suche ich ihn halt in Gegenden, wo er sich heimisch fühlt. Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib haben tatsächlich ein Wochenende gefunden, an dem wir beide Zeit haben und das noch im Winter liegt. Wir fahren drei Tage in den Schnee!

Schnee gab es heute in Nierstein auch. Ein bißchen Schnee jedenfalls und wir beeilten uns loszukommen, bevor die Pracht schmolz. Letzte Nacht, als es zu schneien begann, standen wir barfuß auf der Terrasse und waren glücklich, sogar die Söhne kamen mit raus und freuten sich. Vielleicht müssen wir irgendwann doch noch in eine andere Kante Deutschlands ziehen, damit ich auch über Schnee schippen und Schneechaos jammern kann.

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Meine Nähmädels haben sich wieder gemeldet, ab nächste Woche gebe ich wieder Nähkurse. Ich freue mich sehr, dass ich den beiden so viel Spaß an der Näherei vermitteln konnte, dass sie schon ein Jahr dabei bleiben. Das ist übrigens etwas, das mir bei den eigenen Kindelein nie gelang: ihnen das Nähen nahe zu bringen. Alle drei saßen gebannt an der Nähmaschine und nähten sich kleine Taschen, der Jüngste nähte sich sogar eine Maske. Weiter ging das Interesse leider nicht. Vielleicht kommt es ja irgendwann wieder? Meine Näh”karriere” war anfangs auch eher zum Scheitern verurteilt. Ich lernte es in der Schule, welche Naht welche Funktion hat und wie man saubere Ecken näht und sogar Biesen mussten wir nähen. Als wir die verschiedenen Techniken beherrschten, Nähten wir Kopftücher und Schürzen für den anstehenden Kochunterricht im nächsten Schuljahr.
Danach rührte ich einige Jahre keine Nähmaschine mehr an. Schade, aber es war mir wirklich verleidet worden. (Schon interessant, dass mir sämtliche Handarbeiten in den Schulen so verdorben worden sind.)

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Morgen hat Oma Eis Geburtstag. Ein halbrunder. Ich schreibe das nur, falls ich morgen nicht zum Schreiben komme, vor lauter Feierei und Hochlebenlassen.

Samstage

31. Januar 2015

Vergehen manchmal einfach so.
Spätes Frühstück mit eigenen und fremden Kindern, einkaufen, ein bißchen aufräumen, ein bißchen Abendessen vorbereiten, ein Mittagschläfchen, ein bißchen räumen, das Abendessen weiter vorbereiten, auf die Freunde warten, mit denen man zusammen essen wird. Es gibt übrigens Fast Food: Burger und Pommes.
(Mit selbstgerührten Saucen, selbstgebackenen Brötchen und handgeschnitzten Kartoffeln. Aber gegessen wird erfahrungsgemäß schnell.)

Zum längeren Erzählen hier bleibt da keine Zeit, obwohl ich dringend schreiben wollte, dass es schon merkwürdig ist, wenn die eigenen Kinder dieses Blog lesen. Und noch merkwürdiger ist es, wenn die Freunde der Kinder dies auch tun. Oder die Verkäuferin im hier-gibt-es-einfach-alles-Laden. Wenn ich drauf los schreibe, scheint das nur für mich oder irgendwelche Menschen da draußen in diesem Internet zu sein. Weit weg eben. Dass sie aber um die Ecke wohnen und ich ihnen so Manches, was ich hier so locker-flockig schreibe, erstmal nicht erzählen würde … verdränge ich dann lieber mal.

Und weg.

Erstes Mal:

14. Januar 2015

- eine Mütze gehäkelt und sie in der Öffentlichkeit getragen.
Außerdem habe ich eine 25 Jahre alte Brille (wieder)gefunden und festgestellt, dass sich mein sehendes Auge weder verbessert noch verschlechtert hat. Ich habe also eine Brille!

(Es ist wirklich schwer, ein schlechteres Bild zu machen.)

Und ja: Häkelfieber. Ich brauche Wolle. Viel Wolle. Der Juni wäre ein schöner Monat für ein Häkelevent im Rosa Gartenhütchen, denke ich.

Frühlingsgefühle

13. Januar 2015

15 Grad Außentemperatur zogen mich raus in den Garten. Morgens erntete ich Rosenkohl, nachmittags beseitigte ich Sturmschäden. Die Birke sollte nun eigentlich keinen Reisig mehr zum Abwerfen haben, ich sammelte einen großen Grünschnittsack zusammen. Efeu und vergessene Goldruten schnitt ich zurück und die erste Brennnessel fand ich auch. Autsch.
Hinten im Garten, beim Rosa Gartenhüttchenkäfer, entdeckte ich, dass die Nachbarn es scheinbar nicht wollen, dass ich rasch durch ihren Garten zu meinem neuen Garten husche. Ein Hasendrahtzaun ist gespannt. Zuerst war ich enttäuscht, aber dann freute ich mich doch sehr, denn dieser Zaun kommt unseren Hühner- oder Laufentenplänen, die wir dieses Jahr verwirklichen wollen, sehr entgegen.
Anderthalb Stunden wuselte ich herum, dann waren die Grünschnittsäcke voll und mir war klar, dass ich mit Wollpulli und -socken eindeutig zu warm angezogen war.
Kann es bitte wieder kalt werden? Und vielleicht ein bißchen schneien? Ich möchte noch keinen Frühling, ich möchte Eis und Schnee, klirrende Kälte und damit einen Grund, in die Sauna zu gehen. Ich will unbedingt nochmal im Schnee spazieren gehen und einen Schneemann bauen!
Und mich noch ein bißchen auf den Frühling vorfreuen.

Immer weiter, immer weiter.

12. Januar 2015

An Weihnachten wurde der Jüngste krank. Fieber und ein fieser Husten, fast zwei Wochen lang war er krank. Und steckte in dieser Zeit den besten Vater meiner Kinder an, langsam kommt der wieder auf die Füße. Der große Sohn lag ebenfalls flach und jetzt hat es die Tochter erwischt. Seit gestern hustet sie und ihre Augen haben diesen verdächtigen Fieberglanz.
Ich hätte dann genug, mag mir keine Sorgen mehr machen müssen und dieses vierstimmiges Gehuste zerrt mir an den Nerven, raubt mir nachts den Schlaf.
Genug gejammert und auf Holz geklopft: mir geht es gut.

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Die Häkelei geht weiter! Nachdem ich gestern unfreiwillig halbe Stäbchen zu halbkreisförmigen Läppchen verarbeitet hatte, konnte mir Oma Eis heute zeigen, wie das mit diesen Stäbchen richtig geht, halb und ganz, doppelt und dreifach sei nun kein Problem mehr, behauptet sie. Mein neues Probeläppchen zeigt jetzt, dass ich sechs verschiedene Muster häkeln kann!
Ich fühlte mich also gewappnet für mein niederländisches Blumen- und Gemüsehäkelbuch:

“100 Bloemen” von Lesley Stanfield

Leider musste ich beim Durchblättern entdecken, dass es nicht reicht, häkeln zu lernen. Die wunderschönen Trichterwinden und die Karotten … werden gestrickt. Das scheint auch unter dem Buchtitel zu stehen “om te haken en te breien”.
Es sieht also so aus, als müsste ich auch noch Stricken lernen.

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Diese Häkelsache führt übrigens dazu, dass ich gewisse Wollmängel im Haus bemerke. und feststelle, dass ich für meine drei Häkelnadeln keine hübsche Aufbewahrung habe, für künftige Häkelarbeiten ebenfalls nicht! Missstände hier! Ich muss mir also eine Häkelnadelaufbewahrungsrolle und ein Häkelwolle- und Häkelarbeitsaufbewahrungsutensilo nähen, habe aber irgendwie nicht den passenden Stoff dazu. Hier ergeben sich also unabsehbare Folgenkosten und keiner von Ihnen da draußen hat mir das verraten!

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Bin weg, die meisten der kranken Familienmitglieder sind versorgt. Ich muss Stäbchen üben.