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12. August 2010
Gestern abend kochte ich zum allerersten Mal indisch. Richtig ordentlich, nach Rezept, ohne Improvisationen wie „wenn ich nur genug Kurkuma, Kardamon, Kreuzkümmel und Koriander dranwerfe, wird´s schon irgendwie indisch“.
Das Kochen klappte hervorragend, es schmeckte hervorragend. Fotos gibt´s keine, weil ich mangels Ghee mit normaler Butter kochte und die flockt dann so unschön. Blumenkohl mit Tomaten, chön charf. Und Fisch, säuerlich mit Kokos. Dazu Reis.
Das Geheimnis beim Kochen ist: habe ausreichend Schüsselchen im Schrank, um diverse Gewürzmischungen vorbereiten zu können und die ganzen fein geschnippelten Sächelchen wiederzufinden. Und nicht von Ansagen irritieren lassen, die da lauten: den feingeschnittenen Ingwer, die gerösteten Kokosflocken, den Knoblauch, die Gewürze und die Zwiebel zu einer Paste verarbeiten. Eine Zwiebel lässt sich nicht durch die Knoblauchpresse jagen und auch nicht mit dem Caipirinhastampfer, der als Mörserersatz diente, zerquetschen. Es gab also keine Paste, sondern eher so eine feinkrümelige Pampe, aber die mitessenden Augen wurden sowieso genießerisch geschlossen.
Gibt´s jetzt öfter und einen Mörser in funktional UND schön wünsche ich mir zum Geburtstag, liebe mitlesenden Familienmitglieder und Freunde. Im blaugelben Möbelhaus gab´s einen, den hab ich zum Ausprobieren mitgenommen.
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Die Mainzer Freundin der Tochter blieb über Nacht und damit sich das auch wirklich lohnt, wurde die allerliebste Tochterfreundin ebenfalls dazubestellt. Es ist schon sehr faszinierend , welche Quietschlaute aus diesen zarten Kehlen kommen können und vor allem in welcher Lautstärke. (und so ausdauernd!)
Derzeit schlafen die drei Grazien noch und ich kann in Ruhe Ohrenstöpsel suchen gehen.
(die Mädchentruppe wird heute im Laufe des Tages zur allerliebsten Tochterfreundin abwandern, weil die Mainzer Freundin in der kommenden Nacht dort schläft. Der Gerechtigkeit wegen, denn sie ist ja die Freundin beider Mädchen. Und um wirklich ganz gerecht zu sein, wird Töchterlein womöglich ebenfalls dort übernachten, was dem besten Vater meiner Kinder und seinem holden Weib ganz unverhofft einen kinderfreien Abend bescheren würde.)
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Zum Thema Schulbücher, weil Sie nachfragten: in Rheinland Pfalz ist die Ausleihe der Schulbücher ganz neu, mit großem Kuddelmuddel läuft sie dieses Schuljahr an. Bisher kauften wir alle Schulbücher (und haben viele davon nicht weiterverkauft, weil passend zum Schulbuchwechsel neue Bücher eingeführt wurden. Oder die Rechtschreibreform damals plötzlich alle Bücher wertlos machte). Töchterlein kann Bücher vom großen Sohn erben, bzw. mit ihm zusammen benutzen. Das Biologie- und das Chemiebuch zum Beispiel, denn die sind für Klassenstufe sieben bis zehn und werden sowieso nicht täglich gebraucht. Eine Ausleihe geht aber nur, wenn man das volle Packet nimmt, deshalb kauften wir die noch fehlenden Bücher für sie und das geht natürlich die ganzen Sommerferien über.
Bis zu diesem Jahr war es eine kleine Tradition bei uns, in der ersten Ferienwoche alle neuen Schulbücher zu kaufen, liebevoll einzubinden (=von der Verkäuferin im Laden passende Umschläge heraussuchen zu lassen), zu beschriften und fein säuberlich im Schrank zu stapeln. Deutsch-, Bio-, Geschichts-, Physik-, Sozialkunde- und Chemiebücher wurden meistens sehr eifrig durchgeblättert, Mathe und die Sprachen wurden eher vernachlässigt :)
Ich bin nun sehr gespannt, wie das mit der Verteilung der Leihbücher klappt, denn allein im Gymnasium sind einige tausend Bücher, die a) gelagert, b) sortiert und c) an die entsprechenden Schüler verteilt werden wollen. (dies ist übrigens der Job der Schulsekretärinnen. Zusätzlich zu den vielen Kleinigkeiten wie allein 185 Neuanmeldungen in den fünften Klassen. Meine Hochachtung an die Damen dort.)
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Morgen sind wir wieder komplett: Vater, Mutter, drei Kinder und ein sehr großer Berg sehr müffelnder Zeltlagerklamotten. Ich freue mich. (nicht auf den Berg)
12. August 2010 um 11:35
Relativ am Anfang meiner Gymnasialzeit gab es schonmal ganz neu in RLP die Ausleihe der Schulbücher – etwa für 2-4 Jahre, danach wurde das wieder eingestampft. War in Koblenz und müsste Ende der 80er, Anfang der 90er gewesen sein (keine Ahnung mehr, in welchen Schuljahren genau das war).
Bin ja mal gespannt, wie lange das Projekt „Ausleihe“ diesmal läuft :-)
12. August 2010 um 12:44
Ach ja, das waren noch Zeiten, als man IMMER seine Schulbücher von der Schule geliehen bekam.
Wohlgemerkt OHNE etwas dafür zu bezahlen.
So geschehen in Berlin, Ost wie auch West.
Mit meinem Großen habe ich in den letzten 7 Jahren viele Varianten durch:
komplett selber kaufen (ca. 100 Euro)
teils leihen, teils selber kaufen (ca. 50 Euro)
Geld an die Schule bezahlen, um Bücher geliehen zu bekommen (ca. 50 Euro)
Wie es dieses Jahr in Hamburg wird? Keine Ahnung. Das werden wir nächste Woche erfahren.
12. August 2010 um 13:01
In meiner Schulzeit – vollständig in Hessen abgeleistet – gab es die Bücher immer von der Schule. Keine Ahnung, wie das heute ist. Aber da mein Goldneffe nächste Woche eingeschult wird (ebenfalls in Hessen), werde ich es sicher bald erfahren.
Statt Ghee, Frau…äh…Mutti, können Sie übrigens auch herkömmliches Butterschmalz verwenden. Solches, wie es meine Oma immer zum Schnitzel braten genommen hat und das es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Ist fast dasselbe wie Ghee und passt immer noch besser als normale Butter. Und wenn ich irgendwann in Ihre Gegend kommen sollte, dann denke ich hoffentlich daran, Ihnen ein Gläschen von meinem selbstgemachten vorbeizubringen.
12. August 2010 um 13:21
Liebe Frau…äh..Mutti,
zur Gewürzpaste machen können Sie ganz einfach einen Mixer oder ähnliches nehmen, das geht wunderbar.
SO machen wir das seit vielen Jahren (Mein Mann ist Schotte und hat u.a. von Indern kochen gelernt)
Es ist wirklich wichtig für die Textur der Soße, dass die Zwiebeln oberfein sind.
Wenn Sie einen Mörser nehmen würden, müssten Sie die Paste sehr lange quälen, bis sie fein genug ist. Und sie rächt sich an den Augen….
Für mehr Tipps müsste ich meinen Angetrauten fragen, da er ja kocht (und wir jetzt mehr mediterran und weniger indisch kochen). Ich bin nur im Zwibulatorium zuständig.
Herzliche Grüße ausm grauen Norden,
Monika
12. August 2010 um 13:22
Vielen Dank für die Aufklärung zum Thema Schulbücher! Das war mir gar nicht bewußt, daß manche die Bücher sogar kaufen müssen! Vielleicht lebe ich da etwas hinter dem Mond, aber ich kenne niemanden mit Schulkindern aus einem Bundesland, in dem es die Bücher nicht von der Schule gibt. Mag ich dann ja fast gar nicht sagen/schreiben, aber wir haben noch nie etwas für Schulbücher zahlen müssen. Und da es G8 erst seit zwei Jahren bei uns gibt, sind die Bücher alle neu! (Moment, stimmt nicht ganz – die Arbeitsbücher, in die hineingeschrieben wird, müssen wir natürlich kaufen, aber sind ja nicht so teuer.)
Mein Mitgefühl gilt also allen hier, die dafür auch noch kräftig das Portemonnaie schröpfen müssen. Ich finde, die ganzen ’normalen‘ Schulsachen am Anfang des Schuljahres sind schon teuer genug!
12. August 2010 um 14:20
Für die Gerechtigkeit tun wir natürlich alles – die Übernachtung würde bei Interesse der 3 Damen dann klargehen :-)
Wünsch´ Euch noch einen schönen Nachmittag!
12. August 2010 um 14:41
In Sachsen-Anhalt kaufen wir die Arbeitshefte slber (ist ja logisch, wird ja reingeschrieben) und die restlichen Bücher können für 3 € pro Buch geliehen werden.
Finde ich anz o.K. so, auch wenn sich die Leihgebühren natürlich auch ganz schön summieren.
12. August 2010 um 14:43
Bei mir zu meiner Schulzeit in NRW war es unterschiedlich. Die Fremdsprachenbücher mussten wir selber kaufen, auch die dazugehörigen Arbeitshefte, der rest wurde, außer bei den LKs später, dann gestellt von der Schule. Am ersten und letzten Schultag gab es dann immer das große Gewander von Schülern mit Bücherstapeln durch die Schule.
Ich fand die Variante gut, bei den Vokabeln konnte man sich so im Buch markieren bis wohin und einzelne Übersetzungen über die Texte schreiben. Ich erinnere mich noch an die eine Französischarbeit wo eine Klassenkameradin die Seite mit dem Text den sie brauchte um die Fragen zu beantworten einfach aus dem Buch rausriss :D Was ein Spaß, denn die Lehrerin überhörte das geraschel und reißen einfach und die Kameradin ärgerte sich sehr als sie feststellte, dass sie seeehr schief gerissen hatte und der letzte Teil des Textes ihr so nur zur Hälfte vorlag.
Ansonsten auch hier großes Mitgefühl für die Kosten die mit dem neuen Schuljahr immer auf einen zukommen…
12. August 2010 um 16:49
O je, die Kultus-Kleinstaaterei… hat mich bei Umzügen auch schon reichlich Nerven gekostet (andere Geschichte).
Eine anschauliche Beschreibung gibt es hier (rechts eine Bundesländer-Tabelle als pdf zum Laden; kleine Nachteile: Stand August 2009, Herausgeber: Die Schulbuchverlage):
http://www.schulbuchportal.de/default.aspx?ni=68155&s=1&v=1&docid=68200&a=1&knp=0&&
Und die Sekretärinnen sollen das stemmen? O weh, die armen! Bei uns (Ba-Wü, Gymn. mit 1500 Sch.) übernehmen das zwei LehrerInnen, die zum Ausgleich für dieses Amt etwas Unterrichtsentlastung bekommen. Die Hauptarbeit ist am Ende jeden Schuljahres zu leisten, wenn die Bücherstapel vollständig und unversehrt wieder eingesammelt (eingetrieben…) werden, Verschlampertes muss bezahlt werden. Bezeichnend die alljährliche Drohung des Direktors im Rahmen der Abitureinweisung: „Am Tag nach der mündlichen Abiturprüfung ist für Sie Bücherabgabe. Bis Sie nicht vollständig abgegeben haben, bekommen Sie kein Abiturzeugnis ausgehändigt. Beim Abiball stehen Sie zwar feierlich mit Ihren Klassenkameraden auf der Bühne, der Umschlag, den ich Ihnen überreiche, wird aber leer sein.“
So weit mir bekannt, hat es noch niemand zu diesem Äußersten kommen lassen…
12. August 2010 um 16:51
PS: Ihren Dreien viel Freude und Erfolg, hoffentlich hält die Neu- und Wissbegierde lange an!
12. August 2010 um 23:47
… na da geht es uns in Baden-Württemberg ja richtig gut *zwinker* wir kaufen nur die Arbeitshefte, in die reingeschrieben wird und für meine Tochter (kommt in die 5. Klasse) einen Weltatlas, der aber für alle Klassen genommen werden kann. Für das Ausleihen wird nichts bezahlt!
Na … das werde ich den aufgebrachten Eltern am nächsten Elternabend mal erzählen, wie gut es uns geht *lach*
LG Marion
13. August 2010 um 00:09
Hach ist das schön, dass es noch jemanden gibt, der mit dem Caipirinha-Stampfer mörsert….bei uns ist allerdings immerhin die Mörserschüssel noch da. Nur der Original-Stössel hat leider die Liebe der ehemaligen Kleinkinder nicht unbeschadet überstanden, dh er war Lieblingsspielzeug und irgendwann spurlos verschwunden. Wahrscheinlich liegt er noch in einer unserer ehemaligen Wohnungen, ganz hinten unter der Einbauküche…und der wirklich formschöne Mörser, den ich mir auch irgendwann wünschte, mörsert leider nicht besonders gut. Also Achtung!
13. August 2010 um 07:31
Also ich habe während meiner gesamten Schulzeit in Bayern nur so komische Arbeitshefte kaufen müssen. Meine Eltern waren froh, das wir die restlichen Bücher so bekamen.
Es war immer so, das alle Lehrer vor Schuljahresbeginn mit ihrer Klassenliste im Bücherraum waren und die Stapel vorbereitet haben. Am ersten Schultag hat er dann mit der Klasse diese Stapel abgeholt und die wurden verteilt.
Jeder musste unterschreiben und am Ende des Schuljahres gab es einen Tag, an dem alles wieder zurück ging.
Ich habe nie erlebt das es jemand vergessen hat.
Ich hab jetzt schon angst davor, irgendwann für meine noch nicht mal existierenden Kinder alle Schulbücher kaufen zu müssen, da wir ja jetzt in NRW wohnen. hm…