Traditionen pflegen.

1. Januar 2017

Hier in Nierstein werden wunderbare Traditionen gepflegt. Am 23. Dezember gibt es das Weihnachtsblasen, am ersten Januar das Silvesterknallen. Beide Traditionen versuchen wir hochzuhalten, wobei Letztere tatsächlich eher für Kinder ist. Es geht nämlich darum, der Verwandtschaft und Freunden so lange Böller vor die Haustür zu werfen, bis diese Silvestergeld rausrücken.

Die mittlerweile sehr großen Kinder tun das immer noch gerne, das finde ich klasse. Um Geld echt es da gar nicht, es geht ums „Proschd Neijohr!“ wünschen und um die kleinen Schwätzchen, die dann gehalten werden. 

Beim ersten Stop gab es heute Kreppel, beim zweiten ein Glas Sekt, beim dritten ein weiteres Glas Sekt und Knabberzeugs. Beim dritten Stop blieben wir dann auch hängen, es ist unser „Jahresbesuch“. Obwohl es sich um Verwandtschaft handelt und wir nicht allzu weit auseinander wohnen – es ist halt die ältere Generation.

Amüsiert habe ich mich sehr, denn in  breitestem Niersteiner Dialekt erzählen die beiden Alltägliches, fallen sie ins Wort, mahnen sich gegenseitig, machen sich übereinander lustig, verspotten sich. Loriot hätte seine helle Freude an den beiden gehabt.

„Uffm Friedhof leie die Reische quer und mei Muddär …“, 

„… doi Muddär leid do ned!“

„Ei des saa isch doch aach ned, die hot kaa Geld, die leid längs. Die Reische leie quer. De XY leid do …“

„unn de XY aach. Die leien all quer!“

Und weil es gerade zu kalt zum Radfahren ist, beschäftigt er sich mit Kerzengießen. Sehr zu ihrem Leidwesen, weil seine gegossenen Kerzen explodieren und die Scheiben der Latern schon alle Sprünge haben. Und die vielen Wachsflecken im Hof!

„Isch nemm die klaane Worschtdose und do kimmt des Wachs rin. Unn enn Schnürsenkel oder ä Worschtkorddel unn donn brennd des halt.“

„Unn irrndwonn steggder des ganz Haus in Brand. Moie ramsche den Kram ford, donn isses rum.“

„Neggscht Johr isses donn aach wiedä rum.“, erwidert er zwinkernd und ich wünsche mir ganz arg, dass wir in 30 Jahren ein genauso verschrobenes, sich liebendes Paar sind.

Den ersten Kaffee des Tages trank ich um halb sieben, nur in Hundegesellschaft vor dem Ofen. Es war noch dunkel und mir war sehr gemütlich zumute.

Kurz nach neun weckte ich den besten Vater meiner Kinder und um halb zehn marschierten wir los. Laufen gegen das Novembergrau, wenn man erstmal unterwegs ist, ist es nicht mehr schlimm. Und der Hund muss ja eh raus.

Die Verdauung des Hundes schrieb uns den ersten Teil des Weges vor, den Mülleimer für die Kackbeutel gibt es nur wenige, da muss man sich schon nach richten. Deswegen gingen wir die große Steig nicht weiter, sondern bogen zur „Roter Hang Hütte“ ab, weil – genau. Da gibt es einen Mülleimer.

Nach der Hütte gingen wir quer.

Im Zuge der Flurbereinigung ist es dort oben ziemlich kahl geworden. Viele Wingerte sind schon komplett ausgemacht, von manchen stehen nur noch die Stöcke in der Erde. Das sieht ein bißchen traurig aus, passiert aber alle paar Jahre mal. Und der gar nicht mehr so kleine Hund fand es super, weil es so viele Knorzen zum Rumschleppen und jede Menge Platz zum Rennen gibt.


(außerdem liegen sehr viele Kleintierkadaver herum. In dreien wälzte sich der Hund hingebungsvoll, was ihm nach dem Spaziergang eine gründliche Dusche einbrachte)

Bis vor ein paar Wochen war ich sehr angespannt, wenn der gar nicht mehr so kleine Hund frei lief. Immerhin ist der Vater ein Pointer und das Jagdgen schien gut durchzuschlagen. Doch mittlerweile hört Lola sehr gut auf den Rückruf, kommt sogar, wenn sie Rehe aufscheucht. Das erleichtert die Hunderunden ungemein, denn die Schleppleine ist schon sehr lästig.


Zum Glück ist der Hund so verfressen, für ein Hundeleckerli ignoriert sie sogar Jagdbeute. Allerdings frisst sie eben auch alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber das ist eine andere Baustelle. (eine kleine)


Wir wanderten immer weiter Richtung Lörzweiler, vorbei an abgeernteten Rübenäckern. Es blieb trüb, die einzigen Farben um uns herum waren braun, grün und grau in allen Nuancen. Sehr ruhig, sehr friedlich.


In der Ferne tauchte unser Ziel auf, der „Königsstuhl“.

Konrad der Ältere wurde dort am 8. September 1024 als Nachfolger von Kaiser Heinrich II. zum deutschen König gewählt.


Solch ein schniekes Türmchen gab es damals wohl eher nicht, sicher nur ein Zelt und vielleicht ein Podest. Macht aber nix, es ist schön, dass hier ein bekanntes Stück Geschichte geschrieben wurde.

Wir lockten Lola mit Hundeleckerlis und sehr viel Lob die Eisengittertreppe nach oben und genossen den Rundumblick.


Danach ging es auf dem Betonweg direkt nach Hause. Vorbei am Wartturm und der Kelter an der kleinen Steig. Für Pokémonspieler ganz wichtige Stationen! :)


Zehn Minuten später waren wir wieder daheim, wo uns der von den Söhnen gedeckte Adventsfrühstückstisch erwartete. Zehn Kilometer, zwei Stunden unterwegs und das Grau hatte keine Chance, mir schlechte Laune zu machen.

mutig sein

9. Oktober 2016

Mit Höhen habe ich es nicht so. Ich kann auf hohe Berge steigen und ganz entspannt die Aussicht genießen, wenn ich festen Boden unter den Füßen und vielleicht sogar noch ein Geländer/einen Fels/irgendeine Absperrung vor mir habe. Schlimmstenfalls robbe ich auf Bauch oder Hintern bis zur Felskante, das klappt schon. Sowie mir aber der feste Boden unter den Füßen fehlt, wird es schwierig. Seilbahn fahren ist eine Herausforderung, im Flugzeug fliegen ziemlich schlimm. Ich habe beschlossen, dass ich das doof und unerträglich finde und ich mich obendrein mit dem Gedanken vertraut machen sollte, in einem halben Jahr elf Stunden in einem Flugzeug aushalten zu müssen. Deshalb suche ich mir jetzt Herausforderungen, denen ich mich mutig stelle. Heute bin ich deshalb mit dem besten Vater meiner Kinder gleich zweimal über die längste Hängebrücke Deutschlands gelaufen. 

Gestartet sind wir in Sosberg. Laut Webseite ist das der totale Geheimtipp :) Wenn Sie in Sosberg parken wollen, sorgen sie für Münzgeld im Geldbeutel, der Parkscheinautomat will mit passenden Münzen gefüttert werden. Haben Sie  nur Scheine (so wie wir), können Sie diese im Brückencafé wechseln lassen, „das sind wir gewohnt“, wurde uns versichert. (und gehen Sie nochmal aufs Klo.)


Zur Brücke ist es nicht weit. Knapp 1,7 Kilometer oder mit kleiner Schleife durch den Wald 1,9 Kilometer. Gemütliches Gehen ohne nennenswerte Steigungen, vorbei an abgeernteten Feldern, im Wald auf geschottertem Weg.


Der erste Blick auf die Brücke schreckte mich gar nicht so. Das sieht ja doch recht stabil aus, die Stahlseile ausreichend dick und gequälte Angstschreie hörte ich auch nicht. Alles prima.


Ich marschierte tapfer los und fand es erstmal gar nicht schlimm. Die Brücke ist 85 cm breit, das Geländer wirklich hoch und man muss sich sehr ungeschickt anstellen, um mit dem Fuß zwischen Brückenboden und Geländer zu rutschen.


Ein paar Meter weiter wagte ich einen Blick nach unten. Schlagartig wurde es mir ziemlich mulmig, denn 100 Meter bis zum Boden sind echt viel! Gleichzeitig fiel mir auf, dass man zwischen den Holzdielen auch den Boden schimmern sehen kann …


… und ich beschloss einfach stur nach vorne zu schauen. Ein Schritt nach dem anderen, atmen, durchhalten. Unglücklicherweise gab es eine Menge Gegenverkehr. Das bedeutet, dass man sich manchmal ans Geländer drücken muss. Außerdem bedeutet erhöhtes Verkehrsaufkommen auf einer Hängebrücke, dass diese ins Schwingen kommt. Das ist kein heftiges Schaukeln, aber doch eine sehr spürbare Bewegung, die man mit dem Körper ausgleichen oder sogar mit der Hand am Geländer auffangen muss. Im Grunde genommen nicht dramatisch, doch meine Phantasie zeigte mir Überschläge und Stahlseile, deren einzelne Stränge mit lautem „TWÄÄÄNG“ reißen. Die 360 Meter Länge der Brücke zogen sich sehr lange hin und ich war schweißgebadet, als ich die andere Seite erreichte. (und mein Herz schlug direkt unter dem Schlüsselbein)


Gleichzeitig war ich selbstverständlich sehr stolz auf mich und froh, nicht umgedreht zu haben. Das „jetzt hab ich versagt“- Gefühl, das völlig unnötig und irrational ist, hätte mich lange gequält. Dass ich wieder über die Brücke zurück zum Auto musste … ließ sich leicht verdrängen. (man kann auch einen wunderbaren Rundweg laufen, den traue ich mir längen- und höhenmetermäßig aber noch nicht zu, das Bein schmerzt dann doch ziemlich. Und ich soll es ja langsam angehen.)


Durch den Wald ging es knapp zwei Kilometer nach Mörsdorf. Ein kleines Dorf, das nun versucht mit den Touristenströmen klarzukommen und ein bißchen Geld zu verdienen. Verhungern oder verdursten muss deshalb kein Wanderer, wir aßen eine überraschend gute frischgebackene Waffel am Straßenrand. Zu besichtigen gab es sonst nichts, deswegen gingen wir zurück zur Brücke.


Diesmal den bequemen und sehr vollen asphaltierten Weg. 


Die Brücke hing noch und sah noch immer recht stabil aus. Also lief ich einfach wieder rüber. Und tatsächlich war es beim zweiten Mal nur noch halb so schlimm, diesmal schwitzte ich nur deshalb so doll, weil die Sonne schien. Glaube ich, behaupte ich.


Richtung Auto liefen wir vorbei an Feldern voll blühender Bienenweide. Ganz wunderbar, viel schöner als wackelnde Brücken! 

Zum Schluss noch zwei eher gruselige Auswirkungen, die eine neue Touristenattraktion auf Einheimische hat:


Die Hängewurst und …


die letzte Toilette. Nun ja. Viele Anwohner haben aber auch Bänke oder nette Rastplätze für Wanderer aufgestellt!

So. Ich habs also geschafft, habe diese Kröte gekillt. Und weil es so gruselig und schlimm und toll und spannend und herausfordernd war, wage ich mich demnächst auf den Skywalk.

Nachts im Maisfeld

17. September 2016

Seit etlichen Jahren gibt es im Sommer ein Maislabyrinth im Nachbardorf. Und seit etlichen Jahren drücke ich mich davor, dort herumzuirren. Ich hab nämlich ein kleines Problem mit Enge und Orientierungslosigkeit, dies in Kombination mit staubiger Sommerhitze und Menschenmassen im Maisfeld … es schnürte mir den Hals zu.

Die Kindelein waren mit den Großeltern und den römischen Cousins dort, jedes war mindestens einmal zum Kindergeburtstag dort eingeladen. Ich vermisste nichts.

Vor ein paar Wochen las ich, dass das Labyrinth an ein paar Wochenenden auch nachts zu durchwandern ist. Das wollte ich sofort tun! Nachts ist es kühler, die Chancen sind groß, dass nicht allzu viele Menschen dort sind und die gute Portion „Grusel“ wog die Sorge wegen der Enge und drohenden Orientierungslosigkeit auf.

Gestern Abend radelte ich mit dem besten Vater meiner Kinder und dem Jüngsten los. Ziemlich aufgeregt, sehr vorfreudig und optimal ausgerüstet mit einer Stirnlampe.


„So schwer kann das ja nicht sein, wenn da sogar Kinder durchfinden“,  machte ich mir Mut …

… denn langsam fand ich es doch ein bißchen unheimlig. Zwar waren einige Menschen unterwegs und es wurde ringsherum geschwätzt, gekichert oder auch vor Schreck gequietscht, weil sich viele gegenseitig erschreckten, doch über weite Strecken raschelte nur der Wind im Mais. Das Licht unserer Lampen reichte nicht sehr weit, das Gefühl, sich zu verirren stellte sich schnell ein. Und war nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.


Zuerst liefen wir einmal komplett am äußersten Rand des Labyrinths entlang. „Immer rechts abbiegen“ hatte ich mal gelesen oder glaubte ich gelesen zu haben. Wir liefen an einigen Notausgängen vorbei, das fand ich beruhigend. Nach relativ kurzer Zeit standen wir dann auch am Ausgang. Prima, es gibt einen Ausgang :)


Doch statt das Labyrinth zu verlassen, gingen wir wieder zurück, denn wir hatten zum Eintritt einen Zettel erhalten: sechs Stationen galt es zu finden. 


An dreien holte man sich einen Stempel ab, an den anderen drei Stationen gab es Aufgaben zu lösen. Vom Ehrgeiz gepackt auch wirklich alle Stationen zu finden, irrten wir dann doch ziemlich lange durch die Gänge. Gefürchtet habe ich mich dann irgendwann gar nicht mehr, die Beklemmungen verschwanden.


Nach der letzten Station suchten und fanden wir erneut den Ausgang, gaben unsere Zettel ab, um irgendetwas gewinnen zu können und radelten heim. 

Toll! Ich traute mich aus meiner Komfortzone und es hat gar nicht wehgetan, im Gegenteil: ich bin arg begeistert und will nächstes Jahr wieder ins Labyrinth. Nachts, natürlich.

Unser Weg …


… lässt kein Muster erahnen. Wir glauben, dass die olympischen Ringe nachgebaut wurden, weil wir oft im Kreis gingen. Hier wird man sicher bald den Aufbau des Labyrinths sehen.

Trainingstag

1. April 2016

Vermutlich wird es schneller Juni sein, als ich „nur noch April und Mai“ sagen kann. Dann geht es los nach Irland auf den Wicklow Way. Tägliche Hunderunden trainieren mich zwar gut, doch länger als acht Kilometer am Stück laufe ich nicht. Einige Etappen auf dem Wicklow Way sind aber knapp über zwanzig Kilometer lang, obendrein sind einige Höhenmeter dabei. Ich war neugierig, ob es mir schwerfällt, eine längere Etappe am Stück zu laufen, ohne völlig erledigt zu sein.

Der Rheinterrassenweg führt von Mainz nach Worms, liegt also vor der Haustür. Da wir immer wieder wanderfreudige Gäste beherbergen, hatten wir uns schon länger vorgenommen, Etappen auf diesem Weg zu laufen. Außerdem sollte der gar nicht mehr so kleine Hund endlich Zugfahren lernen und deshalb heute, trotz anfänglichem Regen und einer gewissen Unlust: der Rheinterrassenweg von Mainz-Laubenheim bis Nierstein.

Mit dem Zug fuhren wir nach Laubenheim und stellten fest: begeistert ist der gar nicht mehr so kleine Hund nicht unbedingt, dafür aber geduldig und angstfrei. Das passt dann schon und eröffnet uns einige Wege. (ein Auto haben wir nämlich nicht immer zur Verfügung)

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In Laubenheim folgten wir zunächst den gelb-schwarzen Hinweisschildern, die den Zustieg zum Rheinterrassenweg anzeigten. Lnagweilig, auf dem Gehweg und es regnete sachte vor sich hin. Außerdem ging es bergauf und ja, meine Laune war nicht die allerbeste.

Nach ein paar Minuten besserte sich meine Laune schlagartig, denn der offizielle Weg begann und mit kleinen, gepflasterten, geschwungenen Pfaden kriegen Sie mich immer:

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Nierstein, 15 Kilometer. Erwähnte ich, dass es sachte regnete? Das war mittlerweile egal, denn wir fanden recht schnell unseren Schritt, der Weg verlief ohne nennenswerte Steigungen und die Gegend … Weinberge mit Fernblick bis Frankfurt, blühende Schlehen am Wegesrand. Schön!

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Ziemlich schnell kamen wir an Bodenheim vorbei. Das Wetter war uns äußerst freundlich gesinnt, denn der Regen hörte auf, die Sonne kam ab und zu hinter den Wolken hervor. Perfektes Wanderwetter und das Gefühl, noch endlos weiterlaufen zu können.

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Lola zeigte keine Ermüdungserscheinung, musste aber nach Bodenheim wieder an die Leine, weil auf Schildern wegen des Wildes darum gebeten wurde. Nicht schlimm, sie war genug gerannt und lief ziemlich brav mit uns mit.

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Zwischen Bodenheim und Nackenheim endete der asphaltierte Weg und es ging auf Feldwegen weiter. Ein sehr matschige Angelegenheit, dank des vielen Regens der letzten Tag. Wir glitschten und schlitterten an frischgepflügten Äckern entlang und liefen prompt falsch, weil an einer Abzweigung der Wegweiser abgerissen worden war. Ein kleiner Umweg, der mich sehr nervte, aber es konnte ja keiner was dafür.

Die richtige Abzweigung führte uns dann runter nach Nackenheim.

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Nackenheim ist nicht der allerschönste Ort, was sicher auch daran liegt, dass er direkt an Bahnlinie und B9 liegt. (und direkt am Rhein, was wildromatisch sein könnte, leider aber zusätzlichen Lärm durch die Schiffe bedeutet. Die wummern nämlich mit ganz tiefem Ton vorbei, den man mehr im Bauch spürt als hört. Je nach Wind- und Wetterlage „hörenspüren“ wir Schiffe bis hoch zur Grünen Villa.)

Wir querten Nackenheim und stiegen wieder hoch in die Weinberge, in nahezu vetrautes Gebiet, denn in diesen Weinbergen hatten Lola und wir unseren Einstieg in die Hundeerziehung bei der großartigen Johanna vom Wolfsrudel.

In der Ferne tauchte Nierstein auf, nur noch etwas über fünf Kilometer!

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Der Rheinterrassenweg verläuft ganz oben am Roten Hang, parallel dazu, tiefer am Hang verlaufen drei weitere Wege. Diese Wege führen ohne Umweg nach Nierstein, der Rheinterrassenweg verläuft in einer kleinen Schleife …

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… er führt nämlich zum Aussichtspunkt „Brudersberg“ und danach noch ein wenig vom Rhein weg, mitten in die Weinberge. An der Fockenberghütte fehlt leider ein Wegweiser, dort wird nach Nierstein abgestiegen. Wieder in einigen Schleifen durch die allermalerischsten Wingerte bis zum Marktplatz. Und der Kenner der Gegend weiß: am Marktplatz ist das Café Erni&Illi!

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Wir rasteten wohlverdient bei Milchkaffee und Kuchen und schafften so gestärkt noch den halben Kilometer bis zur Grünen Villa. Der beste Vater meiner Kinder hatte mitgetrackt:

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Zwanzig Kilometer geschafft und hinterher nicht völlig erledigt. Ich sehe Irland nun sehr entspannt entgegen, auch wenn uns dort bei den ersten Etappen einige Höhenmeter mehr erwarten.

Zum Rheinterrassenweg: ein netter, anspruchsloser Weg für Menschen, die gerne gemütlich wandern wollen. Mit Turnschuhen oder Sandalen zu bewältigen, wir trugen deshalb Wanderschuhe, weil wir die neuen Schuhe einlaufen müssen. Nicht zu empfehlen ist dieser Weg im Hochsommer, denn vor der knallenden Sonne gibt es keinen Schutz und insbesondere vor Nierstein wird es sehr, sehr heiß am Roten Hang. Glauben Sie mir das einfach. Auch mit Kindern ist dieser Weg nicht zu empfehlen, er ist nämlich langweilig. Geradeaus mit toller Aussicht. Erfahrungsgemäß stehen Kinder nicht auf so etwas und irgendwann ist man es einfach leid „ein Hut, ein Stock, ein Re-gen-schirm“ zu spielen. Ich würde diesen Weg mit Menschen laufen, die viel Gegend sehen und hinterher irgendwo zu einem Glas Wein einkehren wollen.

Wir werden demnächst die Etappe Nierstein – Guntersblum laufen, wenn sich diese spektakulär von unserer heutigen unterscheidet, werde ich darüber berichten.