Meine Tage scheinen mir zu kurz.

Sie erinnern sich an meinen Nähmaschinenfrust? Mittlerweile steht im Nähzimmer ein neues Maschinchen, denn im Pfaffladen machte man mir ein unschlagbares Angebot. Unglücklicherweise oder glücklicherweise habe ich nun zwei große Gärten zu versorgen, so dass das Luxusmaschinchen noch gar nicht zeigen konnte, was man mit ihm anstellen kann. Das ist nicht schlimm, die nächste Regenperiode kommt bestimmt. (Was im Garten passiert, lesen Sie bitte im Gärtnerinnenblog!)

Ich hätte ziemlich gerne die Handwerkersoap weitergetwittert, doch die letzte Seite der Grünen Villa muss noch ein bißchen auf Verschönerung durch Maurer und Maler warten, genauso wie die Terrasse. Unglücklicherweise hat es nämlich der Bus nicht über den TÜV geschafft. Leider zwei Jahre zu früh. In zwei Jahren bräuchte der beste Vater meiner Kinder kein Auto mehr, um zur Arbeit zu kommen, die Firma wechselt den Standort und ist dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Statt die Renoviererei nun endlich abschließen zu können, suchen wir nach einem neuen Auto. Irgendwas ist ja immer.

Am kommenden Wochenende fahre ich mit zwei Freundinnen in die Niederlande. Ein kleiner Kurzurlaub, genau richtig für mich. Als alte Nesthockerin werde ich nämlich sehr unruhig, wenn ich länger als zehn Tage unterwegs bin. Zu groß werden dann die Sorgen um Kater und Gärten, zu groß die Sehnsucht nach eigenem Bett, Bad und Küche. Unsere Familienurlaube entbehrten deshalb irgendwann einer gewissen Entspannung. ;) Sämtliche anstehenden Gartenarbeiten für dieses Wochenende sind an mehr oder weniger willige Familienmitglieder verteilt, während ich in Holland hoffentlich den Klamottenkaufversuchungen widerstehe, denn ich hab ja diesen Vorsatz, mir ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen.

Wenn ich wieder da bin und Zeit habe, schreibe ich mal darüber, warum man als Hausfrau niemals traurig, überfordert und gestresst sein darf.

 

Vermischtes.

4. März 2015

Wegen der Abhärtung, für´s Wohlbefinden und damit die Füße endlich wieder warm werden, heizten wir die Sauna ein. Ich erzähle das ja gerne so ein bißchen prahlerisch, Sie müssen mir das verzeihen. Und sollten Sie es mir nicht verzeihen, dann denken Sie einfach an unsere unsere vermutlich exorbitante Stromrechnung und hängen Sie ein “Ätsch!” dran.

Wir setzten uns in die wohlig geheizte Sauna und als es Zeit für einen Aufguss wurde, gossen wir auf. Unglücklicherweise hatte ich mich wohl im Mischungsverhältnis etwas vertan, vielleicht ein paar Tropfen Wasser ins Öl gekippt statt umgekehrt, wie es richtiger wäre. So waren wir binnen von Sekunden in eine fast greifbare Eukalyptuswolke gehüllt, die schlagartig sämtliche Schleimhäute erkalten ließ. Es war nur noch sehr flaches Atmen möglich und die Augen konnten wir nicht mehr öffnen, weil sie sofort brannten. Die geschlossene Augen fühlten sich auch nicht richtig an wegen der kühlen Schleimhäute. Aber viel hilft viel und außerdem sank der Eukalyptusdampf dann doch recht schnell auf den Boden – wir hielten es also noch ein paar Minuten aus und begannen zu schwitzen. Feuchte Haut und Eukalyptusdämpfe führten allerdings dazu, dass wir zu frieren begannen, was bei 70°C in der Sauna recht angeberisch wirkt.

Wir verließen die Sauna um uns abzuduschen. Unsere Gartendusche, eine ehemalige Notfalldusche aus einer Werkstatt, dosiert das Wasser nicht sanft, sondern bewirft mit fünf Litern Wassern aus dem Außenwasserhahn auf einmal. (haben Sie diese Szene aus Flashdance im Sinn? Genau so.) Eukalyptuskühle Haut reagiert sehr empfindlich auf sehr, sehr kaltes Wasser, weswegen ich sehr, sehr, sehr laut quietschte. Vor dem nächsten Saunagang verdünnten wir die Aufguss-Eukalyptus-Plörre und lüften kurz durch, das leicht fröstelige Gefühl blieb trotzdem.

Nächstes Mal gibt´s wieder den Wacholder-Zitrone-Aufguss, der riecht, wie Gin Tonic schmeckt.

*****

Angeblich gibt es diese Frühjahrsmüdigkeit ja doch nicht, das ist alles Einbildung, las ich neulich in diesem Internet irgendwo. Der Kater hat den Artikel wohl nicht gelesen. Er schläft den ganzen Morgen im Wintergärtchen, um sich danach mit allerletzter Kraft für ein Nachmittags-Nickerchen auf den Sessel zu schleppen, bevor er mit der Tochter am Abend schlafen geht. Irgendwann in der Nacht ist er ungefähr zwanzig Minuten wach, in denen er sich eine sehr große Schüssel Futter und einige Nager in den Bauch packt, sich mit der Nachbarskatze prügelt und sich zum Abschluß des Ausfluges den schlammigsten Heimweg sucht, damit er am Fußende meines Bettes bis zum Morgen schlafen kann. Da am Fußende muss er allerdings erst einige Minuten im Kreis marschieren, bis auch das letzte Schlammkrümelchen zwischen seinen Zehen herausgefallen ist. Die Tür geschlossen zu halten, um nicht jeden Tag das Deckbett frisch beziehen zu müssen ist keine Lösung, denn ein Kater, der ausdauernd an der Tür kratzt, laut maunzt und sich schließlich mit seinen 6,5 Kilogramm dagegenwirft, bis die Scheibe in der Tür klirrt, raubt mehr Schlaf und Nerven, als ein paar Erdschollen am Fußende.

*****

In den letzten Jahren habe ich im Frühling immer ein paar Tage/eine Woche gefastet. Dieses Jahr kann ich mir nicht vorstellen, überhaupt nichts zu essen, aber so ein kleiner Bruch der alten “ich kann eine halbe Tüte Nacho Cheese essen und wundere mich, warum mir danach so komisch ist”-Gewohnheiten ist nötig. Seit heute gibt´s also jede Menge Obst und Gemüse, roh, zum Knabbern oder in Saftform. Ein bißchen Reis dazu. Und Kaffee. Meine zwei Tassen Milchkaffee bleiben tägliches Ritual, schon um um den Koffein-Entzug-Kopfschmerz drumherum zu kommen. Zum Frühstück gab es heute einen Apfel und ein Obstmatschgetränk, denn im Tiefkühlschrank liegen noch jede Menge Brombeeren und einige 200g-Beutel pürierte Pfirsiche. Ein paar Brombeeen, ein bißchen Pfirsichpüree, eine eher unattraktive Banane und etwas Orangensaft ergaben einen feinen Smoothie, sogar semifreddo. Spinat und diverse Kräuter mixte ich nicht hinein, man muss ja nicht alles ausprobieren.
Mittags gab es für die Kinder Reis mit Lachs und Lauch, für mich Reis mit nix. Mag ich übrigens sehr gerne, entbehrungsreich ist also bisher nichts. Immer wenn ich denke, dass ich ein Hüngerchen hätte, trinke ich einen Tee. Und sogar die Nachmittagsschokolade habe ich mir heldenhaft verkniffen.
Und wozu das Ganze? (ich erkläre das direkt, weil jedes Jahr auf´s Neue gefragt wird) Weder um Abzunehmen, noch um ominöse Schlacken aus dem Körper zu spülen. Es ist ein Neubeginn. Nach ein paar Tagen reduzierter, einfacher Mahlzeiten macht das normale Essen viel Spaß. Man schmeckt sehr viel intensiver, weswegen meine geliebten Nacho Cheese erstmal nicht auf meinen Speiseplan stehen, weil sie schlicht überwürzt sind. Schokolade ist dann viel zu süß und statt zwei Reihen wegzuwatzen, nage ich an zwei Stückchen herum. Essen findet bewusster statt, ist kein “nebenbei” mehr.
Nach und nach schleichen sich die alten (Ess)Gewohnheiten wieder ein, aber das ist in Ordnung. Nächstes Frühjahr fange ich wieder von vorne an.

Meldung!

3. März 2015

Alles gut!

Also nicht ganz, denn die Zyste wächst und gedeiht und verschwindet nicht. Stattdessen macht sie mir eine Heidenangst und lässt mich wie auf rohen Eiern durch die Gegend marschieren. Da ich nach dem letzten Ultraschall aber nicht direkt mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus, sondern eher lapidar mit “Wenn sie schlimme Schmerzen bekommen, dann gehen sie rasch zum Arzt” und “Wir schauen dann … hm … im Mai wieder nach.” heim geschickt wurde, kan ich wohl davon ausgehen, dass ich nicht in akuter Lebensgefahr schwebe. Diese Zysten sind ja auch nichts Schlimmes. Nur eben dann, wenn sie platzen und nicht mehr aufhören zu bluten. So wie damals. (nicht dran denken)

*****

Am Wochenende besuchte mich meine Mitgärtnerin, die hochgeschätzte Frau Nessy. Die Zeit verging wie im Flug und als ich endlich das “Hilfe, ich kenne sie gar nicht und ich sag die ganze Zeit “toll”, warum sage ich die ganze Zeit “toll”, für wie bescheuert mag sie mich halten?”-Stadium hinter mich gebracht hatte, fuhr sie wieder ab. Sie wird aber wieder kommen, um zu kontrollieren, wie dieser eine Gartenplan in den Ländereien der Grünen Villa realisiert wurde. Und bis dahin werde ich vielleicht “super” statt “toll” sagen. Ich übe.

*****

Apropos Garten: es geht los. Die Temperaturen lagen hier bereits bei 15°C und das bedeutet, dass ich umgehend sämtliche Flächen im Garten begrünen und bepflanzen möchte. Vorher allerdings von dem befreien, das merkwürdigerweise über den Winter hin gewachsen ist. Warum wachsen böse Brennnesseln im Winter, während so freundliche Pflanzen wie beispielsweise Paprika erfrieren? Ich halte das für sehr ungerecht.

*****

Der nächste Besuch hat sich angekündigt, der Flur und das Treppenhaus der Grünen Villa werden renoviert, Maurer und Maler müssen die letzte Hausseite der Grünen Villa verschönern, die Terrasse soll erneuert werden, die Birke gefällt. Langweilig wird es nie. Und falls es ein bißchen ruhiger wird, verliert der Kater einfach eine halbtote Maus, die sich zum Sterben in meiner Küche unauffindbar verkriecht und erst nach Tagen durch strengen Geruch auf sich aufmerksam macht. Es vergehen weitere Tage, in denen Küche und Wohnzimmer akribisch abgesucht und sehr viele Räuchermännchenhütchen gegen böse Geruchsgeister verbrannt werden, bis die Maus, bzw. ihre Reste unter dem Putzeimer gefunden werden. Dies wiederum gibt tiefe Einblicke in mein Putzverhalten, weswegen ich mich jetzt wieder zum Schämen in die Ecke begebe.

*plopp* und *plopp*

25. Februar 2015

Das erste *plopp* steht lautmalerisch für einen knallendem Sektkorken. Gestern feierte nämlich der jüngste Sohn mit seiner Familie und Freunden seinen sechzehnten Geburtstag. Sechzehn! Unfassbar. Er selbst findet das gut, denn nun kann er im Sommer mit dem besten Vater meiner Kinder und dem Großen zur Gamescom fahren und dort in die Bereiche, mit den eher interessanten Spielen. 

Sechzehn. Mein Baby! Mein hoch-und-tief-Kind, mein “ich überrasche dich immer wieder”-Kind. Zehn Zentimeter kleiner als ich und da kommt wohl auch nichts mehr in der Länge, er schlägt ganz eindeutig in die Richtung seines Opas. Dafür hat er die breitesten Schultern der Familie und kann uns alle mit ein paar Judogriffen auf den Boden schicken und dort halten. Er liest nicht gerne, aber Hörbücher sind prima. Wenn wir die Internetzeit nicht begrenzen würden, säße er deutlich länger als für seinen Schlaf, seine Hausaufgaben und sein ganzes Leben gut wäre vor dem Rechner und ließe sich auf youtube die neuesten Spiele zeigen. Ach und diese Schule – die müsste auch nicht sein. Vor allem jetzt nicht mehr, wo er auf die Zeit der Ausbildung hinfiebert. Dass ihn dann auch Berufsschule erwartet, ist erstmal im Hintergrund.

Sechzehn! Und es kommt mir vor, als habe ich mich gestern erst darüber gefreut, dass er endlich zu sprechen anfängt. Sprechen, erzählen, ist noch immer nicht seine Welt. er tut es langsam, sucht nach Worten und Formulierungen, beginnt von vorne, verhaspelt sich. Viele Menschen können das nicht aushalten und beenden deshalb seine Sätze für ihn. Oder hören erst gar nicht, was er zu sagen hat. Vor allem die Gleichaltrigen können wenig mit ihm anfangen. Ich bin gespannt, ob und wie sich das noch ändert. In seiner Jungschargruppe ist er gut integriert und Jüngere lieben ihn, das macht mich froh.

Sechzehn. Unfassbar. Übrigens ganz ohne pubertäre Aussetzer bisher. Freundlich, hilfsbereit und nach Aufforderung auch oft frisch geduscht :) Zum pubertären Aufmucken hat er ja auch noch Zeit, denn Manches erledigt er sowieso langsamer oder ein bißchen später als andere. Angekommen ist er aber bisher immer und in Sachen “was fange ich mit meinem Leben an?” ist er seinen Geschwistern ja sogar voraus.

Sechzehn. Ich habe vorhin nachgelesen, was ich Jahre vorher so an seinem Geburtstag schrieb und eigentlich ist das, was ich heute über ihn schreiben kann genau das, was ich mir damals sehnlichst für ihn wünschte, aber mir nicht recht vorstellen konnte. Es ist großartig.

*****

Das zweite *plopp* ist lautmalerisch für die Zyste im Bauch, die gestern beim Abendessen platzte. Zwei Stunden krümmte ich mich, doch dann ließ der Schmerz nach und ich beschloss, dass ich nicht ins Krankenhaus muss. Vorsichtshalber recherchierten wir nochmal meine Blugruppe und überlegten mit Hilfe des Biobuches der großen Kinder, wer mir wohl Blut spenden könnte. Ich habe Blutgruppe 0, Rhesusfaktor positiv. Das ist wohl nicht allzu selten. Beruhigend. 

Heute sind die Schmerzen so, als habe man mir gründlich in den Bauch getreten, alles ist wund und fühlt sich blau an. Obendrein habe ich einen Bauchumfang, als sei ich im fünften Monat schwanger. Ich bin sehr gespannt, wie das Ultraschallbild aussieht, dass am Freitag morgen gemacht wird.

Vielleicht kommt dann das dritte *plopp*, weil mir ein paar Steine vom Herzen poltern.

Und? Die guten Vorsätze?

12. Februar 2015

Der Januar ist rum, der Februar beinahe halb. Es ist also allerhöchste Zeit, nach eingehaltenen und gebrochenen Vorsätzen Ausschau zu halten.
Die Rezeptesammlung besteht noch immer zum größten Teil aus Zetteln, der Karteikartenkasten schaut mich vorwurfsvoll an und ich habe wirklich viele, gute Ausreden, warum ich keine Zeit habe, Rezepte ins Reine zu schreiben. Die wenigen Rezepte, die ich bereits übertragen habe, habe ich schon glückselig aus dem Kästchen gefischt, nachgekocht und wieder eingeordnet. Es würde mich wohl mehr als zufriedenstellen, wenn ich mich endlich aufraffen könnte, den Rest … Ich weiß, ich weiß. Machen statt jammern.

Auf Alkohol habe ich verzichtet, bis auf die Abende, die wir bei Freunden verbrachten, die den gleichen Vorsatz hatten. So waren wir dann wenigstens gemeinsam zerknirscht.

Tapfer durchgehalten habe ich den Verzicht auf neue Kleidung. (zwei Röcke habe ich mir genäht, aber nicht mal den Stoff dafür habe ich gekauft) Einmal erwischte ich mich mit meinem Weihnachtsgutschein im Weltladen vor den Halstüchern, als ich mich nicht zwischen dem pinkfarbenen und dem orangenem entscheiden konnte. Ich ließ sie beide hängen, sie zählen als Kleidung. Kurz überlegte ich, ob ich mir die Schuhe, die ich bereits in rot habe, in schwarz kaufe, weil ich prima darin laufe und sie mir so gut gefallen, aber nein. Schuhe habe ich auch genug.
Interessanterweise wirkt sich dieses “brauche ich nicht, kaufe ich nicht, habe ich genug” auf viele weitere Bereiche aus und viele Sachen, die ich sonst einfach so – nebenbei – gekauft hätte, bleiben in den Regalen liegen. Das gefällt mir sehr, das möchte ich gerne beibehalten.

Kein richtiger Vorsatz, mehr so eine Abmachung zwischen mir und Frau Knie ist die regelmäßige Nutzung des Laufbandes. Das läuft (haha) bisher auch gut, aber … im Moment traue ich mich nicht. Es könnte ja was platzen oder reißen (unwahrscheinlich, aber Hey! Ich habe Phantasie). Wahrscheinlicher ist, dass ich einfach umkippe, weil mir schon die 18 Stufen zur Wohnung hoch grelle Blitze vor die Augen zaubert. Ich vermisse meine Laufbandlauferei allerdings schon wieder, Frau Knie auch, die ist da schnell zickig.

Ich bleibe dran, an diesen Vorsätzen: mehr, weniger, überhaupt nicht und regelmäßig. Das muss ja zu schaffen sein. (in ein paar Wochen beichte ich wieder.)