Die Sonne schien und ich behaupte, ich habe jeden Strahl genutzt! Und auch wenn es morgens deutlich unter null Grad war (hier am Rhein wirklich außergewöhnlich), lässt sich der Frühling riechen. Es liegt etwa „Grünes“ in der Luft, ich kann es nicht besser beschreiben. Heute im Garten habe ich auch nahenden Frühling gefunden! Der Rhabarber treibt in dicken, roten Knollen aus und entfaltet erste Blätter. Am Holunder gibt es ebenfalls die ersten Blätter zu entdecken und ganz hinten im Garten, platzen die Weidenkätzchen aus den Knospen. Diverse Zwiebelgewächse spitzen aus der Erde, die ganz frühen Krokusse blühen. Im Gewächshaus riecht es, als würde da ein Suppentopf wachsen, Petersilie, Frühlingszwiebeln und Staudensellerie geben alles. Ich freue mich so sehr auf die Zeit, in der ich uns ein leckeres Abendessen im Garten ernten kann! Heute gab es einen weiteren Strunk Rosenkohl, im Laufe der Woche den letzten Mangold.

Wir haben nicht nur gegessen am Wochenende! Wobei … irgendwie doch. Der Gatte hat sein Fasten gebrochen und von jetzt auf gleich quasi wieder normal gegessen. Er hat einen äußerst strapazierfähigen Magen, ich beneide ihn. Deshalb gab es heute auch Waffeln. Und den eher magenstressenden Rosenkohl. Es geht ihm gut und er plant weitere Fastenkuren. Seine Energie ist auch wieder hergestellt, deswegen ging es heute in der Halle wieder ein Stück voran.

Und während einer Sonnnepause auf der Terrasse (ohne Jacke draußen gesessen!!), planten wir Weiteres. Wir werden uns ganz sicher die nächsten fünf Jahre hier nicht langweilen.

Ich bin derzeit in einem „Hoch“, das heißt: viel Kraft und ganz viel Lust, diese einzusetzen. Nach drei Stunden im Garten genügte eine halbe Stunde Ausruhen (und dabei Rosenkohl putzen), um direkt weiterzuwirbeln. Das neue Vorratsregal in der Halle ist jetzt eingeräumt und ich stellte erfreut fest, dass wir die pandemischen Hamsterkäufe fast alle aufgebraucht haben. Da es wunderbar stressfrei ist, maximal einmal in der Woche einkaufen zu gehen, werde ich das Hamsterregal wieder gut befüllen. Außerdem gehen die Konfitüren- und Geleevorräte zur Neige, passend zur neuen Ernte werden wir alles aufgegessen haben

Ein tolles Wochenende! (auch wenn es meine Nähmaschine zerlegt hat. Der gescheiterte Freinäh-Versuch war dann doch nicht meine Schuld, irgendwas klemmt in der Maschine. Ich habe sie geputzt und geölt und zum weiternähen animiert, doch sie stottert nur rum und muss deshalb zur Inspektion. Zum Glück habe ich noch die alte Maschine hier stehen. Die näht sowieso viel sauberer als die neue es jemals tat, hat aber halt leider nur einen sehr kleinen Bereich zum Nähen, quilten damit ist eine Qual. Egal, Quilts habe ich gerade eh genug.)

Die kommende Woche wird vermutlich genauso spannend wie die letzte, also gar nicht. Und ganz verlässlich soll es auch wieder regnen. Meh.

Fasten – erledigt

10. Februar 2022

Ein bißchen piekst es mich ja schon, dass der Gatte die Fasterei noch durchhält, während ich mich schon wieder fester Nahrung annähere. Kurz bevor ich völlig zitterig und erschöpft mein erstes Apfelstück verspeist hatte, saß ich heulend vor dem Gatten und erklärte ihm, dass er einfach alles besser kann als ich, sogar hungern. Nachträglich ausgesprochen witzig. Und auch sehr erschreckend, wie schlecht es mir gegangen sein muss, um solch einen Unsinn zu verzapfen. Diese Schwäche und Abgeschlagenheit hat mir übrigens einen astreinen flashback Richtung COVID-Infektion verpasst und im nachhinein bin ich ziemlich sicher, dass es nicht meine beste Idee war, mit noch immer anhaltendem Long-Covid-Scheiß zu fasten. Wie auch immer, abgehakt. Essen schmeckt großartig und tut mir gut. Der Gatte wird am Samstag morgen sein Fasten brechen, er freut sich darauf. Ich mich auch, denn ich habe jede Menge Ideen, was ich in nächster Zeit kochen will und außerdem habe ich heute viel Geld für zwei neue Töpfe ausgegeben.

Heute morgen wurde erneut eine große Fuhre Sperrmüll abgeholt, die Halle leert sich. Beim Sperrmüll dabei war auch mein Korbsofa. Unrettbar durchgesessen, der Rahmen durchgebrochen. Und trotzdem hatte ich einen Kloß im Hals, was ja zugegebenermaßen sehr albern ist, aber dieses Korbsofa war das erste Möbelstück, das ich mir selbst gekauft habe. Es steht für den Lebensabschnitt, in dem mein Vater endlich auszog, ich mich zum ersten Mal „frei“ fühlte. Ich bekam ein zweites Zimmer in unserem Haus und erstmalig die Gelegenheit „eigenen Geschmack“ zu testen. IKEA kannte ich damals noch nicht, wir fuhren zur Rheinmöve nach Worms. Dort stand das Zweisitzer-Korbsofa zusammen mit dem passenden Sessel, kurze Zeit später wurde es in mein Wohnzimmer geliefert. Ich habe sehr viel Zeit darauf verbracht, habe fürchterlich aromatisierten Tee darauf getrunken und dabei sehr schlechte, schwermütige Gedichte und Briefe geschrieben. All das, was ich halt gegen Ende der 80er so tat, wenn ich abends auf meinem Korbsofa saß.

Als ich ein paar Jahre später aus- und mit dem damals noch nicht Gatten zusammenzog, ließ ich es stehen. Vermutlich habe ich es dann vergessen, erst als wir das Wintergärtchen an die Grüne Villa bauten und feststellten, dass es sich darin prima sitzen ließe, gäbe es nur ein passendes, gemütliches Möbelstück, fiel es mir wieder ein. Zum Glück hat Oma Eis eine ähnlich ausgeprägte Wegwerfschwäche wie ich und das Korbsofa stand bei ihr. Mittlerweile mit in ein neues Haus gezogen.

Da ich in der Zwischenzeit nähen gelernt hatte, konnte ich für einen Ersatz des merkwürdig geblümten Polsterbezugstoffes sorgen und das Korbsofa im Wintergärtchen wurde ein Lieblingsplatz. Ein Mittagsschläfchen darauf war möglich, selbst der knapp zwei Meter große Älteste schaffte das. Vom Wintergärtchen zog das Korbsofa irgendwann in die Küche, wo sich die Sitzfläche unter Familien-, Besucher- und Tierhintern immer weiter durchbeulte und letztlich auch eine Mittelstrebe brach. Schon damals war es reif für den Sperrmüll, aber ich konnte mich noch nicht trennen und mit einem Polster ließ sich immer noch prima darauf sitzen. Deshalb schleppten wir es zum Rosa Gartenhüttchen in den Garten, wo es zum Bienen-Kaffee-Sofa wurde. Bis gestern. Der Gatte und ich trugen es aus dem Garten auf die Terrasse, dort übernahm der Jüngste meinen Part, um es die Treppe zur Halle hinunter und danach auf die Straße zu tragen. Heute morgen, als ich zur Hunderunde losging, habe ich ihm noch Tschüss gesagt und war ein bißchen traurig.

Und jetzt habe ich hier quasi einen Nachruf für ein Korbsofa geschrieben. Aber hey, das Ding war 33 Jahre alt! So stabile Möbel werden heutzutage gar nicht mehr gebaut! *Krückstockgefuchtel

(schniefend ab)

Fasten – Tag 4

8. Februar 2022

Gut geschlafen, trotzdem nicht aus dem Bett gekommen. Kein Hungergefühl, aber Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und das Gefühl, richtig schlimm krank zu werden.

Unter der Dusche wurde das nicht besser, ganz im Gegenteil, mir wurde sehr übel und beinahe hätte ich dem mitduschenden Gatten auf die Füße gespuckt. Die Wendeltreppe vom Duschbad nach oben wendelte so ausgiebig nach, dass ich mich hinsetzen und Sternchen veratmen musste. Das wurde auch mit einem Getreidekaffee nicht besser und deshalb beschloss ich, dass es jetzt Zeit für einen Apfel ist.

Ein wunderbarer, saftiger, köstlicher Apfel.

Zehn Minuten nach Verzehr dieses perfekten Apfels rannte ich auf die Toilette. Ich hatte vergessen, dass Äpfel mittlerweile zu dem Obst gehören, die meinen Darm in schlimmsten Aufruhr versetzen. (Je älter ich werde, desto weniger Lebensmittel vertrage ich. Isch möschte das nischt.)

Weitere zehn Minuten später ging es mir großartig! Ich lackierte die gestern vergessene Seitenwand der Küche und stellte fest, dass mein fastenhungriges Hirn gestern wohl nicht mal zu 75% funktioniert hat. Ich hatte nämlich mit einer Rolle für Dispersionsfarben, statt mit einer Lackrolle gearbeitet und mich furchtbar gewundert, warum das so schwer geht.

Nach dem Lackieren wischte ich die Oberflächen ab, räumte Geschirr kreuz und quer und weil ich irgendwann ja wieder richtig essen werde, buk ich Müsliriegel. In meiner neuen, wunderschönen, türkisfarbenen Küche! Das ganze Haus duftete nach gerösteten Mandeln und Honig, weswegen der Gatte sehr energisch die Tür zum Arbeitszimmer schloss und stattdessen seine Terrassentür öffnete. Er fastet nämlich sehr konsequent und so beneidenswert leicht weiter, war heute sogar wieder joggen. Und die jeweils zehn Klimmzüge morgens und abends schafft er auch noch. Pffft.

Nachmittags trafen wir uns auf einen weiteren Getreidekaffee in der Küche, bevor wir wieder in unseren Zimmern verschwanden. Ich versuche immer noch herauszufinden, wie dieses Freihandnähen mit der Nähmaschine funktioniert. Die Anleitung meiner Nähmaschine ist erschreckend dünn für die vielen Funktionen, die diese Maschine hat und tatsächlich wusste das Internet mehr als die Anleitung. Die Fadenspannung stimmt aber nicht und für dieses Problem habe ich noch keine Lösung gefunden.

Der Jüngste kam von der Arbeit, derzeit sogar noch im Hellen, weil er nicht auf Baustellen sondern im Lager arbeitet. Deshalb muss er morgens auch erst um sieben statt schon um sechsUhr das Haus verlassen und das bedeutet, dass ich auch erst um sechs statt um fünf Uhr aufwache. Mein immer noch höchst aktives Gluckentum ist nämlich jeden morgen aktiv, es könnte ja sein, dass er verschläft und zu spät kommt und dann sofort gefeuert wird und dann ist alles schrecklich. Ja, albern. Aber sagen Sie das halt der Glucke in mir. Außerdem habe ich ihn tatsächlich schon zweimal gerettet und beim zweiten Mal so angemotzt, dass er nie wieder verschlafen wird. Aber trotzdem, morgen früh um sechs werde ich wach werden. (Unser Wecker klingelt eine halbe Stunde später.)

Weil ich ja derzeit nicht koche, muss der Jüngste sich selbst versorgen. Heute briet er sich Schupfnudeln. In Butter, mit sehr viel Knoblauch. Das duftete SO GUT! Trotzdem blieben wir standhaft, es gab Brühe zum Abendessen. Für mich aber mit ein paar Streifen frischer Karotte und ein paar Glasnudeln darin. Und einer handvoll Salat, den ich den Enten aus der Dienstagslieferung abzweigte. Ich jiepere total nach frischem Essen, das sich kauen lässt.

Wie es mit der Fasterei weitergeht, denn eigentlich habe ich das Fasten ja gebrochen. Andererseits bin ich mit dem, was ich heute zu mir genommen habe nicht mal annähernd an meinen Kalorienbedarf gekommen. Da morgen aber eine große Hunderunde ansteht, kann es sein, dass ich in das „normale“ Essen wieder einsteige. Oder auch nicht. Ich werde sehen.

Verloren habe ich übrigens knapp drei Kilo. Heute morgen hatte ich einen sehr verstörenden Moment auf der Waage, als diese ein Kilo mehr als am Vortag anzeigte und ich kurz überlegte, ob ich die einzige Person auf der Welt sein könnte, die während des Fastens zunimmt. Beim zweiten Wiegeversuch erschien dann ein realistischeres Gewicht im Display und ich glaube, die Waage hat gekichert.

Fasten – Tag 3

7. Februar 2022

Zu früh gejubelt, die Hitzewallungen kamen zurück und ich konnte mich nachts nicht wirklich zwischen „brr, kalt! Ich brauche zwei Deckbetten!“ und „waaah, heißheißheiß, ich möchte in einer Wanne voller Eis liegen!“ entscheiden. Das ruiniert den ruhigen Nachtschlaf sehr gründlich und auch ohne Fasten fühlt sich der Morgen danach sehr bescheiden an.

Hunger hatte ich nach wie vor keinen, aber mein Kreislauf lief eckig und die ersten zwei Kilometer der Hunderunde schlurfte ich sehr langsam. (Schneller war sowieso nicht möglich, weil der Weg fies vereist war.) Die erste Steigung ließ mich schnaufen und ächzen, vor der zweiten war ich in Versuchung, einfach umzukehren. Ich schaffe es aber nach oben und danach war alles super. Die Sonne kam heraus, der Wind von hinten und so beschloss ich, dass ich die Runde verlängere. Das bedeutete zwar, dass ich die Rehbacher Steig hinauf musste, aber langsam, gemächlich und mit zwei Atempausen klappte das. Ohne Fasten laufe ich da übrigens sehr lässig hoch. Nächste Woche dann wieder. Ganz oben im Wingert pfiff mir der Wind dann sehr ins Gesicht und durch den Reißverschluß meiner Jacke. Beim Kauf der Jacke hatte ich nicht auf eine Reißverschlußabdeckung geachtet und jeden Winter ärgere ich mich darüber. Aber die Jacke ist noch völlig in Ordnung, für eine neue Jacke bin ich zu geizig.

Lolas Ohren flatterten im Wind und das sah sehr witzig aus, sie fand es eher doof und auf den letzten 500 Metern trabte sie sehr energisch Richtung Heimat. Knapp sieben Kilometer habe ich geschafft!

Daheim gab es eine Tasse Getreidekaffee und eine dicke Decke auf dem Sofa. Als ich endlich wieder warm war, fielen mir die Augen zu und tja: verfrühter Mittagsschlaf. Der Gatte weckte mich, als es Zeit für unseren Gemüsesaft war. Nach diesem opulenten Mittagsmahl (ich träume mittlerweile von Nudeln und Kartoffeln) war ich sehr fit und beschloss,die Lackrolle zu schwingen. Das Blau der Küche fühlte sich nämlich so falsch an. Ich erschrak jedes Mal beim Betreten der Küche und irgendwann wurde mir klar, dass diese Küchenfarbe ein absoluter Fehlgriff war. Heute habe ich das also korrigiert. Die Küche ist jetzt türkis und sie ist jetzt so sehr meins! Morgen muss ich noch ein bißchen aufräumen, dann ist sie wieder wunderschön.

Die erste Schicht Lack konnte trocknen, während wir ins Nachbarstädtchen radelten, um uns den Spaziergängern entgegenzustellen. Mittlerweile sind das sehr, sehr viele und es sind viele dabei, die ich kenne. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehe, denn im Moment erschüttert mich dieses Verhalten sehr.

Meine Wut und Entmutigung konnte ich dann in die zweite Lackschicht packen.

Nach Pinsel- und Lackrollenreinigung gab es Gemüsebrühe. Damit die nicht zu langweilig schmeckt, mahlte ich ein bißchen getrockneten Knoblauch hinein. Sehr lecker. Ein paar Nudeln dazu wären perfekt.

Der Tag endet wieder auf dem Sofa, ich muss noch ein bißchen Tee trinken, damit mich heute nacht wenigstens meine Blase weckt, falls mich keine Wallungen heimsuchen.

Zweimal dachte ich heute, dass es das mit dem Fasten jetzt war, weil mich einmal die Schwäche nervte und ein anderes Mal mein Magen sehr laut knurrte. Jetzt ist aber alles wieder gut. Wenigstens bis Dienstag abend wollen wir durchhalten, am Liebsten aber bis Sonntag.

Der Gatte steckt das Fasten wirklich gut weg! Er konnte konzentriert arbeiten und ist kein bißchen hangry. Mir kippt bisweilen die gute Laune weg und ich muss mich sehr zusammenreißen. Aber jetzt habe ich ja wieder ne schicke Küche, meine Laune kann jetzt gar nicht mehr schlecht werden!

Fasten – Tag 2

6. Februar 2022

Die Hitzewallungen und Schlafstörungen verschonen mich derzeit, dafür scheuchte mich der Liter Tee vom Abend gegen zwei Uhr aus dem Bett. Danach schlief ich aber sofort wieder ein und durch bis der (Enten)Wecker um halb acht klingelte. Ich döste wieder weg und erwachte ganz und gar ausgeschlafen und erfrischt eine Stunde später. Der Gatte erwachte ebenfalls und wir versicherten uns gegenseitig, dass wir weder verhungert noch grumpy wegen Hungers seien.

Der Gatte zog mit Lola zur Joggingrunde los, ich rollte die Yogamatte im Nähzimmer aus. Heute standen 25 Minuten „Hot 26“ auf dem Programm, 26 Yogaposen und zwei Atemübungen. Die Posen strengten mich angenehm an, manche konnte ich aber nicht die vorgegebene Zeit halten. Mein Gleichgewicht und auch meine Beweglichkeit haben sich sehr gut verbessert, jetzt muss die Kraft noch nachziehen. Und womöglich schaffe ich es auch irgendwann, die Atemübungen gewissenhaft mitzumachen, derzeit kichere ich schon bei der Ankündigung „mach dich für die leuchtende Schädelatmung bereit“ und schon ist die ganze besinnliche Achtsamkeit hin. (ich habe für mein Yogaprogramm die „Down Dog“-App und bin sehr froh, dass es nur ganz selten solche schwurbeligen Ausreißer gibt)

Nach dem Yogaprogramm schaute ich kurz in die 30-Tage-Challenge im YouTube-Kanal „Yoga with Adriene“ hinein, merkte aber, dass das total größenwahnsinnig ist, hungrig gleich zwei Yogaeinheiten zu stemmen. Ich brach nach einer Viertelstunde ab. Die Challenge wäre schön mit dem Gatten zusammen, dann aber erst nach dem Fasten.

Frühstück … fiel aus. Es gab einen Getreidekaffee und neidische Blicke auf den Jüngsten, der sich eine Portion Smacks in eine Schüssel schüttete. Nach dem Nichtfrühstück spülte ich rasch unsere Tassen und verzog mich mit Teekanne, Stövchen und guten Vorsätzen, ein bißchen was wegzuarbeiten, ins Nähzimmer. Der Gatte verschwand mit seinem Tablett im Arbeitszimmer, er ist auf der Jagd nach einer guten, leichten UND günstigen Hardshelljacke für mich. Ich habe dafür keine Nerven, schon beim Lesen der Maßtabellen werde ich aggressiv, weil meine Arme immer zu kurz sind, mein Brustumfang zu groß ist , mein Hüftumfang nicht angegeben ist und meine Beine zu lang sind. Meistens passt L,aber eine superteure Jacke soll eben perfekt passen.

Der Gatte suchte erfolgreich und vielleicht habe ich für Schweden eine gescheite Regenjacke in neonpink. (<- meine einzige Bedingung: eine leuchtende Farbe, damit grauem Wetter etwas entgegengesetzt werden kann) Ich war im Nähzimmer kein bißchen erfolgreich und meine Laune wurde zusehends schlechter. Hunger, Hunger, HUNGER! Mein Magen knurrte, an den Schläfen braute sich Kopfschmerz zusammen und ich fror erbärmlich. Zeit für ein Mittagsschläfchen! Nach anderthalb Stunden war ich immerhin ausgeschlafen, aber immer noch sehr hungrig. Wir beschlossen, dass es Zeit für Gemüsesaft ist. Der Gatte versuchte sich diesmal an Karottensaft. Er würgte ihn mit ausgesprochen angewiderter Miene herunter, während ich meinen Gemüsesaft sehr genoss. Danach ging es mir sehr viel besser.

Aktiv wurde ich trotzdem nicht, ich kuschelte mich aufs Sofa und las mich quer durchs Internet. Der Gatte hatte sich unseren Wanderführer für den Kungsleden vorgenommen und warf mir ab und zu ein Bröckchen Information zu. (ich vorfreue mich sehr und hoffe ganz arg, dass es klappt, organisatorisch, gesundheitlich und ja, auch „pandemisch“)

Wir beschlossen total über die Stränge zu schlagen und tranken einen zweiten Getreidekaffee. Danach passierte das Magische! Kopfschmerzen und Hungergefühl verschwanden restlos und hey! Power! Das kenne ich schon von den früheren Fastenkuren, irgendwann hört das ganze Fies-Fühlen auf und eine Art Euphorie macht sich breit. Die hält mindestens zwei Tage an, sehr gut! Ich habe genug Ideen, wie ich diese Tage füllen kann :)

Der Tag endete mit Sauna und Gemüsebrühe, jetzt gibt es noch zwei Folgen Brooklyn 99, ein bißchen leichte Unterhaltung.

Morgen früh bin ich mit der Hunderunde dran, ich bin sehr gespannt, wie weit ich komme.