Alles muss raus!

5. Februar 2016

Jetzt geht es los!

Augen nach links oder ganz einfach hier auf diesen link klicken:

Das „alles muss raus!“- Schaufenster!

 

Kaufen Sie es leer, jeder Cent wandert auf das Spendenkonto der Tochter! (irgendwann am Wochenende werden Sie auch einen Spendenbutton hier finden, mal so am Rande :))

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Schlafenszeit!

Danke schon mal an die vielen Käuferinnen, die das Schaufenster geplündert haben. Und ein goßes „Tut mir leid!“ an all diejenigen, die ihr Wunschschnickeldi nicht mehr bekamen.

Seit vier Nächten schlafe ich auf der neuen Matratze, der Eve. So lange hat es also gedauert, bis ich die Ausdünstungen nicht mehr schlimm fand. Ja, die Matratze stank wirklich arg nach dem Auspacken, aber das kenne ich auch von anderen Matratzen. Keine Ahnung, ob das matratzenspezifisches Verhalten ist oder eine Fertigungssache, die womöglich nicht sein müsste. Da die Matratze jetzt nur noch schwach riecht, sogar für mein sensibles Näschen, das empfindlicher ist, als die Nase des besten Vaters meiner Kinder, muss ich nicht mehr meckern.

Und der Schlaf? Der könnte prima sein, hätte ich nicht so viel im Kopf. Denn ich liege ganz, ganz prima. Meine Hüfte und meine Schulter, die manchmal morgens nach einer Nacht auf meiner alten Taschenfederkernmatratze ein wenig schmerzten und unbeweglich waren, melden sich bisher nicht. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich ganz wunderbar auf dem Bauch schlafen kann. Das war mir nämlich in der zweiten Zyklushälfte mit schmerzenden Brüsten nicht mehr möglich. Aber jetzt geht das, denn diese oberste, weiche Matratzenschicht lässt mich ganz sanft, perfekt und schmerzlos einsinken und -schlafen. (so wie damals, als ich mir für meinen dicken, schwangeren Bauch eine Kuhle in den Sand am Seeufer buddelte, um wenigstens eine halbe Stunde auf dem Bauch liegend dösen zu können)

So weit die erste Schlafeinschätzung. Ich bin gespannt, was mein Rücken in den nächsten Wochen zum weicheren Schlafen als bisher sagen wird. Ich habe nämlich diese ernstzunehmende Skoliosesache, wegen der ich so oft wie möglich auf der rechten Seite liege, damit ich hübsch in der Gegenkrümmung liege. Und wegen der ich auf dem Bauch liegend mich automatisch gerade ziehe und diesen einen Muskel, der die Krümmung stützt, anspanne. Auf der alten Matratze klappte das ganz gut, sie bot mir Widerstand. Die Eve verleitet mich zum Reinkuscheln. Ob der Rücken das mag, wird er mir sicherlich erzählen. (und ich dann Ihnen)

Der beste Vater meiner Kinder ist sehr zufrieden mit der Matratze, er schläft tief und gut und vermisst die fehlende Besucherritze genauso wenig wie ich. Jetzt haben wir ganz phantastische 2×2 Meter Liegefläche, was vor allem im Sommer toll sein wird, wenn wir quer im Bett schlafen können, damit sich niemand den Kopf am offenen Fensterflügel ansemmeln muss.

(was ja letzte Nacht schlimmer stank, als es die Matratze jemals tat, war der gar nicht mehr so kleine Hund, der seine Schlafstätte direkt neben meinem Bett hat. Offenbar hatte er sich gestern abend bei der Hunderund in etwas sehr Totem gewälzt. Dieser Gestank waberte irgendwann nachts bis hoch in meine Nase und Träume und heute morgen war ich in eher angespannter Stimmung.)

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Kurze Erinnerung: morgen früh, elf Uhr, gibt´s ein Schnickeldi-Schaufenster!

Am Freitag morgen, um 11:00 Uhr, wird das letzte Schaufenster für längere Zeit hier geöffnet. Darin werden Sie alles finden, was sich noch in meinem Schnickeldi-Fundus befindet, vom Reissverschlusstäschchen über kleine Toffee Noses bis hin zu Weihnachtskrippen. Der Verkaufserlös geht als Spende … ach, das lasse ich Ihnen doch direkt von meiner Gastbloggerin, meiner Tochter Anne, erzählen:

Im August geht es los! Ich darf für ein Jahr als Freiwillige mit dem Programm „weltwärts“ nach Südafrika!

Mein Einsatzort ist Mbekweni, ausgesprochen Mm-buh-kway-nee (Bitte den Kiefer wieder einrenken! ;-p) in der Nähe von Kapstadt. Die Organisation Mosaic mit der ich dort arbeiten werde, versucht im township (Vorort von Städten) eine sich selbst tragende Gesellschaft aufzubauen, die sich um Waisenkinder (deren Eltern z.B. an HIV gestorben sind) kümmert. Pflegefamilien, die Waisenkinder aufnehmen, werden gefördert, indem ihnen Häuser  gebaut oder sie geschult werden.

Was ich bisher über meine Aufgaben weiß ist, dass ich nachmittags Kinder und Jugendliche betreue, sie bei den Hausaufgaben unterstütze und beim Bau von Häusern, Lesezirkeln, Computerunterricht und administrativen Aufgaben helfe.

Bevor es jedoch richtig losgehen kann, wird jeder Freiwillige, der mit weltwärts ein Auslandsjahr absolvieren möchte, aufgefordert einen Spenderkreis aufzubauen. Ich wurde gebeten 2400€ zu sammeln, um meine Entsendungsorganisation finanziell zu entlasten. Konkret bedeutet das, dass der DSJW 25% der Kosten, die monatlich durch Verpflegung und Unterkunft aufkommen, tragen müsste und diese durch Spenden abgedeckt werden sollen. Die restlichen Kosten, die Flug, Versicherung usw. beinhalten, werden vom BMZ (Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) abgedeckt. Vor allem meine Organisation, die mehr als 30 Freiwillig aussendet und selbst nur ein kleiner Verein ist, ist auf diese Spenden angewiesen, um das Freiwilligenprogramm zu realisieren. Aus eigenen Mitteln ist es ihr unmöglich, den Freiwilligen den Einsatz zu finanzieren.

Damit Freiwillige den Betrag nicht selbst leisten müssen und einige dazu auch nicht in der Lage sind, sollen sogenannte Förderkreise aufgebaut werden, die den Freiwilligen (also in diesem Fall mich) finanziell unterstützen. Der Erlös des Schaufensterverkaufs meiner Mutter fließt also in den Spendentopf, wer mich mit einer Spende unterstützen möchte, kann sich per Mail an meine Mutter wenden (die Adresse steht im Impressum).

Damit das Ganze jedoch keine einseitige Sache wird und Sie nie wieder davon hören, habe ich vor, ein eigenes Blog zu schreiben, in dem ich über meinen Aufenthalt und meine Tätigkeiten berichte und damit zeige, dass Ihre Spende gut investiert wurde!

Im Voraus schon mal ein RIESENDANKSCHÖN an alle, die mich unterstützen wollen!

Anne

Weitere Fragen werden Ihnen sicher gerne beantwortet, wenn auch vielleicht nicht ganz zeitnah, immerhin ist die Tochter eine Vielbeschäftigte. Und natürlich werde ich hier und auf den üblichen Kanälen die URL ihres Blogs bekannt geben. (hach.)

Letzte Nacht (und vermutlich noch zwei, drei weitere Nächte) schliefen wir hier:

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Der beste Vater meiner Kinder im Gästebett, ich auf der Matratze davor, der gar nicht mehr so kleine Hund an meinem Kopfende. Gestern abend vor dem Schlafen fand ich das alles sehr aufregend, das hatte was von Übernachtungsparty mit Schlaflager. Heute morgen dachte ich mir, dass so ein Lattenrost unter einer Matratze doch einen beträchtlichen Komfort bietet. Sollte man nicht unterschätzen.

Grund für unser wildromantisches Bettenlager ist die neue Matratze, die gestern angeliefert wurde. Vermutlich haben Sie bereits in anderen Blogs den einen oder anderen Bericht darüber gelesen, hier nun also unsere Geschichte: Eve (die Matratze) kommt an.

Eve hatte wegen eines technischen Defekts ein bißchen Verspätung, doch nachdem dieser behoben war, kam die Ankündigung ihrer Lieferung sehr schnell.
Laut Trackingnummer wusste ich genau, dass UPS das 30kg schwere Paket am 28.1.2016 gegen Abend ausliefert, weswegen ich mir ab Nachmittag freihielt und den gar nicht mehr so kleinen Hund zum Spielen in den Garten schickte, statt mit ihm zur abendlichen Hunderunde aufzubrechen. Gegen 19:00 begann ich mir Gedanken über die fiesen Arbeitszeiten der UPS-Auslieferer zu machen, zehn Minuten später schaute ich vorsichtshalber nochmal nach dem Auslieferdatum und las sehr erstaunt, dass meine Matratze um 8:52 Uhr ausgeliefert worden war. An unsere Nachbarn. (dass zwei Kindelein zu dieser Zeit daheim waren und dass diese Kindelein die Erlaubnis haben die Tür zu öffnen wenn es klingelt … nun ja. Sie haben das Klingeln vermutlich nicht gehört)

Der beste Vater meiner Kinder war in der Zwischenzeit heimgekommen und gemeinsam gingen wir zum Nachbarn um unsere Matratze einzufangen.

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Sie sehen mich hier sehr vorfreudig ob des riesigen Paketes in der Halle. Und weil sich dieser Zeitpunkt gerade so anbietet – eine kleine Warnung: die nachfolgenden Bilder sind NICHT mit einer Spiegelreflexkamera gemacht, die Lichtverhältnisse waren wegen der Tageszeit grauenhaft und ich habe auf lustige Bildbeschriftungen GÄNZLICH verzichtet. Desweiteren erhalten Sie ungeschönte Einblicke in die am wenigstens attraktiven, weil bisher sträflich bei Renovierungen vernachlässigten Ecken der Grünen Villa. Und ja, Sie werden ein fremdes Schlafzimmer sehen. Brr.

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Der beste Vater meiner Kinder übernahm den Transport der mittlerweile von ihrer Transportverpackung befreiten Matratze. 18 Stufen von der Halle nach oben! Er hat aber nur ein bißchen geschnauft, soll ich sagen.

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Ein erster Blick in den Karton war … äh … interessant. Wer hier schon länger liest, weiß das ich mit diesen einfühlsamen Sprüchen in lustigen Schriftarten nichts … äh … anzufangen weiß und mich bisweilen etwas lustig darüber mache. Aber die Sprüche an den Kistenwänden sind ja völlig egal, viel wichtiger und spannender war doch der Inhalt! Eine komplett zusammengeknödelte Wurst in Plastik, einer Matratze eher unähnlich.

Ach komm, weil es so schön ist: hier noch ein Bild mit GANZ starker Botschaft. (ich schiele schon vor lauter Tiefsinn)

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Der beste Vater meiner Kinder wuchtete noch rasch die alte Matratze aus dem Bett, ich warf einen letzten prüfenden Blick ins Schlafzimmer um sicher zu sein, dass sämtliche jugendgefährenden Gegenstände und Kleidungsstücke sauber verräumt waren (schließlich soll dieses Blog auch weiterhin ohne Altersabfrage auskommen) und dann durfte die neue Matratze auf´s alte Bett.

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Das Herausschütteln der komprimierten Matratze aus dem Karton sieht hier sehr viel leichter und eleganter aus, als es in Wirklichkeit war. Ein Cutter und mächtig viel Schnaufen war zusätzlich vonnöten. Der Hund im Bild dient lediglich der Dekoration, hilfreich war das interessiert zwischen den Füßen herumwuseln eher nicht.

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„Fertig!“, rief der beste Vater meiner Kinder, aber da täuschte er sich gewaltig. (kurze Erläuterungen, falls Sie das gerne fragen würden, sich aber nicht trauen: Unser Schlafzimmer ist der kleinste Raum der Grünen Villa. Das 2×2 Meter Bett passt genau hinein, sehr viel mehr Platz gibt es nicht. Reicht ja für ein Zimmer, in dem fast nur geschlafen wird. Ursprünglich war der Raum eine Küche, weswegen sich hinter dem Vorhang rechts eine kleine Vorratskammer befindet, die jetzt mein Kleiderkämmerchen ist. Und ja, die Gardine am Fensetr hängt durch. Sie ist aus einem alten Leinenkissen genäht, dessen Stoff zu schwer für diese auseinanderziehbaren Gardinenstangen ist. Und ebenfalls ja, man könnte die Bücher von der Heizung räumen. Der helle Mond vor dem Fenster ist das Flutlicht des weiter entfernten Sportplatzes, das Mobilé ist aus Namibia und etwas zugestaubt.)

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Wir entschieden uns, welche Seite der Matratze oben sein soll und ließen sie sich auf dem Bett entrollen. (auf youtube finden Sie sogar Videos davon, wie sich so eine Matratze entrollt, weswegen ich hier auf videobasiertes Dokumentationsmaterial verzichtet habe) Die Weichheit der Matratze zu testen war zu diesem Zeitpunkt wirklich völliger Quatsch, da sie noch vakuumiert war und damit in etwa so gemütlich wie eine Wolldecke auf dem Asphalt. Wir entfernten die Plastikfolie und verließen dann gerne den Raum, denn es roch etwas streng.

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Zur Auflockerung dieses Berichtes wäre es an dieser Stelle schön, könnte ich niedliche, rotwangige, fröhlich mit und in der Kiste spielende (Klein)Kinder zeigen. Die ersatzweise herbeigerufenen Haustiere zeigten – trotz einiger sehr verlockender Leckerlibröckchen – wenig Freude an der gelben Kiste, weswegen wir sie eher unfeierlich entsorgten. (die KISTE natürlich. Orrr.)

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Mittlerweile hatte sich die Matratze vielversprechend entfaltet, der Geruch hingegen war (und ist auch heute noch) sehr unangenehm. Im echten Leben muss man gar nicht so nahe mit der Nase ran, um ihn wahrzunehmen, es handelt sich hierbei also um ein gestelltes Bild.

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(Weia! Die Frontkamera macht wirklich sehr schlechte Bilder!) Der erste Liegetest bestätigte das, was bei vielen anderen nachzulesen ist: Oh ja, sehr weich! Aber beim Ausstrecken passt es eigentlich ganz prima. Außerdem mag ich weiche Matratzen ganz gerne, obwohl das vermutlich eine ähnlich unpopuläre Aussage wie „Ich trinke gerne lieblichen Wein“ ist. Man schläft nur auf harten Matratzen, das gibt Haare auf der Brust. Basta.

Weiterhin nicht auf dem Bett erwünscht und darüber sehr verstimmt: Lola.

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Es bleibt alles sehr spannend. Wie haben einen strikten Heiz-Lüften-Plan erstellt, den wir streng einhalten. So können wir hoffentlich bald testen, ob die neue Matratze hält, was sie im beiliegende Heftchen verspricht: wohltuenden Schlaf.

Darüber werde ich dann demnächst berichten.

Achtung! *** Die Eve wurde mir kostenfrei zum Testen zur Verfügung gestellt. ***

Kehrseiten.

28. Januar 2016

Ich habe mein Gewerbe abgemeldet, denn im Nähzimmer stehen keine Nähmaschinen mehr auf dem Tisch. Dafür stehen dort drei Laptops, mit deren Hilfe Deutsch gelernt wird. Das klappt übrigens prima, denn die Bereitschaft sich gegenseitig zu helfen ist groß und die Motivation zu lernen bei den meisten noch viel größer.

Ich bin ein bißchen traurig, weil es mit dem Nähen nicht mehr hinhaut (und vielleicht wird mir auch das Geld fehlen), aber gleichzeitig bin ich glücklich, dass das mit den Rechnern so unkompliziert läuft. Und ich bin sehr dankbar, dass mir Menschen aus dem Internet ihre alten Laptops für mein kleines „Internetcafé“ überlassen wollen. Das ist so großartig!

Mittlerweile erzähle ich übrigens nur noch Ihnen so hemmungslos von meinen Aktivitäten, denn manche Reaktion von Menschen in meinem Leben ist eher … verhalten. Ein betretenes „ach. Interessant.“ samt raschem Themawechsel verunsichert mich, nachzufragen traue ich mich aber nicht. Ich habe Angst, dass ich Menschen, die mir sympathisch sind verliere, weil sie das nicht gutheißen (aus welcher Motivation auch immer) was ich tue. Und so meide ich das Thema Flüchtlinge, erzähle nicht, dass es mich jedesmal eine große Überwindung kostet, meine Tür für gänzlich fremde Menschen zu öffnen, sie in meine Lieblingsräume (Küche und Nähzimmer) zu lassen. Wie schwer es ist, einen Kontakt über Sprachbarrieren hinweg zu knüpfen und zu halten, die Balance zwischen Freundlichkeit und Distanz zu wahren und nicht selbstgefällig oder gar gönnerhaft zu wirken/werden. Aber dass mich dieses unbestimmte „ich will aber irgendetwas tun“ immer weiter antreibt. Die Menschen bei Twitter haben da eine häufig genutzte Phrase: „Es ist kompliziert.“ Und ja, das ist es.

Kompliziert ist es übrigens auch, über die nicht so schönen Flüchtingsgeschichten zu erzählen. Als nämlich der 33jährige, der seine Familie seit vier Jahren nicht mehr gesehen hat, der seit sechs Monaten ohne Anhörung und somit bisher ohne Asylantragstellung hier lebt, durch Beschäftigungsverbot zur Untätigkeit verurteilt, seinem Frust Luft macht. So laut und derb, dass der 20jährige Dolmetscher schamrot die Küche verlässt und „Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter übersetzen“ sagt. Diese Momente gibt es auch. Dann wird es mir mulmig, denn wie genau kenne ich denn meine Sprachschüler? Vielleicht lästern und lachen sie ja über mich, wenn sie sich in ihrer Muttersprache, derer ich nicht mächtig bin, unterhalten? Aber vielleicht denken sie das ja auch, wenn sie mit uns essen und wir uns viel zu schnell auf Deutsch unterhalten und laut lachen.

Ich habe neulich „Dann musst du deinen Pass nehmen und gehen“ zu meinem Sprachschüler nach seinem Ausraster gesagt, als er behauptete, in Deutschland gäbe es keine Rechte. Habe ihm versucht zu erklären, dass er in sehr vielen Ländern nicht willkommen ist, sogar im Gefängnis landen wird. Und dass er hier in Deutschland vor allem eines braucht: Geduld. Und dass er die Zeit des Wartens nutzen soll, um Deutsch zu lernen. Er hat sich beruhigt und verständig genickt. Und seine Hausaufgaben erneut nicht gemacht.

Freundlichkeit und Distanz, immer wieder ein Thema. Genauso wie das klare Vermitteln: ich bin eine Frau und habe hier _trotzdem_ das Sagen, nimm mich ernst, ich weiß hier mehr als du, das musst du aushalten lernen. (Ich versuche mir vorzustellen, wie schwer es für _mich_ wäre, wenn ich plötzlich in einem Land lebte, in dem ich keine Rechte mehr hätte. Das hilft mir geduldig zu bleiben, wenn zu viel Testosteron in der Luft schwebt.)

Dass mich Manches frustet und Vieles beschäftigt … kann ich zum Glück im Blog lassen (und natürlich bei der Familie). Danke.

Nachtrag weil es so gut passt: lesen Sie bitte, was Anna aka Berlinmittemom gebloggt hat: Wir sind nicht mehr dieselben – Brief an eine Freundin.