hochrunteraufab
13. März 2010
den ganzen Tag lang.
Im Garten gewühlt und glücklich gewesen. Knie und Rücken gespürt, genervt gewesen. Ein wunderbares Durcheinander-Reste-Mittagessen um drei Uhr inklusive Glücksgekribbel im Bauch, spätes Nachmittagsschläfchen, Abendessenvorbereitungsgewusel in der Küche, singend und lachend. Suche nach bezahlbaren Flügen von Rom nach Franktfurt und plötzlich einen bitteren Erkenntnisblitz quer durch Kopf und Herz gehabt: es könnt´ das letzte Mal sein, dass wir alle beisammen sind.
Gemeinsam gegessen, ein bißchen warm geworden, weil´s recht scharf war, geduscht und mit einem Glas Wein auf´s Sofa, während der Große mit dem besten Vater meiner Kinder am Computer sitzt und er Jüngste zum Lesen im Bett verschwindet. (die Mittlere übernachtet fremd). Gefühlsmischmasch mit mollig warmen Füßen und kribbelnden Wangen von der kühlen Luft heute draußen.
Es geht mir gut. Größtenteils.
Zwei Stunden
23. Februar 2010
in der Bibliothek der Schule.
Zwei Stunden Sitzung des Schulelternbeirates
Zwei Stunden Informationen, die so ganz anders klingen als solche zum Beispiel.
Die SV und der SEB formulieren Pressemitteilungen. Wir würdigen die Arbeit und den Einsatz eines Lehrers und hoffen, dass die wildgewordene Meute von Pressemenschen und Politikern einen Schritt zurück tritt und einen wichtigen Grundsatz nicht aus den Augen verliert: dubio pro reo.
“Der Schulelternbeirat des Gymnasiums zu St. Katharinen in Oppenheim spricht sich
ausdrücklich und einstimmig für einen Verbleib des Pädagogen Peter Grosz an unserem
Gymnasium aus.
Er hat sich durch seine engagierte, fachlich überragende und künstlerisch kreative
Tätigkeit über 25 Jahre an unserem Gymnasium ausgezeichnet. Wir wollen, dass auch in
Zukunft unsere Kinder wie bisher durch Herrn Peter Grosz zur freien Meinungsäusserung
und besonders zur Zivilcourage erzogen werden.
Statt einer Vorverurteilung wünschen wir uns eine faire Aufarbeitung der Vergangenheit
unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse in Rumänien vor 35 Jahren.
Der Schulelternbeirat des
Gymnasiums zu St. Katharinen, Oppenheim.”
Mehr kann ich heute abend nicht schreiben, ich bin müde. So ganz und gar. Und froh, in diesem Schulelternbeirat mitarbeiten zu dürfen.
Samstag, perfekt.
13. Februar 2010
Ein Spaziergang durch´s Ried zum Bioladen, die Sonne kommt raus.
Drei Stunden im Nähzimmer mit einer neuen Idee, macht glücklich und zufrieden.
Die Freunde kommen und zu elft vertilgen wir in einer halben Stunde 55 Kreppel.
Fünf Kinder in drei Zimmern, drei Männer in einem anderen Wohnzimmer und drei Frauen hier im Wohnzimmer schauen Filme. Die Frauen: Calendar Girls. Dazu Riesling, trocken. Und Chips.
Perfekt.
Wochenendgeschnippsel
7. Februar 2010
Oma Eis feierte einen runden Geburtstag und deshalb ist die ganze Familie rund gefressen. Wir begannen mit frischen Brötchen, Lachs und Meerettich, schoben mit Pilzen gefüllte Pfannkuchen nach und um die Wartezeit auf das frische Rührei mit Bacon zu überbrücken, gab´s ein Schüsselchen Müsl, auch wegen der Ballaststoffe, versteht sich. Fleisch und Fisch und Spaghetti und Gemüse dampften vor sich hin und irgendwann tauchten köstliche kleine Törtchen auf dem Buffet auf. Vanilleeis mit heißen Himbeeren rutschte in die Lücken und dann war auch schon wieder Platz für ein Käsebrötchen.
Nie wieder esse ich etwas. (und nie wieder trinke ich drei Gläser Sekt am morgen)
*****
Frau … äh … Mutti hat neues Schuhwerk und eine neue Lieblingsfarbe.

Nächstes Wochenende wird gestrichen und lackiert.
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Frau … äh … Mutti lernt digitalisieren.

Mehr können vielleicht sie oder er zeigen.
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Das jüngste Kind mit kürzeren Haaren

Bliep, Bliep! Mit freundlichen Grüßen nach Hamburg!
Ausserdem wie hier: ganz viele grüne und weiße Fadenschnippsel im Nähzimmer. Und Frühling vor Augen.
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Ich war in meinem Garten. Und ich habe beinahe geheult.
Seit Ende Mai letzten Jahres ist dort fast nichts mehr gearbeitet werden und das ist unübersehbar. Langweilig wird es mir dort dieses Jahr garantiert nicht.
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Noch keine Nachricht von Töchterlein. Ich werte das als gute Nachrichten.
Gespräche mit Lehrern
5. Februar 2010
können wahnsinnig ermüden.
Es ist unwahrscheinlich schwer, höflich und sachlich zu formulieren, dass zwei Drittel der Schüler angepisst sind, wüste Flüche ausstoßen und sich mittlerweile über die Mücke an der Wand aufregen.
Es ist unwahrscheinlich schwer, von diesen Schüleraussagen den (Massen)Hysteriefaktor abzuziehen und das eigene, mitleidende Mutterherz abzuschalten.
Es ist unwahrscheinlich schwer, Eltern zuzuhören und den (Massen)Hysteriefaktor abzuziehen und die eigene Wut und Hilflosisgkeit beiseite zu schieben.
Es ist unwahrscheinlich schwer, alle Seiten zu hören, zusammenzufassen und eine klare Meinung zu finden. Und diese auch äußern zu können.
Es hilft, wenn man ein bißchen Fachtermini ins Gespräch werfen kann und wenn man, nach ausdrücklicher Aufforderung Tacheles zu sprechen, sagen kann: es ist unwahrscheinlich anstrengend Ihnen zuzuhören, weil Sie ohne Punkt und Komma von einem Thema zum nächsten springen, ohne Möglichkeiten zur Erwiderung oder Gesprächsbeteiligung zu bieten.
Elternabend demnächst, Moderation in den Händen der Klassenelternsprecher. Gratwanderung zwischen aufgebrachten Eltern und einer in zweierlei Hinsicht verständnislosen Lehrkraft. Was freu ich mich darauf. Aber immerhin: das Schlußwort mit Ausblick haben wir schon vorformuliert. Hoffentlich passt das dann auch.
Abendsachen
4. Februar 2010
Ich will ja nicht jammern oder schimpfen, aber dieses #*@°%Handgelenk ist schon wieder kaputt. Es lässt sich nicht schmerzfrei bewegen und wenn ich auf diesen einen Punkt drücke, tut´s ausgesprochen doll weh. Auslöser diesmal wahrscheinlich das Hochwuchten von Töchterleins Trolley. Mindestens zwei Handknöchel sind ausgekugelt.
Jetzt kann ich warten, bis es zufällig mit richtiger Handbewegung “knackknirschplopp” macht und alles wieder gut ist oder kann mich als Notfall zwei bis drei Stunden zum Orthopäden ins Wartezimmer setzen, mich röntgen lassen, eine Gipsschiene kriegen und eine Überweisung zum Osteopathen erbetteln. Weil der hat mich letztes Mal ja auch binnen von vierzig Sekunden geheilt. Ganz einfach, ohne röntgen. Leider kann ich da nicht einfach so hingehen, zum Herrn Osteopathen, weil der in einer Praxis für Physiotherapie arbeitet und permanent ausgebucht ist.
Es ist ein Elend mit den Gelenken.
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Seit ein paar Wochen halte ich es für eine großartige Idee, unsere vollgekruschte Küche mit einem weiteren Küchengerät vollzuräumen. Eine Eismaschine soll es sein, weil ich mir einbilde, dass ich gar köstliche Eiskreationen damit zaubern könnte, die es uns ersparen, völlig überteuertes Eis vom Eismann unten am Rhein zu kaufen oder weitestgehend geschmacksneutrales Eis mit verdächtigen Inhaltsstoffen aus dem Supermarkt erstehen zu müssen.
Und jetzt Sie:
[ ] Frau … äh … Mutti, lassen Sie das. So eine Maschine steht im Weg rum, staubt zu und dient irgendwann nur noch als Auffangkorb für Hager&Mager-Kataloge und Spendenbettelbriefe der SOS Kinderdörfer.
[ ] Frau … äh … Mutti, selbstgemachtes Eis ist gar köstlich, jedoch kostet Sie die Zubereitung des Eises die Hälfte Ihrer Lebenszeit, die Sie sinnvoller einsetzen könnten, indem Sie zum Beispiel endlich mal Ihre Kinder ordentlich erziehen, Ihren Haushalt auf die Reihe bringen, Ihren Garten pflegen und einen Bestseller schreiben.
[ ] Frau … äh … Mutti, ich habe eine Eismaschine und Sie ja nicht. Ätsch!
[ ] Frau … äh … Mutti, ich kann Ihnen eine Eismaschine uneingeschränkt empfehlen. Am Besten das XYZ-Modell. (Und wenn Sie das dann richtig gut beherrschen und die feinsten Gaumenschmäuse produzieren, lade ich mich in Ihre Hollywoodschaukel zu zwei Bällchen Walderdbeereneis ein)
*****
Ebenfalls für eine großartige Idee halte ich es, nach Fastnacht ein paar Tage zu fasten. Einfach um zu erleben, ob ich das kann. Diese Idee ist noch nicht so ausgereift wie die Eismaschinen-Idee, die ja obendrein völlig ins Gegenteil geht und ich weiß auch noch garnicht, ob ich das jemals verstehen werde, wann man welchen Tee und welchen Gemüsesaft zu sich nehmen darf und ob das mit dem Glaubersalz wirklich sein muss und ob ich nicht besser auf den Sommer warte, weil ich sowieso eine völlige Frostmotte bin. Ich denke. Und ich werde, falls ja, ganz sicher berichten.
*****
In drei Stunden reist das Töchterlein ab. Sie hat sich einen Reiseproviant gepackt, der mich völlig entspannt lächeln lässt, der Bus kann zwei Tage einschneien und keines der festsitzenden Kinder wird hungern müssen. Sie hat sich davon überzeugen lassen, dass vier Pullover ausreichen, um eine achttägige Freizeit ohne Frostbeulen zu überleben und hat davor einige Paar Socken mehr eingepackt. Einen Föhn konnten wir noch in die letzte Kofferlücke quetschen, direkt neben den Kulturbeutel. Dieses Quetschen führt eventuell dazu, dass alle Duschgel- und Schampooflaschen platzen, aber das bemerkt Töchterlein ja erst, wenn sie weit genug von mir entfernt ist und meine Trommelfelle in Sicherheit sind.
Ach ja. Mein Mädchen wird mir fehlen.
Wo ist Blade, wenn man ihn braucht?
26. Januar 2010
Töchterlein hatte da einen Handel mit ihrer allerbesten Freundin. Da sich der Lesegeschmack der beiden unterscheidet, sie aber Einblick in die Lesewelt der anderen haben wollten, bekam Töchterlein “Biss zum Morgengrauen” und die Freundin hatte im Gegenzug “Ein Hut voller Sterne” und “Kleine frei Männer” zu lesen. Beide Mädchen waren mit dem Tausch nicht sehr glücklich. Die allerbeste Tochterfreundin quält sich gerade auf Seite vierzig und mit Pratchetts Schreibstil. Töchterlein quälte sich durch ihr Buch und das war eigentlich witzig zu betrachten, wie sie auf dem Sofa sitzend und lesend in regelmäßigen Abständen “So ein Quatsch!” oder “IIIEeeeh, wie dämlich” quietschte.
“Mama”, sprach die Tochter, “du musst das auch lesen, damit wir darüber reden können.”
Über Bücher reden ist nämlich toll.
Und so kam es, dass auch ich ein Biss-Buch las.
Ich kann es eigentlich kurz machen: ich find´s doof und völlig überbewertet.
Ich kann es auch länger machen: so blutleer und kalt wie Edward beschrieben wird, liest sich das ganze Buch. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, mich im Buch zu befinden. Das, was für mich ein Buch liebens- und lesenswert macht, sind detailierte Beschreibungen von Menschen und Landschaften. In diesem Buch erfährt man eigentlich nur, dass Edward unglaublich attraktiv, blass, kalt und hart wie Marmor ist. Was im Übrigen für mich völlig abtörnend ist und auch irgendwie verstörend auf mich wirkt, weil Bellas so unsagbar auf diese kühlen und harten Körper abfährt. Und Bella. Tja. Ungeschickt, tollpatschig und sich ihrer eigenen Attraktivität nicht bewusst. Das mag tatsächlich Jugendliche ansprechen, junge Mädchen, die sich mit dieser Figur identifizieren können. Ich war da schrecklich zwiegespalten. Natürlich war ich auch mal eine Bella, aber jetzt bin ich das längst nicht mehr und habe auch nicht allergeringste Sehnsucht danach, diesen Zustand wieder zu erleben. (allerdings fiel ich unkeusches Wesen nicht in Ohnmacht, als mich ein Junge küsste) Die Beschreibung dieser Figur ist ähnlich flach wie die von Edward. Ich sah beim Lesen stets die Autorin vor mir, krampfhaft überlegend und sich zurückerinnernd, wie sie ihre Jugend erlebt hat. Oder gerne erlebt hätte. Ich hatte keine Bella vor Augen
Diese ganze Geschichte mit den guten, selbstbeherrschten Vampiren, die nur irgendwelche unschuldigen Bären und Pumas aussaugen (btw: gibt das dann Vampirbären?) und gigantische Superkräfte haben, ging mir gewaltig auf die Nerven. Die vielen inhaltlichen und logischen Ungereimtheiten konnte ich verzeihen, aber Konstruktionen wie “ich rannte die Treppe hoch, knallte die Tür zu und setzte mich ruhig auf´s Bett” st0ßen mir unangenehm auf. Und ich hoffe sehr, dass eine schlechte Übersetzung schuld ist.
Sämtliche Klisschees werden bedient, angefangen bei getrennten Eltern und Außenseitertum und endend bei den klugen, weisen Indianern, die schon immer alles durchschauten. Abgewiesene potentielle Liebhaber und Vampirinnen, die was Besseres sind.
Ich habe gelernt, dass Vampire überaus intelligent und attraktiv sind, im Sonnenschein glitzern, sehr schnell rennen können und nachts am Liebsten Baseball spielen.
Bisher waren Vampire für mich einfach nur böse. Hatten Stil, schliefen in Särgen und hatten Angst vor Weihwasser und Kreuzen. Und wurden von Blade gejagt, der zwar auch eine Art trockener Vampir ist, aber wenigstens dramatisch mit einem Ledermantel knattern kann und kein bißchen attraktiv ist. Oder sie leben in Salem´s Lot und assimilieren nach und nach alle Einwohner. Böse Vampire sind gute Vampire.
Ich werde die Fortsetzungsbände nicht lesen, weil ich die Faszination, die so viele, viele Frauen gepackt hat, nicht gefunden habe.Töchterlein wird die Fortsetzungsbände nicht lesen, weil sie Bella nicht mag. “Bella findet es gut, dass sie so ungeschickt ist”, sagt sie und ich weiß was sie meint. Die Figur Bella ist tatsächlich als ungeschicktes, hilfloses Mädchen gezeichnet und mit dieser Figur kann sich mein taffes, sportliches Mädchen kein bißchen identifizieren. Macht nix.
Aber schön, dass wir mitreden können. Und mal drüber gesprochen haben.
