Sie merken es an meiner vagen Standortbeschreibung: ich werde nicht genauer verraten, wo wir sind. Nicht weil ich mich interessant machen möchte oder Angst habe, dass Frau-Mutti-Fans mein Zelt stürmen, sondern einfach deshalb, weil diese Trekkingplätze mitten im Wald liegen und geschützt werden sollen. Wir unterhielten uns heute mit dem hiesigen Trekkingplatzbetreuer. (er kam nämlich, um nach dem Rechten zu sehen und außerdem Feuer-Verbotschilder aufzuhängen. Unser Kocher darf aber benutzt werden, zum Glück!) Die Standorte mancher Trekkingplätze (es gibt einige) sind mittlerweile bekannt und es passiert, was eben so passiert. Menschen fahren mit Autos so weit wie möglich an die Plätze, verunreinigen diese, zelten wild (es gibt eine begrenzte Anzahl von Zeltplätzen, einer kostet 10,-€) oder zünden trotz Waldbrandwarnung Feuer an. Oder schmeißen Kippen in den Wald. Sein skurrilstes Erlebnis war, als er auf den Platz gerufen wurde, weil Idioten dabei waren, gefundene Munition ins Feuer zu werden. Die lässt sich im Pfälzerwald nämlich noch finden und glauben Sie mir, die ins Feuer zu schmeißen ist eine wirklich blöde und ganz und gar dämliche Idee.

Sollten Sie sich für eine oder mehrere Nächte im Wald begeistern, schauen Sie mal hier: Trekking in der Pfalz

Wir sind heute 12,6 Kilometer gelaufen, davon mindestens 10 steil bergauf. (gefühlt) Geplant waren eigentlich 10,8 Kilometer, aber Forstarbeiten zwangen uns zu Umwegen. Zu tollen Umwegen übrigens, denn wir stapften quer durch Brombeeren und unter dramatischen Sandsteinformationen entlang. Ein bißchen Abenteuer, bevor wir den Rest des Weges leider auf Asphalt bzw. Schotter gingen.

Die letzten zwei Kilometer quälte ich mich sehr, der rechte Schultergurt meines Rucksackes drückt. Ganz egal wo ich ihn hinrücke, wie ich ihn einstelle, wie ich den Rucksack belade. Alle Tricks haben wir ausprobiert, doch die Schulter schmerzt und mein Schlüsselbein fühlt sich geprellt an. Ich habe eine Theorie: ich habe (wie fast alle Menschen) eine Beinlängendifferenz. Die sorgt für einen Beckenschiefstand und beeinträchtigt natürlich auch die Schultern. Ich trug früher einen Fersenkeil, bzw. hatte eine Sohlenerhöhung. Das habe ich irgendwann alles vergessen, aber jetzt werde ich es mal wieder ausprobieren. Sollte es mit einem Fersenkeil bei einer langen Wanderung schmerzfreier abgehen, lasse ich mir die Sohle meines Wanderschuhs (meiner Wanderschuhe, ich hab ja mehrere Paar) aufbauen.

Sonst gibt es nur noch zu berichten, dass ich nicht tief, aber gut geschlafen habe. Irgendwelche größeren Tiere, vermutliche Rehe, raschelten um das Zelt, aber da Lola cool blieb, blieb ich es auch. Der Gatte schlief selig.

Wenn Sie Fragen haben, stellen Sie sie gerne, ich versuche sie morgen zu beantworten. Oder spätestens dann, wenn es wieder Netz gibt.

4 Kommentare zu “irgendwo im Wald – anderswo im Wald”

  1. Brigitte sagt:

    Können Sie nicht irgendein Kleidungsstück gefaltet als Polster zwischen Gurt und Schulter legen? Ich hoffe für Sie, dass die Schmerzen nicht schlimmer werden und Sie die Wanderung genießen können! Viele Grüße und was wünscht man eigentlich Wanderern? Früher auf den Motorradtouren hiess es immer “ …und bleibt auf der Strasse“.

  2. Inga sagt:

    Keine Frage, sondern einfach nur so: Es ist schön wieder hier von Ihnen zu lesen und so ein bisschen mitwandern zu dürfen! Alles Gute für Ihre Schulter und noch eine tolle Zeit!! :-)

  3. Call me Catlady sagt:

    Hallo Frau Mutti,

    mich würde interessieren, was man nachts im Schlafsack trägt, es ist doch nachts ziemlich kalt und wenn man mal müssen muss, kann ich mir das sehr unkomfortabel vorstellen.🙄
    Gibt es unterwegs eine Möglichkeit, zu duschen? Wenn man sich für die einzelnen Camps anmelden, bzw. reservieren muss, ist da jemand vort Ort, der einen erwartet?

    Viel Spaß weiterhin. 😁

  4. Elke T. sagt:

    Schön, wie sie uns mitnehmen ;-)