Mittlerweile lebe ich seit fast zwanzig Jahren in Nierstein und bisher habe ich es noch nicht geschafft, das Sironabad zu besuchen. Allerhöchste Zeit, denn auf kleinem Fleck ballt sich da eine Menge Geschichte.
Ein bißchen was erzähle und zeige ich Ihnen heute, allerdings entschuldige ich mich für die eher mäßige Qualität der Bilder, im Bad war es dunkel :)

Am Ortsausgang Richtung Oppenheim auf der rechten Seite liegt das

Ziemlich unscheinbar und vielleicht fahren oder spazieren Sie direkt daran vorbei. Wenn sie vor dem China-Restaurant “Dynastie” stehen, dann halten sie sich nach rechts, das Bad liegt direkt dahinter.

Zum Bad geht es – immer der Nase nach – eine steile Treppe nach unten.

Den Rest des Beitrags lesen »

Gestichwortet:

25. September 2014

- ich habe noch zwei Monate Zeit, um einen Stand auf dem Niersteiner Weihnachtsmarkt zu befüllen. Unglücklicherweise habe ich bis jetzt genau einen kleinen Toffee Nosed Bär, bei dem obendrein noch die Wendeöffnung zu schließen wäre. Lust mehr zu arbeiten habe ich nicht, Zeit aber eigentlich schon. (immer mal wieder). Tatsächlich spukt mir da eine wunderbare Heimatliebe-Idee im Kopf herum, doch deren Umsetzung ist nicht möglich, weil es mir an Talent mangelt und derjenige, der das Talent hat, keine Zeit hat. Es bremst mich aus, weil ich nur noch an Heimatliebe-Gedöhns denken kann, statt an Krippen und Co.
- die Tochter hat ihren 17. (SIEBZEHN!!) Geburtstag gefeiert und an diesem Tag drei Tests in der Schule geschrieben. Und ihre praktische Führerscheinprüfung bestanden. Somit haben drei Menschen in der Familie ihren Führerschein und es wird immer unwichtiger für mich, selbst einen zu besitzen.
- Franz hatte eine dicke Backe, weil er von einer anderen Katze gebissen worden war. Ein fetter, eitriger Abszess hatte sich binnen weniger Stunden gebildet und der arme Kater hing hoch fiebernd in den Seilen. Die Tierärztin verabreichte diverse Spritzen und in mehreren Sitzungen wurde die Wunde ausgedrückt und gespült. Der Kater ließ diese Prozedur mit bewunderswerter Geduld über sich ergehen, eine Narkose war nicht nötig. Mittlerweile ist die Backe geheilt und die Revierkämpfe können weitergehen.
- der Garten ist noch immer meine große Liebe. Ich genieße es, in der Erde wühlen zu können und bin rückwirkend immer noch fassungslos, dass mir dieses Vergnügen fast fünf Jahre lang von den schrägen Nachbarn verleidet war. “Es ist so leise!”, sprach die ältere Nachbarin neulich und genau so hatten wir uns das gewünscht.
- Ende Oktober ist es endlich, endlich soweit! Die Grüne Villa bekommt ein neues Dach! Danach werden wir nicht mehr das einzige Haus in Nierstein haben, dessen Dach im Winter immer schneefrei ist, denn das neue Dach wird so toll isoliert sein, dass sogar die KFW damit einverstanden ist. Und weil sowieso schon ein Gerüst steht und wir noch zwei, drei Euro zusammenkratzen konnten, bekommt die Grüne Villa auch ein neues Kleid. Als ich den Farbfächer in der Hand hielt, war ich zunächst überfordert, denn es gibt sehr viele, sehr schöne Farben. Letztlich bleibt die Villa aber eine Grüne Villa, allerdings ändert sich der Grünton von komisch-grün in salbeigrün. Dazu ein dunkelgrauer Sockel und ein anthrazitfarbenes Dach – ich glaube, das wird sehr, sehr hübsch. Mit neuem Dach und neuem Anstrich sind die letzten dicken Renovierungskröten gekillt, endlich, nach fünfzehn Jahren. Danach kommt nur noch Luxus: der Zugang zum zweiten Gewölbekeller von der Gartenseite zum Beispiel.
- und zum Abschluss dann noch mal echten CatContent: der allerliebste Ringelfranz auf der Jagd nach solch einem Leckerli-Stückchen (in das ein halbe Antibiotikumtablette verpackt ist)

franzi

Puffelkater.

meist anders als von hinten aus.

Das passt heute nicht ganz so, denn hinterm Haus gibt es nur diese Raucherterrasse, aber sinngemäß stimmt es.

Heute nehme ich sie mit in das “Adega Tapas“, ein portugiesisch-spanisches Restaurant. Portugiesen gibt es hier in Nierstein übrigens sehr viele, eine eigene Gemeinde innerhalb der Stadt. Die meisten kamen irgendwann als Erntehelfer zur Weinlese und blieben.

Weiter nach dem Klick!

Den Rest des Beitrags lesen »

Nierstein ist ja nicht nur für den Wein bekannt, der auf der fruchtbaren Erde des “Roten Hangs” wächst, sondern auch wegen der Fossilien, die IM Roten Hang liegen. Und das sind so viele, dass es sich lohnt, ein Museum dafür zu eröffnen. Das Museum finden Sie am Marktplatz, unübersehbar.

Die Sammlung verdankt Nierstein Arnulf Stapf, der zusammen mit seinem Sohn das Museum liebevoll pflegt. Und bestückt! Die meisten der ausgestellten Exponate hat einer der beiden irgendwo ausgebuddelt, manche wurden sogar nach ihnen benannt.

Den Rest des Beitrags lesen »

Schnell an den See

11. August 2014

und ein bißchen schwimmen.
Der Pfarrwiesensee in Gimbsheim ist knapp 20 Minuten Autofahrt von der Grünen Villa entfernt und deshalb packe ich ihn mit in die Rubrik “Heimatliebe”. Es handelt sich bei diesem See um einen Baggersee, an und in dem fleißig gearbeit wird. Sehr große Gerätschaften fördern Kies aus den Tiefen hervor, doch diese Gerätschaften sind gut abgegrenzt und stören den Badebetrieb nicht. Um den See herum ist feiner Sand, der ein echtes Urlaubsgefühl vermittelt (und der sich hartnäckig zwischen die Zehen klemmt, so dass man auch noch daheim etwas von ihm hat). Abends wird der Sand “gekämmt”, d.h. ein Traktor mit großem Rechen hintendran holt den fiesesten Dreck heraus (Kippen rutschen leider durch und prächtige Sandburgen werden geschleift), diesen Service zahlt man mit den 3,-€ Parkgebühr. Verschmerzbar, denke ich.
An sonnigen, heißen Tagen drängen sich viele Menschen am See und deshalb fahren wir dann nicht dorthin. Zum einen gibt es nur frisch angepflanzte Bäume, die einen sehr mageren Schatten spenden, zum anderen will ich schwimmen und das ist schwierig, wenn Luftmatratzen und Boote kreuzen. Außerdem stehe ich nicht so sehr auf alkoholgeschwängerte Beachpartys, die unanhängig von Tageszeit und Alter der Feiernden ausgiebig zelebriert werden. (#allebekloppt)
Uns trifft man abends am See. Dann, wenn der Kiosk geschlossen und man somit keine Parkgebühr mehr entrichten muss :) Oder bei mäßigem Wetter, wenn es regnet oder kurz davor ist. Dann ist kaum ein Badegast am See und das Urlaubsgefühl ist unermesslich.

Heute war außer dem besten Vater meiner Kinder und dem jüngsten Sohn nur noch ein Paar am See. Weil ein kalter Wind pfiff und es kurz vorher heftig geregnet hatte.

Das Wasser im Baggersee ist wunderbar klar! Es riecht irgendwie “frisch” und wenn ich es aus Versehen schlucke, gruselt es mich nicht. Ich mag die Weite und den leisen Wellengang, Schwimmbäder beengen mich und das Chlor im Wasser brennt mir in den Augen und den Bronchien.

Es ist sehr kalt! In der Mitte des See geht es tief runter, ich weiß nicht wie tief, aber acht, neun Meter bestimmt, eher mehr. Und deshalb schwankt die Wassertemperatur erheblich. Es gibt sehr kalte Strömungen und nur die obersten dreissig Zentimeter im Wasser sind “warm”. Ich mag das beim Schwimmen sehr, weil ich weiß: wenn der Körper im “warmen” Wasser liegt, bin ich ganz gerade, dann stimmt die Körperspannung.

Ich kann nicht kraulen. Wenn ich es versuche, spritze und pruste ich wild und dramatisch um mich und komme nicht vom Fleck. Dafür kann ich sehr schnell und ausdauernd Brustschwimmern. Und auf dem Rücken liegend kraulen. Vor vielen Jahren, als man mir eine fiese Skoliose diagnostizierte, sollte ich viel schwimmen gehen, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Und ich sollte Brustschwimmen, damit dies gleichmäßig geschieht. Ich trat damals dem DLRG bei und lernte neben dieser ganzen Retterei, wie man kräftesparend schwimmt. Das brachte mir ein breites Kreuz und große Sicherheit im Wasser, ich schwamm damals sogar über den Rhein.

Letztes Jahr waren wir selten schwimmen. Die Zeit, das Wetter, die Lust, die ganzen Ausreden und ach, es passt gerade nicht. Im Jahr zuvor war ein wirklich fieser Sommer, das Wasser im See wurde nicht warm. Davor das Jahr waren wir regelmäßig nur zum Schwimmen. Hinfahren, schwimmen, abtrocknen, heimfahren. Abends, wenn keiner da war, oft nackt.

Gestern war ich also nach sehr langer Pause wieder schwimmen. Und es ist wie mit dem Radfahren: der Körper erinnert sich! Nach einigen hastigen Schwimmzügen zum Warmwerden, glitt ich lang und leise durch´s Wasser. Völlig entspannt, ruhig und gleichmäßig atmend. “Fliegen”, nenne ich das für mich und will nie wieder damit aufhören.

Dass die Strecke zum Wiedereinstieg dann doch ein bißchen zu lang war, erzählten mir heute morgen meine Muskeln. Aber da müssen die jetzt durch. Heute flog ich wieder durch´s Wasser. Ein bißchen langsamer, aber nicht weniger glücklich. Und morgen auch wieder. So lange, bis ich mir ein Loch ins Eis hacken muss :)

Anstoß, das Schwimmen wieder aufzunehmen, mich überhaupt wieder zu erinnern, wie froh mich das macht, gab das neue Blog “Freistilstaffel”. Von mir sehr geschätzte Frauen und bisher ein Mann schreiben über das Schwimmen und das Drumherum. Klingt langweilig? Auf gar keinen Fall! Nachdem ich Miz Kittys Artikel über das Elbeschwimmen gelesen hatte war mir nämlich klar: da will ich nächstes Jahr mitmachen!

Danke, dass ich ans Schwimmen erinnert wurde!