WMDEDGT?

5. Februar 2016

Frau Brüllen fragt uns, was wir heute eigentlich den ganzen Tag gemacht haben?

Die morgenliche Hunderunde habe ich ganz großzügig an den besten Vater meiner Kinder abgetreten. Ich konnte in der Zwischenzeit gemütlich frühstücken und ein paar Kleinigkeiten in die Schaufensterseite einfügen. Es blieb noch ein bißchen Zeit für Haushaltsgedöhns, bis ich um 11:00 Uhr das Schaufenster öffnete und um 11:02 Uhr die erste Mail eintrudelte. Dieser ersten Mail folgten sehr, sehr viele und ich kam mit den Aktualisierungen und Antwortmails kaum hinterher, weiß jetzt aber immerhin: falls ich die Maschinen doch wieder aspacke, dann muss ich sehr viel Engel und Toffee Noses sticken nd nähen. An dieser Stelle auch hier ein herzliches Dankeschön für Ihre Einkäufe und sehr großzügigen Aufrundungen, die Tochter ist glücklich und ich somit auch!

Auch die Zubereitung des Mittagessens überließ ich dem besten Vater meiner Kinder, ich musste mich nur an den gedeckten Tisch setzen und Kaiserschmarrn essen. Perfekt.

Nach dem Mittagessen übernahm der große Sohn das Aufräumen der Küche und ich ging zurück an den Rechner. An _die_ Rechner. Das kleine Internetcafé öffnete ab halb drei, die Rechner wollten hochgefahren und das Lernprogramm eingestellt werden. Zwei „meiner“ Syrer kamen zum Lernen. Die beiden sind Brüder, der eine lernt für seine C1-Qualifizierung, mir der er hier studieren kann. Er spricht sehr, sehr gut Deutsch, hat bereits in Syrien Deutsch gelernt, aber ganz reicht es noch nicht, deshalb lernt er mit Feuereifer. Sein Bruder ist erst vor Kurzem angekommen und spricht bisher sehr wenig, kann aber sehr gut Englisch, wir können uns also prima verständigen. Doch manchmal fehlen trotzdem Worte, denn der eine Bruder kam heute mit Orthese am Arm. Was passiert sei, wollte ich natürlich wissen. Er sei beim Radfahren gestürzt, das lernt er gerade. „Ist der Arm gebrochen? Is it broken?“, fragte ich. Nein gebrochen ist nichts, aber im Arm sei etwas … das sei schwer zu erklären, die Worte seien nicht da. Ich müsste mir  die Saiten einer Gitarre vorstellen und eine sei ein bißchen kaputt. Ich denke also, dass eine Sehne in Mitleidenschaft gezogen ist. Manche Gespräche sind halt etwas komplizierter.

Die beiden arbeiteten selbständig an ihren Rechnern, ich konnte mich wieder meinem Rechner widmen. Mails beantworten, die Seite aktualisieren, rechnen und hoffentlich nichts durcheinanderbringen.

Nach zwei Stunden verabschiedeten sich die beiden, nächsten Freitag kommen sie wieder. Da die Söhne zur Jungschar verschwanden und keine Zeit für die abendliche Hunderunde hatten, liefen die Tochter und ich gemeinsam los. Zwischendurch standen wir auch ein bißchen in der Gegend herum, als der gar nicht mehr so kleine Hund einen anderen Weg  gehen wollte und wir eben warten mussten, bis er wieder zu uns kam. (Mistvieh.)

Es wurde dunkel, ich aß zu Abend und tja. Setzte mich wieder an den Rechner, diesmal auf dem Sofa. Und vielleicht mache ich demnächst Feierabend, denn im Fernsehen läuft „Mainz bleibt Mainz“ und das ist ja meistens das einzige Stückchen Fastnacht, das wir gerne feiern. Außer dem muss ich morgen fit sein, denn dann kracht die nächste Fastnachtsfeier: der Gatte verkleidet sich als Kreppelbäcker und versorgt uns und viele unserer Freunde mit Kreppeln frisch aus der Friteuse, gefüllt mit Himbeer- oder Erdbeerkonfitüre. Dazu gibt es Sekt und Schnaps gegen das Fett.

Ich hoffe nicht zu sehr gelangweilt zu haben :)

11 Fragen

13. Januar 2016

anne

Mir wird heute ganz nostalgisch ums Herz, denn Frau Brüllen warf mir ein Stöckchen zu. Ein STÖCKCHEN! So wie früher, als Blogs noch Internettagebuch hießen und alles besser war.

Elf Fragen:

1. Wovor hast Du Dich als Kind am meisten gefürchtet?

Hinter dem Spielplatz  (der regelmäßig von den Hells Angels verwüstet wurde) gab es einen verwilderten Garten. Wilde Gerüchte rankten um dieses Grundstück. Ein großer Hund sollte angeblich jeden Eindringling verjagen, ein Mörder sich dort verstecken und irgendwas mit Monstern. Was Kinder sich gerne bei strahlendem Sonnenschein ausdenken, wenn sie auf dem umgeworfenen Kletterturm sitzen und sich wagemutig fühlen. In der Abenddämmerung fühlten sich die ausgedachten Geschichten sehr echt an und die Furcht setzte ein.

Irgendwann wagten wir uns tatsächlich zu dritt auf dieses Grundstück. Ganz hinten, vor einem halb verfallenem Gartenhaus war eine Feuerstelle gegraben, neben der vier Schweinefüße lagen. Geschrieen haben wir nicht, aber sehr schnell gerannt sind wir. Und fürchteten uns von Stund an noch mehr vor dem Garten und seinem möglichen Bewohner.
2. Und jetzt?

Mittlerweile bin ich ziemlich furchtlos. Aber ich sorge mich oft. Um die Zukunft der Kinder oder wenn eines sehr spät heimkommt. Ich sorge mich, ob der sehr alte, sehr große Kirschbaum bei einem Sturm auf unser Haus fällt, ich sorge mich um meinen Schwiegervater, der jetzt 82 wird und uns bitte noch sehr, sehr lange erhalten bleiben muss. Ich sorge mich (ein bißchen hypochondrisch), wenn irgendetwas zwickt, was noch nie gezwickt hat. Fürchten muss ich nichts. Nur letzten Sommer, als die Familie auf dem Klettersteig war (und ich mich sorgte, weil sie könnten ja abstürzen), hatte ich ein bißchen Angst alleine im Dunkeln auf der Terrasse zu sitzen. Ich hatte nämlich gerade eine Staffel „The Walking Dead“ inhaliert und jedes Rascheln im Garten hätte ja auch ein Zombie sein können.
3. Worüber hast Du das letzte Mal aus vollem Halse gelacht?

Vorhin, beim Abendessen, als die Tochter schilderte, wie das heute beim Schreiben der Abiarbeit war. Und gestern abend, als ich versuchte ein paar Pilates-Übungen zu turnen und der gar nicht mehr so kleine Hund unbedingt mitspielen wollte.
4. Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch ein Gericht essen dürftest, was wäre das?

Mit Ei überbackener Reis. Mit einem Schuss Sojasauce. Das geht immer, morgens, mittags, abends, auch ein paar Tage hintereinander. Der Rest meines Lebens wäre vermutlich dann gar nicht so lange, weil ich schnell an Beriberi sterben würde.

5. Wenn Du Dein früheres Ich besuchen könntest und ihm einen Rat geben, in welchem Lebensabschnitt würdest Du Dich besuchen und was würdest Du sagen?

Die 45jährige Pia zur 19jährigen Pia: Dieser Mann ist zwar zehn Jahre älter als du, aber auf dem Stand eines pubertären Knaben. Laß die Finger von ihm.

6. Was meinst Du, würde Dein früheres Ich diesen Rat befolgen?

Die 19jährige Pia zur 45jährigen Pia: Von so alten Frauen lass ich mir doch gar nix sagen.

7. Gummibärchen oder Schokolade?

Schokolade. (am Liebsten mit Nuss. Oder Salz.)

8. Baden oder Duschen?

Duschen.

9. Chips oder Flips oder Nüsse?

Seit Neuestem: Flips. Danach Chips. Am Allerliebsten allerdings Nacho Cheese, der Vollständigkeit halber.

10. Was war die bisher weitreichendste Entscheidung Deines Lebens?

Jetzt müsste ich vermutlich über die Ehe oder die Kinder schreiben, aber das ergab sich ja irgendwie. Dann ist es wohl der Kauf der Grünen Villa, die damals eher eine Ruine war. („Abreissen und was Neues auf das Grundstück bauen“, empfahl mein Schwiegervater.)
11.Welches fandest Du die schwierigste Frage?

Nummer 5. Oma Eis liest mit und ein paar Geheimnisse muss ich mir vor ihr noch bewahren. Nicht dass ich nachträglich Hausarrest bekomme oder so.

*****

Das Stöckchen bleibt hier stecken, denn ich bin zu müde für elf weitere Fragen. Frau Brüllen hat aber bestimmt nichts dagegen, wenn jemand ihre Fragen ebenfalls beantworten mag.

12 von 12 im Januar

12. Januar 2016

Zwölf Bilder am Zwölften jeden Monats.

Beinahe wäre es nichts geworden mit den zwölf Bildern, denn die obligatorische Morgenkaffeetasse hatte ich vergessen. Der Einstieg deshalb direkt mit mürrischer Miene kurz vor der Hunderunde. Mürrisch deshalb, weil die Millionen Plätzchen des letzten Monats allesamt auf meinen Hüften und dem Hintern sitzen und deshalb die Hunderundehose etwas spannt. Und mürrisch auch deshalb, weil der gar nicht mehr so kleine Hund noch immer läufig ist, weswegen die Hunderunden nur mit Schleppleine gedreht werden. Schleppleinen sind aber lästig, Lola kann nicht rennen und ich muss das kalte, dreckige Ding mit mir rumschleppen. Nun ja, es wird vorbeigehen.

Die Hunderunde war dann doch noch schön, denn es ist ja wie immer: wenn man sich erstmal überwunden hat, macht es Spaß. Unten im Bild die Himelstreppscher, der schnellste Weg aber auch anstrengenste Weg nach oben. Kampf dem Speck, ey.

1 2

Wieder daheim brach der gar nicht mehr so kleine Hund erschöpft auf dem Küchensofa zusammen, während ich mir mein Frühstück kochte. Haferschleim mag ich nämlich sehr gerne, sogar wenn ich aus welchen Gründen auch immer eine Prise Chilisalz statt normalem Salz unterrührte. Zusammen mit Honig und frischer Kaki schmeckte es dann aber doch prima. Statt mich zu Lola zu knuffeln, widmete ich mich dem bißchen Haushalt. Wäsche falten, Spülmaschine aus- und einräumen, Staub saugen – was halt so anfällt.

3 4

Der gemütlichere Teil des Tages begann: vor dem Ofen auf dem Sofa. Das Internet leerlesen und kurz die Augen ausruhen. Die Tochter gesellte sich zu uns. Morgen schreibt sie ihre erste Abiarbeit. Deutsch ist dran, das macht ihr nicht so viele Sorgen. Gut vorbereitet ist sie jedenfalls.

5 6

Damit Sie alle wieder beruhigt durchschlafen können, zeige ich Ihnen ein Bild mit Franz. Es geht ihm prima. (Lola hat mittlerweile sehr großen Respekt vor ihm).

Zum Abendessen sollte es Bolognese geben. Die schmeckt am Besten, wenn sie ein paar Stunden köchelt, deshalb trank ich meinen Nachmittagskaffee während ich Lauch kleinschnippelte und Hackfleisch anbriet. Die Söhne kamen nach Haus und wir trafen uns alle in der Küche zum Schwätzchen.

7 8

Nachdem ich die im Dezember gekauften Gummibärcheni n Hirnform im ganzen haus erfolglos gesucht hatte, fanden sie sich schließlich im Nähzimmer wieder. Ich schenkte sie der Tochter als Nervennahrung während der Abiarbeiten. Vorsichtshalber kosteten wir sie vorher: saure Erdbeere und wenn man draufbeißt, glibbert flüssige, künstliche Erdbeere über die Zunge. Toll!

Die Kindelein verzogen sich in ihre Zimmer, ich ging mit der mittlerweile gut ausgeruhten Lola raus in den Garten. Es fühlt sich an wie Frühling, aber am Wochenende soll es sogar bei uns schneien. Das wäre so großartig!

Der beste Vater meiner Kinder kam nach Hause, wir aßen zusammen.

9 10

Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, schoben der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib die Möbel im Wohnzimmer zusammen, breiteten Matten aus und sagten Plätzchenfett und Unbeweglichkeit den Kampf an. Irgendwann habe ich mal eine zeitlang regelmäßig Pilates gemacht, doch irgendwie schlief das ein, obwohl es mir gut tat. Jetzt eben ein Neustart. Durchaus unter erschwerten Bedingungen, da Lola wirklich gerne mitturnen wollte.

Nach einem halben Stündchen Pilates schwitzen wir noch anderthalb Stunden sehr viel weniger anstrengend in der Sauna.

11 12

Der eher geruhsame Tag endet mit alkoholfreiem Weizenbier auf dem Sofa, damit ich dies hier noch schnell tippen kann.

Weitere „12 von 12“ gibt es bei Frau Kännchen.

20 Fakten

16. Oktober 2013

Das „20 Dinge über mich“-Stöckchen begegnet mir derzeit ständig und weil Stöckchen so hübsch altmodisch sind und ich obendrein innerlich heute am Stock gehe, lenke ich mich ab. Ich schreibe also 20 Sachen hierhin, die weder die Welt verändern noch irgendjemanden voranbringen. Und weil heute ein Tag ist, der schlechte Nachrichten aus dem Gesundheitsbereich brachte, widme ich die „20 Fakten“ alleine meinem gesundheitlichen Werdegang.

1. Ich konnte erst sehr spät laufen, weil meine Kniegelenke zu schwach waren. Dafür konnte ich aber sehr früh sehr gut sprechen. Meine Mutter erinnert sich und mich gerne daran, welche Freude es war, ein weitestgehend unbewegliches Kind im Kinderwagen durch die Gegend zu kutschen und sich dabei Fransen an den Mund zu quatschen. Ich war deshalb sehr froh, als meine Kinder sehr früh mit dem Laufen begannen, das Sprechen aber gemächlich angingen.

2. Es ist mir beinahe gelungen, mir beim Versuch eine Kastanie zu schälen, mit einer Kinderschere die Fingerkuppe abzuschneiden. Der große Sohn hat mir im Sommer damit nachgeeifert, ohne Kastanie zwar und mit einem scharfen Messer, doch das Ergebnis war ähnlich dramatisch. Sein Finger wurde mit vier Stichen genäht, meiner damals nicht. Geheilt sind beide. Das war übrigens das Jahr, in dem ich auch Röteln und Masern hatte. Letztere verbannten mich lange Zeit in ein dunkles Zimmer, erstere bescherten mir das höchste Fieber, das ich je aushalten musste. Beide sind der Grund, weswegen ich mich auf keinerlei Diskussionen mit Impfgegnern einlasse.

3. Ich hatte mal lebensbedrohlichen Unterzucker. Während der Pubertät lief da was beim Stoffwechsel schief und ich musste ein Jahr lang Diät leben, bis die Insulinproduktion wieder normal lief. Meine Zucker ist heute immer noch niedrig, aber unbedenklich.

4. Mit zwölf bekam ich für vier Jahre ein Korsett. Hartplastik, Leder und Metall von Schambein bis Kinn. Dazu eine Außenspange, die mit zwei großen Federn über den Kopf lief, nicht wie diese niedlichen Außenspangen mit Gummi im Genick. Kurze Zeit später muckte das Knie zum ersten Mal und ich bekam Krücken. Ich galt gemeinhin mitsamt meiner orthopädischen Hilfsmittel als eher unattraktiv. Die Außenspange wurde durch eine feste Spange ersetzt. Nach der festen Spange waren alle Zähne gerade aber kaputt.

5. Ein Orthopäde hat mir die Kniescheibe luxiert, weil er nicht glauben wollte, dass das spontan immer wieder passiert. Danach wurde er panisch. Ich musste ihn beruhigen und ihm zeigen, wie die Kniescheibe wieder an Ort und Stelle verfrachtet wird.

6. Über dieses Knie wurde dann in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht, nachdem die Kniescheibe operativ gefesselt wurde. Bei dieser Operation hat man ein Knorpelschaden verursacht. Die nachfolgende Infektion erforderte eine weitere Operation.

7. Nach vier Jahren mit dem Korsett hatte ich Narben, Hautirritationen, Untergewicht und Komplexe. Der Orthopäde sprach von einem weiteren Jahr mit Korsett, konnte mir aber keine weitere Verbesserung der Skoliose versprechen. Deshalb brach ich die Behandlung ab. Eine Skoliose gilt als erfolgreich behandelt, wenn sie sich nicht verschlechtert. Meine hat sich sogar verbessert. Trotzdem bin ich etwa fünf Zentimeter kleiner wegen der s-Krümmung.

8. Ich habe mir beim Auswringen eines Putzlappens den Daumen ausgekugelt und musste deshalb zwei Wochen den Arm in Gips tragen. Das bestätigt meinen Verdacht, dass Putzen irgendwie schädlich ist.

9. Ich kann Finger, Hände und Arme in merkwürdige Winkel drehen, weil ich hypermobil bin und obendrein ausgeleierte Bänder habe. Jetzt, im hohen Alter von 42 Jahren, gelte ich als sehr beweglich für mein Alter. Einen Spagat schaffe ich aber nicht mehr.

10. Innerhalb von drei Monaten wurde mir dreimal der Zeigefinger aufgeschnitten, weil da ein komischer Knubbel war. Beim ersten Versuch wurde irgendwas weggeschnitten, der Knubbel jedoch war noch da. Beim zweiten Versuch entfernte man den Knubbel, nähte jedoch Nervenenden fest, was beim dritten Versuch korrigiert wurde. Jetzt habe ich eine taube Stelle am Zeigefinger und eine, die ganz furchtbar bitzelt, wenn man sie berührt. Der Knubbel selbst war eine kollabierte Vene. Nicht lebensbedrohlich.

11. Ich bin schwanger geworden, so bald der Gatte die Unterhose an den Bettpfosten hängte. Nicht jede dieser Schwangerschaften endete glücklich, aber die drei, die ich bis zum Ende brachte, endeten in leichten, raschen Geburten. Im ersten Wochenbett wollte ich heimlich verbluten, weil die Gebärmutter träge war. Da half dann eine Spritze, die die Hebamme mir dann nach den beiden anderen Geburten direkt setzte.

12. Vom Blutverlust aus 11. habe ich mich nie erholt, mein Eisenwert ist manchmal nicht feststellbar.

13. Bei der dritten Knie-OP wurde versucht das zu reparieren, was bei der ersten gestümpert wurde und ich durfte über Monitor zusehen.

14. Bei der vierten Knie-OP waren 15 Studenten mit im Operationssaal, weil die besondere Form des Gelenks und der Kniescheibe einen exzellenten Lehrfall abgeben. Da ich nur eine PDA hatte, konnte ich hellwach dabei sein und habe deshalb viel mehr gehört, als ich je hören wollte. So etwas wie „war dieses Päckchen eigentlich schon offen?“ und „Warum funktioniert dieser blöse Absauger nicht?“ oder auch „Oh!? Was ist DAS denn?“

15. Die fünfte Knie-Operation sollte das reparieren, was bei der vierten gestümpert worden war, Unglücklicherweise wurde genau das nicht repariert. Ich kann wahrscheinlich mein Glück preisen, dass überhaupt das richtige Knie aufgeschnitten worden war.

16. Die sechste Knie-Operation war das Geburtstagsgeschenk zum 39. Danach war ich schmerzfrei. Bis vor zwei Monaten.

17. Als mir ein pupsiges Eibläschen platzte, munter in die Bauchhöhle blutete und ich mich vor Schmerzen krümmte, glaubte ich, ich müsste nun sterben. Ich dachte dabei die ganze Zeit nur daran, dass das schrecklich ungerecht und gemein den Kindern gegenüber ist, denn die möchten bestimmt noch ein bißchen Zeit mit mir verbringen.

18. Vor der Bauchspiegelung wegen dieser Eiblasensache erklärte man mir, man würde direkt den Blinddarm mitentfernen. Es dauerte vier Tage, bis jemand wusste, ob ich den Blinddarm jetzt noch habe oder nicht. Ich habe ihn noch und muss deshalb jetzt bei Schmerzen im Unterleib bei Ärzten angeben, dass da noch ein Blinddarm ist, obwohl die OP-Narben etwas anderes behaupten.

19. Ich war heute beim Orthopäden, weil ich vor Schmerzen im Knie nicht mehr joggen kann. Das ist extrem schade, denn das Joggen gefällt mir sehr gut und es tut mir gut. Nun könnte ich beinahe auf das Laufen verzichten, wenn es nicht so weit wäre, dass ich manchmal nicht mehr gehen kann. Die neuesten MRT-Bilder zeigen, dass es einen Erguss gibt, dass die letzten Meniskusreste kaputt sind und – keine Überraschung – da ein Knorpelabriss ist. Wahrscheinlich gibt es auch eine Entzündung. Dagegen wurde mir Cortison ins Knie gespritzt. Der Rest … Tja. Eine weitere Operation ist nicht unbedingt hilfreich, denn die Entfernung des restlichen Meniskus führt ziemlich sicher zu einer Arthrose. Es gäbe da eine Eigenbluttherapie, erzählte der Orthopäde und klang dabei so, als sei es ihm selbst peinlich, so etwas vorzuschlagen.

20. Es glaubt mir heute niemand, wenn ich behaupte, dass ich Gespräche über Krankheiten doof finde. Ich muss aber heute noch ein bißchen traurig sein und jammern. Morgen rücke ich die Krone gerade und weiter geht’s.

FF, Nummer 6

14. Mai 2010

Den freitäglichen Fisch gibt´s heute aus dem Fotoarchiv. Und nicht mal ein selbstgeknippstes Bild ist es, das ich Ihnen zeigen kann.

Es war nämlich Töchterlein, die sehr aufgeregt ins Haus stürmte und von einem wirklich großen Fisch im Flügelsbach schwärmte. „Den muss ich SOFORT fotografieren!“, rief sie und rannte wieder weg, bevor ich nachfragen konnte.

Wenige Minuten später kam sie zurück und brachte folgendes Bild mit:

Ein Ex-Fisch.
Nun.

Töchterlein hat einen ähnlich morbiden Geschmack wie die von uns hochgeschätzte Frau Jette.

Bleibt die Frage, was ein Fisch dieser Größe (ich musste nach dem Blick auf das Bild auch rasch mal nach dem Original sehen und sah einen keine-Ahnung-welche-Sorte-Fisch von etwa 50cm Länge) im Niersteiner Flügelsbach  tut? Einen knappen Kilometer bachabwärts ist der Rhein, dazwischen einige dieser Grobdreck-Rausfisch-Gitter und ein Wasserstand von zu dieser Zeit etwa vierzig Zentimeter. Ein Lachs ist es nicht, behaupte ich jetzt mal, mich ganz kühn weit aus dem Fischexperten-Fenster lehnend.

Mysteriös.

Doch bevor ich prosieben und galileomystery informieren konnte (und die hätten da garantiert ein Special draus gemacht), war der Fisch auch schon wieder verschwunden.

NOCH mysteriöser.

Am Allerallermysteriösesten allerdings ist, warum der Ur- Nierstein stets „die Bach“ statt „der Bach“ sagt.

Mehr Fische wie jeden Freitag bei Frau Rieger.