und ausserdem

28. Juli 2010

darf ich ja auch mal glück haben.

der nerv war mit der narbe verbacken und ließ sich sehr leicht lösen. eine kleine wucherung wurde entfernt und eingeschickt. ob narben- oder nervengewebe soll überprüft werden.

die chancen stehen ausgezeichnet, dass der finger wieder voll einsatzfähig wird. unter 5 prozent wahrscheinlichkeit, dass das elektrisieren wieder kommt. “bei ihnen dann etwa 10prozent”, frotzelte der arzt. (sollte es wiederkommen, muss überlegt werden, den nerv zu durchtrennen. dies wäre aber der worst case, in vielerlei hinsicht)

jetzt: heilen. es wurde nur oberflächlich genäht, damit da nix mehr festwächst. ich bin also ganz brav und halte still. zum glück regnet es.

danke für ihre wünsche, die haben mich sehr gefreut.

kurzes Tschüss!

27. Juli 2010

Habe leider keine Zeit zum Bloggen, bin aber dafür mächtig beliebt bei den Kindern:

Und genäht habe ich auch ganz rasch noch, so eine Art Verhüterli:

Ab morgen dann der große Test, ob das neue Technikschnuckelchen auch einhändig bedienbar ist.

Und Sie, Sie drücken mir doch bitte ab 8:30 ein paar Däumchen, weil dann ist der Finger wieder dran.

Ich sag derweil: bis neulich.

Wieder daheim

26. Juli 2010

zu sein bedeutet, dass man nicht um fünf Uhr von aufgeregten Kühen, die auf´s Melken warten, geweckt wird, sondern erst um kurz nach sieben, wenn der Bagger am Haus vorbeirauscht.

Kühe mag ich lieber.

Apropos Kühe: geweckt von Kühen wurden wir in der Nähe von Berchtesgaden, genauer in Ramsau. Ein hübsches Fleckchen Erde! Ich war ständig in Versuchung, mich in ein Dirndl zu zwängen und meine Haare zu Zöpfen zu flechten (und diese in komplizierten Kringeln links und rechts an den Kopf zu stecken). Der Dialekt der Einheimischen ist sehr hübsch und wäre ich noch zwei Wochen länger geblieben, hätte ich wahrscheinlich auch mehr als die Hälfte davon verstanden, was man mir so erzählte.

Statt Dirndl und Lederhose kauften wir aber nur neue Wanderschuhe für den besten Vater meiner Kinder, weil sich die Sohle der alten, geliebten Wanderschuhe mit einem freundlichen Winken bei jedem Schritt bemerkbar machte. Und ein sogenanntes Funktionsblüschen für mich. Funktionskleidung besteht nicht zu 100% aus Baumwolle, sondern hat einen satten Anteil irgendeiner schnelltrocknenden Polymolysonstwasester-Faser. Eine feine Sache, denn gerade bei nicht so tollem Wetter, ist es äusserst unangenehm, mit nassgeschwitztem Shirt Rast zu machen.

Nun sollte es eigentlich leicht sein, solch ein Mischgewebe-Hemdchen zu erstehen, zumal Frau … äh … Mutti durchaus bereit war horrende Summen für ein Kleidungsstück mit eingesticktem Label namhafter outdoor-Firmen zu bezahlen. Während die Familie sich im Salzbergwerk amüsierte, war ich shoppen.

Sollten Sie ebenfalls eine “Funktionsbluse” suchen, dann rate ich Ihnen: tun Sie das nie, und ich meine wirklich: NIE, während des Urlaubs in einem von Touristen überlaufenen Sportgeschäft. Wälzen Sie vorher Kataloge. Oder bummeln Sie gemütlich daheim durch die Läden Ihres Vertrauens. Dann sind die Chancen wahrscheinlich größer, etwas wirklich Hübsches zu finden. Wirklich hübsch und Funktionsklamotte schließt sich sowieso aus. Funktionsblüschen müssen nämlich kariert sein. Hat irgendwer beschlossen. Ich hätte gerne schlankmachende Streifen genommen. Oder ein dezentes Blümchenmuster. Meinetwegen auch einfarbig zum selbst-Pimpen. Aber nein, wohin das Auge schaute: kariert. Kein hübsches Vichy-Karo, sondern grün-orange. Oder beige-braun-oliv.

Im dritten Sportgeschäft (oder Wander-Ausrüstungs-Laden) hielt ich dann endlich ein (kariertes) Blüschen in Händen, das mein Farbempfinden nicht beleidigte. Zart lila-dunkelblau-weiß, passend zur grauen Wanderhose oder zum dunkelblauen Wanderrock, die bereits im Schrank hängen. Größe 44 und Größe 46 lachten mich von der Stange an, denn das gesamte Sortiment war bereits stark geplündert.

“Na gut”, dachte Frau … äh … Mutti, “schlüpfste mal in die 44. Ein bißchen luftiger ist ja nicht schlimm. Solange die Schultern nicht an den Ellenbogen hängen.”

Gedacht, getan. Und aus der Umkleidekabine drang leises Schluchzen nach außen. Die 44 ließ sich über dem Busen nicht schließen.  Mit etwas Gewalt und Schieben schon, allerdings spannten die Knöpfe dann gefährlich und mein Busen wurde in eine eher eckige Form gepresst. Zum Glück hing die 46 noch auf der Stange. Und zum Glück passte die viel besser. Sogar die Schulternähte sitzen da, wo Schulternähte sitzen sollen. Eine halbe Körbchengröße weniger wäre perfekt, doch es besteht keine Gefahr mehr, dass ich mein Gegenüber beim Einatmen mit Knöpfen abschieße.

Ein halber Blick auf´s Preisschild ließ mich leicht ums Näschen erblassen, aber ich erstand es doch, mein erstes Konfektionsstück in Größe 46.

Bewährt hat es sich direkt an zwei äusserst heißen Tagen, einmal bei der schweißtreibenden Bootsfahrt über den Königssee un dem anschließenden Spaziergang zum Oberssee und dem höchsten Wasserfall Deutschlands. Und ein anderes Mal beim Aufstieg durch die Klamm an der Kugelmühle (und dem Waldweg dahinter).

Bleibt die Frage, weswegen sich Frauen die Qualen einer Brustvergrößerung antun, wenn danach dann noch weitere Qualen beim Kauf von Klamotten bevorstehen? Ab Körbchengröße C kann man nämlich weder Bikinis von der Stange noch irgendwelche Oberteile mit Knöpfen kaufen. Diese ganzen Oberteile, bei denen unter Brust eine Naht oder ein Bindeband oder ein Gummi läuft, müssen erst gar nicht mit in die Umkleidekabine genommen werden, denn die Naht/der Gummi/das Bindeband werden unweigerlich genau quer über den Busen laufen. Sehr apart. Und irgendwelche Tunika-Hänger-Flatter-Teilchen hängen und flattern unter dem großen Busen so sehr, dass die Nachbarn tuscheln und fragen, wann es denn soweit ist.

(und wenn ich hier schon über Busen schreibe: ein weiterer Nachteil beim Wandern: der fiese Unterbrustschweiß, der sich gnadenlos vorne auf dem Shirt abzeichnet. )

Wer mit einer Brustvergrößerung liebäugelt: ich spende eine Körbchengröße. Mit dem allergrößten Vergnügen.

*****

Und jetzt: einkaufen gehen, Kühlschrank befüllen

Das Tässchen war während meines Urlaubs eine mit Pudding gefüllte Geburtstagsüberraschung. Und da die Temperaturen mittlerwele auf kuschelige 33°C geklettert waren, bekam es zur Abkühlung noch eine Lieblings-Rezept-Füllung.

Da und da.

daheim.

24. Juli 2010

dort:

und nach dem Weiterklicken die obligatorischen Urlaubsbilder:

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Hoch die Tasse XXXI

13. Juli 2010

Wir unterbrechen unser Ferienprogramm für eine kurze Meldung:

Das Tässchen hat eine höchste ehrenvolle Aufgabe wahrgenommen und eine traumhafte Gartenküche eingeweiht. Dem Wetter angemessen mit Eiskaffee befüllt.

Da.

frei und weg

10. Juli 2010

Und weil nun auch das letzte Familienmitglied endlich Ferien, bzw. Urlaub hat, verkünde ich hiermit, dass dieses Blog nur noch sehr unregelmäßig mit wichtigen, weltbewegenden Meldungen gefüllt wird.

Die Damen, die auf pompaduras warten, müssen dies auch weiterhin noch tun, denn noch immer sind meine Labels nicht eingetroffen. Ohne pompadura-Schildchen aber keine echte pompadura, das müssen Sie verstehen.

Das Tässchen reist bereits weiter, wo auch immer es landen wird … ich weiß es nicht. Vielleicht sage ich hier Bescheid, vielleicht müssen Sie auch selbst danach suchen. Die Liste ist ja lang genug und vielleicht entdecken Sie tolle, neue Blogs.

Frau … äh … Mutti macht Urlaub.

Bis bald!

nun denn.

9. Juli 2010

Draußen: 32°C

Drinnen: 26°C

Und im Lieblingsobstladen gab´s gerade Marmeladenerdbeeren, 500g/1,- Euro.

Der angenehmste Part wird sein, die fünf Kilo Erdbeeren in sehr kaltem Wasser zu waschen.

Auf in den Kampf. Der Lohn kommt im Winter, wenn es draußen suddelig kalt und grau ist, aber auf dem Brötchen ein Klecks roter, süßer  Sommer schimmert.

*****

Ein Liter Erdbeermarmelade später:

Wieviele Tücher/Topflappen brauchen Sie denn so beim Kochen?

Frau … äh … Mutti hat vier Topflappen und zwei Geschirrhandtücher mit heißer, klebriger Marmelade getränkt. Ausgewrungen gäbe das evtl. noch ein kleines Glas. (der hohe Verbauch an Tücher ist ein Folge eines nicht richtig verschlossenen Glases, das beim Umdrehen munter sprudelte und seinen Inhalt großflächig verteilte.

Heiße Marmelade ist besonders heiß, merke ich jedes Mal wieder.

Jetzt: Topf spülen und die nächste Fuhre.

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Draußen: 35°C

Drinnen: 29°C

15 Gläser Erdbeermarmelade

1 l Erdbeereis

1 l Erdbeerjoghurt

Feierabend. Zeit für das kühle Halbkellergeschoss.

Freitags Fisch

9. Juli 2010

heimtückisch, hinterlistig, gemein.

Freundlichere Fische sammelt wie immer Frau Rieger.

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Und apropos Fisch: Wir schwimmen gerne im Baggersee. Als die Kindelein noch sehr klein waren, saßen sie am Seeufer, Sand in jeder vorstellbaren Körperöffnung, mit Schaufel, Sieb, Förmchen und Eimer und jeder Baggerseeausflug war ein kleiner Urlaub. Heute schwimmen sie mit uns über den See, hin und zurück und gleich.nochmal. Gestern abend war´s der Althreinsee, denn der Parkplatz des Pfarrwiesensees wird um sieben geschlossen, das Seeufer “abgezogen”.

Schwimmen in Baggerseen ist wundervoll. Das Wasser ist kühl bis kalt, je nach Tiefe der Stelle, die man gerade quert und es ist wie Seide auf der Haut. Es riecht nach nassen Steinen und auch ein bißchen modrig. Unzählige Wasserläufer flitzen über der Oberfläche und ich glaube mich zu erinnern, dass die nur dort glücklich sind, wo das Wasser sauber ist. Riesige Libellen schwirren an einem vorbei und leider auch die eine oder andere Bremse. Und am Uferrand wimmeln kleine Fische von Sonnenfleck zu Sonnenfleck. Größere Fische gibt´s natürlich auch, dort in den großen Baggerseen. Und obwohl mir der Unterschied zwischen Salz- und Süßwasser bekannt ist, ich genau zwischen Meer und See, Wirklichkeit und Phantasie unterscheiden kann, schwimme ich doch immer mit einer gewissen Anspannung und der Erwartung, dass mich jeden Moment ein großer Hai packen und in die Tiefe ziehen wird. Spielberg sei Dank für diese phantastische Gruselbeigabe zum Schwimmen, die mich beleitet, seit ich zum ersten Mal den weißen Hai auf der Mattscheibe sah. Es folgten einige Piranha-, Barracuda-, Riesenschlangen- und Krokodil-Phantasien, doch der Hai ist ein treuer Begleiter, in Süß- und Salzwasser. Die einzige konkrete Bedrohung gestern mitten im See war eine Wespe, die mich hartnäckig umschwirrte und kichernd auf mich wartete, wenn ich wegtauchte um sie loszuwerden. Sie hat mich nicht gestochen, der Hai mich nicht gefressen und am Abend kühlte es noch wunderbar ab.

*****

Ein nahezu perfekter Tag, mit Besuch, Spiel, Spaß und Wasserschlacht. Nicht für den Jüngste, dessen Tag mit heftigen Kopfschmerzen und der Kotzschüssel endete. Zuviel Sonne, zuviel Anstrengung, zu wenig getrunken. Nach einem Glas Wasser, einer halben Gurke und einer Tomate war der Spuk vorbei. Haarscharf am Sonnenstich vorbeigeschrammt. Da es heute sehr heiß wird, lautet die Vorgabe: mindestens zwei Liter pro Person trinken. (fällt mir leicht, aber die Kinder vergessen das gerne)

*****

Mein Tag begann übrigens heute morgen um viertel vor sieben, als der beste Vater meiner Kinder die Mülltonnen aus der Halle rumpelte. Zwanzig Minuten später brummte der erste Bagger am Haus vorbei. Die Arbeiten laufen jetzt ein gutes Stück von uns weg, so dass sich das Brummen und Klopfen und Surren und Dröhnen beinahe überhören lässt und ich beschloss, noch ein Stündchen zu schlafen. Und noch während ich dies beschloss, prügelte der mutige, dicke Martin eine fremde Katze unter lauten Gefauche und Gekreische aus der Küche.

Langschläfer verpassen das Leben oder so. Ausserdem ist es wunderbar kühl da draußen, die Meisen beschweren sich lautstark über den Kater, der eine Spitzmaus durch den Garten jagt und noch kann ich den Kaffee genießen, ohne dass mir der Schweiß aus den Poren bricht. Ach Sommer! So wunderbar! Und das Wochenende ohne Bagger steht ja auch noch vor der Tür.

Sch …

8. Juli 2010

… on vorbei.

… ade. Ausgeträumt, das Sommermärchen.

Als ich gestern abend, püntklich zum Anpfiff, zu Mme Ouvrage radelte, vorbei an Garagen in denen sich Menschen zum gemeinsamen Mitfiebern trafen, dachte ich mir, dass diese WM ja doch nicht so übel ist. Die Straßen waren nämlich ganz wunderbar leer und ich radelte “mitten uff de Gass´”, fröhlich pfeifend. Als ich gegen Mitternacht zurückfuhr, war es immer noch leer. Aus manchem Fenster drang gedämpftes Schluchzen, doch Getröte, Gehupe und Gegröhle gab es nur rund um den Tapasladen in der Oberdorfstraße :)

Ich schrub es bereits mehrfach: wegen mir müsste es dieses Fußball-Gedöhnse gar nicht geben. Jedenfalls muss es für mich nicht so aufgeblasen werden. Gestern morgen dudelte das Radio und es gab nur ein Thema. Logisch. Welche glücksbringenden Rituale der Deutsche an sich vollzöge, um “unsere Jungs” zu unterstützen, denn sogar Herr Löw verzichte ja angeblich auf das Wechseln und Waschen der blauen Oberbekleidung, damit da nix schief geht. Nun ja, wir sehen ja: es hat nix genutzt. Der Paul hat´s aber gewusst, hätten die mal auf den gehört.

Das Einzige, das mir an diesem WM-Hype tatsächlich gefällt, ist die Idee des gemeinsamen Schauens. Privates Open Air Kino finde ich toll. Es muss großen Spaß machen, mit Freunden zusammen draußen zu sitzen und einen netten Film zu sehen. Oder fünf Folgen GA. Was geschieht denn mit all den Beamern, jetzt wo die WM quasi vorbei ist? Und wo waren die vorher? Plötzlich kennt jeder einen, der einen hat oder zumindest einen, der einen kennt, der einen hat, dessen Birnchen nicht durchgebrannt ist. Wie auch immer, gemeinsames Schauen sollte ein Trend werden. Vielleicht gerät diese Geselligkeit nicht so schnell in Vergessenheit?

Die gruseligste Meldung für mich rund um die WM war übrigens die, dass die Bierbrauer und die Fleischindustrie jubeln, über Wetter und WM, weil Unmengen (Grill)Fleisch mit ebensovielen Unmengen Litern Bier hinunter gespült werden.

Und die gruseligste Schlagzeile stand natürlich in der Bild, vor dem Argentinien-Detuschlandspiel, der hübsche Messe-Fressi-Reim. Eklig.

*****

In zwei Jahren darf man sich ja wieder zur EM in sein weißes Fußballleibchen quetschen, die Zeit bis dahin wird sich schon überbrücken lassen. Mit der Tour de France zum Beispiel der  armen, vernachlässigten :)