Hoch die Tasse XI
31. August 2009
Das Wandertässchen wurde vor der Tür gefunden und führte mit Hilfe von Schoko-Cappuccino zu einem Gluckerbauch.
aus der Nachbarschaft, sozusagen
31. August 2009

Der Mann hat eine gemeine Feder.
(Mein Ausschnitt war sicherlich nicht so tief und meine Hüften nicht so breit. Aber die Sonnenbrille … wenn nicht endlich runde Sonnenbrillen wieder modern werden, brauche ich wohl doch eine neue.)
Zitat:
31. August 2009
“Und die Jungs aus der Vierten sind alles lauter Ärsche.”*
Hätten Sie diesen Satz in einer Lektüre vermutet, die in der Schule gelesen wird?
Ich ehrlich gesagt nicht. Warum die Autorin diese Wortwahl für angebracht hielt, bleibt mir verschlossen. Hat so was Anbiederndes wie: “Hallo Kinder, ich spreche eure Sprache, findet ihr mein Buch toll?”
Das jüngste Kind wusste übrigens gar nicht, was “Ärsche” sind. Das liegt allerdings nicht daran, dass keine Schimpfworte in der Grünen Villa fallen, sondern eher daran, dass ihm der Plural nicht geläufig war. ;-)
*(aus “Lena fährt auf Klassenreise”, Kirsten Boie)
Falls
28. August 2009
Sie neugierig nachfragen wollen, was ich denn so Tolles an meinem freien Vormittag genäht habe: nix.
Einen Knopf habe ich angenäht und ein T-Shirt gepimpt, wie vorgenommen.
Danach kam die Mutter der allerbesten Tochterfreundin mit Kaffeedurst und Crumblehunger und einem völlig lanweiligen lüla Trägerhemd bekleidet. Durst und Hunger stillte sie, während das lüla Hemd einem verrückten Hasen bekam.
Danach waren wir einkaufen.
Danach saß ich im Hof der Mutter der besten Tochterfreundin und kraulte ein struppiges Babykätzchen.
Danach versuchte ich heim zu gehen, wurde aber von der Nachbarin abgefangen. Ich musste mit reinkommen, mir ihre MRT-Bilder betrachten und auch die Bilder, die athroskopisch gemacht wurden. Dafür bekam ich dunkelpinkfarbene Krücken geschenkt, die mir ausgesprochen gut gefallen und stehen. Und ich erfuhr eine menge Dinge über unsere Nachbarn, die ich eigentlich nicht wissen will.
Danach kam die Nachbarin noch kurz zu mir, um ihre Neugierde zu befriedigen. (der letzte Besuch liegt schon zehn Jahre zurück)
Danach trank ich eine Tasse Tee und schrieb auf, was ich statt zu nähen am Vormittag alles tat.
Als
28. August 2009
ich heute morgen, halbschlafend und vor dem ersten Kaffee, dem jammernden jüngsten Kind das aufgeschürfte Knie frisch verband, war ich kurz in Versuchung: “Stell dich nicht so an, das ist gar nicht schlimm. Ich hatte früher viel schlimmere Abschürfungen!” zu knurren.
Gut, dass meine Stimme noch schlief.
*****
Als Lohn für den Putzwahn gestern darf ich heute ins Nähzimmer (Erlaubnis erteilt: der Schweinehund). Vor lauter Schaffensdrang weiß ich nicht, was ich nähen soll. Und so passiert das, was oft passiert: ich schalte den Rechner an und lasse mich auf der Suche nach Inspiration treiben. Plötzlich ist es dann zwölf Uhr und ich weiß noch immer nicht, was ich nähen könnte. Was dann auch egal ist, denn die Frage “Was koche ich?” ist auf einmal viel wichtiger.
Beginne ich heute einfach mal mit den Sachen, die gemacht werden müssen: ein T-Shirt pimpen, damit es vielleicht vor dem Winter doch noch mal getragen werden kann. Einen Knopf annähen, damit das Sommerhemd vor dem Winter … Sie wissen schon. Der Stuhl auf dem ich gerade sitze hat ein Sitzkissen. Dieses Sitzkissen ist ein Stück Schaumstoff ohne Bezug. Wenn ich nur jemanden kennen würde, der Kissenbezüge nähen kann. Grmpf. “Kennst du jemanden, der uns eine richtig große Badetasche nähen könnte?”, fragte der beste Vater meiner Kinder neulich und flüchtete augenblicklich aus dem Raum. Luxusproblemchen einer Hausfrau, ziehen Sie gerne süffisant eine Augenbraue nach oben.
*****
Morgen kommt die allerliebste Freundin zur Sommerabschlussfeier. Es wird allerhöchste Zeit eine Caipirinha hinten im Garten zu trinken. Das machen wir nämlich jeden Sommer. Diesmal eben um dem Sommer “Auf Wiedersehen!” zu sagen.
Mancherorts hat die Weinlese begonnen. Das ist ein untrügliches Zeichen für den Herbst. Dass die Ahornbäume bereits einen großen Teil ihres Laubs abgeworfen haben ist allerdings die Schuld eines Schädlings, habe ich jetzt gelesen.
Schwärme von Staren sind unterwegs und die Wingertsschützen knallen wieder. Bald rollen wieder die ersten Vollernter durch die Weinberge und ich gestehe: ich freu mich auf diese Zeit. Herbst ist die allerbeste Zeit in unserer Gegend. Bunte Weinberge voller allerköstlichster Trauben und dazwischen eine Menge Walnussbäume, die dieses Jahr obendrein brechend voll sind.
Und hinten im Ried stehen die Apfelbäume, genauso voll. Im Herbst verhungert hier niemand :-)
(im Oktober gibt es mindestens zweimal Zwiebelkuchen und Federweißer. Mit lieben Gästen.)
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Und jetzt … räume ich erst mal den Nähtisch auf, der sieht nämlich noch genau SO aus. (bis auf das T-Shirt, das liegt in einem roten Kleiderschrank.)
Aufgabe:
27. August 2009
Teile den Inhalt von vier Wäschekörbe auf, so dass Geschirrhandtücher in den Küchenschrank kommen, Schwimmhandtücher in einen Wäschekorb gestapelt werden, der beim nächsten Gang zur Waschmaschine mit runtergenommen und dessen Inhalt in der Halle in den Schrank kommt, jedes Kind einen Stapel seiner Klamotten bereitgelegt bekommt und die eigenen Klamotten, bzw. die des Ehegemahls direkt in eigene Schränke wandern.
Während Du das tust, höre Deiner Tochter zu, wie sie Dir einen kleinen Aufsatz vorliest, in dem die Schlagworte Sonnensystem, Galaxie, Sonne, Erde, Trabant vorkommen und begutachte das Schaubild, das sie dazu gemalt hat.
Danach erkläre kurz Deinem jüngsten Kind, wie es auf verblüffend einfache Art und Weise tausende von Millimeterkästchen “zählen” kann. Erkläre zunächst SO umständlich, dass das Kind anfängt zu heulen. Beruhige Dich und das Kind und sage Deiner Tochter rasch, was “unser” auf Französisch heisst.
Lobe das jüngste Kind für den ordentlichen Gebrauch des Lineals, räume Geschirrhandtücher in den Schrank und höre Dir an, wie Dein großes Kind Dir von den saueinfachen Funktion erzählt. “Alles ja nur Wiederholung”, prahlt das Kind.
Ermahne das jüngste Kind, die Mathehausaufgaben ordentlich in den Ranzen zu packen, damit es sie nicht wieder, wie am Dienstag, daheim vergisst. Räume ca. zehn Handtücher ins Bad, werfe sie aber vorher noch einmal auf den Boden, knapp neben die Katzenfutterschüssel.
Wenn Du aus dem Bad zurück kommst, lasse Dir vom jüngsten Kind das nächste Kapitel aus “Lena fährt auf Klassenreise” vorlesen und vorfreue Dich schon auf die zu beantwortenden Fragen dazu.
Erkläre dem großen Kind, dass es durchaus alleine in der Lage ist, noch fehlendes Schulmaterial zu kaufen und rufe beschwichtigende, aufmunternde Worte Richtung Tochterzimmer, aus dem es schwergeprüft und herzzerreissend seufzt.
Erledige dies alles in anderthalb Stunden, mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen und diesem netten, ruhigen Tonfall, der für Liebe und Harmonie in der Familie sorgt.
Danach schnappe Dir das nächste Kissen, presse es auf Dein Gesicht und schreie so laut Du kannst “SCHEISSE, warum immer ich!” hinein. Weil dann schaffst Du auch den nächsten Tag. Und den übernächsten. Und die ganzen neun Wochen, bis endlich wieder Herbstferien sind.
OOH!
27. August 2009
Im Briefkasten lag das neue Ottobre-Heft.
Ich bräuchte jetzt dringend viele, viele Stunden Zeit und vier, fünf, sechs herbstliche Wollstoffe.
Endlich mal wieder ein Heft, in dem mir beinahe alles gefällt!
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Apropos Birefkasten und Heft: wo bleibt der neue Katalog aus dem blaugelben Möbelhaus? Die Freundin, die nie Zeit hat und die nur drei Straßen weiter wohnt, hat ihn schon seit Dienstag. Manno!
