Netz
31. Oktober 2006
Stöckchen – Alaaarm
30. Oktober 2006
Ein Stöckchen aus dem Logbuch, wer kann da schon nein sagen?
Wolltest Du immer schon ein Kind?
Ja, so lange ich zurückdenken kann. Mindestens vier davon. Wahrscheinlich weil ich ein gelangweiltes Einzelkind war. (oh, ich erinnere mich an laaange, laaangweilige Sonntagnachmittage. Sonntags war “man” nämlich daheim)
Was meinte damals der Papa des Kindes dazu?
“Nach dem Studium, so in drei, vier Jahren. “(“Ich fühle mich noch nicht reif dafür, bin noch zu jung!” -> Männerausreden.)
Wann hast Du Dich dann doch für ein Kind entschieden?
Für ein Kind entschieden hatte ich mich, siehe oben, schon früh. Schwanger wurde ich dann allerdings noch lange vor der Diplomarbeit des besten Vaters meiner Kinder. Dabei hatten wir doch ein Kondom! (unter dem Kopfkissen liegen …)
Gibt es jemanden, der behauptet, er wäre „schuld“ daran, dass Du ein Kind bekommen hast?
Ja, die liebste Freundin. Die hatte mich nämlich in einen gemeinsamen Urlaub nach Tunesien geschleift. Und deshalb ist sie schuld daran, dass der beste Vater meiner Kinder und sein holdes, damals noch uneheliches, Weib vor lauter Sex-Entzug nicht zum Verhüten kamen.
Wie alt warst Du bei der Geburt Deines 1. Kindes?
vierundzwanzig Jahre und fünfzig Wochen.
Gibt es etwas, was Du einer angehenden Mutter als Ratschlag mitgeben würdest?
1. du musst NICHT für zwei essen.
2. schlafe, wenn das Kind schläft
3. bleibe gelassen: alle Kinder schreien, zahnen, machen komische Geräusche, kriegen dubiose Flecken und Pickel, schlafen nicht dann, wenn es passend wäre und spucken dir heimlich halbvergorene Milch auf die Schulter.
Was findest Du toll an anderen Müttern?
Komische Frage, das. Natürlich finde ich nur mich toll.
Ich finde es toll an anderen Müttern, wenn sie ruhig und freundlich mit ihren Kindern umgehen, wenn ich spüren kann, dass es Liebe, Verständnis und Respekt füreinander gibt. Und wenn ich merke, dass Mütter ihre Kinder verstehen und nicht ändern wollen.
Welche blöde Frage hat man Dir als Mutter gestellt?
Kind 1: Das war aber ein Unfall, oder? (jaha, aber das geht dich garnix an.)
Kind 2: Ist es schon da? (nahein, aber es sind auch erst drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Tage über Termin, halt die Klappe.)
Kind 3: Seid ihr euch da wirklich sicher, dass ihr NOCH ein Kind wollt? (oh, du hast recht, Mist, haben wir nicht drüber nachgedacht. Ich denke, wir werden es direkt nach der Geburt verkaufen. Gnarf.)
An wen gibtst Du das Stöckchen weiter?
“Hepp!”, Frau Zwilobit, schreiben Sie mal was.
Und noch eins nach Berlin, zur Frau Miest, damit die nicht schmollt.
Und noch eins über den großen Teich zu den Ringelstrümpfen. In der Hoffnung, dass es nicht im Fettnäpfchen landet.
haarig II
29. Oktober 2006
Die Haare sind ausgespült und mit der beiliegenden Kurpackung verwöhnt. Interessanterweise lag der einen Packung statt der Verwöhnspülung ein Lippenstift in sündigem Rot bei. Den schmierte sich Frau … äh … Mutti aber nicht ins Haar, sondern testweise auf die Lippen. Nun ja. Aber von der Haarfarbe könnte das Rot schon ablenken.
Und die Haare? Die stecken unter einem ehemals rosafarbenen Handtuch. Sie sind sehr dunkel.Sehr, sehr. Und wenn sie genauso hübsch blau schimmern wie die Streifen auf der Wange und den Unterarmen, dann ist Frau … äh … Mutti zufrieden. Aber noch ist alles offen, da erst die getrockneten Haare verraten werden, ob die Farbe tatsächlich überall gelandet ist.
Und wie wasche ich jetzt die Farbe von der Haut? Oder soll ich mit dem Lippenstift überpinseln? Ach herrje.
haarig
29. Oktober 2006
Immer wieder steht Frau … äh … Mutti mit kritischem Blick vor dem Spiegel: Haare ab oder bis zum Hintern züchten?
Der beste Vater meiner Kinder voted eindeutig für die zweite Variante. Nun, er muss die Mähne auch nicht tragen, waschen und bürsten.
Da die Farben der wachsenden Mähne von hellblond über dunkelblond mit einigen zarten Grüntönen dazwischen changiert, fasste Frau … äh … Mutti folgenden Entschluss: eine einheitliche Farbe muss her. Und so kaufte sie vier Packungen einer Tönung, las interessiert das Versprechen (sechs bis acht Wochen brillantes Farbergebnis) feuerte die Gipsschiene in die Ecke und begann das angefeuchtete, ungewaschene Haar weitestgehend gleichmäßig mit der Pampe einzukleistern. (Waschbecken, T-Shirt, Arme und Gesicht ebenfalls). Und während sie dies hier halbblind weil ohne Brille eintippt, brutzelt die Frabe auf ihrem Kopf und die Spannung steigt ins Unerträgliche.
Eventuell entscheidet sich in wenigen Minuten, ob Frau … äh … Mutti das Haar ab morgen (Mist, Montag! Die Frisöre haben da zu, hier auf dem Land) wieder in der schicken 18mm-Länge trägt.
Ich geh dann mal ausspülen.
gier
27. Oktober 2006
schokolade oder kakao oder plätzchen oder buttercremetorte oder ein glas nußnougatcreme oder warmer nußkuchen oder marmorkuchen (warm) oder schokoladenpudding. warm und süß und weich und glatt auf der zunge.
frau … äh … mutti giert nach winterspeck.
wenn
27. Oktober 2006
das kind eine doofe lehrerin hat, dann ist es verdammt schwer, gelassen zu bleiben. dem kind gegenüber. denn wenn das kind heimkommt und mal wieder eine haarsträubende geschichte erzählt, auf die als einzige, logische konsequenz ein “das ist eine doofe nuss!” seitens frau … äh … muttis kommen muss … dann geht das halt nicht. das kind muss es noch ein bißchen mit dieser lehrerin aushalten, auch wenn das kind sie selbst für eine doofe nuss hält. eine typische antwort auf beschwerden der tochter ist somit: “na, sie wird sich schon was dabei gedacht haben.”
sie fragen nach einem beispiel?
die kinder nehmen am projekt “schüler lesen zeitung” teil. gestern haben sie gelernt, wie man eine zeitung umblättert. nein, das ist kein witz. (aber eigentlich irgendwie schon. gnarfte ich heute schon?)
geburtstage
26. Oktober 2006
sind eine feine sache. sogar dann, wenn es nicht der eigene ist. oder wenn sich das geburtstagskind seinen kuchen selbst backen muss (aber der beste vater meiner kinder ist ja sowieso der bäcker der familie).
die freundin hat auch einen kuchen gebacken, die schwiegermutter auch und deshalb werden die glücklichen kindelein morgen früh gar nicht über doofes brot zum frühstück murren müssen.
(falls frau … äh … mutti heute nacht nicht von der kuchen-fress-gier überfallen wird)
frage
25. Oktober 2006
an die deutschlehrer oder an die, die der deutschen schriftsprache besonders mächtig sind:
ist es richtig, dass sich mir die zehennägel kräuseln, wenn die deutschlehrerin der mittleren als satzanfang ein “also” vorschlägt? (Beispiel: also fuhren wir los …)
mittlerweile befürchte ich nämlich, dass ich vor lauter brass auf diese lehrerin nicht mehr ganz unvoreingenommen in meinen urteilen bin. gnarf.
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nachtrag: tochter schrieb:
“am 11.9.06 war meine klassenfahrt.”
stilistisch durchaus ausbaufähig :-)
vorschag der lehrerin:
“also, am 11.9.06 fand meine klassenfahrt statt.”
stilistisch NOCH ausbaufähiger. doppelgnarf.
es gibt so sachen,
24. Oktober 2006
die sind mit der freundin einfach schöner, als mit dem besten vater meiner kinder. zum beispiel gleichzeitig “der sieht nicht nur fies aus, der IST auch fies!” zu sagen und sich gemeinsam vor dem fiesen apotheker zu gruseln. oder etwas später ein tränchen kullern zu lassen, wenn es heisst “wenn liebe genug wäre, wäre ich noch hier.”
mit der freundin schmecken die fettreduzierten ofenchips zwar auch nicht besser und das zweite bier macht genauso dusselig im hirn, aber es hat irgendwie eine ganz andere qualität mit ihr darüber zu lachen und zu lästern.
verzeih, bester vater meiner kinder, aber die dienstagabende werde ich vielleicht öfter mit ihr verbringen.
Regeln der Mechanik
23. Oktober 2006
und den Physikunterricht an sich fand ich nicht so spannend.
Aber Jungs und so. Und Briefchen schreiben mit der Freundin.
Ich war zwei Jahre älter als mein größtes Kind gerade ist.
(ja, und ich werde ihm den Kopf abreißen, wenn er seine Schulbücher derart verschmiert)
((Groß- und Kleinschreibung möglich, da Gipsschiene in die Ecke gefeuert. Kurz.))
(((inspiriert mal wieder von Frau Jettes herrlichen Erzählungen)))

