Ist das Lola?

10. Februar 2017

fragte die Frau und rannte über die Straße. 

„Äh, ja.“, antwortete ich und überlegte fieberhaft, was der gar nicht mehr so kleine Hund angestellt haben könnte, wann und wo und vor allem: was würde es uns kosten?

Doch letztlich blieb es harmlos, denn: „Ich habe eine Freundin in Limburg, die liest ihr Blog und die hat mich gefragt, ob ich Lola in Nierstein schon mal gesehen habe. Jetzt kann ich ihr rückmelden, dass es Lola wirklich gibt.“

Liebe Leserin aus Limburg, dank Ihnen weiß ich jetzt, dass mir mein Hund den Bekanntheitsrang abgelaufen hat. Liebe Grüße auch an Ihre Lola, ich hörte, wir sind da Trendsetter bei der Hundenamensgebung.

Gestichwortet: Urlaub

9. Februar 2017

Diese Afrika-Reise wird immer realer! Mittlerweile steht ein Programm, Unterkünfte sind angefragt. (das sollte kein Problem sein) Nachdem das Reisebüro keinen Erfolg bei der Buchung von Lodges für unsere Walking-Safari hatte, haben wir das mal eben selbst organisiert. Hurra, hat geklappt, wir werden drei Tage im Kruger Nationalpark herumlaufen!

Die Tochter hat uns tolle Tipps für Ausflüge und Unternehmungen geben können, außerdem sorgt sie dafür, dass wir auf gar keinen Fall verhungern können, indem sie uns Essenseinladungen bei ihren einheimischen Projektkolleginnen beschafft. 

Außerdem hat sie während unseres Urlaubs ebenfalls frei und wird mit uns zusammen losziehen. Das wird ganz, ganz wunderbar.

Lola haben wir prima unterbringen können, für Haus, Garten und Kater ist ebenfalls gesorgt.

Einen Termin beim Arzt zum Impfen müssen wir noch hinter uns bringen, außerdem muss ich mir zwei Schlaftabletten für die Flüge verschreiben lassen, sonst werde ich ein bißchen ausflippen vor Angst.

Die Urlaubsgarderobe muss aufgefrischt werden, denn mir fehlt eine lange Wanderhose und ein leichtes, langärmeliges Oberteil. Für die großen Tourenrucksäcke der Söhne, die diese statt Koffer nehmen werden, brauchen wir Packsäcke. Der Große braucht ebenfalls eine Hose, aber die kann er sich selbst besorgen.

Mitbringsel für die Kinder des Projekts der Tochter muss ich kaufen, aber ich weiß schon was und wo. Die Tochter klagt über einen zu erwartenden Mangel an leckeren Schokoosterhasen, dafür wird wohl Platz in unserem Gepäck sein. Genauso wie für die Wintersachen, die wir der Tochter mitbringen sollen. (und ihre Sommersachen nehmen wir dann wieder mit heim)

Mittlerweile habe ich so viel im Reiseführer und auf Webseiten gelesen, dass ich befürchte, nach zweieinhalb Wochen noch lange nicht mit (Süd)Afrika fertig zu sein. 

Ach ja. Reisefieber kommt langsam hoch, zusammen mit unbändiger Freude, weil ich die Lieblingstochter wiedersehe.

WMDEDGT im Februar

5. Februar 2017

Frau Brüllen fragt an jedem Fünften eines Monats „was machst du eigentlich den ganzen Tag?“.

Heute hätte kein ereignisloserer Tag sein können. Sonntag eben.

Der gar nicht mehr so kleine Hund weckte mich um Viertel vor sieben aus einem höchst merkwürdigen Traum, in dem ich eine Frau interviewte, die von den Vorzügen ihrer Dachbegrünung schwärmte. Während ich mit ihr über den englischen Rasen auf ihrem Dach spazierte, erklärte sie mir, die Pflege des Rasen sei wie die eines Säuglinges, nur bräuchte man eben Pinzetten und Nagelscheren. Vermutlich weckte mich der Hund zum richtigen Zeitpunkt, bevor der Traum völlig abstrus wurde.

Ich weckte den besten Vater meiner Kinder kurz nach acht, die allerbeste Freundin kroch freiwillig aus dem Bett. Es gab einen Kaffee und ein klitzekleines Frühstück, bevor wir in wunderbarstem Sonnenschein zu einer längeren Hunderunde aufbrachen. Der Frühling kommt bald! Das Licht und die bereits wärmenden Sonnenstrahlen versprechen jedenfalls das Ende des Winters.

Lola rannte, wir marschierten und kurz vor elf kamen wir glücklich und sehr hungrig wieder daheim an. Der Hund musste unter die Dusche, und reichte eine Wäsche.

Wir weckten die Söhne und frühstückten (spätstückten) lange und gemütlich zusammen.

Nach dem Frühstück steckten wir Eintrittskarten in die bereits beschrifteten Umschläge und klebten Briefmarken auf. Demnächst mehr dazu.

Der beste Vater meiner Kinder zog sich zurück um Schlaf nachzuholen, die allerbeste Freundin und ich saßen schwätzend auf dem Sofa bevor sie sich verabschiedete. Bis bald, zur Geburtstagsfeier des Jüngsten und zum Kreppelessen.

Ich gönnte mir einen Mittagsschlaf und danach eine gemütliche Tasse Kaffee. Beim Kaffeetrinken plante ich die kommende Woche und die bald startende Gartensaison. Langsam juckt es in den grünen Daumen!

Der Jüngste übernahm die Abendrunde mit dem Hund, der Große brachte dem Opa das Auto zurück. Der beste Vater meiner Kinder brannte seiner Schwiegermutter eine DVD, ich putze Rosenkohl und schälte Kartoffeln für das Abendessen. Rosenkohleintopf auf besonderen Wunsch der Söhne.

Während der Eintopf schmurgelte räumte ich die Küche auf und deckte den Tisch, knipste ein rasches Bild und rief schließlich zum Essen.

Nach dem Essen verabschiedeten sich die Söhne nachdem sie das schmutzige Geschirr versorgt hatten: „Gute Nacht, bis morgen!“ 

Ich verzog mich wieder aufs Sofa, surfte ein Bißchen, schwätzte mit der Tochter und schrieb einen wahnsinnig spannenden Blogartikel. Und teilte mit dem besten Vater meiner Kinder ganz heimlich das letzte Stück Schokotorte.

Mehr war nicht. Sehr erholsam.

Und dann sagte der Sohn:

3. Februar 2017

„Ich hab mir früher gewünscht du würdest mal brüllen, statt immer so furchtbar ruhig zu sein.“ Es sei nämlich so gewesen, dass er (und seine Geschwister) oft ein sehr schlechtes Gewissen und Gefühl hatte, wenn ich ruhig und ernst erklärt habe, was gerade doof sei. Er (und seine Geschwister) hätte es gut gefunden, wenn ich einfach mal gebrüllt hätte, denn dann wäre zurückschreien eine Erleichterung gewesen.

Uff. Ich bin sehr erstaunt.

Erstmal darüber, dass mich die Kindelein als eher ruhig und besonnen beschreiben, wo ich doch selbst mich eher laut und ungeduldig vor mir sehe. Ich erinnere mich sehr gut an den erstaunten Blick der Nachbarin, als sie mich beim „Scheiße, warum immer ich?!“- Gebrüll aus dem Fenster erwischte. Ich sehe mich heulend unter der Dusche und in ein Kissen schreiend. Oder eben auch mit den Kindern herumzeternd.

Wie schön, dass ich meinen Erziehungsvorsatz „ruhig bleiben“ dann wohl umgesetzt habe, wie merkwürdig, dass die Kindelein das gar nicht immer so super fanden, wie ich mir das mal ausgemalt hatte.

Meine eigene Kindheit war übrigens geprägt von Straf-Schweigen. Über Wochen hinweg und irgendwann hatte ich genug bereut und geschmeichelt, dann war es wieder gut. Bis es das nicht mehr war.

Ich wusste sehr früh, was ich anders machen würde und was auf gar keinen Fall jemals würde passieren dürfen. Das ist mir gelungen, denn Schweigen, Unausgesprochenes und stumme Vorwürfe gab es nie. (und wie schwer das ist, es ganz anders zu machen, als man es gelernt hat, nicht in vertraute Verhaltensmuster zu fallen. Ach ja, und sich nicht immer schuldig zu fühlen, selbst wenn nur der Bauklotzturm eingestürzt ist.)

Vielleicht hätte ich sogar dem Schreiimpuls ab und zu nachgeben dürfen. Ach wenn ich das nur früher gewusst hätte!

Früher,

30. Januar 2017

wenn Fieber, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen dafür sorgten, dass man sich nur noch in einer Ecke zusammenrollen und sterben wollte, waren da die kleinen Kinder. Die Kleinkinder, die unerbittlich waren, Hunger hatten, volle Windeln oder einfach nur Langeweile. Die man mit schlechtem Gewissen eine Stunde vor der Glotze parkte, um ganz, ganz kurz die Augen zu schließen, auf der Suche nach dem letzten Rest Kraft.

Ich habe mich heute daran erinnert, als ich unter eine dicke Decke gekuschelt auf dem Sofa lag, mit dem Hund als Wärmflasche. Tee stand neben mir auf der Sofalehne, Apfelstückchen voller total gesundmachender Vitamine in Reichweite. Als die Söhne heimkamen fragten sie besorgt nach meinem Befinden, füllten die Teetasse und übernahmen die Hunderunde.

Halten Sie durch! Irgendwann verliert auch das Kranksein seinen Schrecken!