WMDEDGT im Dezember

5. Dezember 2016

Frau Brüllen fragt, wir übrigens an jedem Fünften eines Monats: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Heute fiel der Fünfte auf einen Montag und das bedeutet zuerst einmal: der Vormittag mit Oma Eis.

Oma Eis kommt immer gegen halb neun, somit habe ich genug Zeit, um ein paar Handgriffe im Haus zu tun. Heute waren das ein paar Handgriffe mehr, denn die gesamte Familie war am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt eingespannt. Die Jungs buken Waffeln, der beste Vater meiner Kinder lieferte im regelmäßigen Abständen heißen Tee/Kaffee und half beim Auf- und Abbau des Standes. Und obwohl wir alle unterwegs waren, wuchs Chaos. Mysteriös.

Nachdem ich es also geschafft hatte, mein kuscheliges Bett zu verlassen, wuselte ich herum. Nicht ganz fit, weil die Erkältung, die sich letzte Woche schon ankündigte, für die ich aber wegen Geburtstag und Weihnachtsmarkt keine Zeit hatte, ist nun in voller Pracht da. Egal. Oma Eis kam und wir zogen gemeinsam zur Hunderunde los.


Das derzeitige Wetter entschädigt durchaus für den eklatanten Schneemangel, unter dem ich beinahe jedes Jahr hier im milden Rheintal leide. Es glitzert und funkelt, wenn sich die Sonne herauswagt und ich kann mich gar nicht an den Eiskristallen satt sehen. Rauhreif ist toll!

Während unserer Runde kamen wir an Schafen vorbei.


Der gar nicht mehr so kleine Hund hat enormen Respekt vor Schafen. Zweimal hat sie sich im vergangenen Sommer die Nase am Elektrozaun verbitzelt und nun verknüpft sie mit Schafen nicht die angenehmsten Empfindungen. Aber es brauchte tatsächlich zwei Britzelerlebnisse, bevor sie es gelernt hatte. Doch nicht so schlau, die Tupfenlola. :)

Wir kauften noch rasch ein paar Zutaten für Schoko-Dattel-Creme ein und kamen ordentlich durchgekühlt und mit großem Frühstückshunger und Kaffeedurst wieder heim.

Nach dem Frühstück schafften wir es mit vereinten Kräften, jede Oberfläche, jede Schüssel und unzählige Löffel gründlich zu verkleben.


Schoko-Dattel-Creme schmeckt köstlich, aber mein Mixer von der Küchenmaschine kam an seine Grenzen und wir mussten mit dem Pürierstab nacharbeiten. 19 Gläser haben wir befüllt, die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weltladens werden sich darüber hoffentlich freuen.

Oma Eis verabschiedete sich und ich entklebte die Küche. Danach beschloss ich, dass ein Schnupfen-kurier-Mittagsschläfchen angezeigt sei. Lola fand das auch und zusammenekuschelt hörten wir dem Kater zu, der im Flur die zweite Ratte des Tages wegknurpste. Sollten Ratten jemals auf die Liste bedrohter Tierarten rutschen, dann ist der Kater maßgeblich daran beteiligt.

Nach dem Mittagsschlaf fühlt ich mich ausgeruht und sehr viel gesünder. So arbeitete ich noch ein paar Punkte von der Nähzimmer-to-do-Liste ab, 


unter anderem ein Lätzchen für einen Niersteiner Neubürger. (nein, das Lätzchen ist nicht schief, ich halte es nur irgendwie komisch)

Die Söhne kamen heim, der beste Vater meiner Kinder kam heim. Letzterer zog mit dem Hund los, erstere gingen zum Sport. Ich beseitigte das Durcheinander, das ich im Nähzimmer gezauberte hatte, richtet Futter für die Tiere (die Menschen sorgen für sich selbst) und als der Gatte:“Wie wäre es mit Sauna?“, fragte, hatte ich keine Einwände.

Und das war es schon wieder. Noch zwei Saunagänge, dann ruft mein Bett nach mir.

Heute mache ich es mir mal ganz einfach und schicke Sie einfach zu meiner geschätzten Blogkollegin Frau Brüllen. Sie zählt – inspiriert von einem eigentlich ganz netten Artikel, der heute morgen allerdings die Gemüter erhitzte – Dinge auf, die sie oder ihre Familie tun und die im Internet zu bissigen Streitereien führen, führten oder führen könnten.

Ich las diese Liste mit großem Vergnügen, denn wir unterscheiden uns in wirklich vielen Punkten sehr und als echte Internetmenschen könnten wir uns darüber bis zur  übernächsten Generation mindestens befehden. Tatsache allerdings ist, dass ich Frau Brüllen samt ihrem Anhang und trotz der Gegensätze echt mag. Es ist wohl gar nicht so schwer, ein andere Sicht einfach stehen zu lassen. Sollte man meinen.

Und weil das früher (hier bitte Krückstockgefuchtel vorstellen) immer so schön war, habe ich mir ihre Liste kopiert und ein Stöckchen draus gemacht. Meine (Vergleichs)Punkte in pink.

1. Meine Kinder bekommen selberbefüllte Adventskalender.

Meine Kinder bekamen einen gemeinsamen, selbstbefüllten Kalender. Später dann jeder einen von Conrad. Seit drei Jahren gibt es keine Adventskalender mehr im Haus.
2. Meine Kinder bekommen Mottoparties zum Geburtstag ausgerichtet.

Meine Kinder bekamen Themengeburtstage. (Grusel, Ritter, Jahrmarkt)
3. Meine Kinder tragen kurze Haare und ich bestehe auf Mitspracherecht bei der Frisur.

Meine Kinder tragen und trugen ihre Haare wie sie wollen.
4. Meine Kinder sind durchgeimpft.

dito.
5. Wir alle lassen uns gegen Grippe impfen.

Wir vergessen das immer.
6. Ich senke Fieber auch schon unterhalb von 40Grad.

dito.
7. Es gibt feste Zubettgehzeiten.

Gab es früher auch, mittlerweile gehen wir vor den Kndern ins Bett, wir sind alte Menschen.
8. Es werden jeden Morgen und Abend die Zähne geputzt.

jepp.
9. Ich schminke mich jeden Tag.

Ich schminke mich an etwa zehn Tagen im Jahr.
10. Ich dusche jeden Tag und wasche jeden Tag meine Haare.

Ich dusche jeden zweiten Tag und wasche nicht jedesmal meine Haare.
11. Die Kinder auch. Auch darauf bestehe ich.

Früher achtete ich darauf, dass sie dreimal die Woche duschen, heute müssen sie selbst für ihre Körperhygiene sorgen. Was nicht ausschließt, dass ich im Bedarfsfall ein (erwachsenes) Kind unter die Dusche schicke.
12. Die Kinder gehen zum freiwilligen Religionsunterricht.

Religionsunterricht gehört hier zum Regelunterricht.
13. Ich kontrolliere die Hausaufgaben der Kinder.

Wir machten Stichproben. Ansonsten war Schule „ihr Job“.

14. Es gibt Zucker bei uns.

jede Menge!
15. Ich rasiere meine Beine jeden Tag. Das habe ich auch gemacht, als ich schwanger war.

Ich habe noch nie meine Beine rasiert.
16. Ich habe immer lackierte Zehennägel. Auch als ich schwanger war.

Ich habe nur in der Barfuß-Saison lackierte Zehennägel.
17. Ich hatte auch Schminksachen in meine Kliniktasche gepackt und sie auch benutzt.

Ich nicht :)
18. Wir haben ein Auto.

Wir haben kein Auto.
19. Meine Kinder müssen ihren Schulranzen selber tragen.

Wer denn sonst?
20. Ich stelle den Lehrplan nicht in Frage. Ich habe nicht mal eine Meinung dazu.

Der Lehrplan hat mich interessiert, aber ich habe ihn nicht in Frage gestellt.
21. Meine Kinder gehen auf die reguläre Dorfschule.

dito.
22. Ich arbeite Vollzeit.

Ich bin Hausfrau mit Nebenbeschäftigungen

23. Es gibt Kameraden meiner Kinder, die ich nicht mag.

oh ja.
24. Ich habe ein Vetorecht bei Geburtstagsgästen meiner Kinder.

Die Kinder laden ein wen sie wollen.
25. Bei uns ist es aufgeräumt. Spätestens jeden Abend. Immer.

Meistens ist aufgeräumt. Auf jeden Fall immer, wenn wir alle das Haus verlassen.
26. Die Kinder räumen mit auf.

dito.
27. Es gibt feste Regeln für das Benehmen bei Tisch und überhaupt.

dito.
28. Ich trage immer einen Fahrradhelm (also: beim Radfahren.)

ja!
29. Die Kinder auch. (auch beim Rollerfahren)

Ja, immer noch, ohne Diskussion. Und voller Protectorenschutz beim Inlinern.
30. Gegessen wird bei uns am Tisch, maximal gesnackt wird auf dem Sofa.

Ich bin bekennende auf-dem-Sofa-essende.
31. Ich benutze Parfum.

Ich auch.
32. Ich benutze Weichspüler.

Ab und zu.
33. Ich benutze einen Wäschetrockner.

Schon immer.
34. Ich benutze manchmal sogar Trocknerdufttücher.

Trocknerdufttücher finde ich eklig.
35. Ich benutze teure Kosmetik.

Ich benutze Drogeriemarktkram.
36. Wir alle tragen immer Sonnenschutz.

Ich vergesse meistens den Sonnenschutz.
37. Ich bügle meine Bettwäsche nicht und auch sonst fast nix.

Ich bügele nur Stoffe, die ich vernähen will. Und ab und zu ein Hemd.
38. Bei uns ist Haushalt nicht Frauensache, sondern alle packen mit an.

Selbstverständlich.
39. Ich benutze Shampoo und Spülung mit Silikon.

Ich auch.
40. Ich benutze duftende Bodylotion und keine Naturkosmetik.

Ich wechsele da munter hin und her.
41. Die Kinder haben bei uns im Bett geschlafen.

Die Kinder durften nur im absoluten Notfall (bei Krankheit) in unserem Bett schlafen.
42. Ich habe die Kinder im Tragetuch und im Ergobabycarrier getragen.

Ich habe ab und zu ein Kind im Glückskäfersack oder in einer Rückenkraxe getragen.
43. Ich habe die Kinder aber auch im Kinderwagen und Buggy geschoben.

Ich habe die Kinder fast ausschließlich in Kinderwagen und Buggy geschoben, bzw. im Bollerwagen gezogen.
44. Ab dem zweiten Geburtstag gab es keinen Kinderwagen mehr.

Das weiß ich nicht mehr, ich weiß nur, dass ich den Buggy samt seiner Beladeflächen beim Einkauf schmerzlich vermisst habe.
45. Die Kinder bekamen Brei.

Die Kinder schmierten sich Brei ins Haar. (und aßen auch welchen)
46. Wir haben keinen Reboarderautositz und kein Isofix.

Maxi Cosi und danach Römer Dings (?). Und dann Sitzerhöhungen. Und erst ab 150 cm ohne.
47. Ich habe mich im Kindergarten an die „Was darf das Kind zu essen dabei haben“-Regeln gehalten, tue das heute noch und finde sie gut. Auch, dass sie durchgesetzt werden.

Ich habe mich ebenfalls an diese Regeln gehalten.
48. Vereinbarung von Familie und zwei Jobs klappt hier hervorragend.

Das Familienmodell Vater – Arbeit, Mutter – daheim kleppt hier hervorragend.
49. Beim Essen darf man bei uns so viel Wasser trinken wie man möchte.

Keine Begrenzung bei Wasser, bei Softgetränken oder Saft schon.
50. Wir verschicken keine Weihnachtskarten.

Ich liebe Weihnachtskarten. Verschicken und bekommen.
51. Es gibt keine kunstvollen Bentoboxen für die Kinder.

Es gab befüllte Brotdosen und dann nichts mehr.
52. Aber Picker mit Augen oder niedlichen Tierchen schon.

Das gab es damals noch nicht und vermutlich hätte es diese Niedlichkeiten bei uns nicht gegeben.
53. Ich benutze nur Deo MIT Aluminium (da können alle in Riechweie froh drum sein).

Ich benutze Deo mit Aluminium.
54. Wir haben eine Nespresso-Maschine und benutzen sie.

Ich finde Nespresso-Maschinen furchtbar.
55. Wir essen wenig (ich) bis mittelviel (der Rest) Fleisch, wir essen Eier und Milchprodukte. Und tonneweise Obst und Gemüse. Und Nudeln. Und Nutella nicht nur am Wochenende.

Wir essen alles. Und wenn das Nutella leer ist, Hagelslag aus den Niederlanden. Oder Eszetschnitten.
56. Ich esse aber zB überhaupt kein Nutella, weil ich es nicht mag.

Ich mag lieber Erdnussbutter.
57. Ich tu Rotwein in die Bolognese und Weisswein ins Käsefondue und die Kinder dürfen mitessen.

Ich koche schon immer mit Alkohol.
58. Wir haben (und werden nie einen haben) keinen Thermomix.

dito.

59. Ich mag Tupper nicht. Wegen der Produkte und viel mehr wegen des Verkaufskonzepts.

Ich habe zwei Küchenschränke (und aussortiert zwei große Kisten in der Halle) voller Tupperdosen. Geerbte, geschenkte, selbst gekaufte. Es passierte irgendwie und viele der Dosen mag ich sehr.
60. Beide Kinder wurden aus Überzeugung nicht nur mit Wegwerfwindeln gewickelt, sondern sogar  mit Pampers.

Wir wickelten mit Pampers, Oeko Moltex und Stoffwindeln. Durcheinander.
61. Ich finde Urlaub und Ferien mit Kindern grossartig.

Wir fuhren erst sehr spät mit den Kindern in Urlaub, weil wir a) genug abwechslungsreiche Gegend haben und b) kein Geld hatten
62. Hier gibts keine Homöopathie im Haus.

dito.
63. Ich poste Bilder meiner Kinder (und von mir und dem Hübschen) MIT Kopf und von vorne.

dito.
64. Ich finde Chiasamen eklig, Porridge auch und alles mit warmen Haferflocken. Und Griessbrei und Milchreis und Apfelmus. Und Smoothies.

Ich liebe meinen Haferschleim! Und Griesbrei! Und Milchreis! Und Apfelmus! Alles, was mit mit bunten Plastiklöffeln auf dem Sofa sitzend essen kann.
65. Meine Kinder hätten keine Quetschies bekommen, auch wenn es die damals schon gegeben hätte

Ich weiß nicht, was Quetschies sind und will lieber nicht googlen.
66. Gegen Zahnungsschmerzen gabs hier Dentinox MIT Lidocain. Und keine Bernsteinkette.

Hier gab es im Notfall ein Zäpfchen, aber es gab auch kaum Zahnbeschwerden.
67. Ich habe beide Kinder gestillt, eines 8 Monate, eines 14 (oder so).

Ich habe vier Monate, acht Monate und etwas über ein Jahr gestillt.
68. Beide hatten einen Schnuller, einer 14 Monate, der andere zweieinhalb Jahre.

Es gab sehr viele Schnuller und hätten wir die Kinderzimmer nicht zigmal umgeräumt, lägen sicherlich noch welche in geheimen Ecken.
69. Beide kamen im Unikrankenhaus zur Welt, beide mit PDA, beide ohne Beleghebamme und das alles mit Absicht.

Ich hatte zwei Geburten im Krankenhaus, eine davon ambulant. Und eine Hausgeburt. Mit Absicht.

und ich ergänze:

70. Wir kaufen sehr viele Fair Trade Produkten und/oder aus regionalen Betrieben.

71. Die Kindelein durften Filme erst sehen, wenn sie das Buch gelesen hatten (Der Hobbit, Der Herr der Ringe, Harry Potter) oder wenn sie das FSK erreicht hatten.

72. Ich kaufte der Tochter ihre ersehnten rosa-Glitzer-Kleidchen und flocht Zöpfchen mit Glitzerspangen.

73. Die Kinder mussten schwimmen lernen.

74. Ich habe niemals Schuhe mit Klettverschluss gekauft.

75. Facebookaccounts gab es für die Kinder erst (oder schon) mit 13.

76. Wir bestimmen nach wie vor, wer wie lange Zugang zum Internet hat.

 

Heute natürlich in der „WMDEDGT“-Edition, Frau Brüllen will das wissen.

Der Tag begann sehr, sehr früh, denn der gar nicht mehr so kleine Hund versteht nicht, warum an zwei Tagen in der Woche der Wecker nicht um 5:25 Uhr klingelt. Auch energisches „zurück auf Decke und schlafen“- schicken war zwecklos, Lola wollte aufstehen. (um auf dem Sofa weiterzuschlafen, nach ihrem Frühstück)

Ein Blick aus dem Fenster zeigte allerfiesestes Regenwetter. Glück für mich, dass der beste Vater meiner Kinder die Hunderunde übernahm. Auf mich warteten nämlich die drei Schaufenster des Weltladens.


Oma Eis hatte Ladendienst und so verbrachten wir gemeinsam einen vergnüglichen Vormittag im Weltladen beim Auspacken von drei sehr großen, neu gelieferten Paketen. (auspacken, Ware auf Schäden untersuchen, auf der Rechnung abhaken, Preisschilder aufkleben, einen hübschen Platz im Laden finden)

Ich räumte alle drei Schaufenster aus und wieder (neu) ein. Das, was vorher im Schaufenster war, musste nun im Laden Platz finden, deshalb sortierte ich viele Regale neu. Die Schaufensterfäche ist gleichzeitig Verlaufsfläche, beim Umräumen summe ich stets die Tetrismelodie. Umräumen bedeutet meistens auch Staubwischen, davor drückte ich mich heute. Ich fischte nur die toten Fliegen aus dem Schaufenster.

Der Jüngste besuchte uns und wurde direkt eingespannt. Die Geschirrserie „Blumenwiese“ geht jetzt erstmal in den Winterschlaf, der Jüngste schleppte die Kisten mit dem sorgsam eingewickelten Geschirr ins Lager.

Um halb zwei waren wir endlich fertig. Ich kaufte noch rasch Cashewkerne, Vollrohrzucker und Kakao und verabschiedete mich bis Montag von Oma Eis, die noch die Abrechnung erledigte.

Der Jüngste musste zur Bank und ich begleitete ihn, endlich mal Gelegenheit, wieder ein paar Pokémons fangen – ich laufe ja sonst nur im Wingert rum, da gibt es keine. (und kein verlässliches GPS zum Brüten)


Die Nebulak- und Tragosso-Schwemme von vor Halloween ist vorbei, jetzt gibt es wieder Evoli-Herden. Zehn Stück habe ich heute gefangen. Wird Zeit, dass man Pokémons tauschen kann!

Daheim nahm ich mir die Zeit für eine Tasse Tee, bevor ich in der Küche wirbelte.


Morgen sind wir zum Brunch geladen und ich nehme (meine Lieblings-)Aufstriche mit. Hinten links: Datteldip, rechts: Cashew-Dattel-Schoko. Vorne links: Lachscreme, rechts: Tomate-Kräuter-Aufstrich.

Während der Pürierstab heiß lief, köchelten auf dem Herd zwei dicke Beinscheiben und drei Markknochen für eine fette Rinderbrühe vor sich hin. Den vierten Markknochen hatte sich Lola erbettelt, ich bin einfach zu weich bei der Hundeerziehung :)

In die Rinderbrühe kam dann noch jede Menge Wurzelgemüse und während das gar zog, erledigte ich die abendliche Hunderunde. Es wurde gerade dunkel und ich konnte drei Käuzchen und eine Eule losfliegen sehen. Hach. Wieder etwas, was ich ohne die Hundewutz und den Hunderundenzwang verpasst hätte.

Wieder daheim schmiss ich drei handvoll Suppennudeln in den Topf. Kurz danach gab es Abendessen, eine kleine Schwätzrunde mit den Söhnen und rasches in Ordnung bringen der Küche.

Die Söhne verabschiedeten sich in ihre Zimmer, Kater und Hund brutzeln vor dem Ofen und ich gehe noch unter die Dusche. Danach gibt es Rotwein und Zombies mit dem Gatten auf dem Sofa.

Und für Graufrust … war heute einfach keine Zeit. 

12 von 12 im Oktober

12. Oktober 2016

Und schon wieder: 12 Bilder am 12. eines jeden Monats, gesammelt von Caro Kännchen.


So beginnen derzeit die Tage: einen Kaffee im Bett und danach klettere ich in meinen Stützstrumpf. Das ist mittlerweile gar nicht mehr schlimm, denn die Schnitte an Bein sind prima verheilt, der Schorf größtenteils abgefallen. Die oberflächlichen Blutergüsse verblassen, aber ich spüre, dass es im Bein noch mächtig arbeitet. Heute vor drei Wochen wurde ich operiert, es ist großartig, wie verlässlich mein Körper heilt. (und nur noch drei Wochen Stützstrumpf, Hurra!)


Mit das Tollste an Frühling und Sommer ist ja, dass man die Wäsche raus hängen kann. Das geht jetzt nicht mehr, sie wird nicht mehr trocken. Der Wäscheständer steht jetzt vor dem Ofen. Das beschleunigt zwar das Trocknen, führt aber auch dazu, dass die Klamotten immer etwas geräuchert riechen.

Die Hunderunden im Herbst sind eine prima Gelassenheitsübung für den gar nicht mehr so kleinen Hund. Traktoren, Maischewagen, Vollernter sind unterwegs, Lola muss sich an den Wegesrand setzen und sie vorbeilassen. Die Winzer freuen sich und winken, der Hund freut sich auch, denn jedesmal wenn er brav sitzt, gibts ein Leckerli hinterher. Der Hund wird fett :)

Wenn ich morgens losgehe, dämmert es gerade und ich genieße das sehr. Manchmal gibt es spektakuläre Sonnenaufgänge zu bestaunen, manchmal ist es einfach nur ein grauer, diesiger Herbstag und der Morgennebel hängt in den Wingerten. Heute konnte ich weit über den Rhein schauen und spürte pures Glück, weil es so schön bei uns ist.


Nach der Hunderunde gab es Frühstück für mich. Ich mag es gerne, mir den Tisch ein bißchen hübsch zu machen und damit es nicht zu idyllisch wird, läuft netflix dazu. Schließlich muss ich die letzten beiden Staffeln Gilmore Girls noch schaffen, bevor die Fortsetzung kommt.

Franz und Lola haben das nächste Level erreicht! Sie können friedlich nebeneinander auf dem Küchensofa schlafen! 

Gestern abend nähte ich in liebevoller Handarbeit Broschennadeln auf dunkelrote Filzstücke, heute nähte ich diese mit der Maschine säuberlich an Gesticktes.

Am Niersteiner Weihnachtsmarkt (zweites Adventswochenende) wird es nämlich diese hübschen Broschen zu kaufen geben.

Ich bin ganz verliebt in diese bunten Dinger und hoffentlich schaffe ich noch ein paar mehr. (Die Stickdatei heißt „tierische Ahnengalerie“. Erhältlich bei Kunterbuntdesign.)

Oma Eis kam rasch auf einen Kaffee vorbei und brachte mir eine Tasche frischgeernteter Quitten. Jetzt duftet die ganze Küche nach diesen Quitten und das leuchtende Gelb macht mich fröhlich. Obendrein freue ich mich auf das köstliche Quittengelee, zu dem ich sie verarbeiten werde. :)

Ich ließ im Nähzimmer die Stickmaschine rattern und schon war es Zeit zum Kochen. Seit beide Söhne in der Ausbildung sind, gibt es abends für alle Gekochtes. Mein eingespielter Tagesrhythmus hat sich also geändert und im Moment finde ich es noch sehr lästig, mich abends nochmal an den Herd zu stellen. Naja, ich hatte ja freundliche Gesellschaft (die für ungekochte Nudeln beinahe jedes Kunststück macht).

Der Tag ist vorbei, ich lege auf dem Sofa die Beine hoch. Der Stützstrumpf darf dann auch weg und das ist ein merkwürdiges Gefühl. Er hält das Bein so wunderbar zusammen und ohne diese schützende Hülle habe ich das Gefühl, mein Bein besonders beschützen zu müssen.

Sofaarbeit habe ich heute keine, ich habe mein letztes Füllwattekissen geleert und vergessen, Nachschub zu besorgen. Zum Glück hat das blaugelbe Möbelhaus eine Onlineshop, ich habe direkt fünf neue Kissen bestellt.

Und jetzt: Feierabend, ich gehe ins Bett. Morgen wage ich mich zum ersten Mal für eine längere Strecke aufs Rad und probiere, ob ich schon wieder joggen kann. Ich freu mich drauf!

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“, fragt Frau Brüllen an jedem Fünften des Monats.

Heute wird das ein kurzer Bericht, denn hauptsächlich habe ich heute zugesehen. Ich habe zugesehen, wie der beste Vater meiner Kinder mit dem gar nicht mehr so kleinen Hund zur Hunderunde aufbrach und habe vom Fenster zur Straße ein paar Worte mit der Nachbarin gewechselt.

Voller Tatendrang zog es mich ins Nähzimmer, doch letztlich sah ich dann nur der Stickmaschine zu, die viele, viele Sterne produzierte. Das Bein wollte heute dann nicht so wie ich und deshalb schonte ich mich mehr, als wirklich produktiv zu sein.

Ich schaute dem besten Vater meiner Kinder zu wie er die Terrassenmöbel einölte und dem gar nicht mehr so kleinen Hund, wie er durch den Garten flitzte.

Zwischendurch war ich immer ein bißchen gefrustet, weil heilen so schrecklich lange dauert und weil ich ständig das Gefühl habe, Zeit rinnt mir durch die Finger und ich verpasse alles. 

Bevor ich wieder der Stickmaschine zusah, widmete ich mich noch diesem Päckchen, das gestern geliefert wurde.


Zum Inhalt


kann ich noch nicht viel sagen, weil erst noch ein weiteres Päckchen eintreffen muss. 

Ich sah dem Großen zu als er zur Hunderunde aufbrach und war froh und dankbar, dass die ganze Familie für mich einspringt, immer noch geduldig und freundlich.

Am Abend sah ich dem besten Vater meiner Kinder zu, wie er dem Jüngsten und mir (und natürlich auch sich selbst) Flammkuchen buk und danach die Küche wieder in Ordnung brachte, während ich das Bein hochlegte.

Jetzt sehen wir dem Fernseher zu. Als echte late adopter sind wir dann auch endlich bei Netflix und „Orange is the new black“ gelandet.

Morgen wird es besser. Bestimmt.