und übrigens:

25. März 2015

Ich bin meistens im Garten.

Nähzeit, rar.

11. März 2015

Richtig viel Freude hatte ich im Nähzimmer derzeit nicht. Das liegt zum einen an der Nähmaschine, die zwar mit erneut eingestellter Steuerung leidlich näht, mir aber trotzdem Sorgen macht, denn wer weiß, wie lange sie diesmal durchhält? Und zum anderen natürlich daran, dass das Wetter mich eher aus dem Nähzimmer zieht. Aber manchmal passt es dann doch: ein bißchen Zeit und eine neue Stickdatei, die Ideen wachsen lässt.

Ich verbrachte also einen Tag an der Stickmaschine und wollte schier verzweifeln, weil die Stickmaschine der Nähmaschine nacheiferte und allerlei Murx produzierte. Nach einigen Reinigungsaktionen, Faden- und Nadelwechseln klappte es aber dann prima.

Das Gestickte schnitt ich zu, nähte zwei, drei Kleinigkeiten dran und hatte mal wieder die Bestätigung, dass diese KAM Snaps doch nicht so doof sind. Ich musste mich für ein Schnittmuster entscheiden, passende Stoffe und Bänder aussuchen, zuschneiden und ein bißchen nähen. Ein paar Stunden später hielt ich meine neue Tasche in der Hand.

Heute versuchte ich diese zu fotografieren. Dazu schleppte ich den #wanderspiegel in den Garten.

Da Franz den Spiegel aber zu spannend fand und ihn letztlich um ein Haar umgeworfen hätte, habe ich leider kein superschöntolles Foto der Tasche an der Frau für Sie.
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Und das Häkeln?

10. März 2015

Bestens.
Bevor ich mit einem wirklich großen Häkelprojekt starten kann, musste ich mir zuerst eine Häkelwolleaufbewahrung überlegen. Es soll ja alles hübsch sein. Ich zwang also die Kindelein eine Dose Gummischlümpfe zu essen, umhäkelte die leere Dose und stellte fest, dass sie nicht groß genug ist.

Mittlerweile habe die Kindelein eine sehr viel größere Dose von ihrem Inhalt (weiße Schaumgummi-Mäuse) befreit und mit der Wolle, die im zu kleinen Häkelkorb ist, kann ich nun eine Verkleidung für die größere Schaumgummimausdose häkeln.

Das scheint alles noch ziemlich sinnbefreit, doch das Häkeln an sich ist eine ungemein angenehme, nahezu meditative Handarbeit, die mir leicht und beinhae schon gleichmäßig von der Hand geht. Nun locken mich diverse Lochmuster, allerdings geht es da vorrangig auch erst um das “Können wollen”, einen echten Nutzen sehe ich noch nicht. Der kommt aber ganz sicher, ab und an flackern vage Ideen auf.

Zum Häkeln habe ich aber kaum Zeit, denn diese ersten Frühlingsahnungen ziehen mich raus in den Garten. Mittlerweile kümmere ich mich ja nicht mehr nur um die Ländereien der Grünen Villa, sondern habe zusätzlich den Garten eines sehr alten Paares übernommen. Und dieser Garten lockt mich gerade sehr, denn er liegt völlig frei, bekommt die volle Frühlingssonne und wartet darauf, völlig neu gestaltet zu werden. Letztes Wochenende gruben mir die Kinder einen großen Teil des Gartens um, während ich vorhandene Erdbeerbeete pflegte und einige neue anlegte. Ein sehr großer Teil des Gartens ist noch unter Gründüngung begraben, die untergefräst werden muss. Danach kann ich Gemüsebeete anlegen. Der umgegrabene Teil wird mit sehr vielen Stauden bepflanzt und diese ersten, wärmenden Sonnenstrahlen da draußen wollen mich augenblicklich zum Staudenkauf verführen. Das hat aber noch ein bißchen Zeit, immerhin gefriert es nachts immer noch.

Auf den Ländereien der Grünen Villa tut sich auch einiges. Die Saatkartoffeln sind eingetroffen, drei alte Sorten, die sogar bunt blühen. Übernächste Woche kommen die in die Erde. Auch in die Erde kommt hoffentlich bald das große Teichbecken, das beim Sperrmüll lag und das wirklich gut zum Rosa Gartenhüttchen passt. Das Gartenhüttchen hat jetzt auch Strom und Internet, damit wir uns im Sommer tatsächlich nur noch fortbewegen müssen, wenn wir verhungern oder verdursten.

Es geht los, da draußen und ich kann es kaum erwarten!

 

kurzer Kurzurlaub

23. Februar 2015

Diese schnuckelige Häuschen im Feriendorf Wildflecken in der Rhön gehörte zwei Tage und zwei Nächte uns:

Eine klitzekleine Küche, ein winziges Bad, die Einrichtung nicht schön, aber zweckmäßig. Im Dachgiebel Schlafplätze für vier Personen, Matratzen auf dem Boden.

Der #Wanderspiegel (meine Instagramfollower kennen ihn gut) war auch dabei.

In der ersten Nacht fror ich, weil der Wind durch die Ritzen im Holz pfiff, in der zweiten Nacht war es mir zu warm, weil wir die Heizung angelassen hatten. Egal, wir hatten einen wunderschönen Kurzurlaub, sogar mein Schneehunger ist gestillt.
Am ersten Abend stapften wir den Kreuzberg hoch, denn dort oben im Kloster sollte es ein gutes Bier und zünftiges Essen geben. Beides stimmte und in völliger Finsternis stapften wir zwei Stunden später glücklich den Berg wieder hinunter. Ein feiner Start in den Urlaub.

In der Nacht begann es ein bißchen zu schneien, der Tag blieb trüb und verhangen. Wir fuhren mit dem Auto den Kreuzberg hoch und suchten uns dort einen (Rund)Wanderweg. Wir sind eigentlich sehr gut zu Fuß, doch im Schnee ist Wandern doch eine ganz neue Herausforderung und wir konnten nicht einschätzen, wie weit wir kommen würden.
Die letzten Meter zum Kreuzbergipfel erklommen wir über eine zugeschneite Treppe, deren Stufen voller Eis waren. Wir hangelten uns am Geländer hoch – und standen oben in den Wolken. Keine Sicht mehr, dafür ein eisiger Wind, gespickt mit winzigen Eiskristallen. Herrlich! Ich bekam mein “Ich liebe Eis und Schnee!”-Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wir suchten unseren Weg und standen schließlich vor dem Schild, das vor Eisbruch von Mast und Kabeln warnte. Der Sinn dieser Warnung ging uns nach ein paar weiteren Schritten auf: im Dunst tauchte der eigentlich nicht übersehbare Funkmast auf.

Wir folgten dem Wanderweg, doch als nach rechts ein schmaler, spärlich gespurter Weg in den Wald abging, verließen wir den komfortabel geräumten Weg sofort.

Ich liebe das Knirschen des Schnees unter den Schuhen, ich liebe es, wenn ich nicht genau weiß, wie tief mich mein nächster Schritt einsinken lässt. Ich liebe es sogar, wenn mir Schnee in den Wanderschuh rutscht.
Wir liefen eine große Schleife, am Schluss stetig nach oben, was im Schnee doppelt fies ist. Wieder oben auf dem Kreuzberg pustete uns der Wind kräftig durch, es hatte wieder zu schneien begonnen. Es war grandios!
Die Klosterstube zog uns magisch an und wir widerstanden nicht, verdient verspeisten wir eine wirklich köstliche Schweinshaxe. Den restlichen Tag verbrachten wir lesend in unserem kuscheligen Hüttchen. Gegen Abend zog es uns nochmal kurz ins Freie zu einer kurzen Schnee-Kneipptour. (und um versonnen im Schnee zu stehen)

Bis elf Uhr sollten wir das Häuschen besenrein verlassen, es blieb noch genug Zeit für ein gemütliches Frühstück (Brötchen kann man sich übrigens bestellen) und das obligatorische #Wanderspiegelbild. Ich kletterte in meine Wanderschuhe und stapfte mit dem Spiegel hinter das Häuschen. Der beste Vater übernahm den Spiegel und ich stellte mich in Positur. Versuchte es jedenfalls, denn die Strafe für “zu faul zum Schuhebinden” brachte mich prompt zu Fall, als sich der Schnürsenkel des rechten Schuhe in einer Öse des linken Schuhes verfing. Tja.

Die Strumpfhose trocknete vor der Heizung rasch, wir konnten zur letzten Wanderung im Schnee aufbrechen.
Diesmal fuhren wir bis zum Schwarzen Moor, dort gibt es “Winterwanderwege”. Der von uns ausgesuchte Winterwanderweg erwieß sich als eine zweieinhalb Meter breite Straße, der Schnee von unzähligen Spaziergängern zu Eis getrampelt. Nicht schön zu laufen und deswegen verließen wir ihn bei nächster Gelegenheit. Wieder ein schmaler Pfad durch tiefen Schnee, höchstens drei Menschen waren ihn vor uns gegangen, es war äußerst anstrengend sich einen Weg zu stampfen.

An manchen Stellen war der Firn auf der Schneedecke so dicht, dass man “über dem Schnee” laufen konnte, doch nach fünf, sechs Schritten brach man dann wieder bis zum Knie ein. Erwähnte ich es schon? Ich liebe Schnee, wir hatten riesigen Spaß bei dieser Wanderung! Sogar dann noch, als ich etwas tiefer einbrach, in den Bach, der über oder neben dem Weg floss. Mein Schuh wurde nass und es zwickte ein bißchen im Rücken beim Einbrechen, aber da der Weg in den Wald führte und sogar ein bißchen abenteuerlich wurde …

über umgestürzte Bäume hinweg, vergaß ich Fuß und Rücken. (der Rücken meldet sich heute sehr ungehalten, eine Stelle ziept arg und strahlt mir ins Bein und Bauch. Irgendwas ist eben immer.)

Irgendwann muss ich eine geführte Winterwanderung machen, bei der mir erklärt wird, warum manche Bäume umstürzen, andere nicht. Und welche Spuren ich da im Schnee sehe, bisher kann ich nämlich nur raten. Nur eine Stelle, an der Wildschweine nach Futter gesucht hatten, konnte ich klar zuordnen. Ansonsten entdeckten wir Bären-, Wolf- und Saurierspuren, sind uns da aber nicht hndertprozentig sicher.
Und weil es uns zufällig wieder zu einer bewirtschafteten Hütte verschlug, blieben wir halt zum Mittagessen. Und verspeisten den weltbesten Reh- und Wildschweingulasch mit Spätzle und Rosenkohl. Sollten Sie jemals dort vorbeikommen, gehen Sie rein!
Nach dem Essen kam tatsächlich für wenige Minuten die Sonne heraus, so dass wir beschlossen, noch eine kleine Runde zu laufen, bevor wir die Heimfahrt antreten. Wir besichtigten den ehemaligen DDR-Grenzposten und ich erinnerte mich, wie diese Gegend damals aussah, als es die Grenze noch gab. Der breite Streifen “gar nichts” und die Männer auf den Türmen. Mehr weiß ich nicht mehr, nur dass wir uns gegenseitig versicherten, Gewehre aufblitzen gesehen zu haben. (völliger Quatsch, wahrscheinlich, aber Jugendliche steigern sich eben auch gerne mal in etwas rein.)
Der Rückweg zum Auto führte uns dann über den anfangs verschmähten Winterwanderweg. Kamen wir also doch nicht drumherm.

Am Auto stellte ich fest, dass meine blöden Wanderschuhe meinem Fuß entgültig den Rest gegeben hatten (nicht dem nassen Fuß, übrigens). Die Blase vom Vortag war nur noch ein blutiger Matsch, trotz Verband und Tape. Ich gebe den Schuhen noch eine einzige Chance, danach muss ich mich wohl oder übel von ihnen trennen und mich nach Ersatz umsehen. Schade, ich habe sie erst fünfmal getragen und bisher hatte ich mit Meindl-Schuhen keine Problem.

Die Heimfahrt ging zügig und der erste Kaffee daheim vor dem Ofen auf dem Sofa gehörte unbedingt noch zum Kurzurlaub dazu.

Wir sind beide sehr erholt und erfüllt, das hätten drei Wochen in einem Wellnesshotel nicht so gut hinbekommen. Kurz hoffte ich heute morgen, dass ich den Schnee mitgebracht habe, doch wie das bei uns leider meistens so ist: der heftige Schneefall ging in Regen über und die drei Flocken, die liegen blieben, wurden direkt weggespült. Doch ich hatte jetzt Schnee, der Frühling kann kommen. Auch weil ich sehr viel Saatgut und -kartoffeln bestellt habe. Doch davon an anderer Stelle demnächst mehr.

Die 500 goldenen Saunaregeln

19. Februar 2015

Als wir uns zum allerersten Mal in die vorgeheizte Fasssauna setzten, waren wir echte Saunaanfänger. Irgendwann waren wir mal im Urlaub zusammen in einer Sauna, der beste Vater meiner Kinder saunierte mal mit den Kollegen und im Erlebnisbad saßen wir zusammen für ein paar Minuten in der Dampfgrotte. Heiß duschen mag ich auch, baden nicht so sehr, mein Kreislauf läuft dann nicht mehr im Kreis. Weitere Saunaerfahrungen konnte ich nicht sammeln, denn es gruselt mich, mit fremden Menschen an einigermaßen öffentlichen Plätzen zusammen zu schwitzen.

Die Freundinnen und ich hatten uns rundum zum Geburtstag Gutscheine für ein Bäderhaus geschenkt. Mit dem Gedanken, dass wir alle zusammen dort hin fahren und einen dieser Wellnesstage machen. Das war vor etwa zehn Jahren, wir gruseln uns alle zu sehr, um auch nur einen Hauch Wellness zu finden, gestanden wir uns nach etlichen fadenscheinigen Ausreden reihum. Seitdem laden wir uns gegenseitig zum Essen ein.

Es war also ein gewagtes Spiel, mit der quasi nicht vorhandenen Saunaerfahrung direkt eine Sauna in den Garten zu bauen, denn womöglich gefiele uns das Geschwitze gar nicht und dann hätten wir ein Fass im Garten liegen, dass aufgrund seiner Form zu genau gar nichts taugt, als eben … eine Fasssauna zu sein. Eine kurze Recherche im Internet zeigte, dass es Leitfäden zum optimalen Saunieren gibt und wer diese nicht berücksichtigt, tja. Dem bringt das halt nix. Der muss erst gar nicht schwitzen. Der entschlackt und entkeimt nicht, der revitalisiert nicht und regt gar nix an. Sauna- und Erholungszeiten sind genau vorgegeben, die Menge und Häufigkeit des Aufgusses genauso. Kalt abduschen von unten nach oben oder direkt ins Becken steigen, nicht zu lang, nicht zu schnell und kneifen gilt nicht, wer sich nicht abkühlt, macht allesalles falsch.

Saunieren ist also kein Vergnügen, Erholung kein leichtes Spiel. Und wir werden schon sehen – irgendwann – dass es uns nicht bringt, unsere uneregeltes Saunieren.

Wir gehen nämlich in die Sauna, wann immer wir Lust dazu haben. Manchmal mögen wir es heiß, manchmal reichen 65°C. Unsere Aufgüsse duften mal nach Birkenwasser, mal nach 7-Kräuter-Schampoo und manchmal auch nach Gin Tonic. Wir gießen auf, wenn wir denken, dass es mal sein könnte, manchmal sogar dreimal während eines einzigen Saunaganges. Und so ein Saunagang kann zwischen zehn und dreißig Minuten dauern. Ein Tauchbecken haben wir nicht, dafür eine Gartendusche, die das kalte Wasser schwallartig erbricht, von unten nach oben geht da nur, wenn man Handstand macht. Manchmal sitzen wir zwischen zwei Saunagängen auf der Gartenbank, im Winter aber auch oft im Vorraum der Sauna, in dem es nicht so sehr kalt ist. Und es kommt sogar vor, dass wir vor dem letzten Saunagang ein Weizenbier trinken.

Wir brechen also ziemlich viele Regeln, die irgendwer sich irgendwann ausgedacht und auf die ich tatsächlich hin und wieder hingewiesen werde: “Aber du musst … – sonst bringt das nix.”

Seit fast einem Jahr bringt uns und Freunden unsere Sauna reine Erholung, Ruhe und Entspannung. Und jedes Mal wenn wir auf den Bänken liegen und schwitzen, sagt der beste Vater meiner Kinder: “Hach. Unsere Sauna.” (und ich erwidere dann: “Hach. Und bald sitzen wir auch wieder im Gartenhüttchen.)

(die Bilder sind so krisselig, weil ich sie in der Saunadämmerung mit dem Phönchen geknippst habe, beide sind aus dem Vorraum der Sauna)