anderswo:

14. August 2014

Suse von MomPower stellte mir ein paar Fragen, die ich gerne beantwortete.
Lesen Sie bitte hier: Hausfrau und Mutter, na und?

Weitere sehr lesenswerte Texte und Interviews finden sich ebenfalls auf der noch jungen Seite MomPower. Stöbern Sie ruhig ein bißchen!

Reise, Reise!

13. August 2014

Frau Brüllen und Frau Gminggmangg sind, bzw. waren auf großer Reise mit ihren Familien und berichteten, bzw. tun das aktuell immer noch, detailiert und Lust machend davon. Große, lange Reisen sind also mit Kindern, auch mit kleineren Kindern machbar und scheinen richtig viel Spaß zu machen, ich bin ein bißchen neidisch.

Allerdings nur ein bißchen, denn ich bin ja gar kein Reisemensch. Ich stelle es mir immer ganz großartig vor, irgendwo unterwegs zu sein, irgendwo “fremd” zu sein, Neues zu entdecken und am Liebsten noch die Füße dabei in irgendein Meer zu stecken. Theoretisch. Denn sowie es an die konkrete Planung einer Reise geht, werden die Füße, die Sehnsucht nach dem Meer haben, ganz schön kalt. So lange soll ich von daheim weg? Wer füttert den Kater, wer gießt im Garten und was ist, wenn ein Unwetter kommt und wie kann man es eigentlich aushalten, so lange nicht in seiner vertrauten Umgebung zu leben? Ich habe da ein kleines Problem, das sehe ich selbst. Länger als eine Woche kann ich nicht unbeschwert verreisen, das reicht einfach nicht für exotischere Gegenden als das Allgäu.

Aber ich will hier gar nicht über meine exzentrischen Anwandlungen, die mit den Jahren immer doller werden, schreiben, ich will erzählen, wie wir früher mit den Kindern verreisten.

Anfangs verreisten wir mit den Kindern nämlich überhaupt nicht. Das lag zum einen daran, dass ich immer irgendwie sehr schwanger war oder wir gerade für sehr viel Geld ein Haus gekauft hatten und uns selbst den günstigsten Urlaub schlicht nicht leisten konnten. Auch zeitlich nicht, da wir sehr viel Zeit in die Renovierung stecken mussten. Unser Urlaub fand am Baggersee statt und noch heute vertrete ich die gewagte Theorie, dass es Kleinkindern nicht so sehr wichtig ist, ob sie mit karibischem Sand oder dem vom Baggersee buddeln. Hauptsache es ist Wasser dabei.

Wir verreisten mal über´s Wochenende, zelteten auf dem Gelände des Open Ohrs oder besuchten Freunde. Mit einem Gepäckvolumen, das auch einen mehrwöchigen Urlaub in wechselhaften Gefilden bedient hätte.

Als der Jüngste knapp zwei Jahre alt war (die Mittlere drei und der Große fünf) fuhr ich zusammen mit einer befreundeten Familie an die Nordsee in eine Ferienwohnung. Ich empfand diesen Urlaub nicht als sehr erholsam. Wir stapften im Watt herum, kullerten Dünen herunter, fuhren auf irgendeine Insel. Buddelten im Sand und ließen uns den Wind um die Ohren sausen. Es war schön, ja. Aber. Nicht wichtig? Keine Ahnung.

Wieder daheim stellte ich fest, dass unser Haus noch immer nicht fertig renoviert, der Garten dafür komplett zugewuchert war. Der beste Vater meiner Kinder war noch immer fest in der Firma eingebunden und ich kreiselte derart im ganzen Ruinen/Wildnis/Kleinkinder-Wirbel, dass ich einem Burn-Out entgegenrutschte. Und so fuhr ich wieder mit den Kindern weg. Diesmal an den Klopeiner See. Mit einem Nachtzug, sehr viel Stress und Chaos bei der Anreise und dann mit so etwas wie Ruhe und Erholung im Hotel. Einem Kinderhotel, das eine Kinderbertreuung anbot, die ich fast ohne schlechtes Gewissen halbtags in Anspruch nahm. Die beiden größeren Kinder wurden bespaßt, ich bespaßte nur noch ein Kind und hatte zudem die großartige Gesellschaft von zwei Familien, die ich bereits aus dem Internet kannte. Nach einer Woche fuhr ich mit der Gewissheit heim, dass es ein Heim geben würde, ich war ein bißchen erholt.

Das Jahr darauf fuhr die ganze Familie an die Nordsee. In ein Ferienhaus, denn wenn schon Urlaub, dann bitte in eine Unterkunft, in der wir nicht abhängig sind von geregelten Essenszeiten. Der Urlaub war toll. Wir fuhren Rad und Inliner, puhlten Krabben und ließen Drachen steigen. Verbrachten sehr viel Zeit miteinander, auch alleine als Paar, denn die Kinder spielten gerne auch ohne uns im Ferienhausgarten.

“Das machen wir wieder!”, versprachen wir uns, aber irgendwie kam es nicht mehr dazu. An der Nordsee waren wir seitdem nicht mehr.

Es begann die Campingplatz-Zeit. Natürlich wieder den Finanzen geschuldet, aber auch dem Wissen, dass es in Deutschland wunderbare Flecken gibt, die genau das bieten, was wir lieben: ein bißchen Wasser und gerne viel Wald. Und für ein bißchen Abenteuer das Schlafen im Zelt. Einige Jahre hintereinander landeten wir so immer wieder für knapp eine Woche auf dem gleichen Zeltplatz. Das mag für Sie eine echte Horrorvorstellung sein, die Kinder fieberten dem Urlaub entgegen! Edelsteine suchen! In den Teich springen! Noch mehr Edelsteine suchen! Und wir Eltern fanden Ruhe und Erholung, unsere Kinder glücklich im Bach Edelsteine suchen wissend. Wir unternahmen Ausflüge zu Burgen in der Umgebung, wanderten geocachend durch den Wald oder besuchten den Edelsteinschleifer. Und waren alle fünf nach einer Woche Campingleben froh und dankbar für den Luxus von Betten, Stühlen und einer Toilette in nächster Nähe.

Kurzurlaube wurden unser Ding. Wir wanderten durch deutsche Mittelgebirge und schliefen in Jugendherbergen oder stapften durch die Vogesen und schliefen im Zelt. Wenn das Wetter schlecht wurde, fuhren wir heim. Sogar einen Bauernhofurlaub haben wir gemeistert. NAch einer Woche auf dem Bauernhof fand ich michUnkraut jätend im Bauernhofgarten wieder. Lang wenig bis nichts tun kann ich nicht.

Einmal waren wir sogar zusammen in Spanien. In Andalusien. Damals, als eine Blogkollegin dort ein hübsches Hotel hatte. Zweieinhalb Wochen waren wir dort. Unserem Bedürfnis nach Ruhe und unter uns sein konnten wir nachkommen, weil wir den Schlüssel zu einem privaten Garten mit Pool bekamen. Dort hatten wir dann Familienurlaub. :) Ansonsten besichtigten wir Städte und Höhlen und Arenen und was man halt so im Urlaub macht. Speisten vorzüglich und einen Tag hüpften wir sogar ins Mittelmeer. Auf dem Heimflug bei der Landung verletzte sich die Tochter das Ohr und wir waren sehr lange in Sorge, ob der daraus resultierende Tinnitus dauerhaft bleiben würde. (er verschwand nach fast einem Jahr)

Wir wanderten in Bayern und dann wieder in den Vogesen und mittlerweile schickten wir die Kindelein ohne uns auf Reisen. Dieses Jahr sind wir nicht zu fünft verreist. Einmal waren wir über Silvester in Österreich, zusammen mit vier befreundeten Paaren und sehr vielen Kindern, die alle vormittags Skifahren lernten. Die Männer versuchten sich ebenfalls auf den Pisten, wir Frauen (allesamt orthopädisch vorbelastet) machten sehr lange Spaziergänge durch den wunderbarsten Schnee. Nachmittgas und abends saßen alle zusammen, spielten, kickerten, hatten Spaß. Kein Familienurlaub, aber ein Urlaub. Mit Schnee!

Ich bin immer wieder ein bißchen wehmütig und fast traurig, wenn ich diese wunderbaren Reiseberichte lese. Denke, dass ich meinen Kindern doch so viel mehr von der Welt hätte zeigen können. Reicht es, dass sie sich in den deutschen Mittelgebirgen ganz gut auskennen? Es fühlte sich immer richtig an, wir erholten uns alle und verbrachten eine wunderbare Zeit miteinander und das sollte es ja sein, worauf es letztlich ankommt. Die leise Stimme bohrt natürlich immer wieder. Und ich weiß, dass ich es nicht anders machen würde, gar nicht anders machen könnte. Ich verreise nun mal nicht so gerne.

Neulich fragte ich die Kindelein, ob sie etwas vermisst hätten. Das war natürlich eine idiotische Frage, denn wie kann man etwas vermissen, was man nicht kennt? Aber es entwickelte sich ein schönes Gespräch, in dessen Verlauf ich erfuhr, dass unsere Mini-Urlaube in sehr guter Erinnerung sind. Doch nicht alles falsch gemacht.

#aufdieTische

12. August 2014

Ich bin heute auch auf einen Tisch gestiegen.
Als letzten Gruß an einen großartigen Schauspieler, als Dankeschön für viele Stunden brillanter Unterhaltung und als Mahnung, Depressionen als Krankheit ernst zu nehmen.

Rest in peace, Mr. Williams.

Schnell an den See

11. August 2014

und ein bißchen schwimmen.
Der Pfarrwiesensee in Gimbsheim ist knapp 20 Minuten Autofahrt von der Grünen Villa entfernt und deshalb packe ich ihn mit in die Rubrik “Heimatliebe”. Es handelt sich bei diesem See um einen Baggersee, an und in dem fleißig gearbeit wird. Sehr große Gerätschaften fördern Kies aus den Tiefen hervor, doch diese Gerätschaften sind gut abgegrenzt und stören den Badebetrieb nicht. Um den See herum ist feiner Sand, der ein echtes Urlaubsgefühl vermittelt (und der sich hartnäckig zwischen die Zehen klemmt, so dass man auch noch daheim etwas von ihm hat). Abends wird der Sand “gekämmt”, d.h. ein Traktor mit großem Rechen hintendran holt den fiesesten Dreck heraus (Kippen rutschen leider durch und prächtige Sandburgen werden geschleift), diesen Service zahlt man mit den 3,-€ Parkgebühr. Verschmerzbar, denke ich.
An sonnigen, heißen Tagen drängen sich viele Menschen am See und deshalb fahren wir dann nicht dorthin. Zum einen gibt es nur frisch angepflanzte Bäume, die einen sehr mageren Schatten spenden, zum anderen will ich schwimmen und das ist schwierig, wenn Luftmatratzen und Boote kreuzen. Außerdem stehe ich nicht so sehr auf alkoholgeschwängerte Beachpartys, die unanhängig von Tageszeit und Alter der Feiernden ausgiebig zelebriert werden. (#allebekloppt)
Uns trifft man abends am See. Dann, wenn der Kiosk geschlossen und man somit keine Parkgebühr mehr entrichten muss :) Oder bei mäßigem Wetter, wenn es regnet oder kurz davor ist. Dann ist kaum ein Badegast am See und das Urlaubsgefühl ist unermesslich.

Heute war außer dem besten Vater meiner Kinder und dem jüngsten Sohn nur noch ein Paar am See. Weil ein kalter Wind pfiff und es kurz vorher heftig geregnet hatte.

Das Wasser im Baggersee ist wunderbar klar! Es riecht irgendwie “frisch” und wenn ich es aus Versehen schlucke, gruselt es mich nicht. Ich mag die Weite und den leisen Wellengang, Schwimmbäder beengen mich und das Chlor im Wasser brennt mir in den Augen und den Bronchien.

Es ist sehr kalt! In der Mitte des See geht es tief runter, ich weiß nicht wie tief, aber acht, neun Meter bestimmt, eher mehr. Und deshalb schwankt die Wassertemperatur erheblich. Es gibt sehr kalte Strömungen und nur die obersten dreissig Zentimeter im Wasser sind “warm”. Ich mag das beim Schwimmen sehr, weil ich weiß: wenn der Körper im “warmen” Wasser liegt, bin ich ganz gerade, dann stimmt die Körperspannung.

Ich kann nicht kraulen. Wenn ich es versuche, spritze und pruste ich wild und dramatisch um mich und komme nicht vom Fleck. Dafür kann ich sehr schnell und ausdauernd Brustschwimmern. Und auf dem Rücken liegend kraulen. Vor vielen Jahren, als man mir eine fiese Skoliose diagnostizierte, sollte ich viel schwimmen gehen, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Und ich sollte Brustschwimmen, damit dies gleichmäßig geschieht. Ich trat damals dem DLRG bei und lernte neben dieser ganzen Retterei, wie man kräftesparend schwimmt. Das brachte mir ein breites Kreuz und große Sicherheit im Wasser, ich schwamm damals sogar über den Rhein.

Letztes Jahr waren wir selten schwimmen. Die Zeit, das Wetter, die Lust, die ganzen Ausreden und ach, es passt gerade nicht. Im Jahr zuvor war ein wirklich fieser Sommer, das Wasser im See wurde nicht warm. Davor das Jahr waren wir regelmäßig nur zum Schwimmen. Hinfahren, schwimmen, abtrocknen, heimfahren. Abends, wenn keiner da war, oft nackt.

Gestern war ich also nach sehr langer Pause wieder schwimmen. Und es ist wie mit dem Radfahren: der Körper erinnert sich! Nach einigen hastigen Schwimmzügen zum Warmwerden, glitt ich lang und leise durch´s Wasser. Völlig entspannt, ruhig und gleichmäßig atmend. “Fliegen”, nenne ich das für mich und will nie wieder damit aufhören.

Dass die Strecke zum Wiedereinstieg dann doch ein bißchen zu lang war, erzählten mir heute morgen meine Muskeln. Aber da müssen die jetzt durch. Heute flog ich wieder durch´s Wasser. Ein bißchen langsamer, aber nicht weniger glücklich. Und morgen auch wieder. So lange, bis ich mir ein Loch ins Eis hacken muss :)

Anstoß, das Schwimmen wieder aufzunehmen, mich überhaupt wieder zu erinnern, wie froh mich das macht, gab das neue Blog “Freistilstaffel”. Von mir sehr geschätzte Frauen und bisher ein Mann schreiben über das Schwimmen und das Drumherum. Klingt langweilig? Auf gar keinen Fall! Nachdem ich Miz Kittys Artikel über das Elbeschwimmen gelesen hatte war mir nämlich klar: da will ich nächstes Jahr mitmachen!

Danke, dass ich ans Schwimmen erinnert wurde!

Nach einem ausgiebigen Frühstück schleppten wir uns äußerst träge durch den Tag und als wir uns um 12 Uhr mittags bäuchlings auf dem Bett, kurz vor´m Einschlafen, wiederfanden … traten wir den Schweinehund in die Ecke. Das Wetter war drückend, grau, kurz vor Gewitter, aber manchmal muss man eben trotzdem raus, weil man sonst ein klitzekleines Bißchen doof im Kopf wird.

Ursprünglich wollten wir nur rasch zum Wartturm laufen, weil ich den sehr mag und weil ich ihn als Lieblingsplatz in meiner Heimatliebe-Rubrik vorstellen wollte. Als wir aber so beim Laufen waren und ein frischer, kühler Wind aufkam, marschierten wir direkt noch weiter zum Schlossturm. Eine hübsche 6km-Tour, mit sanften An- und Abstiegen, wunderbaren Ausblicken und jede Menge Wingert drumherum. Ich zeig´s Ihnen mal.

Start waren die Himmelstreppscher. Für neue Leser: die Himmelstreppscher führen ziemlich steil nach oben, früher und heute der schnellste Weg von ganz unten nach oben in den Weinberg. Die Stufen sind sehr unregelmäßig, was den Auftsieg ziemlich anstrengend macht. Angeblich wurden die Treppscher (=Treppchen) sogar schon in Begleitung von Kindern in Kinderwagen bezwungen, aber das war garantiert kein Spaß. Bei starkem Regen oder Eis/Schnee würde ich ihnen auch eher fernbleiben.

Leider, leider ist dies nur ein eher schlechtes Handybild. Die Himmeltreppscher beginnen über dem Wasserauffangbecken, der Einstieg ist rechts vom Becken.

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