Einfach losschreiben

3. Januar 2016

und schauen, in welche Richtung der Text der geht. Und vor dem Absenden nochmal rasch überlegen, ob die zu erwartenden Reaktionen zur derzeitigen Nervenstärke passen. Falls nicht, Text für später speichern und etwas Neues schreiben. Oder es lassen. So funktioniert bloggen bei mir, doch scheinbar ist das schrecklich altmodisch, denn Blogplaner sollen helfen, ein Blog richtig und ordentlich zu führen.

Ich kann nicht abstreiten, dass ich Schnickeldi mag, auch an schön gestalten Heften kann ich selten vorbeigehen (kaufe sie, schreibe etwas wahnsinnig Ergreifendes auf die erste Seite und finde dass Heft dann zwei Jahre später hinten im Regal wieder) und jedes Jahr kaufe ich mir ein schönes Kalenderbuch (dieses Jahr diesen, allerdings in Niederländisch), weil ich ganz sicher alle Termine säuberlich notieren werde, um keinen einzigen zu vergessen. Ab Februar werde ich da nachlässiger, ab Mai habe ich den Kalender verlegt und den Rest des Jahres bin ich immer sehr froh, wenn ich an wichtige Termine und Geburtstage erinnert werde. Vielleicht wäre schon aus diesem Grund ein Blogplaner für mich eher ungeeignet, ganz davon abgesehen, dass Bloggen für mich „ich erzähl mal was“ ist, völlig unplanbar.

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Und wie schaut es mit Vorsätzen aus? Dieses Jahr keine. Ich führe einen Vorsatz weiter, allerdings aufgeweicht. Letztes Jahr nahm ich mir vor, ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen. Das hielt ich durch bis zum November, als ich feststellte, dass ich Hosen für die Hunderunde brauche und dass ich keine wintertauglichen Oberteile mehr im Schrank hatte. Ich kaufte zwei Hosen und sieben Oberteile, mehr gibt es diesen Winter nicht. Auch dieses Jahr will ich auf den Kauf von Klamotten verzichten, ABER: ich werde T-Shirts brauchen, die aus den letzten Jahren sind schäbig und taugen nur noch als Unterziehshirt im Winter. Im Frühling werde ich dann nach sieben Shirts suchen, die weder merkwürdige Aufdrucke noch Reißverschlüsse an unpassenden Stellen haben (also eigentlich egal wo, Shirts brauchen keine Reißverschlüsse), die weder oberhalb das Bauchnabels noch unterhalb des Hinterns enden, keine Fledermausärmel oder Ausschnitte bis zum BH-Mittelsteg haben. Das wird bestimmt ein großer Spaß. Außerdem hätte ich gerne ein, zwei hübsche Kleider. Die müssen mir aber wirklich passend über den Weg laufen, suchen mag ich nicht danach.

Stoff werde ich in diesem Jahr auch nicht kaufen, ich habe genug und sowieso zu wenig Zeit zum Nähen.

Keine weiteren Vorsätze. 

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Neues von Lola gefällig? Sie ist zum ersten Mal läufig. Wir finden das alle sehr interessant, sie auch. Der Wischmopp ist ständig im Einsatz und die Decken auf dem Sofa müssen regelmäßig gewaschen werden. Ansonsten hält sie sich aber ganz gut sauber und richtig spannend wird es ja wohl erst dann, wenn die Blutung aufhört. Schon jetzt scheint sie unwiderstehlich auf Rüden zu wirken, die Hundehalter haben etwas Mühe an unserem Haus vorbeizugehen. Lola hat sich einen nahezu lasziven Hüftschwung angewöhnt und pinkelt bei der Hunderunde alle zehn Meter ein „Hallohooo, schon was vor nächste Woche?“ an den Wegesrand.

Der Vollständigkeit halber: weder Kastration noch Nachwuchs sind geplant. Ja, wir wollen das so, ja, wir sind informiert.

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Falls Sie meinen Twitteraccount suchen: das Dilemma ist gelöst, lesen Sie gerne bei @diefraumutti wieder mit.

So isses.

10. Dezember 2015

Für fundierte Empörung und Rumgemaule mit Tiefgang: Anzahl und Geschichte der Tiere in der Grünen Villa. (Weil ich dieses Gestichel in den Kommentaren so gründlich satt habe.)

2001

Cara, Manzana und Diego ziehen bei uns ein. Es handelt sich um ca. 14 Wochen alte Katzenwelpen aus Spanien, vermittelt über einen Tierschutzverein. Gleichzeitig zieht im Nachbarhaus ein kleiner Pflegekater ein. Als alle Katzen und Kater eingewöhnt sind und raus dürfen, werden Cara und der Nachbarkater unzertrennlich. Wir treten den Nachbarn Cara ab und zwei Wochen später werden, mit uns so gar nicht abgesprochen, Pflegekater und Cara an eine Familie weitervermittelt. Das war ein bißchen unschön, aber es war halt so geschehen.

Etwa ein halbes Jahr später zog Koks zu uns. Ein winziger, schwarzer, etwa neun Wochen alter Kater. Aus der Türkei, ebenfalls über den Tierschutz vermittelt. Manzana und Diego (beide in der Zwischenzeit ordnungsgemäß kastriert und sogar tätowiert/bei Tasso registriert) mochten den kleinen Kerl sehr, auch wenn er, es war nämlich Januar, die ersten Wochen nur unter meiner Fleecejacke an meinen Bauch geschmiegt lebte.

Koks verschwand im übernächsten Jahr. Irgendwann im Sommer war er einfach weg. Wir waren untröstlich und suchten die gesamte Gegend ab. Jede schwarze Katze die uns über den Weg lief (egal, ob von rechts nach links oder umgekehrt) wurde angesäuselt, Suchplakate wurden aufgehängt. Es gab niemals Hinweise, auch Tasso oder ein Tierarzt meldeten sich nicht.

Kurz darauf meldete eine Bekannte unverhofften Katzennachwuchs. Der Katzenvater aus dem Sauerland, die Katzenmutter aus Nierstein, der kleine Kater Sauerstein zog bei uns ein. Und eroberte direkt unsere Herzen und auch das von Diego. Manzana hingegen war nicht ganz so begeistert. Passenderweise hatte die Nachbarstochter ihre große Liebe zu unserer Katze entdeckt und begann diese sehr geschickt mit allerlei Leckereien anzulocken und zu becircen. Wir baten sie, dies zu unterlassen, was wiederum sie unterließ. Und da Manzana mit Sauerstein nicht glücklich war, dafür aber mit der Nachbarstochter um so mehr, zog sie schließlich ein Haus weiter. 

Sauerstein lebte nicht so lange, wie wir uns das wünschten. Eines Tages lag er tot im Garten. Von außen war keine Verletzung zu sehen. Ob er von einem Auto erwischt worden war oder etwas Giftiges gefressen hat – wir ließen das nicht untersuchen, sondern begruben ihn beim Pfirsichbaum.

Diego trauerte. Klebte maunzend an uns, schnüffelte ständig an den Lieblingsliegeplätzen von Sauerstein und wurde dünn. Also beschlossen wir, erneut Katzennachwuchs aufzunehmen. Eine Blogkollegin hatte eine trächtige Katze aufgenommen. Ein Katerbaby übernahmen wir als er 12 Wochen alt war und nannten ihn Martin, wegen der M-Zeichnung auf der Stirn. Zusammen mit Martin übernahmen wir Matze, einen 14 Wochen alten, völlig unsozialisierten Katerwelpen, den niemand haben wollte, weil er unverträglich sei. Wir bauten auf unseren erfahrenen Diego, der sich als echter Nachwuchserzieher bewährt hatte. Leider klappte das diesmal nicht mehr so richtig, denn Matze prügelte, kratzte und biss alles und jeden. Diego zog sich zurück und suchte viel Kontakt zu seiner Schwester im Nachbarhaus. Dort war mittlerweile die alte Katze gestorben, von der Diego stets vertrieben worden war. Zum Fressen kam er aber gerne heim.

Martin und Matze rauften sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammen und die Lage war entspannt. Diego und Manzana vereint, Diego leider nicht mehr so oft bei uns wie wir das wollten, aber im Garten kam er immer zum Schmusen. Das war dann schon in Ordnung so.

Und dann wurde Matze überfahren. Wir begruben ihn im Garten und uns war klar: das war es jetzt. Martin und ein halber Diego reichen.

Unglücklicherweise lief mir am Tag der offenen Gärten eine hochträchtige, wunderschöne rote Katze über den Weg und bevor ich fertig gedacht hatte, hörte ich mich sagen: wenn da ein Kater dabei ist, dann nehme ich den. Es waren sogar sieben Kater und eine Katze und ich rechne mir meine Beherrschung hoch an, dass ich nicht das ganze Knäuel minikleiner roter Wuschel eingepackt habe. Franz von Rahn oder Ringelfranz zog bei uns ein.

Martin fand ihn von Anfang an lästig. Martin hatte sich nämlich zu einem eher phlegmatischen Kater entwickelt, der gerne sinnierend in der Gegend herumlag und sich die Zeit zwischen den Mahlzeiten mit Schlafen vetrieb. Ein wuseliger Katerwelpe passte jetzt nicht so gut in sein Lebenskonzept und die Situation war ein wenig angespannt. Nach ein paar Wochen lebten die beiden nebeneinander her und ignorierten sich einfach. Kuscheleien und gegenseitige Fellpflege gab es zwischen den beiden nie, fressen aus einem Napf klappte aber. Insgesamt lief es mit Martin aber nicht richtig gut. Als Franz zu uns zog, wurde uns klar, warum. Franz wurde in einen Haushalt mit drei kleinen Kindern und zwei großen Hunden hineingeboren. Erstere schleppten die Katzenbabys von Anfang an durch die Gegend, letztere trampelten eher rücksichtslos über sie hinweg. Martin war in einem Haushalt von zwei Berufstätigen ohne Kinder auf die Welt gekommen, das laute Leben bei uns war der reine Stress für ihn. Als der wuselige Kater, der ihm obendrein in kürzester Zeit über den Kopf wuchs, hinzukam, war es aus. Er wurde krank. Der Stress ging ihm an die Nieren. Er pinkelte Blut und Steinchen, bekam unter Narkose einen Katheder und die Prognose, dass er niemals wieder richtig gesund würde. Kater hätten die Veranlagung zu solchem Nierenkram und ihn hat es halt erwischt. Er wurde wieder gesund und drei Wochen später waren wir erneut beim Nottierarzt und danach beim Tierarzt. Mit schwerem Herzen und der schlechtesten Prognose, bereit ihm die Qual zu erlassen. Doch eine Tierärztin aus der Praxis hatte sich verliebt. Sie übernahm ihn mit dem Versprechen, ihn nicht mit Therapien zu quälen. Er bekam Ruhe als Wohnungskater und Kindersatz und es geht ihm prächtig. Bei uns wäre er nie wieder gesund geworden. Das ist eben so.

Diego lebt mittlerweile nur noch bei den Nachbarn. Außer wenn diese in Urlaub sind, dann kommt er mit seiner Schwester zum Fressen rüber. Und im Gartenhüttchen liegt er auch sehr gerne. Ringelfranz ist groß und stark und der Chef über die Gärten.

Der Vollständigkeit halber: für kurze Zeit lebte auch Simmel bei uns. Die hatten wir für die allerbeste Freundin von einem Bauernhof mitgebracht und sie bei uns aufgepäppelt. 

Seit Mai lebt nun Lola bei uns. Lola ist ein Halbmatiner, ihre Mutter ist ein reinrassiger Dalmatiner, ihr Vater ist unbekannt. Als sie uns kam war sie vier Monate alt, wild und wuselig. Mittlerweile ist sie sehr groß, nicht mehr ganz so wuselig und mit umwerfendem Charme gesegnet. Es hatte viele Gründe, weswegen wir uns dann doch noch einen Hund zulegten. Diese Gründe führe ich hier nicht auf, Sie müssen mir einfach glauben, dass wir viel diskutierten und abwägten. Und dann war es eben so wie damals, als wir Eltern wurden: Manches trat ein, Vieles nie und Einiges hätten wir uns nie träumen lassen, positiv und negativ. Jetzt ist sie eben da und gehört dazu, unwiderruflich. 

Franz war anfangs wenig angetan von Lola. Doch zum Glück ist unser Haus groß genug, die beiden konnten sich nicht unkontrolliert begegnen. Franz‘ Futterstelle zog um, was ihn nicht belastete, Hauptsache der Napf ist stets gut gefüllt. Seinen Schlafplatz bei Töchterlein behielt er, mittlerweile hat sie ihm ein Kistchen an die Heizung gestellt, immerhin herrscht ja jetzt strenger Winter.

Seit etwa einem Monat entspannt sich die Hund-Katz-Beziehung merklich. Lola flippt nach wir vor Freude aus, wenn sie Franz trifft, schleckt ihn ab, was er gnädig duldet und stupst ihn spielauffordernd so lange in die Seite, bis er ihr mit der Pfote (ohne Krallen) auf die Nase haut. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem Lola den Raum verlassen muss. Franz kommt dann gerne hinterher. Wahrscheinlich um nachzusehen, ob das große, dotzelige Ding wirklich nicht ganz weg geht. Sie können sich also beinahe schon entspannt in einem Raum aufhalten, neulich schliefen sie sogar beide im Wohnzimmer. 

So sieht das aus.

Vor vielen Jahren lebte hier für kurze Zeit schon mal ein Hund. Das klappte aber nicht, weil Frau Bö (ein sechs Monate alter Labradormischling aus dem Tierheim) viele fiese Macken mitbrachte. Unter anderem biss sie die Kinder, weswegen diese sie nicht so gerne mochten. Frau Bö musste gehen und ja, das ist die einzige Tiergeschichte in der Grünen Villa, bei der ich ein latent schlechtes Gewissen habe, ob man das nicht hätte anders regeln können.

Und vielleicht die Geschichte, als ich ein Achatschneckeneiergelege übersah und deshalb etwa vierhundert Babyschnecken mit dem Koteletthammer in einer Plastiktüte erschlagen musste.

Ein Amselküken lebte kurz hier, das konnte erfolgreich ausgewildert werden. Eine Krähe mit zerstörtem Flügel hingegen musste eingeschläfert werden. Und Henry the Weight, der tapfere kleine Igel, verlor leider auch den Kampf gegen Parasiten und Krankheit.

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Das war/ist die Tiergeschichte der Grünen Villa. Schonungslos offengelegt, in ihrer ganzen Dramatik.

Alle Lästermäuler und besserwissenden Tierschützer dürfen jetzt in einer anderen Sandkiste spielen gehen oder es einfach mit ihren Tieren triumphierend anders oder gar besser machen. 

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Oder mir kommentieren, dass ich mich mal besser mit den Tieren hätte beschäftigen sollen, statt diesen Text zu schreiben. Das wäre konsequent.

Derzeit:

9. Dezember 2015

„Noch nicht mal Karten für Adele konnten wir ergattern.“

Und auch sonst läuft da gerade etwas sehr, sehr aus der Bahn, von dem wir noch nicht wissen, in welche Richtung es letztlich geht. Deshalb vage Kryptik, deshalb wenig Lesbares hier.

Ich backe immer noch keine Plätzchen, habe noch immer nicht alle Geschenke und ein Weihnachtsschaufenster wird es auch nicht geben. Ressourcen schonen oder Antriebslosigkeit, man könnte es so oder so nennen, ich bemühe mich, mir kein schlechtes Gewissen deshalb zu machen.

Ich genieße die täglichen Hunderunden. Und bin der Hundewutz dankbar, dass sie meinen inneren Schweinehund so wunderbar im Griff hat und mich rauszwingt. Denn sowie ich mich die Steig hochgequält habe und wieder atmen kann, wird es toll. Egal ob Sonnenauf- oder untergang, selbst grauer Regen macht mich glücklich. Kaninchen, Hasen, Fasane, Füchse, Rehe und Greifvögel sind ganz oft meine einzige Begegnung (und eine große Herausforderung für den gar nicht mehr so kleinen Hund, der gerade lernt, dass Jagen unerwünschtes Verhalten ist). Ich laufe und schaue und denke so vor mich hin. Und manchmal wünsche ich mir, ich könnte irgendwelche Wildfremden mitschleifen, weil diese langweilige Kulturlandschaft so verzaubernd sein kann.

Apropos verzaubernd: einen Weihnachtsbaum gibt es dieses Jahr wohl nicht in der Grünen Villa. Es sei denn, wir hängen ihn für Lola unerreichbar an die Decke. Wann hören gar nicht mehr so kleine Hunde eigentlich damit auf, alles fressen zu wollen, was ungefähr in ihr Maul passt? (Ja, das Tier wird ausreichend gefüttert, nein, ich möchte keine Ernährungstipps, ja, das Tier wird erzogen, nein, das Tier ist weder unter- noch überfordert. Entschuldigung, Sie ahnen nicht, wie wichtig diese Textergänzungen sind.) Weihnachten ohne Baum ist ein bißchen merkwürdig, wo sollen wir nur die Geschenke hinlegen? Ah. Blöde Frage. Möglichst hoch müssen wir sie legen, sonst werden sie nicht von uns ausgepackt. :)

Das Familienweihnachtsmenü ist geplant, das Essen am zweiten Feiertag mit „unseren“ Syrern ist noch nicht final geklärt, ich weiß derzeit nur, dass fünf Esser mehr mit am Tisch sitzen und dass die Verständigung nach wie vor hauptsächlich mittels Mimik und Gestik stattfinden wird. Nach Weihnachten feiert ein lieber Freund seinen runden Geburtstag in unserer Halle, dann kommt Silvester und dann das neue Jahr, das sich gar nicht so sehr anstrengen muss, um ruhiger als das alte zu werden.

12. November

12. November 2015

und deshalb gibt es gleich 12 Bilder, denn am Zwölften jedes Monats sammelt Frau Kännchen jede Menge Beiträge.

Es folgen sehr belanglose Bilder, weil heute war Donnerstag. Donnerstag ist nach wie vor Opa-Tag, also mein Tag, an dem ich mache, was ich will. Oder was noch rasch erledigt werden muss. Das bißchen Haushalt morgens zum Beispiel. Spülmaschine aus- und einräumen, während der gar nicht mehr so kleine Hund darauf wartet, dass wir endlich zur Hunderunde aufbrechen.

1

Jeden Donnerstag hat Lola einen Spieltreff. Mit Lotte und Sammy darf sie wild auf der Wiese hinter dem Schwabsburger RabenSchlossturm herumtoben. Das sieht immer ein bißchen unheimlich aus, wenn diese drei doch recht großen Hunden mit gefletschten Zähnen durcheinanderwuseln und sich dabei überschlagen, doch scheinbar ist auch sehr viel Spaß dabei, denn Lola zieht mich auf dem Hinweg die letzten Meter den Berg hoch vor lauter Vorfreude.

2

Nach dem Toben folgte, wie jeden Donnerstag, noch eine ausgedehnte Hunderunde. Der wirklich große Vorteil von Hunderunden mit mehr als einem Hund ist, dass Rehe und Kaninchen in den Wingertszeilen völlig uninteressant werden. Außerdem ist es auch ganz nett, Gesellschaft beim Spazieren zu haben und sich über Hundethemen auszutauschen.

3

Lola war auch heute wieder nach dieser Tobe-und-Rennrunde platt und verbrachte den Rest des Vormittags schlafend. Das ist prima, denn dann klebt sie mir nicht am Bein und ich kann ein bißchen im Nähzimmer arbeiten.

4

Nach einem erfrischenden Vormittagsschläfchen verlangte es dem gar nicht mehr so kleinen Hund nach Spiel und Spaß im Garten. Ich muss ihn dabei nicht begleiten, es reicht ihm das auszubuddeln, was er gestern eingebuddelt hat. Oder umgekehrt. Mittlerweile schien die Sonne und die Temperaturen im Wintergärtchen waren sommerlich. Das ist ja wirklich angenehm, aber auch irgendwie sehr falsch. Ich möchte jetzt bitte erste Fröste, damit ich über die Kälte und den ewigen Winter jammern kann.

5

Mein Mittagessen war höchst unspektakulär, beneidet wurde ich trotzdem darum. Von gestern abend waren Spaghetti Carbonara übrig, die ich mir aufwärmte. (und dick mit Parmesan und Pfeffer bestreute, lecker!)

6

Lola legte sich zum Mittagsschläfchen nieder und ich stellte fest, dass Stoffabbau im Nähzimmer zwar eine gute Sache ist, es aber in der Familie eindeutig zu wenig Babys gibt. Für einen Weihnachtsmarktstand reicht es nicht, aber vermutlich wird es ein Schaufenster geben. Oder etwas ganz Ähnliches.

7

Weil es abends so früh dunkel wird, startet die zweite Hunderunde schon am Nachmittag. Gegen 16:00 Uhr zog ich mit Lola zur großen Runde los. Als es schon dunkel war, trafen wir auf eine Bekannte mit Hund und so endete der Tag wie er begann: mit wildem Getobe. Ich nahm einen sehr erschöpften, gründlich vollgesabberten Hund mit nach Hause und freute mich auf einen gemeinsamen Abend mit dem besten Vater meiner Kinder.

8

Daheim erwartete uns Franz. Das Verhältnis der beiden ist mittlerweile fast entspannt. Lola schleckt Franz die Ohren, Franz streift Lola um die Beine. Lola schnüffelt an Franz´Hintern, Franz dreht sich empört weg. Franz legt sich auf den Boden, Lola fordert ihn zum Spiel auf. Lola bellt, Franz wischt ihr eine. Und dann trennen sich die Wege wieder. Das wird.

9

Der beste Vater meiner Kinder meldete seinen Feierabend und der gar nicht mehr so kleine Hund bekam Abendessen. Er darf erst fressen, wenn er die Erlaubnis dazu hat. Da sie sehr, sehr, SEHR gierig ist, ist das eine prima Möglichkeit, um ihr ohne Stress und Verluste von Körperteilen das Futter hinstellen zu können. Ich wurde gefragt, wie wir das geschafft haben. Äh. Mit Geduld und Konsequenz.

10

Der Hund satt, der beste Vater meiner Kinder auf dem Weg dahin, die Kindelein nach wie vor beim Opa – Zeit für eine ausgiebige Dusche. Das ist vielleicht merwürdig, dass ich das so zelebriere, bzw. eigens erwähne, doch mit vielen Menschen im Haus und einem Hund, der nicht sooo gerne allein ist, werden die Duschzeiten kürzer.

11

Der Abend endet auf dem Sofa, mit dem besten Vater meiner Kinder und Friends. (hat er noch nie gesehen und das ist schon eine kleine Bildungslücke) Und viel mehr wird heute auch nicht mehr geschehen.

12

Mittlerweile kamen auch der Jüngste und das Töchterlein nach Hause. Der Große ist auf der Chemikerparty, wie so ein richtiger Student. Die Tochter druckte noch rasch eine Fahrkarte für einen sehr wichtigen Termin morgen aus und der Jüngste berichtete, dass der Lehrer die heute geschriebene Arbeit bereits überflogen habe und ihm Rückmeldung gab: mindestens eine drei plus. Hach. Manchmal mache ich mir doch zuviele Sorgen.

Zusammengefasst: viel Luft, viel Sonne, viel Ruhe und eine gute Portion Erleichterung am Abend. Feiner Tag!

3. November

3. November 2015

Neulich schrieb ich, dass sich man sich hier in und zwischen den Wingerten auf gar keinen Fall verlaufen kann, weil man sich immer am Wartturm orientieren kann. Heute Morgen bei der Hunderunde konnte ich das nicht, denn dank des Nebels betrug die Sicht knapp fünf Meter und der Wartturm wäre nur dann eine Orientierungshilfe gewesen, wenn ich mit der Nase dagegen gerannt wäre. Ich stapfte mit Lola verschiedene Wege entlang, immer in der vagen Richtung Schwabsburg/Rabenturm. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich keine Ahnung hatte, ob ich oberhalb des Turms entlanglaufe oder noch davor bin, möglicherweise auch schon weit dahinter? An einer Weggabelung stand zum Glück ein Wegweiser. Unglücklicherweise konnte der mir nicht weiterhelfen, da er nicht beschriftet war. Der gar nicht mehr so kleine Hund wurde etwas unwillig, zumal er nicht frei laufen durfte. Zu viele Rehe kreuzten unseren Weg und interessierten ihn zu sehr. Und noch sah ich keine Notwendigkeit, uns Essbares zu erjagen, wir würden schon heimfinden.

Ich ging geradeaus auf einem Grasweg, bog auf einen asphaltierten Weg ab, ging wieder geradeaus, bog wieder ab, diesmal auf einen geschotterten Weg und hatte keine Ahnung, wo ich mich befand. Es ging nach oben, aber müsste ich nicht langsam mal absteigen? Nichts am Wegesrand war mir vertraut und das wurde langsam etwas unheimlich. Obendrein hatte ich Frühstückshunger, die Nässe des Nebels kroch mir in die Hosenbeine und überhaupt: in der Gemarkung verirren? Peinlich war mir das obendrein.

Heim fand ich dann sehr leicht, denn immerhin hat mein Phönchen ja ein GPS und somit habe ich mit dem elektronischen Spielzeug einmal etwas wirklich Sinnvolles machen können.

Daheim musste Lola wieder alleine bleiben üben. Das Trainingsprogramm läuft seit einiger Zeit mit mäßigem Erfolg, da sie eigentlich nur dann wirklich zur Ruhe kommt, wenn ich wenigstens im Raum bin. Da sie aber demnächst vier Stunden alleine bleiben muss … kochte ich mir mein Haferbreichen, reichte dem Hund zwei Apfelstücke und verabschiedete mich ins Nähzimmer. Es blieb lange Zeit ruhig in Küche und Wohnzimmer, erst nach drei Stunden hörte ich erst bellen, dann jaulen, dann winseln, dann das Klappen der Katzenklappe in der Küchentür (vermutlich als Lola ihren Kopf durchquetschte, was sie eigentlich auch nicht darf) und dann war es wieder ruhig.

Sehr ruhig und man könnte meinen, dass ich es doch besser wissen sollte, denn sehr ruhig bedeutet doch meistens sehr viel Scheisselkram. Und so war es dann auch. Lola hatte ihre Matratze im Wohnzimmer sehr gründlich in kleine und noch kleinere Schaumstoffbrocken zerlegt und diese gleichmäßig verteilt, dazwischen ein bißchen Pappmaché aus Zerkautem aus dem Papiermüll. Ich schwankte zwischen Wutgebrüll und Lachanfall, beschloss aber, die Sache schlicht hinzunehmen. Und wenigstens ein Bild davon zu knippsen. Lola sah äußerst schuldbewusst aus, vielleicht aber auch nur hungrig, denn es war allerhöchste Futterzeit.

Danach schlief das entzückende Hündchen wie ein Engelchen bei mir im Nähzimmer. Doch bevor ich mich auch nur an eine Maschine setzen konnte, erwachte sie wieder und verlangte Spiel, Spaß und Spannung. Zwischen Hundespiel und Spülmaschine einräumen klingelte das Telefon und eine sehr betrübte Weihnachtsmarktorganisatorin nahm meine Absage entgegen. Damit ist es offiziell: kein Weihnachtsmarkt dieses Jahr für mich und beim Zwiebelnschneiden für das Abendessen bissen mir nicht nur die Zwiebeldämpfe mächtig in den Augen.

Das Beste des Tages wird vermutlich ein Stück des Naanbrotes sein, das gerade aus dem Ofen duftet und vielleicht auch noch der Moment, wo ich mir die Bettdecke über die Ohren ziehe. Morgen wird es besser.