Bienen, völlig harmlos
28. März 2012
Wir mögen Bienen. Hätte ich eine große Streuobstwiese, stünde dort mindestens ein Bienenkorb. So begnügen wir uns mit einem Bienenhotel auf der Terrasse, da wo es sonnig und geschützt ist. (ich zeigte ja bereits Bilder. Und noch ein Bild.)
Letztes Wochenende wurde mir gezeigt, wie man aus Schwarzerlenzapfen
und ein bißchen gelber Märchenwolle
und Butterbrotpapier (Garn und Schere)
und ein wenig Geduld ganz allerliebste kleine Bienen bastelt.
Solche:
Jede Menge Bilder mit einer detailierten Anleitung incl. sehr verrenkter Finger mit ungepflegter Nagelhaut nach dem Klick!
Von Nesseln und Fettnäpfchen, vermeintlich
27. März 2012
Bei facebook schrub ich heute locker-flockig davon, dass meine Gynäkologin mich zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt überwiesen hat und dass damit wohl alle Körperöffnungsuntersuchungen abgedeckt sind.
Die erste Reaktion war ein eher empört gefärbtes “man muss nicht alles schreiben”.
Darüber denke ich nun schon geraume Zeit nach, denn natürlich gibt es Grenzen bei dem, was geschrieben werden kann und was ich lesen möchte. Allerdings finde ich weder das Wort Gynäkologin noch das konstruierte “Körperöffnungsuntersuchung” sonderlich verwerflich und ich glaube nicht, auf irgendwelchen Schamgefühlen herumzuspringen.
Eigentlich möchte ich das Thema sogar weiter aufgreifen und berichten, dass ich heute zur Krebsvorsorge war und mal wieder ein Stein von meinem Herzen kullerte, denn die Befunde sind allesamt unauffällig. Und wäre ich nicht so träge und so “ich will es lieber gar nicht wissen”, würde ich diese verdammte Vorsorge auch jährlich machen lassen. 2009 war ich zum letzten Mal und das ganze Abtasten der Brüste nach dem Duschen beruhigt nicht so sehr, wie der fachfrauische Griff meiner Gynäkologin.
Und weil ich jetzt sowieso schon beim Thema bin: die Entfernung der Gebärmutter steht im Raum. Und zwar nur der Gebärmutter, der Hals soll stehen bleiben, damit die Bänder erhalten werden können. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Blase sich nicht senkt und es damit nicht so schnell zur Inkontinenz kommt. Vorerst wird aber eine Hormonspirale gelegt, damit sich meine hb-Werte erholen können und ich eine gewisse Lebensqualität zurückbekomme. Das könnte vielleicht ausreichen und ich hoffe das sehr, sehr.
So. Das war’s mit Frauenzeugs.
Um die Sache abzurunden berichte ich nun auch noch vom HNO. Der hat nämlich dem jüngsten Kind in die Ohren geschaut und einen Hörtest gemacht, alles prima. Mir hat er ebenfalls in die Ohren geschaut und eine Menge Zeugs herausgeholt. Ich habe nämlich komische Gehörgänge, die sich innerhalb eines Jahres zusetzen. Jetzt höre ich auch wieder ganz ausgezeichnet und morgen werde ich das auch genießen, heute ist mir sogar das krachige Paprikakauen der Tochter neben mir zu laut.
Genug der anrüchigen, schmutzigen Themen. Morgen geht’s um Bienchen.
Wochenend und Sonnenschein
26. März 2012
und Frau … äh … Mutti sitzt in nem Bürgerhaus rum, versucht ihren Krempel zu verkaufen und schwitzt.
Die Hechtsheimer Weinprobiertage, bzw. der angegliederte Markt der Hobbykünstler waren jetzt nicht sooo der Renner in Sachen “reich werden”. Viele, viele Menschen die sich doch für das Schnickeldi interessierten, es begeistert in Händen hielten, nach dem Preis fragten und dann erbleichten. “Oh, wirklich sehr niedlich, das Vögelchen!” und das Vögelchen zurück in den Korb legten. Fünf Euro. So ist es eben oft.
Unser Stand war so hübsch, wie ein Stand im eher uncharmanten Foyer eines Bürgerhauses sein kann.

Aber auch im großen Raum, in dem die Vereinsmitglieder der Hobbykünstler ausstellten, war kein Charme zu entdecken.


Ausgestellt und (ich glaube nur schleppend) verkauft wurden Postkarten, Aquarelle, Seidengemaltes, Tiffanysachen und Schmuck. Letzterer sehr, sehr schön, an zwei Ständen. Am einen Stand staunte ich nur und bewunderte, am zweiten ließ ich fast ein Drittel der Einnahmen des Wochenendes und kaufte eine Kette.
Unsere Standnachbarin gestaltet Collagen, die mich – zugegebenermaßen – etwas verstörten.

Die anderen Standnachbarn schenkten Wein aus.

Sehr viel Wein gab es.

Am Eingang des Bürgerhauses konnte man sich für acht Euro ein Probierglas kaufen. Und mit diesem Glas zweihundert Sorten Wein durchprobieren. Je später der Abend, desto fröhlicher die Besucher. Und desto geringer die Chance, etwas zu verkaufen.
Oma Eis und ich feierten am Sonntag abend nach einer gemeinsam geleerten Flasche Dornfelder mit einer ausgewogenen Mahlzeit.

(und das Zählen des Gewinns ging doch sehr schnell)
Zusammengefasst: gelohnt hat sich das nicht. Mme Ouvrage gaben wir den Sonntag frei, Sonne genießen mit den Söhnen, statt in einer doofen Halle herum zu sitzen.
Spaß hatten wir trotzdem. Zu schwätzen haben wir sowieso immer, zu sehen gab es eine Menge und es ergaben sich bisweilen schöne Gespräche über den Verkaufstisch. Wir haben ein bißchen Schnickeldi verschenkt und genau eine pompadura habe ich verkauft. Oma Eis hatte für den Markt fünfzehn Utensilos genäht, als Osterkörbchen. Trotz sinngebender Dekoration mit Osterglöckchen und Schokohasen war die meistgestellte Frage: “Oh hübsch, wofür ist das?” Und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: ich bin zwar satt von diesem ganzen Gedöhnse, dass mir in jedem Nähblog entgegenspringt, kann weder Eulen noch Matruschkas noch sehen, bin genervt von weißen Punkten auf rotem Grund, kriege Pickel bei dem Wort “Fliepi” und die Farbkombination lime/türkis lässt mich augenblicklich auf´s Kreuzchen rechts oben klicken. Aber die Menschen da draußen, die sich nicht dauernd im Internet herumtreiben, die KENNEN diesen ganzen Kram gar nicht! Und die stehen auch gar nicht so darauf! “Das sieht aus wie diese russischen Püppchen, oder?”, fragte die eine Frau und schaute eher zweifelnd drein, bevor sie sich umdrehte und ging.
Selbst wenn dieser Markt finanziell nun wirklich kein Erfolg war, so hat er mir doch eine ganz, ganz große Erkenntnis gebracht: um Sachen zu nähen, die ich verkaufen will, muss ich mich nicht nach dem richten, was gerade “in” ist, da in Bloggerkreisen. Und plötzlich ist der Druck weg, doch noch ein Stückchen Vögelchenstoff zu erhaschen, weil der MUSS doch offensichtlich sein oder den Bestand an gevichykarierten Stoffen zu verdoppeln, obwohl es gar keinen Spaß mehr macht, Vichykaros zu vernähen. Verkauft habe ich nämlich genau die Sachen, die ich ganz gegen den (Blog)Trend genäht habe, in völlig unmodernen Farben.
Ich weiß noch nicht, wohin mich diese “Erleuchtung” führt. Vorerst macht sie mich aber einfach nur glücklich. (und natürlich frage ich mich, warum ich schon wieder mal versucht habe, hinterherzuhecheln, statt dem eigenen Bauch zu vertrauen.)
Einen Resteverkauf hier über´s Blog wird es diesmal nicht geben, denn im August schon ist das Niersteiner Winzerfest. Dort werden wir einen Stand haben und ich freue ich jetzt schon, dass ich ziemlich großes Sortiment dafür habe, ohne mich sehr stressen zu müssen. Fragen Sie aber gerne per mail an, wenn Sie mal ein Täschchen oder so wollen. Ich sag ja sowieso meistens “ja, klappt.”. (Manchmal aber auch nicht)
An einige interessierte Frauen habe ich Kärtchen verteilt und habe dazu erklärt, dass die URL auf der Karte zu meinem Blog führt. Was dann stets zu ratlosem Schweigen führte. Können Sie sich vorstellen, dass es da draußen wirklich Menschen gibt, die nicht wissen, was ein Blog ist? Ich gehe ja immer davon aus, dass alle Menschen dieses ganze Interntding mit seinen teils sehr merkwürdigen Auswüchsen kennen. Am letzten Wochenende erfuhr ich mal wieder: dem ist nicht so. Faszinierend.
Heute habe ich übrigens die verpasseten Sonnenstunden des Wochenendes nachgeholt und den größten Teil des Tages draußen verbracht, schuftend, ausruhend, essend und vor allem genießend.
Osterbuchstaben, Zähne und Berlin
22. März 2012
“Ich hab da was Neues”, schrieb Frau Rieger und ich sagte erstmal ab. Keine Zeit. Keine Lust. Kein Garnix.
Aber dann dachte ich mir, dass es doch eine wirklich hübsche Idee sei, mit der Osterdekoration anzufangen.

Frau Rieger hat nämlich wunderschöne Buchstaben digitalisiert, jeder Buchstabe mit filigranem Füllmuster.

(Garnfresserchen, ganz unbestritten, aber so lohnenswert!)

Ein feine Ostergirlande ist es geworden. Sie wird mich am Wochenende als Tischdeko nach Hechtsheim zu den Hechtsheimer Weinprobiertagen begleiten.
Als altes Sparbrötchen stickte ich beim zweiten Versuch lediglich die Umrandung der Buchstaben auf Stoff und schnitt sie dann aus, Fransen stören mich nicht, finde ich zu kariertem Stoff hübsch. Lediglich die Weiterverwendung der Buchstaben ist noch nicht ganz beschlossene Sache …

… vorerst habe ich sie in den Osterstrauss gehängt. Auch wenn der Schriftzug “Frohe Ostern” nicht unbedingt lesbar ist – mir gefällt´s :)

Die Buchstabensuppe gibt es ab heute in Frau Riegers Shop. Passend gibt´s dazu übrigens auch den Countdown!
Danke, dass ich Probesticken durfte!
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Die Tochter hat sich heute beim Zahnarzt amüsiert.
Beim letzten Besuch hatte sich nämlich herausgestellt, dass der letzte Milchzahn nur deshalb nicht herausfallen will, weil er innig mit dem bleibenden Zahn darunter kuschelt.

Dait der bleibende Zahn eine Chance zum Wachsen bekommen konnte, wurde heute der Milchzahn erst geteilt, dann gezogen.

Jetzt sitzt das Töchterlein mit betäubter Backe und Loch im Zahnfleisch auf dem Sofa und hofft, so wie die ganze Familie, dass sich der Zahn von alleine gerade zieht. Sonst muss nämlich mittels Draht und Kleber und wasweißichKonstruktion nachgeholfen werden.
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Anfang Mai bin ich in Berlin. Bisher ist das jedenfalls so geplant.
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Die Sache mit den sichtbaren Bildern muss ich dringend regeln!! Haben Sie Geduld mit mir!
Heute
21. März 2012
- zwei Ladungen Wäsche gewaschen, draußen aufgehängt, später abgehängt, zusammengelegt, verräumt.
- mit großen Vorsätzen ins Nähzimmer gegangen, dann aber lieber einem Freund Asyl gewährt und Kaffee serviert
- die Kindelein davon überzeugt, dass Gemüsebratlinge eine echte Konkurrenz für Frikadellen sein können. Auf der Terrrasse gegessen
- ein Mittagsschläfchen auf der Terrasse, Schultern gerötet
- beide Bäder geputzt und im sauberen Bad geduscht
- der allerbesten Freundin die Tür geöffnet und mit ihr hinten im Garten Kaffee getrunken
- den herzallerliebsten Franz nicht sehr geschimpft, obwohl er den Roquefort vom Tisch geklaut und beinahe aufgefressen hat
- erneut eine Reise nach Berlin geplant und eine Unterkunft angeboten bekommen
- einmal mit den Kindern geschimpft, öfter mit ihnen gelacht
- Tee und eine warme Decke vor dem Ofenfeuer
Nicht die Welt gerettet, kein Heilmittel für Krebs gefunden, nicht reich geworden, langweilig gelebt wie immer. Herrlich.
Zeitlos.
20. März 2012
Ich habe keine Zeit und keine Lust, möchte Ihnen aber doch gerne Lesefutter geben. Klicken Sie sich bitte zu Cat und beachten Sie auch die Kommentare!
(hier ist einfach nur Frühling)
fast fasten, zweiter Teil
17. März 2012
Um rasch eine Frage zu beantworten: Koffeinentzugskopfschmerzen bekomme ich, wenn ich meine drei Tassen Kaffee am Tag nicht trinke. Bzw. wenn ich keinen Kaffee trinke, denn eine Tasse reicht auch. Und mit Tasse meine ich nicht Tässchen wie die Wandertasse, sondern die Portion einer normalen Kaffeetasse mit sehr viel (lactosefreier) Milch.
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Um rasch etwas zu dem Vorschlag, um abnehmen zu können, müsse ich nur Getreideprodukte weglassen, zu sagen: mit Verlaub, das halte ich für völligen Blödsinn. Am Abend gerne, da kann ich prima nur einen Quark mit Obst oder einen leckeren Salat essen. Oder einen Teller Suppe oder meinetwegen auch nur einen Apfel, wenn’s nachmittags Kuchen gab. Aber grundsätzlich Getreideprodukte aus meiner Ernährung rauszuhalten, ist genauso praxisfern, wie fasten. Und für meine gewohnte Ernährung unnatürlich. Ich mag weder auf ein Käsebrot verzichten, noch auf Nudeln in allen Formen und Farben mit leckersten Sößchen. Oder auf Reis. Klar kann man das ein paar Wochen machen, bestimmt nimmt man damit ab, aber das ist eine klassische “weglass-Diät”, nach deren Ende und bei Wiederaufnahme der üblichen Ernährung die Kilos wiederkommen. Zusammen mit ein paar neuen Freunden, den Jo-Jos. Ich sehe wirklich keinen Sinn im Weglassen einzelner Nahrungskomponenten.
Aber ich sehe sehr viel Sinn im Weglassen von “soooo lecker, ein Löffelchen geht noch. Oder zwei.” Ebenfalls von “ach das übriggebliebene Stückchen Käse/Kuchen/Kartoffel/etc., das fühlt sich einsam, ich esse es rasch noch.” Gerne auch “ob jetzt sieben Gummibärchen oder siebzehn, was macht das denn für einen Unterschied?” Vielleicht auch “Wenn ich die Chips heute esse, sind sie morgen weg und bringen mich nicht mehr in Versuchung.” Ja, liebe Leser, Kopfkino der Frau … äh … Mutti, in Farbe und bunt. Ich kenne sämtliche Ernährungspyramiden und weiß, dass man nicht zum Platzen vollgefuttert sein muss, um die nächsten vier Stunden zu überleben, ich weiß, ich weiß,ich habe sogar zwei Jahre Ernährungslehre in der Schule gehabt.
Aber wenn das Brot noch warm und duftend auf dem Tisch steht, dann muss ich eben zwei Scheiben davon essen, mit Schokostreuseln drauf. Oder Dulce de Leche. Auch wenn der Hunger nicht mal für eine ganze Scheibe reicht. Ich muss auch keine Schokolade essen und etwas weniger auf dem Teller beim Mittagessen wäre auch nur Gewohnheitssache, aber wenn sogar der Nachschlag noch so lecker ist? Und kennen Sie das Phänomen von “Ich pick mir rasch noch ein Stückchen Paprika aus dem Wok? Und eine Karotte? Hm, lecker, da liegt noch eine einsame Wasserkastanie rum. Happs.” Nur weil noch niemand den Tisch abgeräumt hat.
Und wenn die Tochter wieder dem Backwahn verfällt und Sachen zaubert, an denen zu riechen schon zweihundert Kalorien bringt, wie soll ich widerstehen. Weiß ich doch, welcher Genuss mich da erwartet!
Nein, diese Sache mit den lästigen Winterpfunden, die ist es nicht wert, auf Geliebtes für immer zu verzichten. Weniger wäre vernünftig, aber in meinem Kopf sind Vernunft und Genuss nicht immer ein harmonisches Paar. Und so klage ich immer wieder über den Hüftspeck, während ich mir im Spiegel zuzwinkere und “gar nicht so schlecht für dein Alter” denke.
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Um rasch auch noch Cat-Content zu bringen und weil’s zur Thematik passt: wenn man am Abend zu faul war, um die beiden Pfannen noch zu spülen, wird man am nächsten Morgen niedliche Katzentappsen in der einen finden und in der anderen nichts, so sauber ausgeleckt ist die. Und der verdächtige Übeltäter liegt wohlig schnurrend und mit fettglänzenden, rosa Pfoten auf dem Sofa und tut äusserst unschuldig, denn er weiß ja, dass er nicht auf den Tresen, geschweige denn den Herd, darf.
fast fasten.
15. März 2012
Ich sitze bei strahlendem Sonnenschein barfuß und im Trägerhemd, den neuesten Irving (endlich als Taschenbuch) in der Hand auf der Terrasse und genieße einen Milchkaffee. Finde den Fehler.
Genau. Wollten Sie nicht fasten, Frau … äh … Mutti? Von wegen Neustart und Besinnung und all diese wohlklingenden Gründe?
Richtig, wollte ich.
Als ich heute morgen als erstes ins Bad auf die Waage flitzte, um zu sehen, wieviel ich schon abgenommen habe (ein Kilo. Besser: ein Liter), wurde mir klar, dass ich diesmal wohl nicht aus den aufgezählten, wohlklingenden Gründe faste, sondern doch wohl eher, weil die hartnäckigen Winterpolster von vorletztem Jahr weichen sollen.
Ich weiß nicht, ob Sie das auch so machen, aber ich diskutiere gerne mit mir selbst. Da war das Argument, dass Gewichtsverlust eine hübsche Nebenerscheinung wäre und vielleicht eine Motivation, da dran zu bleiben. Kontra: Quatsch sich für einen vorrübergehenden Gewichtsverlust zu kasteien.
Nachdem ich beim Morgentee hin und her argumentiert hatte, wurde mir immer klarer, dass ich nicht auf dem richtigen Weg bin. Möglicherweise trug auch die Lektüre der Living at home (die letzte aus dem Abo) dazu bei, denn der gratinierte Ziegenkäse ließ mich augenblicklich sabbern.
Nun bin ich ja ein willensstarker Mensch. Stur nennen es die, die mich besser kennen. Und ich neige dazu, das durchzuziehen, was ich begonnen habe. Hunger hatte ich sowieso nicht, nur immer noch unerträgliche Kopfschmerzen, ganz klar ein kalter Koffeinentzug, das kenne ich schon.
Den Vormittag verbrachte ich im Nähzimmer. Nicht wirklich produktiv, denn der Kopf hämmerte und wenn ich ehrlich war: ich war äusserst unleidlich und griesgrämig, mir war ein bißchen schwindelig und der Kreislauf lief eckig.
Ich löffelte ein Glas Tomatensaft. Und weil Tomatensaft so langweilig ist, packte ich ein bißchen Cayennepfeffer dazu. Schmeckte besser, machte mich auch glücklich, aber der Kopfschmerz störte sehr. Und die Tatsache, dass ich schon mal vorsorglich neidisch auf die Familie wurde, die die Grillsaison am Wochenende eröffnen will.
Und so bekam dieses Fasten immer mehr eine unschöne Färbung. Da war nun beinahe nichts Freiwilliges mehr, kein positiver, wie auch immer gearteter Ansatz, es war einfach nur noch: du darfst nix essen. (Ätsch!)
Ich hielt ein wunderbares Mittagsschläfchen auf der Terrasse, ganz ungestört, denn heute ist ja Opa-Tag und die Kindelein sind bestens versorgt.
Ausgeruht aber mit Kopfschmerzen marschierte ich in den Garten und wurschtelte eine gute Stunde vor mich hin. Ich fand keine Ruhe, obwohl das Wühlen in der Erde für mich sonst reine Entspannung ist. Heute dachte ich nur an gratinierten Ziegenkäse.
Und als ich mich wieder auf die Terrasse setzte, mürrisch, unzufrieden und mit rothämmernden Kopfschmerzen sagte ich, sehr zum Entsetzen der bis dahin friedlich in der Sonne dösenden Kater, ziemlich laut ein böses Schimpfwort und “Feierabend!” Marschierte in die Küche braute mir einen Milchkaffee, ging zurück in die Sonne, nahm den ersten Schluck und entspannte zum ersten Mal seit vorgestern abend.
Normalerweise bricht man das Fasten eher mit einem Apfel, doch dieser Milchkaffee hier in der
Sonne, der ist so köstlich und erfüllt mir meine Frühlingswünsche, das schafft auch ein Apfel nach einer Woche nicht.
Oh, und die Kopfschmerzen sind übrigens weg. Sei es nun, weil der Körper seinen Stoff bekommen hat oder weil ich den Druck weggenommen habe. Ist ja auch egal, das Ergebnis zählt.
Ich freue mich auf’s Grillen. Und auf gratinierten Ziegenkäse.
(und ich wäre nicht ich, wenn ich mir nicht Versagen vorwerfen würde)
Rasch mitgeteilt:
14. März 2012
Menschen, die dieses Blog über einen feedreader lesen, haben sich möglicherweise über den Hinweis gewundert, dass sie meine Bilder geklaut haben.
Haben sie natürlich nicht, der feedreader war’s.
Der beste Vater meiner Kinder schraubt, mittlerweile doch etwas unter Druck gesetzt, an diversen Einstellungen herum, damit die feedreader die kostbaren Blogbilder ordentlich darstellen, dafür aber alle klauenden Idioten den Hinweis mit der Rechnung kriegen. So isses nämlich ursprünglich geplant gewesen. Derzeit eben noch umgedreht und es ist weiterhin so, das beispielsweise die Deppen bei jappy.de es einfach nicht kapieren, das kostenlos anschauen nicht kostenlos mitnehmen bedeutet.
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Heute beginnt meine Fastenzeit. Zehn Tage habe ich mir vorgenommen, eine Woche wäre prima und wenn es nicht klappen sollte, dann ist es auch gut.
Wie immer bin ich am ersten Tag äusserst aufgeregt und als latenter Hypochonder horche ich sehr gespannt in mich hinein, warte auf den großen Hunger und auf das Koffein-Entzug-Kopfweh.
Warum ich das mache?
Gar nicht so leicht zu beantworten. Spontan sage ich: weil ich mich auf den ersten Apfel freue, denn der schmeckt so herrlich! Und das reicht eigentlich als Antwort. Ich starte neu, schmecke neu, esse neu. Nach der Fastenzeit sind viele Nahrungsmittel unerträglich süß oder völlig versalzen und meine Essgewohnheiten (schnell, viel und noch eine Portion, weil es so lecker ist) ändern sich erstmal. Im Laufe eines Jahres schleichen sich dann wieder die alten Gewohnheiten ein, bis ich im Frühling sage: ok. Zurück auf Los.
Abnehmen kann man mit dem Fasten übrigens nicht. Alle verlorenen Kilos, und in einer Woche können das bis zu fünf sein, sind genauso schnell wieder drauf, wie sie weg waren.
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Gestern in den sehr frühen Morgenstunden wurde in Berlin ein kleiner Junge geboren. Nach vielen Sorgen während der Schwangerschaft scheint nun doch alles in Ordnung zu sein. Willkommen in der Familie, kleiner Simon. Onkel, Tante, Cousine und Cousins freuen sich sehr.
Ruckedigu, Blut ist im Schuh.
13. März 2012
Oder: Das immer wiederkehrende, glücksbringende, erfüllende Erlebnis, mit einem der Kindelein Schuhe zu kaufen. Heute in den Hauptrollen: die entzückende Autorin dieses zauberhaften Blogs und ihr großer Sohn, weder entzückend noch zauberhaft, dafür aber anstrengend.
“Mama!”, sprach der große Sohn, “Irgendwann bräuchte ich mal wieder neue Schuhe.”
“Du hast recht!”, sprach die allerverständnisvollste Mutter der Welt und meinte das auch so, denn der große Sohn hat seit knapp einem Jahr genau ein Paar Schuhe, welches er Sommers wie Winters trug, bei Regen und bei Sonnenschein, bei Hitze und Frost und nur als kurz mal Schnee lag, wiech er für sechs Stunden auf die Wanderschuhe aus. Falls Sie wissen wollen, welches Schuhmodell solche Strapatzen beinahe ohne Schäden, außer ein bißchen ausgelatscht-sein aushält … ich kann da gerne Werbung machen: es handelt sich um adidas spezial, er hat sie in navy/light blue, ich habe meine seit elf Jahren in gelb/weiß.
“Welche Schuhe hättest du den gerne?”
“Weiß nicht, Schuhe halt.”, so die aufschlussreiche Antwort des modebewussten jungen Herren.
Ich rief meinen allerliebsten online-Schuhshop auf und im Laufe einer Stunde tickerten wir uns durch sämtliche Schuhmarken. Eine Menge Schuhe fand ich wirklich hübsch. Nicht nur für mich, auch für den Knaben. Er aber nicht. Er wollte was anderes. Irgendwie anders. Nicht so. Anders halt.
Der noch größeren Auswahl wegen klickten wir uns zu einer der sehr bekannten Plattformen und nach einer weiteren Stunde, wollte ich schreien. Nicht vor Glück. Was ein bißchen gefiel, gab es nicht in passender Größe, was von der Größe her passte und beinahe gefiel, wollte nicht in gewünschter Anzahl (zwei Schuhe/ein Paar, ist das irgendwie außergewöhnlich?!) in den Einkaufswagen. Immerhin, seit langem habe ich nicht mehr so viel mit dem großen Sohn zusammen gelacht. Auch wenn´s so eine Art Galgenhumor war.
“Was tragen denn deine Freunde so?”
“Schuhe. (haha) Nikes. Die mit dieser Sohle.”
Die mit dieser Sohle kenne ich sogar, immerhin mache ich ja regelmäßig Spocht, da hab ich die schon an Trainerfüßen gesehen. Zwei, drei, vier klicks später hatten wir sie gefunden. “Nike FREE” heißen die und der Preis ließ mich spontan erbleichen. Selbstverständlich waren alle reduzierten Modelle nur noch in Größe 48 erhältlich und genauso selbstverständlich konnte sich der Sohn nicht zwischen dem schlichteren oder dem etwas bunteren Modell entscheiden. Am Freitag werden beide Paare geliefert, dann geht das Schuhcasting in die finale Runde.
Und wenn er sie wieder ein Jahr trägt, ist der Preis auch in Ordnung.
Der große Sohn ist erleichert, ich bin erleichtert und der Geldbeutel wird es dann auch sein :)
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Töchterleins Füße sind seit zwei Jahren kaum noch gewachsen, maximal eine halbe Größe. Sehr zu ihrem Frust und meinem Glück sind ihre Füße kleiner als meine, weswegen meine ganzen tollen Schuhe weiterhin nur mir gehören. Der jüngste Sohn, der nun meine Schuhgröße hat, ist eher mäßig an meinen Sandalen interessiert.
Schuhe. Wah! Ich freu ich auf´s Barfußlaufen.

