Das ewige „zuviel“
23. August 2010
Die Schule hat gerade mal begonnen, nach einer Woche beginnt es erst „rund“ zu laufen. Und doch geht es wieder los: der Kampf ums Lernen der Vokabeln, ums ordentliche Erledigen der Hausaufgaben, ums Vorbereiten. Früh aufstehen, früher schlafen gehen.
Vergisst man in den Ferien so leicht. Und wenn man dann mal dran denkt, bildet man sich ein, dass es nach den Ferien garantiert ganz anders laufen wird. Das ist aber nicht so. Der Motivationsschub, den gute oder oder vielleicht aufrüttelnd schlechte Noten im Zeugnis auslösten, hat sich in Luft aufgelöst, neue Schulbücher sind nach der ersten Woche irgendwie auch schon alt und manch Lehrer tut eben auch alles dafür, das letzte Quentchen Lernspaß zu zertreten. Und so zitiert man sich abends ein Kind zum Vokabeln abfragen herbei und vollführt mittags bei den Hausaufgaben einen Affentanz beim anderen Kind, damit dieses nicht völlig gefrustet den Füller ins Korn schmeisst. Das dritte Kind bremst man etwas aus, denn auch ein zu großer Ehrgeiz ist kein Vergnügen. Und dann überlegt man sich, ob man nicht irgendwie alle drei Kinder zusammenrühren und dann gerecht dritteln könnte, weil dann wäre es bestimmt leichter. Bestimmt.
Stattdessen realisiere ich dann doch, dass dieses Schuljahr ein richtig kurzes ist, dass sich für den Großen die Weichen stellen und für den Jüngsten irgendwie auch. Und dass die Mittlere ein weiteres Jahr nur mit so einer Art Matheunterricht über die Runden kommen muss.
Leise sehne ich mich nach den Ferien …

*****
Was ebenfalls einfach zuviel ist, ist der Wachstum im Garten. Letztes Jahr warfen mich drei Knie-Operationen in der Gartenarbeit etwa vier Jahr zurück, die drei Finger-Operationen dieses Jahr setzen dem Ganzen nochmals zwei Jahre drauf. Mein fester Vorsatz für´s kommende Jahr ist, die Dreier-Serie zu brechen. Es heisst zwar, dass aller guten Dinge drei seien, doch ich möchte da widersprechen. Und deshalb muss ich auch nächsten Samstag nicht erneut in die Uniklinik fahren, auch wenn wir letzten und vorletzten Samstag einige Stunden dort verbrachten.
Den verbliebenen, viel zu kurzen, Sonntag des Wochenendes nutzten wir, um den ehemaligen Kartoffelacker zu roden. Die vor zwei Jahren wunderbar übersichtliche Gartenfläche war nach zwei brachliegenden Sommern mannshoch zugewuchert. Wunderbar blühend zwar, aber auch gespickt mit Brennnesseln und Brombeeren. Und da die Hauswand wegen Feuchtigkeit frei gegraben werden muss, musste das Gestrüpp weg. Erfreulicherweise fanden wir unter dem Gestrüpp Kartoffeln für zwei Mahlzeiten und einige Gurken. Der Fund der Kartoffeln motivitierte den großen Sohn zum Umgraben des gesamten Gartenstücks. Jetzt ist die Erde ganz wunderbar locker und es regnet sanft darauf. In etwa zwei Wochen ist der Urwald wieder perfekt.
Äpfel und Birnen sind reif. Klein aber köstlich. Himbeeren gibt es eine Menge, aber so lange die Sonne nicht drauf scheint, werden sie einfach nur rot, ohne Aroma und Süße. Und die Pfirsiche hängen als kleine, grüne Pelzkugeln an den Ästen und sind ganz weit von dem entfernt, was man sich unter einem saftigen Sommerpfirsich vorstellt. Wahrscheinlich fallen sie in drei Wochen einfach vom Baum.
In den Beeten blüht es wild durcheinander, vieles müsste abgeschnitten werden, weil es sich sonst unkontrolliert aussamt, doch das kann ich ignorieren :)
*****
Zuviel ist auch das Mäuseleichenaufkommen in der Grünen Villa. Der dicke Martin hat nämlich noch immer nicht verstanden, dass diese Spitzmäuse zwar eine wunderbare Beute aber leider auch ungenießbar sind. Und so zerrt er die Viecher ins Haus, quält sie genüsslich zu Tode (es sei denn, wir hören die Maus fiepen, dann fangen wir sie und setzten sie ganz hinten im Garten aus) und schubbst sie unter Heizkörper, hinter Lautsprecher oder zwischen die Schuhe unter dem Schuhschrank. Im Idealfall finde ich die Maus beim Aufräumen. Manchmal rieche ich sie aber auch und das ist sehr eklig.
Katzen sind doof.
Und wenn mir bitte jemand erklären würde, warum sie ihr Futter erst zu Tode spielen müssen? Die Amsel von neulich wurde die Kellertreppe hinuntergeprügelt, bevor sie gefressen wurde. So lesen sich jedenfalls die Spuren aus Federn und Blutstropfen. Und die Wäsche, die über der Kellertreppe zum Trocknen hängt, musste teilweise wieder in die Maschine.
Katzen sind sehr doof – aber leider auch sehr niedlich.
(falls Sie es noch nicht kennen: Simon´s Cat in ‚The Box‚)
*****
Es gäbe noch einige „zuviels“, doch wenn ich die noch aufschreibe, schiebe ich das, was ich heute auf der Liste stehen habe immer weiter, bis es auch zuviel ist. Deshalb: Schluss hier und schaffe, schaffe, schaffe. Muss ja.
23. August 2010 um 09:36
Katzen „spielen“ mit ihrer Beute, damit die ihren Magen und Darm entleeren, weil da Giftstoffe drin sein können. Hat also durchaus seinen Zweck.
Und fürs durchbrechen der 3-er-Serie drücke ich doll die Daumen.
23. August 2010 um 09:52
Oh das ganze ‚zuviel‘ bei der Schule kann ich sooo gut verstehen. Kaum scheint es sich wieder eingespielt zu haben, sehnt man sich nach den nächsten Ferien (die aber erst noch hart erarbeitet werden müssen). Der Tag ist einfach zu kurz für alle Pflichten (besonders bei den Schulkindern ist es manchmal schwierig auch noch die wichtige Spielzeit mit einzuplanen). Da müssen Mütter wahre Organisationstalente sein (klappt nicht immer) Und bei mir gehen erst zwei Kinder zur Schule, Nr. 3 kommt erst noch). Für die Dreierserie drücke ich alle Daumen, ich finde Sie haben jetzt auf Lebenszeit genug Operationen gehabt!
Liebe Grüße
Britta
23. August 2010 um 09:52
Liebe Frau…Mutti,
vergessen Sie bitte bei allem nicht Ihr Bein…sollte das nicht geschont werden? Damit ist doch nicht schon heute Schluß, oder???Also:Seien Sie sicher, die Dinge warten alle morgen oder übermorgen noch…Herzlich, Sunni
23. August 2010 um 10:03
Sunni, ganz im Gegenteil. Nicht schonen, sondern bewegen und belasten. Schonen war früher :)
23. August 2010 um 09:55
Irgendwie erkennt man immer seine eigene Katze bei Simon’s Cat. Mein Findus ist auch so dämlich :)
23. August 2010 um 11:07
Wie sind die blauen Kartoffeln geworden?
Meine hatten ziemlich schnell die Schnecken erledigt.
23. August 2010 um 11:55
Schule war – glaub ich – noch nie einfach (ausgenommen die Überflieger)…
Ein wunderschön einträchtiges Bild, kleiner Laptop für Kind, großer Laptop für die Mama ..äh Mutti
Und der Regen, der regnet jeglichen Taaaag!
und macht die Gärten zu Urwaldoasen…
23. August 2010 um 12:10
Oho, da hab ich was verpasst…naja, das ist dann vielleicht so wie mit den Pippibefunden….Also:man sollte wachsam sein und bleiben, denn ein Gerinnsel, auch klein, das sich nicht ganz auflöst, aber weiter rinnselt…das wünschen wir keinem!Herzlich, Sunni
23. August 2010 um 13:14
Warum Katzen ihre Beute zu Tode quälen? Wenn die Beute sich vor Angst in die nicht vorhandenen Hosen macht und der Darm anschließend leer ist, schmeckt es der Katze besser, wurde mir jedenfalls so erklärt.
23. August 2010 um 15:16
Liebe Frau Mutti,
Sie sollten unbedingt mal ein Buch schreiben, ich glaube, Sie sprechen Millionen Müttern aus dem Herzen.
Ich bin auch schon wieder total angep…. von dem ganzen Elend, dabei arbeite ich bei der Institution Schule. Neulich sagte ich zu meinen Kindern, ich werde ein Rad auf dem Rasen schlagen, wenn sie dann mal irgendwann mit Schule, nochmal Schule, evtl. Studium usw. fertig sind. Antwort: „Dann such dir jetzt schon mal einen guten Arzt!“ ;O)
Mich nervts auch sowas von gewaltig!
Seien Sie nicht zu fleißig und immer schön ans Beinchen denken!
Liebe Grüße
Michaela
23. August 2010 um 15:52
mit dem letzten satz gehts mir grade genauso! soviel zu tun aber auf nix Lust! :(
und ich LIEBE Simons Cat *gg*