Engelbäckerei

15. Dezember 2008

Nach dem gestrigen Tag schließt die Weihnachtsbäckerei für ein Jahr ihre Pforten.

Die Engel durften ein bißchen zusehen, helfen oder naschen wollten sie aber nicht. Nur niedlich in der Gegend herumstehen.

Schneeflocken und Spritzgebäck fehlten noch oder bereits wieder. Für Letzteres mussten Walnüsse geknackt werden. Die perfekten Walnußhälften landen allerdings nicht in der Nussmühle, sondern

 

werden in (vorher entsteinte) Datteln gesteckt.

Das ist eine gar klebrige Arbeit, die der beste Vater meiner Kinder gerne übernimmt. Frau … äh … Mutti ist dann für´s Kosten zuständig.
Vor drei Jahren haben wir zum ersten Mal Walnussdatteln gekostet, für einen sündhaften Preis bei der Dattelschlepperin auf einem mittelalterlichen Markt gekauft.
(die Datteln können auch noch mit Bacon umwickelt und in der Pfanne knusprig gebraten werden. Dann schmecken sie noch sündiger.)

 

Während die Walnüsse geknackt, bzw. in Datteln verstaut wurden, buken das jüngste Kind und ich rasch vier Bleche Schneeflocken. (sollten knapp bis Weihnachten reichen)

 

Ein heißgeliebtes Stück in meinem Haushalt: der Fleischwolf.
Nur zum Herstellen von Spritzgebäck, unser Hackfleisch jagt der Metzger durch den Wolf. Und Wurst basteln wir auch nicht selbst :-)
Der Fleischwolf ist von meiner Oma. Der Kurbelgriff ist aus Holz und wunderbar abgenutzt. Wenn er an der Arbeitsplatte festgeschraubt auf seinen Einsatz wartet, habe ich meine Großeltern vor Augen, wie sie gemeinsam Spritzgebäck herstellen. Mein Opa an der Kurbel, meine Oma mit dem Messer in der Hand. (genau dieses Messer liegt in der Küchenschublade, das Messer mit der abgebrochenen Spitze und dem Holzgriff).

 

Wenn man große Kinder hat, muss man sich um beinahe nichts mehr kümmern. Eventuell muss man ab und zu mal sagen, dass nun genug Teig genascht wurde :-)

 

Die Engel durften sich einen Traum der hinreissenden Bestien erfüllen: unter dem Fleischwolf stehen und sich Teig in den Mund kurbeln lassen.

 

Der Große kurbelt, die Mittlere fängt die Teigwurst und der Jüngste schneidet ab. Perfekt.

 

Geformt werden traditionell „I, U, S und O“s.
Ausserdem gab es diesmal verschiedene Zahlen, „L“s, einen kompletten Namen und ganz besonders lange Gerade.

(ich mag am Liebesten die Geraden, weil die kann man so wunderbar in den Kakao tunken)

 

Vielleicht gefiel´s den Engeln ja ganz gut in der Weihnachtsbäckerei. So recht beurteilen lässt sich das nicht, da die Mimik etwas starr ist :-)

Den Kindelein jedenfalls gefiel es gut, die Weihnachts-CD´s dudelten munter vor sich hin und ich will nie wieder ein Klümpchen Teig naschen. (aber Plätzchen gehen noch)

 

Bis die Engelein nun wieder auf die Reise gehen können, bleiben sie in der neuen Gartenseifenschale (auffem Weihnachtsmarkt in Oppenheim am Samstag abend entdeckt und direkt gekauft) sitzen und warten, bis Frau … äh … Mutti noch das erledigt hat, was sie den Engeln mitgeben will.

 

Die ist also der vorletzte Einblick, wie es den Engeln in der Grünen Villa erging.

Nette Gäste sind sie. Mal sehen, bei wem sie unter dem Weihnachtsbaum sitzen dürfen.

9 Kommentare zu “Engelbäckerei”

  1. Fräulein Tina Pappnase sagt:

    Hach, wie schön das immer bei Euch ist. *seufz*

    Die Datteln mit Walnüssen zu füllen ist ja auch eine tolle Idee.
    Aber liebe Frau..äh…Mutti, Sie müssen unbedingt auch Frau Cynthias Datteln, gefüllt mit Käse, probieren. Ein Traum sag ich Ihnen. :)

    Wie gehen Schneeflocken?
    Einfach Eiweiß und Zucker?

    liebe Grüße

    Fräulein Tina Pappnase

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    Fräulein Pappnase, Sie wissen schon, dass auf Photos alles immer gar fürchterlich harmonisch ist? (die Ankeifereien müsste ich als Podcast einstellen)

    Schneeflocken sind nicht schwer, das Rezept steht hier. Viel Spaß beim Backen.

  2. yvonne sagt:

    auch ich habe wunderbare Erinnerungen an das Weihnachtsbacken mit meiner Omi. Wenn wir Spritzgebäck gemacht haben, war ich immer ganz fürchterlich neidisch auf meinen Cousin, dessen Vorname mit einem S anfängt. Auch wenn ich meinen Vornamen gerne mag und auch den Buchstaben „y“ – ein Ypsilon ist nahezu unmöglich spritzzubacken. Mich würde interessieren, ob manche Eltern dies bei der Namenswahl für den Nachwuchs berücksichtigen.

  3. Sabine sagt:

    Meine Mutter hat (hoffentlich immer noch) so einen Fleischwolf mit Aufsatz für die „I, U, S und O“
    Wir haben sie allerdings mit einem Ende noch in Schokolade getunkt.
    Probieren sie doch auch mal gedörrte Pflaumen mit Gorgonzola gefüllt, in Speck gewickelt und in der Pfanne gebraten. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!
    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Frau Antonmann sagt:

    Irgendwie ist das ja ein bisschen langweilig, dass ich das jetzt unter jeden Engelbeitrag runterschreiben kann, ist aber so: Ich mag das, was Sie mit meinen Engeln machen.

  5. Webschaf sagt:

    Eigentlich hatte ich ja nach dem zweiten Mal Ausstechplätzchenbacken gestern auch mit Weihnachtsbäckerei abgeschlossen für dieses Jahr. Aber ich glaube, jetzt muss ich doch noch Spritzgebäck machen. Nächstes Wochenende.

  6. walküre sagt:

    Wissen Sie, dass man mit diesem Vorsatz für den Fleischwolf auch großartige Vanillekipferl anfertigen kann ? Die sind dann zwar NOCH brüchiger als die gerollten, dafür aber auch viel luftiger …

  7. pünktchen sagt:

    Der Trick mit den vorbereiten Teigstücken ist klasse oder? Seit 3 Jahren habe ich allerdings an meiner MUM einen Fleischwolfaufsatz und zum Glück schmecken die Plätzchen immer noch. Ist auf jeden Fall Gelenk schonender, zumal meine Brut ungeeignet ist, beim Backen zu helfen(sie können dafür gut anderes).

  8. Uschi sagt:

    Liebe Frau… äh … Mutti, ich würde mal vermuten, dass Sie zum von der Oma geerbten Fleischwolf auch jenes Spritzgebäck Rezept aus dem Dr. Oetker Backbuch von Anno 1939 verwendet haben. So hat sich zumindest bei uns die Tradition vererbt.
    Was uns jedoch fehlt ist das dritte Kind. Der Große kurbelt, die Kleine schneidet, aber dazwischen landet die Wurst auf der Arbeitsplatte;-)

    Gruß Uschi (die komischerweise überhaupt keine Fotos sieht????)

  9. Lemmie sagt:

    Gebacken wird hier Montag oder Dienstag. Da ist unser jüngstes Enkelkind hier, weil der Kindergarten schon geschlossen hat.
    Das Backen ist dann Beschäftigungstherapie. Hoffentlich ist das Wetter halbwegs gut, dann können wir auch noch Weihnachtsmärkte aufsuchen. Nur daheim würde sehr sehr anstrengend werden :)
    Lieben Gruß
    Lemmie