alt. Ich werde alt.

3. Februar 2010

Heute sollte der Tag sein. Der erste Tag in meinem neuen, sportlichen Leben.

Der süßen Stimme der Produkttesterei war ich erlegen, hatte mir ein upgrade für mein tägliches workout-Programm schicken lassen – und sitze nun hier auf dem Sofa. Links von mir die Kaffeetasse, rechts von mir der bollernde Ofen.

Bevor ich nach Berlin fuhr, hatte ich mir das Programm hübsch personalisiert. Hatte mein Gewicht gebeichtet, meine Größe verraten, meine Trainingstage festgelegt und wollte loslegen. „Heute ist dein trainingsfreier Tag!“, meldete mein Programm und das war auch gut so, ich wollte ja noch packen.

In Berlin bestand mein Training aus Trolleyzerren durch Schneewehen und dem Hoch- und wieder Runterrasen von Treppen zur U-Bahn, zur Wohnungund wieder zurück. Die Kaumuskulatur wurde mächtig beansprucht, genauso wie die Muskeln, die Schwatzen und Lachen ermöglichen.

„Morgen!“, dachte ich gestern abend , kurz vor dem Einschlafen, wenn gute Vorsätze so leicht sind, „Morgen fange ich wieder an! Da gebe ich 110% und tue einfach alles, was der Computer da verlangt.“

Tue ich nicht, weil ich bin alt. Das Zerren des Trolleys (und runter/raufschleppen von annähernd 20Kilo zur U-Bahn oder Zug) fordert Tribut. Rippen und Rücken schmerzen, als habe ich im Sessel geschlafen. Was ich nie tun würde, weil ich hab ja ein tolles Bett. Und da jetzt jede Drehung oder Beugung meines grazilen Körpers ziept, lasse ich das heute einfach sein, das Hüpfen vor, neben und auf dem Balance Board (da darf man eh nie drauf hüpfen, auf dem Board), das Dehnen und Stretchen der Muskulatur und das lustige Verknoten der Arme mit dem roten Gummiband.

Vielleicht backe ich stattdessen ein paar Muffins. Oder einen Kuchen. Das ist ja auch so eine Art workout. Morgen klappt das mit dem Taining leider auch nicht, weil da kommt Oma Eis zum Frühstück und später muss ich Töchterlein am Ausflippen hindern, morgen abend geht´s los zum Skifahren. Freitag kommt die Mutter der allerbesten Tochterfreundin und der Wochenendputz steht an. (der ein gar wunderbares workout ist, sogar mit direkt sichtbaren ergebnissen wie runzeligen Händen oder glänzenden Böden). Am Samstag will ich streichen, am Sonntag feiert Oma Eis einen runden Geburtstag.

Montag. Montag ist der erste Tag meines neuen, sportlichen Lebens. Darauf noch einen Kaffee. Weil den Konsum will ich ja auch reduzieren. Und ein Stück Schokolade. Vorsichthalber.

11 Kommentare zu “alt. Ich werde alt.”

  1. mausimom sagt:

    Das kann ich Dir alles nachfühlen! Ich bin nämlich schon lange alt, ganz alt!meriting of

  2. mausimom sagt:

    leider hatte meine Maus beim Kommentar mal wieder einen Aussetzer….. darum der merkwürdige Zusatz im Kommentar ;o))

  3. Simone sagt:

    Danke!

  4. Frische Brise sagt:

    Genau so!

    Und schwubbs – ist die Woche rum.

    ;-)

  5. frau siebensachen sagt:

    so wird das leider nix… aber das wissen sie ja selber ;-)
    mit einem minibißchen disziplin und regelmäßigkeit hingegen wirds was (wobei für regelmäßigkeit einmal die woche reicht! aber das auch wirklich)
    ich halt ja nicht viel von so programmen, wenn ich auch selber eine workout- und eine pilates-cd’s hier habe. zuhause gibts einfach immer genug andere sachen zu tun, oft sogar verlockendere. montag abends hingegen – da geht mama turnen. und was bin ich maulig, wenn da elternabend ist! dann müssen die beim alternabend mich schwitzig ertragen – direkt vom sport eingeflogen. tja…
    freundliche muskelkatergrüße
    (also von muskelkater zu muskelkater ;-) )

  6. Frau Nilsson sagt:

    :-)
    Ach, ich find, das klingt doch alles irgendwie nach Sport. Putzen, Kuchen backen, Streichen…

  7. PaulaQ sagt:

    UUUaaah! Gründen Sie einen Club…ich werde Mitglied!

  8. Titan_Tine sagt:

    Ja, ja…seit Weihnachten bin ich auch im Besitz von dem Upgrade und seitdem nehme ich mir vor, mich mal endlich dran zu begeben. Kann das beginnende Doppelkinn, die Cellulitits und die ca. 8 Kilo zuviel auf den Rippen nämlich nicht mehr sehen. Aber immer kommt was dazwischen. Oder ich bin müde. Oder ich bin krank (so wie jetzt). Aber irgendwann muss man einfach anfangen. Egal, ob man müde ist, oder Gäste für den Tag eingeplant sind. Das Training dauert doch nie länger als 30 Minuten! Das versuche ich mir jedenfalls auch immer vorzubeten!
    WIR SCHAFFEN DAS SCHON!!

  9. kaffiknopf sagt:

    Ein langer, straffer Spaziergang jeden Tag wirkt auch Wunder … und tut gleich noch der Seele gut. :)
    Darauf muss ich jetzt auch erstmal einen Kaffee trinken. Viele Grüße!

  10. asty sagt:

    das mit dem Kaffee ist eine gute Idee…..
    Mein home-training habe ich auch schwer vernachlässigt wegen der Magen-Darm-Seuche im Hause.
    Aber morgen, ja morgen, fange ich bestimmt wieder an :-)
    so, und jetzt hole ich den Kaffee

    asty

  11. Lakritz und Schokolade sagt:

    Also unser Crosstrainer ist ein prima Halter für feuchte Badetücher. Nur mal so völlig zusammenhanglos als Info :)))