weh und ach.
17. August 2011
Heute morgen gab´s eine dicke Spritze in den Oberarm, damit fiese, mit FSME-Erregern beladene Zecken mich zwar beissen, aber nicht mehr krank machen können. Nicht schlimm, die Spritze.
Ein bißchen schlimm ist die Tatsache, dass meine linke Hand, bzw. mein linkes Handgelenk seit Wochen schmerzt. Mal mehr, mal weniger, mal heiß, mal rot, heute aber normal. Klar, es wurde ja auch dem Arzt gezeigt. Der sagte mir aber auch nichts Neues, denn dass das arme Gelenk möglicherweise immer mal überlastet ist, das weiß ich ja auch. Zuviel Stoff unter der Nähmaschine hin- und herschieben und die fiese Angewohnheit, sich immer mit dem Handrücken, statt der Handfläche abzustützen. Und die blöde Hypermobilität. Weiß ich, weiß ich. Hören wollte ich, glaube ich, einen Satz wie “Hier, diese Pille, mit etwas Flüssigkeit einnehmen und du hast nie wieder Schmerzen.” Gibt´s ja leider nicht. Hmpf. Stattdessen eben der Rat, eine Bandage zu tragen, immer mal zu schonen. Mach ich wenn ich Zeit habe.
Richtig schlimm ist, dass ich gestern nachmittag etwas schusselig war und mit dem Fuß von der Bordsteinkante abrutschte. Ich landete zwar sauber und beinahe elegant mit geradem Fuß auf dem Boden, aber ein heftiger Ruck krachte mir in den Rücken. So links neben die Lendenwirbel, da wo diese hübschen lovehandles wachsen. Und genau dort schmerzt es seit zwei Stunden so arg, dass ich wie ein Fragezeichen zum Medikamentenschränkchen schlurfe und einwerfe, was erreichbar ist. Toll. Wenn ich mich halb schief lang hinlege, dann schmerzt gar nix. Deshalb tue ich das jetzt auch, weil von der Impfspritze tut mir eh der Arm ein bißchen weh, das Handgelenk wird auf Vorrat geschont und morgen ist alles wieder gut, denn so eine Zerrung kriegt mich nicht klein.
(Wie gut, dass der beste Vater meiner Kinder heute im Home Office arbeitet, die beiden größeren Kindelein zum Klettern fahren und der Jüngste etwas mit dem Patenonkel unternimmt. Ungeschickt, aber immer mit perfektem timing: Frau … äh … Mutti)
Hier!
8. Juli 2011
Es könnt doch mal was schiefgehen! Immer her mit den Schief-geh-Sachen.
Heute aber nur eine Kleinigkeit, wenn auch schmerzhaft. Der Zugang in der Armbeuge saß nicht und so wurde das Narkosemittel neben die Vene gespritzt. Statt ein bißchen Brennen gab´s viele gemeine Schmerzen, eine Beule im Arm und einen weiteren Zugang.

Die Farbe sollte sich allerhöchstens in wieder hautfarben ändern, die Beule zurückgehen und die Schmerzen verschwinden. Falls nicht: ich hab die Nummer der Anästhesistin. Und eine dicke Entschuldigung. Aber ich glaube, ich bin selbst schuld am Danebenstechen, denn ich hab so nett mit der Schwester über bunte scrubs geschwätzt und sie möglicherweise abgelenkt.
Ansonsten ging alles glatt beim kleinen , gynäkologischen Eingriff. Bis Ergebnisse da sind, nehme ich trotzdem gerne alle gedrückten Daumen.
Und nach einem widerlich- köstlich – chemischen Erdbeershake vom amerikanischen Spezialitäten Restaurant “Unter den goldenen Bögen” fühle ich mich gewappnet für alles, was da noch kommen möge.
schonen und heilen
24. Mai 2011

Nicht das schlechteste Wetter dafür.
Oder aber doch, denn der Garten … und der Haushalt … und das Nähzimmer …
Es fällt mir schwer, still zu sitzen oder herumzuliegen, auch wenn´s noch weh tut. Der beste Vater meiner Kinder grinst wissend: so wie ich zappelig werde, geht´s mir wieder gut. Freitag werden die Fäden gezogen und dann darf ich auch wieder loslegen.
Langsam. (stets bemüht)
.
23. Mai 2011
Als Patient muss man vertrauen, bedingungslos. Man wird ausgezogen, aufgeschnitten, mit Schläuchen gespickt, alle Körperöffnungen werden inspiziert, Körperausscheidungen werden angesehen, untersucht. Fremde Menschen fassen an, bereiten Schmerz, kommen sehr nahe.
Diagnosen werden gestellt und mitgeteilt. Und immer wieder bleibt nur: vertrauen auf das, was man hört.
Und was ist, wenn es zwei unterschiedliche Meinungen gibt? Wenn ein Arzt von “sehr zeitnah, dringend” spricht und der andere von “Dienstag nächster Woche”. Dann fällt die Fassung, dann nimmt Sorge überhand, dann schwindet das Vertrauen. Der Optimist freut sich wohl über den späteren Termin, der Pessimist glaubt, dass er bis dahin verblutet ist. Das zermürbt und macht völlig hilflos.
Ich hatte heute meine Entlassung aus der Chirurgie in der Hand und die Einweisung in die Gynäkologie noch nicht. Deshalb fuhr ich heim zu meiner Gynäkologin und fragte sie. Habe mich ein weiteres Mal untersuchen lassen und habe erfahren, dass es nicht dringend ist. Aber dass es innerhalb der nächsten Monate geschehen sollte. Dass die Blutung völlig in Ordnung und normal ist. Und dass die Operation ambulant durchgeführt werden kann. Mit ruhigen Worten und einer passenden Zeichnung gab es viele Antworten.
Dafür war im Krankenhaus keine Zeit. Elf Ärzte in fünf Tagen, manch einer hatte keine Zeit in die Akte zu schauen. Das kann doch auch für Ärzte kein befriedigendes Arbeiten sein? Wieso ist die Zeit so knapp?
Liegt es am Verwaltungskram? Kann ich mir gut vorstellen. Jeder Fachbereich der mich untersuchte ließ mich in den Becher pinkeln und den Anamnesebogen ausfüllen. Ich erfuhr dreimal, dass ich nicht schwanger bin und unterschrieb dreimal, dass ich es erfahren will, falls ich Hepatitis habe oder HIV positiv bin. Aber unten in der Aufnahme wusste man, dass ich 2009 zur Knie-OP im Haus war und letztes Jahr kurz mal in der Ambulanz. In einem hochmodernen Krankenhaus werden die Patienten mit dicken Akten von Bereich zu Bereich geschickt, Akten, in denen sich die Anamneseböge ansammeln. Warum kann das nicht elektronisch geregelt werden? Muss ein Patient wirklich jedem neuen Arzt, dem er vorgestellt wird, erst die immer gleichen Fragen beantworten? Sind wahrscheinlich müßige Fragen und ich habe ja auch wirklich keine Ahnung vom Verwaltungskram und so. Und glaube trotzdem, dass man das effizienter regeln könnte.
Und noch was: ich habe ja schon so manchen spöttischen Bericht über Krankenhausaufenthalte geschrieben und mächtig über Krankenschwestern gelästert. (und auch mächtig Haue dafür einstecken müsen). Heute eine Lanze für die Schwestern und Pfleger der Station 7b im Gebäude 505. Alle miteinander freundliche, herzliche Menschen. Lächelnd, kompetent und aufbauend. Danke. (macht nix, dass es mit dem vegetarischen Essen nicht so recht klappen wollte und für die geschmorte Gurke war ja die Küche verantwortlich.)
Jetzt und die nächsten Tage: heilen. In meinem Bett, in unserem Haus, zwischen meinen Menschen.
(und vergessen, wie gruselig das war, als 24 Zentimeter Schlauch aus meinem Bauch gezogen wurden. Schluuuurps.)
daheim.
23. Mai 2011
Nach längeren Irrungen und Wirrungen darf ich jetzt im eigenen Bett heilen.
(vielleicht erzähle ich morgen ein bißchen mehr, heute muss ich genießen, schlafen und umgekehrt)
- ein Paar Kommentare habe ich mit meinen tapsigen Fingern auf dem neuen, coolen Handy gelöscht, tut mir leid, das war keine Absicht.
- es war auch keine Absicht, dass der Jammerbericht “Zwischenbericht Teil II” von gestern in der Leiste links landete. Den link deaktiviere ich demnächst wieder.
(so schön daheim!)
Zwischenbericht
20. Mai 2011
Danke für die vielen Glückwünsche! Wir sind seit zwanzig Jahren ein Paar und hätten am Mittwoch unseren 16. Hochzeitstag gefeiert.
Hätten – weil ich mich Dienstag überraschend mit einer geplatzten Zyste ins Krankenhaus legte. Mittlerweile bin ich operiert und darf vielleicht am Sonntag heim, pünktlich zur Konfirmation der Tochter.
Bis bald also. Immer die Ihre, wissen Sie ja.
Schneespaziergang am Morgen,
27. Dezember 2010
trotzdem Kummer und Sorgen.
Mit dem Gesunden, das wird in diesem Jahr nichts mehr. Nach dem Virus hat sich nun eine Bakterie eingenistet und die legt mich natürlich weiterhin lahm. Immerhin kann sie wenigstens mit Bakterientod bekämpft werden, was bei meiner derzeitigen Immunabwehr aber höchstwahrscheinlich zu einem Pilzbefall führt.
Dottore nahm heute morgen dann doch noch rasch Blut ab, um zu schauen, ob es der Pfeiffer mit drei F ist, der mich da so lahm legt. Wobei das eigentlich völlig wurscht ist, wie der Virus heisst, denn an Sport oder auch nur ein Schneespaziergang ist nicht zu denken. Mein Herz jedenfalls ist von Virus nicht entzückt und versucht ihm mit wilden Galoppsprüngen zu entkommen. Hoffentlich gewöhnt es sich das wieder ab, demnächst ein Langzeit-EKG und dann sehen wir weiter. Und bis dahin … Ruhe. Und schonen. Mein Hintern ist platt vom vielen Sitzen auf dem Sofa. Immerhin gab’s die große Sammelbox “friends” vom Christkind, so dass ich mir zum platten Hintern auch noch rote Fernsehaugen holen kann.
Weihnachten war übrigens schön. Statt opulenter Fleischmahlzeit, hatte ich mir eingeredet, würde eine Lasagne deutlich weniger Arbeit machen. Dem war zwar nicht so, aber das ist ja dann auch egal.
Weil Sie evtl. Nachfragen: der Große, der ja bekanntlich alles hat, bekam Kletterschuhe und einen Kletterhelm. Und weil er ja so groß ist, ein Deckbett in Überlänge samt dreier dazu passender Bettbezüge. Anfangs schien er ob des ungewöhnlichen Geschenkes, das weder über einen USB-Anschluss verfügt und deshalb definitv nicht an den Computer anzuschließen ist, noch sonstiger elektronischer Schnickschnack ist, etwas irritiert, vielleicht sogar enttäuscht, doch bereits nach der ersten Nacht mit großem Deckbett war er sehr begeistert.
Die Tochter ist nun stolze Besitzerin einer Stereoanlage. Also so nannte man diese Dinger früher. Ich bin mir nicht sicher, wie der Fachbegriff heute dafür ist. Das Ding kann jedenfalls CDs und MP3s abspielen und ist mit dem iPod kompatibel, den sie im Mai zur Konfirmation bekommt. Ausserdem bekam sie zwei Bücher, was uns etwa vier Tage lang die Tochter rauben wird. Und eine Jahreskarte für die Kletterhalle.
Der Jüngste bekam Lego und ein Wii-Spiel, einen neuen Wamderrucksack und eine völlig unnötige, aber sehr witzige Stirnlampe. Für heimlich-nach-Licht-aus-im-Bett-Leser.
Alle zusammen bekamen ein sechzig Meter langes Kletterseil samt passender Tasche.
Mein Weihnachtsgeschenk (und Geburtstagsgeschenk) steht noch im Mainzer Pfaffladen und wartet geduldig auf mich.
Nach Krankheitscontent und Geschenkeprahlerei fehlt jetzt eigentlich nur noch das Wetter: Schnee! Ganz wunderbar – für unsere Verhältnisse – VIEL Schnee. Und da der beste Vater meiner Kinder Urlaub hat, können wir uns einfach darüber freuen, statt besorgt auf glatte Straßen zu schielen.
An dieser Stelle herzlichen Dank für die schöne Weihnachtspost, die in die Grüne Villa flatterte. Und für die vielen virtuellen Adventskalender, deren einzelne Türchen ich stets mit Spannung erwartete und öffnete und wenn’s was zu gewinnen gab, hab ich meistens schon vor der riesigen Masse an Kommentaren resigniert, ich Pessimist. Danke für Stickfreebies und Kartenvorlagen und für Tausende von Anleitungen, Tutorials und Ideen für’s nächste Weihnachten. Bis dahin habe ich sie zwar alle wieder vergessen, aber noch habe ich mir viel vorgenommen, für nächstes Jahr. Weil dann bin ich auch wieder gesund:)
Krank.
13. Dezember 2010
Seit Samstag abend durchgehend um die 39/40 Grad Fieber. Der Arzt meines Vertrauens glaubt immerhin Malaria ausschließen zu können, ist aber sonst ratlos, da mir nichts wehtut und ich nicht mal ein Schnüpfchen habe. Bis Donnerstag muss ich ins Bett, ausruhen, viel trinken. Sollte ich bis Donnerstag noch fiebern, läuft eine größere Untersuchungsmaschinerie an.
Ist ja einerseits beruhigend, dass er mich einfach so wieder heimschickt. Andererseits aber eben auch nicht. Abwarten und Tee trinken :)
*****
Ihre Päckchen machen sich dann morgen auf den Weg, keine Sorge!
irgendwas ist ja immer
19. November 2010
vermindertes Hörvermögen, Ohrenfiepen, Schwindel und Übelkeit.
“Ist ein kleiner Hörsturz”, sprach der HNO-Arzt, der eigentlich die Praxis schon zu hatte, aber noch mal aufgemachte, weil der internistische Kollege keine Diagnose stellen konnte. (Danke, bester HNO-Arzt!)
Jetzt also Tabletten und hoffen, dass jemand die Watte aus meinem Ohr zieht.
Käsekuchen und die lila-geringelte Mütze
16. November 2010
Die beiden Söhne quälten sich als sie klein waren oft mit Mittelohrentzündungen.
Ohrenschmerzen sind gemein und ablenken hilft da gar nix. Kranke Kinder werden verwöhnt und deshalb gab´s nach den obligatorischen Zwiebeltropfen* ins Ohr die Ohrenentzündungsmütze auf den Kopf. Eine dünne Baumwollmütze, lila mit gelben und grünen Streifen. Zum Warmhalten.
Und für das leibliche Wohl gab´s immer Käsekuchen. Dem großen Sohn ist es zu verdanken, dass der beste Vater meiner Kinder heute einen hervorragenden Käsekuchen backen kann. Denn damals, in der Ohrenschmerz-Ära, wohnten wir noch gegenüber einer Bäckerei. Auf dem Rückweg von der Apotheke nahm man dann rasch dem ohrenschmerzigen Kind ein Stück Käsekuchen mit. Das ging in den Herbst/Wintermonaten ziemlich ins Geld und Geld hatten wir damals eher wenig, mit zweieinhalb Kindern und gerade beendetem Studium.
Selbstmachen, selbstkochen und schließlich eben auch selbstbacken. Käsekuchen, süß und kühl und der hintere Rand ist das Allerbeste. Und beim Backen bleibt immer ein winziges Teigkügelchen für die Kinder übrig.
Einen Ohrenentzündungsmütze habe ich nicht, aber ein Stück Käsekuchen, übrig vom Sonntag. Zwiebeltropfen gibt´s bestimmt auch noch und wenn ich Glück habe, muss es kein Antibiotikum werden. Der beste Vater meiner Kinder befahl Bettruhe und versprach Home Office und Apfelpfannkuchen zum Mittagessen.
Täte das Ohr nicht so weh, könnte das ein echter Luxustag sein :)
*Zwiebeltropfen, weil Sie fragen bestimmt nach:
Zwiebelstückchen in der Knoblauchpresse quetschen, den austretenden Saft auf eine Spritze ziehen. Mindestens dreimal täglich ein, zwei Tropfen ins wehe Ohr träufeln. War ein Tipp vom Kinderarzt, der uns vielleicht ein paarmal um die antibiotikum-Klippe herumschiffte. Schadet auf gar keinen Fall, brennt nicht, tut nicht weh und der Zwiebelgeruch ist ein sehr kleines Übel. Nur wenn´s nach zwei Tagen immer noch schmerzt oder gar Fieber dazu gekommen ist, sollte da dringend mal ein Arzt ins Ohr schauen.

