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10. Mai 2017

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#ReichertsinSA – Teil 1

28. April 2017

Nierstein – Wellington

Der Schreinerfreund fuhr uns an den Flughafen und dank seiner spannenden Erzählungen seines Aufenthaltes in Tansania bei seiner Tochter, hatte ich gar keine Zeit, mich richtig in meine Flugangst zu steigern. Am Flughafen raste die Zeit mit Koffer abgeben und einchecken davon und schließlich stieg ich in dieses Flugzeug:


Laut Aussage des Großen das perfekte Flugzeug für einen Langstreckenflug, weil darin auch schon die Fußballnationalmannschaft geflogen sein, daher auch der Name. Fußball ist nicht mein allergrößtes Hobby, weswegen ich ihm einfach glaubte und mir heimlich die feuchten Hände am Rock trocken rieb.

Der Start war prima, die Verpflegung im Flugzeug eher so gar nicht lecker, doch die verordnete Beruhigungstablette rutsche gut mit dem von Dottore empfohlenen Rotwein und ich fand ein wenig Schlaf. Doch dann musste ich aus dem Fenster staunen.


 Nach zehn Stunden landeten wir in Johannesburg, holten unsere Koffer, gaben unsere Koffer erneut ab und warteten auf den verspäteten Weiterflug nach Kapstadt. Anderthalb Stunden nach dem Start landeten wir in Kapstadt, holten unsere Koffer, verließen den Flughafen und waren plötzlich in Afrika. 

Das erste Abenteuer, das Abholen unseres Mietwagens, bestanden wir nach kurzer Suche und dann stellte sich der beste Vater meiner Kinder der Herausforderung des Linksverkehrs. Freundlicherweise zuckelte eine zeitlang ein Lastwagen gemütlich in unsere Richtung, dem wir einfach hinterher fahren konnten.

Wir waren mit der Tochter auf dem Parkplatz einer Mall verabredet und dort wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet. Nach innigen Begrüßungsumarmungen und Feststellen, dass die Tochter unglaublich gut, stark und glücklich aussieht, gingen wir rasch einkaufen und Geld holen, bevor es zu unserer ersten Unterkunft in Wellington ging. Sehr hübsch dort, übrigens. Doch letztlich wären wir wirklich nur zum Duschen und Schlafen dort, da uns die Tochter ein gut getaktetes Programm zusammengestellt hatte.

Sie zeigte uns, wo sie arbeit: die Container für das Afterschoolprogramm …


und der Container für den swap shop. Plastikmüll wird gegen Waren aller Art getauscht.


Wir fuhren ein Stück durch das Township

und sie zeigte uns ihr Lieblingshaus


oben Wohnraum, unten Geschäft. Dass mehrstöckig gebaut wird, ist eher die Ausnahme. (und auf der Rückseite dieses Hauses ist zu erkennen, dass auf Statik wenig Rücksicht genommen wurde).


Es ist sehr schwer zu beschreiben, wie es in einem Township aussieht, ohne verurteilend oder überheblich oder gar spießig deutsch zu klingen. Es ist unübersehbar, dass es kein Geld gibt. Und dass aus Vorhandenem das Nötigste zusammengezimmert wird. Es liegt unglaublich viel Müll herum, dazwischen laufen Hunde und Schweine herum, die Kinder spielen dazwischen. Das ist ein völlig fremdes Bild und ich werde mich hüten, in irgendeiner Form zu werten. 


Townships sind gefährlich. Es ist nicht empfehlenswert, dort als Weißer spazieren zu gehen. Gewalt ist an der Tagesordnung, Überfälle und geschossen wird auch. Man fährt mit dem Auto, verriegelt die Türen und nachts hält man nur im Notfall an den roten Ampeln. Anhalter nimmt man nicht mit, überhaupt sollte man für niemanden am Straßenrand anhalten, egal ob Mann, Frau oder Kind. Das bekam die Tochter vor ihrer Abreise eindringlich erklärt und ich weiß jetzt, warum. Wer nichts hat, hat nichts zu verlieren und die Hemmschwelle ist dort deutlich niedriger als bei uns.


Wer Hilfe braucht, der ruft nach der armed response, nicht nach der Polizei, denn Letztere kommt spät oder gar nicht. Und wenn sie kommt, sperrt sie Einbrecher eine Nacht ein und lässt sie wieder laufen. Die armes response kommt und verprügelt den Dieb, das ist wirksamer. In Supermärkten hängen manchmal Bilder von erwischten (und verprügelten) Ladendieben zur Abschreckung, erzählt die Tochter.

Während der ganzen Tage in Wellington fühlte ich mich unsicher. Gitter vor Fenster und Türen, Stacheldraht auf hohen Zäunen und Mauern, elektrisch zu öffnende Hoftore und die sofortige Zusicherung „it’s safe here!“ führten nur dazu, dass ich mich ängstlich fühlte, eben weil solche Maßnahmen nötig sind. Einmal gingen wir die fünf Minuten von unserem Ferienhaus zum Haus der Tochter. Das war möglich, weil es Tag war und wir zu viert. (außerdem Sonntag, dann wird kein Alkohol verkauft)

Das Gefälle zwischen arm und reich ist sehr, sehr auffällig und ich empfand es als extrem belastend. Aufgrund der großen Trockenheit wegen fehlendem Regen, musste Wasser gespart werden. Wasserverschwendung (für Pools oder zum Gießen) wurde mit Geldstrafen geahndet. Dass die Menschen, die unterhalb unseres Ferienhauses leben, keine Geldsorgen haben, zeigte sich in den acht Rasensprengern, die den Garten frisch grün hielten. Genug Geld, um die Strafen zu zahlen.

Großartig war, neben dem Wiedersehen mit der Tochter, das Kennenlernen der Menschen, mit denen sie da in der Ferne zu tun hat und die ihr eine Ersatzfamilie sein müssen. Ihren Projektpartner schlossen wir direkt ins Herz, genauso wie ihre Kollegin, die uns bekochte und deren Eltern uns in ihr Haus einluden.

Überhaupt dieses Essen! Es begann morgens mit einem üppigen Frühstück auf der Terrasser des Tochter-WG-Hauses …


Den Tag über gab es Kekse oder ein kleines Biltong-Tasting …

Oder eben das grandiose Essen, das Nozuko für uns kochte. Die Söhne schwärmen beide noch immer von den Fatcakes und bauen darauf, dass die Tochter ihnen welche backen wird, wenn sie wieder heimkommt. Am Liebsten täglich.

Die Tochter zeigte uns ihren Lieblingsschwimmplatz.


Um zu diesem natürlichen Schwimmbecken zu gelangen, muss man quasi mitten auf dem Bainskloof Pass anhalten, einen halsbrecherischen Pfad nach unten kraxeln, über glitschige Steine im Flüßchen balancieren, um dann an diesen paradiesischen Fleck zu gelangen. Da dieses Becken eine Erweiterung des Flusses ist, ist die Wassertemperatur nicht sehr hoch, doch dafür ist das Wasser klar und frisch und die vielen kleinen Fische darin knabbern ganz allerliebst an den Zehen. Schwimmen ist abenteuerlich wegen der Steine, die da unter Wasser liegen, doch es lohnt sich auf die andere Seite zu kommen, denn dort massiert ein kleiner Wasserfall ganz prima den Nacken. Ein wundervoller Platz und zum Glück verriet uns die Tochter erst später, dass es dort auch Leoparden und Schlangen gibt.

Ich fand den Pass schon sehr aufregend, denn die afrikanischen Straßen sind nicht sehr breit, der beste Vater meiner Kinder war noch immer Linksfahranfänger und Leitplanken zum Abgrund gab es nicht, höchstens ein paar Steine.


Eine großartige Landschaft! Im nächsten Bericht zeige ich mehr davon, jetzt muss ich einen Geburtstag feiern gehen.

Trendsetterin!

17. Februar 2017

Endlich bin ich mal eine Trendsetterin! Damit meine ich nicht, dass Sie jetzt plötzlich alle geringelte oder quietschbunte Strumpfhosen tragen, sondern die Tatsache, dass es seit letztem Jahr total in sein soll, sich ein sogenanntes „She Shed“ in den Garten zu stellen. Oder einen vorhandenen Schuppen zu einem solchen umzubauen. Ein Shed ist nichts anderes als ein Gartenhaus/Schuppen/Unterschlupf, ein She Shed ist ein von Frauen gepimptes und geschmücktes Gartenhaus. Für Frauen.

Ein Trend der aus den Staaten schwappte, den aber eigentlich ich vor zweieinhalb Jahren setzte, als ich das Rosa Gartenhüttchen baute. (bauen ließ, ich lackierte und richtete ein)


Die She Sheds sollen der Gegenpart zu den Man Caves sein, den Bastelkellern und Hobbyräumen oder eben auch den klassischen Gartenschuppen voller Werkzeug, die angeblich als letzte Männerdomaine gelten. 


Das Ganze wird spottend beobachtet, manch einer sieht den Untergang des Abendlandes nahen, weil es jetzt plötzlich Gartenhäuser für Männer oder Frauen geben wird und ja, natürlich könnte das merkwürdige Blüten treiben, doch der klassische deutsche Garten lässt ja neben Schaukel und Trampolin kaum noch Platz für einen Minigeräteschuppen.

Aber was treibt denn die Frauen jetzt dazu, sich Rückzugsorte zu schaffen, Platz für Yoga oder einen Platz zum Lesen, Malen oder Handarbeiten? Vielleicht auch zum Schnitzen, Töpfern, Kiffen oder Pornos lesen, die Vorlieben sind ja unterschiedlich.

Hier kann ich nur von mir sprechen, denn was andere Frauen bewegt … geht mich ja auch erstmal nix an, habe ich nicht zu beurteilen.

Ich wollte ein Gartenhüttchen ganz hinten im Garten, da wo ein unverbauter Blick in den Wingert und auf den Sonnenuntergang möglich ist. Und ich wollte es in der Farbe streichen, die mir am Schönsten zum vielen Grün drumherum erschien. Ich wollte gemütlich sitzen, mit Polstern, Decken und Kissen. Ich entdeckte, dass auch ich eine romantische Ader habe, als ich mich für Spitzenvorhänge entschied. Dass diese eine prima Mückenschutz sind zeigte sich erst später.


Ich wollte Platz für liebgewonnene Dinge und für das Schnickeldi, das auch in der Grünen Villa verteilt ist. Gemütlichkeit, Ruhe, Leichtigkeit, Entspannung wollte ich, den kleinen Urlaub am hintersten Gartenende.


Rosa herrscht vor und ich merke jedesmal wenn ich im Gartenhüttchen sitze, wie glücklich mich die Stimmung dort macht. Dass ich einen Hang zu Kitsch habe, kann ich nicht abstreiten. Dass es einen Ort gibt, an den ich ihn ausleben kann, ist großartig und ein Privileg.


Das Rosa Gartenhüttchen ist die Entschädigung dafür, dass ich mir als Kind/ Jugendliche niemals mein Zimmer so gestalten durfte, wie ich es wirklich wollte. Albern, vielleicht. Doch das ist letztlich egal, weil es eben mein Beweggrund ist.


Wir verbringen sehr viel Zeit im Rosa Gartenhüttchen. Wir alle, auch die Männer der Familie. Obwohl es rosa ist. Und blumig. Und zart. Und kitschig. Weil aus „meinem“ Rosa Gartenhüttchen eben „unser“ Rosa Gartenhüttchen wurde und ich bestimme, was dort wie verändert wird.

Ich kann nicht verstehen, dass gespottet werden muss über eigene Räume, die sich Frauen und Männer schaffen, es irritiert mich sogar sehr, dass der Spott über Männerhobbykeller eher liebevoll ist, der über Frauengartenhäuser aber voller Häme. Und auch hier habe ich heute hauptsächlich von Frauen gelesen, wie albern und überflüssig dieser Trend doch ist. Keinen einzigen Kommentar der in Richtung „wie cool, da verwirklichen sich Frauen und leben ihre Träume!“ ging.

Wie traurig.

Damit der arme Kater nicht immer auf dem Hundekissen schlafen muss, fuhren wir heute in solch einen „alles für Viehzeug“-Laden, um ihm ein eigenes Kissen zu kaufen. Dort im Laden hingen mysteriöse Dinge:


Bernsteinketten für Hunde. Als meine Kinder noch sehr klein waren, tobten heiße Diskussionen um die Wirksamkeit von Bernsteinketten bei Zahnungsschmerzen in den Elternforen. Entweder waren meine Kinder (und/oder ich) diesem Thema entwachsen oder die Popularität dieser Ketten war wieder verpufft, jedenfalls hörte ich lange Zeit nichts mehr davon. Bis ich sie heute wieder entdeckte. Mittlerweile helfen diese Ketten also nicht mehr nur gegen Zahnungsbeschwerden bei Kindern, sondern auch gegen Zecken bei Hunden. Oder umgekehrt. Oder so:


Drei Regale weiter stand dann dieses Produkt:


Eingehendes Studieren des Ettikettes ergab, dass keine gepressten Katzen zugegeben wurden, dafür aber Taurin und ich ärgere mich, dass ich nicht auf solche Ideen komme, denn gekauft wird das ja.

Weil der Hund sich gerne und ausgiebig in für Menshen unangenehm riechenden Dingen wälzt, suchte ich nach einem Hundeshampoo. To make a long story short: Im Tierzubehörladen gibt es das in genauso vielen Geruchs- und Funktionsrichtungen (Schuppen, Antifett, Locken, Volumen …) wie für Menschen, für sehr viel Geld, weswegen wir in den Drogeriemarkt fuhren und dort ein duft- und ph-neutrales Shampoo für deutlich weniger erstanden. In der Babyzubehörabteilung. Und jetzt endlich landet dieser Artikel da, wo ich ihn haben möchte. 

Hier:


Für werdende und gewordene Mütter gibt es da eine große Palette an Produkten und ich bin wirklich und wahrhaftig froh und dankbar, dass ich diese harte und entbehrungsreiche Zeit, da ich werdende und frisch gewordene Mutter war, ohne täglichen Smoothie mit extra Vitaminen und Mineralstoffen überlebt habe. Wir hatten ja nix! (Stilltee gab es schon. Und Kräuterblut. Wurx.)

Ein Regal weiter:


Auch hier ergab ausführliches Studieren des Ettikettes, dass es sich hierbei NICHT um gepresste Babys oder womöglich das, was abgeht, bevor ein Baby gepresst wird, handelt. Hierbei handelt es sich um Wasser, das besonders für die Zubereitung von Babynahrung geeignet ist. Für größere Kinder auch als zuckerfreie Erfrischung. Ich staune. (und suchte, leider erfolglos, in der Diätabteilung nach speziellen Diätwasser.)

Desweiteren fand ich:


Diese Milch ist nicht für die Flaschen von Säuglingen, sondern für größere Kinder, die gerne double-frosted-sugarbombs-Cerealien und Milchkaffee frühstücken. Extra wenig Eiweiß, dafür sind aber Pflanzenöle, Mineralstoffe, Vitamine und Vanilleextrakt zugesetzt. WTF?!

Milch und Wasser sind übrigens ziemlich teuer, aber für die Kinder ja nur das Beste und erneut ärgere ich mich sehr, nicht auf die Idee dafür gekommen zu sein. Und sowieso nicht skrupellos genug zu sein, mir damit mein goldenes Näschen zu verdienen.

Ich schaue schon lange keine Werbung mehr und weiß daher nicht, wie dieses Zeug im Werbefernsehen vermarktet wird. Doch allein die Tatsache, dass Wasser und Milch an äußerst prominenter Stelle im Warenregal stehen, mag deren Wichtigkeit suggerieren. Und ich ahne, dass viele unsichere Jung/Erstlingsmütter in allerbester Absicht ihrem Kind nur das Allerallerbeste angedeihen zu lassen, zu diesen Produkten greift.

Natürlich kann jeder sich selbst informieren, kann selbst entscheiden, was wichtig oder nichtig ist und ob einem Baby evtl. ein Schnurrbart wächst, wenn es Katzenwasser trinkt. Ich bin trotzdem unsagbar wütend, dass solche Produkte überhaupt hergestellt werden, dass sie in den Läden landen. Und ich wünsche mir, dass die sozialen Medien, die schon bei schwachsinnigen Jungen/Mädchen-Produkten großartige Aufmerksamkeits- und Aufklärungsarbeit leisten, auch hier einsetzen. Dass auch solche Produkte so: #ichkaufdasnicht gekennzeichnet werden. Weil ehrlich: Kinder werden auch ohne groß, stark und klug. 

Ich hab das für Sie getestet.

12 von 12 (nachgereicht)

13. Januar 2017

An jedem Zwölften eines Monats werden zwölf Bilder gemacht und ein bißchen was dazu geschrieben. Caro Kännchen sammelt die vielen Beiträge.


Mein Tag beginnt meistens mit einem Kaffee im Bett, am Zwölften mache ich halt ein Bild davon. Ich finde es übrigens sehr erfreulich, dass es morgens früher hell wird und auch wenn ich weiß, dass es noch ein bißchen dauert (und Winter ja auch toll ist), vorfreue ich mich auf den Frühling. Wenn mich nämlich Vogelgezwitscher weckt und nicht das Schaben des Eiskratzers auf einer Autoscheibe.


Meine allertreuesten Begleiter: das Hundeviech (natürlich) und meine Wanderschuhe. Fast 150 Kilometer haben sie mich durch Irland getragen, in Deutschland noch viele, viele Kilometer mehr. Gestern morgen waren sie leider noch nass vom Abend vorher, weil irgendein energiesparendes Familienmitglied die Heizung, unter der sie zum Trocknen standen, abgedreht hatte.


Die Hunderunde war sehr herausfordernd. Der Schneematsch vom Abend zuvor war über Nacht zu einer zentimeterdicken Eisschicht gefroren. Ich erwäge mittlerweile ernsthaft den Kauf von anschnallbaren Spikes, denn kilometerweit durch die Gegend zu schlittern macht wirklich keine Freude. Lola war vom Eis gänzlich unbeeindruckt. Sie fand es interessant, dass ihre Pfoten in verschiedene Richtungen wegrutschte. Danach sprang sie einfach in den Wingert und rannte in den Zeilen. 


Nach der Hunderunde war ich durchgefroren und sehr hungrig. Wie gut, dass da noch ein Rest Spaghetti mit Tomatensoße vom Abendessen des Tages zuvor stand! Heiß und salzig und gut, besser und sättigender als es jedes Stück Kuchen hätte sein können. 


Ich habe in den letzten Tagen Einiges im Nähzimmer ausprobiert und Vieles gelernt. Dementsprechend sah es dann auch aus: Kisten und Kästen mit Stoffen und Filz auf ziemlich jeder ebenen Fläche, auf dem Boden ein kuscheliger Belag aus Fäden, Stoffschnippseln und Hundhaaren. Allerhöchste Zeit für einen klärenden Rundumschlag.


Das war dann rasch erledigt und direkt mit dem ordentlichen Zimmer kam die Lust, darin zu arbeiten. 

Und so bekamen die kleinen und etwas größeren Kissen auf dem Sofa zur neuen Quiltdecke passende Bezüge. Der Kater war nicht Willens, adrett zu posieren. Aber für alle Zweifler: es gibt ihn noch, er ist der Chef im Haus und er wiegt derzeit etwa 6,5 Kilo. (und ist ausgesprochen plüschig, Winterfell sei Dank.)


Dieses Wetter ist schon sehr herausfordernd. Glatt war es nicht mehr, dafür nieselte es und die beinahe trocken Wanderschuhe schmatzten durch den Schlamm. Der Hund lief ein bißchen kreuz und quer, ohne rechte Lust zu rennen. 

Deshalb bogen wir aus dem Feld ab Richtung Ortsmitte …


… und besuchten Oma Eis in Weltladen. Wir tauschten uns rasch über den neuesten Klatsch und Tratsch aus und ich erfuhr, dass die Frau meines ehemaligen Arztes aus dem Weingut stammt, in dem wir am Abend essen wollten. Alla.

Sie fragten neulich nach, ob es für diese Tierchen Anleitungen gibt. Gibt es. Alle drei sind aus dem Buch „Schmusemonster“ (so ein dämlicher Titel) aus dem Tandem Verlag. Erst auf der siebten Seite erfährt man, wer die Autorin ist: Clémentine Collinet. Man kann wohl einzelne Schnittmuster von ihr im Internet kaufen, das Buch habe ich vom Discounter-Krabbeltisch und bis auf den Titel finde ich es entzückend und sehr inspirierend.

Ein weiteres Bild von einer Mahlzeit, das macht man so bei 12von12. Es ist leider etwas unscharf, denn ich war einfach zu hungrig. Pfefferrahmschnitzel mit Bratkartoffeln, den kleinen Beilagensalat hatte ich schon verspeist. Die ehemalige Freitagsfreundin und der Schreinerfreund hatten uns nämlich zum Essen eingeladen. Hier. Und da das Weingut in meiner Heimatstadt Osthofen liegt, konnte ich mich mit dem selbst kochenden Winzer ganz prima über die guten, alten Zeiten austauschen. Es war sehr lustig und die verschiedenen Weine die er zum Kosten auf den Tisch stellte, waren fast alle lecker. Ein wunderbarer Abend und ich hatte dann so ein bißchen sentimentales Heimweh nach der Vergangenheit und meiner Jugend.


Lag aber sicher nur am Wein, weil ich würde gar nicht mehr tauschen wollen.