Watte im Kopf
2. September 2010
Wenn ein Tag mit heftigen Kopfschmerzen zu Ende geht, kommt es vor, dass sich der geplagte Kopf am nächsten morgen wie frisch vernarbt anfühlt. Es ist kein richtiger Schmerz mehr, doch da, wo der Schmerz saß, sitzt dann die Erinnerung daran. Ein kleiner Druck, ein leises Stechen, ein Versprechen, dass der Schmerz irgendwann wieder kommen wird. Heftig, gnadenlos, ohnmächtig machend.
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Es ist übrigens nicht hilfreich für den geplagten Kopf, zum Morgenkaffee ein Urlaubsblog in einem Rutsch durchzulesen. Aber für mich, die ich ja am Liebsten furchtbar neidisch auf weit-weg-Reisende bin und doch genau weiß, dass ich nach spätestens einer Woche dem Heimweh erliege, ist diese Art des Reisens ideal: Bilder schauen, hübsche Berichte dazu lesen.
Wollen Sie nach Norwegen reisen? Bitte sehr: Norwegensommer
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Der neue Katalog aus dem blaugelben Möbelhaus ist da und ja, es ist nix für mich dabei :)
Ich brauche nichts und auf den ersten Blick fühle ich mich nicht inspiriert, Möbel zu schieben und Wände zu streichen.
Trotzdem kommt eine kleinere Renovierungsrunde auf uns zu, denn Töchterlein wünscht sich zum Geburtstag einen neuen Fußboden. Der helle Teppich, der die grauseligen Fliesen versteckt, hat schon bessere Zeiten gesehen und so können wir ihr diesen Wunsch gerne erfüllen. Sie wünscht sich einen Belag aus OSB-Platten, ausserdem einen neue Farbe an der Wand. Da aber ein weiterer Anstrich die Tapete von der Wand klappen ließe, planen wir eine Styropor-Stoff-Lösung hinter dem Bett. Noch gibt´s dafür keine konkrete Idee, aber ich werde berichten und zeigen, falls es Ergebnisse gibt. Dauert ja auch noch ein bißchen bis zum Geburtstag.
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Wissen Sie was das Beste am Herbst ist?
Zwetschgenkuchen und Apfelstreusel.

(und Zwiebelkuchen mit Federweißer, demnächst)
hmpf II
1. September 2010
Es ist leicht, in einer völlig griesgrämigen Stimmung zu versinken, alles doof zu finden und garantiert nie, nie, NIE wieder lachen zu können.
Viel zu leicht, vor allem dann, wenn die Sonne dann doch nicht mehr scheint, Jeans und ein Schal hervor gekramt werden müssen und sogar ein Ofenfeuer nötig wird.
Vor der Haustür ist der Kanal aufgegraben worden, Waschmaschine und Spülmaschine durften erstmal nicht laufen und überhaupt: keine Abwässer für mindestens eine Stunde. Klar, dass ich dann ganz dringend mal musste. Und wissen Sie eigentlich, wie oft man beim Kochen Hände waschen muss? Oder rasch mal den Fisch abwaschen muss? Oder die Knoblauchfetzchen direkt aus der Presse, bevor sie anbacken und nie wieder rausgehen?
Und dann duftete es ganz wunderbar nach Kokos und Kurkuma und Kreuzkümmel in der Küche, meine verbrannte Zunge vom Abschmecken war auch beinahe wieder geheilt, doch die Kindelein zogen die niedlichen Näslein kraus, behaupteten weder Fisch noch Kokos zu mögen und überhaupt habe es beim letzten mal anders (=besser) geschmeckt. Wahrscheinlich meinen sie mit “beim letzten Mal” den Tag, an dem es Tiefkühlpizza gab. Ach, ach. Kann zur schlechten Laune auch noch Selbstmitleid kommen, weil dann ist die Stimmung völlig im Eimer.
Der Große müsste für die Lateinarbeit lernen, liest aber lieber Zeitung, die Mittlere müsste mal ´ne Pause machen, die gönnt sie sich aber nicht und der Jüngste versucht Englisch zu lernen, bekommt aber von seiner Mutter die Lust daran verdorben, weil die auf korrekte Aussprache der Worte beharrt.
Mittlerweile haben sich sämtliche Baustellenfahrzeuge die man sich nur vorstellen kann (und die in Wimmelbüchern abgebildet sind) vor unserem Haus versammelt und alle arbeiten gleichzeitig. Das macht einen Höllenlärm und die neu dazu gekommenen Kopfschmerzen mögen das überhaupt nicht.
Der Ofen ist auch schon wieder aus, dafür glüht mein Kopf und ich fürchte, dass die schlechte Laune einfach nur Schlafmangel ist, denn irgendwie scheint seit Nächten Vollmond zu sein oder durch die Straßenbauarbeiten läuft jetzt eine neue Wasserader unter meinem Bett. Oder was auch immer.
Heute jedenfalls stört mich die Mücke an der Wand und keiner kann´s mir recht machen. Vorsichtshalber fliehen die Kindelein aus dem Haus, zum Klettern, Referat schreiben und mit dem Freund spielen, aber das verbessert meine Laune auch nicht sonderlich, sondern packt noch ein schlechtes Gewissen drauf, weil ich ja so mies drauf bin, dass die armen Kindelein lieber in Eis und Schnee fliehen, statt mit mir unter einem Dach zu sein. Oh ja, ich bin gut in so was.
(und wissen Sie was, jetzt schreibe ich dieses ganze Gejammere hier so auf und grinse über mich selbst. Na, das ist ja mal ein Lichtblick.)
hmpf.
1. September 2010
Noch dreieinhalb Stunden, um aus dem allertiefsten Tal schlechtester Laune wieder hervorzukrabbeln.
OH!
31. August 2010
sagte das jüngste Kind beim Mittagessen, “jetzt ist das Dach kaputt.”
Nein, nicht unseres, aber das der Nachbarn gegenüber. Der wirklich große Bagger hat in unserer schmalen Straße enorme Manöverierschwierigkeiten. Dem Nachbardach fehlt nun diese Begrenzungskante und ein paar Ziegel sind gebrochen. Beinahe ist es schade, dass es nicht unser Dach erwischt hat, denn wir bräuchten ja dringend ein neues. (und dazu bitte ein entsprechend gefülltes Konto, so ein neues Dach ist doch sehr, sehr, sehr teuer)
Es ist ein mulmiges Gefühl, die Baggerschaufel gut befüllt mit Asphaltbrocken am Küchenfenster vorbei schweben zu sehen.
Blick aus dem Schlafzimmerfenster heute morgen:

Darauf übrigens nicht der wirklich große Bagger, sondern sein kleiner Freund.
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Auf der Terrasse lässt es sich ganz gut aushalten, die Sonne scheint ja auch ganz hübsch. Klar, der Krach ist enorm, aber immerhin schwankt nicht der Boden unter den Füßen.
Ich nehme die Stickmaschine mit raus und arbeite weiter für den Weihnachtsmarkt. (oder für die eigene Deko, weil … hach, die sind ja alle so hübsch)


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Und auf speziellen Wunsch einzelner Leserinnen: der tolle Teller :)

(derzeit lehnt er noch am alten Küchenenschrank, demnächst hängt er an der erdbeerjoghurtrosa Küchenwand)
***** NACHTRAG *****
Die Stickdatei heisst Xmas Sweeties, erhältlich ist sie bei Huups.
Der Weihnachtsmarkt ist am 4. und 5. Dezember im Niersteiner Gemeindepark. Alles, was ich dort nicht verkaufe, wird einen Tag später hier im Schaufenster landen :)
Wenn
31. August 2010
der Bagger gerade nicht dröhnt, kann ich leise mein Geschirr im Schrank klirren hören.
Und wenn die Baggerschaufel auf den Boden rummst, wackelt das Haus.
Ich bin völlig entspannt. Doch, doch.
Gestichwortet
30. August 2010
Da schrieb ich neulich über die Angst um die Kinder und kann das heute eigentlich noch erweitern: die Angst um die Schwiegereltern. Wenn sie nicht anrufen, mache ich mir Sorgen. Wenn sie anrufen im ersten Moment auch, es könnte ja was sein. Jedes Sirenengeheul, jeder Krankenwagen, der durch die Straße rast, jeder Rettungshubschrauber, der knapp über das Haus hinweg donnert - ein Angststich.
Wird nicht besser werden auf absehbare Zeit. Eher schlimmer.
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Wettercontent: es wird behauptet, die Sonne sei doch noch nicht verloschen, sondern nur kurz verreist. Ab morgen schon ist sie in Teilzeit zurück.
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Wenn ich dieses Werbelied mit dem Autoglas höre, möchte ich spontan ein paar Scheiben einschmeißen.
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Das Lernen von Englischvokabeln mit einem im sprachlichen Bereich etwas auffälligen Kind ist, freundlich ausgedrückt, anstrengend. Und nur dann lustig, wenn man´s am Abend dem besten Vater meiner Kinder erzählt. Er findet´s lustig :)
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Die Tochter bekommt ein neues Fahrrad und ich erinnere mich gerne daran, wie leicht es beim letzten Mal war: “Tochter, schau mal, du bekommst das alte Fahrrad vom Großen.” Und sie war glücklich.
Diesmal bekommt sie ein niegelnagelneues, weil der Große aus seinem nicht herausgewachsen ist. Das bedeutete, dass wir am Samstag eine gute Stunde beim örtlichen Fahrradhändler zubrachten und Kataloge wälzten. Die derzeitige Fahrrad-Modefarbe ist nämlich weiß. Weiße Fahrräder aber sind nicht gut, die sind zu schnell dreckig. Dreckige Fahrräder muss man zu oft putzen, Fahrradputzen ist doof. Eine logische Kette. Die neuen Modelle kommen demnächst, doch ein neues Fahrrad muss eigentlich vorgestern her, das Kind stößt mit den Knien ans Kinn, das geht nicht. Wer täglich Rad fährt, braucht ein gutes. “Vielleicht kann ich´s umlackieren”, sprach das Kind und da sehe ich mütterliche Gene durchblitzen, doch ein Fahrrad lackieren ist sehr, sehr aufwändig, wenn man´s ordentlich macht, das kann sie nicht allein und ich will nicht. Als ich schon jegliche Hoffnung aufgeben wollte, weil auch das nougatbraune oder das senfgrüne Rad nicht zusagten und das einzige hübsche in schwarz wegen zuvieler Zahlen im Preis mir nicht gefiel, kramte der Händler einen weiteren Katalog hervor, mit Rädern, die es vielleicht noch gibt. Zwei Räder gefielen, beide waren preislich im Rahmen, eines könnte ja noch vorrätig sein, hofften wir.
Soeben kam der Anruf, ein Rad ist bestellt, ab Donnerstag fährt Tochter wieder ohne Buckel Rad und ich habe wieder einen Ansporn, ein paar Taschen zur Auffüllung des Kontos zu nähen.
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Gestern, beim Flohmarkt auf dem CVJM-Fest, lachte mich ein türkisfarbener Teller mit Vögelein und Weinranken äusserst kitschig an. Doch weder die alerliebste Freundin, noch der beste Vater meiner Kinder zeigten sich annähernd so angetan davon wie ich. Auch die Tochter, die verkaufend hinter dem Stand stand, machte mir den doppelten Extrapreis wegen besonderer Hässlichkeit und so zog ich tellerlos von dannen.
Als der Jüngste abends vom Fest nach Hause kam, brachte er mir einen wunderschönen, höchst kitschigen türkisfarbenen Teller mit Vögelein und Weinranken mit. “Die Mädchen am Stand haben gesagt, der hätte dir so gut gefallen. Sie schenken ihn dir.”
Hach.
Hoch die Tasse XXXVI
30. August 2010
Das Tässchen wurde zum Sonntagsfrühstück befüllt und ein zweites Mal zum wirklich virtuell klatschen.
