Adventsbloggen,19. Dezember
19. Dezember 2025
Freitags kommt die Freitagsfreundin zum Kaffee, so auch heute. Ihr Leben ist zur Zeit nicht leicht und es tut mir so leid, dass ich außer Ohren und Schultern nichts anbieten kann. Es ist schwer, wenn die Eltern alt werden.
Kurz vor Ende des Kaffees kam der Schreinerfreund dazu, genervt, weil die Autowerkstatt sich nicht an Absprachen hielt. Bevor Freitagsfreundin und Schreinerfreund zu traurig wurden, lud der Gatte sie schnell zum Abendessen ein.
Die beiden sagten zu (wir essen freitags ja sowieso meistens gemeinsam) und gingen heim, wir starteten Richtung „weihnachtlicher Großeinkauf“. In zwei Supermärkten und einem Drogeriemarkt kauften wir soviel ein, dass wir bis nächstes Jahr nicht verhungern werden, egal wieviele Mäuler wir stopfen müssen.. Trotzdem müssen wir Montag oder Dienstag nochmal los, ein bißchen frisches Gemüse einkaufen.
Während ich daheim Menschen/Lautstärke/Farben/Gerüche-Übersättigung auf dem Sofa veratmete, buk der Gatte zwei Hefezöpfe, wie jeden Freitag. Einen für uns, einen für Schreinerfreund und Freitagsfreundin. Der Schreinerfreund hat ein lebenslanges Hefezopf-Abo gewonnen, weil er sich beim Entsorgen der alten Autoreifen, die wir in einem unserer Gewölbekeller fanden, sehr verletzt hatte. Die Autoreifen stammten noch vom Vorbesitzer der Grünen Villa, der hatte wohl auch keine Idee, wie er zwanzig Autoreifen los werden könnte. Der Schreinerfreund hatte eine Abnahmestelle gefunden und sich bereit erklärt, die Reifen gegen Bezahlung dort abzuliefern. Und als er die Reifen aus seinem Kofferraum in einen Container wuchtete, rutschte er aus und schlug sich das Schienbein sehr hart an der Containerkante auf. Heute wissen wir, die Wunde hätte genäht werden müssen, damals war dafür keine Zeit, im Kofferraum waren weitere Reifen und danach musste er zur Arbeit. Die Wunde verheilte entsetzlich schlecht, platzte immer wieder auf und die Narbe ist wirklich beeindruckend. Bei Hefezopfmangel beginnt sie auch sehr heftig zu jucken, das ist ja kein Zustand. Deshalb steht der Gatte jeden Freitag in der Küche und backt.
Nach einem erholsamen Schläfchen auf dem Sofa war ich bereit für den letzten Einsatz im Handarbeitsbüro für dieses Jahr. Wir schließen bis zum 23. Januar, sind dann aber frisch, erholt und mit gewetzten Stricknadeln zur Stelle. Vielleicht ist es dann auch nicht mehr so ruhig und harmonisch, denn der Wahlkampf beginnt.
Im Handarbeitsbüro gab es ein kleines Geschenk für jede und außerdem eine Tasse Glühwein, ich kam leicht angesäuselt wieder daheim an.
Der Gatte bändigte gerade in der Halle die wilden Bestien für die Abendrunde, ich verzichtete dankend. Stattdessen putzte ich schnell durch das Badezimmer, dazu war ich vorher nicht gekommen.
Kurz darauf trudelte die Freitagsfreundin ein, der Schreinerfreund käme später, teilte sie uns mit. Sein runder Geburtstag steht an und es galt die Partylocation zu klären. Die Dekoration darf ich übernehmen, ich freue mich darauf! (Und auf das Fest sowieso!)
Der Gatte servierte Glühwein, was mich endgültig ins Reich der nicht mehr Zurechnungsfähigen kickte. Außerdem stellte er eine große Schüssel Kaiserschmarren mit Rosinen und für Menschen, die Rosinen hassen (er), eine zweite ohne „tote Fliegen“. (Seine Worte, nicht meine) auf den Tisch. Dazu gab es Apfelmus, weil – ich schrieb das neulich schon – das muss weg, bevor neues gekocht wird. Interessant finde ich, dass das Apfelmus, das ich eingefroren habe, seine musige Konsistenz verloren hat und sehr flüssig geworden ist. Der Geschmack ist einwandfrei, also ist es egal.
Das Essen war köstlich, doch wir waren alle müde, der Schreinerfreund klagte über Kopfschmerzen. So endete der gemeinsame Abend früher als sonst, die beiden verabschiedeten sich. Wir werden uns vor Weihnachten noch einmal sehen, das Weihnachtsblasen steht schon im Kalender.
Der Gatte und ich räumten auf, spülten ab und landeten wieder auf dem Sofa, Mittlerweile sind wir in der fünften Staffeln von „Only murders in the building“ und ja, es packt uns nicht mehr so wie im dem ersten beiden Staffeln, aber nicht mehr weiterschauen ist keine Option, ich will jetzt schon wissen, wie es ausgeht.
Für heute fertig, Schlafenszeit.