ok.

9. Februar 2009

Ich schreib das jetzt und wahrscheinlich schäme ich mich irgendwann dafür oder Sie da draußen knüppeln mich nieder oder drohen mit dem Jugendamt. Ich tu´s trotzdem.

Ich habe keine Lust mehr. Ich habe die Faxen so dicke!

Jeden Mittag hänge ich eine Stunde am Küchentisch und mache mit dem jüngsten Kind Hausaufgaben. Jeden Mittag korrigiere ich, mahne ich, ermutige ich, lobe ich, beschwichtige ich, erkläre ich, bringe ich bei und säusele in süßesten Tönen, um dem Kind nicht die Freude am Lernen zu verderben.

Am Liebsten allerdings möchte ich schreien und toben. Und das Kind an der Schulter packen und ein bißchen schütteln, damit es sich doch ENDLICH mal konzentriert. Und ein BISSCHEN mitdenkt. Und schneller arbeitet. Und sich auch für die nächste und übernächste Aufgabe mal merkt, was ich da gerade erklärt habe. Und mal LOGISCH denkt. Und sich nicht dauernd ablenken lässt. Und überhaupt: was tut der Kerl denn morgens in der Schule? Dann, wenn alle anderen Kinder die Aufgaben erklärt bekommen? In der Nase bohren? Warum ist diese doofe Lehrerin nicht aufmerksamer und erklärt ihm, was er nicht kann? SIE kriegt Geld dafür, ich nur graue Haare.

Weia. Ich hab solch einen Brass.

Gut, dass ich´s mal geschrieben habe. Jetzt habe ich wieder Luft für die letzten zehn Rechenaufgaben.

*****

Mit Abstand, Milchkaffee und Keks.

Es ist so wie es ist. Das jüngste Kind bekommt, trotz medikamentöser Unterstützung, nicht den ganzen Unterrichtsstoff mit. Noch nicht.

Bis zum Sommer letzten Jahres ging er in eine Klasse mit acht Kindern, die von zwei Fachkräften unterrichtet wurde. Jetzt geht er in eine Klasse mit 25 Kindern und einer Lehrerin, jeden Freitag arbeitet er in einer Kleingruppe mit einer Förderlehrerin.

(für alle, die neu hier lesen und immer noch nicht im Archiv blättern können: das jüngste Kind leidet an einer auditiven Wahrnehmungsstörung. Dies bedeutet, dass er ungefiltert die gesamte Geräuschkulisse um sich herum aufnimmt und nur unter größter Anstrengun die relevanten Geräusche wie Sprache, insbesondere die der Lehrerin, herausfiltern kann. Das ist jetzt ein Fluch, kann aber später ein Segen sein, wenn er mit ´nem Freund in der Küche beim Kaffee sitzt und trotzdem hört, was im Zimmer nebenan passiert. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Dies ist EIN Aspekt, der ihm den Schulalltag etwas schwerer macht. Obendrein ist er ADSler, ein Träumerchen. Ausserdem ist er entwicklungsverzögert und Legastheniker.)

Die Hausaufgaben sind eine Möglichkeit, in Ruhe den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Das kann er aber nicht alleine, da er oft Erklärungen braucht, weil er morgens im Unterricht etwas versäumt hat. Wenn ein neues Thema begonnen hat, müssen wir bis zum „klick!“ üben. Das „klick!“ kann ich beinahe hören, aber auf jeden Fall in seinen Augen blitzen sehen. Und von da an läuft es dann wie geschmiert. An manchen Tagen kommt das „klick!“ nicht. Oder sehr spät. Oder ich tue nicht genug dafür, um es herauszukitzeln, weil ich selbst lustlos bin. Solche Tage sind Mist und es tut mir immer wahnsinnig leid für das Kind, das doch eigentlich nichts dafür kann.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich mit ihm gemeinsam Hausaufgaben machen muss. Noch ist es für ihn kein Problem, Erklärungen von mir anzunehmen. Wir arbeiten gut zusammen. Doch manchmal macht es mich müde, traurig und mutlos, wenn ich kein Ende absehen kann. Dann kocht die Wut auf irgendwen/irgendwas hoch. Unproduktive Wut. Sinnlose Wut. (früher bin ich eine rauchen gegangen, jetzt schreibe ich Blogartikel)

Wissen Sie, was so richtig toll ist?

Egal wie nervig und anstrengend die Hausaufgaben waren, wie frustierend und zermürbend … das Kind setzt sich am nächsten Tag wieder voller Eifer und Elan an die nächsten Aufgaben. Und er liebt die Schule.

Das baut dann irgendwie wieder auf.

29 Kommentare zu “ok.”

  1. GabiB. sagt:

    Oh weh….das tönt nicht soooo gut!Aber toll das dus dir *rausgeschrieben*hast!!!!!!Ich denke dass es jedem ab und zu so geht.Und wenn man selber auch nicht auf dem Damm ist,ist es doch auch normal wenn man gegen die Zwerge Blitz und Donner niederprasseln lassen möchte!!!!!!!!!!!
    Also,nach vorne sehen,eine Tasse Tee trinken gut durchatmen und an Frühling denken…..merkst du wie`s dir gleich besser geht????
    Mit liebem Gruss aus der CH GabiB.

  2. Smila sagt:

    Nein, Frau…äh…Mutti, ich beneide Sie nicht. Mir würde es bestimmt ähnlich gehen. Zum Glück gibt es an einer Montessori-Schule keine Hausaufgaben. Ja, ich weiß, das tröstet Sie jetzt kaum…
    Erstaunlich, dass es auch ganz und gar ohne geht, oder? ich finde es allmählich Zeit, dass sich das deutsche Schulsystem entwickelt!!!

    Liebe Grüße, Smila

  3. Niameh sagt:

    Demonstration…

    ehrlich: Ich fühle mit Ihnen. Und ich kann Ihnen mindestens 25 Namen nennen, die auch mit Ihnen fühlen würden. Wir hatten auch schon überlegt, ob wir auf die Strasse gehen sollen..auch um vielleicht die derzeit demonstrierenden Lehrer mit Steinen zu bewerfen …aber nein ich bin nicht aggressiv. Aber Hausaufgaben machen mit dem eigenen Kind…das kehrt die niedrigsten Instinkte in mir heraus.

    Wie sagt Dieter Nuhr: Wenn sie wissen wollen wie der Mensch ist …dann…dann würde ich sagen schauen sie einer Mutter beim Hausaufgaben machen mit Ihrem Kind zu.

    Laut Broschüre des Ministeriums für Bildung und Erziehung ist Hausaufgabe Kindersache. Hausaufgaben sollen den Lernstand des Kindes wiederspiegeln, zeigen wie es in der Lage ist den gelernten Stoff selbständig und ohne Hilfe zu wiederholen….

    Wie erklärt sich dann der gelbe Zettel in der Tasche meiner Tochter, in der die Lehrerin dazu auffordert, die Kinder sollten mit korrekten Aufgaben in die Schule kommen, dafür sollten die Eltern sorgen. Sie hätte keine Zeit dazu (bei 17 Kindern in der 4. Klasse)?????

    Ich schwöre Ihnen, einen Teil der Note meiner Kinder ist eine Benotung meiner Leistung….

    Toll.

  4. Frau Bergzwerg sagt:

    Käme denn der Besuch eines Schulhortes für Sie in Betracht? Ich habe schon von mehreren gehört, das die Kinder dort wesentlich konzentrierter und schneller ihre Hausaufgaben erledigen. Ich meine natürlich keine Betreung bis zum späten Nachmittag ;-).

  5. Frau Brüllen sagt:

    Deswegen war meine Karriere als Nachhilfelehrerin nur eine äusserst kurze.
    (ich finde, Sie machen das grossartig!)

  6. Gaby sagt:

    Liebe Frau Mutti,

    mein Sohn ebenfalls ADS. An manchen Tagen sind Hausaufgaben unmöglich zu erledigen, da seine Konzentration bereits am Vormittag verloren ging. Auch er bekommt Medikamente, ein Glück! Ich kann Sie gut verstehen, ich bin auch oft ungeduldig und dann ungerecht. Wie lange da noch so geht? Keine Ahnung, man kann nur hoffen, dass der Durchbruch irgendwann kommt. Möglichst schnell, wenns geht…. Mein Sohn hat den Spaß an der Schule bereits während des ersten Schuljahres verloren, jetzt quält er sich erst durch die zweite Klasse…

    Ich fühle mit Ihnen und drücke die Daumen.

    LG,

    Gaby

  7. Kat sagt:

    Oh Frau Mutti,

    beschreiben Sie mich? Wenngleich es bei uns gerne mal 2 Stunden sind. Und leider setzt er sich am nächsten Tag nicht motiviert hin. Motivation vermisse ich hier bei der Sache ganz schön.

    Solidarische Grüße, Kat

  8. Frau Suppenklar sagt:

    *seufz*
    Kein Wunder, dass Ihnen das Eisen fehlt – das wird ja von dem ganzen Stress einfach ratzeputz weggeputzt.

    Bitte lassen Sie sich nicht unterkriegen – Rabenmutter klingt anders !!! :)

    *Ich reich mal eine Portion Popeyespinat rüber, für die Mukkis zum Durchhalten!*

  9. Monika sagt:

    ich fühle mit Ihnen und bewundere Ihre Geduld, Ihren festen Willen, dem Kind die Freude am lernen zu belassen. Weia, der Meinigte hat weder auditive Wahrnehmungsstörung noch ADS, und trotzdem hätten Ihre Worte vor einigen Jahren von mir sein können. Jetzt nicht mehr, ich bin sooo froh! Und wünsche Ihnen dass Sie Ihre Geduld behalten und irgendwann in hoffentlich naher Zukunft auch mal froh sein können und Siesta statt Hausaufgaben machen.

    Herzlich
    Monika

  10. ursula sagt:

    Liebe Frau..äh Mutti, als zwar stille, aber trotzdem regelmäßige Leserin erinnere ich mich, wie stolz sie noch vor kurzem auf eben diesen kleinen Jungen waren (weiß ich noch genau, weil mir da echt ein Tränchen über die Wange lief, vor lauter „Mitfreuen“)Mit Recht stolz waren sie, denn das Kind hat Erstaunliches geleistet. Er wird es u.U. nicht leicht haben an der Regelschule, das wird ihm und damit auch Ihnen wohl noch viel abverlangen. Aber Sie (beide) haben schon so viel geschafft. Lassen Sie sich kurz drücken und haken Sie den heutigen Tag ab, als das was er war „ein düsterer Tag“ nicht mehr und nicht weniger. Sie selbst sind noch etwas angeschlagen, das Kind hatte in dem Moment wohl auch nicht gerade eine Sternstunde, da dürfen Sie getrost mal kurz verzweifeln und an Knüppel (für wen auch immer…) denken.
    Überigens versuche ich meinen 2.Klässer gerade auch mit einem besonders schlechten Tag zu entschuldigen: seine 1.Note in einem Test: 4!!! und bei den Hausaufgaben: der Ball „rult“ – das Jahr hat 7 Wochen *Haarerauf*
    Moment, ich hol mal eben die Calvados-Flasche – wollnse auch einen Frau Mutti? An derart besonders düsteren Tagen wäre mir wirklich nach: Birne voll, Decke drüber und darauf hoffen, dass morgen wieder alles gaaaaaanz anders ist.
    Lieben Gruß
    Ursula

  11. Bine sagt:

    Hallo Frau Mutti,

    mein Sohn kann „nur“ mit ADS (Träumerle) und LRS dienen, langte aber (gefördert durch Lehrerinnen die pädagogisch in die Baumschule gehören) auch so.

    Ich gehe laufen mit dem Hund wenns zu arg wird und mache seit 10 Jahren Hausaufgaben mit Kay. Heute muss ich nimmer daneben sitzen, aber immer noch viel, viel erklären, es geht einfach nicht anders.

    Aber: jede gute Note in der Realschule ist ein riesen Erfolg, ein Realschulabschluss *bet* und eine Lehrstelle erst recht *noch mehr bet*. Sie schaffen das, denn es ist für das jüngste Kind und so wie ich ihren Beitrag lese sind sie die beste Schulhilfe die es für ihren Sohn geben kann!!!! Die allerbeste!

    Liebe Grüße

    Bine

  12. ami sagt:

    ich bewundere sie sehr für ihre geduld, auch wenn sie innerlich schreien. ich weiss ich kann das nicht. ich schreibe nicht mal ich „könnte“ nein, ich. kann. das. nicht. und meine hochachtung vor menschen wie ihnen, die sich zusammenreissen können und motivieren und tätscheln und den kindern weiter den spass an der schule erhalten. ganz ganz große hochachtung!

    (ich kann das nur bei anderen kindern. und da stund um stund. seltsam, das.)

  13. Kikkilotta sagt:

    Liebe Frau Mutti,
    obwohl selbst nicht in gleicher oder ähnlicher Situation, kenne ich doch Menschen, denen es ähnlich geht. 5 Grundschuljahre gebüffelt, gefleht und gekämpft mit dem Sohni, der sich auch nach dem 1206. Mal nicht merken konnte, wie rum man denn nun die „3“ schreibt, und von Therapie zu Therapie gelatscht. Meine Freundin hat dann irgendwann einen kompetenten Nachhilfelehrer gesucht, der ins Haus kam, um ihr Verhältnis zu ihrem Sohn nicht weiter zu belasten. Wenn das Portmonneh (oder wie man das heutzutage schreibt) es hergibt, vielleicht eine gangbare Lösung. End of story bei meiner Freundin: irgendwann kam der ganz große *klick* bei Sohni, nur noch 1er oder 2er im Diktat und die eingeschränkte Gymnasialempfehlung. Er hat einfach nur länger gebraucht.

    Ich finde es völlig legitim, Ihren Zorn auch mal rauszulassen – sollten Sie sich verstellen und so tun, als hätten sie keinen? Das gehört zum ganzen Menschen dazu, und man sollte den Kindern nicht vorspielen, als hätte man so was ekliges wie Wut natürlich niiiiiiemals. Das verzerrt doch komplett das Bild.

    Ideen, die mir in den Sinn kamen: einen ganz reizarmen Raum schaffen, Mobiliar mit Tüchern abhängen, Tür zu, komplette Stille … eine Aufgabe mit Mama, eine Aufgabe Sohni ganz allein (Fehler drinlassen, damit die Lehrerin das auch mal sieht) …

    Wir haben, glaube ich, Glück mit unserer Lehrerin. Es wird NICHT erwartet, daß Hausaufgaben korrekt abgeliefert werden, lediglich DASS sie gemacht werden. Die Kinder korrigieren in der Schule im Plenum selbst. Es wird kaum Druck auf die Kinder ausgeübt sondern mit Zeit und Geduld und viel methodischem Variantenreichtum so lange gearbeitet, bis auch die Schwächeren wenigstens auf einem gewissen Niveau angelangt sind (klar gibt es ein großes Leistungsspektrum). In einer Klasse mit bunt gemischten 65% „Ausländeranteil“ finde ich das schon bemerkenswert. Es gibt auch gute Lehrkräfte!

    LG und gute Nerven weiterhin!

  14. Erzangie sagt:

    Liebe Frau ..äh..Mutti,
    Ihre Beschreibung der Hausaufgabensituation kenne ich auch gut. Meine jüngste Tochter ist einseitig taub und bekommt im Unterricht nicht immer alles mit (eher weniger) Sie hat sonderpädagogische Förderung jeden Freitag und außerdem eine Klasse wiederholt, jetzt, nach langer Geduld, wird es Schritt für Schritt besser.

    Sie hat in der Schule eine FM-Anlage, die meines Wissens auch für Kinder mit auditiver Wahrnehmungsstörung empfohlen wird. Sie haben noch nicht darüber geschrieben (oder hab ich es nicht gelesen?), kennen Sie dieses Hilfsmittel? Es wird ein Funkempfänger benötigt (in einem Hörgerät, dieses dient NICHT der Verstärkung) und der/die Lehrer tragen ein Mikrofon. In Lunas Klasse funktioniert das sehr gut und hilft ihr, wichtige Informationen aus dem Geräuschteppich herauszufiltern. Aber vielleicht erzähle ich Ihnen jetzt auch zuviel :-)

    Was ich eigentlich sagen wollte: Kopf hoch. Ihr Junge ist ein wunderbares Kind und schulische Leistung nur EIN Aspekt. Er wird seinen Weg machen, und daran haben Sie nicht unerheblichen Anteil.

    Viele liebe Grüße
    Erzangie

  15. eva sagt:

    Du wirst irgendwann „ernten“ !
    Nicht aufgeben. Kann aber besten nachvollziehen, dass die Nerven blitzeblank sind, zwischendurch, vor allem, wenn frau sich selbst nicht ganz fit fühlt.

    Hey, Du machst das toll!!!
    (wissend, wie wenig Mütter für ihre Unermüdlichkeit gelobt werden, leider)

    LG Eva

  16. Frau V. sagt:

    Hallo Frau Mutti,
    haben sie schonmal etwas vom KISS-Syndrom / KIDD-Syndrom gehört? Nein?
    Dann klicken sie mal hier, vll. hilft eine Behandlung ihrem Sohn.
    http://www.kiss-kid.de/seiten/kidd_syndrom.html
    Unsere 2. Tochter wurde vor 2 Jahren wegen KISS behandelt, allerdings war sie da deutlich jünger als ihr Sohn und zeigt andere Syndrome (Schieflage etc.)
    Alles Gute ihnen allen!
    Frau V.

  17. Tina sagt:

    Ich ziehe meinen Hut vor Deiner Geduld. Ehrlich. Lass Dir bloß nichts anderes einreden, als dass Du eine tolle Mutter bist. So aus der Ferne betrachtet… ;-)
    Und Deine Offenheit ist auch bewundernswert und wohltuend, ich denke, sie sorgt auch für die nötige Psychohygiene. Und das ist wichtig!

    Lieben Gruß
    Tina

  18. tanja sagt:

    Es hat Glück, Sie als Frau..äh..Mutti zu haben. In einer anderen Familie hätte er die Möglichkeiten nicht.

    Und Sie wären ärmer dran ohne den Jüngsten (auch wenn man an manchen Tagen an die Babyklappe denkt).

  19. Birgit sagt:

    Liebe Frau äh Mutti,

    diesen Bericht über Hausaufgaben mit Sohn könnte ich vor einigen Jahren verfasst haben.Ich war auch manchmal kurz davor mich sinnlos zu betrinken ,aus dem Fenster zu springen ,wenn ich geraucht hätte eine nach der anderen zu rauchen,mir die Haare einzeln auszurupfen,Kind durchzuschütteln uvm….
    Habe mich auch beherrscht und bin fast immer ruhig gelieben.Heute geht mein Sohn in die 8.Klasse Realschule
    ich muss immer noch hinter her sein.Das Zeugnis war gut,aber dies ist mit Sicherheit auch mein Verdienst!
    Vieles geht einfacher,vor allem in Fächern in denen \gute\ Lehrer unterrichten arbeitet er selbständig,in anderen Fächern ,die von unsympathischen oder unfähigen Lehren unterrichtet werden ,muss ich mich noch viel einbringen.Auch ich hoffe und bete , dass es irgendwann einmal endgültig \Klick\ macht!!
    Es tröstet,dass man nicht allein ist!!
    Glauben Sie an Ihr Kind!!!
    Am Zeugnistag haben Sie so positiv geschrieben!!
    Alles Liebe

    Birgit

  20. DüneSieben sagt:

    Sie wissen ja, dass es mir ganz oft ähnlich geht. Auch der Sohnemann, zwar ohne ADHS, aber mich trotzdem an meine absoluten Grenzen treibend.
    *Schulterzuck* – es ist halt unsere Aufgabe und wie gut, dass Sie die Möglichkeit wahrnehmen, sich hier im Blog auszusprechen, zu reflektieren und Zuspruch zu erfahren.
    Solidarische Grüße!

  21. Christine sagt:

    Welch Erleichterung, dass es doch irgendwie allen so geht!
    Diese Tage, an denen ich zwischen Wut und Verzweiflung zerissen das Schulbuch durch Zimmer schmeissen will, die Tür knallen muss und einmal um den Hausstock laufe…
    Und auch ohne Wahrnehmungsstörung schafft es der Jüngste Sohn quasi nichts vom Unterrichtsgeschehen mitzukriegen. Da kombinieren sich Träumerle, Desinteresse und Pubertät ganz hervorragend.
    Ich bin grad in der Phase: ich halte mich jetzt mal raus und schau was passiert.

  22. Kerstin sagt:

    Liebe Frau Mutti,

    zwar gedanklich und emotional gerade auf einer ganz anderen Baustelle unterwegs, möchte ich doch kurz einige Fragen in den Raum werfen: Ist es wirklich ganz allein Ihre Aufgabe, die durch seine verschiedenen Einschränkungen bedingten Defizite Ihres Sohnes zu kompensieren? Warum müssen Sie allein als Erklärerin fungieren? Gibt es nicht die Möglichkeit, dass dieses wunderbare Kind öfter Förderunterricht bekommt? Einen regelmäßigen Schulbegleiter? Es kann doch einfach nicht angehen, dass Sie ganz allein zu Hause das nachholen müssen, was Ihr Sohn nun mal (noch) nicht selbst im Unterricht aufnehmen kann!

    Vielleicht ist das naiver Mist, was ich in Zeiten leerer Kassen hier schreibe, aber steht Ihnen und Ihrem Sohn da nicht mehr Unterstützung zu???

  23. blixum sagt:

    ich weiss, blöder buchtipp, aber mir hats geholfen.
    „LEBENSQUALITÄT FÜR KINDER UND ANDERE MENSCHEN“ von Rebeca Wild
    alles wird gut
    christine

  24. Lakritz und Schokolade sagt:

    Der Jüngste ist ein großartiges Kind, die Lehrerinnen werden sich später mal drum kloppen, sagen zu dürfen „Der, der, der war BEI MIR in der Klasse!!!“

    Und Sie sind eine großartige Mutter, jawohl!!! – ich schließe mich Erzangie an, der Kerl wird seinen Weg machen und es wird ein wunderbarer Weg sein.

    Ach ja, weil ich es noch nie hier erwähnt habe, möchte ich es mal sagen: Ich liebe das jüngste Kind :-)))

  25. Nicole/momo sagt:

    Liebe Frau … äh … Mutti,
    ich kann mir nur vage vorstellen, wie anstrengend das immer wieder sein muss, doch dass der Jüngste immer noch und immer wieder Lust auf Schule und Lernen hat, finde ich großartig! Ebenso wie Ihre Geduld, die Sie aufbringen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Geduld und Ihrem Jüngsten, dass er die Lust am Lernen nie verlieren möge.
    Herzlichst,
    Nicole/momo

  26. colette sagt:

    du machst das alles, so gut wie du kannst…lass dich nicht unterkriegen…du hast so viel geduld, kleine hänger zwischendurch sind doch normal…irgendwann wird das alles belohnt, weil ihr zwei durchgehalten habt…bestimmt…ganz liebe grüße

  27. Chinomso sagt:

    Liebe Frau…äh…Mutti, man möchte sie \umärmeln\, weil das so wunderbar normal ist. Die Wut und das Dampfablassen und einfach alles.

    Sie machen das super.
    Ich bin einfach sicher.

  28. Uschi sagt:

    Liebe Frau…äh…Mutti!

    Wissen Sie, das Schönste an ihrem Artikel ist: „das Kind setzt sich am nächsten Tag wieder voller Eifer und Elan an die nächsten Aufgaben. Und er liebt die Schule.“
    Ich glaube, das ist der Erfolg, der auf Ihr Konto geht!!!

    Ich habe hier auch so einen kleinen Träumer sitzen, aber bei weitem nicht mit so vielen „Nebenwirkungen“, um es mal so auszudrücken. Da ist keine auditive Wahrnehmungsstörung und auch kein Ads, aber die Konzentration geht mit der Ablenkung immer mal wieder spazieren, bevorzugt nachmittags bei den Hausaufgaben. Dieses ewige: „Mach mal hinne! Mach voran! Du sitzt jetzt schon seit einer Stunde……!“ Es nervt und da möchte man in der Tat gerne ab und zu schütteln, schreien und toben. Das sind dann Momente in denen ich darüber nachdenke, wie gut es Eltern haben, deren Kinder zur Hausaufgabenbetreuung gehen. Denn keiner ahnt, WAS für eine Arbeit wir hier im stillen leisten – für nix und keinen Pfennig!!! DAS ärgert mich so maßlos. Hat schon mal jemand das Kindergeld umgerechnet in „Stundenlohn“???? Wieso führt da eigentlich keiner die Diskussion über Mindestlöhne???? Aber nun ja, das würde jetzt ein wenig zu weit führen und ich hätte ja auch Karriere machen können;-)…..

    Aber dennoch, Lust am Lernen nicht zu verlieren ist sooo wichtig, und welches Kind LIEBT heutzutage die Schule? Meines übrigens auch…..

    Mitfühlende Grüße

    Uschi

  29. Magrat sagt:

    Hallo Frau…äh..Mutti,

    ich lese heute das erste Mal bei Ihnen mit, und ich komme nicht umhin, hier auch gleich einmal zu antworten. Wie ich sehe, sind hier viele ganz fleißige Blogger am Werk, finde ich toll…

    Die Hausaufgabensache ist auch bei uns ein Thema. Töchterlein (10) hat da auch diverse Schwierigkeiten, obwohl sie in der Schule sehr gute und gute Ergebnisse erzielt. Aber auch dort wird geträumt, vor sich hin gesungen, „geschwebt“. Und hier? Konzentration gegen Null, logisches Denken gegen Null, Wut- und Tobeanfälle. Erste psychologische Untersuchungen sind so widersprüchlich (kein ADS/ADS, Anzeichen von Asperger Syndrom/auf keinen Fall Asperger, Depression, … u.s.w. . Keine vernünftige Diagnose bis jetzt, dazu kommen Diabetes Typ I, Zöliakie, Hashimoto (Schilddrüsenunterfunktion). Sie SOLL auf jeden Fall auf’s Gymnasium, sagen Lehrer und Psychologen. Und auch wir-eigentlich. In ein paar Wochen ist der Probeunterricht – darf gar nicht daran denken!

    Und ihre Gefühle/Gedanken, diese Wut, Trauer oder auch Verzweiflung, und das Hoffen, die Freude, wenn es dann doch mal wieder klappt – ich verstehe Sie sehr gut…

    In meinem eigenen Blog konnte ich bis jetzt noch nicht über all diese Dinge schreiben. Aber vielleicht fange ich jetzt doch damit an. Vielleicht ist es gut, alles herauszuschreiben… Für dieses „Anschubsen“ danke ich Ihnen schon jetzt…