In meinem Impressum steht dies: „Werbung baue ich ein, wenn sie thematisch passt, die Vergütung stimmt und ich nicht das Gefühl habe, ein doofer Blogger soll ausgenutzt werden.“ Dieser Satz steht nicht irgendwie im Kleingedruckten oder ganz versteckt hinten links, sondern genau über meiner Adresse. Nicht zu übersehen.

Da ist es doch ein bißchen verwunderlich, wenn mich Anfragen erreichen, ob ich Windeln und Feuchttücher testen möchte. Frau Mutti steht ganz offensichtlich für „Kleinkinder und Babys“.

Oft ärgere ich mich sehr über diese Anfragen, manchmal amüsieren sie mich aber auch einfach nur und dann schreibe ich eine Antwort:

„Liebe Lena,

meine Kinder sind 17, 18 und 20 Jahre alt und damit dem Windelalter deutlich entwachsen. Ich selbst bin zwar älter, aber noch nicht wieder im Windelalter. Somit gibt es kein Testpotential in unserer Familie.
Trotzdem würde ich mich sehr über ein Testpaket freuen, denn ich kenne eine hochschwangere, syrische Frau. Das Baby, das in ca. 10 Tagen kommt, braucht eine Erstausstattung.
Über ein schönes Testpacket als Spende blogge ich natürlich auch gerne.

Mit freundlichen Grüßen,

Pia“

Meine Antwort wurde an die Firma weitergereicht und natürlich habe ich da ein klitzekleines Bißchen unfair-erpresserisch gespielt, denn wie hätte sich die Windelfirma da ehrenhaft aus der Affäre ziehen können? Nach allerkürzester Zeit klingelte die Post

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und ein sehr großes, sehr schweres Paket wurde mir überreicht. Ich wuchtete es die Treppe hoch und war selbstverständlich einen neugierigen Blick hinein:

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prall gefüllt mit Windeln und Feuchttüchern! Feuchttücher halte ich persönlich für ganz großen Quatsch, ich war und bin ein großer Fan von Waschlappen und Wasser (auch unterwegs), aber Windeln mit Löwenzahnsamen und Vögelchen drauf ließen mich doch ein wenig hormonisch seufzen! (die hinreissenden Bestien trugen her unattraktive Öko-Moltex, in zartgrün mit recyclebeigefarbenem Inneren. Oder Frotteestoffwindeln mit Goretex-Überhose. Keine hübschen Löwenzahnsamendrucke!) Nun sind Windeln auf gar keinen Fall ein Grund für ein Baby in der Familie, eher sogar eine abschreckende Erinnerung, denn wenn ich hier mal echten Windelcontent liefern würde, weil sich wirklich viele interesante Dinge in, neben und unter Windeln finden ließen – aber lassen wir das, es ist vorbei. Zum Glück.

Windeln und Feuchttücher standen also herum und warteten, bis

baby

ein sehr kleiner, zarter Junge mit einem Kopf voll seidiger, schwarzer Haare geboren wurde. Es dauert noch ein paar Tage, bis dieser kleine Junge in die Windeln hineinpasst, aber ich bin mir sicher, dass er entzückend darin aussehen wird. Und hoffentlich keinen wunden Po bekommt. Sein Mutter jedenfalls ist nicht nur äußerst stolz und glücklich über ihr bezauberndes Kind, sondern auch sehr dankbar für Windeln und Feuchttücher.

Diesem Dank schließe ich mich sehr gerne an! Liebe Firma LILLYDOO, ich kann meinen Lesern nun nicht erzählen, wie super weich oder hautfreundlich Ihre Windeln sind, wie prima sich sämtliche Körperausscheidungen mit den Feuchttüchern entfernen lassen. Ich weiß noch nicht mal, was Kalkfolie ist und ob die kompostier- oder recyclebar ist, darüber diskutierte man nämlich in meiner Twitter-Timeline. Ich freue mich einfach über Ihre Großzügigkeit, weil Sie dieses wirklich große Paket geschickt und Menschen damit glücklich gemacht haben und das teile ich hier gerne mit! Vielleicht liest ja irgendeine Agentur in ein paar Jahren die Ankündigung in diesem Blog, dass ich Oma werde. Und dann dürfen Sie uns gerne ein Testpaket schicken, ich schreibe auch darüber.

*****

Noch ein Wort an die Agenturen: macht Euch die Mühe und lest ein paar Artikel des Blogs, von dem Ihr denkt, dass es passen könnte. Meistens zeigt sich dann nämlich, dass Ihr nur denkt, es könnte passen und schon hat man jede Menge Arbeit, Zeit und Verstimmung gespart. Und Ihr Agentur-Fuzzis, die Ihr mir Anfragen schickt und gleichzeitig darauf besteht, Werbung nicht als solche zu kennzeichnen: wundert Euch nicht über patzige Antworten, sondern macht Eure Hausaufgaben.

Ich bin übrigens nicht im Besitz eins Media-Kits, ich musste googlen, was das überhaupt ist. Ich habe keine Ahnung, wieviel unique visitors pro Monat dieses Blog hat, vermutlich weniger als früher, als ich noch regelmäßiger schrieb. Mein Facebookaccount ist quasi tot und wird demnächst (mal wieder) stillgelegt, twitter ist toll, aber nicht für Werbung und bei Instagram zeige ich meistens den gar nicht mehr so kleinen Hund bei der Hunderunde. Mein Bestreben mit diesem Blog nun endlich richtig reich zu werden ist also nicht mal halbherzig. Und das ist in Ordnung für mich. :)

 

 

Vorneweg: die Tochter ist gut angekommen und zufrieden, Genaueres wird sie sicher selbst berichten.

Die letzten Tage und Wochen standen irgendwie alle im Zeichen des Aufbruchs. Es wurde gepackt, ausgepackt, umgepackt. Gewogen, erneut umgepackt, gewogen. Der Koffer stand im Zimmer und trotzdem war es unbegreiflich und sehr weit weg: sie geht für ein Jahr nach Afrika. Die Tochter selbst war beschäftigt und hatte keine Zeit, Ängste und Zweifel an sich herankommen zu lassen, erst in den letzten Nächten kamen diese hoch und verdarben den friedlichen Nachtschlaf.

Dann begann die Zeit der Verabschiedungen. Familie, Freunde, Bekannte, Vereinskollegen und die Menschen, die „seid du so ä klaa Päcksche warst kennisch dich und jedzd fährsche nach Afriga!“ oder Ähnliches sagten. Die Tochter kennt viele Menschen und noch viel mehr Menschen kennen die Tochter durch ihr soziales Engagement und über den stolzen Opa. Eine unbeschwerte Ablenkungsmanöver-Pokémonjagd war kaum noch möglich, weil es unterwegs viele Händedrücke, Umarmungen und guten Wünsche gab.

Und endlich oder schon war der letzte Tag in Nierstein da. Wir hatten ihn gut durchgeplant, um ihn nicht zu lang werden zu lassen. Und trotzdem, irgendwann am frühen Nachmittag stand die Tochter gleichzeitig lachend und weinend vor mir, voller Selbstzweifel, Angst und Sorgen. Und da wurde es auch mir endlich richtig bewusst: sie geht tatsächlich für ein Jahr nach Afrika. Wir umarmten uns.

Der Opa kam zur allerallerletzten Verabschiedung und vermutlich wollte er seiner Enkelin etwas Liebes tun, als er ihr (stellvertretend auch für ihre Brüder) dafür dankte, dass alle drei Woche für Woche zu Besuch gekommen seien, das habe ihm sehr geholfen. „Aber ich komme doch wieder!“, sprach die Tochter mit äußerst wackliger Stimme und der beste Vater meiner Kinder ergänzte, dass ja auch die Söhne bald wieder daheim seien. Schluck.

Wir wuchteten Koffer, Rucksack und Laptoptasche ins Auto, versorgten den gar nicht mehr so kleinen Hund mit einem „ich geh weg und du bleibst da“-Knochen. Die Tochter sagte „Tschüss, Haus!“ und wir fuhren endlich los. Endlich, weil es jetzt wieder voran ging. Kein passives Warten mehr, sondern losgehen.

Im Auto sangen wir sämtliche Lieder zum Thema Afrika, zwischendurch „hach-ten und ach-ten“ wir ein bißchen schwermütig. 

Am Flughafen traf die Tochter direkt auf andere Freiwillige, sie checkte ein und gab den Koffer mit zum Glück passenden Gewicht auf. Wir standen abseits und beobachteten, wie sie lachte und strahlte, erzählte und kicherte und wir wussten: jetzt ist der richtige Augenblick für unseren Abschied gekommen. Eine Umarmung, ein Kuss und das, was man sich zum Abschied sagt, wenn man sich lieb hat.

Wir hielten uns fest an den Händen als wir gingen, aber traurig waren wir nicht. Vielleicht ein bißchen wehmütig, weil so wird das halt jetzt bei uns in nächster Zeit laufen: die Kinder werden immer längere Ausflüge machen und irgendwann lassen sie den Haustürschlüssel da.

Ich fühlte mich sehr abgeklärt und cool bis genau zu dem Moment, als mein Körper Schlaf forderte und mein Kopf mir mitteilte: jetzt sitzt sie im Flugzeug, in sieben Stunden erst wird sie landen, dann, wenn du wieder aufstehst. Ich fasse es zusammen: die Nacht war kurz und voll wildester Gedanken, obendrein hatte der gar nicht mehr so kleine Hund Durchfall von seinem Knochen und der erste Morgen ohne Tochter war dann eher doof. Außerdem kam keine „ich bin gut gelandet!“-Nachricht, als es Zeit für eine solche Nachricht gewesen wäre. Das Internet spuckte aus, dass das Flugzeug wohlbehalten gelandet war, von der Tochter selbst kam nichts.

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten, das wissen wir alle und was soll auch passieren, wenn eine Gruppe von 50 Jugendlichen, von zwei Betreuern begleitet, von zwei weiteren Betreuern abgeholt wird? Vermutlich gab es einfach kein WLAN oder keine Zeit oder das Handy wurde schon gestohlen, wer weiß das schon.

Am nachmittag wurde ich dann unruhig. Versuchte, mich über mich selbst lustig zu machen, indem ich mich daran erinnerte, wie das früher ohne Handy war. Da wartete man auf eine erlösende Postkarte oder so. Am Abend begann ich an meiner Nagelhautherumzuzupfen bis es blutete. Der gar nicht mehr so kleine Hund, dem ich mein Leid klagte, versuchte mein Gesicht zu lecken, was mich immerhin zum Lachen brachte.

Und dann kam eine SMS: alles gut, erst morgen Netz, dann mehr.

Ich schlief tief und traumlos von 22:00 Uhr bis 8:00 Uhr und habe heute morgen bereits zwei hübsche Bildchen geschickt bekommen und kurz mit meinem fröhlichen Mädchen whatsapp getauscht. Sie wird demnächst, wenn Sie Zeit und Netz hat bloggen und ich werde entspannt atmen. Was ist schon ein Jahr, wenn es ihr gut geht?

12 von 12 im August

12. August 2016

12 Bilder am 12. eines jeden Monats, hier gesammelt.

Der gar nicht mehr so kleine Hund ist ein zuverlässiger Wecker, spätestens um sechs Uhr will Lola aufstehen, frühstücken und auf dem Sofa bis acht weiterschlafen. Ich hätte heute ausschlafen dürfen, weil der beste Vater meiner Kinder die Hunderunde mit seiner Laufrunde verband, aber ich war halt wach.


Ich genoss den ersten Kaffee gemütlich im Bett und plante grob das Tagesprogramm.


Kurz war ich in Versuchung wieder unter das kuschelige Deckbett zu kriechen. Draußen war Herbst. Grau, leichter Regen und deutlich unter meiner Wohlfühltemperatur. Ich kramte also die Herbstklamotten aus dem Schrank und stellte erfreut fest: passen noch :)


Hund und Gatte waren weg, Tochter und Jüngster schliefen noch, ich könnte ungestört die Küche verwüsten. Die Tochter hatte für den Abend ihr Freundinnenverabschiedungsfest geplant und wenn schon das Wetter nicht recht mitspielen wollte, sollte es wenigstens viele Köstlichkeiten geben.


Die herzhaften Polentamuffins waren im Ofen und ich widmete mich meinem derzeitigen Lieblingsfrühstück: Porrigde mit ein bißchen Mascobado. Dazu Tee und Obst. Macht mich warm, satt und glücklich.

Die Kindelein krochen aus ihren Betten, frühstückten ebenfalls und erledigten mit mir den Wochenendeinkauf.


Das Wetter war mittlerweile so fies, dass ich um das Abschiedsfest im Rosa Gartenhüttchen bangte. Trotzdem kauften wir einige Sorten sehr merkwürdige Biermischungen, außerdem Chips und Süßigkeiten, damit der Jüngste im Zeltlager nicht verhungert.


Daheim kosteten wir einen Polentamuffin. Der Jüngste war nicht allzu begeistert, verbarg dies aber höflich. Wir anderen waren sehr angetan und somit kommt das Rezept (aus dem roten Backbuch von Frau Barcomi) in die „kann man wieder machen“-Sammlung.


Gestärkt starteten die Tochter und ich den nächsten Versuch die Küche komplett einzusauen. Mit flüssiger Schokolade klappt das wirklich hervorragend, denn so schnell wie sie überall hintropft, kann man sie sich gar nicht von den Fingern lecken.

Nach dem Reinigen von Arbeitsflächen, Ober- und Unterschränken, dem Boden und dem empörten Hund beschloss ich, dass es allerhöchste Zeit für eine Pause im Nähzimmer sei. Nur fünf Minuten dort die Beine hochlegen, sagte ich mir und erwachte eine Stunde später. Passiert halt.


Mittlerweile war es heller geworden und beinahe warm. Ich trank einen Kaffee, aß ein Stück des fluffig-leichten Brownies und besprach dann mit der Tochter den weiteren Ablauf.


Im Rosa Gartenhüttchen musste aufgeräumt und ein bißchen dekoriert werden, der Weg dorthin begehbar gemacht werden. Während der Jüngste kehrte und ich für zauberhafte Blumendeko sorgte, sammelte die Tochter zwei Eimer Fallobst auf.


Kurz bevor die Gäste eintrafen, richteten wir die leckeren Schweinereien, die wir gezaubert hatten. Nicht im Bild der Dipp für die Tacos, der war noch im Ofen. Außerdem ebenfalls nicht im Bild die vielen Köstlichkeiten, die die Gäste mitbrachten. Wir werden in nächster Zeit nicht hungern müssen.


Jetzt sitzen diese reizenden jungen Frauen in meinem Rosa Gartenhüttchen, kichern und verabschieden die eine. Morgen treffen sie sich wieder, diesmal zum Brunch bei Marie, die ebenfalls verabschiedet wird.


Der Jüngste verschwand in seinem Zimmer und wir genießen es, dass die Sonne zum Tagesende doch noch herauskam. Und dass wir uns ziemlich gern haben.

„Zum 18. Geburtstag schenke ich dir einen Koffer, ein Kochbuch und eine Waschmaschine!“, versprach ich jedem Kind nach der Geburt und tatsächlich bekamen bereits zwei der Kinder ein Kochbuch und statt dem Koffer einen 45l- Rucksack, der ist praktischer. Für die Waschmaschine haben sie keinen Platz in ihren Zimmern, noch wasche ich also ihre Klamotten mit. Aber eigentlich will ich gar nicht übers Wäschewaschen schreiben, sondern darüber wie das so ist, wenn die Kinder so nach und nach aus dem Haus verschwinden. (Komisch)

Heute morgen haben wir den Großen verabschiedet. Er fuhr mit den anderen Zeltlagerbetreuern ins sogenannte „Aufbaulager“, in dem sie Schlaf-, Aufenthalts-, Dusch- und Küchenzelte aufbauen, damit am Samstag die Teilnehmer des Zeltlagers anreisen können. Ab Samstag ist also auch der Jüngste aus dem Haus. Das ist nichts Neues und auch nicht wirklich schlimm, denn seit Jahren sind alle drei Kinder im Sommer zwei Wochen unterwegs und wir genießen das leere Haus.

Nächste Woche Mittwoch wird die Tochter abreisen. (Falls Sie tatsächlich noch nicht mitbekommen haben wohin: sie wird ein Jahr lang in der Nähe von Kapstadt leben und arbeiten. Und darüber in ihrem Blog schreiben.) Dieses Jahr ist natürlich eine lange Zeit, doch im Grunde genommen kann man das ja ganz gut aushalten, weil dieses Internet die Welt klein gemacht hat und Kontakt leicht zu halten ist. Vermutlich verabschiedeten sich der Große und die Tochter deshalb heute morgen so leicht voneinander. (Vielleicht aber auch deshalb, weil der Große seinen Besuch schon geplant hat.)

Ach, der große Sohn. Er hat seinen Auszug geplant, Anfang nächsten Jahres will er sich eine kleine Wohnung suchen. Das ist toll und großartig und das, was wir ihm wünschen: auf eigenen Füßen zu stehen und sich eine wunderbare Zeit ganz allein, mit eigenen Entscheidungen und Ideen zu machen. Samt Koffer Rucksack, Kochbuch und dann ganz sicher auch mit eigener Waschmaschine.

Damit ist alles rosig und prima.

Wäre es, wenn ich nicht unser letztes gemeinsames Frühstück verpasst hätte. Letzten Sonntag, als wir alle zum allerletzten Mal zusammen in der Grünen Villa wohnten und aßen und mir dies nicht bewusst war, ich nicht „Boah, das ist das LETZTE Mal!“ gesagt, gerührt geschnieft und damit die gesamte Familie in Verlegenheit gebracht habe. Ich habe einfach nicht daran gedacht, es gar nicht bemerkt.

Wir werden bestimmt auch in Zukunft gemeinsam essen, lachen und feiern. Aber nicht mehr alle zusammen unter einem Dach leben. Und dieser große Abschied sorgt dafür, dass ich mit ziemlich belegter Stimme den neuen Lebensabschnitt begrüße.

Uff. Hallo.

Unpädagogische Tage

2. August 2016

Vor fünf Jahren, als die Söhne im Zeltlager waren, der beste Vater meiner Kinder gerade keinen Urlaub hatte, die Tochter und  ich also viel Zeit miteinander hatten, beschlossen wir, einen unpädagogischen Tag zu leben. Einen ganzen Tag lang nur fernzusehen, rumzuhängen und ganz viele Sachen zu essen, die es sonst nur in geregelten Mengen gibt.

Wir frühstückten am Eisstand und spazierten danach zum Supermarkt. Jeder durfte drei Sachen auswählen: etwas Leckeres, etwas Unbekanntes und etwas, das irgendwie gruselig ist. Außerdem noch mehr Eis und ein Kilo Zwetschgen, denn die hatten eine wirklich hübsche Farbe.

Daheim befüllen wir viele Schüsseln mit unseren Köstlichkeiten und setzten uns damit vor den Fernseher. Gilmoer Girls, Staffel eins.

Wir kamen bis in die Mitte der zweiten Staffel und nach Eis, Chips, Keksen und Schokolade schmeckten die Zwetschgen vorzüglich, die Gier nach etwas Frischem konnte damit gestillt werden.

Wann immer sich die Gelegenheit bot und ich mit einem Kind längere Zeit alleine daheim war, wiederholte ich diesen Tag. Mit dem Jüngsten gab es statt Gilmore Girls alle Hobbitfilme :)

Heute haben die Tochter und ich erneut einen pädagogischen Tag zelebriert. Die Männer der Familie kraxeln nämlich auf Klettersteigen herum und wir blieben freiwillig daheim. Gestern kauften wir ein, heute gab es ein Tablett voller Leckereien und Gilmore Girls.


Wir prosteten mit merkwürdigen Eisteegetränken 


und fragten uns, wer so etwas wirklich gerne trinkt. Später, als wir furchtbar satt von den Knabbereien war, blieb nur noch Platz für ein Eis.


Eine herbe Enttäuschung übrigens, dieses Eis. Ich hatte Erdbeereis mit Krümeln, weil die Geschmacksrichtung nicht nur strawberry, sondern auch noch cheesecake ist. Muss ich nicht unbedingt haben, aber jetzt kann ich halt mitreden. Das Kuchenteigeis der Tochter ist ähnlich gewöhnungsbedürftig, Vanilleeis mit süßen Klümpchen.

Spannend ist es, Gilmore Girls mit meiner nun fast erwachsenen Tochter zu schauen und zu beobachten, wie sich ihr Weltbild, ihre Ansichten verändert haben. Früher fand sie den drögen Dean nett, mit Jess konnte sie nichts anfangen, zu gefährlich. Logan war und ist egal, wir mögen beide Marty :) Und Paris. Außerdem ahnen wir, dass wir die Fortsetzung nicht mögen werden, sie aber natürlich trotzdem schauen. Gemeinsam, auf verschiedenen Kontinenten.

Den Abschluss des Tages, nach Hunderunde und dem Beziehen des Sofas mit frischgefärbten Bezügen, feierten wir mit einem Glas Hugo, bevor wir die nächste DVD einlegten. Staffel sechs. Noch zwei Wochen Zeit für den Rest.


Ich erwähnte es schon oft, doch gerade heute wurde es mir wieder klar: große Töchter sind toll.

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Diese unpädagogischen Tage sind unser Pendant zu den Mitternachtsfesten, die in Enid Blytons Kinderbüchern gefeiert wurden. Jede Menge tolle Sachen essen, zusammen sein, Besonderes tun. Stoff für ganz viel „Weißt du noch…“ und verschwörerische Erinnerungen. 

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Und morgen gibt’s Reis und Gemüse.