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17. April 2011
Gartenmarkt in Oppenheim und außer einer Minigeranie in dunkelrot-pink und diesem Pilz

wollte nichts mit nach Hause. Dafür kam aber eine neue Begehrlichkeit mit: Frau … äh … Mutti muss ganz dringend lernen, wie man aus Weidenruten tolle Sache flicht. (flechtet? flüchtet?) Der nächste Kurs, der dies lehrt, ist quasi gebucht.
Frau majoRahn hatte ein ganz entzückenden Stand und winkte freundlich hinter den sie belagernden Menschenmassen. Mir jucken ja auch stets die Finger, wenn ich die vielen, vielen Dachwurzen sehe, in unterschiedlichsten Farben und Formen. Doch in meiner doch eher schattigen Wildnis gedeihen die nicht. Sollten Sie am Tag der offenen Gärten hier in der Gegend sein, dann lassen Sie sich den Garten von Frau majoRahn nicht entgehen, ich verspreche Ihnen: Sie werden entzückt sein. (und natürlich auch schrecklich neidisch.) Majorahn verkaufte sie irritierenderweise nicht, nur Dost, aber den habe ich schon im Garten.
Gelernt habe ich heute, dass sich mit dem, was andere Menschen zum Sperrmüll stellen, gut Geld verdienen lässt. Ein Stand verkaufte von der verbeulten Emailschüssel über rostige Fleischwölfe bis hin zu großen Weinbutten alles, was sich rustikal bepflanzen lässt :) Kenne ich gut, in meiner Wildnis stehen auch überalle Pöttchen und Töpfchen und die Pfanne ohne Stiel und der windschiefe Stuhl mit der gekachelten Sitzfläche. Alles Sperrmüllfunde, stolz heimgeschleppt und liebevoll bepflanzt. Sich das Gerümpel aber zu kaufen … finde ich merkwürdig.
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Ich bräuchte mal ein Photo von mir, auf dem ich aussehe, als wöge ich nur halb so viel wie ich wiege und als hätte ich nur halb so viele Falten und Pickel, wie ich nun mal habe. Und das ein bißchen hübsch ist, trotzdem natürlich wirkt, mich von meiner sympathischen Seite zeigt, aber trotzdem eine gewisse Distanz wahrt und für das ich nicht posieren muss, weil dann wird das eh nix. Sorry, Frau … äh … Mutti, ich habe heute leider kein Photo für Dich, denn der beste Vater meiner Kinder zeigt sich eher untalentiert beim Knippsen. Oder konzentriert sich zu sehr auf Beine oder fen tiefen Ausschnitt, der Lüstling.
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Genug gejammert, gleich kommt Besuch mit Brioche.
Skala von hoch bis tief
16. April 2011
Der Tag begann mit dem unverwechselbaren Geräusch eines sich in den Flur übergebenden Kindes. (uargh – platsch) Den Jüngsten hat der vierteljährliche Migräneanfall eingeholt, da hilft nicht viel. Nur schlafen lassen, Getränke anbieten und hoffen, dass es bei einem Tag bleibt.
Kurz nach acht brachten wir Töchterlein samt Koffer zum verabredeten Treffpunkt, denn bis Ostersonntag verreist sie. Nicht zu ihrem Vergnügen, sondern um einen Teil der Jugendleiterkarte zu lernen/absolvieren/wasweißich. Sie ist freudig-neugierig verschwunden, ich vermisse mein Mädchen, ich olle Gluckenmutter.
Um elf rief der Große wie per mail vereinbart Herrn Hagemann an und bekam eine Zusage! Anfang nächsten Jahres wird er ein Praktikum im Bundestag machen. Ein weiteres Telefonat heute nachmittag wird die weitere Planen klären. Ich freu mich so sehr für den Großen!
Wir hatten/haben heute also schon beinahe jede Stimmung durch und mehr kann da nicht kommen. Ich hoffe, dass der beste Vater meiner Kinder nur die vielen Knorzen mit der Kettensäge zerkleinert und nicht seine Beine und ich hoffe auch, dass ich endlich genug Motivation zusammenkratzen kann, um das Nähzimmer in ein Gästezimmer zu verwandeln. Und dass der Tag wie geplant gemütlich am Feuer ausklingt. Die Wolken, die sich da oben zusammenziehen, die können verschwinden. Bitte.
Feierabend.
14. April 2011
Zwölf Stunden im Nähzimmer und keinen Pfennig damit verdient. Dafür aber Dienstleistung gegen Dienstleistung getauscht, denn die die nun ganz entzückend gepimpten Shirts bekommen die Kindelein der bösen Frisöse, damit die mir und meinen Kindelein wieder die Haare schneidet.
Statt Geld zu verdienen habe ich jede Menge ausgegeben, aber d macht ja auch viel mehr Spaß und geht deutlich schneller und leichter. Nun ja.
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Ich zähle den Countdown, nur noch EIN Tag Schule, dann sind die ersehnten Osterferien da. Konkrete Pläne gibt es nicht. In der ersten Woche lässt sich Töchterlein für die Jugendleiterkarte schulen, Ostersonntag kommt sie wiede heim. Die entstandene Lücke wird ganz prima von Frau Quartalsstrickerin samt ihren Söhnen gefüllt und wenn diese abreisen, kommt die allerbeste Freundin. In der zweiten Osterferienwoche hat der beste Vater meiner Kinder Urlaub und dann wird am und ums Haus geschuftet. Und vielleicht auch ein bißchen erholt. Wenn wir Zeit dafür haben.
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Könnte mir bitte jemand verraten, warum ich jeden Morgen um fünf Uhr aufwache? Ich muss das nicht haben, denn das Weiterschlafen gestaltet sich danach äusserst unruhig und meine Träume sind beinahe reif für den Oscar. Ausgeschlafen habe ich auf gar keinen Fall, das kann ich mit tiefen Augenringen beweisen.
Evtl. ist es nicht hilfreich, schon beim Einschlafen zu denken: hoffentlich wache ich nicht wieder so früh auf.
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Das Leben in unserer Straße ist ein besonders behütetes und sicheres, denn nahezu jeden Tag steht die Polizei da, um uns alle zu beschützen.
In Wirklichkeit wird sie aber immer gerufen, um Streit und Beinahe-Prügeleien zu schlichten. Polizist ist ein wirklich beschissener Beruf. Mit welchem Mist man sich da auseinandesetzen muss! Der jüngste Sohn spricht immer öfter davon, Polizist werden zu wollen. Ich fürchte, er hat da etwas verklärte Vorstellungen.
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Schlafenszeit, dringend. Denn morgen früh um fünf …
Hoch die Tasse XLIX
13. April 2011
Das Tässchen unterstützte beim Gesundwerden mit diversen Tees und half ein bißchen durch den Prüfungsstress. (und das Logbuch … rührte und berührte)
April und so
12. April 2011
Heute nacht erwachte ich, weil der Sturm durch die Straße brauste. „Was hab´ich´s so kuschelig in meinem Bett“, dachte ich und wollte wieder einschlafen, als mir plötzlich einfiel, dass die armen Kindelein am Morgen mit dem Rad durch Sturm und Regen müssen. Prompt war an ruhigen, erholsamen Schlaf nicht mehr zu denken, denn es geisterten Träume von in den Rhein gewehten Kindern durch meinen Schlaf. Blöde Phantasie, blödes Kopfkino.
Erwacht bin ich dann mit einem dicken Schnupfen. Herzlichen Dank an die Familie, die mir seit Wochen etwas vorschnieft. Jetzt habt ihr´s geschafft, ich habe mich angesteckt.
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Das Töchterlein-Klamotten-Problem ist gelöst, sie ist nun im Besitz von lustigen Pumphosen und Jeans mit Gummibündchen am Bein und kurzen Hosen, die so kurz sind, dass sie quasi nicht vorhanden sind. Eine schwarze Caprihose mit Reissverschluss und eine in braun, ein Trägershirt und drei T-Shirts. Das mit den T-Shirts ist gar nicht so leicht, denn entweder sind die Shirts des kommenden Sommers so weit, dass man an der Länge sparen musste oder so eng, dass sich feinste Flaumhärchen durchdrücken. Einfach eine größere Größe zu wählen hilft da gar nix, die Shirts werden nur immer länger. Oder eben kürzer, wenn man die andere Form gewählt hat. Verzwickt, das Ganze. Leider bin ich im Nähen von Shirts noch nicht so gut, dass ich einfach den Bedarf selbst decken kann. Aber ich arbeite daran.
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Für die Statistik: mein Legastheniker-Kind hat im Diktat eine drei plus, ohne dass wir irgendein Wort geübt hätten. Beinahe hätte ich die Note garnicht erfahren, erst hartnäckiges Nachfragen (Gibt´s was Neues? Nein! Test zurück? Nein. Muss ich was unterschreiben? Nein. Äh… Doch! Mein Diktat …) führte zum Ziel. Dieses Kind macht mich fertig.
Die Pubertät hat gewaltig und unübersehbar eingesetzt und so wie es aussieht, gehört unser Kind zu den glücklichen, bei denen die Pubertät das Gehirn so wunderbar durchwirbelt, dass sich das Thema ADS erledigt. Nach Notenschluss werden wir, in Absprache mit Arzt und Lehrer, die Medikamente probeweise absetzen und schauen, wie er zurecht kommt. An den Wochenenden geben wir schon lange keine Medikamente mehr und beobachten, dass es ihm sehr gut geht. Was vor Jahren an Leistungen noch unmöglich schien, ist heute Alltag und normal geworden. Mittlerweile gibt es sogar wieder soviel Freizeit und Kapazität, dass wir darüber nachdenken, eine weitere Einheit Logopädie zu starten, um noch ein bißchen Schliff in die Sprache zu bringen. Bislang wäre das kräftemäßig nicht möglich gewesen. Mehr als ein Streif am Horizont.
Dieser kurze Einblick soll anderen betroffenen Eltern ein bißchen Mut machen und nicht dazu dienen, eine Pro/Kontra-Medikamentengabe-Diskussion anzufachen. Oder über Ausprägungen von ADS oder das Krankheitsbild im Allgemeinen zu diskutieren.
(und wie bescheuert, dass ich dies eigens hier erwähnen muss)
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Noch drei Tage Schule, dann sind Osterferien! Hurra!