorliebe ihres Vater für doublefrosted sugarbombs (= „Frühstückscerealien“, von denen Cornflakes noch den geringsten Zuckergehalt haben) oder Toastbrot mit Konfitüre/Nußnougatcreme/Honig/ Schokostreuseln und dazu eine Tasse Milch, geerbt. Also genau das Frühstück, das den Energiepegel hochschnellen und rasch wieder abkrachen lässt. Trotzdem reichte dieses Frühstück und der eher magere Pausensnack bis es zwischen 13:30 und 14:00 Uhr Mittagessen gab.

Dass ich also Brote in Herzform, Eier in Autoform und Delfine in Bananenform (oder umgekehrt) nur müde belächele, können Sie jetzt womöglich verstehen. Der Sinn kann sich mir einfach nicht erschließen, weil meine Kindelein eben einfach keinen Hunger hatten. Und vielleicht auch kürzere Zeit außer Haus waren, wären sie Ganztagskinder gewesen, hätte die Futtersituation sicherlich auch anders ausgesehen. Und ja, ich habe niemals Formbrote angeboten, allenfalls das eckige Brot einmal diagonal statt senkrecht durchgeschnitten. Sie hatten einfach keinen Hunger.

Warum ich jetzt trotzdem an einer Aktion für „gesunde Pausenbrote“ teilnehme? Weil der beste Vater meiner Kinder Alternativen zum Kantinenessen sucht, die fern von belegten Bäckerbrötchen oder Kaffeestückchen sind. Oder auch weil wir gerne und viel wandern und uns gerne leckere, energiespendende Verpflegung mitnehmen. Bisher waren das Laugenbrötchen, ein Block Käse und ein Apfel. Da geht sicher noch mehr.

 

 

*LaVita produziert einen Zaubertrank, der sämtliche benötigte Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe enthält und ich frage mich halt, warum man, wenn man doch gesunde Pausenbrote verzehrt, diesen überhaupt zu sich nehmen muss. Das ist evtl. so ein „alle Kinder müsen Lebertran löffeln“-Überbleibsel aus der Zeit, als Zaubertrank löffeln wirklich wichtig war.

Gestern war in Wallerfangen ein Keramikmarkt. Wallerfangen ist bekannt für sein (altes) Villeroy&Boch – Geschirr und auf diesem Markt lassen sich echtenSchätze erjagen. Die Oppenheimer Freundin kommt ursprünglich aus dieser Kante und freut sich jedes Jahr auf den ersten Sonntag im Juli, wenn der Markt stattfindet. Und dieses Jahr nahm sie mich mit. Zum Glück!

Ich mag schönes Geschirr sehr gerne und jetzt, wo die Familie endlich, endlich aus dem zerbrechlichen Alter heraus ist, gedenke ich mir auch schönes Geschirr zu gönnen. Ein paar Stücke jedenfalls.

Angefangen habe ich gestern mit diesen wunderschönen Terrinen, der Kaffeekanne und dem Milchkännchen.


„Burgenland“ in blau, passt prima zu meinem blauen Friesland. :) Gelernt habe ich gestern, dass die Stempelfarbe etwas über die Qualität des Geschirrs aussagt. Die Terrinen haben einen blauen Stempel, sie sind also zweite Wahl. Die Kannen haben einen grünen Stempel, sie sind perfekt. Perfekt sind alle Stücke für mich, noch perfekter auch deshalb weil jedes Stück nur zwei Euro kostete.

Etwas ausgefallener und ein klitzekleines Bißchen teurer war dieses Geschirr:


Ziemlich alt, Ende Jugendstil vermutlich. Ich schlich ziemlich lange um den Stand herum, vermutlich so lange, bis der Verkäufer hinreichend eingeschüchtert war und mir das Geschirr für 60,-€ verkaufte. Ein Blick ins hilfreiche Internet zeigte, dass ich damit wohl ein echtes Schnäppchen geschossen habe. Obendrein bin ich sehr verliebt in meine Fischteller.

Am allerallertollsten war aber der Fund dieser Schüssel aus Glas.


„Unser täglich Brot gib uns heute“ steht auf dem Rand und naja, das ist irgendwie kitschig und so sehr habe ich es ja nicht mit der Religion. Aber lassen Sie mich ausholen:

Meine Großeltern wurden als Banatdeutsche von Tito aus ihrer Heimat – Jugoslawien – vertrieben. Nach Internierungslager und Entbehrungen kamen sie zusammen mit meiner damals fünfjährigen Mutter in ein winziges Dorf in Rheinhessen. Nur mit dem was sie am Leib trugen und was in den kleinen Koffer passte. (ein Nudelholz zum Beispiel, mit dem der beste Vater meiner Kinder am Samstag den Pizzateig ausrollte) Eine Nachbarin war in Sorge: „Was wärd dann dess jung Fraasche ihrm Kind schunn koche kenne?“ und brachte zur Begrüßung Kartoffelsalat in einer Glasschüssel. 

Diese Glasschüssel war bei Oma Eis täglich in Gebrauch und sie zersprang vor ein paar Wochen in tausend Scherben, als ein Gewürzglas darauffiel. Man kann wegen einer zerbrochenen Glasschüssel weinen, wenn sie so viele Erinnerungen trägt.

Die „neue“ Glasschüssel ist nicht die, die ursprüngliche Erinnerungen trägt. Sie ist jetzt zuständig für die Erinnerung an die Erinnerung. Das klingt kompliziert, aber vielleicht verstehen Sie ja was ich meine.

(und genau wegen solcher Geschichten, werden wir hier immer zwischen Krusch, Kram und Krempel leben. „Unwichtige“ Dinge, die Erinnerungen tragen und die Geschichten erzählen. Bleiben Sie mir weg mit diesem reduzierten Wohnen!)

Am Dienstag morgen reist die Tochter mit zwei Freundinnen nach Frankreich, um von dort über die Pyrenäen und durch Spanien zu wandern. Das Ziel heißt Santiago de Compostela, die Wanderroute ist der Jakobsweg. Der Rucksack steht gepackt im Zimmer, die Wanderschuhe sind geschnürt, auf dem Schreibtisch liegt der Stapel Kleider, die sie am Reisetag tragen wird, der Tolino ist mit Büchern gefüttert und morgen muss nur noch geklärt werden, wer die gemeinsamen Toilettenartikel (Haarbürste, Shampo und Duschgel) trägt. Die Tochter ist äußerst reisefiebrig und muss abgelenkt, bzw. beschäftigt werden. Ganz uneigennützig hat die gesamte Familie also vorgeschlagen, dass sie sich durch Beschäftigung der Hände beim Kleinschneiden von Gemüse, Reiben von Käse, Rühren von Soße und Anbraten von Hackfleisch prima ablenken kann und wir alle obendrein leckeres Essen auf dem Tisch stehen haben.

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Die Tochter erklärte sich bereit einen Tacosalat zuzubereiten. Den nimmt sie ständig für andere auf irgendwelche Feiern mit und wir gehen dabei meistens leer aus, was sehr schade ist! Ein Tacosalat hält nämlich ganz prima die Balance zwischen frischem Gemüse (= reines Gewissen) und ungesunden Tacos (= unentbehrliches Fett wegen der fettlöslichen Vitame im Gemüse und Salz für den zu niedrigen Blutdruck).

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Damit wir auch morgen noch satt werden – denn morgen haben wir keine Zeit/Lust zum Kochen, weil die letzten Vorbereitungen für das große Osterfamilientreffen einen großen Teil des Tages fressen werden – hat die Tochter direkt das doppelte Rezept zubereitet. Wir lieben sie dafür sehr! (nicht nur dafür, selbstverständlich.)

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Die erste Schüssel haben wir mit Hilfe der allerbesten Freundin bereits geleert und es ist mir nicht gelungen, ein Bild zu machen, auf dem der Salat nicht wie das aussieht, das man unter dem Tisch, auf  dem das kalte Buffet steht, hervorkehrt.

Tacosalat

1 Eisbergsalat

4 Tomaten

3 bunte Paprika

2 Salatgurken

1 Dose Mais

1 Dose Kidneybohnen

500g Rinderhack

2 Becher Saure Sahne

1 Becher Schmand

Parmesan

Salsa Soße

400g Cheddar

beliebig viele Nachos/Tacos, die Sorte ist egal

-> Hackfleisch anbraten, mit Salz, Pfeffer und scharfem Paprika pikant würzen

-> Saure Sahne und Schmand verrühren, mit Parmesan, Salz, Pfeffer und Salsa Soße abschmecken (darf scharf werden!)

-> Salat schichten nach Angabe der Zutaten

-> die Nachos/Tacos erst kurz vor dem Servieren überstreuen

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Ich mag am Liebsten eine Mischung aus Paprikatacos und Nacho Cheese! Und nach einer Portion bin ich sehr lange satt, was womöglich mit den 234678 Kalorien pro Gabel zusammenhängt.

Guten Appetit!

 

Kuchen und kochen.

7. Februar 2016

Wir haben verschiedene Traditionen in der Grünen Villa, die wir liebevoll hegen und pflegen. Eine der schönsten ist das Kreppelessen mit Freunden an Fastnacht. Der beste Vater meiner Kinder verkleidet sich als Kreppelbäcker und stellt sich ein paar Stunden in die Küche, um uns alle mit heißem Gebäck, frisch aus der Friteuse, zu verwöhnen.

Ich habe das neulich schon mal erwähnt und wurde nach den geheimen Backtipps und natürlich nach dem Rezept gefragt. Der ultimative Tipp des Bäckers ist: Kreppel kann man nur an Fastnacht backen. :)

Kreppel, Berliner, Pfannkuchen, Krapfen

500g Mehl

40g Hefe

1/8 l Milch

100g Zucker

1 Prise Salz

100g Butter oder Margarine

Aus diesen Zutaten einen Hefeteig zubereiten und diesen an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit kann man prima die Friteuse saubermachen, vielleicht deshalb, weil das Fett vom letzten Sommer noch drin ist, in dem man einmal Calamari frittiert hat und das eigentlich noch mal machen wollte, aber dann hat es geregnet, der Herbst kam und dann war plötzlich Fastnacht und die Friteuse braucht man eben selten. Wenn sie sauber ist, wird sie mit frischem Fritierfett gefüllt und auf 160°c geheizt.

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Der beste Vater meiner Kinder walzte den Teig etwa zwei Zentimeter dick aus …

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danach stach er mit einem Glas Teigstücke aus, die zum Ausruhen auf ein leichtbemehltes Blech kamen. Wenn man ihnen ein bißchen Zeit gibt, gehen sie nochmal schön auf. Wenn eine hungrige Meute am Tisch sitzt und es etwas schneller gehen soll …

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landen die Teigstücke eben früher in der Friteuse. Wenn sie auf der einen Seite gebräunt sind, müssen sie gedreht werden.

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Nach dem Fritieren werden die noch heißen Kreppel mit der Lieblingskonfitüre gefüllt, das geht am Besten mit so einem Spritzbeutel und einer langen Düse. Puderzucker drüberstauben, fertig, essen! Am Besten schmecken sie, wenn sie noch heiß sind!

Wir freuen uns jedes Jahr sehr auf unser Kreppelessen und weil man Tolles gerne teilt, habe ich „meine Syrer“ zum Kreppelfest geladen. „Kommt um drei!“, sagte ich, „Es gibt Kuchen!“

Die beiden sagten zu und kamen pünktlich und schwer bepackt. Wann wir denn essen wollten und wieviele kämen, fragten sie und begannen sehr geschäftig in meiner Küche herumzukramen. Sie kennen sich ja mittlerweile aus, denn beim Sprachunterricht reiße ich ständig Schränke auf und zerre zu benennende Gegenstände heraus.

Mittlerweile waren die Freunde eingetroffen, die Kreppel (und eine Fuhre Waffeln) dufteten, doch „meine Syrer“ wollten nicht am Tisch Platz nehmen. Sie schnippelten Tomaten und hackten sehr viel Petersilie und fritierten einen Berg Fladenbrot in meiner größten Pfanne, rührten in meiner größten Schüssel griechischen Joghurt und Tahina zusammen, Kreuzkümmel- und Knoblauchduft stieg auf.  In einem kleinen Glas quoll Couccous vor sich hin, auf dem Herd kochten Kichererbsen.

„Fada“ und „Taboula“ (<- Lautschrift) wurde liebevoll auf Tellern und Platten angerichtet und auf den Tisch gestellt.

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Kreppel und Waffeln passen prima zu „Fada“ und „Taboula“ stellten wir fest, sogar ein Bier kann man dazu trinken. Oder zwei.

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Und als wir also so zusammensaßen, ziemlich satt und sehr begeistert von den Köstlichkeiten, die uns aufgetischt worden waren, wurde mir klar: ich muss meine Einladungen künftig etwas unmissverständlicher und deutlicher formulieren. Ich hatte zu „Kuchen“ eingeladen, verstanden worden aber war „kochen“! Im ersten Moment war mir das schrecklich unangenehm und peinlich, aber letztlich konnten wir darüber lachen. Und die Freunde baten darum, bald wieder zur „Kuchen“ eingeladen zu werden.

Das lässt sich vermutlich bald einrichten.

Letzte Nacht (und vermutlich noch zwei, drei weitere Nächte) schliefen wir hier:

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Der beste Vater meiner Kinder im Gästebett, ich auf der Matratze davor, der gar nicht mehr so kleine Hund an meinem Kopfende. Gestern abend vor dem Schlafen fand ich das alles sehr aufregend, das hatte was von Übernachtungsparty mit Schlaflager. Heute morgen dachte ich mir, dass so ein Lattenrost unter einer Matratze doch einen beträchtlichen Komfort bietet. Sollte man nicht unterschätzen.

Grund für unser wildromantisches Bettenlager ist die neue Matratze, die gestern angeliefert wurde. Vermutlich haben Sie bereits in anderen Blogs den einen oder anderen Bericht darüber gelesen, hier nun also unsere Geschichte: Eve (die Matratze) kommt an.

Eve hatte wegen eines technischen Defekts ein bißchen Verspätung, doch nachdem dieser behoben war, kam die Ankündigung ihrer Lieferung sehr schnell.
Laut Trackingnummer wusste ich genau, dass UPS das 30kg schwere Paket am 28.1.2016 gegen Abend ausliefert, weswegen ich mir ab Nachmittag freihielt und den gar nicht mehr so kleinen Hund zum Spielen in den Garten schickte, statt mit ihm zur abendlichen Hunderunde aufzubrechen. Gegen 19:00 begann ich mir Gedanken über die fiesen Arbeitszeiten der UPS-Auslieferer zu machen, zehn Minuten später schaute ich vorsichtshalber nochmal nach dem Auslieferdatum und las sehr erstaunt, dass meine Matratze um 8:52 Uhr ausgeliefert worden war. An unsere Nachbarn. (dass zwei Kindelein zu dieser Zeit daheim waren und dass diese Kindelein die Erlaubnis haben die Tür zu öffnen wenn es klingelt … nun ja. Sie haben das Klingeln vermutlich nicht gehört)

Der beste Vater meiner Kinder war in der Zwischenzeit heimgekommen und gemeinsam gingen wir zum Nachbarn um unsere Matratze einzufangen.

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Sie sehen mich hier sehr vorfreudig ob des riesigen Paketes in der Halle. Und weil sich dieser Zeitpunkt gerade so anbietet – eine kleine Warnung: die nachfolgenden Bilder sind NICHT mit einer Spiegelreflexkamera gemacht, die Lichtverhältnisse waren wegen der Tageszeit grauenhaft und ich habe auf lustige Bildbeschriftungen GÄNZLICH verzichtet. Desweiteren erhalten Sie ungeschönte Einblicke in die am wenigstens attraktiven, weil bisher sträflich bei Renovierungen vernachlässigten Ecken der Grünen Villa. Und ja, Sie werden ein fremdes Schlafzimmer sehen. Brr.

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Der beste Vater meiner Kinder übernahm den Transport der mittlerweile von ihrer Transportverpackung befreiten Matratze. 18 Stufen von der Halle nach oben! Er hat aber nur ein bißchen geschnauft, soll ich sagen.

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Ein erster Blick in den Karton war … äh … interessant. Wer hier schon länger liest, weiß das ich mit diesen einfühlsamen Sprüchen in lustigen Schriftarten nichts … äh … anzufangen weiß und mich bisweilen etwas lustig darüber mache. Aber die Sprüche an den Kistenwänden sind ja völlig egal, viel wichtiger und spannender war doch der Inhalt! Eine komplett zusammengeknödelte Wurst in Plastik, einer Matratze eher unähnlich.

Ach komm, weil es so schön ist: hier noch ein Bild mit GANZ starker Botschaft. (ich schiele schon vor lauter Tiefsinn)

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Der beste Vater meiner Kinder wuchtete noch rasch die alte Matratze aus dem Bett, ich warf einen letzten prüfenden Blick ins Schlafzimmer um sicher zu sein, dass sämtliche jugendgefährenden Gegenstände und Kleidungsstücke sauber verräumt waren (schließlich soll dieses Blog auch weiterhin ohne Altersabfrage auskommen) und dann durfte die neue Matratze auf´s alte Bett.

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Das Herausschütteln der komprimierten Matratze aus dem Karton sieht hier sehr viel leichter und eleganter aus, als es in Wirklichkeit war. Ein Cutter und mächtig viel Schnaufen war zusätzlich vonnöten. Der Hund im Bild dient lediglich der Dekoration, hilfreich war das interessiert zwischen den Füßen herumwuseln eher nicht.

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„Fertig!“, rief der beste Vater meiner Kinder, aber da täuschte er sich gewaltig. (kurze Erläuterungen, falls Sie das gerne fragen würden, sich aber nicht trauen: Unser Schlafzimmer ist der kleinste Raum der Grünen Villa. Das 2×2 Meter Bett passt genau hinein, sehr viel mehr Platz gibt es nicht. Reicht ja für ein Zimmer, in dem fast nur geschlafen wird. Ursprünglich war der Raum eine Küche, weswegen sich hinter dem Vorhang rechts eine kleine Vorratskammer befindet, die jetzt mein Kleiderkämmerchen ist. Und ja, die Gardine am Fensetr hängt durch. Sie ist aus einem alten Leinenkissen genäht, dessen Stoff zu schwer für diese auseinanderziehbaren Gardinenstangen ist. Und ebenfalls ja, man könnte die Bücher von der Heizung räumen. Der helle Mond vor dem Fenster ist das Flutlicht des weiter entfernten Sportplatzes, das Mobilé ist aus Namibia und etwas zugestaubt.)

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Wir entschieden uns, welche Seite der Matratze oben sein soll und ließen sie sich auf dem Bett entrollen. (auf youtube finden Sie sogar Videos davon, wie sich so eine Matratze entrollt, weswegen ich hier auf videobasiertes Dokumentationsmaterial verzichtet habe) Die Weichheit der Matratze zu testen war zu diesem Zeitpunkt wirklich völliger Quatsch, da sie noch vakuumiert war und damit in etwa so gemütlich wie eine Wolldecke auf dem Asphalt. Wir entfernten die Plastikfolie und verließen dann gerne den Raum, denn es roch etwas streng.

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Zur Auflockerung dieses Berichtes wäre es an dieser Stelle schön, könnte ich niedliche, rotwangige, fröhlich mit und in der Kiste spielende (Klein)Kinder zeigen. Die ersatzweise herbeigerufenen Haustiere zeigten – trotz einiger sehr verlockender Leckerlibröckchen – wenig Freude an der gelben Kiste, weswegen wir sie eher unfeierlich entsorgten. (die KISTE natürlich. Orrr.)

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Mittlerweile hatte sich die Matratze vielversprechend entfaltet, der Geruch hingegen war (und ist auch heute noch) sehr unangenehm. Im echten Leben muss man gar nicht so nahe mit der Nase ran, um ihn wahrzunehmen, es handelt sich hierbei also um ein gestelltes Bild.

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(Weia! Die Frontkamera macht wirklich sehr schlechte Bilder!) Der erste Liegetest bestätigte das, was bei vielen anderen nachzulesen ist: Oh ja, sehr weich! Aber beim Ausstrecken passt es eigentlich ganz prima. Außerdem mag ich weiche Matratzen ganz gerne, obwohl das vermutlich eine ähnlich unpopuläre Aussage wie „Ich trinke gerne lieblichen Wein“ ist. Man schläft nur auf harten Matratzen, das gibt Haare auf der Brust. Basta.

Weiterhin nicht auf dem Bett erwünscht und darüber sehr verstimmt: Lola.

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Es bleibt alles sehr spannend. Wie haben einen strikten Heiz-Lüften-Plan erstellt, den wir streng einhalten. So können wir hoffentlich bald testen, ob die neue Matratze hält, was sie im beiliegende Heftchen verspricht: wohltuenden Schlaf.

Darüber werde ich dann demnächst berichten.

Achtung! *** Die Eve wurde mir kostenfrei zum Testen zur Verfügung gestellt. ***