Der Garten der Grünen Villa hat in den letzten 18 Jahren einige Veränderungen durchgemacht. Zuerst war er eine von Brennnesseln, Brombeern und Giersch überwucherte Wildnis, der wir ein Jahr lang Quadratmeter für Quadratmeter abrangen. Noch immer sind die letzten 30 Quadratmeter in der hintersten Ecke völlig verwildert. Danach war er zehn Jahre lang Kinderparadies. Nach und nach eroberte ich mir Platz für Blumen und Beete. Seit drei Jahren ist der Garten auf dem Weg dahin, wo ich ihn haben will: Aufenthaltsort, Wellnessoase und Nutzgarten.

Ich werde oft gefragt, wie ein Garten für Kinder gestaltet werden kann. Oder welche Anschaffungen für Kinder im Garten Sinn machen. Ich zeige Ihnen heute mal, was sich in unserem Garten bewährt hat. Und erkläre, warum es sich bewährt hat. Vorneweg: unser Garten ist sehr groß und Vieles lässt sich vielleicht in einem Reihenhausgarten in dieser Form nicht realisieren.

Zuerst entstand eine Sandkiste:

Eine wirklich große Sandkiste. 2,50 x 1,50 m, 1 m tief. Wie Sie auf dem Bild erkennen können: rings um die Sandkiste herum wuchs nichts, was irgendwie schonenswert war, der Sand durfte also auch großzügig verteilt werden. Eine alte Holzdiele diente zum Sitzen oder Sandkuchen backen am Rand, der Sonnenschirm sorgte für ein bißchen Schutz vor der Sonne, war aber meistens einfach nur im Weg und verschwand deshalb kurze Zeit später. Den Sandkasten deckten wir abends mit einem Vogelschutznetz für Obstbäume ab, später bauten wir feste Rahmen, die mit Hasendraht bespannt waren. Das ersparte mir das tägliche nach Katzenkacke wühlen.

Zu Ostern stockten wir jährlich den Bestand an Sandspielzeug auf. Was Sie auf diesem Bild sehen, ist allerdings der Spielzeug-Overkill. Weniger als die Hälfte reicht!

Den Sand für unsere Sandkiste bekamen wir aus dem örtlichen Raiffeisenmarkt. Er wurde uns vor das Hallentor auf die Straße gekippt und wir mussten sehr viele mit Sand gefüllten Eimer in den Garten schleppen, aber aus finanzieller Sicht hat sich das gelohnt. Spielsand aus dem Baumarkt wäre sehr viel teurer gewesen und qualitativ gab es keinen Unterschied.

Beinahe gleichzeitig mit dem Sandkasten stellten wir eine Schaukel in den Garten.

Kinder brauchen eine Schaukel, Omas und Opas auch.

Ich wollte eigentlich immer eine Schaukel mit Kletterturm und Rutschbahn für die Kinder, doch solch eine Spiel- und Kletterlandschaft konnten wir uns nicht leisten und letztendlich reichte die Schaukel doch aus. Diese Schaukel stand bis vor ein paar Jahren im Garten und gerade als der Mittelbalken sehr verdächtig knarzte, bekamen wir Ersatz geschenkt.

Ein ganz wunderbares Gerät, mit verstellbarer Reckstange, Seil zum Schwingen und Kletterstangen. Wir haben das Gerät fest im Boden einbetoniert und hoffen, dass auch unsere Urenkel noch darauf herumturnen.

Sandkasten und Schaukel waren die allerwichtigsten Anschaffungen für unsere Kinder. Und die Teuersten. Der Reiz des Sandkastens lag natürlich in seiner Größe, wenn man sich beim Spielen in den Sand legen oder bis zur Hüfte einbuddeln kann, dann ist das schon sehr toll. Natürlich lässt sich das in einem kleineren Reihenhausgarten nicht so verwirklichen, doch vielleicht besteht die Möglichkeit sich mit Nachbarn abzusprechen, so daß in einem Garten eine Schaukel, im nächsten eine große Sandkiste und im dritten das obligatorische Trampolin zu finden ist. Erfahrungsgemäß zeigte sich hier: je mehr Kinder, desto entspannender für mich :)

Mit einer festen Feuerstelle erfüllten der beste Vater meiner Kinder und ich uns einen Traum. Dies kam dann letztlich auch den Kindern zugute, denn nachdem sie ihren Feuermeister gemacht hatten (lernen, wie man ein Feuer anzündet, wie man es pflegt und wie es ordnungsgemäß wieder gelöscht wird), durften sie jederzeit ein Feuer entzünden. Sogar in hellrosa Hosen.

Holz liegt und lag in ausreichenden Mengen im Garten herum, Streichhölzer sind jederzeit erreichbar. Der Reiz des Zündelns verlor sich übrigens recht schnell, dafür können die Kinder auch mit feuchtem Holz ein Lagerfeuer im Zeltlager entfachen. Gelernt ist gelernt :)

Es gab und gibt sehr viele wunderbare Stunden an der Feuerstelle. Mittlerweile hat sie einen neuen Platz im Garten gefunden, mit Bänken aus unserem Birkenstamm drumherum.

Ebenfalls gekauft haben wir ein Spielzelt und eine dieser blauen, klappbaren Sandmuscheln. Eine Hälfte jener Sandmuschel ist bis heute in Gebrauch. Als Hundeplanschbecken :)

Das Zelt war ein Impulskauf im blaugelben Möbelhaus und schlicht unnötig. Es wurde einen Sommer mehr oder weniger bespielt, danach war es kaputt. Naja. Die Muschelhälften hingegen waren ständig im Einsatz. Entweder mit Wasser befüllt oder wie hier im Bild als Boot für wirklich gefährliche Piraten. Wir sammelten Ästchen zum Feuermachen in der Muschel, ich mische darin Pflanzerde und manchmal dienten sie einfach nur zum Absperren einer Gefahrenstelle wenn Gäste mit kleinen Kindern kommen.

Eine für uns ebenfalls großartige Anschaffung waren diese wirklich hässlichen Plastikgartenmöbel für Kinder. Die Kinder liebten ihre eigene Sitzecke auf der Terrasse. Und der Tisch leistet uns im Garten als Beistelltisch beim Grillen immer noch wertvolle Dienste, die Stühle allerdings haben wir vor vielen Jahren schon weitergeschenkt.

 

Fast fertig mit der Anschaffungsliste!

Als wir anfingen, dem Garten einige Beete abzuringen, waren die Kinder Feuer und Flamme mitzuhelfen. Und da ich ein Freund von wertigem Arbeitsgerät bin, bekamen auch die Kinder ordentliches Werkzeug für die Gartenarbeit.

Echte Arbeitsgeräte für Kinder sind ein bißchen teurer, doch kann mit ihnen auch richtig gearbeitet werden. Das bedeutet: kein Frust, weil sich mit der stumpfen Plastikschaufel nicht graben lässt und der Rechen mit den kindersicher abgerundeten Ecken allenfalls im Sand nutzbar ist.

Was in einem Garten für Kinder am Wichtigsten ist, ist Platz. Die Zeit für gepflegte Beete und Blumenrabatten kommt noch. Die drei, vier Jahre, in denen die Kinder quer durch den Garten flitzen wollen, gehen so schnell vorbei!

Wenn Wasser zur Verfügung steht, ist der Garten für Kinder perfekt.

Damit es keine totale Überschwemmung gibt, haben wir das Wasser in Eimern oder Gießkannen zur Verfügung gestellt, wenn es ganz heiß war, gab es natürlich den Gartenschlauch. Da nichts angepflanzt war, konnte nichts ertrinken.

Eine zeitlang experimentierten die Kindelein mit allerlei Gebräuen. Sie zermatschten Blätter und Beeren mit Wasser und färbten damit Taschentücher. Sehr spannend und glauben Sie mir, die Kinder waren tagelang beschäftigt.

Wasser mit Erde oder Sand ist ein Selbstläufer. Ich nannte das als Kind „Babberatsch“, bei den Kindelein hieß es „Matschepampe“ und ich weiß nicht, wieviele Kilo davon ich von Kindern oder aus deren Klamotten wusch. Oder von Böden gewischt habe. Und es war jeden Fleck wert.

Als die Kinder exzessiv in der Ritterphase waren und nur noch mit Holzschwertern anzutreffen waren, mussten sie zuerst kämpfen lernen. Links oben, rechts oben, links unten, rechts unten und wieder von vorne. Verletzungen gab es danach keine. Und zum Trainieren bauten wir etwas in den Garten.

Meistens reichten den Kindern ein paar Steine, egal ob es große Feldsteine oder Betonbrocken vom Abriss der Terrasse waren,

mit Hammer und Handschuhen wurden die Steine zerkleinert. Entweder auf der Suche nach Fossilien oder aus anderen geheimnisvollen Gründen, die mir nicht näher erläutert wurden.

Am Besten war es im Garten selbst zu buddeln. Die Sandkiste war toll, doch in der Erde zu graben so viel besser!

Es war für die Kinder das größte Glück, als wir die Hauswand freigruben, um sie isolieren zu können. Wochenlang lagen riesige Erdhaufen um das Haus herum, die sich wunderbar durchtunneln ließen. Hier im Bild übrigens beknackte Plastikschaufeln, mit denen sich in der lehmigen Erde nichts anrichten ließ.

Noch besser als die Erdhaufen zu löchern, war der Versuch, sich bis zur Decke des Gewölbekeller zu graben, der unter unserem Garten entlang läuft.

Einen ganzen Sommer lang war dieses Loch ein Fort, ein Versteck, eine Höhle und was den Kindern sonst noch so einfiel. Unsere lehmige Erde ließ sich so festklopfen, dass keine Einsturzgefahr bestand. Erst im Herbst schütteten wir es wieder zu.

Wir bauten unseren Kindern Spielhäuser in den Garten. Diese wurden auch immer wieder bespielt, doch letztlich waren sie nicht wichtig. Freiheit war wichtig und unbeobachtetes Spiel. Sich ein paar Kekse und etwas zu trinken mit den Garten zu nehmen und sie in irgendeiner Ecke zu verzehren, mit verkrusteten Händen und verklebten Gesichtern. Und mit den Kekskrümeln die Ameisen zu füttern.

Irgend etwas bauen. Ein paar Latten zusammennageln und dann spielen, dass man ein Flugzeug gebaut hat. Voller Energie ein eigenes Beet anlegen und dieses dann doch wieder überwuchern lassen. Himbeeren und Johannisbeeren naschen, kurz bevor sie reif sind. Auf den Holunderbusch klettern, so hoch, bis die Äste knacken. Heimlich etwas mauscheln, Sachen verstecken oder einfach nur im Gras liegen. Das liest sich schrecklich kitschig und so, als hätte ich es aus einer Landlust abgeschrieben, aber genauso haben wir das hier erleben dürfen. Ab dem Moment, da wir beschlossen, unsere eigenen Gartenträume erstmal zurückzustellen und zu schauen, was die Kindelein gerade brauchen.

Wir haben unseren Garten nicht kindersicher gemacht. Stattdessen habe ich viele Stunden mit den Kindern darin verbracht und ihnen gezeigt, welche Pflanzen giftig oder ungenießbar sind. Und das immer wieder abgefragt. Es gab Baumstämme zum Balancieren hoch auf die Terrasse. Wer da runterfiel, musste es eben üben. Es gab (und gibt noch immer) eine wackelige Treppe in den unteren Gartenteil. Die Kleineren krabbelten rückwärts hinunter, die Größeren bewältigten die Stufen oder sprangen einfach anderthalb Meter runter in den Garten. Vom Vorbesitzer lagen Scherben, Metallschrott und andere fiese Sachen im Garten, doch ernsthaft verletzt hat sich niemand.

Wir hatten einen hohen Verbrauch an Pflastern und Desinfektionsspray, aber niemals Gipsarme oder -beine. Ein paar Verletzungen mussten genäht werden, doch rangieren diese heute recht hoch auf der Anekdotenskala. „Der Tag, an dem du Marie die Schaukel an den Kopf geknallt hast, weißt du noch …?“, beginnen die zum Beispiel und dann lachen alle. Auch Marie, die mit drei Stichen an der Stirn genäht wurde.

Ich habe sehr sehnsüchtig Gartenheftchen und -bücher durchgeblättert, die dort abgebildeten üppigen Gemüsebeete angeschmachtet und die zauberhaften Sitzecken, die von Kletterosen überwachsen waren. Wollte mit einem Weidenkorb am Arm durch die Blumenrabatte schlendern und Verblühtes in den Korb schneiden. Stattdessen saß ich auf einem Baumstamm und ließ das Leben um mich herum toben, mein Buch blieb zugeschlagen. Oder ich reichte eine Schüssel Salzbrezeln und eine Flasche Wasser ins Geschehen, bevor ich wieder weggeschickt wurde.

Heute ist an der Stelle des Sandkastens die neue Feuerstelle. Da, wo die Kinder sich durch den Erdhaufen wühlten, steht unsere Fasssauna. Am Klettergerüst lehnt die Außendusche und da wo früher Rennstrecke war, muss im Sommer dauernd Rasen gemäht werden. Wie lästig. Da wo das große Loch war, wuchsen ein paar Jahre lang Kartoffeln, dieses Jahr vermutlich Kohlrabi und Weißkraut. Und Tomaten. Beinahe so, wie ich mir das früher erträumt habe, ein fast erwachsener Garten.

rumdideldum.

31. Oktober 2015

Ich kann es mir nicht mehr schönreden: das Gartenjahr ist vorbei, viel Ernte ist nicht mehr zu holen. Heute habe ich die Tomatenpflanzen ausgerupft und etwa 20 Kilo Tomaten entsorgt. Verfault bevor sie rot werden konnten. Ich bin sehr froh, dass die Freundin mit dem sehr grünen Daumen ebenfalls ein schlechtes Tomatenjahr hatte, dann kann es nämlich nicht an mir liegen. Die letzten Paprikas habe ich geerntet, das was noch an den Pflanzen hängt oder gar blüht hat keine Chance mehr. Die Zucchinipflanzen sind fertig, aber so richtig in Schwung waren sie in diesem Jahr auch nicht. Jetzt wachsen oder besser: warten nur noch etliche Kohlgewächse im Garten. Und jede Menge Mangold, denn Mangold gedeiht immer.

Was mich ein bißchen mit diesem fiesen Gartenjahr, das von einem Wetterextrem ins nächste kippte, versöhnt, ist die Tatsache, dass der Staudengarten gerade wundervoll blüht. Kapuzinerkresse, kalifornischer Mohn und Ringelblumen leuchten in den tollsten Gelb- und Orangetönen, dazwischen blitzt es pink bis dunkelrot von Cosmea und verschiedenen Astern. Die Löwenmäulchen und der Borretsch blühen zum zweiten Mal und ich mag mir gar nicht vorstellen, dass es nur einen einzigen Nachtfrost braucht und diese ganze Pracht ist hin.

In den letzten Jahren war ich immer froh, wenn der Herbst endlich kam, wenn das Gartenjahr vorbei war und ich das schlechte Gewissen, weil ich viel zu wenig im Garten tue, bis zum Frühling in den Schrank hängen konnte. Dieses Jahr mag ich gerne noch ein bißchen rumwurschteln. Würde gerne noch ein bißchen in dieser Farbenpracht sitzen und Farben für das kommende Grau tanken.

Mache ich morgen! Und ab morgen gibt es auch wieder, so wie daaamaaals, Blogartikel, Bilder oder Links gegen das Novembergrau. Ich hoffe täglich oder wenigstens so oft wie möglich. Macht jemand mit?

Die 500 goldenen Saunaregeln

19. Februar 2015

Als wir uns zum allerersten Mal in die vorgeheizte Fasssauna setzten, waren wir echte Saunaanfänger. Irgendwann waren wir mal im Urlaub zusammen in einer Sauna, der beste Vater meiner Kinder saunierte mal mit den Kollegen und im Erlebnisbad saßen wir zusammen für ein paar Minuten in der Dampfgrotte. Heiß duschen mag ich auch, baden nicht so sehr, mein Kreislauf läuft dann nicht mehr im Kreis. Weitere Saunaerfahrungen konnte ich nicht sammeln, denn es gruselt mich, mit fremden Menschen an einigermaßen öffentlichen Plätzen zusammen zu schwitzen.

Die Freundinnen und ich hatten uns rundum zum Geburtstag Gutscheine für ein Bäderhaus geschenkt. Mit dem Gedanken, dass wir alle zusammen dort hin fahren und einen dieser Wellnesstage machen. Das war vor etwa zehn Jahren, wir gruseln uns alle zu sehr, um auch nur einen Hauch Wellness zu finden, gestanden wir uns nach etlichen fadenscheinigen Ausreden reihum. Seitdem laden wir uns gegenseitig zum Essen ein.

Es war also ein gewagtes Spiel, mit der quasi nicht vorhandenen Saunaerfahrung direkt eine Sauna in den Garten zu bauen, denn womöglich gefiele uns das Geschwitze gar nicht und dann hätten wir ein Fass im Garten liegen, dass aufgrund seiner Form zu genau gar nichts taugt, als eben … eine Fasssauna zu sein. Eine kurze Recherche im Internet zeigte, dass es Leitfäden zum optimalen Saunieren gibt und wer diese nicht berücksichtigt, tja. Dem bringt das halt nix. Der muss erst gar nicht schwitzen. Der entschlackt und entkeimt nicht, der revitalisiert nicht und regt gar nix an. Sauna- und Erholungszeiten sind genau vorgegeben, die Menge und Häufigkeit des Aufgusses genauso. Kalt abduschen von unten nach oben oder direkt ins Becken steigen, nicht zu lang, nicht zu schnell und kneifen gilt nicht, wer sich nicht abkühlt, macht allesalles falsch.

Saunieren ist also kein Vergnügen, Erholung kein leichtes Spiel. Und wir werden schon sehen – irgendwann – dass es uns nicht bringt, unsere uneregeltes Saunieren.

Wir gehen nämlich in die Sauna, wann immer wir Lust dazu haben. Manchmal mögen wir es heiß, manchmal reichen 65°C. Unsere Aufgüsse duften mal nach Birkenwasser, mal nach 7-Kräuter-Schampoo und manchmal auch nach Gin Tonic. Wir gießen auf, wenn wir denken, dass es mal sein könnte, manchmal sogar dreimal während eines einzigen Saunaganges. Und so ein Saunagang kann zwischen zehn und dreißig Minuten dauern. Ein Tauchbecken haben wir nicht, dafür eine Gartendusche, die das kalte Wasser schwallartig erbricht, von unten nach oben geht da nur, wenn man Handstand macht. Manchmal sitzen wir zwischen zwei Saunagängen auf der Gartenbank, im Winter aber auch oft im Vorraum der Sauna, in dem es nicht so sehr kalt ist. Und es kommt sogar vor, dass wir vor dem letzten Saunagang ein Weizenbier trinken.

Wir brechen also ziemlich viele Regeln, die irgendwer sich irgendwann ausgedacht und auf die ich tatsächlich hin und wieder hingewiesen werde: „Aber du musst … – sonst bringt das nix.“

Seit fast einem Jahr bringt uns und Freunden unsere Sauna reine Erholung, Ruhe und Entspannung. Und jedes Mal wenn wir auf den Bänken liegen und schwitzen, sagt der beste Vater meiner Kinder: „Hach. Unsere Sauna.“ (und ich erwidere dann: „Hach. Und bald sitzen wir auch wieder im Gartenhüttchen.)

(die Bilder sind so krisselig, weil ich sie in der Saunadämmerung mit dem Phönchen geknippst habe, beide sind aus dem Vorraum der Sauna)

Frühlingsgefühle

13. Januar 2015

15 Grad Außentemperatur zogen mich raus in den Garten. Morgens erntete ich Rosenkohl, nachmittags beseitigte ich Sturmschäden. Die Birke sollte nun eigentlich keinen Reisig mehr zum Abwerfen haben, ich sammelte einen großen Grünschnittsack zusammen. Efeu und vergessene Goldruten schnitt ich zurück und die erste Brennnessel fand ich auch. Autsch.
Hinten im Garten, beim Rosa Gartenhüttchenkäfer, entdeckte ich, dass die Nachbarn es scheinbar nicht wollen, dass ich rasch durch ihren Garten zu meinem neuen Garten husche. Ein Hasendrahtzaun ist gespannt. Zuerst war ich enttäuscht, aber dann freute ich mich doch sehr, denn dieser Zaun kommt unseren Hühner- oder Laufentenplänen, die wir dieses Jahr verwirklichen wollen, sehr entgegen.
Anderthalb Stunden wuselte ich herum, dann waren die Grünschnittsäcke voll und mir war klar, dass ich mit Wollpulli und -socken eindeutig zu warm angezogen war.
Kann es bitte wieder kalt werden? Und vielleicht ein bißchen schneien? Ich möchte noch keinen Frühling, ich möchte Eis und Schnee, klirrende Kälte und damit einen Grund, in die Sauna zu gehen. Ich will unbedingt nochmal im Schnee spazieren gehen und einen Schneemann bauen!
Und mich noch ein bißchen auf den Frühling vorfreuen.

vom Gärtnern

4. August 2014

Seit einem halben Jahr krieche ich durch den Garten und versuche den schier ausweglosen Kampf gegen Brennnesseln, Winden und Giersch zu gewinnen. Hahnenfuß, Melde und Wegerich, Löwenzahn, Sauerklee und Gänsedisteln. Ich weiß, wie dieses ganze Un -pardon WILDkraut heißt und vieles darf ja auch bleiben. Löwenzahn zum Beispiel, den mag ich sehr. (und manchmal schaffe ich es auch, die Pusteblumen vor dem Verwehen abzureißen)

Freie Flächen müssen sofort bepflanzt werden, damit neues Wildkraut schlechtere Startbedingungen hat. Kartoffeln haben sich da ganz wunderbar bewährt. Und deshalb habe ich auch dieses Jahr im April wieder ein großes Stück des Gemüsegartens mit Kartoffeln bepflanzt. Kartoffeln sind wirklich toll! Wenn die ersten Blättchen aus der Erde schauen, muss man die Erde um die Blättchen herum „anhäufeln“. Ein paar Wochen später, wenn die Pflanzen größer sind, wird das Anhäufeln wiederholt. Dazwischen tut man gar nichts mit den Kartoffeln. Ab und zu sollte man ein bißchen jäten, aber gießen kann man sich getrost sparen. Immer wenn man sich über die grünen Büsche, die irgendwann auch ganz entzückend blühen, freut, sollte man nach Kartoffelkäfern Ausschau halten. Die sind braun-gelb gestreift und viel zu hübsch zum Töten, doch wenn sie erst einmal mit der Eiablage begonnen haben, dauert es nicht lange, bis Tausende von an sich nett anzusehenden pinkfarbenen Larven die Pflanzen radikal abfressen. Die Eigelege finden sich auf der Unterseite der Blätter, sie sind leuchtend gelb. Käfer und Larven zertreten, Eier zerdrücken. Ekelhaft und grausam, aber besser als Gift an die Kartoffeln zu spritzen.

Jetzt um diese Zeit bekommen die Blätter der Kartoffeln braune Stellen, die Büsche fallen auseinander. Ende September beginne ich mit der Kartoffelernte. Und nächstes Jahr kommt Gemüse auf dieses Gartenstück, die Erde ist nach den Kartoffeln ganz wunderbar locker und bröselig.

Tomaten wachsen dieses Jahr ganz vorzüglich! Ich habe vier verschiedene Sorten und irgendwann im Juni habe ich den Zeitpunkt verpasst, die Triebe auszugeizen. Ich habe also Tomatenbüsche im Garten und ich muss im Laub nach den reifen Tomaten suchen. Und wahrscheinlich sind längst nicht so viele Tomaten an den Pflanzen, wie das bei regelmäßigem Ausgeizen wäre, doch wenn das, was an den Pflanzen hängt reift, werde ich viel Tomatensoße auf Vorrat kochen können.

Zwei Zucchinis sorgen dafür, dass es viel häufiger Zucchini zum Essen gibt, als es den Kindern recht ist, doch noch sind mir die Ideen nicht ausgegangen und noch bin ich jedesmal begeistert, wenn ich wieder ernten kann. Jeden Tag, ungefähr.

Die Gurken wachsen und gedeihen und kringeln sich lustig fern von jeder EU-Norm. Scheinbar halten gekringelte Gurken den Geschmack viel besser, als die kerzengeraden Gurken aus dem Supermarkt und ich hoffe noch sehr lange auf wässriges Treibhausgemüse verzichten zu können.

Die Paprikas waren anfangs sehr zögerlich, doch jetzt geben sie Gas: genauso wie die Pepperoni und die Aubergine. Dabei mag ich Auberginen gar nicht so sehr. Aber der Busch, an dem sie wachsen ist schön und die lila Blüten ein echter Hingucker!

Mein Erbsen-Experiment ging leider schief, den Erbsen gefiel der ihnen zugeteilte Platz nicht. Nach ein paar Schoten war Schluß. Nächstes Jahr versuche ich mein Glück erneut. Dafür scheinen die Bohnen aufholen zu wollen, denn ich hatte total vergessen, welche zu säen. Vor fünf Wochen habe ich das nachgeholt und dank des Treibhauswetters ranken sie schon in zwei Metern Höhe und blühen.

Blumenkohl, Weißkohl, Kohlrabi – ich scheine ein Händchen dafür zu haben oder das Wetter ist genau richtige für alle Kohlsorten, sogar die Rosenkohlstöcke sind schon einen Meter hoch.

Der Salat im Garten wird von uns verzehrt und nicht von den Schnecken (!) und mit dem Essen vom Mangold kommen wir kaum nach. Und wenn die Kürbisranken aus jeder Blüte tatsächlich einen Kürbis wachsen lassen, brauche ich viele gute Kürbisrezepte.

Vielleicht lesen Sie hier ein bißchen zwischen den Zeilen, falls ich zu subtil sein sollte: ich bin glücklich. Dieser Garten macht mich glücklich. Es ist nett, dass ein paar Blümchen blühen, aber es ist phantastisch, dass ich in den Garten gehen und Zutaten für ein Mittagessen holen kann. Ich kann Himbeeren naschen, Johannisbeeren und Stachelbeeren. Die Falläpfel sind jetzt schon so weit, dass ich sie zu Apfelmus verarbeiten kann, die Birnen schmecken schon, sind aber noch ganz schön knackig. Und Pfirsiche! Viele Pfirsiche gibt es demnächst und alle werden auf einen Schlag reif und wollen sofort gegessen oder verarbeitet werden, lagern kann man sie nicht.

Dieser Garten macht sehr viel Arbeit und noch viel mehr Freude. Ich habe Rückenschmerzen und undamenhaft kurze Fingernägel, unter denen trotzdem noch ein Schimmer von Erde zu sehen ist. Ich bin von Kopf bis Fuß verkratzt und zerstochen, habe blaue Flecken an den Schienbeinen und meine Schultern sind hinten brauner als vorne. Und meine Füße werden wahrscheinlich erst im Januar wieder sauber sein. Aber das macht alles gar nichts, eitel war ich sowieso noch nie.

Aber zufrieden bin ich. Sehr.

Und vielleicht ist die Zeit bald reif für ein langweiliges Gartenblog.

(jetzt, nachdem die Aufzucht der Brut nahezu abgeschlossen ist, kann ich ja über anderes junges Gemüse schreiben.)