Zuletzt: die guten Vorsätze

31. Dezember 2016

Weniger von dem Einem, mehr vom Anderen.

Den Unterschied zwischen „dasselbe“ und „das Gleiche“ nicht immer vergessen.

Mehr hiervon, weniger davon.

Längere Haare, kürzere Röcke. Oder umgekehrt.

Zeit, Liebe, Geduld, für andere, für mich.

Ruhig atmen statt zu hyperventilieren.

Mut! Noch mehr Mut!

Eine (beliebige) neue Sache (egal was) lernen, kennenlernen, ausprobieren, bewältigen oder schaffen.

Zufriedenheit feiern.

Frau Muttis Jahresrückblick. Outtakes und Bilder ohne künstlerischen Anspruch, wie jedes Jahr.

(vgl. Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII , Teil VIII ,Teil IX , Teil X und Teil XI)

Januar

Wenn ich ganz ehrlich bin: ohne Hund hätte ich das Haus im Januar eher selten verlassen. Schnee gab es keinen, dafür Regen und kalten Wind. Ich glaube, die Sonne zeigte sich höchstens viermal. Ohne Hund wäre ich daheim versauert und wäre vor lauter Wetterfrust fast schwermütig geworden. So … musste ich täglich raus, oft sogar zweimal. Und kam jedesmal sehr glücklich und gut ausgepowert wieder heim. Daheim räumte ich mein Nähzimmer um, damit vier (von treuen Lesern gespendete) Rechner darin Platz fanden. Ein kleines Internetcafé für syrische Flüchtlinge sollte entstehen und eine zeitlang wurde das auch sehr gerne angenommen. Am Küchentisch fanden Sprachkurse statt und bei gemeinsamen Essen lernten wir auch ein paar Brocken arabisch. (Sie fragen ab und zu, wie es „meinen Syrern“ nun geht: gut. So weit es gut gehen kann, wenn ein großer Teil der Familie weit weg ist.)

Ich versuchte die Tochter beim Lernen zu unterstützen und ihr die Aufregung vor den schriftlichen Abiturarbeiten zu nehmen. Das klappte ganz gut und wir stritten auch nur ganz selten.

Um es mir noch schwerer zu machen das Haus zu verlassen, konnte ich endlich meinen Traumberuf als Testschläferin für Matratzen antreten. Wie gefühlt bei der Hälfte aller Bloggerkolleginnen zog auch bei uns eine Testmatratze ein. (Wir schlafen darauf noch immer gut.)

Februar

Es blieb nicht den ganzen Monat grau und dunkel, die Sonne ließ sich blicken und manchmal lag eine Ahnung von Frühling in der Luft. Mehr als eine Ahnung, als die Mandelbäume zu blühen begannen. Ganze vier Wochen früher als sonst. Auch die Trauben begannen zu knospen und die Winzer schauten besorgt drein. (das tun sie aber eigentlich immer und deshalb darf man das ignorieren)

Wir versuchten unseren syrischen Gästen „Fastnacht“ zu erklären und scheiterten grandios, ließen uns aber gemeinsam mit ihnen die traditionell an Fastnachtssamstag gebackenen Kreppel schmecken.

Um der Tochter eine großzügige Spende für ihr Afrika-Projekt zu ermöglichen, verkaufte ich sämtliche Schnickeldi-Restbestände und Sie sorgten dafür, dass die Spende wirklich mehr als großzügig ausfallen konnte. Danke!

Wie jedes Jahr juckte mich der Renovierungsdaumen. Sehr zum Leidwesen der Söhne, die neben Lehre und Studium jetzt auch bei der Renovierung des Flures eingespannt wurden. Das Ergebnis macht mich noch immer sehr glücklich.

Der Jüngste feierte seinen siebzehnten (17!) Geburtstag und die Tochter bekam die überragenden Ergebnisse ihrer Abi-Arbeiten.

März

Der März verflog. Ich reiste zu einer Geburtstagsfeier bis fast an die niederländische Grenze und legte mich danach ein paar Tage mit allerschlimmstem Schnupfen ins Bett. Lange hielt es mich nicht, denn die Vorbereitungen für den Abiball waren letztlich umfangreicher als damals beim großen Sohn. Plötzlich musste ich mich mit Frisuren und Schminkerei beschäftigen, beim großen Sohn waren lediglich Hemd und Hose zu bügeln. :)

Die mündlichen Abiturprüfungen gingen vorbei und als die Tochter auf der Bühne stand, ein überragendes Zeugnis und Ehrungen überreicht bekam, war ich für wasserfeste Mascara überaus dankbar.

Wir feierten Ostern und ich begann in den Gärten herumzuwühlen. Und am Ende des Monats verabschiedeten wir unsere Pilgertochter für sechs Wochen. Ein erster Vorgeschmack für ein ganzes Jahr ohne sie.

April

In Hinblick auf den anstehenden Wanderurlaub suchten wir uns für die Wochenden Wanderrouten in der Nähe und gingen schließlich etliche Kilometer auf dem Rheinterrassenweg. Neben den Hunderunden war das ein prima Training für mich, denn bei dem Gedanken an lange Wanderungen, obendrein mit großem Rucksack auf dem Rücken, war mir ein klitzekleines bißchen mulmig.

Ansonsten war der April ein ruhiger Monat. Ich wurschtelte in den Gärten, räumte das Rosa Gartenhüttchen auf und ließ mir vom großen Sohn einen Zaun bauen. Von der Tochter kam am Ende des Monats die Meldung, dass Santiago di Compostela erreicht war, der Jüngste ergatterte seine erste Krankmeldung und der Kater klärte, wer der Chef im Revier ist und trug eine Bisswunde davon. Der Jüngste musste sein Bein schonen und der Kater täglich zum Spülen der Wunde zum Arzt, der beste Zeitpunkt, um die Verantwortung für dies alles dem großen Sohn zu überlassen …

Mai

… und mit dem besten Vater meiner Kinder und der Oppenheimer Freundin nach Berlin zur re:publica zu fahren. Die Freundin fuhr nach der re:publica direkt wieder heim, wir hängten noch ein paar Tage Berlin-als-Paar-Urlaub dran und gönnten uns ein wunderbares Touristenprogramm.

Wieder daheim freuten wir uns nicht nur über tolles Wetter im Garten, sondern auch über die Rückkehr der Tochter und deren wunderbare Geschichten über erlebte Abenteuer.

Wir wanderten weiterhin als Trainingsprogramm durch die Gegend, bekamen Besuch, feierten ein wenig unseren 21. Hochzeitstag und ein Bißchen wünschte ich mir, dass die Zeit einfach stehenbleiben könnte, in diesem perfekten Mai.

Juni

Im Juni war ich schrecklich mutig, denn ich setzte mich in ein Flugzeug. Ganze zwei Stunden lang biss ich die Zähne zusammen, bis wir endlich in Dublin landeten. Irland! Vor einigen Jahren hatten wir bereits einen Irlandurlaub mit den Kindern geplant, doch damals kam das Leben dazwischen. Dieses Jahr erfüllte sich also unser Traum. Und wie das mit Träumen so ist, die Erfüllung ist dann doch ein bißchen anders als gedacht. Statt bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir durch Nebel, Regen und Wolken den Wicklow Way entlang. Manchmal wollte ich erschöpft, nass und frierend ein bißchen weinen, meistens aber schaffte es nicht einmal ein fieser Regenschauer, mir das Dauergrinsen aus dem Gesicht zu waschen. Ein rundum gelungener Urlaub und es war passiert: ich, die ich daheim immer am Glücklichsten war, war vom Reisefieber gepackt worden. Und jetzt stehen noch viele Ziele auf einer „wo ich noch hin will“-Liste.

Daheim warteten der Sommer, Alltag und zwei verwilderte Gärten auf mich. (und Kinder, die sich freuten, viele Pflichten wieder abgeben zu können)

Juli

Der Niersteiner Weltladen wurde renoviert und bekam neues Mobiliar. Das Einräumen der Waren übernahm ich zusammen mit Oma Eis. Drei Tage lang balancierte ich zwischen Umzugskisten, Zeitungspapier und Noppenfolie. Es schien kein Ende zu nehmen, doch schließlich war der Laden fertig eingeräumt und ein Wiedereröffnungsfest konnte gefeiert werden.

Wir erlagen alle gründlich dem pokémon go – Fieber und ich muss gestehen, ich leide noch immer daran. Erst wenn ich alle Pokémons gefangen habe, werde ich zufrieden sein :)

Für ein paar Stunden lebten zwei Hunde in unserem Haus, doch der eingefangene Streuner konnte schon am Abend seiner Familie zurückgegeben werden, gerade als ich mir einen hübschen Namen ausgedacht hatte.

Der Sommer war toll, wir lebten fast nur draußen und schon wieder hatte ich leise Zeit-anhalte-Gedanken.

August

 

Die erste Hälfte des Monats verbrachte ich fast alleine mit der Tochter, denn die Söhne waren im Zeltlager und der beste Vater meiner Kinder arbeitete. Zusammen bekämpften wir Reisefieber und Zweifel, genossen Spannung und Vorfreude auf Afrika. Mittes des Monats brachten wir die Tochter an den Flughafen. In einem Jahr werden wir sie dort wieder abholen.

Der Rest des Monats verging geruhsam. Wir eröffneten mit dem Schreinerfreund und der ehemaligen Freitagsfreundin die Selbsthilfegruppe „Eltern von Töchtern in Afrika“, doch regelmäßige Treffen waren nicht mehr nötig, unseren Töchtern ging und geht es sehr gut.

Ende August reiste ich erneut fast bis an die niederländische Grenze, um ein Gartenhüttchen einzuweihen. Ein wunderbares Wiedertreffen von liebgewonnen Internetbekanntschaften bei brüllend heißen Temperaturen.

Die Gärten verwilderten vor sich hin, mein grüner Daumen war dieses Jahr etwas unmotiviert und oft mit anderen Dingen beschäftigt.

September

Der Herbst nahte unbeirrbar. Die ersten Trauben schmeckten, Walnüsse reiften, unser Apfelbaum hing voll und wir ernteten sehr, sehr viele Kartoffeln. (Kartoffeln sind eigentlich prima für faule Gärtner, weil sie geringstmöglichen Einsatz für größtmögliche Ausbeute bieten. Perfekt.)

Wir ließen uns zum Essen einladen und luden selbst ein, ich erledigte zusammen mit Oma Eis die Bestellung der Weihnachtsartikel für den Weltladen, was bei den hohen Außentemperaturen ein klitzekleines Bißchen schwierig war und verärgerte einen Kooperationspartner, indem ich einen eigentlich netten Blogartikel über Pausenbrote schrieb, im Nachsatz aber wenig Freundliches über Nahrungsergänzungsmittel zu sagen hatte. Ich bekam kein Honorar, da Ihnen aber der Artikel gefiel, ließ ich ihn stehen. (um endlich mit dieser Bloggerei reich zu werden bin ich einfach nicht skrupellos genug. Verflixt.)

Wir feierten den neunzehnten (19!!) Geburtstag der Tochter per Skype, was komisch aber trotzdem schön war. Wunderbar war die Idee, nachts durch das Maislabyrinth zu wandern. Genau die richtige Portion Grusel und Spannung bei Vollmond (nachdem man eine Staffel „The Walking Dead“ inhaliert hat).
Zwei Tage danach ließ ich mir mit 42 Schnitten das Bein aufschlitzen, damit die kaputte Vene entfernt werden konnte. Das Bein heilte gut und nach sechs Wochen konnte ich – sehr zum Leidwesen des besten Vaters meiner Kinder – die halterlosen Stützstrümpfe mit dem erotischen Spitzenrand wieder in die Schublade packen. (es gibt noch zwei, drei Problemchen mit dem Bein, doch die werden im Januar hoffentlich behoben)

Oktober

Ich startete ein organisierte Nähprogramm (mit Listen und Plänen und allem Drumherum) für den Weihnachtsmarkt und verfiel nach drei Tagen in das Chaos des „heute hab ich Lust auf Engel oder doch was anderes“ – Nähens zurück. Produktiv war ich trotzdem, auch ohne Organisiertheit.

Das diesjährige Federkuchenfest fand nur in kleinstem Rahmen mit den hiesigen Freunden statt, Schuld war natürlich das Bein. (zum Ausgleich für das ausgefallene Fest erwachte der Gedanke an eine erneute Gartyparty.)

Wir feierten den Geburtstag des besten Vaters meiner Kinder, radelten durch herbstliche Wingerte und ich räumte ständig im Weltladen herum.

Das Allertollste in diesem Monat aber war, dass ich mich über Deutschlands längste Hängebrücke getraut habe! Ich würde gerne sagen, dass das ein Klacks war und ich nun beim nächsten Mal einfach singend im Hopserschritt drüber hüpfen werde, doch nein, dem war und ist nicht so. Beim Gedanken an die Brücke bekomme ich erneut Herzrasen, bin aber sehr, sehr stolz, dass ich da eine persönliche Grenze überschritten habe. (zweimal, hin und zurück nämlich)

November

Wenn ich mir die Instagrambilder meines Novembers anschaue, so bestand dieser im Wesentlichen aus Essen, Hunderunden und Durcheinander im Nähzimmer. Das war tatsächlich auch so. Ich verbrachte täglich viele Stunden an Näh- oder Stickmaschine und hatte tatsächlich großen Spaß dabei!

Ich hatte mir vorgenommen, jeden Tag etwas gegen das Novembergrau zu bloggen, doch wirkliche Tagesaufheller in Form von links und Empfehlungen gab es nicht, ich schrieb über das tägliche Einerlei und auch das brachte mir plötzlich wieder große Freude. Vielleicht sollte ich mich daran erinnern, wenn es an das große „was nehme ich mir denn fürs neue Jahr so vor?“ geht.

Der Große feierte seinen einundzwanzigsten (21!!!) Geburtstag, d.h. dass es nun nicht mehr lange dauert, bis er so alt ist, wie ich bei seiner Geburt und ja, dann bin ich wirklich alt. Sehr alt. Sein Geschenk an uns ist übrigens, dass er sich richtig, richtig wohl in seiner Ausbildung zum Chemielaboranten fühlt, das Chemiestudium abzubrechen war also der richtige Weg.

Dezember

Der Dezember ist ja schon immer mein Lieblingsmonat. Zuerst natürlich, weil ich Geburtstag habe. Binzessinnentag! Außerdem darf ich im Dezember in Schnickeldis schwelgen, denn das Haus wird weihnachtlich geschmückt. (letztendlich sind es dann aber doch immer nur die wenigen heißgeliebten Stücke, die immer wieder hervorgeholt werden, dem totalen Kitsch verfalle ich nur in Gedanken). Ebenfalls im Dezember ist der Niersteiner Weihnachtsmarkt, der nun auch eine kleine Tradition geworden ist. Allerdings werde ich nächstes Jahr dort zum letzten Mal stehen, denn eigentlich ist mir der Aufwand doch zu viel. Nächstes Jahr gibt es aber noch mal einen Stand, denn Nierstein feiert 1275jähriges Jubiläum mit Jubiläumsweihnachtsmarkt. Was auch immer das zu bedeuten hat, ich will dabei sein.

Neben Weihnachten ist das schönste Fest im Dezember das Niersteiner Weihnachtsblasen. Am 23. Dezember trafen wir uns mit Freunden im Park, der Posaunenchor blies Weihnachtslieder und beinahe konnte man mitsingen, wenn die Tonlage nicht so komisch gewesen wäre. Danach gibt es schlechten Glühwein von der freiwilligen Feuerwehr und ganz danach einen Absackersekt bei den Freunden im Wohnzimmer. So beginnt und begann auch dieses Jahr Heilig Abend ein bißchen verkatert, aber sehr erfüllt mit warmen Gedanken an wunderbare Freunde, die uns nun schon so lange begleiten.

Neben einem entspannten Weihnachtsfest gab es im Dezember auch noch einen 40. Geburtstag in der Schweiz zu feiern und auch da in der Schweiz hatte ich einen klitzekleinen, sentimentalen Anfall von „meine Güte, die kennen wir jetzt aber auch schon richtig lange!“. Schuld an der Sentimentalität war bestimmt der schlechte Crapefruit-Thymian-Cocktail.

Vor uns liegt jetzt nur noch Silvester, das wir hier in der Grünen Villa feiern. Zusammen mit Freunden und ordentlichem Geböller um Mitternacht.

Vorsätze habe ich tatsächlich schon ein paar, vielleicht werden es noch mehr, wer weiß das schon.

*****

2016 war ein gutes Jahr für uns. Wir sind gesund, unsere Kindelein sind alle auf einem guten Weg und glücklich, der beste Vater meiner Kinder und ich können uns immer noch ziemlich gut leiden. Mein Vorsatz für 2016 wieder mehr zu bloggen war einfach zu vage, vermutlich muss ich mir  „2017 wird jeden Tag gebloggt!“ mit fancy Kreidemarkern ans Fenster schreiben. Den anderen Vorsatz „mutiger sein“ habe ich aber erfüllt. Ich habe Fremde in mein Haus gelassen, habe Sprachbarrieren überwunden, mein Herz geöffnet, bin über Abgründe gelaufen und habe Smalltalk geübt. Das wird doch noch was mit mir. Sport gab es nicht mehr als früher, aber gerade vorhin beim Schreiben und Bilder sichten dachte ich, dass ich ab erstem Januar mal die Kilometer zähle, die ich jeden Tag so hinter mich bringe. Hunderunden sei Dank sind das wirklich sehr, sehr viele und ich mag die Zahl gerne mal vor mir sehen. (Frau Knie ist übrigens sehr glücklich über die regelmäßige Bewegung, ich bin absolut schmerzfrei!)

Bleibt nur noch ein Dank an treue LeserInnen und ein „Rutschen Sie gut ins neue Jahr, wir lesen uns!“. Immer die Ihre.

Sortieren, packen, beschriften

15. Dezember 2016

Ohne die Hilfe des Jüngsten hätte ich heute wohl mehrmals in die Tischkante gebissen. Sehr geduldig hat er meine Sauklaue entziffert und sämtliche Päckcheninhalte sortiert. Ich habe Umschläge und Päckchen beschriftet und mit Bedauern festgestellt, dass ich ab und zu zuviel Porto kassiert habe. In diesen Fällen liegt ein kleines Extra bei.

Der große Sohn brachte Umschläge und Päckchen zur Post, am Samstag geht der zweite Schwung auf die Reise und am Montag die letzten Nachzügler. Dann kann Weihnachten kommen.

*****

Gestern war ich übrigens mit der ehemaligen Freitagsfreundin und der Freundin, die nie Zeit hat zum mittlerweile traditionellen Vorweihnachtsbummel in der Stadt. Letztlich bummelten wir gar nicht so viel, sondern saßen schwätzend und lachend in Cafés und Restaurants herum. Das war genau das, was ich mir gewünscht hatte: zwanglose Zeit mit den Freundinnen. Wir beendeten den Abend gemeinsam mit unseren Männern und einem Cocktail. Es könnte alles sehr viel schlimmer sein!

Frau Muttis Online-Shop

13. Dezember 2016

Klar eröffne ich einen Online-Shop! Dort verkaufe ich ein und dasselbe Schnickeldi dreimal, verrechne mich obendrein beim Verkauf desselben und wähle das falsche Porto. In Verkaufsbestätigungsmails drücke ich mich so unklar aus, dass erst nach viermaligem Hin und Her klar ist, um welchen Artikel es sich handelt – und der ist dann anderweitig versprochen. 24 Käufer bekommen die falsche Kontonummer, drei eine BIC mit Zahlendrehern. Beim Erstellen der „wer hat was gekauft“-Liste schreibe ich so unleserlich, dass ich vielleicht Kundin A drei Elefanten statt zwei Katzen schicke und Kunde B den vierten – fehlenden – Stern im Päckchen sucht. Päckchen packe ich so liebevoll und gewissenhaft, dass ich jedes fünfte wieder öffnen muss, nur um ganz sicher zu sein, dass ich wirklich die Krippe und zwei Schafe hineingepackt habe. Und nach dem Zukleben immer noch nicht weiß, ob es die Krippe Nummer 1 oder die Nummer 2 ist. (Päckchen wieder auf.) Ganz ordentlich würde ich Rechnungen schreiben, denn ein Online-Shop ist ein Gewerbe und da muss man ja an das Finanzamt denken. Diese Rechnungen lägen den meisten Päckchen bei, ganz oft auch die richtigen Rechnungen. Und voller Freude würde ich täglich zur Post latschen, um Päckchen oder dicke Briefe auf den Weg zu bringen.

 

Ich kann mit Engelsgeduld stundenlang allerkleinste Minischnickeldis zusammenklöppeln und mich stundenlang mit der Auswahl von Stoffen und Stickgarnen beschäftigen. Und mich riesig freuen, wenn meine Schnickeldis verkauft werden. Aber das ganze Drumherum, das treibt mich in den Wahnsinn. Zweimal im Jahr reicht.

 

Und deshalb wird es sicher keinen Online-Shop geben.

ist hiermit eröffnet!

Viel Spaß!