Erlebnisbereich Küche!
13. Januar 2006
Ein jeder wird es kennen, dieses „wie ich diese ganze Kocherei doch hasse“-Gefühl, die „wenn ich doch schon fertig wäre“-Stimmung und nicht zuletzt das „und dann muss ich alles noch saubermachen“-Seufzen.
Soviel Traurigkeit und Langweile in diesen grauen Tagen … DAS MUSS NICHT SEIN!
Mit etwas positiver Energie und dem Willen, etwas zu ändern geht das ganz leicht.
Beobachten wir doch heute Frau … äh … Mutti, die lässig und fröhlich eine ausgewogene Mahlzeit zubereitet und trotzdem lächeln kann!
Zubereitet wird: Pizza
Begründung: Pizza schmeckt allen Kindern, somit entfällt die Zurechtlegung sämtlicher „es ist gesund“-Argumente. Ausserdem ist Pizza eine kreative Mahlzeit, da so ziemlich alles mit Käse überbacken werden kann. Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen und wenn man Glück hat, geht der Hefeteig sogar auf.
Frau … äh … Mutti begann mit der Zubereitung der Tomatensoße die die Grundlage für den Belag bildet. Sie KÖNNTE hierfür einfach einen Tetrapack mit pürierten Tomaten öffnen, den Inhalt in eine Schüssel kippen,mit einigen Kräutern, Pfeffer, Salz, Paprika und einer Prise Zucker würzen. Könnte sie, wenn sie sie beim Einkauf nicht vergessen hätte. Da sie aber eine findige Hausfrau ist, hat sie stets ein Döschen Tomatenmarkkonzentrat im Haus. Beim Öffnen der Dose bietet sich gleich ein lustiger Spaß an: Tomatenmark-weitspritzen! Besonders hübsch sehen die roten Spritzer auf weißen Küchenfronten aus, dies ist aber Geschmackssache. Erfahrene Tomatenmarkkonzentratspritzer bevorzugen den 2004er Jahrgang, der zwar ungenießbar ist, aber durch seine besondere Spritzfähigkeit besticht.
Mit einem Lachen ob des lustigen Moments schmiss Frau … äh … Mutti die halbleere Dose in den Müll, wischte lächelnd die Fronten wieder weiß und fand zum Glück eine Tube Tomatenmark im Kühlschrank, die zwar zum Weitspritzen nicht so geeignet ist, aber deren Inhalt eine köstlich duftende Soße ergab.
Weiter ging es mit dem Schnippeln des Gemüses. Hier bot sich Frau … äh … Mutti eine Menge Potential zum Spaß haben! Paprikakerne kleben mit besonderer Hartnäckigkeit dort, wo sie nicht hingehören. Üben Sie den richtigen Dreh im Handgelenk, mit dem sie den Kern vom Paprika wegschnicken, so dass dieser punktgenau in der Biomüllschüssel landet und nicht auf dem Tresen, in der Tomatensoße oder auf dem Kopf des Erdbeerkaters, der neugierig und sehr hungrig beim ersten Schüsselklappern angerannt kam. „Ich muss in dieser Disziplin besser werden und noch viel üben!“ erklärt Frau … äh … Mutti lachend.
Wussten Sie schon, wieviel Spaß man mit Zwiebeln haben kann? Kennen Sie das Zwiebel-Katapult? Ganz einfach! Entscheiden Sie sich spontan gegen Zwiebelringe und versuchen Sie die bereits halbierte Zwiebel in kleine Würfel zu schneiden. Drücken sie fest zu und messen Sie die Entfernung, die das innere Stück der Zwiebel geflogen ist, während Sie die leere Hülle festklammern. „Ich wollte sowieso das Fenster putzen“, gesteht Frau … äh … Mutti und wischt Zwiebelsaft vom Fensterbrett.
Eine große Hilfe für Frau … äh … Mutti ist der oben kurz erwähnte Erdbeerkater, der in sekundenschnelle verstreute Käsekrümel, zu Boden gestürzte Champignons, halbe Knoblauchzehen, Paprikastrünke und Brokkoliröschen erlegt und auffrisst. „Natürlich muss man ein bißchen aufpassen, wo man hintritt und ich habe mir auch mal ein bißchen das Knie verrenkt, weil mir der Kater im Weg war, aber seine Hilfe ist unbezahlbar. Wie würde mein Fußboden aussehen, wenn er nicht alles wegfräße? Nein, auf den Tresen darf er nicht, der Schlingel, aber er kann sich SO geschickt und blitzschnell holen was er will … ein lustiges Kerlchen!“ lächelt Frau … äh … Mutti leicht säuerlich, während sie ein Pflaster auf eine Kratzwunde an ihrem Zeigefinger, der garantiert nicht essbar aussieht, klebt.
Schinken, Salami, Mozzarella werden ein kleine Stücke geschnitten, die Champignons in Scheiben.
Den Hefeteig bereitet Frau … äh … Mutti gewissenhaft nach Rezept, nach dreifachem Rezept in diesem Fall. Das bedeutet, dass nicht nur die dreifache Menge Mehl, sondern auch die dreifache Menge Wasser benötigt wird. Zuwenig Wasser führt zu einem staubigen, krümeligen Ergebnis, zu viel Wasser zu einem glitschigen. Da hilft es nur, erneut Mehl in Maßen zuzugeben. Nach einigem Hin und Her und immer wieder neuen, erstaunlichen Konsistenzen kann der Hefeteig zum Gehen in den Ofen und der Käse für den Belag kann gerieben werden.
Nachdem die letzten Vorbereitungen für die Pizza getroffen sind, geht das Aufräumen mit Leichtigkeit vonstatten, zumal der Tomatensoßenlöffel, der irgendwie zu Boden fiel, vom Erdbeerkater saubergeschleckt wurde. (Der Boden ebenfalls).
Wenn der Wecker klingelt hat sich das Volumen des Hefeteigs verdoppelt, ansonsten ist Ihr Wecker kaputt.
Es macht großen Spaß, den Teig direkt auf dem Blech auszurollen und, ähnlich wie beim Rohrschachtest, die verschiedenen Wellen und Löcher zu interpretieren. Auf den gleichmäßig ausgerollten Teig kommt die Tomatensoße, dann in lustigem Mosaik und mit großer Phantasie alles, was schmeckt (Vorsicht mit dieser Aussage, wenn Kinder helfen! Erfahrungsgemäß schmeckt Pizza con Gummibärchen überhaupt nicht). Käse darüber und in den vorgeheizten Ofen. Wenn sich der Käse bräunt und ein köstlicher Duft durch die Küche zieht, ist die Pizza fertig. Dampfend heiß steht sie auf dem Tresen und wartet darauf, dass die Kinder endlich einmal pünktlich von der Schule heimkommen, weil sich sonst die ganze gute Laune, die durch das lustige, abwechslungsreiche Vorbereiten und Kochen enstand, in Luft auflöst!
Pizza schmeckt übrigens auch lauwarm. Den eigenen Kindern und den Gastkindern. Frau … äh … Mutti und Freundin (die das nächste Mal kocht) auch.
13. Januar 2006 um 21:43
Der fertige Pizzateig von Dr. Oettker ist übrigens wirklich nicht schlecht…
14. Januar 2006 um 13:16
Köstlich geschrieben. So viel Spaß in der Küche habe ich nie. Aber so einen Kater könnte ich auf jeden Fall gebrauchen.