Hoch die Tasse XLVIII

4. April 2011

Das Tässchen ist derzeit mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, ich komme fast nicht dazu, Kaffeeklatschereien zu veröffentlichen :)

Derzeit wird es wieder mit allem gefüllt, was solch ein gut sortierter Haushalt zu bieten hat. Angefangen mit Kaffee, über Kresse und Weingummis, bis hin zu verdächtiger, brauner Masse.

Da.

Hätte ich das Fasten nicht dreingegeben, wäre mir so manch Gaumenschmaus am Wochenende entgangen. Oder meiner Familie, denn für die Zubereitung dieser bin ja doch ich zuständig.
Es sollte nicht sein, das Fasten in diesem Jahr. Am Donnerstag war ich morgens beim Spocht, nicht allzu energiegeladen und nach der dritten Station auch ziemlich erschöpft. Ich schob es auf den Energiemangel. Als ich aber nach dem Spocht begann zu frieren und sehr, sehr müde zu werden, als zwei Stunden später meine Temperatur anstieg und ich mich insgesamt eher elend fühlt, war der richtige Moment für einen Apfel gekommen. Zwei Stunden später gab’s noch eine Hühnerbrühe und mit dieser auch endlich wieder warme Füße. Schon am Freitagmorgen ging es mir wieder hervorragend bis auf einen fiesen Schnupfen, den ich aber prima ignorieren kann.
Dreieinhalb Tage Fasten ist ja nun eigentlich eher wenig, aber ich sage mir, dass es aber doch besser als garnix ist. Trotz ausgiebigster Schlemmerein am Wochenende springt meine Waage übrigens noch immer nicht verschreckt unter den Schrank, wenn ich das Bad betrete.
Wir haben die Eisproduktion gestartet und die Grillsaison eröffnet. Da ich kein Fan von Fleischbrocken auf dem Grillrost bin, experimentiere ich gerne herum und werfe alles Mögliche auf die Glut. Manchmal schmeckt es auch. Diesmal war es super, Garnelen ein bißchen mariniert, auf Spieße gesteckt und sich hinterher alle zehn Finger geleckt. Meine gußeiserne Pfanne lieferte ganz wunderbare Bratkartoffeln und wenn jetzt bitte endlich Frühling und Sommer kommen, will ich nie wieder im Haus kochen.

Der beste Vater meiner Kinder schlug vor, wir sollten nun jeden Samstag Gäste zum Grillen einladen, denn das war diesen Samstag so wunderbar. Essen, ein Zischke trinken und am Feuer sitzen, bis es doch kalt wird. Ist ’ne gute Idee, machen wir.

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Die tückische Frühlingsonne hat mich zu einem ausgiebigen Schläfchen auf der Terrasse verleitet. Ich wachte höchst erfrischt aber auch ziemlich verbrannt wieder auf. Autsch, kann gar nicht so viel cremen, wie die Haut „slurps!“ sagt.

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Gibt es eigentlich irgendwo da draußen noch Menschen, denen der Brauch des Stabaus bekannt ist? Hier in Nierstein stecken die (kleinen) Kinder eine große Hefebrezel und einen Apfel auf einen Stab der mit Krepppapier verziert ist und tragen dies, Lieder mit grenzwertigem Text singend, durch die Straßen. Dank Herrn Skizzenblog und Mme Ouvrage, bzw. deren kleinerer Söhne kamen wir am Sonntag mal wieder in den Genuss von Hefebrezel und schwelgten in nostalgischer Erinnerung. Ich muss mich mal auf die Suche nach einem Bild machen.

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Genug jetzt, Raubtierfütterung.

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Nachtrag: Bilder von 2002

Stabausbrezeln:

und Kindelein, die Stäbe für Stabausbrezeln schnitzen

(Denken Sie sich bitte an dieser Stelle ein nostaligisches Seufzen.)

Fastenfallen III

31. März 2011

Fastenfalle Nr 1, garantiert unumgänglich: Fieber kriegen

Apfel essen, auch wegen der Vitamine oder so.

4. Fastentag

31. März 2011

Wenn ich will, ist heute das Bergfest. Eine Woche fasten würde ja reichen. Abwarten, ich habe mir nichts vorgenommen, außer dieser einen Woche.
Samstag wird meine absolute Bewährungsprobe, denn der beste Vater meiner Kinder plant zu grillen und allein der Gedanke an Schafskäse mit Knoblauch, Rosmarin und Thymian frisch aus dem Feuer … nun ja. Es wird behauptet, der Sommer komme erst noch und mit ihm viele weitere schöne, köstliche Stunden am Feuer.
Gestern abend kam der Hunger wieder und das fand ich ausgesprochen unfair. Immerhin habe ich behauptet, dass der sich am dritten Tag nicht mehr blicken lässt! Er kam und ich musste, statt mich schmollend ins Bett zurück zu ziehen, zur SEB-Sitzung in die Schule des Jüngsten. Eine Thermoskanne Tee hatte ich mir eingepackt, zum Festhalten, Wärmen und Magenknurren unterdrücken. Der Magen rumpelte trotzdem ein paarmal, vielleicht aber auch nur aus Protest ob der hanebüchenen Dinge, die ich da erfuhr. Meine Konzentration verließ mich endgültig kurz vor neun und ich war ausgesprochen froh, als ich um halb elf in mein Bett kriechen konnte. So sehr müde und frierend. Ausserdem war mir übel und mein Bauch schmerzte. Man soll beim Fasten die Leber mit irgendwelchen Wickeln unterstützen. Das hielt ich bisher für esotherische Krümelkacke, aber gestern abend hatte ich den leisen Verdacht, es könne doch etwas dran sein. Zum Glück pflanzte sich der dicke Martin schnurrend auf meinen Bauch, so als wärmende Lebermassage. Ob es mir dann besser ging und die Bauchschmerzen vergingen – keine Ahnung, ich schlief umgehend ein.
Heute morgen ziept und zwickt nix und ich war wieder deutlich vor dem Wecker wach. Der morgendliche Sprung wuf die Waage zeigt: der Gewichtsverlust verlangsamt sich, insgesamt sind es jetzt 3,5 Kilo. Und damit nicht die wertvolle neue Muskelmasse direkt verbrannt wird, werde ich mich nachher zum Spocht schleifen. Ich bin sehr gespannt, wie es um meine Ausdauer bestellt ist, da auf dem Folter-Crosstrainer. Und ob ich mein mittlerweile recht anspruchsvolles Gewichteziehen, -zerren, -stemmen bewältige. Das Hausfrauen-Workout gestern, bestehend aus jede Menge Stoffe bügeln, Wäsche auf- und abhängen, incl. Wäscheständer vor dem Regen retten und nach drinnen wuchten, abstauben, saugen und Bad putzen habe ich jedenfalls wunderbar hinbekommen.
Ebenfalls wunderbar hinbekommen habe ich das Aufwärmen einer allerköstlichst duftenden Soße für die Nudeln der Kindelein zum Mittagessen, OHNE in den Topf zu sabbern. Und weil der Große sehr unter der frischangezogenen Zahnspange litt, versprach ich Vanilleflameri für’s Abendessen. Und Schokoladenflameri, denn die ersten Schokohasen gesellen sich bereits wieder zu dem letzten Nikoläusen. Beide Flameris konnte ich ohne Probleme kochen, nur das Abschmecken mal wieder … doch der Jüngste war gerne bereit, diesen Job Schneebesen abschleckend zu übernehmen.
Ich vermisse das Essen, ich vermisse das Kauen. Es geht mir wirklich gut, ich bin voller Energie und Tatendrang. Aber … es fehlt etwas.
Heute morgen habe ich nicht überriechen können, dass ab heute die Fettverbrennung einsetzt. Im Schlafzimmer riecht es, als habe man Verdünner unter’s Bett geschüttet. Da hilft nur duschen, allergründlichstes Zähneputzen und Pfefferminztee.

Es ist mittlerweile recht spannend mich selbst zu beobachten und bemerken, wie manche Situationen mit Essen verknüpft sind. Die morgendliche Blogrunde mit Obst und Müsli zum Beispiel. Die Zeit, in der die Kindelein Hausaufgaben machen, mit einem Stück Schokolade. Das hat nichts mit Hunger zu tun, wenn mir das ein- oder auffällt, sondern mit Gewohnheit, weil es doch sonst so ist.

Heute wäre ich gerne soweit, dass ich das Essen einfach vergesse.

Fastenfallen II

30. März 2011

Die Nudeln, die beim Verteilen neben den Teller fallen, schnappen und in den Mund stecken. (waren zum Glück so heiss, dass ich sie gleich wieder fallen ließ)