Zahlen

6. Oktober 2009

Das Gymnasium hat ca. 1500 Schüler.

Großzügig eine Zahl heraus gegriffen, gibt es ca. 2000 Eltern, die sich für eine Mitarbeit im Schulelternbeirat zur Verfügung stellen könnten.

Heute abend hätten  185  Klassenelternsprecher, deren Vertreter und Wahlhelfer einen neuen Schulelternbeirat wählen können.

Der Schulelternbeirat setzt sich aus zwanzig Menschen zusammen, zwanzig weitere sollen als „Springer und Nachrücker“ zur Verfügung stehen.

Mit Ach und Krach und nach zähen Minuten standen 32 wählbare Menschen auf der Liste.

Acht Menschen zu wenig.

Gewählt wurde trotzdem.

Ich bekam 52 Stimmen, stand somit auf Platz 15 und bin nun Mitglied im Schulelternbeirat.

Alle sechs Wochen treffe ich mich nun mit 19 anderen Vertretern der Eltern und dem Schulleiter, immer von 19:30 bis 21:30 Uhr, um zum Beispiel erklärt zu bekommen, warum eine Schule, die genug Geld hat, keine Lehrer einstellen kann. Vielleicht erfahre ich auch, warum die Mensa das schlechteste Essen anbieten muss. Und kann dem entgegenwirken. Bekomme wahrscheinlich Antworten auf Fragen, die ich alle schon hinter vorgehaltener Hand ins Ohr geflüstert bekommen habe. Zusammen mit der Chance, da etwas zu ändern.

Das mache ich jetzt zwei Jahre lang.

Wenig Zeit, die ich da opfere.

8 Kommentare zu “Zahlen”

  1. Fiona sagt:

    glückwunsch frau mutti :)
    es ist wichtig was für unsere kinder zu tun, leider sehen die meisten nur den aufwand aber nicht den nutzen

  2. Frau_Mahlzahn sagt:

    ****Und kann dem entgegenwirken. Bekomme wahrscheinlich Antworten auf Fragen, die ich alle schon hinter vorgehaltener Hand ins Ohr geflüstert bekommen habe. Zusammen mit der Chance, da etwas zu ändern.****

    Ähm. Scheint mir, nachdem ich hier die Bemühungen engagierter Eltern beobachte, besseres Schulessen zu erkämpfen, wie soll ich sagen… sehr idealistisch.

    Trotzdem wünsche ich guten Erfolg!

    So long,
    Corinna

  3. petra sagt:

    Glückwunsch!
    Das ist ja noch gut. Wir hatten heute auch diese Aktion, von Kind Nr. 3 – ein Mädchengymnasium, es kamen insgesamt 45 Eltern und 1 (!) Mutter hatte sich aufstellen lassen. Mit Ach und Krach kamen dann 5 zusammen, die allesamt gewählt wurden, 12 hätten es werden können.
    Ich kann vorerst nicht, alle 4 Kindern sind auf unterschiedlichen Schulen und alle wollen, dass ich mich auf ihrer Schule einbringe und das schaff ich nicht. Außerdem möchte ich das nicht mit dem Geschäft vermengen, da ich viel mit Schulen zu tun habe (Tafelwasseranlagen, damit die Schüler ständig kostenlos zu trinken haben…) und das würde mir vielleicht doch unterstellt werden. Es gibt seeeehhhhhhr unterschiedliche Eltern ähm Mütter.

    liebe Grüße
    petra

  4. griselda sagt:

    Und bei uns ist dann die Zusammenkunft der Elternvertreter ein Zahlen- und Statistikmonolog des Schulleiters, der *bitteschön* nicht durch unbequeme Fragen gestört werden sollte.
    Denn auf die wirklich drängenden Fragen gibt es leider keine Antwort. Geldmangel, Lehrermangel, Mangel an Motivation bei manchen Lehrkräften.
    Das ist sehr ermüdend.

    Ich wünsche ihnen (und ihren Mitsreiterinnen) viel Kraft!

  5. Brassica oleracea convar sagt:

    ich wünsche viel Erfolg, Ausdauer und nochmal Ausdauer…

    viele liebe Grüße

  6. Erzangie sagt:

    Ich wünsche Ihnen vor allem weiterhin ein sonniges Gemüt :-) Das mit dem „etwas bewirken“ im Zusammenhang mit dem Schulessen ist, wie Frau Mahlzahn bereits erwähnte, aus meiner reichhaltigen Erfahrung seeeehhhhr idealistisch. Aber vielleicht ist es in Nierstein anders als im Rheinland.
    Toll, dass Sie sich da reinstürzen wollen!
    Viele liebe Grüße
    Erzangie

  7. pünktchen sagt:

    Hoffentlich irre ich mich, wenn ich sage: „Träum weiter …!“

    Ich habe mich jetzt nach gefühlten 125 Sitzungen in gefühlten 250 Jahren oder so geweigert, wieder aufgestellt zu werden. Fragt mich der Klassenlehrer, ob ich amtsmüde sei. Ich habe mir verkniffen, dass ich u. a. die nicht vorhandene Zusammenarbeit mit ihm Leid sei. (Wie mit vielen anderen Lehrern mittlerweile auch, waren das vor ein paar Jahren noch produktive Zeiten bei dem großen Sohn …)
    Zuletzt war ich übrigens im Vorsitz der Schulpflegschaft und habe es wirklich schön gefunden, vorm letzten Abijahrgang eine Rede zu halten. So habe ich dem Klassenlehrer nur geantwortet: „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören …“

    Viel Erfolg beim Engagement!

  8. Sylvia sagt:

    Liebe Frau äh Mutti, dass hört sich ähnlich dem an, was ich am Dienstag erlebt habe. Da werden doch die Kathechetinnen gesucht, die die nächstjährigen Kommunionkinder begleiten. Es handelt sich da um ca.70 Kinder, die möglichst in 5er Gruppen für Ihr Großereignis vorgereitet werden wollen. Was soll man sagen, es konnten nur 10 Gruppe gebildet werden, da sich die Mütter schlichtweg weigern Ihre Kinder auf diesem Weg zu gegleiten. Ja, spinn ich denn? Da wurde um Kinder gefeilscht, wie um Vieh auf dem Markt. Wie müssen sich die Kinder denn fühlen, wenn der Unterricht bei einer Frau stattfindet, die sie gar nicht kennen……. Was ist bloß los in unserer Gesellschaft?????

    Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bemühungen etwas zu ändern. Ich drück die Daumen und bin zuversichtlich, dass Sie das können.

    Ganz liebe Grüße