Der durchweg erfolgreiche Frisörbesuch gestern löste eine „mir kann gar nix mehr schiefgehen“-Euphorie aus und so sagte Frau … äh … Mutti freudig zu, als die Freundin vorschlug, ins Nachbarstädtchen zum Klamotten kaufen zu gehen. Sie bräuchte Hosen und Pullis. Frau … äh … Muttis brauchte ebenfalls Hosen und Pullis, denn der Schrank gibt seit vier Jahren genau zwei Pullis her. Und der Winter wird hart, denn das Eichhörnchen im Garten legt eifrig Nußvorräte an.

Ich wünschte, ich könnte einen langen, lustigen Eintrag über eine weinende Frau … äh … Mutti schreiben, die auf einem Berg Klamotten sitzt und einfach nichts findet, dass ihr weder zu kurz noch zu eng ist. Dem war aber nicht so. Erstaunlich.
Die ersten beiden Hosen, die anprobiert wurden, waren zu groß. Die nächste Hose saß knackig am Hintern und ließ neckisch die Knöchel blitzen – zu kurz, aber auf dem richtigen Weg. Eine freundliche Verkäuferin schaltete sich ein und Frau … äh … Mutti ließ schicksalsergeben eine Beratung zu. Nach der sehr aufschlussreichen Beschreibung, was denn eigentlich gewünscht wird (ich hätte gerne eine Jeans die mir passt und die ich auch mal in die Stiefel stopfen kann), schleppte die Verkäuferin drei Paar Jeans an. Frau … äh … Mutti stieg ins erste Paar, drehte sich vor dem Spiegel und sagte ja. Frau … äh … Mutti stieg ins zweite Paar, drehte sich vor dem Spiegel und sagte ja. Nach einem Blick auf die Preisschilder der beiden Jeans, wurde auf die Anprobe der dritten Jeans verzichtet, zwei neue Hosen reichen.
Aber das allerliebste Röckchen, das da reduziert auf dem Bügel hing, das musste noch mit. Und auch der schöne braune Wollpulli mit V-Ausschnitt (braun ist das neue schwarz).
Die Freundin hingegen begnügte sich mit einem Rollkragenpullover und der Aussage, dass vor Gewichtsabnahme keine neuen Hosen gekauft werden. (nicht, dass sie abnehmen müsste, aber Sie wissen ja vielleicht, wie das so ist).

Der beste Vater meiner Kinder ist noch unterwegs und somit habe ich ausreichend Zeit um mir zu überlegen, mir Argumente zu überlegen, warum ich soviel Geld für Kleider ausgegeben habe, die ich mir doch mit meiner wunderbaren neuen Nähmaschine selbst nähen könnte.
(oder ich ziehe einfach die knackige Röhrenjeans an und sage nichts weiter zum Thema)

Herbstdepressionen? Welche Herbstdepressionen? Einkaufen heilt.

5 Kommentare zu “Herbstdepressions-Bekämpfung Teil II”

  1. Ulla sagt:

    Und ich kann mir morgen wieder anhören, wie toll das ist wenn man so viel abnimmt, wenn auch krankheitsbedingt.
    Gnagnagna…

    Habe übrigens gerade einen Marmorkuchen im Ofen, der seeehr verführerisch duftet. Die Mittlere kann sich schon freuen. Du nicht, du willst ja so schlank bleiben…

  2. Rena sagt:

    Mein Neid ist Dir gewiss. Ich habs noch nie erlebt, dass ich so viele Kleidungsstücke in der Stadt gefunden habe.

  3. Melanie sagt:

    Hallo, ich bin vor Kurzem über dein Blog gestolpert und lese hier so gerne, dass ich es gerne in meine Linkliste aufnehmen möchte, wenn ich darf. Darf ich? :) Viele Grüße, Melanie

  4. Ulrike sagt:

    Jeans auf der Maschine nähen? Oder Wollpullis? Ich bitte Sie.
    Sie haben es genau richtig gemacht! Und wenn der beste Vater Ihrer Kinder nicht anerkennend sagt 'Sieht klasse aus' und das Thema Geld stillschweigend übergeht, fress ich nen Besen und geh nächste Woche zur Strafe ebenfalls zum Frisör.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

  5. an.na sagt:

    Eine Nähmaschine ist kein Argument gegen neue Jeans, Pullover und Röcke. Und: muß man einen Mann davon überzeugen, daß er eine gutgekleidete Frau braucht? Kaum, oder …? ;)