Freitags jetzt anders.
6. Mai 2011
Als vor ein paar Wochen der kleine Supermarkt in der Ortsmitte schloss, war ich btraurig. Die Ortskerne verwaisen, das ist nix Neues. Und vor den Toren der Ortschaften wachsen dann neue Supermärkte, große Supermärkte, deren Werbeblättchen mir den Briefkasten verstopfen und in denen es alles gibt, auch Sachen, die man nicht braucht.
Die Freitagsfreundin (formerly known as MutterderallerbestenTochterfreundin -> lange Geschichte) und ich liefen oft die kleine Einkaufsrunde noch dem Kaffeeschwätzchen: zuerst zum Lieblings-Obst/Gemüselädchen und danach noch rasch in den plus. Oder Netto, so hieß er am Ende. Vielleicht noch zum Metzger. Danach heim und bis nächstem Freitag, falls wir uns nicht vorher treffen.
Und als die Kindelein noch in den Kindergarten gingen, führte mich mein Weg nach dem Hinbringen zum plus, denn dort, an der Gemüsetheke, trafen sich die Mütter zum Tratschen. Es war ein geflügeltes Wort im Elternausschuss: „Probleme werden an der Gemüsetheke gemacht“
Die Kindelein radelten Samstagmorgen mal rasch los, Brötchen vom Bäcker holen und eine Packung Mohrenköpfe vom plus, Mohrenkopfbrötchenfrühstück.
Der fehlende Becher Sahne, ein bißchen Gouda und noch rasch eine Tüte Chips.
Der plus/Netto rentierte sich nicht mehr, denn ein Stückchen außerhalb gibt’s den Aldi. Und den Lidl. Und den Wasgau. Und demnächst auch den Schlecker, der zieht aus seinem verwinkelten Eckchen im Ort in die Nachbarschaft der großen Läden. Ist bestimmt prima, wenn die Läden schließen, dann wird’s auf den Straßen nicht mehr so eng sein. Und ruhiger für die Anwohner.
Für die altem Leutchen ist das Einkaufen jetzt nicht mehr ganz so leicht, der Weg zu den großen Läden viel zu weit. Deshalb wurde jetzt ein Shuttle-Service eingerichtet, ein Bus kann bis zu acht Personen transportieren. Dreimal am Tag.
Die Freitagsfreundin und ich haben den heutigen Einkauf mit einem wunderbaren Spaziergang durch’s Ried verbunden. Schwätzend, in d Sonne, vorbei an blühenden Gärten und Pferdekoppeln. Schön war’s. Aber dem plus, der dann ein Netto war und noch niemals ein Tante-Emma-Laden, dem trauere ich trotzdem hinterher. Und frage mich, was nun mit dem leerstehenden Gebäude passieren wird, das so völlig uncharmant und traurig ist. Der Ortsbürgermeister weiß es auch noch nicht, nur dass kein neuer Lebensmittelmarkt mehr hineinkommt, das weiß er sicher.
Schade.
6. Mai 2011 um 11:32
Was für eine wunderbare Idee einen „Einlauf“ mit einem Spaziergang zu verbinden…merk ich mir für die nächste Fastenrunde…:-)) entschuldigung, aber das konnte ich mir nicht verkneifen.
6. Mai 2011 um 11:33
Hallo Frau Mutti, bei uns ist es ebenso. Wenn man jung ist und Auto hat, alles kein Problem, ist es eben nicht so, siehts schlecht aus. So einen Shuttlebus gab es dann auch mal, aber man hatte das Gefühl, das sich die älteren Leutchen damit nicht anfreunden konnten. Er wurde wieder eingestellt. Ein kleiner gutgemeinter Hinweis: sie haben einen lustigen Tippfehler in einem der letzten Sätze, es soll ganz sicher „Einkauf“ heißen… Aber warum nicht mal so den vormittag mit der allerbesten Tochterfreundin verbringen…;-)?
Herzliche Grüße
Karoline
6. Mai 2011 um 11:33
ach menno…schon korrigiert… :-)))
6. Mai 2011 um 11:34
Tstst, Astrid und Karoline, spitzfindige Leser hier :))
(ich war gerade beim Korrekturlesen, Sie sind zu schnell!)
6. Mai 2011 um 12:03
Wir sind hier zwar ungleich größer als bei Ihnen, aber im Ortskern wandern die kleineren großen Supermärkte auch langsam davon. „Mein“ Penny wird immer merkwürdiger und ich mache mir echt Sorgen – der ist nämlich von 7-22 Uhr geöffnet und hat mich schon oft gerettet. Im Urlaub fällt mir das auch auf – pupsikleines Dörfchen, aber der Laden ist dann für immer zu und man fährt in die selben doofen Cash-and-Carrys 15km weiter wie zuhause.
6. Mai 2011 um 12:34
ach ja, meinen Quark – Sie wissen schon – konnte ich heute auch nicht en passant mitnehmen. Mist.
6. Mai 2011 um 12:35
Hier gibt’s seit der Wende auch nichts mehr – weder Einkaufsmöglichkeiten, noch Kita oder Schule.
Einen Shuttlebus gibt’s auch nicht, dazu sind wohl die nächsten Einkaufsmöglichkeiten zu weit weg. Aber zweimal in der Woche kommt der „Rollende Supermarkt“ – ein Bus, in dem alles mögliche verkauft wird, sozusagen Tante Emma auf Rädern ;-) Für die alten Leute hier oft die einzige Einkaufsmöglichkeit, die sie allein erreichen können.
6. Mai 2011 um 13:08
Einen rollenden Supermarkt gibts im Nachbarlandkreis auch, bei uns nicht. Finde ich an und für sich ne tolle Sache.
Bei uns ist es ähnlich. Der Supermarkt im Ortszentrum macht dicht, alles andere siedelt sich außerhalb an. Eine Familie wollte in Marktplatznähe einen Tante-Emma-Laden eröffnen – ging nicht, weil sie so enorme Auflagen bekamen, angefangen bei der komplett zu erneuernden Haustüre bis hin zur Elektrik. Also haben sie da jetzt ein Fliesengeschäft drin. Schade eigentlich, hätte dem Kaff gut getan!
6. Mai 2011 um 13:29
hier in der stadtmitte: 6 dönerbuden und 5 optiker…. doof das ganze!!!
6. Mai 2011 um 17:45
Überall ist es dasselbe. Traurig, traurig.
Wir haben immerhin noch einen Supermarkt hier mitten drin. Aber der Tante-Emma-Laden hat auch vor über einem Jahr geschlossen.
Immerhin gibts einen Shuttle-Service bei euch, alle Achtung!
6. Mai 2011 um 22:59
vielleicht kommt da demnaechst eine cappucinobar mit macarons, workshops und schwarzes brett. Seine einkaeufe kann man dann gleich da online bestellen und liefern lassen…aber wahrscheinlich kuemmert sich demnaechst ein Projektentwickler gnaedig um das grundstueck….
7. Mai 2011 um 07:03
…Die Freitagsfreundin (formerly known as MutterderallerbestenTochterfreundin …
Wie jetzt – was bedeutet das? Heißt sie nicht mehr so? Stimmt jetzt mein Name etwa auch nicht mehr? Fragen über Fragen…
Verwirrte Grüße von
vaukademvaterdermutterderallerbestentochterfreundinoderjetztvielleichtauchvaukadervaterderfreitagsfreundin ;o)
7. Mai 2011 um 11:25
Wir wohnen ja nicht allzuweit auseinander, im MTK. In unserem Ort (nur unser Stadtteil mit ca. 12 tsd. Einwohner) hat
Netto/Lidl/Aldi/Edeka/real/Rewe/Schlecker/DM
Aber in der Innenstadt stirbt alles einen leisen Tod. Noch dazu haben wir einen wunderschönen Marktplatz mit Fußgängerzone, wirklich toll. Und doch gibt es immer weniger Läden, und wenn, dann kommen so dolle Sachen wie Versicherungen und noch härter, inzwischen 2 (!!) Wettbüros.
Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen..
Noch ein schönes restliches Wochenende,
wünscht Nicole,
ca. 40 km weiter ;-D
7. Mai 2011 um 14:48
In unserer Gegend gibt es einen Bäcker, der viele Vorort- und Dorf-Filialen zu Tante-Emma-Läden, oft auch mit kleiner Kaffee-Bar, ausgebaut hat. Wird gut angenommen und scheint sich zu rentieren (toitoitoi! – oder aber er kompensiert das durch seine reinen Verkaufstheken im Eingangsbereich der Supermärkte).
Ich versuche durch häufigeres Einkaufen diesen Dorfladen zu unterstützen, auch im Sinne der Ömmakes. Die gesparten paar Cent, die der Quark im Supermarkt weniger kostet, gehen doch locker durch den Auspuff wieder verloren…
8. Mai 2011 um 12:29
Finde das auch *grmpf* …..
Bin gerne auf dem Heimweg von der Arbeit auf einen kleinen Schlenk vorbei, da ich mit der Bahn komme.
Jetzt muss ich in der großen Stadt direkt nach Feierabend einkaufen. Immer rappelvoll und unpersönlich … na ja, lassen wir uns mal überraschen, was danach kommt.
LG Melanie