so halt.

25. Januar 2011

Der Januar ist der gefährlichste Monat für meine Figur. Draußen ist es so ungemütlich, dass ich nicht mal den Kompost rausbringen will, geschweige denn im Garten arbeiten will. (denn ich könnte die vielen Äste, die die Baumschneiderin aus unseren Obstbäumen sägte, kleinschneiden und zum Feuerholz stapeln)

Stattdessen bin ich gerne im Haus und blättere in diesen bunten „living“-Magazinen herum. Da gibt´s ja eine Menge von, alle irgendwie austauschbar, aber alle eine wunderbare Quelle der Inspiration. Sei es für die Nähmaschine, für Papier, Schere und Kleber oder eben für die Küche. Und weil die Küche der wärmste Raum des Hauses ist, halte ich mich dort am allerliebsten auf. Im Januar.

Und dann entstehen diese ganzen Kalorienbomben, die ich in den Heftchen gesehen habe und irgendwer muss die ja auch essen. Oder muss Teigrührer ablecken. Wenn zufällig kein Kind anwesend ist, erbarme ich mich eben. Wäre ja auch Verschwendung, einen teigverklebten Rührer in die Spülmaschine zu räumen. Zumal er garantiert ohne Vorreinigung nicht richtig sauber würde.

Und wenn dann der Duft von gerösteten Haselnüssen und geschmolzener Schokolade durch den Raum zieht, ein bißchen Frische von Zitronenschale dazukommt, wenn ich minütlich in den Ofen schauen muss, um den Köstlichkeiten beim Werden zuzusehen, dann … weiß ich nicht mehr, wie ich diesen Satz zu Ende bringen könnte, aber seien Sie gewiss: ich liebe es. Ich backe gerne. Und ich esse gerne. Und zum Glück mache ich ja jetzt regelmäßig Spocht, sonst würde ich platzen.

Cupcakes backe ich, seit ich die Rubrik „Jeannys fabulous cupcake adventure“  in diesem Blog entdeckt habe. Böse, böse.

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Gestern abend wagte ich einen Blick unter´s Pflaster auf die blöde Brandwunde. Sah nicht gut aus, eher dick, rot, heiß.  Bei Verbrennungen hatte ich schon öfter eine Blutvergifung im Anschluss und ich wurde deshalb ein wenig unruhig. Zur Beruhigung aß ich zwei Schüsseln Pistazien, das Magengrummeln lenkte mich von der Hand ab. Ausserdem schaute ich den am Sonntag aufgenommen ersten teil der Stieg Larsson Verfilmung und da weder die Schauspieler zu meinen Kopfpersonen passten, noch die Handlung zu der im Buch, war ich ebenfalls ausreichend abgelenkt. Vor dem Schlafen warf ich einen letzten strengen Blick auf die Hand und heute morgen entdeckte ich, dass alles gut wird. Ein hauchdünnes Häutchen hat sich gebildet, so eines, das sofort einreisst und blutet, wenn man nur tief einatmet. Die fiese Röte ist beinahe komplett verschwunden und heiss ist es auch nicht mehr. Dafür habe ich wieder brav verpflastert. Wahrscheinlich heilen Pistazien Verbrennungen. Ich werde sicherlich noch viele Gelegenheiten haben, auf diesem Gebiet zu forschen.

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Ich habe im Maschinenfuhrpark unten im Nähzimmer eine toller Overlock/Coverlockmaschine, die ich noch nicht richtig beherrsche, eine Näh/Stickmaschine, die dringend zur Inspektion müsste und eine Nähmaschine, die nicht länger als zwanzig Minuten am Stück näht, bevor sie wieder repariert werden muss. Ausgerechnet letztere bräuchte ich derzeit am Allerdringensten, denn Kleinigkeiten kann ich nicht mit der Overlock/Coverlockmaschine nähen und während ich Kleinigkeiten nähe, könnte die Stickmaschine rattern. Mittlerweile regen sich leise Zweifel in mir, ob ich mir nicht statt der Overlock/Coverlockmaschine ein nettes, ganz normales Nähmaschinchen hätte leisten sollen. Denn die Overlock/Coverlockmaschine zieht ungeahnte Folgekosten wie einen Rattenschwanz hinter sich her: einen Nähkurs zum Beispiel. Die phantastischen dreiundzwanzig Nähte kann ich war alle leicht einfädeln und auf Probeläppchen nähen, aber welcher Stich wann und wofür und warum überhaupt benötigt wird … das verrät einem ja mal wieder keiner. Für einen Nähkurs habe ich aber eigentlich keine Zeit, denn ich muss ja, um den Kreis zu schließen, Cupcakes backen und sie anschließend beim Spocht abtrainieren. Donnerstag geht´s wieder los und würde ich meine neue Nähmaschine wirklich beherrschen und hätte ich den passenden, SCHÖNEN Stoff, würde ich mir ein schickes Trainingshöschen nähen. Eines das nicht am Hinter spannt, nicht auf Höhe der Waden endet und obendrein zehn Kilos wegschmechelt. Ach ja, ach ja. Darauf  einen Peanutbuttercookie. Die müssen ja all werden.

Herr Skizzenblog,

24. Januar 2011

hier hühnert es auch.

Wochenende, viel zu kurz

24. Januar 2011

Von Frühjahrsmüdigkeit noch keine Spur, ganz im Gegenteil, eine Menge Energie hab ich in mir. Woher die kommt will ich gar nicht näher ergründen, ich freue mich einfach, dass sie überhaupt da ist.

Vor lauter Tatendrang verbrannte ich mir am Freitag nachmittag beim Backen von Erdnußbuttercookies ein klitzekleines Stückchen Haut am Fingerknöchel. Abgesehen von Aussehen und Gestank nach angebranntem Grillhähnchen, war das gar nicht schlimm. Schlimm war es erst am Samstag abend, als ich mir die verbrannte Haut aus Versehen abhebelte und das rohe Fleisch darunter munter vor sich hin puckerte. Örx. Eklig.
Nun bin ich mit angeblich nicht festklebendem Gelpflaster versorgt und betrachte argwöhnisch den kleinen Krater in der Pflastermitte, der genau so aussieht, als würde die Wundauflage des Pflaster mit der Wunde darunter verbacken. Zwei Tage soll es drauf bleiben, ich gestehe: ich bin ungeduldig und misstrauisch. Aber ich jammere nicht. Nur ein bißchen :)

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Nachdem der beste Vater meiner Kinder der allerliebsten Freundin am Samstag ein paar Steckdosen in deren frischrenovierter Küche angeschlossen hatte, wagten wir einen Abstecher ins blaugelbe Möbelhaus. An einem grauen, kalten Samstagnachmittag waren wir nicht die einzigen mit dieser wahrhaft großartigen Idee. In der Stoffabteilung traf es mich dann hart, denn die heissgeliebten Samtstoffe sind nicht mehr im Sortiment. DAS KÖNNEN DIE DOCH NICHT TUN! Im Restewagen lag ein roter Samtvorhang für schicke 18,- Euro, den musste ich mitnehmen. Einen festen Baumwollstoff gibt´s neu im Sortiment, den finde ich gut. Aber die anderen Stoffe … naja. Tausendmal mittlerweile gesehen.
Den hübschen Korbsessel ließ ich dann doch in der Fundgrube stehen, aber Lakritzefische mussten mit.

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„Heute gehe ich den ganzen Tag ins Nähzimmer“, kündigte ich der Familie am Sonntag an und blieb in der Küche hängen, zusammen mit sehr viel Schokolade, Kakao und Walnüssen.

Frau Barcomis Fugde Cake in Muffinsförmchen, mit zweierlei Frostings. Einigermaßen schnell gemacht und wenn man fertig ist, stellt man fest, dass man 24 Cupcakes hat. 24 Cupcakes, von denen eigentlich einer allein mehr als satt macht. Und die Familie war eher nicht hungrig, so kurz nach dem Frühstück. Ein kurzes Jammern bei Twitter und schon war der Cupcake-Überschuss Geschichte. Herr Skizzenblog und Mme Ouvrage kamen und blieben bis zum Abendessen. Zwischen Cupcakes und Pizza widmeten sich die Herren Stift und Technik und ich kann einen kleinen Einblick gewähren:

Eine kleine Hasenstickerei gab´s auch noch und dann war der Sonntag beinahe vorbei.

Beinahe … weil ich mich neulich inspirieren ließ und schnell nachmachen musste:

So ein Frottee-Tier. Ganz weich gefüllt und ausgesprochen knuddelig. Ich sag ja immer: ich brauche noch ein Baby.

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Heute: Nähzimmer

Falls …

20. Januar 2011

Sie schadenfroh auf einen um Mitleid winselnden Beitrag warten, in dem ich wortgewaltig und detailiert meinen enormen Muskelkater beschreibe: ich muss Sie da enttäuschen. Kein Muskelkater, nicht mal ein Muskelkätzchen. Bis auf leichte Kopfschmerzen geht es mir ganz ausgezeichnet. (und die Kopfschmerzen haben eher nix mit dem Spocht zu tun, sondern eher was mit wenig Schlaf und viel Wetter)

Ich bin somit beinahe vorfreudig, wenn ich an den nächsten Donnerstag und die nächste Runde Geräteturnen denke :)

Ich bin nämlich immer so lange vorfreudig, bis der Tag dann gekommen ist, es draußen dunkel und kalt ist, meine Lieblingsunterhose in der Wäsche liegt und  die einzigen Socken, die farblich perfekt zum gewählten Trainingsshirt passen, plötzlich ein Loch haben. Ausserdem zwickt der Bauch und der Kopf zwackt, der Rücken drückt und das Knie knackt. Und wenn ich mir sehr viel Mühe gebe, finde ich noch zwanzig weitere Gründe, lieber doch nicht zum Spocht zu gehen, sondern mich lieber auf den nächsten Termin vorzufreuen.

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Wieviele Kalorien stecken eigentlich in einem Karotten-Walnuß-Ananas-Kokos-Cupcake mit drei Zentimeter dickem Icing aus Butter-Frischkäse-Puderzucker-Zitrone-Kokosflocken? Oder genauer gefragt: in zweien davon?

(Ich musste zwei essen, weil die waren sehr lecker und nach dem ersten dachte ich, ich könne nie wieder aufhören, diese Cupcakes zu essen. Nach anderthalb war ich dann sehr satt, aber einen halben liegenlassen, obwohl der doch so lecker ist? Auf gar keinen Fall.)

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Neulich fiel mir auf, dass ich ja nun, als Wieder-Kurzhaarige, meine Ohren mit Ohrringen schmücken könnte. Ich habe nämlich fünf Löcher in den Ohren und früher waren die stets gefüllt, mit drei kleineren Steinchen oder Ringen und langen Bammselohrringen in den „normalen“ Ohrlöchern. Eine ganze Pinnwand voller Ohrringe hatte ich, in der Hauptsache bunte Fische und Papageien, weil Oma Eis mir mal eine gesamte Fisch- und Papageien-Population Kollektion von einer Kunstmesse mitgebracht hatte. Die liebte ich sehr. Überhaupt Modeschmuck! Als der erste „Bijou Brigitte“ Laden in Worms öffnete, war ich quasi Stammgast. Ohrringe in Neonfarben, Strassgeglitzer und diese neckischen Reissverschluss-Ohrringe! Mein Taschengeld reichte nie und deshalb musste ich selbst kreativ werden. Eine Zeitlang trug ich Büroklammern im Ohr, zusammengefädelt zu einer Kette. Oder eine schlichte Sicherheitsnadel, sehr apart. (mit dieser stach ich mir dann im Englischunterricht Ohrloch Nummer fünf. Wette gewonnen.)

Kleine Christbaumkugeln baumelten an meinen Ohren und irgendwann entdeckte ich Fimo. Das eine oder andere echt goldene oder sterlingsilberne Paar ergänzte die Sammlung und dann wurde ich Mutter.

Baumelnde Ohrringe sind allzu verlockend für Babyhände, deswegen trug ich diese nicht mehr. Von den kleinen Steckern verlor ich nach und nach die Hinterstecker oder direkt den ganzen Ohrring und irgendwann waren die Ohren nackt. Stattdessen trug ich einen Ring im Bauchnabel, ganz dezent.

Der Versuch, meine Ohren wieder zu beringen scheint allerdings zum Scheitern verurteilt. Ohrringe nerven mich. Da wackelt was an meinem Ohr herum. Ausserdem werden die Ohrläppchen nach zwei Stunden heiß und rot. Das ist im Winter zwar ganz angenehm, so ein Heizöfchen links und rechts am Kopf, doch ich glaube, meine Ohren wollen mir was sagen. Noch will ich nicht auf sie hören, immerhin habe ich beim Entrümpeln des Bades ein Kistchen voller Ohrringe von früher entdeckt. Die müssen doch aufgetragen werden!

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Das Tolle am Ofenfeuer ist, dass es wohlige Wärme verbreitet. Das Doofe daran ist, dass man spätestens alle zwanzig  Minuten aufspringen und Holz nachlegen muss, um diese wohlige Wärme zu erhalten. Sehr gemütlich.

Mutti inne Muckibude

19. Januar 2011

Irgendwann im Dezember beschlossen der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib, dass das neue Jahr das Jahr des „wir tun mal was“ wird. „mal was tun“ tun wir schon lange, immer wieder, immer relativ kurz, weil Ausreden finden sich ja immer leicht. Vor Jahren gingen wir regelmäßig joggen, dreimal ungefähr. Aber dann war da ja auch Frau Knie. Wir versuchten gemeinsam zu klettern, aber beim Grundkurs zeigte sich, dass meine Handgelenke zu kaputt sind. Paddeln würde uns gefallen, doch die Kosten sind da einfach immens. Gemeinsame Zeit wird auch immer rarer, da sich die Arbeitszeiten des besten Vaters meiner Kinder, Kollegen in USA sei dank, mittlerweile immer weiter nach hinten schieben. Morgens mal zwei Stunden später anfangen klappt aber gut und deswegen: „gehen wir eben ins Fitnessstudio“

Eine Bekannte empfahl uns das Therapiezentrum in Oppenheim, weil dieses eben keine klassische Muckibude ist, in der sich Menschen die Muskeln aufpumpen. Sie fühle sich dort sehr gut aufgehoben und –  „fühl mal!“ –  sie habe schon einen echten Bizeps, trotz behutsamen Trainings. Klang gut.

Heute waren der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib beim Probetraining. Dass ich noch tippen kann ist immerhin ein Beweis dafür, dass ich überlebt habe.

Das Probetraining begann mit dem Ausfüllen eines Fragebogens, Größe, Gewicht, Vorerkrankungen und gewünschtes Trainingsziel. (für mich das Allerschlimmste, denn ich muss da blank ziehen. Nicht wegen des Gewichtes, sondern wegen der ganzen Krankheiten und Operationen und Probleme und Knochen und Gelenke undundund.)

Nach dieser Befragung war ich dann bereits erledigt. Aber es half kein Zagen, zum lockeren Aufwärmen wurde uns ein Crosstrainer erklärt und sieben Minuten durfte ich unter Beweis stellen, dass ich einigermaßen in der Lage bin, Arme und Beine zu koordinieren, gleichzeitig munter vor mich hinzulächeln und  zu überlegen, ob der Kalorienverbrauch von ganzen 14 Kalorien die Kugel Eis von gestern abend neutralisiert hat.

Danach bekamen wir sechs Geräte erklärt und durften ausprobieren, zwanzig Wiederholungen, kurze Pause, nochmal zwanzig Wiederholungen. Diverse Hebel können gezogen und verschoben werden und wer die Gewichte zu oft zusammenkrachen  lässt, muss einen Kuchen backen. Für mich wurde ein handgelenkschonendes, skoliosefreundliches und kniestabilisierendes Programm zusammengestellt, der beste Vater meiner Kinder darf seinen Rücken stärken und insgesamt beweglicher werden. Zweieinhalb Stunden geleitete uns der Trainer (Herr Püschel, falls Sie neugierig sind) von Gerät zu Gerät, erklärte zeigte, kontrollierte und korrigierte. Nächste Woche folgt der zweite Teil der Geräte, wieder zwei Stunden Einführung und dann entscheiden wir, ob das was für uns ist, für unser „wir tun mal was“.

Aufgehoben fühlen wir uns jedenfalls sehr gut, da ist eine Menge Kompetenz zu spüren und ich behaupte, nach vielen Jahren Krankengymnastik/Physiotherapie kann ich das beurteilen. Spaß hat es auch gemacht und ich bin nur halb so fertig, wie ich befürchtet hatte. Ausserdem laufen da eine Menge Menschen herum, die völlig normal aussehen. Mein dicker Hintern fällt da gar nicht auf.

(mal schauen, was der Muskelkater morgen spricht)