Der dicke Martin.
22. März 2013
Heute lag er wieder im Wintergärtchen auf dem Korbsofa, völlig matt und schlapp. Ab und zu schleppte er sich auf´s Katzenklo, doch da kam nix. Nur Schmerzen, wie er uns laut schreiend zu verstehen gab. Wir holten, wie schon so oft in diesem Jahr, die Katzentransportbox aus der Halle, er kletterte freiwillig hinein. Als wüsste er, dass ihm geholfen werden soll.
Heute beim Tierarzt erfuhren wir dann, dass die Harnröhre erneut komplett verlegt ist. Wie vor zwei Wochen. Die Blase randvoll, zurückgestaut bis zu den Nieren, der Atem des Katers roch nach Urin. Sofort einen Katheder setzen und operieren, eine künstliche Fistel, damit die Steine durch die Harnröhre können. Zweierlei Sorten von Steinen bildet er in seiner Blase. Der einen Sorte kommt man diätisch bei, der anderen nicht, dafür hat er eben eine Veranlagung.
Die empfohlene Tierklinik ist gut hundert Kilometer von uns weg, Kosten der Fisteloperation mindestens 800,- Euro, wahrscheinlich mehr, weil der Allgemeinzustand so schlecht ist. Danach: Ungewissheit. Sehr wahrscheinlich wieder Steine, die eine Sorte halt. Und die Gefahr von aufsteigenden Infektionen.
Wir ließen den dicken Martin zum katheterisieren in der Tierarztpraxis und fuhren heim. Reden mit den Kindern und entscheiden, wie es weitergeht. Entscheiden, ob wir dieses Leben für den dicken Martin wollen. Wollen wir nicht.
Wir fuhren erneut in die Tierarztpraxis, mit schweren Herzen, dunklen Gedanken und kalten Händen. Und hörten, wie sich die Tierärztinnen beratschlagten. Die eine sprach sehr pragmatisch. Sprach von “Fass ohne Boden, das wird nichts mehr, das ist Quälerei.”, die andere sagte, sie brächte es nicht über´s Herz. Wolle alles versuchen, um ihn zu retten und ihn gerne übernehmen, um ihm auch später die richtige Pflege angedeihen zu lassen. Wir stimmten zu, beinahe überrumpelt.
Und jetzt fühle ich mich völlig zwiegespalten. Bin natürlich froh, dass er eine “Chance” bekommt und frage mich gleichzeit, ob die “Chance” nicht weitere Quälerei bedeutet? Ich vertraue auf die Tierärztin, dass sie die Grenze erkennt.
Wir bleiben in Kontakt, sie informiert uns. Und mir ist zum Heulen.

Der dicke Martin, hoffentlich letzter Teil
10. März 2013
Zwei Nächte hat er auswärts (= mit Katheder beim Tierarzt) genächtigt, konsequent dort das Futter verweigert, dafür aber sämtliche Spritzen und Blasenspülungen mehr oder minder klaglos über sich ergehen lassen. Gestern mittag durften wir ihn heimholen, gestern abend fürchtete ich, dass sich erneut Gries in die Harnröhre gelegt hat, denn er rannte dauernd breitbeinig zum Katzenklo, kam aber unverrichteter Dinge wieder zurück. Mehrmals. Er kauerte sich in alle mögliche Ecken … und nichts geschah. (glauben Sie mir, ich bin schier durchgedreht, weil das kann doch nicht sein, das wäre wirklich nicht fair und alles, was man halt so schimpft.)
Irgendwann pinkelte er dann doch, maunzend und jaulend, in unseern Holz-hol-Korb. Semi-optimal, weil nicht der dafür vorgesehene Ort, aber immerhin – Urin floss ab. Ich schlief beinahe beruhigt.
Heute morgen hatten wir einen Kontrolltermin beim Tierarzt. Der dicke Martin pinkelte brav auf Hin- und Rückfahrt in die Transportbox (reines Protestpinkeln, tut er immer, wenn er in dieser Kiste sitzt), ließ sich ein Antibiotikum spritzen und war insgesamt eher unwillig beim Tierarzt. Von Lethargie auf dem Behandlungstisch, ausglöst durch Schmerzen und Angst, war nichts mehr zu sehen, er ist als “gesund” entlassen.
“Gesund” in Anführungszeichen, weil er nun als Blasenstein oder -gries-Kandidat gilt. Er soll Diätfutter fressen (was er ganz anders sieht) und es kann jederzeit wieder vorkommen, dass die Harnröhre verstopft. Da dies dann das dritte Mal wäre, zöge man eine Fistel in Erwägun. Das bedeutet, dass der Penis des Katers “amputiert” wird, um eine größere Öffnung für Harn und Gries und was sonst noch raus will zu schaffen.Das ist allerdings Zukunftsmusik und wir hoffen, uns noch lange keine Gedanken darüber machen zu müssen.
Ergänzung: pinkeln tat wahrscheinlich weh, nach dem Ziehen des Katheders. Deshalb die Schwierigkeiten.
Was nun die horrenden Kosten anbelangt … sie belaufen sich auf ein Drittel von dem, was wir kalkuliert und befürchtet hatten und wir sind ausgesprochen erleichtert. Mein Jammern über die Kosten sollte auf gar keinen Fall die Arbeit unseres Tierarztes herabsetzen! Ich möchte damit aber jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Haustier anzuschaffen, klarmachen, dass es mit den Anschaffungs- und Futterkosten nicht getan ist. Auch ohne dass ein Tier erkrankt ist immer mit Tierarztkosten zu rechnen, die Tiere sollen sterilisiert und geimpft werden! Und kleinere Verletzungen passieren eben auch.
Ich nehme mir durchaus das Recht zu jammern, dass solch ein kleines Tier so teuer sein kann. Ich behaupte aber nicht, das sei es nicht wert.
Und noch zwei, drei Sätze zum Futter. Es gibt so viele Meinungen und Ansätze und jeder weiß, dass sein Weg der Beste ist und sein Tierarzt die einzig wahre Antwort hat und jeder kennt einen, der einen kennt, bei dem es geholfen hat, bei Vollmond in die Futterschüssel zu spucken. Und genauso wie es bei Impfungen, Kinderernährung und -erziehung sinnlos ist zu diskutieren, werde ich auch hier nicht über die weitere Ernährung der Kater diskutieren. Wir machen das genau so, wie wir es für richtig halten, haben uns informiert und beraten lassen und sind jetzt äußerst optimistisch, dass der eine Kater gesund wird und der andere es bleibt.
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Und das war jetzt mal wieder genug CatContent. Oder auch nicht, ich nähe jetzt ein Katzenkissen und das zeige ich natürlich, wenn es fertig ist.
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Montag gehen die ersten Päckchen auf die Reise. Das hätte schon gestern geschehen können, aber gestern … war kein guter Tag.
Der dicke Martin, Teil II
8. März 2013
Danke für Zuspruch und gedrückte Daumen.
Wir warten auf den Anruf des Tierarztes, wissen also noch nichts Neues.
Ich werde die Neuigkeiten hier ergänzen.
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Danke auch für die vielen Ratschläge ums Füttern. Der dicke Martin frisst kein Trockenfutter.
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Nach dem Anruf des Tierarztes weis ich nun, dass der dicke Martin ein lieber, zutraulicher, freundlicher Kater ist, der regelmäßig von TA und Praxisteam geknuffelt wird. Ausserdem weiß ich, dass er noch immer kathederisiert ist und das auch noch bis morgen bleibt. Irgendwelche Gesteinsproben (haha) wurden ins Labor geschickt und ein spezielles Blasendiätfutter verabreicht.
Ich will meinen dicken Martin zurück. Und höre im Geist dieses *plingpling* einer altmodischen Kasse.
Der dicke Martin
7. März 2013
liegt im Katzenkrankenhaus. Hat nach einem Harnstau einen Katheder in der Harnröhre, durch den in den nächsten zwei Tagen der ganze angesammelte Gries rausgespült werden soll.
Ich sag Ihnen, man hat schon sein Leid, mit den Katzenviechern. Alle verfügbaren “werd-gesund-Kater”-Daumen zu uns, denn auch wenn wir ihn in kompetenten Händen wissen, wir sorgen uns sehr.
(verkneifen Sie sich ätzende Kommentare, weil ich schreibe es trotzdem: neben dem ganzen Mitleid mit unserem süßen Puffelkätzchen, mache ich mir auch echte Sorgen um unseren Geldbeutel. Wer über die Anschaffung einer Katze nachdenkt, sollte ganz unbedingt bedenken, dass er nicht nur Kotze vom Boden wischen und ein Katzenklo reinigen muss, sondern im doofsten Fall auch etliche Hunderter beim Tierarzt lassen muss.)
Martin, Franz und Pheromone
28. Februar 2013
Da Sie immer mal wieder nach den Katertieren fragen … so schaut´s aus.
Martin und Franz sind keine dicken Freunde, leben aber weitestgehend friedlich nebeneinander. Können gleichzeitig an der Futterstelle fressen und mit einer Kissenbreite Abstand gemeinsam auf dem Sofa schlafen.
Sie haben völlig unterschiedliche Wesen.
Martin

ist ruhig, fast schon lethargisch. Er ist schreckhaft und sowie sich die Grüne Villa mit Besuch füllt, versteckt er sich. Abends kriecht er auf irgendeinen Schoß, um sich Streicheleinheiten abzuholen, nachts schläft er beim Großen auf einem Stuhl. Von wegen nachtaktiv ;) Er ist klein und rund, keiner mag glauben, dass er ein großer Jäger ist, der Mäuse, Vögel, (lebende) Fledermäuse und sogar Ratten bringt. Sein Fell ist unglaublich dicht und dabei so zart, dass man ihn viel mehr streicheln möchte, als er will.
Franz

ist ein ganz anderes Kaliber. Mittendrin statt nur dabei, lautstark Streicheleinheiten und/oder Futter einfordernd, inmitten des größten Getümmels liegt er friedlich schlafend. Er mag es, wenn er wie ein Baby im Arm gewiegt wird und das ist sehr niedlich. (taktisch klug von ihm, denn er ist wahrlich erziehungsresistent, was das Tisch- und Tresenverbot anbelangt. Dank seiner Niedlichkeit vereihen wir ihm.) Abends knäult er sich zum Schlafen in meine Kniekehlen. Irgendwann mitten in der Nacht verschwindet er, um in den frühen Morgenstunden mit sehr dreckigen Pfoten wieder auf mein Bett zu hüpfen. Man merkt ihm an, dass er, im Gegenteil zu Martin, in einem trubeligen Haushalt geboren wurde. Martin hatte es ruhig und friedlich, Franz wurde von klein auf von drei Kleinkindern durch die Gegend geschleppt. Er ist groß und schlank, hat deutlich dünneres Fell. Ein echter Wüstenkater, nicht nur wegen seiner Färbung.
Martin wäre ein perfekter Kater für berufstätige Menschen, die ihn den ganzen Tag allein (= in Ruhe) ließen, wohingegen Franz Gesellschaft sucht und braucht.
Aber wie oben geschrieben: die beiden haben sich miteinander arrangiert, lebten glücklich und zufrieden, bis … letzten Sommer zwei neue Katzen in der Nachbarschaft auftauchten. Franz nahm das eher gelassen, doch Martin zeigte Revierverhalten. Und brummkreiselte durch den Garten, um fremden Katzen zu zeigen, wer der Chefkater ist. Unbeirrt davon erkundete eine dieser Katzen, ich vermute ebenfalls ein Kater, ein schwarzer, hübscher obendrein, dreist unsere Terrasse und fand irgendwann auch den Weg durch die Katzenklappe nach drinnen. Mehrmals wurden wir nachts von empörtem Katzengekreisch und sich prügelnden Katern geweckt.
Wir vertrauten darauf, dass die Viecher das unter sich ausmachen würden, die Katzenklappe zu schließen kommt aus mehreren Gründen nicht in Frage. (es gibt da nämlich noch einen dritten, halbwilden Kater, der ab und an zum Fressen kommen mag und darf)
Lange Rede, kurzer Sinn: es regelte sich nicht und Martin begann zu markieren. Schwanz senkrecht nach oben und ein kurzer, gezielter Strahl übelst riechendem Urin an senkrechte Flächen, die da halt so rumstehen. Ein Koffer in der Halle, der Rechner, der kurz dort abgestellt wurde, das Hallentor. Und irgendwann auch eine Etage höher, an den Heizkörper in unserem Schlafzimmer, den alten Küchenschrank und, großartig gezielt, in die Gewürzschublade. Der Große ließ Martin nicht mehr in sein Zimmer und wir beobachteten ihn argwöhnisch, immer auf dem Sprung, Markieren zu unterbinden. Eine unschöne Situation.
Wir begannen, den schwarzen Kater konsequent zu verscheuchen. Der viele Schnee halt dabei toll, da er prima enttarnte und obendrein gutes Wurfmaterial bot. Ein gut gezielter Schneeball ist effektiver als scheuchendes in die Hände klatschen. Mittlerweile muss ich nur noch streng in den Garten schauen und der Schwarze flitzt. (leider, er ist SO hübsch.)
Der Nachsorgetermin von Martins Blasenentzündung bei unserem Tierarzt stand an. Alles prima übrigens, der Kater ist kerngesund. Wir sprachen diese Markierereigeschichte an und fragten nach Hilfe. Und erfuhren, dass einige Kater mit Blasenentzündung auf Stress reagieren und das passt ja dann auch ins Bild. Gestresste Kater markieren. Um unseren sensiblen Kater nun zu entstressen, klemmt in unserer Wohnzimmersteckdose jetzt eine Art Brise Pyramide. Statt komischem Duft gibt dieses Ding Pheromone ab. Pheromone, die “hier ist alles prima, mach dich locker” signalisieren sollen.
Was soll ich sagen, es klappt! Einen entspannteren Martin hatten wir noch nie. Er verliert seine Schreckhaftigkeit, hat das Markieren mit Urin aufgegeben und streicht stattdessen wieder die Kinndrüsen über “seine” Stellen. Auch das Verhältnis zwischen Franz und Martin ist besser. Franz hüpft nicht mehr hinterrücks auf Martin, Martin bleibt einfach liegen, wenn Franz auf´s Sofa dotzt.
Ich kann nicht sagen, ob es womöglich nur so ein Placeboding ist und wir viel entspannter sind, weil wir aktiv etwas tun und sich diese Entspannung dann auf die Viecher auswirkt oder ob es die Pheromone sind, die das tun, was sie sollen. Ist mir letztendlich auch egal, das gute Ergebnis zählt.
(ob es die, für Menschen nicht riech- oder spürbaren, Pheromone sind oder die Entspannung, weil ich nicht dauernd dem Kater hinterherwischen muss … mir ist auch ganz wohlig und ruhig zumute, hier im Wohnzimmer. Das kann aber auch am Ofenfeuer liegen. Und an der Uhrzeit.)
Samstagsvergnügen
27. Januar 2013
Die beiden älteren Kindelein betreuten die angehenden Konfirmanden auf deren viertägiger Freizeit und deshalb planten wir ein exklusives Wochenende mit dem jüngsten Sohn. Insbesondere für den Samstag abend ausgewogene Ernährung in Form von Karotten- und Paprikastreifen und Salzbrezeln zum Dippen in Spundekäs, auf dem Sofa, vor einem netten Film. Ein hübscher Plan.
Unglücklicherweise fühlte sich der dicke Martin ganz offensichtlich nicht wohl. Er lag matt in der Gegend herum, maunzte jämmerlich und ließ die Ohren hängen. Hochheben ließ er sich, sein Bauch war weich, wir plädierten für “abwarten” und rührten den Spundekäs zusammen.
Martin begann sehr wehklagend zu maunzen, Töne, die ich bisher noch nicht von einer Katze gehört hatte. Und wir sorgten uns sehr. Riefen beim Tierarzt an, in der Hoffnung, eine Notfallnummer zu bekommen. “Unsere Leitungen sind derzeit alle besetzt, bitte haben sie ein wenig Geduld”, wurde uns mitgeteilt. Geduld nutzte nichts, die Praxis war nicht besetzt, das Band nicht für’s Wochenende besprochen. En Anruf bei einer anderen Tierärztin führte zu einer Mailbox.
Der Kater jaulte. Und lag in einer Lache seines Urins, hellrot gefärbt. Ging ein paar Schritte in den Flur und pinkelte die nächste blutige Pfütze.
Die Suche im Internet nach einem tierärztlichen Notdienst gestaltete sich nicht ganz so trivial, Katzenforen mit Einträgen aus dem Jahr 2006 sind im google-Ranking recht weit oben.
Letztlich fanden wir einen Tierarzt in Ober-Olm, nicht allzu weit weg entfernt von uns. Ich rief an, beschrieb die Symptome und bekam die Empfehlung, direkt loszufahren. Und Wartezeit mitzubringen. Wir packen den dicken, kranken, beleidigten und unwilligen Martin in eine Katzentransportbox und fuhren los.
Im Wartezimmer der Praxis vor uns eine ältere Dame, ebenfalls mit einem Kater. Beide verschwanden für zwei Stunden im Behandlungsraum, ab und zu kam die Tierärztin nach draußen, schüttete Flüssigkeiten in Röhrchen, startete Zentrifugen, schaute besorgt und verschwand gehetzt wieder. Allein im Wochenenddienst.
Irgendwann kamen Dame, Kater und Tierärztin wieder zurück. Mitleidig hörten wir von Nierenproblem, der Notwendigkeit, Spezialfutter zu verabreichen und vernahmen, blass um das Näschen werdend, dass Notdienst, Behandlung und Futter die Dame schlappe 293,-€ kosten würden.
Und dann durften wir mit. Der dicke Martin war mittlerweile eher apathisch, was der Untersuchung förderlich war. Er ließ sich bereitwillig den Bauch rasieren, damit die Ärztin per Ultraschall die Blase untersuchen konnte. Er bekam eine Spritze, damit er für eine Urinprobe pinkeln musste. (was zum Glück auch klappte, so blieben ihm Vollnarkose und Katheder erspart) Die Untersuchung des Urins ergab: Blasenentzündung. (hatten wir uns schon fast gedacht) Er bekam eine große Dosis Antibiotikum gespritzt und obendrein ein Schmerzmittel. Letzteres wirkte sofort und aus dem apathischen Bündel wurde wieder der eher unwillige, mürrische Kater, der Tierärzte, und seien sie noch so nett, einfach dämlich findet. Mit ein paar Päckchen nierenschonendem Futter, einigen Spritzen voller Medizin und einhunderpaarunddreissig Euro ärmer fuhren wir vier Stunden später wieder heim.
Daheim schlürfte der dicke Martin einen halben Napf Wasser, pinkelte ausgiebig ins Katzenklo und heute … scheint er wieder der alte zu sein. Vielleicht ein bißchen müde und matt, aber wir müssen nicht mehr um ihn bangen.
Und das nächste Wochenende planen wir dann auch wieder anders.
Von sportlichen Schweinen
24. Januar 2013
und roten Katern.
Frau Rieger hat das neue Jahr mit guten Vorsätzen begonnen und sich immerhin zeichnerisch in Richtung sportliche Betätigung ausgetobt. Es sind keine inneren Schweinehunde, dafür aber reizende sportelnde Schweine geworden, die es seit heute, 24.1.2013, in ihrem Shop als Stickdatei zu erwerben gibt.
Bei mir haben es die sportlichen Schweine zunächst auf kleine Handtücher geschafft. Da wir ein kleines Bad haben, gibt´s nur kleine Handtücher. Diese dann aber wenigstens in hübsch. (die allerersten bestickten Handtücher hatten übrigens dieses Motiv. Durchaus gewöhnungsbedürftig.)
Der erste Schwung Handtücher – und ich bitte inständig die schlechte Bildqualität zu entschuldigen (besser geht nicht, die Handtücher schwimmen derzeit in der Waschmaschine) – wurde mit Gewichtheber-, Handstand- und Aerobic-Schwein geschmückt. Gewichtheber- und Aerobicschwein sind die beiden einzigen Motive der Serie, bei der ein Farbwechsel eingebaut werden kann, Hanteln und Stirnband sind bei mir grau, die Schweine dunkelblau. (schlimm, dass ich das extra schreiben muss, aber sehen können Sie es nicht.)

Zwei weitere Tücher zieren nun türkisfarbene Schweine, die Tochter hat sich ausdrücklich das Volleyballschwein gewünscht. (warum auch immer, sie spielt kein Volleyball. Aber ein kletterndes Schwein ist leider nicht dabei :)) Beim Sticken des anderen Schweines sang ich unbegreiflicherweise “staying alive, ha-ha-ha-ha staying alive, staying alive” vor mich hin. Merkwürdig.

Meinen Liebling aus der Serie muss ich mit der roten Ratte teilen.
Franz liegt auf dem Tuch, das ich zu fotografieren gedachte und das ist doppelt schlecht, da, ich a) nur die Katze, nicht das gestickte Schwein knippsen konnte und b) ist es den Katern sowieso verboten, auf Tischen oder Handtüchern herumzuliegen. Versuchen Sie erst garnicht, Schuldbewusstsein in diesen Katzenblick hinein zu interpretieren.

Nachdrückliches Ermahnen, Wegschieben und in die Seite pieksen führte zunächst zu lautem Schnurren, dann zu widerwilligem beiseite Rücken und letztlich auch zu pädagogischem Erfolg: der Kater verließ Handtuch und Tisch.

Und ich darf Ihnen das Yoga-Schwein zeigen, das mein Handtuch schmückt. Ist es nicht hinreissend?

Wenn ich Ihnen jetzt noch verrate, dass die Freitagsfreundin, die Schwester der Freitagsfreundin und ich geplant haben, unsere Körper mit Hilfe von Yogastunden zu vervollkommenen … dann ist ja klar, dass das Yogaschwein demnächst auch noch T-Shirts und kleine Reissverschlusstäschchen zieren wird.
Frau Rieger, danke für die tolle Kollektion und dass ich sie probesticken durfte!

