Die Fliege(n)
29. Oktober 2005
Auch wenn es sich um ein importiertes Fest handelt: Halloween ist eine nette Sache für Kinder. Sie dürfen hemmungslos Süssigkeiten schnorren, wabbelige, klebrige, quietschbunte Dinge essen und aufbleiben, bis es dunkel ist. Richtig dunkel. Halb zehn dunkel.
Müssen sie ja auch, denn der ausgehöhlte und mit gruseliger Fratze versehene Kürbis soll ja leuchten.
UNSERE Kürbisse leuchten nicht nur, sie bewegen sich auch! Das ist allerdings eine optische Täuschung, die durch Squillionen von Obstfliegen (Drosophila spec.) verursacht wird. Vom hygienischen Standpunkt aus sicher fragwürdig, aber ein hervorragender Grusel-Effekt.
Für einen weiteren Gruseleffekt wird wahrscheinlich Herr von Sauerstein sorgen. Der hat nämlich heute nachmittag sehr interessiert an den Grusel-Kürbissen genagt und wird sich wahrscheinlich im Laufe der Nacht farblich sehr ansprechend übergeben. Hoffentlich auf den leicht wischbaren Fußboden.
Ein nettes Intro für eine Schädlingsbeseitungs-Seite gibt es übrigens hier Und – nein – der Kater fällt nicht in die Kategorie Schädling. Eher in die Rubrik Allesfresser.
wenn …
29. Oktober 2005
an einem Samstag morgen um zehn Uhr das Telefon klingelt, dann bedeutet das nichts Gutes.
Wenn der Chef des besten Vaters meiner Kinder freundlich nachfragt, ob es allen gut geht, dann bedeutet das nichts Gutes.
Ganz aktuell bedeutet es, dass der beste Vater meiner Kinder spontan für zweieinhalb Wochen in die Staaten fliegt. Und zwar pünktlich zum Schulbeginn der Kinder. Schade, das. Noch schader, dass der Geburtstag des Großen in diese Zeit fällt. Und diverse Schulelternbeiratssitzungen. Und Klassenelternstammtische. Und eine Einladung zum Essen. Und die ersten Weihnachtsfeiern. *seufz*
Meine besonderen Gedanken gehen heute ins Grazerlei, IHR Strohwitwen-Dasein geht doch bedeutend länger.
heute morgen
26. Oktober 2005
sage und schreibe 26 mails im Postfach. Frau … äh … Mutti jubiliert und denkt darüber nach, Autogrammkarten zu gestalten. (und verfällt in leichte Panik, denn heute kommt die Familie zurück und die Zeit zum Antworten ist dann stark beschnitten).
Ein genauerer Blick ins Postfach zeigt: 24 spam-Warnungen.
Sehr erfreulich, keine Antwort erforderlich. Aber manchmal würde ich schon gerne ….
Nein Danke, ich bin gesund und wenn ich krank bin, gehe ich in die Apotheke.
Ich habe keinen Penis und der mir bisweilen anvertraute hat keine Potenz- oder Größenprobleme.
Danke, mein Computer funktioniert prima, sollte ich ihn aufrüsten wollen, muss es nichts, aber auch gar nichts von den mir angebotenen M*cros*ft-Produkten sein.
Lieber Mr. Adibesuistdasdumm, leider stehen mir kurzfristig keine 30.000 Dollar zur Verfügung, um Ihr Land zu retten. Dennoch danke ich für Ihr Vertrauen. Sollte ich jemals die erforderliche Summe zur Verfügung haben, werde ich einen netten Urlaub machen, in einem anderen Land.
Liebe Sp*rda/De*tsche/P*stbank, ich habe tatsächlich ein Problem mit meinen Daten in ihrem Institut: Ich kenne sie selbst nicht! Vielleicht hilft es Ihnen weiter, wenn ich Ihnen direkt mein Gesamtvermögen überweise?
Hallo Herr Onl*ne-Cas*no! Herzlichen Dank für die Spielchips im Wert von 100 Euro. Aber warum lautete der Betreff der mail: “Mahnung!!!”, auch noch mit gleich drei Ausrufezeichen versehen?!!! Sollte es tatsächlich sooo lange her sein, seit ich das letzte mal einen wirklich vergnüglichen Abend in ihrem Etablissement hatte?
Bob, Diana, John, Jim, Ellen, May und wie Ihr alles heißt. Danke. Einfach nur Danke. Ich weiß zwar selbst, dass meine Seite die beste, informativste und schönste ist und dass ich da wirklich einen “great job” getan habe, aber es tut einfach gut, dies immer mal wieder von fremder Seite zu hören. Noch dazu so international. Ich fühle mich geehrt!
Sehr geehrter Herr “gut bezahlter Job”! Ich finde es unglaublich, dass Sie meine Qualifikation für diesen einzigartigen, leichten aber überdurchschnittlich gut bezahlten Job allein durch das Auslesen meiner email-Adresse erkannten. Eine solche Menschenkenntnis sollte honoriert werden: ich bin zu doof für diesen Job. Sorry.
Aber ich glaube fast, dass dies vergebliche Liebesmüh wäre. Muss ich eben weiter löschen und leeren. Abrufen, schauen, löschen, leeren. *seufz*
morgen
25. Oktober 2005
kommt die Familie wieder heim.
Ich freue mich. Aber – ganz ehrlich – ich würde es auch noch ein paar Tage allein aushalten.
Und mit dieser Aussage wird mir der goldene Mütterorden am Band wieder aberkannt. Sei´s drum.
Ich freue mich
24. Oktober 2005
auf den Frühling :-)
Nicht, dass das Wetter gar zu herbst-gruselig wäre oder gar die ersten Fröste mich zartes Wesen quälen … im Gegenteil!
Strahlender Sonnenschein weckte Frau … äh … Mutti und da ringsherum behauptet wird, dass dies nun garantiert die allerletzten Sonnenstrahlen vor der ewigen Winterfinsternis seien, beschloss sie in den Garten zu gehen.
Frau … äh … Mutti ist eine begeisterte Gärtnerin. Theoretisch. In der Praxis sieht es oft so aus, dass sie volle Enthusiasmus sät und zwei Wochen später zarte Pflänzchen ausrupft. In der meist irrigen Annahme es handele sich um allergemeinstes Unkraut. (politisch korrekt: Wildkraut) Und so gestaltet sich der Garten nach dem “try and error”-Prinzip:Viele Versuche, viele Fehlschläge.
In immerhin fünf Jahren sollte der Garten nun im nächsten Frühjahr in üppiger Tulpen-, Osterglocken-, Hyazinthenpracht erstrahlen, bisher hatte die ambitionierte Gärtenerin stets spätestens im September die Schippe ins Unkraut, pardon Wildkraut, geschmissen und frustriert aufgegeben.
Heute aber hat sie 200 Blumenzwiebeln unter die Erde gebracht. Ein gutes Dutzend rutschte direkt durch den Wühlmausgang in die Vorratshöhle des gefrässigen Viehzeugs. Drei Zwiebeln wurden elegant mit einem Stich der Schaufel gespalten. Ähem, war nicht so geplant, ich glaube, die vermehren sich von allein. Der Rest liegt hoffentlich geborgen da, wo er hin gehört.
Um dem hohen Perfektionsanspruch der Gärtnerin gerecht zu werden, wurden die Zwiebeln farbsortiert in ansprechenden Gruppen positioniert, gelb zu pink, rot zu blau. Und die, die übrig waren kunterbunt dazwischen :-)
Sollte sich im nächsten Frühjahr, welches ich nun mit noch größerer Ungeduld erwarte, wieder Erwarten KEINE blühende Pracht zeigen ….
( x ) größtmögliche Drohung in Richtung Garten, Wetter und sonstige widrige Umstände
geplatzte Träume
23. Oktober 2005
Auf der Kante des Misthaufens sitzend, die Sonne im Nacken und auf dem Scheitel der die beiden dicken, blonden Zöpfe teilte, verschrammte, braungebrannte Beine, inmitten einer Hühnerschar.
Mit der alten Blechgabel Kartoffeln mit Haferflocken und einem Schuss Milch in der noch älteren Blechschüssel zerdrücken und zu den Hühnern bringen. Die kannten den Klang von Blech auf Blech und gackerten aufgeregt an der Gehegetür.
Ein warmes, frischgelegtes Hühnerei in der Hand.
Mit der viel zu großen Mistgabel den Misthaufen umsetzen, damit die Hühner an die krabbelnden Köstlichkeiten herankamen.
Himbeeren teilen.
Weberknechte fangen, schaudern und verfüttern.
Den Hahn verscheuchen. Weinen, wenn er in den Nacken flog und unbarmherzig zuhackte.
Küken streicheln.
Löwenzahn pflücken und verfüttern. Hühnerschnäbel sind glatt und schmerzen nicht.
Ich wollte mir ein schönes Stückchen Kindheit zurückholen. Meinen Kindern ähnliche Erfahrungen schenken. Doch jetzt lese ich bei ihr und ihr.
Und weiß, dass es sich ausgeträumt hat. Jedenfalls für den kommenden Frühling.
Wenn …
23. Oktober 2005
draußen ein herrlicher Herbsttag lacht, dann bastelt Frau … äh … Mutti am Adventskranz.
Hah! Soll keiner behaupten, ich würde alles auf den letzten Drücker machen.
Der Adventskranz wird übrigens einer von der nadelfreien Sorte, er wird gefilzt. Und sollte ich jemals damit fertig werden und sollte er tatsächlich so aussehen, wie ich ihn mir vorstelle, gibt´s ein Bildchen.
Hm. Ob ich eine CD mit Weinachtsliedern einlege? Plätzchen backen?
zwingende Logik
21. Oktober 2005
Wenn der beste Vater meiner Kinder mitsamt der hinreissenden Bestien für fünf (5!) Tage verreisen möchte, Frau … äh … Mutti somit fünf (5!) wunderbar ruhige, entspannte Tage ins Haus stünden, dann …?
( x ) … dann plant sie, ganz pubertär, eine Riesenparty, bei der das Haus komplett verwüstet wird und wilde Orgien in den Kinderzimmern stattfinden.
( x ) … dann schreibt sie ein Buch und verdient damit Millionen.
( x ) … dann entwirft sie ihre eigene Kollektion und verdient damit Millionen.
( x ) … dann wandelt sie mal eben die Wildnis vor der Tür in einen gepflegten, englischen Garten um.
( x ) … dann putzt sie das Haus bis es blitzt und blinkt, lackiert rasch ein paar Möbel, räumt etwas um, näht neue Kissenbezüge und kümmert sich um eine jahreszeitlich angemessene Dekoration.
( x ) … dann kocht sie all die Gerichte, die bei den Kindern sofortigen Würgereiz auslösen und genießt sie bei Kerzenschein und einem Glas Wein auf dem Sofa am liebevoll gedeckten Tisch.
( x ) … dann schmiedet sie tausend Pläne, wie sie den üblichen Stressfaktor auf gewohntem Level halten kann – und verwirft sie wieder
( x ) … dann versucht sie, diese dämliche Erkältung loszuwerden, da Husten, Schnupfen, Heiserkeit die Realisierung aller hochtrabenden Pläne vereitelt. Gott sei Dank.
Frau … äh … Mutti wird also in allergemütlichster, völlig unspektakulärer und modisch völlig indiskutabler, Kleidung auf dem Sofa liegen, auf dem dicken Schaffell, unter zwei Decken. Statt Wein gibt es literweise Tee, statt raffinierter Mahlzeiten Obst und noch mehr Obst. Das Buch wird nicht geschrieben, sondern gelesen (Hilfe, ich brauche Lesestoff!), die Kollektion wird im Katalog begutachtet (und belächelt). Wilde Orgien, welcher Art auch immer, finden dann allenfalls in der Phantasie statt, wenn das Fieber steigen sollte. Der Garten wuchert auch ohne Hilfe und die jahreszeitliche Dekoration kommt von allein. Immerhin sind dann Herbstferien und die Kinder langweilen sich.
Pfft. Mag keinen Schnupfen haben.
viele Fragen ohne Antworten
19. Oktober 2005
- Warum ist das jüngste Kind gerade wieder völlig rückfällig in Sachen rechtzeitigem Toilettengang?
- Warum erzählen Kinder- und Jugendpsychologen häufig völligen Stuss?
- Warum wird ein veralteter Test als Grundlage für eine Analyse genommen?
- Warum übernimmt eine Lehrerin in den letzten zwei Jahren vor ihrem Ruhestand eine dritte, bzw. dann vierte Klasse, obwohl sie dreissig Jahre lang nur erste und zweite Klassen unterrichtete?
- Warum antwortet eine Lehrerin so oft: Später!
- Warum soll es pädagogisch sein. laute, zappelige Kinder neben ruhige Kinder zu setzen?
- Warum muss an jedem Wochentag eine Klassenarbeit geschrieben werden?
- Warum muss eine Textanalyse zum Herausfiltern des Lernstoffes gemacht werden?
- Warum wird der gefilterte und gelernte Stoff dann nicht abgefragt?
- Warum ein Ehrenamt in gleich zwei Schulelternbeiräten?
- Warum sind die Tage so kurz?
- Warum reicht die Energie nicht mal für kurze Tage?
… to be continued … sometimes.
nie
19. Oktober 2005
ist es im Bett wärmer, weicher, gemütlicher als morgens, kurz vor dem Aufstehen.
Vor allem wenn es draußen noch dunkel ist. Und das Schlafzimmer kühl.
Und der Erdbeerkater auf meiner Brust liegt, herzhaft schnurrt, gähnt und sich zu einem Fellbündel zusammenrollt
Aufstehen ist gemein. Aber ich werde es heute nochmals tun müssen. Nachher, jetzt bekämpfe ich erstmal ein Schlafdefizit.

