Juchheissassa … VERLOSUNG!
13. März 2013
Sie kennen sicherlich alles die hübsche Seite „Kleinformat“ von Dolores? Oder das Magazin „Kleinformat“, ein Magazin für kreative Eltern?
Dachte ich mir doch, gibt es ja auch schon länger :)
Für diejenigen, die das Magazin nicht kennen: darin sind Informationen, Anregungen, Kreatives und schöne Berichte um und für Kinder, von kreativen Menschen für kreative Menschen zu finden. Und für das neueste Heft durfte ich die Kolumne schreiben.
Neugierig? Kein Zeitungskiosk in der Nähe?

Fünf Exemplare hätte ich hier für Sie.
Wie Sie eines bekommen können? In den Lostopf (= Kommentar) hüpfen und am Sonntag nachschauen, ob Sie gewonnen haben.
Viel Glück!
Dienstag.
12. März 2013
Frau Brüllen fragt: “Was machts Du eigentlich den ganzen Tag?”
Dienstags arbeite ich eigentlich immer im Weltladen, halb zehn öffne ich, halb eins schließe ich. Dazwischen richte ich manchmal ein neues Schaufenster ein, räume im Laden auf, wische Staub und verkaufe das was es eben in einem Weltladen gibt. Fair gehandelte Lebensmittel oder Kunsthandwerk . Manchmal kommt Herr Skizzenblog auf einen Kaffee vorbei, oft ist solch ein Vormittag auch ein bißchen langweilig. Dann knippse ich irgendwas Hübsches, das man im Laden kaufen kann und zeige es auf Instagram :)
Nach der Abrechnung flitze ich heim und koche irgendwas Schnelles, Leckeres, Gesundes. Nudeln mit Soße.
*****
Heute war es ein bißchen anders. Den Ladendienst übernahm die Tochter, damit sie sich während ihrer Abiferien nicht so langweilen muss :)
Ich zog es heute vor, einem Orthopäden den Knubbel in meiner Hand zu zeigen. Nach Röntgen und Ultraschall gibt es noch immer keine volle Diagnose, nur diffuse Schatten auf dem Knochen und ein Zyste. Klarheit soll ein MRT bringen. Einmal zum Arzt und mit drei neuen Terminen wieder raus. Grandios. Zuerst muss ich zum Hausarzt, um die Kreatininwerte ermitteln zu lassen. Das MRT soll mit Kontrastmittel gemacht werden, dafür sollten die Nieren funktionieren. Mit den MRT-Bildern wandere ich dann zurück zum Orthopäden und erhoffe mir keine Hiobsbotschaften. Um eine OP komme ich aber wohl nicht herum, das zeichnet sich schon ab.
Irgendwas ist eben immer.
Nach der unmotivierten Arztgeschichte am Morgen, tröstete ich mich im Nähzimmer mit Sternen, Herzen und Peacezeichen, mehr davon dann hier in den nächsten Tagen hier in meinem Tagebuch :)
Zum Mittagessen gab es von Oma Eis gerollte Semmelknödel mit von mir gekochtem Pilzrahmsößchen.
Das allerschönste, tollste heute allerdings war der Schnee! SO VIEL SCHNEE! Den ganzen Winter hat es nicht so geschneit und ich rannte den ganzen Tag über ständig ans Fenster und jubelte. Ich liebe Schnee, schon immer, unaufhörlich.
Der beste Vater meiner Kinder beendet um fünf Uhr sein Home Office und wir schnürten die Wanderschuhe. Hoch zur Roter Hang Hütte, durch den Wind, der uns Schneekristalle ins Gesicht peitschte. Bis zur Wade versanken wir auf unberührten Schneewegen und von ganz oben ließ sich nicht mehr erkennen, wo der Himmel aufhört und das Land beginnt.

Die Kinder hoffen, dass die Schule morgen ausfällt und das kann tatsächlich passieren, der Jüngste hatte heute schon eine Stunde weniger wegen „schneefrei“, mache Schulbusse fuhren nicht. Ein paar Zentimeter Schnee führen bei uns nämlich zum Ausnahmezustand.
Bei mir nicht. Ich liebe Schnee. Wiederhole ich mich?

Montag.
11. März 2013
Frau Brüllen fragt: „Was machts Du eigentlich den ganzen Tag?“
Montag ist der Tag, an dem Oma Eis kommt. Wir frühstücken gemeinsam und wurschteln dann ein bißchen im Nähzimmer herum, bis die Kindelein von der Schule heimkommen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedet sich, ich schicke die Kinder an die Hausaufgaben und beende angefangene Nähprojekte, suche und finde irgendeine Hausarbeit oder gehe in den Garten. Der beste Vater meiner Kinder kommt gegen 18:00 Uhr heim, muss meistens noch in einen call. Es gibt Abendessen und Tagesschau und irgendwann ab 21:00 Uhr haben sich alle Kinder wieder in ihre Zimmer verteilt und der Ehepaar-Teil des Abends beginnt. Grobfassung.
Detailiert war das heute so.
Viertel vor sechs beschloss der niedlich Ringelfranz, dass ich lange genug geschlafen und er sehr lange nichts mehr gefressen habe. Er hüpfte so lange auf mir herum, bis ich mich nicht mehr schlafend stellen konnte und ihm Futter richtete. Ich bin ein netter Mensch.
Der Wecker des besten Vaters meiner Kinder klingelte Viertel nach sechs. Da meine Kinder meine Gesellschaft morgens nicht wollen (sie behaupten, meine gute Laune sei einfach unerträglich und mein Wunsch nach angeregter Kommunikation am Morgen nicht auszuhalten), darf ich liegen bleiben und dösen, bis mir der beste Vater meiner Kinder einen Kaffee bringt, bevor auch er um halb acht das Haus verlässt. Das tat er auch heute, allerdings blieben zwei Kinder ebenfalls im Haus, die haben nämlich Abiferien.
Mein ganz spezielles Kurz-nach-dem-Aufstehen-Vergnügen bestand heute darin, das Nähzimmer zu putzen. Gestern abend war der dicke Martin dort für höchstens drei Stunden eingeschlossen. Drei Stunden reichen aber aus, um gründlich in alle Ecken und auf mein Gästebett zu pinkeln. Eine neue Matratze stand sowieso schon bereit und Boden wischen schadet ja auch nicht. Allein der charakteristische Katzenpisse-Geruch hätte nicht sein müssen. Als das Nähzimmer beinahe wieder gut roch, erwischte ich den Kater, wie er in die Hausschuhe des Jüngsten pinkelte. Ich werde mir wohl doch einen Muff aus seinem Pelz nähen.
Mittlerweile war die Tochter aus dem Bett und unter die Dusche gekrochen und ich hatte das tägliche #609060 Bild für Instagram geknippst und hochgeladen, außerdem eine schnelle Runde durch soziale Netzwerke gedreht, um rechtzeitig zu erfahren, worüber man sich heute aufregen muss.
Die Tochter war fertig geduscht, der große Sohn geweckt und Oma Eis kam mit einer großen Schüssel voller Semmelknödel, das Mittagessen morgen ist gerettet.
Wir frühstückten gemütlich, verabschiedeten die mit ihrer Freundin verabredete Tochter und zogen uns ins Nähzimmer zurück. Ich begann Rechnungen zu schreiben, während der große Sohn und Oma Eis verpackten, Adressen schrieben und Päckchen zuklebten. Klingt alles sehr harmonisch und organisiert, war es natürlich nicht. Das Programm, mit dem ich die Rechnungen schreibe, hasst mich und der Drucker meldet immer nur bei mir dubiose Probleme und manchmal stimmt die Anrede nicht oder ich merke nach 14 Rechnungen, dass ich den 10. März 2011 als Datum angegeben habe. Das ist alles eher sehr nervig und ich merke, dass es in diesem Leben mit einem Bürojob für mich bestimmt nichts mehr wird.
Als endlich, endlich alles beschrifteteingetütetzugeklebt war, stickte ich noch rasch zwei der Rieger´schen Osterhasen und schon war wieder Zeit zum Mittagessen, der Jüngste kam aus der Schule heim. Mit einer zwei minus in Mathe im Gepäck, sehr erfreulich!
Oma Eis verabschiedete sich, der Jüngste widmete sich seinen Hausaufgaben, der Große dem neuen Spiegel und ich gab dann endlich der Migräne nach, die mich seit gestern morgen begleitet. Tablette und ab ins Bett.
Drei Stunden später war zum Glück nur noch eine Ahnung von Schmerz in der rechten Schläfe zu finden und der Abend kann, wie so viele andere auch, auf dem Sofa enden. Nachdem ich den vom Kater verpinkelten Quilt vom Sofa gezogen und gegen einen frischgewaschenen ausgetauscht habe, sitzen der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib mit ihren Rechnern nebeneinander, der eine arbeitet noch ein bißchen, während die andere bloggt und feststellt, dass die vielen, vielen Kleinigkeiten des Tages diesen Artikel hier glatt sprengen würden, erwähnte ich sie eigens und aus der obigen Grobfassung irgendwie doch nur eine bißchen weniger grobe Grobfassung wurde.
Morgen früh … das erzähle ich morgen abend.
Der dicke Martin, hoffentlich letzter Teil
10. März 2013
Zwei Nächte hat er auswärts (= mit Katheder beim Tierarzt) genächtigt, konsequent dort das Futter verweigert, dafür aber sämtliche Spritzen und Blasenspülungen mehr oder minder klaglos über sich ergehen lassen. Gestern mittag durften wir ihn heimholen, gestern abend fürchtete ich, dass sich erneut Gries in die Harnröhre gelegt hat, denn er rannte dauernd breitbeinig zum Katzenklo, kam aber unverrichteter Dinge wieder zurück. Mehrmals. Er kauerte sich in alle mögliche Ecken … und nichts geschah. (glauben Sie mir, ich bin schier durchgedreht, weil das kann doch nicht sein, das wäre wirklich nicht fair und alles, was man halt so schimpft.)
Irgendwann pinkelte er dann doch, maunzend und jaulend, in unseern Holz-hol-Korb. Semi-optimal, weil nicht der dafür vorgesehene Ort, aber immerhin – Urin floss ab. Ich schlief beinahe beruhigt.
Heute morgen hatten wir einen Kontrolltermin beim Tierarzt. Der dicke Martin pinkelte brav auf Hin- und Rückfahrt in die Transportbox (reines Protestpinkeln, tut er immer, wenn er in dieser Kiste sitzt), ließ sich ein Antibiotikum spritzen und war insgesamt eher unwillig beim Tierarzt. Von Lethargie auf dem Behandlungstisch, ausglöst durch Schmerzen und Angst, war nichts mehr zu sehen, er ist als „gesund“ entlassen.
„Gesund“ in Anführungszeichen, weil er nun als Blasenstein oder -gries-Kandidat gilt. Er soll Diätfutter fressen (was er ganz anders sieht) und es kann jederzeit wieder vorkommen, dass die Harnröhre verstopft. Da dies dann das dritte Mal wäre, zöge man eine Fistel in Erwägung. Das bedeutet, dass der Penis des Katers „amputiert“ wird, um eine größere Öffnung für Harn und Gries und was sonst noch raus will zu schaffen.Das ist allerdings Zukunftsmusik und wir hoffen, uns noch lange keine Gedanken darüber machen zu müssen.
Ergänzung: pinkeln tat wahrscheinlich weh, nach dem Ziehen des Katheders. Deshalb die Schwierigkeiten.
Was nun die horrenden Kosten anbelangt … sie belaufen sich auf ein Drittel von dem, was wir kalkuliert und befürchtet hatten und wir sind ausgesprochen erleichtert. Mein Jammern über die Kosten sollte auf gar keinen Fall die Arbeit unseres Tierarztes herabsetzen! Ich möchte damit aber jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Haustier anzuschaffen, klarmachen, dass es mit den Anschaffungs- und Futterkosten nicht getan ist. Auch ohne dass ein Tier erkrankt ist immer mit Tierarztkosten zu rechnen, die Tiere sollen sterilisiert und geimpft werden! Und kleinere Verletzungen passieren eben auch.
Ich nehme mir durchaus das Recht zu jammern, dass solch ein kleines Tier so teuer sein kann. Ich behaupte aber nicht, das sei es nicht wert.
Und noch zwei, drei Sätze zum Futter. Es gibt so viele Meinungen und Ansätze und jeder weiß, dass sein Weg der Beste ist und sein Tierarzt die einzig wahre Antwort hat und jeder kennt einen, der einen kennt, bei dem es geholfen hat, bei Vollmond in die Futterschüssel zu spucken. Und genauso wie es bei Impfungen, Kinderernährung und -erziehung sinnlos ist zu diskutieren, werde ich auch hier nicht über die weitere Ernährung der Kater diskutieren. Wir machen das genau so, wie wir es für richtig halten, haben uns informiert und beraten lassen und sind jetzt äußerst optimistisch, dass der eine Kater gesund wird und der andere es bleibt.
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Und das war jetzt mal wieder genug CatContent. Oder auch nicht, ich nähe jetzt ein Katzenkissen und das zeige ich natürlich, wenn es fertig ist.
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Montag gehen die ersten Päckchen auf die Reise. Das hätte schon gestern geschehen können, aber gestern … war kein guter Tag.
Der dicke Martin, Teil II
8. März 2013
Danke für Zuspruch und gedrückte Daumen.
Wir warten auf den Anruf des Tierarztes, wissen also noch nichts Neues.
Ich werde die Neuigkeiten hier ergänzen.
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Danke auch für die vielen Ratschläge ums Füttern. Der dicke Martin frisst kein Trockenfutter.
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Nach dem Anruf des Tierarztes weiß ich nun, dass der dicke Martin ein lieber, zutraulicher, freundlicher Kater ist, der regelmäßig von TA und Praxisteam geknuffelt wird. Ausserdem weiß ich, dass er noch immer kathederisiert ist und das auch noch bis morgen bleibt. Irgendwelche Gesteinsproben (haha) wurden ins Labor geschickt und ein spezielles Blasendiätfutter verabreicht.
Ich will meinen dicken Martin zurück. Und höre im Geist dieses *plingpling* einer altmodischen Kasse.