Gnarf des Tages
21. Dezember 2006
Hallo lieber Fotokram-Versand,
du hast da was versaubeutelt und mir nur die Hälfte der Bestellung geschickt, obwohl ich ja schon alles bezaht habe.
Deine Hotline ist ewig belegt und für 12 Cent/Minute höre ich keine Konservenmusik in der Warteschleife. Also hast du eine mail bekommen, in der sinngemäß und sehr viel „offizieller“ genau das steht, dass ich hier schreibe.
Komm in die Pötte, statt mir solche Antworten zu schicken:
Sehr geehrter „Werbung wegen Unzufriedenheit gestrichen“-Kunde,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Weitere Informationen zur momentanen E-Mail-Bearbeitung durch unsere Mitarbeiter im Kundenservice haben wir unter folgendem link für Sie bereitgestellt:
link zur FAQ (Danke auch, habe ich schon gelesen. VOR der mail)
Mit den besten Grüßen
Ihr „Werbung wegen Unzufriedenheit gestrichen“ Kundenservice
gnarf. Da geht sie hin, meine Geduld.
Ok, Frau … äh … Mutti,
21. Dezember 2006
sagt die Gynäkologin, „dann holen Sie sich später Ihre Einweisung ins Krankenhaus ab.“
Morgen früh um neun Uhr wird Frau … äh … Mutti mit äusserst weichen Knien im Krankenhaus erscheinen und dieses hoffentlich ein paar Stunden später mit dem Befund „alles ganz harmlos“ wieder verlassen.
Derzeitiger Diagnosestand ist: „Symptome wie nach einer Brustamputation“ (Frau … äh … Mutti schaut in ihren Ausschnitt, zählt kurz nach und vermeldet: vollständig vorhanden!)
Zur Ergänzung des vorweihnachtlichen Stresses: es fehlen noch immer zwei Pakete.
und
20. Dezember 2006
dann fiel mir heute noch auf, dass die Fältchen um die Augen jetzt auch OHNE Lachen da sind.
Das ist allerdings eher zum Weinen.
irgendwie
20. Dezember 2006
ist demnächst Weihnachten und ich hab nicht mal die Hälfte der bezaubernden Weihnachts-Deko-Artikel aus der Halle nach oben geschleift und in der Wohnung verteilt.
Liegt das daran, dass noch immer grüne Blätter an manchen Büschen und Bäumen hängen und die Traubenhyazinthen und Schachbrettblumen munter austreiben?
Dafür habe ich fast alle Weihnachtsgeschenke! Die, die ich noch nicht habe, sind hoffentlich, bitte, wehe, wenn nicht, unterwegs. Irgendwer müsste dann mal rasch einpacken. Morgen.
(mir ist gestern abend eingefallen, was ich mir zu Weihnachten wünschen könnte. Aber das war dann wohl zu spät)
Lies mal wieder
19. Dezember 2006
Das jüngste Kind soll zu Weihnachten ein Erstlesebuch bekommen, beschloss Frau … äh … Mutti.
Doch das ist garnicht so einfach.
Vielleicht eines aus der Reihe der Leselöwen?
Großdruck, wenig Text auf der Seite, übersichtliche Textgliederung, vom ersten Eindruck ganz ansprechend. Und tatsächlich, die ersten drei Worte aus dem Abenteuergeschichtenbuch könnte das jüngst Kind jetzt schon problemlos lesen. Das vierte Wort jedoch heißt „Skateboard“. Und das nächst Kapitel heißt „*Name* wünscht sich ein Kickboard“. Muss das sein? Weggestellt.
Ein Buch von Cornelia Funke aus dem Regal gezogen. Irgendeine Weltraumgeschichte mit hübschen Bildern und unverwechselbarem Funke-Stil geschrieben. Doch eine der Hauptpersonen ist Captain Soundso. Kann das nicht der Kapitän sein? Weggestellt.
Das nächste Buch handelt von Ponys. Und wie schön und wichtig es ist, ein zweites Pony zu haben. Weggestellt.
Ein anderes Buch erzählt von Vampiren, ein weiteres von Hexen, eins von Gespenstern, eins von Monstern. Gruselfaktor garantiert, das jüngste Kind mit seiner blühenden Phantasie träumt sowie oft schlecht. Weggestellt.
Das rosa Prinzessinen-Glitzerbuch wurde nicht näher inspiziert.
Buch Nummer ich-hab´s-vergessen spielt auf dem Bauernhof und erzählt von niedlichen Zicklein, Schäfchen, Entchen und Kätzchen. Zu niedlich, weggestellt.
Da! Ein Ritterbuch! Aber jedes dritte Wort ist durch ein kleines Bild ersetzt, das ist VOR-Erstlesealter. Weggestellt.
Die nächsten vier Bücher erzählen ganz nett, prügeln aber irgendeine Moral in den geschätzten Leser und das ist lästig. Weggestellt.
Letztlich, nach einer Stunde Querlesens von Büchern, die Kinder zum Lesen animieren sollTen, kauft Frau … äh … Mutti ein Buch, das für fortgeschrittene Leser ist. Sicher braucht das jüngste Kind ein wenig Hilfe beim Lesen, aber dafür hat das Buch ein hübsches Lesebändchen.
Manchmal wünsche ich mir das Talent Bücher schreiben zu können, die Kinder fesseln und kichern lassen, die im wirklichen Leben spielen, dafür aber keine Moral oder Botschaft vermitteln wollen, sondern einfach Spaß machen. In denen die Hauptpersonen keine Mäuschen, Kätzchen oder Vampirchen sind, sondern ganz normale Kinder, die ganz normale Dinge erleben. Aber ob DAS gelesen würde?