ring my bell

18. März 2006

Das jüngste Kind ist ja bekanntlich nicht in trockenen Tüchern – will heißen: er pinkelt ständig in die Hose. Das nervt ihn genauso wie mich und sorgt für ungeahnt hohe Wäscheberge und manchmal auch sehr lustig verfärbte Beine beim Jüngsten, nämlich dann, wer er seine Lederhose trägt. (Urin gerbt nicht nur,  auch überschüssige Farbe wird gelöst).
Alle Tipps und Tricks zum Thema „trocken werden“ haben wir ausprobiert und wahrscheinlich hat jeder(r) von Euch da draußen DEN ultimativen Tipp, mit dem es garantiert klappt. Ich wiederhole: wir haben sie alle durch, bis auf kalt abduschen (wir hatten lauwarm und es war Sommer), Schläge und einen Dauerkatheder. Das jüngste Kind wird seit viereinhalb Jahren trocken.
Nun scheinen wir doch noch eine Methode gefunden zu haben, die einigen Erfolg verspricht. Zum Einsatz kommt ein einfacher Küchenwecker, der das jüngste Kind mit aufdringlichem Scheppern stündlich auf´s Klo jagt. Das jüngste Kind geht brav und die Hose bleibt trocken. Er ist sehr glücklich. So glücklich, dass er den Wecker nun ständig mit sich herumträgt, mit ihm kuschelt und ihn bisweilen natürlich auch zu Boden wirft.

Vor etwa einer halben Stunde schraubte das jüngste Kind konzentriert am Wecker herum und handelte sich prompt einen strengen Blick seiner Mutter ein:
„Kind, lass das!“, sprach Frau … äh … Mutti, „du verstellst dir ja die Pinkelzeit!“
„rrrrrring“, sagte der Wecker.
„Ich muss doch auf Klo, drum hab ich den Wecker gestellt!“, sagte das jüngste Kind und verschwand singend und den Wecker neu aufdrehend im Bad.

Er macht mich wahnsinnig. Irgendwann.

3 Kommentare zu “ring my bell”

  1. Tina sagt:

    Ha! Diesen wertvollen Wecker-Tipp wollte ich Dir gerade geben! :D

    Genauso macht Moni (meine Schwester) es bei unserer Mutter, wenn sie sie aus dem Altersheim mit zu sich nach Hause nimmt und auch dort übernachten läßt.

    Nur im 4 Stunden-Takt, Tendenz zu kürzeren Abständen.
    Bei Dir: 1-Stunden-Takt, Tendenz zu längeren Abständen?…

    Ich wünsche Euch beiden viel Erfolg! :)

  2. Die Rabenfrau sagt:

    Euch zum Trost unsere Geschichte:

    Sohn2, mittlerweile schon studierenderweise außer Haus wohnend, hatte auch einige Schwierigkeiten damit. Zwar klappte es tagsüber, aber nachts eben nicht. Großeltern und wir Elternwaren irgendwann ziemlich frustriert, besonders, weil Sohn1 diesen Schritt ganz sang- und klanglos mit 2 1/11 Jahren hinter sich gebracht hatte. Nächtliches Aus-dem-Tiefschlaf-Reißen brachte auch keinen Erfolg, außer, dass der Knabe dann nicht mehr einschlafen konnte. Also wieder Windeln! Doppelt! Die Einschulung nahte, samt ärztlicher Untersuchung! :( Ich kreutzte die Finger hinter dem Rücken, als ich auf die Frage „Ist das Kind trocken?“ mit Ja antwortete. Letzte Sommerferien vor der Einschulung. Die Rabenfamilie reist immer noch mit Windelpaketen… 1. Nacht unterwegs: Die Windel bleibt trocken. 2. Nacht unterwegs: Windel trocken. Seitdem war nie mehr was. Kommentar Sohn2: „Habe ich doch gleich gesagt, dass ich das vor der Schule schaffe!“ :D
    Nachschlag von mir: Der Knabe tut nie mehr, als er unbedingt muss!

  3. dasMiest sagt:

    Ist das süß :D

    Aber wenn er durch den Wecker mitkriegt, wann er muss ist das doch toll. Ich drück' euch die Daumen, das der Effekt bleibt.

    Wir hatten immer den Effekt, dass nachts nie problematisch war: Da ist Sohn rechtzeitig aufgewacht und auch auf's Klo gegangen. Tagsüber aber… Jetzt ist auch schon ein paar Monate (fast) immer gut, toitoitoi.