die und das

23. Januar 2015

Ich gebe ja gerne mit unserer Fasssauna an und ja, wir lieben sie nach wie vor heiß (Haha!) und innig. Gestern abend allerdings hatte ich beim zweiten Durchgang nicht mehr so viel Spaß, als ich mir beim Aufguss die Oberschenkel verbrühte. Den dritten Durchgang sparte ich mir und kühlte stattdessen ein bißchen. (Alles wieder gut, aber ich bin sehr, sehr erschrocken.)
Apropos Aufguss: wir sind auf der Suche nach ultimativen Aufguss-Beduftungen, gerne Bio. Hat jemand eine Empfehlung für uns? Spekulatius, Erdbeerjoghurt oder Pina Colada muss es nicht sein, die klassische Latschenkiefer ist schon ganz nett.

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Ich sprach heute mit einer jungen Mutter, die mir erzählte, sie werde demnächst zum ersten Mal alleine mit ihrer Tochter Autofahren. Sie vorne, das Baby hinten, ganz alleine im Babysitz.
Bei uns ist es ja jetzt so, dass ich demnächst auch zum ersten Mal alleine mit meine Tochter Auto fahre. Sie auf dem Fahrersitz, ich daneben. Ich fühle mich ein klitzekleines Bißchen alt.

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Mein Schwiegervater ist ein sehr großer Fan des Internets. Er liebt Google und YouTube und das mit den Emails klappt auch prima, seit ein paar Jahren schreiben er und die Tochter sich regelmäßig. (Was sehr, sehr süß und schön ist, denn sie sehen sich mindestens einmal in der Woche.)
Jetzt ist es aber so, dass Schwiegervaters Laptop nicht mehr der Schnellste ist und dafür die Geduld meines Schwiegervaters gegen null geht. Er kommt also täglich mit einem Computer “der schon wieder nichts mehr tut” vorbei.
Das Laptop macht aber brav immer genau das, was es soll, wenn der beste Vater meiner Kinder oder der große Sohn sich seiner annehmen und das lässt meinen Schwiegervater ungläubig den Kopf schütteln. Alle Erklärungsversuche, dass mehrmaliges Anklicken hintereinander einen Vorgang nicht beschleunigen … fruchten nicht.
Und so warten wir jeden Tag darauf, dass mein Schwiegervater schlüsselrasselnd* die Treppe hochkommt, um über die Technik zu schimpfen. Kommt er einen Tag nicht, bin ich fast in Sorge.

*er schüttelt seinen Schlüsselbund, um uns rechtzeitig zu warnen, dass er gleich reinkommt: “damit ihr ordentlich angezogen seid”

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Kann mir irgendjemand ernsthaft erklären, warum Katzen so gerne in Kartons sitzen? Ich habe noch keine Katze erlebt, die nicht sofort in einen Karton springt, wenn einer rumsteht.

konsequent inkonsequent

21. Januar 2015

Würde man mich nach einem wirklich guten Erziehungstipp fragen, spräche ich wahrscheinlich sehr ausschweifend und blumig von Konsequenz. Alles, was man den Kindern verspricht, androht, mit ihnen abmacht oder ihnen verbietet: konsequent einhalten, einfordern, ausführen. Außerdem ständig überlegen, ob das, was da eingehalten, eingefodert und ausgeführt wird und ist, noch Sinn hat. Das meiste dient dem Schutz der Kinder, der Rest sorgt für ungetrübte Harmonie.

Ganz einfach.

Je älter die Brut allerdings wird, desto komplizierter und vielschichtiger wird die Sache, denn plötzlich gibt es da Konsequenzen, die wir gar nicht setzen. Schlechte Noten für schlecht gelernten Vokabeln zum Beispiel. Oder nach mehrfach geschwänztem Training keine Teilnahme am Wettkampf. Außerdem ist da auch immer noch der eigene Schweinehund, der sagt: “och. Nun lass sie doch …*wasauchimmer*!”, weil das gerade bequemer ist. Und man hört immer wieder auf den fiesen Schweinehund, obwohl man ja doch sehr gut weiß oder die Erfahrung gemacht hat, dass das Hinterher meistens doppelt unbequem ist.

Das ist jetzt eine wahnsinnig lange und umständliche Einleitung zum dem, was ich eigentlich erzählen will.
Es ist nämlich so, dass der große Sohn es tatsächlich geschafft hat, mit zwei Freunden zusammen einen Skiurlaub zu planen. Und sie diesen Plan sogar umgesetzt haben, d.h. sie haben ein Skigebiet gefunden, in dem wahrscheinlich Schnee liegt, eine Ferienwohnung dort gemietet und in Erfahrung zu gebracht, was wohl ein Skipass kosten wird. Ich freue mich sehr für ihn (und seine Freunde), dass sie das wirklich hinbekommen haben, denn a) hat die Jugend von heute einfach für nichts mehr Zeit und b) scheint die Jugend von heute ein wenig schwerfällig beim Planen.
Ende letzten Jahres stand der Urlaub und das war ja quasi erst gestern, weswegen es völlig normal ist, sich erst kurz vor knapp daran zu erinnern, dass man im Skiurlaub vor allem eins braucht: Skikleidung. Die letzte Skihose des großen Sohnes hatte Konfektionsgröße 164, wir fahren hier am Rhein eher selten Ski.
“Diesmal halte ich mich total raus, das muss er alleine hinkriegen. Wenn ich ihn nicht endlich aus der comfort zone stoße, kaufe ich ihm noch Unterhosen, wenn er 50 ist.”, tönte ich selbstsicher vor dem besten Vater meiner Kinder. Allerdings fragte ich kurz nach, wie es denn mit Skiklamotten aussieht. “Kümmere ich mich drum!”, sprach der große Sohn und zog fröhlich von dannen.
Eine Woche später ertappte ich mich bei der “Hast du dich denn eigentlich um Skiklamotten gekümmert?”-Frage und wieder eine Woche später mahnte ich “Du musst dich echt langsam um Skiklamotten kümmern, sonst wird das schwierig.”
“Aber jetzt lasse ich ihn echt auflaufen. Das KANN doch nicht sein!”, steigerte ich mich rein.
Um mich ein paar Tage später mit dem großen Sohn am Küchentisch vor dem Rechner wiederzufinden, das Internet nach Skihosen absuchend. Das war gestern.
Heute fuhren wir gemeinsam nach Mainz, kauften UnterSkihosen, Skistrümpfe, Skihandschuhe und eine neue Jacke.

Und morgen gebe ich meine vorlaute “Konsequenz ist alles!”-Klappe zurück, die ist auch nur ein bißchen gebraucht.

Heute morgen fühlte ich mich eher hormonisch statt harmonisch, Sie kennen das vielleicht. Meine Gesichtsfarbe zwischen den Pickeln war fahl, die Frisur hätte jedem Meerschweinchenliebhaber ein verzücktes “Awww!” abgerungen und über Nacht schien ich drei bis fünf Kilo zugenommen zu haben, jedes Kleidungsstück kniff oder saß komisch und unterstrich genau, wie ich mich fühlte: hässlich, dick, widerlich.

In der liebgewonnen Tradition des täglichen Bildes auf Instagram unter dem Hashtag #wanderspiegel ließ ich meinen hormonischen Frust raus. Zog eine Schnute und schrieb unter die Meisterfotografie: zyklisches “hässlichdickundwiderlich”-Syndrom, reinsteigernd.

Und während ich das Bild abschickte, dachte ich “Weia, das war nicht klug.”

Es ist nämlich so, dass Bilder mit der Unterschrift “ich finde mich schrecklich” ganz oft reine “sag mir, wie toll ich aussehe”-Bilder sind. Glaube ich jedenfalls, dass das oft so ist. Und weil ich das glaube und ohnehin Meisterin im Projizieren bin, denke ich, dass alle anderen das genau so sehen und deshalb war mir das Bild direkt peinlich.

Kurze Zeit später musste ich dann auch noch erklären, dass ich “dick sein” nicht hässlich finde. Und ja, das passte ganz prima in meine hormonische Stimmung. Oma Eis kam dann und während wir vor uns hin arbeiteten, verlor sich das elende Gefühl. Zurück blieb der Wunsch, noch zwei drei Sätze zum Thema “dick” zu schreiben. Das ist nämlich eines dieser Internetthemen, bei dem man eigentlich nur alles falsch machen kann, das damit endet, dass man sich entfreundet, nie wieder Bilder beherzt oder Tweets favt. Und alles nur, weil zu viel oder zu wenig gesagt wurde. Ich versuche es jetzt mal mit meiner eigenen Meinung, die man nicht teilen, aber eben hinnehmen muss.

Als 18jährige habe ich hingebungsvoll zu Westenhagens “Dicke” getanzt und lauthals mitgesungen. Da war auch meistens eine Menge Alkohol im Spiel, aber das entschuldigt ja nun mal nichts. Als ich der Tochter neulich das Lied vorspielte, um ihr zu zeigen, was ihre Mutter damals auf die Tanzfläche zog (wenn eine Menge Alkohol im Spiel war, aber das entschuldigt ja nix), war mir das nachträglich doch sehr unangenehm.

Heute ist es mir nämlich ziemlich egal, wieviel irgendwer wiegt. Ich sehe Menschen mit starkem Übergewicht, die sich ganz wunderbar kleiden, die eine riesige Lebensfreude ausstrahlen und mit sich vollkommen im Reinen zu sein scheinen. Ich sehe andere stark übergewichtige Menschen, die sich gehemmt bewegen und ihre Figur in sackartige Gewänder hüllen. Ich registriere das und es ist mir völlig egal. Ich finde es manchmal schön, manchmal nicht, aber es ist mir egal. Manchmal denke ich “Pass auf dich auf”, sagen würde ich das nur Menschen, die mir das Gleiche sagen dürften.

Ich sehe nämlich auch sehr untergewichtige Menschen, die … Text von oben einsetzen. Ich registriere das und es ist mir völlig egal. Ich finde es manchmal schön, manchmal nicht, aber es ist mir egal. Manchmal denke ich “Pass auf dich auf”, sagen würde ich das nur Menschen, die mir das Gleiche sagen dürften.

Es ist das ewige “Leben und leben lassen”.

Aber.

Ich bin mir nicht egal. Auch mit 44 hadere ich mit mir, habe eine Vorstellung von mir, der ich oft, aber nicht immer entspreche. Und ich mag mich am Liebsten, wenn mir meine Kleidung gut passt, meine Haare nur in die Richtung abstehen, die ich für sie gewählt habe und wenn meine Haut keine pubertären Ausfälle hat. Das war heute morgen nicht so, kein einziger Punkte traf zu und genau das habe ich als Unterschrift für mein Bild gewählt. Völlig spontan und unüberlegt, als wäre ich so ein Internet-Anfänger,

Und jetzt schreibe und schreibe ich und reite mich immer tiefer in den Sumpf, ich merke das. Das ist der Grund, warum ich Diskussionen um alle sensiblen Themen meide wie die Pest: sie kreiseln, führen zu nix oder zerfasern in Unterthemen und ohne Narben kommt man nicht davon, da hilft auch kein dickes Fell.

 

Mysteriöse Lasagne

17. Januar 2015

Jeden Freitag beim Mittagessen wird die Frage “Was wollen wir am Wochenende essen?” gestellt. Weil am Wochenende darf es oppulenter sein, am Wochenende ist normalerweise mehr Zeit für alles.
“Lasagne! Wir wollen Lasagne, VIEL Lasagne!” erklang es dreistimmig und wir Eltern waren nicht abgeneigt.
(Unglücklicherweise bilde ich mir immer ein, dass Lasagne ja gar nicht so viel Arbeit macht. Weil ich nämlich immer vergesse, dass sehr viel Gemüse sehr klein geschnitten werden will und die Fleischsoße mindestens eine Stunde köcheln will. Heute zum Beispiel passte mir das gar nicht in den Kram, weil ich mich auch souverän verschätzt hatte, wie lange es wohl dauern würde, zwanzig Meter Stoff zu bügeln, den ich nach dem Waschen in den Trockner gefeuert und darin vergessen hatte. Ein großer Ballen Falten, Knicke und Knitter und mein Dampfbügeleisen habe ich vor drei Monaten entsorgt, nachdem überall, nur nicht aus den dafür vorgesehenen Düsen, Dampf herauszischte und mir die Hände verbrannte. Ich bügelte also mit dem sehr alten Bügeleisen meiner Omi, das erste Folgemodell nach den Dingern, die man noch in die Glut stellen musste. Ungefähr. Nach einer kleinen Reparatur = Entfernen von Staubfusseln unter dem Regulierungsrad, bringt das Bügeleisen wieder volle Leistung und nachdem ich im Pflanzensprüher das Anti-Blattlauszeug gegen destilliertes Wasser getauscht hatte, habe ich beim Bügeln mit vorherigem Sprühen auch wieder Erfolg. Es dauerte trotzdem sehr lange, weswegen ich mich sehr brummig ans Kochen machte.)
“Vierfaches Rezept am Besten!”, empfahl der beste Vater meiner Kinder, “Dann können wir was eingefrieren!”
Prima Idee, dachte ich und hatte auch hier vergessen, dass es völlig egal ist, wievielfaches Rezept ich koche, es bleiben immer nur ein achteinhalb Stücke übrig und die werden am nächsten Tag, noch bevor sie eine Chance haben zu gefrieren, verspeist. Immer. Mysteriös.

Ich schreibe das nur auf, damit ich ab sofort jederzeit abrufbar habe: Lasagne! Lecker, aber viel Arbeit. Drei Stunden vor gewünschter Essenszeit beginnen. Wird trotzdem nie pünktlich fertig. Keine Reste einplanen.
(Hinterher satt und glücklich auf dem Sofa sitzen, geplante Saunagänge wegen Pastabauch auf den nächsten Tag verschieben.)

Gesagt – getan.

8. Januar 2015

Der beste Vater meiner Kinder verließ das Bett heute nicht, diese Grippe die da rumgeht, hat ihn erwischt. Am Liebsten hat er seine Ruhe, wenn er krank ist und damit er die auch bekommt und nicht dauernd mit “Kann ich was für dich tun? Wie geht es dir? Alles in Ordnung?” belästigt wird … beschäftigte ich mich.
Das Wohnzimmer ist nun umgeräumt! Das, was ich gestern plante, ist heute umgesetzt. Nur der Flur ist noch nicht renoviert, aber der beste Vater meiner Kinder ist bis Dienstag krankgeschrieben, ich habe also noch ein paar Tage.

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Wenn ich erstmal mit dem Umräumen beginne, kann ich so leicht nicht wieder aufhören. Das liegt daran, dass ich immer Möbel aus verschiedenen Räumen tausche, das gibt erstmal ein riesiges Chaos. Hauptsächlich liegt es aber daran, dass das “neue”, fertige Zimmer so hübsch ist und die anderen daneben schäbig aussehen. Und bis das letzte Zimmer fertig ist, könnte das erste schon wieder ….

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Wenn ich erwähne, dass ich Möbelrückerei oder Renovierungen plane, bekomme ich oft die Reaktion “mein Mann hat ja nie Zeit für so etwas”. Ich wende mich also an die Frauen: das geht auch ohne Mann! Werkzeuge sind nicht sehr schwer in der Handhabung und wenn man aus Regalen oder Schränken die Einlegeböden nimmt, sind sie meist ganz leicht zu bewegen. Farben und Lacke lassen sich mit geeignetem Werkzeug leicht auftragen, Abkleben und Abdecken von Wänden und Möbeln kann wirklich jeder.
Letztlich braucht es nur Geduld und Zeit für Pause.
Also. Ran an Zollstöcke, Akkuschrauber und Lackrollen, Frühjahrsputz anders :)