Hulk, ich.

17. Februar 2011

„Mist, verflixt, *ganz schlimmes Schimpfwort*!!“, fluchte Frau … äh … Mutti und fummelte mit der extraschmalen Zange an der Schraube herum. Die Schraube, die das Stickfüßchen an der Stickmaschine festhält. Die Schraube, die sich immer heimlich lockert, wenn die Maschine schon lange gestickt hat. Die Schraube, die dann das Stickfüßchen nicht mehr festhält. Das Stickfüßchen fällt aus der Halterung, die Sticknadel versucht durch das heruntergefallene Füßchen zu sticken, zerspringt in mindestens drei Teile, die dem vor der Maschine sitzenden und gerade an nichts böse denkenden Menschen um die Ohren fliegen. Und ans Brillenglas.

Die Schraube, die ich neulich mit Daumen und Zeigefinger festzog, damit oben geschildertes Szenario ausnahmsweise ausbleibt.

Die Schraube, die ich gerade eben nicht mehr lockern konnte. Mit dem Sticken war ich fertig, ich wollte noch rasch einen Zierstich auf das beinahe fertige Schnickeldi packen. Aber die Schraube ließ sich nicht lockern. (haha, jaja, keine Schraube locker) Nicht mit dem mittlerweile fitnessgestählten Pinzettengriff, nicht mit zwei Lagen Stoff unter dem Pinzettengriff, nicht mit schimpfen, nicht mit fluchen.

Zum Glück ist unsere Werkstatt in der Halle gut sortiert. Ich fand im Werkzeugkasten eine Zange mit ganz schmalen, aber trotzdem geriffelten Backen und klemmte diese auf die störrische Schraube. Millimeterweise gab diese nach und ich begann zu frohlocken. Jedenfalls so lange, bis die Schraube „KNACK!!“ sagte und ich den Kopf in der Zange hielt. Ich bin einfach zu stark.

*GANZ ARG BÖSES SCHIMPFWORT*

Da ist jetzt nix mehr zu machen. Jetzt muss die Maschine weg, zur Reparatur und wenn sie schon mal dort ist, darf sie auch gleich gründlich gereinigt und inspiziert werden. Passt ja ganz prima, jetzt, wo ich diszipliniert werden wollte. Hmpf.

Frau Pimpinella, mein Beitrag zum Thema „minzgrün“ ist dann aus gegebenem Anlass dieser:

Bild v0n Hulk aus Urheberrechtsgründen gelöscht

Neues aus der Nähstube,

17. Februar 2011

 

Frau Rieger hat eine neue Stickdatei gezaubert. Allerliebste Viecher, denen man hübsche Kleider anziehen kann:

(click!)

Die machen sich übrigens nicht nur auf Lätzchen gut. Der Hase, mein Lieblingshase übrigens, passt auch prima auf roten Filz. Und aus dem roten Filz lässt sich dann eine Hülle für Eintrittskarte ins Fitnessparadies nähen. („Ich brauche auch so eine“, sprach Oma Eis. Bekommt sie. Aber eine mit Igel.)

Ich bin großer Fan von diesen schnellen Stickereien. Schnell, weil nicht siebenundzwanzig Farbwechsel nötig sind und es keine riesigen Stickflächen gibt, die enorme Mengen Garn schlucken. Und eeewig brauchen. Obendrein sind solche Stickdateien  natürlich auch hervorragende Ausredenlieferanten für Stoffhorteritis: „Ich brauche diesesn Fetzen Stoff garantiert noch, daraus kann ich dem Fisch ein Kleid machen.“

Die neue Stickdatei „Dressed up“ gibt´s ab heute bei Frau Rieger im Shop.

Hoch die Tasse XLIV

14. Februar 2011

Das Tässchen schluckt und schluckte und schluckte Kaffee, wurde neben Tulpen und sehr lecker aussehendem Kuchen auf einen farblich exakt passenden Tisch drapiert und ja, es IST groß.

Da.

Uah, geh weg.

14. Februar 2011

„Du bist unser Schatz, Pia !
Liebe Pia ,
zum heutigen Valentinstag senden wir Dir eine dicke Umarmung und ganz viel Liebe!

Du möchtest diesen Newsletter nicht mehr erhalten? Dann
kannst Du Dich hier austragen.“

Was somit geschehen ist. Ist ja wi-der-lich, dieses plump-vertrauliche Anbiedern.

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Die Kindelein sind beinahe genesen, sie sind jedenfalls noch nicht wieder vom Unterricht heimgekommen. Alle drei schniefen und schnuffeln, husten und krächzen. Doch Fieber hat keiner mehr. Wahrscheinlich hat nur meine phantastische Therapie zur Heilung beigetragen: der Peter-Alexander-Gedächtnis-Nachmittag mit „Charley´s Tante“ und eine große Portion Waffeln nach dem Rezept meiner Omi. Zuerst gab´s höhnisch nach oben gezogene Augenbrauen in den Gesichtern des Nachwuchses, denn nur weil die eigene Mutter in Kindheitserinnerungen schwelgt, muss man sich da nicht mitreissen lassen. Aber sie ließen sich mitreissen und wir kicherten nicht nur über die Musik und die Kleidung im alten Film.

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Zu den Waffeln gestern gab es ein Glas Milchkaffee, fein mit dem Esspressokännchen auf dem Herd gebraut, mit Milchschaum und Kakaogedöhns obendrauf. Der erste Kaffee seit Wochen und er schmeckte fein. Vielleicht liegt´s ja am schnöden Maschinenkaffee, dass  er mir nicht mehr schmeckt? Egal. Ich freue mich darauf, ab und zu einen Milchkaffe zu zelebrieren.

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Letzten Donnerstag schwänzte ich den „Spocht“, wegen kranker Kindelein und eigenem Unwohlsein. Und ja, ich hatte ein schlechtes Gewissen. Sehr gut. Heute morgen hatte ich vergessen, wie das mit dem schlechten Gewissen ist und ausserdem hatte ich Bauchschmerzen. Erfreulicherweise konnte ich den Schweinehund in die Ecke treten und eine Stunde lang verschiedene Gewichte mit verschiedenen Muskeln durch die Gegend ziehen und schieben. Es tut so gut! Hoffentlich habe ich bis Donnerstag nicht vergessen, wie wohl ich mich gerade fühle.

Ich habe viel Zeit gebraucht, um mich zu überwinden, in ein „Fitnessstudio“ zu gehen. Meine Phantasie stand mir da im Weg. Ich sah aufgepumpte Männer mit kahlrasierten Köpfen, Tätowierungen und Stiernacken und rappeldürre Frauen in neonfarbenen Stringgymnastikanzügen, perfekt geschminkt mit Pferdeschwanz vor mir, die zu dröhnender Technomusik Hanteln stemmen. Und mich dazwischen, in der grauen Joggingbuxe und mit hochrotem Kopf beim Versuch, 39 Kilo mit den Beinen wegzuschieben. Peinlich wäre mir das und ich hätte das Gefühl, man beobachte mich und hätte eine Menge zu kichern. Viel Kopfkino, genug, um mich einen Bogen um diese Studios machen zu lassen.

Getraut habe ich mich dann doch und zum Glück  lief in meinem Kopfkino der falsche Film. Niemand pumpt dort Muskeln auf, keiner trägt Stringanzüge. Ganz normale Menschen arbeiten dort an den Geräten, Menschen, die so aussehen wie ich: ein bißchen aus der Form. Manchmal klirren ein paar Gewichte aufeinander, man unterhält sich leise und lächelt sich ermunternd zu. Ich fühle mich wohl dort. Und dass ich schon jetzt , nach so kurzer Zeit, erste Ergebnisse entdecke, das ist großartig!

Liebe Kaltmamsell, ich habe heute sehr an Sie denken müssen.

Wimpel und Samt

12. Februar 2011

Hier auch, liebe Klecksefrau, denn statt Brot und Salz gibt´s zur Einweihung eine Wimpelkette.

Naturtöne und eher gedeckte Farben, denn die zukünftige Besitzerin ist auch so eingerichtet.

Und weil sich diese Wimpel quasi von alleine sticken (hüstel), entsteht gerade noch eine, diesmal in lüla mit ein bißchen türkis. Für mich, denke ich.

Beim Ausmisten der Halle habe ich nämlich jede Menge Bettwäsche gefunden, die ich daaamaals, als der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib das erste gemeinsame Schlafzimmer bezogen, in allerlei eher schreiende Farben gefärbt hatte. Gut, dass ich nichts wegwerfe, ich kann ja doch alles irgendwann gebrauchen. Und falls irgendwo mal ein Flugzeughangar leersteht – sagen Sie mir Bescheid, ich krieg den vollgeräumt.

*****

Da die Kindelein heute nur noch halb sterbenskrank waren, wagten wir einen raschen Abstecher ins blaugelbe Möbelhaus. Schließlich hat der Jüngste bald Geburtstag und er wünscht sich ein neues Bett. Das neue Bett ist auch Teil eines Handels, denn Folgendes wird in diesem Jahr in der Grünen Villa passieren: der Große wird 16 und knackt womöglich die 190 cm-Marke. Deswegen ist sein jetziges Zimmer zu klein für ihn. Damit er sich trotzdem in der Grünen Villa wohlfühlt, darf er in mein Nähzimmer ziehen. In mein großes, hübsches Nähzimmer, das obendrein noch über einen eigenen Hauseingang verfügt. Sozusagen. Ortskundige kennen die Begebenheiten, den anderen kann ich das nicht erklären, die Grüne Villa ist ein bißchen … kompliziert gebaut. (was den Vorteil hat, dass wir uns nicht begegnen müssen, wenn wir das nicht wollen) Jedenfalls … ich trenne mich großherzig von meinem wunderschönen Nähzimmer und hoffentlich wird mir dafür der Mütterorden am Bande verliehen.

Der Jüngste rief „Hurra! Dann kann ich ja das Zimmer vom Großen nehmen!!“ und ich gestehe, kurz war ich in Versuchung, dem zuzustimmen. Denn das Zimmer des Jüngsten, das ja dann MIR zur Verfügung gestanden hätte, ist groß und hell und mit nur einem Hüpfer durch´s Fenster steht man auf der Terrasse. Ein echtes Lieblingszimmer, genauso groß wie mein jetziges Nähzimmer.

Aber, ach. Der Jüngste besitzt Tonnen von Lego und die komplette Flotte der Raumfahrzeuge aus sämtlichen StarWarsFilmen, auch aus denen, die noch nicht gedreht wurden. Und das Zimmer des Großen ist einfach viel zu klein für diesen Schatz. Natürlich könnte der Jüngste auf sämtliches Möbiliar verzichten und auf Legoplatten schlafen, doch auch er soll weiterhin glücklich in der Grünen Villa leben und so handelte ich mit ihm: so lange er Lego liebt und so intensiv damit spielt, so lange wird er viel Platz brauchen. Und so lange bleibt er in seinem großen, hellen Zimmer.

„Ok“, sprach das Kind, „aber dann will ich ein neues Bett und mein Zimmer soll wieder schön gemacht werden.“ Beides kein Problem, das Bett ist vom Großen geerbt und ursprünglich auch nicht für ihn gedacht und schön machen bedeutet: ausmisten, sauber machen und ein paar neue Bilder an die Wand. Vielleicht auch umstellen, mal sehen. Und falls Sie jemanden kennen, der drei ältere Albinowelse und sechs ältere Neons bei sich aufnehmen will: bitte melden. Denn das Aquarium im Zimmer des Jüngsten gehörte ursprünglich dem Großen, als der noch dieses Zimmer hatte und dann passte es nicht in das andere Zimmer und es ist kompliziert. Fakt ist, dass sich niemand mehr recht zuständig sieht für die armen Fische und ich sowieso nie ein Aquarium wollte. Glaube ich. Melden Sie sich, Sie machen eine Familie glücklich. Und das Aquarium samt Zubehör können Sie auch haben.

Ich schweife ab, denn eigentlich muss ich ja noch erwähnen, dass ich dann im Spätjahr zusammen mit meinen vielen Quadratkilometern Stoff in das winzige Kellerloch des Großen ziehen werde. Dessen Wände obendrein leuchtend orange sind. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob ICH dann noch glücklich in der Grünen Villa bin ;) Andererseits habe ich schon einen ungefähren Plan, wo welche Möbel stehen werden und sogar ein Fleckchen für das HomeOffice des besten Vaters meiner Kinder ist berücksichtigt.

Mit Stoffkäufen werde ich mich dann wohl zurückhalten müssen (arrgh) und das benutzen, was da ist. Und vielleicht ist es ein reines Glück, dass es in „unserem“ blaugelben Möbelhaus wirklich keinen Samt mehr gibt und ich diese Reste (etwa 50 Meter)

aufbrauchen muss. Einen roten Samtvorhang zog der beste Vater meiner Kinder heute noch aus der Restekiste, mehr Samt gab´s nicht.

Dann fang ich mal an zu nähen. Ich muss ja reduzieren. Und für neue Wandfarbe sparen, weil orange geht nicht. Brr.