Hoch die Tasse XLV

26. Februar 2011

Das Tässchen leistet einem blauen Wunder Gesellschaft und ist – einmal mehr – Gast auf einer Geburtstagstafel.

Da.

und nur der Jüngste da, um sie mit mir zu teilen. Weder die Mutter der allerbesten Tochterfreundin, noch die Freundin, die nie Zeit hat, kamen zum freitäglichen Kaffeeklatsch. Die eine schleift lieber Holzböden ab, die andere wandert auf der Suche nach Regalen durchs blaugelbe Möbelhaus. Statt Kaffee und Tee gibt´s dann eben Kilkenny. Das aber erst heute abend.

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Gestern abend schraubten der beste Vater meiner Kinder und sein jüngster Sohn noch rasch das neue Geburtstagsbett zusammen. Ein üblicher Bausatz aus dem blaugelben Möbelhaus, das könnte rasch gehen, denn Übung haben wir ja genug. Da aber das Bett zu niedrig für die bereits vorhanden Unterbettschubladen war, musste improvisiert und „irgendwie anders, so das eine nach oben und die Latte mehr hierhin“ geschraubt werden, inklusive Bohrens neuer Löcher. Aber das Bett steht, die Schubladen passen drunter und laut jüngstem Sohn schläft es sich ganz hervorragend darin.

Die Unterbettschubladen gehören eigentlich zum Bett des Großen, der aber ein armes Kellerkind ist und  der deshalb viel Belüftung unter dem Bett braucht. Denn wenn da nix lüftet, wird´s schimmelig. Kellerschicksale.

Im blaugelben Möbelhaus geht der Trend aber eindeutig zu niedrigen Betten, die nicht nur schäbig aussehen und zu Vollkonstruktionen mit eingebautem Schleudersitz zu horrenden Preisen. Aber Sie sehen ja: mit ein bißchen handwerklichem Geschick wird das doch noch was Gescheites. Falls Sie die Seite noch nicht kennen: IKEA Hackers, kann ich uneingeschränkt empfehlen. Tolle Inspirationen!

Wir haben übrigens ein Bett übrig und falls Sie Interesse daran haben: bitte abholen! Es handelt sich um dieses Modell in silber, allerdings haben wir die Beine ein gutes Stück abgesägt, so dass die Liegefläche etwa 1,45m hoch ist, das gesamte Bett ungefähr 1,80m. Es wackelt garantiert nicht, die Beine sind gleichmäßig abgesägt :) Melden Sie sich einfach per mail.

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Und noch rasch das Rezept für die Mumseln, ich habe extra Oma Eis angerufen und sie vom Putzen abgehalten.

Mumseln (ca. 100 Stück)

500g Quark

500g Mehrl

1 Pckg Backpulver

8 EL Zucker

4-5 Eier  (je nach Größe)

-> zu einem hefeteigähnlichen Teig zusammenrühren.

Währendessen die Friteuse auf etwa 180°C hochheizen.

Mit zwei Teelöffeln kleine Klümpchen vom Teig abstechen und diese ohne Schmackes in die Friteuse werfen. Wenn die Friteuse nicht zu vollgepackt ist, drehen sich die Mumseln von alleine, wenn nicht, muss man sanft mit Löffelstupsern nachhelfen. Fertig sind sie, wenn sie lecker braun aussehen.

Am Besten tropft man sie auf Küchenkrepp noch ein bißchen ab, danach wird Puderzucker darüber gestäubt. Das kaschiert die Kalorien.

Mumseln schmecken hervorragend ganz frisch aus der Friteuse, doch kann ich dies nicht so sehr empfehlen. Denn es kann passieren, dass einem sehr, sehr übel davon wird und man dann lange Zeit keine mehr essen will. Und das ist wahrhaft schade.

Viel Spaß beim Backen und Verzehren!

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Jetzt habe ich mich exakt eine Stunde vor dem Badputzen gedrückt. In dieser Zeit hätte ich das Bad zweimal geputzt. Bittere Erkenntnis. Tsts.

Poolparty?

24. Februar 2011

Frau Pimpinella, von einer Poolparty bin ich noch etwa 25°C entfernt. Tröste ich mich eben mit Köstlichkeiten aus der Oma Eis´schen Küche.

Mumseln in helltürkisfarbener Schüssel vor leuchtend-türkisfarbenen Küchenmöbeln.

Mumseln sind kleine Kreppel/Krapfen/Berliner und Oma Eis rückt bestimmt das Rezept raus. Aber glauben Sie nicht, nur weil Mumseln so klein sind, würden keine Kalorien reinpassen. Da passen eine Menge Kalorien rein und deshalb rückt die Poolparty rein figurtechnisch in noch weitere Ferne :)

Zwölf.

24. Februar 2011

Der Jüngste, der Kleinste.

Immer ein bißchen anders als andere. Herzen fliegen ihm zu, doch nur wenige bleiben treu, denn zwölf ist eben manchmal auch erst acht. Oder jünger. Einen Freund hat er. Und seine Geschwister. Vielleicht braucht man nicht mehr.

Die Schere klafft und er weiß das. Weiß, dass er langsamer ist als andere Kinder, langsamer als seine Geschwister. Nur wenige Menschen nehmen sich die Zeit ihn ausreden zu lassen, beenden gar seine Sätze für ihn. Deshalb verstummt er oft und das zerreisst mich schier, denn zu sagen hat er eine Menge.

Er wird seinen Weg gehen. Sicher. Ich zweifele oft daran. Verzweifele. Aber nur manchmal.

In der Schule läuft es gut. Mittelfeld mit Ausrutschern nach oben :)  Er geht mit einer mich manchmal in den Wahnsinn treibenden Naivität mit seinem Schul/Lernstoff um, muss noch das Lernen lernen. Tapfer radelt er jeden Tag in die Schule, durch Eis und Schnee und als er nach den Weihnachtsferien den Schulweg vergessen hatte, war zum Glück die große Schwester da. Heute grinse ich, wenn ich diese Geschichte erzähle, damals verwandelten sich meine Knie in Wasser, als die Tochter am Mittagstisch berichtete, sie habe den Bruder „aufgesammelt“. So ist er, der Jüngste. Zerstreut. Vergesslich. Nicht immer ganz da.

Das klingt so schwermütig, so traurig. Soll es eigentlich nicht, denn heute wird gefeiert. Wir feiern unser jüngstes Kind, ganz ohne Wenn und Aber. Wir feiern mit der Familie, schenken heiss ersehntes Lego und ein neues Bett. Und eine Tüte Chips, denn die steht immer auf dem Wunschzettel. Wir werden viel lachen und keinen einzigen schwermütigen Gedanken haben, denn morgen ist schulfrei und das Fest kann so lange dauern, bis der Geburtstag vorbei ist. Es gibt Zitronenhuhn und Pommes aus der Friteuse, Käsekuchen und Chocolate Fudge Cake. Und Schoko-Nuss-Muffins für die Kinder in der Schule.

Ich habe gelernt,  nicht allzu weit nach vorne zu planen, mit unserem jüngsten Sohn. Und für winzige Fortschritte dankbar zu sein. Ich bin ungeduldig, weiß aber, dass sämtliche Zeit und Ruhe, die ich zu verschenken habe, gut investiert ist.

Alles Liebe zum Geburtstag, mein jüngster Großer. Wunderbar, dass es Dich gibt.

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nachgereicht, der Vollständigkeit halber:

obligatorischer Kerzenschein auf dem Frühstückstisch

und ein sehr müdes Kind vor dem Gabentisch.

(hurra. Etwa siebenunddreissigtausendzweihundersechsundachzig Legosteine mehr im Haus.)

Es ist verhext.

23. Februar 2011

Seit ich beschlossen habe, dass ich vielleicht doch ein paar Euros für ein neues Dach ernähen könnte, die Haushaltskasse ein bißchen zu füllen und vielleicht doch noch ein Wochenende in Berlin zu verdienen … seit dem geht alles schief.
Zuerst verlor die Stickmaschine wichtige Schrauben, dann spuckte die Nähmaschine die Halterung für die Unterfadenspule aus und wollte sie nicht mehr schlucken. Erstere wird noch zwei Wochen außer Haus sein, Letztere wurde vom besten Vater meiner Kinder reparariert. Die Overlockmaschine und ich – nun. Wir befinden uns noch immer in der Annäherungsphase. Ich habe viel Spaß mit ihr, aber um mich mal eben hinzusetzen und ratzfatz etwas zu nähen … so vertraut sind wir noch nicht miteinander.
Ausserdem fehlt es mir an Ideen. Urplötzlich ist der Kopf leer.

„Kann ja nicht sein, so wird das nix!“, dachte Frau … äh … Mutti und stapfte ins Nähzimmer. Wild entschlossen der ollen Nähmaschine etwas Zauberhaftes zu entreissen. Vor Wochen/Monaten hatte ich dem jüngsten Spross von Mme Ouvrage ein Lätzchen geklaut, ein sehr cooles Lätzchen aus uraltem Frottee, mit schielenden Augen und spitzen Zähnen. „DAS kann ich auch, das will ich auch, das nähe ich nach.“ Die Freundin, die nie Zeit hat, hatte mir letzten Freitag einen Stapel alter Handtücher mitgebracht und deshalb hatte ich keine Ausrede mehr. Zugeschnitten war das Lätzchen recht schnell, ein paar passende Stöffchen für Applikationen fanden sich in einer der Stofffetzenreste-kann-ich-noch-mal-gebrauchen-Kisten. Ich mache es kurz: es ging schief. Das schiefe, verzogene Ding landete im Mülleimer.
Ob heute alles schief ging, weil ich einfach nur nachnähen wollte, ganz ohne eigene Idee (und deshalb mit schlechtem Gewissen) oder weil die olle Nähmaschine einfach keine saubere Zickzackraupe hinbekommt, ist eigentlich egal. Aber ich muss aufpassen, damit es nicht zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung kommt. Ich habe nämlich stets behauptet, dass meine Kreativität just in dem Moment verschwindet, in dem ich eine Unterschrift unter eine hochoffizielle Anmeldung setze.

Näh ich also jetzt auf Nummer sicher, Hühner kann ich.

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Und das kann ich auch:

Alte Kaffeetassen mit Blumen bepflanzen, bringt den Frühling ins Haus.

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Statt zu bloggen, sollte ich lieber Hühner nähen.

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Es ist absolut im Bereich des Möglichen, dass alle drei Kindelein in den Sommerferien für zwölf Tage nicht in der Grünen Villa leben werden. Das ist gleichermaßen erfreulich wie beängstigend. Zwölf lange Tage einfach nur Paar sein. Ob wir das überhaupt noch können?

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Ich sollte jetzt wirklich dringend Hühner nähen.