Was macht eigentlich

18. Februar 2014

… der dicke Martin?

Sie fragen da ja immer wieder interessiert und vielleicht auch ein bißchen sensationslustig nach. Jetzt gibt es endlich eine Antwort, denn wir waren mit Franz zum Impfen. (Franz wiegt übrigens stattliche 6,7 kg und soll jetzt auf seine Linie achten, mehr sollte es nicht werden, zu viel ist es aber auch nicht. Er ist genau richtig, weil groß ist er ja auch. Wahrscheinlich wird er sich den abendlichen Ratten-Snack allerdings nicht nehmen lassen.) Martin lebt als Einzelkater bei einem Paar und dient als Kinderersatz. Wahrscheinlich werden sie ihn nicht in niedliche Kinderklamöttchen stecken, aber sehr verwöhnen und ihm all die Ruhe und Pflege zu kommen lassen, die er braucht. Er ist gesund. Wir sind froh, dass es unserem Dicken so gut geht. Und das ist das Ende des Kapitels “dicker Martin”, Sie verstehen das.

… der Spocht, Frau Mutti? Pflicht oder Kür? Oder gar Geschichte?

Nach wie vor versuche ich zwei- oder gar dreimal in der Woche auf dem Crosstrainer herumzuhampeln, einmal die Woche klappt eigentlich immer. Ca. eine Folge “Under the dome” lang hüpfe ich auf dem Crosstrainer, dann rudere ich zwanzig Minuten, was mich ungefähr bis nach Oppenheim brächte, hätte ich keine Gegenströmung auf dem Rhein. Letztes Mal packten mich der Ehrgeiz und auch die Neugier: wie schaut es mit dem Laufen aus? Was wird Frau Knie sagen? Nach zehn Minuten auf dem Laufband war klar, dass Frau Knie gegen gleichmäßiges Laufen ohne Steigungen nichts einzuwenden hat. Und dass ich mich sehr, sehr auf laue Frühlingslüftchen freue, weil dann renne ich wieder durch den Wingert. Macht einfach viel mehr Spaß, als in miefiger Luft unterm Dach des Sportstudios.

… die Sauna? Bauen Sie noch oder schwitzen Sie schon?

Dreieinhalb Anstriche von insgesamt fünfen sind erledigt. Das bedeutet also, dass die Sauna nach wie vor in Einzelteilen in der Halle liegt und noch immer der liebliche Duft von Lasur und Grundierung durch die Grüne Villa wabert. Wann immer der beste Vater meiner Kinder Zeit hat (und das ist im Moment nicht so viel, weil sein Broterwerb derzeit viel Aufmerksamkeit fordert), pinselt er Brett für Brett an und sucht für das angepinselte Brett einen Platz in der Halle, an dem dieses in Ruhe trocknen kann, ohne dass es komplett zustaubt oder mit niedlichen Katzenpfotenabdrücken verziert wird. Nach getaner Arbeit wäre Entspannung in der Sauna prima, aber … tja.

… das Gartenhüttchen? Kann ich schon die Häkelnadeln für das große Handarbeitsfest wetzen?

Das Gartenhüttchen liegt noch in seiner Kartonage unter Saunabrettern, deren Lasur sanft trocknet. Bis zum Sommer wird es stehen, lassen Sie die Häkelnadeln noch ein bißchen stecken. Immerhin habe ich mich für eine Farbe entschieden und nähe bereits eifrig schmückendes Gartenhüttchen-Schnickeldi.

… der Garten?

Tomaten warten darauf, in Anzuchttöpfchen gezogen zu werden, Bohnen, Erbsen, Gurken und Kürbis liegen bereit. Außerdem haben die Tochter und ich gestern Samen für “Duftmelonen” bestellt, weil uns die Beschreibung so gut gefiel: … die Damen trugen diese früher wegen ihres lieblichen Duftes in ihren Handtaschen umher … Wir wollen also im Sommer lieblich duftende Melonen in unsere Handtaschen stecken. Vermutlich duften die Melonen nach zwei Wochen nicht mehr lieblich, lassen sich dafür aber streicheln.

Da der große Sohn behauptet, er müsse nicht den ganzen Tag für´s mündliche Abi lernen, darf er mir im Garten helfen und ein bißchen umgraben. Für Kartoffeln.

… das Ebook für den Filtertütenrock?

Nichts. Da können sie noch so sehr und oft *liebfrag*, *bettel*, *schockverliebt* und *kannnichtohneleben* schreiben, es wird kein Ebook geben. Nähen Sie doch Toffee Nosed Friends! Für die gibt es ein grandioses Ebook. :-) Und falls sie nicht nähen können: ab und zu verkaufe ich ja auch welche, schauen Sie links oben unter dem Impressum.

… der Franz? Zeigen Sie doch mal wieder ein Bild!

Der liegt halt so rum.

… Frau Mutti, wenn Sie im Mai in Berlin ist? Trinkt sie da wieder Kaffee bei Frau Barcomi?

Tut sie und sehr gerne mit Ihnen zusammen! Einen genauen Termin suche ich noch.

(noch Fragen?)

fragt Frau Brüllen und heute habe ich dran gedacht, das aufzuschreiben.

Ich erwachte vor dem Wecker. Das ist absolut erwähnenswert, weil ich das sonst sehr selten tue. Andererseit schlafe ich aber auch selten vor elf Uhr abends und gestern abend war es knapp zehn Uhr, als mir das Buch auf die Nase fiel. Frühe Schlafenszeit – früh wach.

Leider habe ich nichts davon, wenn ich früh wach bin, denn jahrelanges “die Familie am Morgen mit guter Laune und leichtem Geplauder erfreuen” hat dazu geführt, dass die Familie mich nicht sehen will. Am frühen Morgen. Meine Familie möchte stumm Müsli oder Brot kauen und sich mit Brummlauten die Milch anreichen. Ich hingegen will erzählen was ich Lustiges geträumt habe, welche Pläne ich habe und ist das nicht wieder ein toller Tag? Nein, Mama; geh weg, Mama; lass uns, Mama.

Mama bleibt also im Bett und damit sie wirklich drin bleibt, bekommt sie Kaffee, Orangensaft, Eisentablette und das Handy angereicht. Erst wenn sich zwanzig nach sieben das letzte Kind verabschiedet hat, darf ich das Bett verlassen. Vorher höchstens ganz kurz mal ins Bad.

So war das heute auch.

Ich verabschiedete den Gatten, nahm mir einen zweiten Kaffee und mein Frühstücksobst mit ins Nähzimmer und begann ein nettes, elektronisches Schwätzchen mit den Freundinnen von weiter weg.

Kurze Zeit später begann ich organisiert meine Liste für heute abzuarbeiten, d.h. ich fing etwa zehn Sachen gleichzeitig an und hatte drei weitere Ideen. Es gibt so Tage. Heute half es mir, zwei Geburtstagsnußecken zu verspeisen und dabei zu sortieren, was wirklich noch für das Wochenende wichtig ist. Und diese paar Sächelchen arbeitete ich den Tag über ab. Immer wieder unterbrochen von kleinen Schwätzchen per WhatsApp oder total wichtigem Knippsen für Instagram. Den Franz zum Beispiel:

Weil er da so niedlich auf dem Küchensofa mit dem Huhn kuschelt. Ich hätte mich glatt dazu kuscheln können.

Aber es half ja nichts, ich hatte noch Elefanten und Hirten zu stopfen. Das Wetter erinnerte sich auch langsam daran, dass da im Norden ein Xaver tobt und schaltete solidarisch von zaghaftem Sonnenschein auf windiges Grau um. Ich kämpfte mit einer Kerze und jede Menge Tee dagegen an. Und beschloss am frühen Nachmittag, dass die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt nun mehr abgeschlossen sind. Welch Befreiung!

Die Kinder kamen heim, schauten kurz rein und verschwanden wieder. Sie wissen ja: Donnerstag = OmaOpaTag. Der Große berichtete mir rasch noch, dass die Termine für das schriftiche Abitur stehen. In sechs Wochen. Das ist … bald. Lernen hat aber noch Zeit, sagt er und ignoriert die Farbwechsel in meinem Gesicht.

Als wieder Ruhe einkehrte, fiel mir ein, dass ich meinen Muff beim letzten Weihnachtsmarkt gegen drei Flaschen selbstgemachtem Likör getauscht hatte und deshalb mit sehr kalten Händen zu rechnen hätte. Wenn … ich mir nicht rasch einen neuen nähe. Mal eben. Und falls sie jetzt auf eine lange, möglicherweise witzige, weil selbtsironische Geschichte vom Scheitern beim Muffnähen warten, es tut mir leid. Alles lief glatt. Er ist ein bißchen zu breit, aber das macht nichts, da passt dann prima mein Taschenöfchen rein:

Und ja, auch hier ein Huhn. Die lassen mich einfach nicht los, diese Viecher. Gefüttert ist der Muff übrigens mit kuscheligem Teddyplüsch und die Klecksefrau behauptete später, das sähe viel besser aus, wenn das Bündchen eingefasst wäre. Da ich nicht weiß, was genau sie damit meint, bin ich weiterhin sehr stolz und zufrieden.

Der beste Vater meiner Kinder kam nach Hause und gemeinsam beschlossen wir den Sport zu schwänzen, zugunsten einer ungesunden Mahlzeit auf dem Sofa.

Danach blieb noch ein wenig Zeit, um eine Rechnung zu schreiben, ein bißchen Geld auszugeben und voller Entsetzen festzustellen, dass alle viermillionenachthundertsechundneuzigtausenddreihundertvier Schnickeldis für den Weihnachtsmarkt noch mit Preisschild behängt werden müssen.

Vor lauter Begeisterung darüber beschloss ich, einfach unwichtiges Zeug ins Blog zu schreiben, eine Tasse Tee zu trinken und danach ins Bett zu fallen. Lasse ich mir morgen früh eben zum Kaffee den Ausstanzer und hübsches Papier ans Bett bringen.

Gute Nacht.

9. November 2013

9. November 2013

Das Röckchen von gestern wurde beinahe fertig. Es wäre ganz fertig, hätte ich mich entscheiden können ob und welches Band ich draufnähe und ob ich den Saum mit Schrägband und wenn ja, mit welchem, einfasse oder schlicht umnähe. Heute vielleicht.

Oder auch nicht, denn heute scheint die Sonne und statt im Nähzimmer zu sitzen …

könnte ich auch einfach draußen bleiben.

Der dicke Martin.

22. März 2013

Heute lag er wieder im Wintergärtchen auf dem Korbsofa, völlig matt und schlapp. Ab und zu schleppte er sich auf´s Katzenklo, doch da kam nix. Nur Schmerzen, wie er uns laut schreiend zu verstehen gab. Wir holten, wie schon so oft in diesem Jahr, die Katzentransportbox aus der Halle, er kletterte freiwillig hinein. Als wüsste er, dass ihm geholfen werden soll.

Heute beim Tierarzt erfuhren wir dann, dass die Harnröhre erneut komplett verlegt ist. Wie vor zwei Wochen. Die Blase randvoll, zurückgestaut bis zu den Nieren, der Atem des Katers roch nach Urin. Sofort einen Katheder setzen und operieren, eine künstliche Fistel, damit die Steine durch die Harnröhre können. Zweierlei Sorten von Steinen bildet er in seiner Blase. Der einen Sorte kommt man diätisch bei, der anderen nicht, dafür hat er eben eine Veranlagung.

Die empfohlene Tierklinik ist gut hundert Kilometer von uns weg, Kosten der Fisteloperation mindestens 800,- Euro, wahrscheinlich mehr, weil der Allgemeinzustand so schlecht ist. Danach: Ungewissheit. Sehr wahrscheinlich wieder Steine, die eine Sorte halt. Und die Gefahr von aufsteigenden Infektionen.

Wir ließen den dicken Martin zum katheterisieren in der Tierarztpraxis und fuhren heim. Reden mit den Kindern und entscheiden, wie es weitergeht. Entscheiden, ob wir dieses Leben für den dicken Martin wollen. Wollen wir nicht.

Wir fuhren erneut in die Tierarztpraxis, mit schweren Herzen, dunklen Gedanken und kalten Händen. Und hörten, wie sich die Tierärztinnen beratschlagten. Die eine sprach sehr pragmatisch. Sprach von “Fass ohne Boden, das wird nichts mehr, das ist Quälerei.”, die andere sagte, sie brächte es nicht über´s Herz. Wolle alles versuchen, um ihn zu retten und ihn gerne übernehmen, um ihm auch später die richtige Pflege angedeihen zu lassen. Wir stimmten zu, beinahe überrumpelt.
Und jetzt fühle ich mich völlig zwiegespalten. Bin natürlich froh, dass er eine “Chance” bekommt und frage mich gleichzeit, ob die “Chance” nicht weitere Quälerei bedeutet? Ich vertraue auf die Tierärztin, dass sie die Grenze erkennt.
Wir bleiben in Kontakt, sie informiert uns. Und mir ist zum Heulen.

Zwei Nächte hat er auswärts (= mit Katheder beim Tierarzt) genächtigt, konsequent dort das Futter verweigert, dafür aber sämtliche Spritzen und Blasenspülungen mehr oder minder klaglos über sich ergehen lassen. Gestern mittag durften wir ihn heimholen, gestern abend fürchtete ich, dass sich erneut Gries in die Harnröhre gelegt hat, denn er rannte dauernd breitbeinig zum Katzenklo, kam aber unverrichteter Dinge wieder zurück. Mehrmals. Er kauerte sich in alle mögliche Ecken … und nichts geschah. (glauben Sie mir, ich bin schier durchgedreht, weil das kann doch nicht sein, das wäre wirklich nicht fair und alles, was man halt so schimpft.)
Irgendwann pinkelte er dann doch, maunzend und jaulend, in unseern Holz-hol-Korb. Semi-optimal, weil nicht der dafür vorgesehene Ort, aber immerhin – Urin floss ab. Ich schlief beinahe beruhigt.
Heute morgen hatten wir einen Kontrolltermin beim Tierarzt. Der dicke Martin pinkelte brav auf Hin- und Rückfahrt in die Transportbox (reines Protestpinkeln, tut er immer, wenn er in dieser Kiste sitzt), ließ sich ein Antibiotikum spritzen und war insgesamt eher unwillig beim Tierarzt. Von Lethargie auf dem Behandlungstisch, ausglöst durch Schmerzen und Angst, war nichts mehr zu sehen, er ist als “gesund” entlassen.
“Gesund” in Anführungszeichen, weil er nun als Blasenstein oder -gries-Kandidat gilt. Er soll Diätfutter fressen (was er ganz anders sieht) und es kann jederzeit wieder vorkommen, dass die Harnröhre verstopft. Da dies dann das dritte Mal wäre, zöge man eine Fistel in Erwägun. Das bedeutet, dass der Penis des Katers “amputiert” wird, um eine größere Öffnung für Harn und Gries und was sonst noch raus will zu schaffen.Das ist allerdings Zukunftsmusik und wir hoffen, uns noch lange keine Gedanken darüber machen zu müssen.

Ergänzung: pinkeln tat wahrscheinlich weh, nach dem Ziehen des Katheders. Deshalb die Schwierigkeiten.

Was nun die horrenden Kosten anbelangt … sie belaufen sich auf ein Drittel von dem, was wir kalkuliert und befürchtet hatten und wir sind ausgesprochen erleichtert. Mein Jammern über die Kosten sollte auf gar keinen Fall die Arbeit unseres Tierarztes herabsetzen! Ich möchte damit aber jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Haustier anzuschaffen, klarmachen, dass es mit den Anschaffungs- und Futterkosten nicht getan ist. Auch ohne dass ein Tier erkrankt ist immer mit Tierarztkosten zu rechnen, die Tiere sollen sterilisiert und geimpft werden! Und kleinere Verletzungen passieren eben auch.
Ich nehme mir durchaus das Recht zu jammern, dass solch ein kleines Tier so teuer sein kann. Ich behaupte aber nicht, das sei es nicht wert.

Und noch zwei, drei Sätze zum Futter. Es gibt so viele Meinungen und Ansätze und jeder weiß, dass sein Weg der Beste ist und sein Tierarzt die einzig wahre Antwort hat und jeder kennt einen, der einen kennt, bei dem es geholfen hat, bei Vollmond in die Futterschüssel zu spucken. Und genauso wie es bei Impfungen, Kinderernährung und -erziehung sinnlos ist zu diskutieren, werde ich auch hier nicht über die weitere Ernährung der Kater diskutieren. Wir machen das genau so, wie wir es für richtig halten, haben uns informiert und beraten lassen und sind jetzt äußerst optimistisch, dass der eine Kater gesund wird und der andere es bleibt.

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Und das war jetzt mal wieder genug CatContent. Oder auch nicht, ich nähe jetzt ein Katzenkissen und das zeige ich natürlich, wenn es fertig ist.

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Montag gehen die ersten Päckchen auf die Reise. Das hätte schon gestern geschehen können, aber gestern … war kein guter Tag.