Erste Gartenbegehung
19. Januar 2007
und Schadensaufnahme:
Die Bäume stehen noch.
Es liegen ein paar Sachen im Garten, die da nicht gewachsen sind, unter anderem ein Schuppendach. (nein, nicht das wackelnde Dach des Nachbarn, denn der hatte sein Schuppendach noch festgenagelt)
Erwischt hat es den Forsythienstrauch, das Schuppendach hat ihn sauber abgemäht.
Das soll nicht sein, mit den Forsythien in der Wildnis der Grünen der Villa. Vor fünf Jahren hatte der weltbeste Schwiegervater den Strauch gepflanzt und ihn dann drei Jahre hintereinander immer bei der Spätsommerrodung abgesenst. Tapfere Forsythie, sie trieb immer wieder aus und nachdem wir ihr einen dicken Pflock zur Seite gestellt hatten, konnte sie tatsächlich zwei Jahre in die Höhe wachsen. Mal sehen, ob sie auch diesen Schlag überlebt.
Ansonsten also kein Schaden, am Haus wohl auch nicht, allerdings ist es noch zu dunkel, um genau schauen zu können.
1991 war ich in Amerika, in Belleville, einem kleinen Städtchen in der Nähe von St. Louis. Mit meiner Freundin war ich auf dem Weg zu unseren Gasteltern, als uns die Ausläufer des Hurrican Andrew streiften. Binnen von Sekunden stand das Wasser dreissig Zentimeter hoch auf den Straßen, große Bäume stürzten um und in der Siedlung der mobile houses reichte der erste kippende Wohnwagen, um die gesamte Siedlung im Dominoeffekt stürzen zu lassen. Wir saßen in einem dieser amerikanischen Autos, diese jeepähnlichen Teile mit großen Reifen und viel Knautschzone und fuhren zentimeterweise nach Hause. Es war nur ein Ausläufer, den wir damals erlebten. Reichte aber.
Ich konnte es mir damals knapp verkneifen ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I survived the Hurrican Andrew“ zu kaufen, welches ein Tag nach dem Unwetter in einschlägigen Läden hing. Auch heute würde ich mir kein „Ich habe Kyrill überlebt“-T-Shirt kaufen, aber froh bin ich, dass wir so glimpflich davon gekommen sind.
Für heute erwarten wir nur sehr viel Regen, aber da die Gemeinde letztes Jahr Millionen in die Hochwasserschutzmauer am Rhein investiert hat und wir obendrein quasi auf dem Berg leben, sehe ich keine Gefahr für uns.
Bei Ihnen auch alles in Ordnung?
Was ist schlimmer?
18. Januar 2007
Alle Schotten dicht zu haben und nur zu hören, wie es draußen tobt?
Oder das eine Rollo oben zu lassen und zu sehen, wie sich die Bäume Richtung Haus neigen?
Uah. Ich bin ein wenig hysterisch und muss ganz arg viel Schokolade essen. Das hilft. Bestimmt.
stürmisch
18. Januar 2007
Nennen Sie mich Glucke – ist mir egal.
Es stürmt ganz gewaltig und ich werde eine sehr glückliche Mutter sein, wenn alle meine Kükenkinder wieder heil daheim sind.
Ausserdem werde ich sehr glücklich sein, wenn es den über sechs Meter hohen Thuja nicht umwirft, obwohl der vom letzten Sturm schon beträchtliche Schäden davon getragen hat. (eigentlich mag ich Thujas ü-ber-haupt nicht, so als Hecke. Aber als Baum, mit Specht und Eichhörnchen, ist er mir doch ans Herz gewachsen)
Hübsch wäre es auch, wenn der Nachbar noch rechtzeitig heim kommt, bevor es sein Schuppendach ganz wegweht. Sein Schaden wäre auch unser Schaden, denn das Dach flöge zu uns.
Der beste Vater meiner Kinder hat das provisorische Planendach des künftigen Kinderhauses mit dem Gartenschlauch gefesselt. Sehr innovativ und hoffentlich auch effektiv. Ich hingegen habe sämtliche Kindergartenstühle, Eimer, Schaufeln und Schubkarren eingesammelt und weggeräumt, habe den alten Sonnenschirm, der schon beim letzten Sturm nach oben geklappt war, entsorgt und ein paar bange Blicke zu unserem Hausdach geworfen.
Wird schon gut gehen. Und eigentlich mag ich Sturm. Wenn ich im Haus bin. In einem sturmfesten Haus.
doof, das
17. Januar 2007
Der Monitor flirrt und flimmert noch immer, die Mails kommen nicht oder sehr verspätet (hat 1&1 immer noch Probleme?) und irgendwie macht das keinen Spaß mehr hier, mit dem Laptop.
(Sollte dieser die Welt verändernde Beitrag vor Tippfehlern wimmeln, so muss ich mich dafür entschuldigen. Ich tippe quasi blind, weil ich vor Flirren nicht lesen kann, was ich da zusammentippe.)
Bleibt der verzweifelten Frau … äh … Mutti lediglich der Haushalt. Was ja im Grunde genommen, und sind wir mal ganz ehrlich, auch nicht so verkehrt ist. Die Außenwelt sieht nämlich ähnlich flirrend aus, wie das Bild am Monitor. Aber da hilft Fenster putzen. Angeblich.
Genäht habe ich gestern: ein entzückendes Täschchen für Oma Eis, die gestern gesagt hat, dass sie dringend noch eins für den Urlaub braucht. Heute darf ich nicht nähen, musste ich den Kindelein versprechen. (Aber putzen darf ich)
Machen sie es gut da draußen, ich freue mich darauf, irgendwann mal wieder in sämtlichen Blogs herumzulesen und -kommentieren.
Und ausserdem
16. Januar 2007
zickt der Rechner, bzw. die Grafikkarte und alle zehn Sekunden flirrt der Monitor, so dass nichts mehr lesbar ist.
Der beste Vater meiner Kinder hat den Rechner vorhin kurz angepustet und streng angeschaut, dann lief er wieder normal. Für sehr kurze Zeit.
„Muss ich aufschrauben!“, sagt der beste Vater meiner Kinder.