Danke, es wäre genug.
13. Januar 2010
Jüngster Sohn und Töchterlein schniefen und husten um die Wette, wanken immer haarscharf um die “zu krank für Schule”-Grenze herum. Der beste Vater meiner Kinder hat Halsschmerzen und der Große eine vier in Latein. Ok, letzteres ist der Faulheitsvirus, der ist nicht ansteckend.
Nun hat das jüngste Kind eine höchst ominöse Rötung im Bereich der Achillessehne. Über Schmerzen klagt das Kind, humpelt jämmerlich und heiß ist die Stelle auch. Heute mittag “als ich die eine Rechenaufgabe gemacht habe, Mama” fing es an, an ein Umknicken oder Anstoßen kann er sich nicht erinnern. Beim Schlittenfahren morgens mit der Klasse ist nichts passiert, die Schuhe sind nicht neu oder zu klein und heute nachmittag, beim Schlittenfahren mit Geschwistern und Freunden war es auch ganz schlimm.
Hat jemand eine ultimative Ferndiagnose in der nicht die Worte Achillessehnenentzündung und Ruhigstellung vorkommen? Mööönsch. Nicht schon wieder verseuchtes Wartezimmer beim Arzt.
(das Kind hat übrigens noch seine langen Haare, aber daran liegt´s wohl nicht)
Statusbericht
29. Dezember 2009
Heute morgen um fünf Uhr aß ich einen Apfel.
Er blieb bei mir und das ist ein wirklich tolles Gefühl.
Die Familie ist wieder fit, nur ich, und das ist ja immer so, hänge richtig in den Seilen, mit Fieber, Schweissausbrüchen und üblen Kopfschmerzen. Und der Jüngste, der verschont geblieben ist, hustet fürchterlich und muss deswegen heute noch zum Arzt.
Eigentlich sollen heute die Familie Schwager samt dreier Kinder anreisen, doch ich glaube, ich brauche noch einen ruhigen Regeneratiostag.
*****
Genug gejammert!
Schicken Sie doch bitte gute Gedanken und Wünsche zu Frau Webschaf, die seit 24 Stunden vor sich hinweht. Heute wird ein kleiner Junge geboren! Ist das nicht großartig?
urgsurgs.
27. Dezember 2009
Sowie ich zwei Teelöffelchen Wasser in das Kind fülle, spuckt es diese in doppelter Menge und hübsch gallig gefärbt zurück in die rote Schüssel. Deshalb beließen wir es bei diesem einen Versuch, den fürchterlichen Durst zu stillen.
Seit fünf Uhr spuckt die Tochter in schöner Regelmäßigkeit. Manchmal auch dann, wenn sie gerade am anderen Ende übelriechende Flüssigkeiten von sich gibt.
Der beste Vater meiner Kinder war in der Notdienstapotheke und erstand einen nach künstlicher Kirsche schmeckenden Anti-Übelkeits-Sirup, den Töchterlein allerdings im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen fand. Auf dem Beipackzettel des Sirups steht übrigens, dass dieser zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann und das verunsichert mich stark. Oder das Zeug ist irgendwie homöopathisch und das sind dann die berühmt-berüchtigten Erstverschlimmerungen. (Verzeihung. Ich werde bösartig. Ich kann nur vier Stunden in Kotzedämpfen als Entschuldigung vorschieben.)
Das Schreiben dieses Textes dauerte eine halbe Stunde. In dieser Zeit war dreimal eine rote Schüssel zu spülen. Mir ist etwas flau im Magen.
Falls ich irgendwann mal irgendwo in einem Kleinkindmutterblog geschrieben habe, dass das mit den Krankheiten besser wird, irgendwann … es tut mir leid. Das war dann wohl zu früh gefreut.
(muss jetzt mal nach dem Jüngsten sehen, der hustet so arg.)
***** update, 0:39 Uhr
Die Tochter schläft wieder seit einer halben Stunde. Wenn wir Glück haben, hatte das Zäpfchen ausreichend Zeit um absorbiert zu werden, bevor der nächste Krampf Flüssigkeiten nach außen drückte.
Der große Sohn bekam vor einer Stunde eine Schüssel vor´s Bett gestellt, die er gerade auf dem Weg die Treppe hoch brav füllte. Er bekam eine große Dosis Vomex, in der leicht getrübten Hoffnung, dass das lange genug drin bleibt.
Der beste Vater meiner Kinder wurde gerade nach unten ins Gästebet geschickt, ebenfalls mit Schüssel. (Gästebett, weil in seinem Bett liegt seine Tochter)
Der Jüngste schläft.
Ich nicht. Heute nacht jedenfalls nicht.
(Danke für die guten Wünsche, ich nehme sie alle.)
***** update 2:22 Uhr
Schlaf wird überbewertet. Wäre heute Silvester, würde ich mich wohl auch nicht beklagen. Also.
Der Jüngste schläft weiterhin friedlich. Töchterlein schläft sehr unruhig, hat aber bereits vier Schlucke Wasser seit einer Stunde nicht ausgespuckt, Herr Noro liegt hier in den Endzügen.
Das ist eventuell ein Trost für den Großen und den besten Vater meiner Kinder, dass das Virus so schnell durchmarschiert. Wahrscheinlich derzeit noch ein kleiner, denn wir befinden uns im “Saft-Auskotz und noch zu stark Durchfall für Zäpfchen” - Stadium. Der beste Vater meiner Kinder liegt mittlerweile im Bett der Tochter, der große Sohn ist auf dem Sofa zwischengeparkt. Alle auf einem Stockwerk ist schonender für Frau Knie.
Die ollen Geschirrhandtücher gehen mir langsam aus und ich überlege, ob ich rasch das Bad putze, falls es mich morgen erwischt. Wenn schon kotzen, dann bitte in ein frischgeputztes Klo.
Ok, Zeit für meine Runde.
***** update 3:02 Uhr
Alles ruhig.
Wenn ich es jetzt wage, die Fleecejacke und die ausgeleierte Jogginghose gegen irgendein Deckbett, das ich irgendwo vielleicht finde, zu tauschen, werde ich dann doch noch schlafen? Oder warten alle kleinen Noroviren nur genau auf diesen Moment, um in empfindliche Magenwände zu treten?
Ich werde es wagen. Auch wenn dann wahrscheinlich der dicke Martin eine Maus auf den Teppich kotzt. Heute schockt und ekelt mich nix mehr.
***** update 3:34 Uhr
kein Schlaf.
Tochter trinkt wieder ohne Rückfahrschein und gleicht nicht mehr einem Pandabären. Sehr fein.
Sohn kotzt. Kleiner Sohn schläft. Mann schläft.
Erwähnte ich schon, dass ich Scharlach habe?
***** update 5:51 Uhr
naja, KEIN Scharlach, ich meine Angina. Halsentzündung. Aua in dem Ding unterm Kopf. Ich bin müde.
Schlafen unmöglich, bzw. nicht länger als zehn Minuten am Stück . Die Zeiten, in denen ich eine durchgemachte Nacht lässig wegsteckte sind wohl schon lange vorbei.
Ich hoffe, dass in etwa drei Stunden die ganze Familie kerngesund aus ihren Betten kriecht, damit ich für den Rest des Winters in meinem schlafen kann.
Jetzt erstmal Kaffee.
***** update 10:02 Uhr
Das jüngste Kind ist fröhlich aus seinem Bett geklettert und hat ein sehr großes Käsebrot verspeist. Töchterlein schläft und zwischendurch trinkt sie jede Menge Wasser, überstanden, wage ich zu sagen. Der große Sohn sitzt am Küchentisch und liest Zeitung. Zur Lektür ebenfalls literweise Wasser, ebenfalls überstanden.
Der beste Vater meiner Kinder schläft noch.
Und ich selbst? Ich habe eben dankend das Angebot des Schwiegervaters abgelehnt, heute Mittag Lendchen in Blätterteig zu speisen, allein der Gedanke dreht mir den Magen. Keine Ahnung, ob dies die Vorboten des Herrn Noro (ich weiß, dass das kein Noro-Virus ist, weil das ist deutlich hartnäckiger, aber “Herr Nor”o lässt sich so schön abfällig betonen) sind oder der Schlafmangel oder hysterisches Solidaritätsgefühl. Jedenfalls halte ich mich vorerst an Tee. Und weiß ja nun auch: egal, wie es weitergeht, es dauert höchstens zehn Stunden. Wenn das mal kein Trost ist.
Weihnachtsgeschenke, unerwünscht
27. Dezember 2009
Herr Noro hat Streptokokken mitgebracht.
(und durchs Haus wabert der festliche Duft nach Gelomyrtol und Erbrochenem)
Kurz vor knapp
23. Dezember 2009
hat mich irgendein Virus erwischt, weswegen sich all die feinen Sachen wie Weihnachtsblasen und das “mit Wein und der allerliebsten Freundin auf dem Sofa versacken” erledigt haben. Ich schlucke nämlich Paracetamol gegen Fieber, Kopf- und Nebenhöhlenschmerzen und Gelomyrtol für das besondere Geschmackserlebnis.
Ist schon interessant, dass das Immunsystem immer dann abkackt, wenn “Entspannung” angesagt ist.
Ich hab immer noch kein einziges Geschenk eingepackt und er Weihnachtsbaum ist noch kahl. Dafür ist er hinreissend schief und duftet ganz toll. (Letzteres glaube ich zu riechen, kann natürlich auch das Menthol der geschluckten Kapseln sein.)
Meine Weihnachtsstimmung gleicht dem Wetter da draußen: lau und matschig.
(machen Sie was Besseres draus!)
Morgens um halb neun
18. November 2009
fühlt sich an wie nachts um zwölf.
Ich krieg die Augen nicht richtig auf und friere vor mich hin.
Das Töchterlein hustet lautstark durch zwei geschlossene Türen und ist evtl. doch nicht so traurig darüber, dass wir ihr den Schulbesuch heute erneut verboten haben.
Der Jüngste döst auf dem Sofa, mit fiebrigen Wangen und Kopfschmerzen unter zwei Fleecedecken.
Da tröstet der beinahe blaue Himmel kein bißchen. Meinetwegen könnte er jetzt wieder dunkel sein, der Himmel, weil das würde bedeuten, dass es Abend ist und ich endlich in mein Bett kann.
(noch zehn Stunden)
Schimpfwort.
16. September 2009
Als ich vorgestern abend auf dem Weg zum Elternabend mit dem nassen Gummistopper an der Krücke auf dem Steinboden des Schulfoyers wegrutschte und mich mit dem rechten Bein fing, dachte ich nur, dass diese Aktion “Scheisse!” war. Das Knie dachte das wahrscheinlich auch.
Als die Krankengymnastin heute morgen mit verdächtigen Stirnrunzeln mein Knie betrachtete und von “entzündlicher Prozess” sprach, dachte ich ebenfalls “Scheisse.” Kritisch ist es nicht, gehört wohl zum Heilungsprozess. Aber ich erinnere mich nur zu gut an ein feuerrotes, glänzendes, dick geschwollenes Knie, das puckerte wie ein sehr durchlöcherter Zahn. Schmerzen, die auch nach zwanzig Jahren noch abrufbar sind. Die Angst kommt.
Es ist zu dick, zu warm und meine Psyche, die das Kniechen beschützen und umhüllen will, sorgt dafür, dass sich die Kniescheibe keinen Zentimeter bewegen lässt. Die kleine Massage, die dem Knie doch gut tun soll, schmerzt irrsinnig und die Verkrampfung wird immer größer. Die Angst, dass das Knie bei selbstgesteuerter Bewegung einfach irgendwie auseinander fällt ist kaum auszuhalten, doch die Krankengymnastin fängt mich ganz gut auf. Und macht mir Mut.
Es dauert halt ein paar Wochen.
*****
“Hat die kein anderes Thema mehr, die Frau … äh … Mutti?”, werden Sie vielleicht meckern und ich muss gestehen: “Hab ich nicht”. Meine Gedanken kreisen ständig um das Knie. Ungeduld wechselt mit Entmutigung, Zuversicht mit Enttäuschung. Ich möchte Vieles und kann wenig. Kann halt nur drüber schreiben.
Da müssen Sie wohl durch :-)
