Der Garten der Grünen Villa hat in den letzten 18 Jahren einige Veränderungen durchgemacht. Zuerst war er eine von Brennnesseln, Brombeern und Giersch überwucherte Wildnis, der wir ein Jahr lang Quadratmeter für Quadratmeter abrangen. Noch immer sind die letzten 30 Quadratmeter in der hintersten Ecke völlig verwildert. Danach war er zehn Jahre lang Kinderparadies. Nach und nach eroberte ich mir Platz für Blumen und Beete. Seit drei Jahren ist der Garten auf dem Weg dahin, wo ich ihn haben will: Aufenthaltsort, Wellnessoase und Nutzgarten.

Ich werde oft gefragt, wie ein Garten für Kinder gestaltet werden kann. Oder welche Anschaffungen für Kinder im Garten Sinn machen. Ich zeige Ihnen heute mal, was sich in unserem Garten bewährt hat. Und erkläre, warum es sich bewährt hat. Vorneweg: unser Garten ist sehr groß und Vieles lässt sich vielleicht in einem Reihenhausgarten in dieser Form nicht realisieren.

Zuerst entstand eine Sandkiste:

Eine wirklich große Sandkiste. 2,50 x 1,50 m, 1 m tief. Wie Sie auf dem Bild erkennen können: rings um die Sandkiste herum wuchs nichts, was irgendwie schonenswert war, der Sand durfte also auch großzügig verteilt werden. Eine alte Holzdiele diente zum Sitzen oder Sandkuchen backen am Rand, der Sonnenschirm sorgte für ein bißchen Schutz vor der Sonne, war aber meistens einfach nur im Weg und verschwand deshalb kurze Zeit später. Den Sandkasten deckten wir abends mit einem Vogelschutznetz für Obstbäume ab, später bauten wir feste Rahmen, die mit Hasendraht bespannt waren. Das ersparte mir das tägliche nach Katzenkacke wühlen.

Zu Ostern stockten wir jährlich den Bestand an Sandspielzeug auf. Was Sie auf diesem Bild sehen, ist allerdings der Spielzeug-Overkill. Weniger als die Hälfte reicht!

Den Sand für unsere Sandkiste bekamen wir aus dem örtlichen Raiffeisenmarkt. Er wurde uns vor das Hallentor auf die Straße gekippt und wir mussten sehr viele mit Sand gefüllten Eimer in den Garten schleppen, aber aus finanzieller Sicht hat sich das gelohnt. Spielsand aus dem Baumarkt wäre sehr viel teurer gewesen und qualitativ gab es keinen Unterschied.

Beinahe gleichzeitig mit dem Sandkasten stellten wir eine Schaukel in den Garten.

Kinder brauchen eine Schaukel, Omas und Opas auch.

Ich wollte eigentlich immer eine Schaukel mit Kletterturm und Rutschbahn für die Kinder, doch solch eine Spiel- und Kletterlandschaft konnten wir uns nicht leisten und letztendlich reichte die Schaukel doch aus. Diese Schaukel stand bis vor ein paar Jahren im Garten und gerade als der Mittelbalken sehr verdächtig knarzte, bekamen wir Ersatz geschenkt.

Ein ganz wunderbares Gerät, mit verstellbarer Reckstange, Seil zum Schwingen und Kletterstangen. Wir haben das Gerät fest im Boden einbetoniert und hoffen, dass auch unsere Urenkel noch darauf herumturnen.

Sandkasten und Schaukel waren die allerwichtigsten Anschaffungen für unsere Kinder. Und die Teuersten. Der Reiz des Sandkastens lag natürlich in seiner Größe, wenn man sich beim Spielen in den Sand legen oder bis zur Hüfte einbuddeln kann, dann ist das schon sehr toll. Natürlich lässt sich das in einem kleineren Reihenhausgarten nicht so verwirklichen, doch vielleicht besteht die Möglichkeit sich mit Nachbarn abzusprechen, so daß in einem Garten eine Schaukel, im nächsten eine große Sandkiste und im dritten das obligatorische Trampolin zu finden ist. Erfahrungsgemäß zeigte sich hier: je mehr Kinder, desto entspannender für mich :)

Mit einer festen Feuerstelle erfüllten der beste Vater meiner Kinder und ich uns einen Traum. Dies kam dann letztlich auch den Kindern zugute, denn nachdem sie ihren Feuermeister gemacht hatten (lernen, wie man ein Feuer anzündet, wie man es pflegt und wie es ordnungsgemäß wieder gelöscht wird), durften sie jederzeit ein Feuer entzünden. Sogar in hellrosa Hosen.

Holz liegt und lag in ausreichenden Mengen im Garten herum, Streichhölzer sind jederzeit erreichbar. Der Reiz des Zündelns verlor sich übrigens recht schnell, dafür können die Kinder auch mit feuchtem Holz ein Lagerfeuer im Zeltlager entfachen. Gelernt ist gelernt :)

Es gab und gibt sehr viele wunderbare Stunden an der Feuerstelle. Mittlerweile hat sie einen neuen Platz im Garten gefunden, mit Bänken aus unserem Birkenstamm drumherum.

Ebenfalls gekauft haben wir ein Spielzelt und eine dieser blauen, klappbaren Sandmuscheln. Eine Hälfte jener Sandmuschel ist bis heute in Gebrauch. Als Hundeplanschbecken :)

Das Zelt war ein Impulskauf im blaugelben Möbelhaus und schlicht unnötig. Es wurde einen Sommer mehr oder weniger bespielt, danach war es kaputt. Naja. Die Muschelhälften hingegen waren ständig im Einsatz. Entweder mit Wasser befüllt oder wie hier im Bild als Boot für wirklich gefährliche Piraten. Wir sammelten Ästchen zum Feuermachen in der Muschel, ich mische darin Pflanzerde und manchmal dienten sie einfach nur zum Absperren einer Gefahrenstelle wenn Gäste mit kleinen Kindern kommen.

Eine für uns ebenfalls großartige Anschaffung waren diese wirklich hässlichen Plastikgartenmöbel für Kinder. Die Kinder liebten ihre eigene Sitzecke auf der Terrasse. Und der Tisch leistet uns im Garten als Beistelltisch beim Grillen immer noch wertvolle Dienste, die Stühle allerdings haben wir vor vielen Jahren schon weitergeschenkt.

 

Fast fertig mit der Anschaffungsliste!

Als wir anfingen, dem Garten einige Beete abzuringen, waren die Kinder Feuer und Flamme mitzuhelfen. Und da ich ein Freund von wertigem Arbeitsgerät bin, bekamen auch die Kinder ordentliches Werkzeug für die Gartenarbeit.

Echte Arbeitsgeräte für Kinder sind ein bißchen teurer, doch kann mit ihnen auch richtig gearbeitet werden. Das bedeutet: kein Frust, weil sich mit der stumpfen Plastikschaufel nicht graben lässt und der Rechen mit den kindersicher abgerundeten Ecken allenfalls im Sand nutzbar ist.

Was in einem Garten für Kinder am Wichtigsten ist, ist Platz. Die Zeit für gepflegte Beete und Blumenrabatten kommt noch. Die drei, vier Jahre, in denen die Kinder quer durch den Garten flitzen wollen, gehen so schnell vorbei!

Wenn Wasser zur Verfügung steht, ist der Garten für Kinder perfekt.

Damit es keine totale Überschwemmung gibt, haben wir das Wasser in Eimern oder Gießkannen zur Verfügung gestellt, wenn es ganz heiß war, gab es natürlich den Gartenschlauch. Da nichts angepflanzt war, konnte nichts ertrinken.

Eine zeitlang experimentierten die Kindelein mit allerlei Gebräuen. Sie zermatschten Blätter und Beeren mit Wasser und färbten damit Taschentücher. Sehr spannend und glauben Sie mir, die Kinder waren tagelang beschäftigt.

Wasser mit Erde oder Sand ist ein Selbstläufer. Ich nannte das als Kind „Babberatsch“, bei den Kindelein hieß es „Matschepampe“ und ich weiß nicht, wieviele Kilo davon ich von Kindern oder aus deren Klamotten wusch. Oder von Böden gewischt habe. Und es war jeden Fleck wert.

Als die Kinder exzessiv in der Ritterphase waren und nur noch mit Holzschwertern anzutreffen waren, mussten sie zuerst kämpfen lernen. Links oben, rechts oben, links unten, rechts unten und wieder von vorne. Verletzungen gab es danach keine. Und zum Trainieren bauten wir etwas in den Garten.

Meistens reichten den Kindern ein paar Steine, egal ob es große Feldsteine oder Betonbrocken vom Abriss der Terrasse waren,

mit Hammer und Handschuhen wurden die Steine zerkleinert. Entweder auf der Suche nach Fossilien oder aus anderen geheimnisvollen Gründen, die mir nicht näher erläutert wurden.

Am Besten war es im Garten selbst zu buddeln. Die Sandkiste war toll, doch in der Erde zu graben so viel besser!

Es war für die Kinder das größte Glück, als wir die Hauswand freigruben, um sie isolieren zu können. Wochenlang lagen riesige Erdhaufen um das Haus herum, die sich wunderbar durchtunneln ließen. Hier im Bild übrigens beknackte Plastikschaufeln, mit denen sich in der lehmigen Erde nichts anrichten ließ.

Noch besser als die Erdhaufen zu löchern, war der Versuch, sich bis zur Decke des Gewölbekeller zu graben, der unter unserem Garten entlang läuft.

Einen ganzen Sommer lang war dieses Loch ein Fort, ein Versteck, eine Höhle und was den Kindern sonst noch so einfiel. Unsere lehmige Erde ließ sich so festklopfen, dass keine Einsturzgefahr bestand. Erst im Herbst schütteten wir es wieder zu.

Wir bauten unseren Kindern Spielhäuser in den Garten. Diese wurden auch immer wieder bespielt, doch letztlich waren sie nicht wichtig. Freiheit war wichtig und unbeobachtetes Spiel. Sich ein paar Kekse und etwas zu trinken mit den Garten zu nehmen und sie in irgendeiner Ecke zu verzehren, mit verkrusteten Händen und verklebten Gesichtern. Und mit den Kekskrümeln die Ameisen zu füttern.

Irgend etwas bauen. Ein paar Latten zusammennageln und dann spielen, dass man ein Flugzeug gebaut hat. Voller Energie ein eigenes Beet anlegen und dieses dann doch wieder überwuchern lassen. Himbeeren und Johannisbeeren naschen, kurz bevor sie reif sind. Auf den Holunderbusch klettern, so hoch, bis die Äste knacken. Heimlich etwas mauscheln, Sachen verstecken oder einfach nur im Gras liegen. Das liest sich schrecklich kitschig und so, als hätte ich es aus einer Landlust abgeschrieben, aber genauso haben wir das hier erleben dürfen. Ab dem Moment, da wir beschlossen, unsere eigenen Gartenträume erstmal zurückzustellen und zu schauen, was die Kindelein gerade brauchen.

Wir haben unseren Garten nicht kindersicher gemacht. Stattdessen habe ich viele Stunden mit den Kindern darin verbracht und ihnen gezeigt, welche Pflanzen giftig oder ungenießbar sind. Und das immer wieder abgefragt. Es gab Baumstämme zum Balancieren hoch auf die Terrasse. Wer da runterfiel, musste es eben üben. Es gab (und gibt noch immer) eine wackelige Treppe in den unteren Gartenteil. Die Kleineren krabbelten rückwärts hinunter, die Größeren bewältigten die Stufen oder sprangen einfach anderthalb Meter runter in den Garten. Vom Vorbesitzer lagen Scherben, Metallschrott und andere fiese Sachen im Garten, doch ernsthaft verletzt hat sich niemand.

Wir hatten einen hohen Verbrauch an Pflastern und Desinfektionsspray, aber niemals Gipsarme oder -beine. Ein paar Verletzungen mussten genäht werden, doch rangieren diese heute recht hoch auf der Anekdotenskala. „Der Tag, an dem du Marie die Schaukel an den Kopf geknallt hast, weißt du noch …?“, beginnen die zum Beispiel und dann lachen alle. Auch Marie, die mit drei Stichen an der Stirn genäht wurde.

Ich habe sehr sehnsüchtig Gartenheftchen und -bücher durchgeblättert, die dort abgebildeten üppigen Gemüsebeete angeschmachtet und die zauberhaften Sitzecken, die von Kletterosen überwachsen waren. Wollte mit einem Weidenkorb am Arm durch die Blumenrabatte schlendern und Verblühtes in den Korb schneiden. Stattdessen saß ich auf einem Baumstamm und ließ das Leben um mich herum toben, mein Buch blieb zugeschlagen. Oder ich reichte eine Schüssel Salzbrezeln und eine Flasche Wasser ins Geschehen, bevor ich wieder weggeschickt wurde.

Heute ist an der Stelle des Sandkastens die neue Feuerstelle. Da, wo die Kinder sich durch den Erdhaufen wühlten, steht unsere Fasssauna. Am Klettergerüst lehnt die Außendusche und da wo früher Rennstrecke war, muss im Sommer dauernd Rasen gemäht werden. Wie lästig. Da wo das große Loch war, wuchsen ein paar Jahre lang Kartoffeln, dieses Jahr vermutlich Kohlrabi und Weißkraut. Und Tomaten. Beinahe so, wie ich mir das früher erträumt habe, ein fast erwachsener Garten.

Hass. Und jede Menge Liebe.

16. Januar 2017

Neulich machte ich etwas falsch. Ich schrieb abwertend über ein Herzensprojekt, bezeichnete es als „beknackt“ und dass man vielleicht besser etwas anderes hätte tun können. Das tut mir Leid, unabhängig davon, dass ich es nach wie vor für in dieser Form unnötig und nicht angemessen halte, aber das kann man ja höflicher ausdrücken. Was ich vermutlich gerade tat.

Heute geschah dann Folgendes: „Mach doch selber“ postete mir der Gatte der Herzensprojektinhaberin, verteidigend in die Bresche springend, so interpretiere ich das. „Meine Kinder sind zu alt, das wäre unglaubwürdig“, antwortete ich freundlich, weil es ging um Babygedöhns und ja, da bin ich halt raus. (Was mich ganz und gar nicht davon abhält eine Meinung zu haben.) Es kam keine Antwort und für mich war die Sache erledigt. Und da ich weder dem Twitteraccount der Herzensprojektinhaberin noch dem des in die Bresche springenden Gatten folge, las ich erst später über Umwege, dass mein Tweet und meine Antwort mit nachtretenden Kommentaren dort zitiert wurden. Und die Herzensprojektinhaberin kündigte heute sogar „wegen Hass“ einen Tag Pause an.

Ja nun. Wenn das jetzt nicht mal ein bißchen hochgebauscht wird. Ich setze jetzt einfach mal voraus, dass mein Tweet nicht die erste nicht lobhudelnde reply war und irgendwann platzt einem dann halt der Kragen. Da bin ich voller Verständnis. Dann aber nachzutreten ist aber der Sache auch wenig dienlich. Und gar von Hass zu sprechen scheint mir maximal daneben gegriffen zu sein. 

Ich hab mal die Wikipedia zum Thema „Hass“ bemüht und da steht:

„Hass ist eine menschliche Emotion scharfer und anhaltender Antipathie. Ausgehend von der Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen wird der Begriff auch im übertragenen Sinne verwendet und steht allgemein für die stärkste Form der Abwendung, Verachtung und Abneigung. Die Motive des Hassenden können teils unbewusst sein, lassen sich in der Regel jedoch bewusst machen. Als Gegenbegriff in vergleichbarer Gefühlsstärke wird vor allem die Liebe angesehen.

Hass entsteht, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt und/oder bestraft werden können. Hass ist somit eine Kombination aus Vernunft und Gefühl. Die Vernunft ruft nach dem Ende der Verletzung und nach einer Bestrafung des Quälenden. Laut Meyers Kleines Lexikon Psychologie ist das Gefühl des Hasses oft mit dem Wunsch verbunden, den Gehassten zu vernichten. Das Gefühl des Hassenden ist das des Ausgeliefertseins, der Gefangenschaft, der Wehrlosigkeit.“

Weder der Herzensprojektinhaberin noch ihrem Gatten gegenüber empfinde ich scharfe, anhaltende Antipathie, denn tatsächlich kenne ich beide gar nicht. Ihr Blog lese ich nicht, weil es nicht meine Themen anspricht, seinem Instagramstream verdanke ich allerdings, dass ich die Angst vor Sauerteig verloren habe. Danke dafür! Somit sind mir beide … äh … egal? Das Projekt, welches sie gestartet hat, finde ich unnötig (siehe oben), sie deswegen zu hassen wäre ein bißchen so, als hasste ich meinen Nachbarn dafür, dass er Ballonseidejogginganzüge trägt. Er mag die und inspiriert vielleicht ein paar andere, es ebenfalls mal mit diesen Anzügen zu probieren. Mich nicht und ich habe da auch ein paar Gegenargumente. (Und finde die beknackt, aber ich habe ja gelernt, dass man das nicht sagt.) Und das war es halt auch schon. Warum muss man das so aufblasen?

Und weil oben in der Definition von Hass auch etwas über Liebe steht: heute gab es nicht nur Hass im Internet, sondern auch ganz viel Liebe in Form von Gedanken, Worten, Wünschen, Blumenbildern und Aufmunterungen wegen der großen, beknackten Sorgen, die uns gerade drücken. Es ist tatsächlich so, dass diese kleinen Rückmeldungen einen ein Stück weit tragen. Sie lassen Ängste nicht verpuffen, aber setzen kleine „ich bin da, ich höre dich“- Lichtpunkte. Und wenn es viele davon gibt, dann glitzert es fast wieder ein bißchen. Danke! <3

Sentimentalitis

15. Januar 2017

Da große Ereignisse ihren Schatten voraus werfen und ich deswegen in den ganzen uralten Bildern kramen muss, packte mich die schlimmste Form der Sentimentalitis. Schwermütiges oder wehmütiges Seufzen ging einher mit gemurmeltem „Hach ja“ und „ach richtig, das war so.“ Das Ganze gipfelte in schmachtendem „Was sind sie groß geworden“ und „jawoll, haben wir prima hinbekommen“.

Zwischendurch habe ich auch lauthals gelacht, denn diese Bilder spiegeln eben auch prima wieder, welche Entwicklung unser Leben dann doch (zum Glück) nicht nahm.


Dieses hier zum Beispiel. Als ich mir mal kurz vorstellte, wie super es wäre, wenn wir eine Hofreite hätten, samt vieler Tiere. Und wie wir dann Urlaub auf einem Hof machten, ordentlich mitarbeiteten und meine romantischen Vorstellungen des Bäurinnenlebens unter Ponyäpfeln begraben wurden.

Und jetzt ist es halt schon ganz gut so wie es ist.

Damit der arme Kater nicht immer auf dem Hundekissen schlafen muss, fuhren wir heute in solch einen „alles für Viehzeug“-Laden, um ihm ein eigenes Kissen zu kaufen. Dort im Laden hingen mysteriöse Dinge:


Bernsteinketten für Hunde. Als meine Kinder noch sehr klein waren, tobten heiße Diskussionen um die Wirksamkeit von Bernsteinketten bei Zahnungsschmerzen in den Elternforen. Entweder waren meine Kinder (und/oder ich) diesem Thema entwachsen oder die Popularität dieser Ketten war wieder verpufft, jedenfalls hörte ich lange Zeit nichts mehr davon. Bis ich sie heute wieder entdeckte. Mittlerweile helfen diese Ketten also nicht mehr nur gegen Zahnungsbeschwerden bei Kindern, sondern auch gegen Zecken bei Hunden. Oder umgekehrt. Oder so:


Drei Regale weiter stand dann dieses Produkt:


Eingehendes Studieren des Ettikettes ergab, dass keine gepressten Katzen zugegeben wurden, dafür aber Taurin und ich ärgere mich, dass ich nicht auf solche Ideen komme, denn gekauft wird das ja.

Weil der Hund sich gerne und ausgiebig in für Menshen unangenehm riechenden Dingen wälzt, suchte ich nach einem Hundeshampoo. To make a long story short: Im Tierzubehörladen gibt es das in genauso vielen Geruchs- und Funktionsrichtungen (Schuppen, Antifett, Locken, Volumen …) wie für Menschen, für sehr viel Geld, weswegen wir in den Drogeriemarkt fuhren und dort ein duft- und ph-neutrales Shampoo für deutlich weniger erstanden. In der Babyzubehörabteilung. Und jetzt endlich landet dieser Artikel da, wo ich ihn haben möchte. 

Hier:


Für werdende und gewordene Mütter gibt es da eine große Palette an Produkten und ich bin wirklich und wahrhaftig froh und dankbar, dass ich diese harte und entbehrungsreiche Zeit, da ich werdende und frisch gewordene Mutter war, ohne täglichen Smoothie mit extra Vitaminen und Mineralstoffen überlebt habe. Wir hatten ja nix! (Stilltee gab es schon. Und Kräuterblut. Wurx.)

Ein Regal weiter:


Auch hier ergab ausführliches Studieren des Ettikettes, dass es sich hierbei NICHT um gepresste Babys oder womöglich das, was abgeht, bevor ein Baby gepresst wird, handelt. Hierbei handelt es sich um Wasser, das besonders für die Zubereitung von Babynahrung geeignet ist. Für größere Kinder auch als zuckerfreie Erfrischung. Ich staune. (und suchte, leider erfolglos, in der Diätabteilung nach speziellen Diätwasser.)

Desweiteren fand ich:


Diese Milch ist nicht für die Flaschen von Säuglingen, sondern für größere Kinder, die gerne double-frosted-sugarbombs-Cerealien und Milchkaffee frühstücken. Extra wenig Eiweiß, dafür sind aber Pflanzenöle, Mineralstoffe, Vitamine und Vanilleextrakt zugesetzt. WTF?!

Milch und Wasser sind übrigens ziemlich teuer, aber für die Kinder ja nur das Beste und erneut ärgere ich mich sehr, nicht auf die Idee dafür gekommen zu sein. Und sowieso nicht skrupellos genug zu sein, mir damit mein goldenes Näschen zu verdienen.

Ich schaue schon lange keine Werbung mehr und weiß daher nicht, wie dieses Zeug im Werbefernsehen vermarktet wird. Doch allein die Tatsache, dass Wasser und Milch an äußerst prominenter Stelle im Warenregal stehen, mag deren Wichtigkeit suggerieren. Und ich ahne, dass viele unsichere Jung/Erstlingsmütter in allerbester Absicht ihrem Kind nur das Allerallerbeste angedeihen zu lassen, zu diesen Produkten greift.

Natürlich kann jeder sich selbst informieren, kann selbst entscheiden, was wichtig oder nichtig ist und ob einem Baby evtl. ein Schnurrbart wächst, wenn es Katzenwasser trinkt. Ich bin trotzdem unsagbar wütend, dass solche Produkte überhaupt hergestellt werden, dass sie in den Läden landen. Und ich wünsche mir, dass die sozialen Medien, die schon bei schwachsinnigen Jungen/Mädchen-Produkten großartige Aufmerksamkeits- und Aufklärungsarbeit leisten, auch hier einsetzen. Dass auch solche Produkte so: #ichkaufdasnicht gekennzeichnet werden. Weil ehrlich: Kinder werden auch ohne groß, stark und klug. 

Ich hab das für Sie getestet.

Geliebtes Internet,

13. Januar 2017

du meine Inspirationsquelle! 

Vor einigen Jahren „erbte“ ich einige Kisten und Tüten voll interessantem Nähzubehör. Ein Damenoberbekleidungsschneider war in Rente gegangen und „weil du nähst ja“ landete das alles bei mir. Unter anderem sehr viele Kordeln in verschiedenen Grau- und Gelbtönen. Keine Ahnung, was ein Damenoberbekleidungsschneider damit zaubert und bis heute wusste ich auch nicht, was ich damit anfangen soll. Heute sah ich im Instagramstream der Klecksefrau einen hübschen Korb aus zusammengenähten Kordeln. Freundlicherweise hatte sie ein Tutorial verlinkt und so saß ich zehn Minuten später mit meinen Kordeln und Stoffresten an der Nähmaschine. 


Kurze Zeit später hielt ich das erste Körbchen in Händen, gearbeitet nach diesem Tutorial.

Weil das sehr viel Spaß gemacht hat und weil ich noch sehr, sehr viele Kordeln habe, nähte ich rasch ein zweites, größeres Körbchen. Körbe und Körbchen hat man ja eh  in genug.


Am Liebsten hätte ich direkt noch einen dritten Korb genäht, doch erst musste der Hund raus. Nach der Hunderunde rannte ich aber direkt wieder ins Nähzimmer …


… diesmal wurde es kein Korb, sondern ein ovaler Untersetzer. Naja. Eigentlich sollte es ein Teppich fürs Bad werden, doch ich hatte zu wenig von der grauen Kordel. Außerdem muss ich für einen Badteppich das Oval mehr in die Länge ziehen. Beim nächsten Mal.


Danach nähte ich noch rasch ein schlichtes, graues Körbchen. Einziger Effekt ist die gelbe Zickzacknaht. Zur Fertigstellung des Körbchens muss ich allerdings ich zu Wolle und Häkelnadel greifen, deshalb nur ein Ausschnittbild.

Diese neue Technik bereitet mir sehr viel Freude und nachdem ich mich ein bißchen auf dieser Seite umgesehen habe weiß ich, dass ich noch viel ausprobieren kann. Ich weiß auch schon was. Und ich fürchte, mein Kordelvorrat wird rasch erschöpft sein.