Käsebrotpause

27. Februar 2010

Als mein Blick so durch die Küche schweifte, fiel mir auf, dass die Decke seit acht Jahren nicht mehr gestrichen wurde. Die im Wohnzimmer auch nicht. Das sah man, als die Spinnweben weggesaugt waren.

“Streichen wir doch rasch die Decke”, sprach Frau … äh … Mutti zum besten Vater meiner Kinder, meinend: “Streich DU mal rasch die Decke!”, denn Decke streichen ist fies.

“Na gut”, resignierte er.

Ich habe also heute morgen sämtliche Bücherregale ausgeräumt und Bilder abgehängt, Sofakissen verstaut und hundert Kisten Schnickeldi vor Farbspritzern gerettet. Und mich im kahlen Wohnzimmer gedreht. An den Wänden sind die Schatten der Bilder, in der Ecke zwischen Wand und Decke sind tiefe Schatten.

“Lass uns, wenn wir eh schon ausgeräumt haben, die Wände auch gleich streichen.”, sprach Frau … äh … Mutti zum besten Vater meiner Kinder.

“Na gut”, resignierte er.

Jetzt rasch Farbe kaufen gehen. Gut, dass die Sonne scheint, da macht das Wuseln doppelt soviel Spaß.

(Insider: sehnsüchtige Grüße nach Betageuze.)

Rabenmutter, ich

26. Februar 2010

Das jüngste Kind knäult Zahl an Zahl, streicht durch und benutzt den Tintenkiller, quetscht drei weitere Zahlen in ein Kästchen und das Ergebnis ist ein unübersichtlicher blauer Klecks auf dem Arbeitsblatt.

“WUAH!”, schnaubt Frau … äh … Mutti, “Nimm dir doch einen Block dazu oder dein Matheheft. Dann hast du viel mehr Platz zum Rechnen.”

“´kay.”, schnieft das Kind.

Zehn Minuten später. Ein vollgeschriebenes A4 Blatt, durchgestrichen, quergeschrieben, aber nachvollziehbar.

“Super!”, lobt Frau … äh … Mutti, “Und endlich kann ich auch erkennen, was du wo gerechnet hast.”

“hm.”, schnüffelt das Kind.

“Ich verrate dir jetzt was”, sagt Frau … äh … Mutti, “Du darfst soviele Blöcke und Hefte vollschreiben wie du magst. Ehrlich. Das Eklappt doch dann viel besser, als auf dem Arbeitsblatt.”

“Dahas hahast du mihir NIEHIE gesahagt!”, schluchzt das Kind.

Stimmt. Ich böse, ich. Hab ich einfach so vorausgesetzt.

*****

zehn Minuten später:

“Mama”, spricht das Kind, “Ich hab´s kapiert, i meinem Kopf hat´s klick gemacht.”

Und ich hab Wasser in den Augen. Weil heute war´s mal wieder schwer, für alle Seiten.

Und dann war da noch:

26. Februar 2010

Der Freitag morgen gehört der Mutter der allerbesten Tochterfreundin und mir. (Und manchmal auch noch der Freundin, die nie Zeit hat. Wenn sie Zeit hat.)
Heute hieß es: erst die Arbeit, dann das Vergnügen (in Form von Kaffee und Käsekuchen), denn da stand ja noch eine Verlosung aus.  Die Mutter der allerbesten Tochterfreundin wurde als Glücksfee verpflichtet.

Sie zog und entfaltete und beschwerte sich über meine unleserliche Handschrift. “Hättest dir ein bißchen mehr Mühe geben können.”

Ich finde, man kann das ganz wunderbar lesen.

Krisvio.

Ganz klar und deutlich.

Und wenn ich den Kommentar richtig gelesen habe, steht den beiden Damen jetzt eine lange Reise bis ins ferne Tokio bevor! Krisvio, bitte bei mir wegen der Adresse melden! Und einen herzlichen Glückwunsch von Glücksfee und mir obendrein :)

Hürden des Alltags

25. Februar 2010

Vor In-Betriebnahme meines neuen Handys hat Sony eine mehrbändige Gebrauchsanweisung gestellt. Es ist mir erfolgreich geglückt, diese Karte und den Akku einzusetzen. Und den Akku zu laden.

Ausserdem habe ich mir zwanzig Klingeltöne angehört, genauso viele Töne, die mir das Eintreffen einer SMS ankündigen und beschlossen, dass ich es toll finde, wenn meine Tasten beim Wählen hupen.

Seit heut morgen dingelt ständig eine SMS ein, die mehr verkündet, dass das mit der MMS noch immer nicht klappt, weil ich irgendwelche Einstellungen ändern/tätigen/erfinden soll.

Mir fehlt etwas die kindliche Neugier jugendliche Gelassenheit das neugierige Technikinteresse, um nachzulesen, wie ich mit dem Ding stundenlang Musik hören, Bilder knippsen und mein Leben verbessern kann. Immerhin: telefonieren kann ich schon. Wenn wenigstens das zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören würde :)

Aber hübsch ist es, das Teilchen. Und noch immer ohne passende Hülle. Dabei ist doch Schnickeldi das Wichtigste?!

*****

Um das schulische Vorankommen meines jüngsten Sohnes zu unterstützen, musste ich ihm heute einen Messbecher, Wasser und einen Tampon zur Verfügung stellen. Scheinbar dient es der Aufklärung zu erforschen, wieviel Wasser ein Tampon aufsaugen kann. Um die Sache wissenschaftlich anzugehen, hätte ich Tampons in vier verschiedenen Größen von zwei Herstellern anzubieten gehabt, doch das jüngste Kind zeitgte sich dann doch eher uninteressiert an der Thematik. Ich bin nur sehr gespannt, ob im Laufe des Aufklärungsunterrichts auch verschiedene Geschmacksrichtungen von Kondomen oder wenigsten das Fassungsvermögen des Reservoirs ausgemessen wird.

Und ja, es ist eine komische Situation, wenn Ihr jüngster Sohn Sie nach einem Tampon fragt.

Vor etwa zehn Jahren war es, als ich frisch, fröhlich, frei den Wochenendeinkauf im Supermarkt tätigte. Nichtsahnend schlenderte ich durch die Gänge, als mein knapp vierjähriger Sohn mit untrüglichem Gespür für Diskretion und den richtigen Zeitpunkt lauthals durch den Gang brüllte: “Oh! Mama! Tampons! Brauchst du welche? Es ist doch bald wieder soweit, oder?”

Die Köpfe der Miteinkäufer flogen herum und mir blieb nur, mich lächelnd bei meinem aufmerksamen Kind zu bedanken. Leicht errötet. Aber auch froh, weil ich hätte die Dinger sonst garantiert vergessen. Gut, dass wenigsten einer in der Familie einen Überblick über meinen Zyklus hat.

*****

Meine Mittagskaffeepause ist nun deutlich kürzer, seit meine Kaffeetasse viel kleiner geworden ist. Und diese Erkenntnis führt mich umgehend zu folgender Frage: Wo ist eigentlich das Wandertässchen?

Mein Tässchen ist leider leer und ich bin wieder weg.

Rückblick

25. Februar 2010

“Ein toller Geburtstag!”, sprach das jüngste Kind gestern abend vor dem Schlafen und das ist ja wohl die Hauptsache.

Von dieser Liste:

bekam er beinahe jeden Posten erfüllt. Bis auf den Schnorchel, weil da müssen wir nochmal nachhören, wie dringend ein Schnorchel in den Weinbergen ist.

Was Punkt 8) Taschengeld anbelangt: unsere Kinder bekommen Taschengeld. Sofern sie dran denken. Und wir auch. Der Jüngste behauptet,  unsere Taschengeldschulden bei ihm beliefen sich auf die Summe des Taschengeldes eines Jahres – und damit kann er durchaus recht haben. Diese Sache mit dem Taschengeld ist so eine … eigentlich brauchen die Kinder keines. Materialien für die Schule kaufen wir, es gibt eine gute gefüllte Süßigkeitenschublade, die einmal am Tag geöffnet wird und Klamotten gibt es in ausreichenden Mengen, den Geschmack und Stil der Kinder berücksichtigend. Der Große bekam zum zwölften geburtstag ein Taschengeldkonto, auf den monatlich sein Taschengeld überwiesen wird. Er holt zwar brav seine Kontoauszüge, doch das Geld … das braucht er nicht. Entweder sind wir Eltern zu großzügig oder die Kindelein zu genügsam. Wie auch immer, ich bin sehr froh, dass wir wegen dieses Themas (noch) keinen Stress haben.

Wie an jedem Geburtstag , der auf einem Werktag fällt, ist es morgens noch dunkel. (was aber eigentlich gut für die Stimmung ist, die feierliche.)

Und nie sind die Kinder schneller im Bad fertig, als an diesen Tagen :)

Was am Abend vorher liebevoll und mindestens eine halbe Stunde zeitfressend eingepackt wurde …

ist binnen Sekunden zerknüllt und zerrissen. So soll es aber auch sein. Ich selbst werde völlig hibbelig, wenn ich ein verpacktes Geschenk überreiche und der Empfänger minutenlang die Tesastreifen abpuhlt.

Gefeiert wurde in kleiner Runde zusammen mit den Großeltern, die Kindergeburtstagsfeier steht noch aus. Grillen möchte das Kind mit seinen Gästen und übernachten sollen sie. Mal sehen. Nächstes Wochenende vielleicht.

Schön war´s gestern, fröhlich, garniert mit einem Tupfen Wehmut, damit´s nicht zu zuckersüß ist.

Und weil Sie gefragt hatten: das Brettspiel heißt “Zug um Zug” und es kommt sehr gut an!

*****

Heute bei frühlingshaften Temperaturen und einem zögerlich-blauen Streifen mit einigen Sonnenstrahlen am Himme: Beseitigung der Geburtstagsspuren und  vielleicht ist der Leidensdruck groß genug, die Verdunkelung von den Fenstern zu waschen.

*****Nachtrag*****

Tasse mit Luke