Die letzten Stunden

6. Juni 2010

als Single.

Meinen Kaffee und ein großes Glas Orangensaft genieße ich noch in Ruhe, danach renne ich mit dem Staubsauger durch die Bude. Anscheinend macht ein Mensch doch auch eine Menge Dreck :)

Und wenn die Sonne noch ein Stückchen um die Ecke gewandert ist, so in einer Stunde etwa, gehe ich raus in Garten und reisse ein paar Gänsedistel-, Brennnessel- und Schöllkraut-„Bäume“ raus. Es gibt da diese eine Stelle im Garten, die wird doch stark vernachlässigt. Es wird ungefähr zwei Stunden dauern, bis alle sechs Grünschnittsäcke voll und mein Energiespeicher leer ist.

Auftanken kann ich dann in der Hängematte.

Keine Ahnung, wann die Familie hier wieder eintrudelt, aber ich bin Willens, jede ruhige „meine“ Minute bis dahin voll und ganz auszukosten. Ich bin ganz wunderbar erholt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich die letzten beiden Nächte schon um zehn Uhr im Bett lag. (und um sieben freiwillig wieder rauskroch) Zwei Bücher habe ich gelesen, den oberen Teil des Gartens gejätet, kein einziges Stück genäht, dafür der allerbesten Freundin Zutaten für ein Public Viewing-Shirt gestickt, die Achatschnecken wurden gebadet und mit sehr viel Grünzeug versorgt und sämtliche Dreckwäsche im Haus wurde gewaschen, in der Sonne getrocknet, gefaltet und verräumt. Meiner Vorliebe für grauselige Filme kam ich gestern morgen um halb acht nach, als ich zum Morgenkaffee „Sin City“ einlegte und gegen die Hitze des Tages gab es gleich zwei Schälchen Eis.

Ich habe ein für mich unglaublich luxuriöses Wochenende hinter mir und sage, das mütterliche Gewissen niederknüppelnd: „Das könnte ich noch ein paar Tage so aushalten.“

Ich habe mich nicht gelangweilt.

:)

5 Kommentare zu “Die letzten Stunden”

  1. wollbine sagt:

    Warum muss man da das mütterliche Gewissen niederknüpeln? Himmel! Das hört sich für mich an, als wenn man als Mutter nicht auch mal Spaß haben dürfte. Ich gebe offen zu: ich genieße JEDE Stunde, die ich ganz alleine für mich verbringen darf in vollen Zügen ohne ständig an meine Kinder zu denken. Punkt.

    LG
    Sabine

  2. Sunni sagt:

    Da brauchts kein Gewissen, das sollte man genauso genießen!Schließlich ist eine Mutter ein Mensch mit ganz normalen Wünschen, auch dem: mal ein paar Stunden Ruhe zu haben und Dinge zu tun, und zwar auch in Ruhe, zu denen man sonst nie kommt. Und Kinder lieben erholte Mütter!!!Beste Grüße, Sunni

  3. Anna sagt:

    Bei mir ist es sehr ähnlich gewesen, liebe Frau äh Mutti, nur hat meine freie Zeit EINE GANZE WOCHE !!! gedauert und ich habe es sehr genossen. Viel geschafft und viel Erhollt !
    Liebe unbekannte Garüsse
    Anna

  4. Caramellita sagt:

    Wahnsinn, was man ohne die Kinder so alles hinbekommt! Ich finde auch, dass man sich das zwischendurch ruhig mal verdient hat! Meine Nachbarin meinte mal: Das steigert den Marktwert, wenn die mal alleine klarkommen müssen :)
    Genießen Sie´s, liebe Frau…äh…Mutti!
    Schönen Sonntag,
    Caramellita

  5. sewbeedoo sagt:

    Wundervoll!
    Wie herrlich auch,dass es Mütter gibt (ich auch!), die die Kinderfreiheit vollends genießen können und sich dafür nicht einmal entschuldigen (muessen).
    Grossartig!

    Entspannte Kinder sind das Ergebnis entspannter Eltern!

    That’s it!

    Gute Erholung bis zur Heimkehr!

    LG, sewbeedoo

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